Max III. schrieb:
Wenn Sie den Verfolgern keine Hinweise zu den Browserdaten liefern, ob
die stimmen oder nicht, haben diese keine andere Wahl, als Ihre
Einzigartigkeit anzuerkennen
Entschuldige bitte, Dritter Max, aber... ich mag da nicht ins Detail gehen, halte die Aussagen in dem verlinkten Thread aber für eher.. naiv.
Allerdings bin ich, nunja, einerseits kein Datenschutz-Paranoiker, denn wenn Leute, die meine Daten mißbrauchen wollen, an Macht kommen sollten, dann ist Datenschutz zweifellos unser kleinstes Problem und im Zweifelsfall in kurzer Zeit ohnehin abgeschafft, nicht nur rechtlich.
Andererseits bin ich im Webumfeld vor allem beruflich unterwegs und behaupte, da ein bisschen Ahnung zu haben. Deswegen weiß ich: die Wiedererkennbarkeit individueller Benutzer ist einerseits Fluch, weil sie der Werbewirtschaft so viele Informationen über uns gibt, aber andererseits auch ein Segen für die Betreiber von Webseiten wie etwa dieser hier oder unserem Online-Banking.
Obendrein würde ich das wunderbar finden, wenn meine User auf meinen Seiten fehlerfrei und korrekt identifizierbar wären. Nee, nicht weil ich irgendein Interesse an deren Daten habe oder ob sie sonst gerne auf Pr0nseiten surfen, sondern weil mein Arbeitgeber, meine Kunden, unsere Regulierungsbehörden und unsere Vertragspartner gleichzeitig einen riesigen Wert auf Sicherheit, aber andererseits auch auf Privatsphäre legen. Beruflich bin ich nämlich Dattel Scientist in der Betrugsprävention tätig, und da wären sowohl mehr, als auch bessere Informationen über unsere Benutzer manchmal schon ganz nett.
Deswegen beschränke ich mich auf einige wenige Hinweise: es ist keine neue, und war auch schon vor zwanzig Jahren keine Raketentechnologie, solche Daten zu komprimieren und zu gruppieren -- und das reicht, um Benutzergruppen genau genug zu identifizieren. Unüberwachte Clustering-Algorithmen wie etwa DBSCAN und dessen Bruder OPTICS stammen aus den späten Neunzigern, und das, was die ausgeben, reicht den Marketingleuten schon: die wollen nämlich in der Regel keine Individuen ansprechen, weil das viel zu ineffizient wäre, sondern denen geht es um Gruppen von Benutzern. Ob Du da Deine Tahoma-Schriftart gelöscht hast, interessiert dort ziemlich wenig.
Trotzdem danke für Deinen Beitrag. Ich glaube, man kann die Menschen nicht häufig daran erinnern, daß das Internet kein freundlicher Ort und nicht alle dort freundlich sind. Medienkompetenz und so, ygti.
Edit: Flipptehler.