Wir haben einen Auftrag für ein ARM-Layout und ich versuche vergeblich
einen modernen Prozessor zu bekommen. Gewünscht ist ein ARM-A9 Dual-Core
(Omap5, i.MX6, ST-E A9600) mit verfügarem Linux und einem
OpenCL-Compiler.
Diverse Hersteller erfüllen die Anforderungen und ich habe schon einige
Entwicklungsboards zur Evaluierung der Software hier. Gerne würde ich
mit dem Layout beginnen, aber ich bekomme weder eine Rückmeldung, wo ich
die CPUs bestellen kann, noch werden Datenblätter und Layout Guidelines
geliefert. Der Support hat bisher schriftlich nicht geantwortet und
telefonisch gibt es nur den Hinweis es schriftlich zu versuchen.
Mir scheint es, als ob die Hersteller kein Interesse haben mit Firmen
zusammen zu arbeiten, die weniger als 10.000 Stück abnehmen oder
generell klein sind. Habt ihr Erfahrungen mit dem Beschaffen solcher
"problemtischen" Bauteilen?
Die Distributoren haben ich natürlich schon alle durch, die haben leider
keinen einzigen der oben genannten Prozessoren.
Vielleicht kann jemand etwas positives berichten und mir sagen, wie er
an die Chips gekommen ist? Das ist ja kein Wunder, dass die
Chip-Industrie schwächelt, wenn die nicht antworten, verkaufen die auch
nichts.
>10.000 Stück
Pro Jahr nehme ich an, falls das Projekt zum Erfolg kommt.
Am Anfang viel weniger.
Da kann man wohl nur kaufen, was Standard ist.
Also ab Lager lieferbar bei Digikey, Mouser etc.
Also wenn man schon Probleme damit hat Teile zu bekommen und überhaupt
zu prüfen welche davon in absehbarer Zeit überhaupt verfügbar sein
werden ist man vielleicht nicht der richtige für den Auftrag.
Das auf der TI Seite direkt steht "only for high volume mobile OEMs"
oder so ähnlich haste ja gesehen denke ich?
Der A9600 existiert sowieso noch nicht.
MX6 könnte schon eher klappen aber ist noch alles unter NDA.
"Also wenn man schon Probleme damit hat Teile zu bekommen und überhaupt
zu prüfen welche davon in absehbarer Zeit überhaupt verfügbar sein
werden ist man vielleicht nicht der richtige für den Auftrag"
Dein Einwand ist nicht ganz ünbegründet. Aber jeder fängt mal klein an
und das wurde auch im Vorfeld mit dem Auftraggeber diskutiert.
Das TI nur an "high volume OEMs" verkauft, habe ich damals schon
gelesen. Das ändert aber nichts daran, dass wir einen modernen ARM
Application Processor benötigen.
Gemeint war der A9500. Übere mehrere Ecken bin ich an ein paar Samples
gekommen und würde gerne mit dem Layout starten. Aber ST schafft es
nicht uns dafür die Datenblätter auszuhändigen. Die sind wohl gerade in
einen Phase mit vielen Entlassungen, da die Zahlen ganz schlecht
aussehen.
Wir haben auch nur kleine Stückzahlen.
Ich nehme daher nie brandneue MCs.
Wenn ich MCs nehme, dann müssen die mindestens ein Jahr lang in
Stückzahlen verfügbar sein, also kein Sample-Status. Und es gibt >=2
Distries und noch besser, es ist Lagerware.
Alles andere kommt mir nicht auf die Platine.
Peter
Funkenschlosser schrieb:> Mir scheint es, als ob die Hersteller kein Interesse haben mit Firmen> zusammen zu arbeiten, die weniger als 10.000 Stück abnehmen oder> generell klein sind. Habt ihr Erfahrungen mit dem Beschaffen solcher> "problemtischen" Bauteilen?
Ja, durchaus. Meines Erachtens macht es Sinn sich zu überlegen, ob nicht
ein Computer-on-Module in Frage kommt. Man spart sich einiges an Layout
und Entwicklungsarbeit und das Problem mit der Beschaffung haben andere.
Wenn man eine Total-Cost-Analyse macht, ist man häufig auch günstiger
(wenn es eben nur maximal ein paar hundert oder tausend Baugruppen
werden).
@Lothar
Der wird zwar bei Arrow gelistet, ist aber nicht auf Lager. Das bedeutet
lediglich, dass der Distributor erst nach der Bestellung beim Hersteller
anruft und fragt, ob der Prozessor überhaupt schon lieferbar ist. Das
habe ich schon mehrfach probiert. Als Ergebnis weiß man dann, dass er im
nächsten Quartal vielleicht verfügbar sein könnte.
@Peter
Das würde ich auch machen, aber da gibt es bisher nichts passendes.
OpenCL wird leider erst ab der aktuellen Generation überstützt.
@Christoph
Gewünscht war leider explizit ein Layout mit bestimmten Maßen und die
Anfertigung eines speziellen Gehäuses. Sonst hätte ich einfach das
Entwicklungs-Board in ein Standard Gehäuse gesteckt.
Funkenschlosser schrieb:> @Christoph> Gewünscht war leider explizit ein Layout mit bestimmten Maßen und die> Anfertigung eines speziellen Gehäuses. Sonst hätte ich einfach das> Entwicklungs-Board in ein Standard Gehäuse gesteckt.
Das schließt die Verwendung eines COMs ja nicht aus. Das Basisboard mit
allen Steckverbindern, etc. kann ja kundenspezifisch designt werden. Wir
machen das fast täglich, häufig auf Basis von QSeven-Modulen, die
bereits eine ganze Menge auf dem Board haben, aber auch durchaus mit
kleineren und einfacheren Modulen. Die fertige Platine mit COM oben
drauf sieht jedes Mal anders aus, das einzige, was man mehr benötigt
gegenüber einer kompletten Eigenentwicklung sind je nach Standard 3-5 mm
mehr Bauhöhe, dafür kann aber die Grundfläche kleiner werden.
Funkenschlosser schrieb:> @Lothar> Der wird zwar bei Arrow gelistet, ist aber nicht auf Lager. Das bedeutet> lediglich, dass der Distributor erst nach der Bestellung beim Hersteller> anruft und fragt, ob der Prozessor überhaupt schon lieferbar ist. Das> habe ich schon mehrfach probiert. Als Ergebnis weiß man dann, dass er im> nächsten Quartal vielleicht verfügbar sein könnte.
Und die ganzen lieferbaren i.MX5 gehen wirklich nicht? Der Hauptvorteil
des A9 gegenüber dem A8 ist doch MP, was hier nicht benötigt wird.
Funkenschlosser schrieb:> Gemeint war der A9500. Übere mehrere Ecken bin ich an ein paar Samples> gekommen und würde gerne mit dem Layout starten. Aber ST schafft es> nicht uns dafür die Datenblätter auszuhändigen. Die sind wohl gerade in> einen Phase mit vielen Entlassungen, da die Zahlen ganz schlecht> aussehen.
Was für Neuentwicklungen ohne 2nd Source meiner Meinung nach ein K.O.
Kriterium ist.
Keine Antwort ist im übrigen auch eine Antwort. Wenn die "Firmen" nicht
mit dir reden wollen dann ist dein Vorhaben / Stückzahl usw für eine
Antwort nicht qualifiziert. Die Mitarbeiter haben Anweisung nur mit dem
und dem zu kommunizieren, Die höfliche Variante "Antwort dass wir keine
Antwort geben" wurde schon vor 20 Jahren wegrationalisiert.
@Der Rächer
Ich habe auch vermutet, dass es die Anweisung gibt, die kleinen Anfragen
zu ignorieren. Dann haben wir folgendes probiert: Einen Mitarbeiter des
Einkaufs eines großen produzierenden Konzerns (>12.000 MA) gebeten mal
anzufragen. Leider mit dem gleichen negativen Ergebnis. Es scheint wohl
Hersteller zu geben, die so sehr mit dem Entwickeln beschäftigt sind,
dass sie vergessen, dass man auch was verkaufen muss um Gewinn zu
machen.
Funkenschlosser schrieb:> Dann haben wir folgendes probiert: Einen Mitarbeiter des> Einkaufs eines großen produzierenden Konzerns (>12.000 MA) gebeten mal> anzufragen. Leider mit dem gleichen negativen Ergebnis.
Dann kriegst du Sie nicht, außerhalb der USA schon gar nicht. Wenn bei
mouser schon steht das die Dinger restrictions haben könnten, dann heißt
das meist das du Sie nur über illegale Waffenhändler beschaffen kannst
;-).
Der Rächer der Transistormorde schrieb:> Dann kriegst du Sie nicht, außerhalb der USA schon gar nicht.
Das mit den Einschränkungen steht bei jedem Mikrocontroller mit
Crypto-Einheit auch, das ist überhaupt kein Problem. Nach der Bestellung
bekommt man von Mouser ein Formular, wo man einen Einsatzzweck angibt
und ankreuzt, dass man damit keine Waffen, etc. bauen will. Das faxt man
zurück und gut ist.
Ich hatte auch mal über Nuhorizon oder so aus USA ein paar Sampels
bekommen, ein paar Tage später hatten die gemeint, dass die die
eigentlich nicht schicken durften. Aber ich hatte die da schon g.
Diese Begrenzung gab es damals, da die Teile brandneu waren und die ST
oder TI wollten sich einfach nur bei evt. nichtfunktionierenden Chips
gegen Rückrufaktionen etwas absichern (so meine Vermutung). Heute gibt
es die Chips an jeder Ecke. Es waren irgend welche
Beschleunigungssensoren LISxxx.
> Gewünscht war leider explizit ein Layout mit bestimmten Maßen und die> Anfertigung eines speziellen Gehäuses. Sonst hätte ich einfach das> Entwicklungs-Board in ein Standard Gehäuse gesteckt.
Ist so was denn auch zu groß um es auf ein eigenes Board zu stecken das
die gewünschten Maße hat?
http://www.taskit.de/produkte/stamp9g45/index.htm
Wäre eine Basis um eigene Peripherie dazu zu layouten.
HTH
Funkenschlosser schrieb:> Einen Mitarbeiter des> Einkaufs eines großen produzierenden Konzerns (>12.000 MA) gebeten mal> anzufragen. Leider mit dem gleichen negativen Ergebnis.
Hallo Funkenschlosser,
Hesteller sind auch nicht blöd. Wenn da ein Konzern mal nach 100...1000
Stück eines besonderen Prozessors gefragt wird gibt es nicht viel
Möglicheiten:
a) entweder das ist ein Sonderprojekt dann würde der Entwickler schon
längst beim Hersteller wegen Evalboards auf der Matte stehen.
b) oder es ist nur eine Preiskitzlerei, dann reagiert er nicht.
c) Für ein ordentliches Projekt (eines Konzerns für diese Art von
Prozessoren) ist das zu wenig an Masse (ich geh' mal aus das würden
Jahresmengen sein dann reden wir um ca. <50kEUR)
d) oder es wurden nur Einzestücke angefragt dann würd' ich mich als
Hersteller fragen was der mit den wenigen Stück will.
Als Einkäufer hätt' ich da massive Rechtfertigungsprobleme wofür das
sein soll.
Wenn Du also wirklich signifikante Mengen benötigst (>1k) mit Dem
herstller reden udn Situation darlegen. Das dümmste das Dir passieren
kann ist dass er Dich zum Distri abschiebt. Dann hast Du aber einen der
sich drum kümmert.
Wenn's nur kleinere Mengen sind <<1k dann überleg Dir ob Du nicht ferige
Module mit dem uC nutzt.
rgds
Ein anderer Weg ist, über einen Bestücker zu gehen. Ich nehme mal an,
dass deine Firma sich nicht den Luxus einer eigenen Bestückungs- und
Lötanlage leistet. So etwas geht heutzutage im Lohndrusch deutlich
preiswerter. Und der Bestücker (er arbeitet ja für viele Kunden) hat
einen deutlich besseren Draht zu Herstellern oder Distributoren. Und mit
etwas Glück hat er noch einen Kunden, der auch deinen Protz braucht.
Ansonsten kann ich nur PeDa zustimmen: Nimm irgendeinen, auch
suboptimalen, Prozessor, der als Schüttgut seit mehr als einem Jahr in
Produktion ist. Warum willst du es dir antun und die ganzen Errata durch
zu arbeiten und selbst Designfehler suchen? Deine Arbeitszeit kostet
auch Geld.
Wenn du bzw dein Arbeitgeber schon als guter Kunde bekannt bist dann
bekommst du 5-10 Stück als kostenlose Muster. Auch vom brandneuesten
Zeugs, da allerdings nur mit NDA.
Wenn du nicht bekannt bist dann mußt du die davon überzeugen dir was zu
vekaufen. Allerdings sind 1k nicht gerade ne üppige Stückzahl bei den
Typen.
Soweit ich mich erinnern kann hat Silica einen Draht zur
TI-Prozessordivision. Dor bekommst du auch Muster, manchmal eher als
beim Hersteller.
http://www.silica.com/products/manufacturer/supplier/texas-instruments.html