Hallo, ich habe vor kurzem ein Gerät am Pc über ein seriell-Kabel an den
Pc angeschlossen und versucht eine Kommunikation aufzubauen.
Lange kam keine Verbindung zustande. Fazit: Ich hatte ein Nullmodemkabel
statt ein Seriell-RS232 Kabel.
Jetzt sind ja beim Nullmodemkabel Rx und Tx gekreuzt.
Also Sender auf Empfänger und umgekehrt.
Meine Frage ist, warum nicht alle Geräte diese Konfiguration brauchen
und wie es sonst funktionieren kann, also Sender auf Sender und
Empfänger auf Empfänger gibt ja irgendwie nicht viel Sinn?!
Vielleicht kann mich ja ein Experte aufklären...
Vielen Dank!
Che Guevara schrieb:> Meine Frage ist, warum nicht alle Geräte diese Konfiguration brauchen
Wenn du 2 PCs verbindest soll es gehen
Wenn du 1 PC mit einem Modem verbindest soll es gehen
Wenn du 2 Modems verbindest soll es gehen
das geht nur mit 2 verschiedenen Kabeln.
RS232C
Kennt nur Datenendgeräte und Datenübertragungsgeräte. Und auch nur die
Verbindung zwischen GENAU diesen beiden. Alles andere weicht vom
Standard ab.
Will man ein Datenendgerät mit einem Datenübertragungsgerät verbinden,
ist ein 1:1 Kabel das Mittel der Wahl.
Will man 2 Datenendgeräte miteinander verbinden, brauchts ein
"Nullmodemkabel". Ebenso, wenn man 2 Datenübertragungsgeräte miteinander
verbinden will.
Tipp:
Wikipedia gibt gerne dazu Auskunft.
Aus dem selben Grund hat man früher auch ein Crossoverkabel gebraucht um
2 PCs per Ethernet zu verbinden (RJ45/Cat5). Heutzutage erkennen das die
Netzwerkkarten und kreuzen selbständig aus.
Bei Nullmodemkabeln ist TX und RX, also bei neunpoligen Steckern über
Kreuz verkabelt. Bei den anderen RS 232 an Modems oder andere Hardware,
welche , welche die Daten umsetzt oder auswertet ist die Verdrahtung
1:1, da TX und RX an die Schnittstelle müssen, wo TX und RX auch
verlangt wird.
Nimmst du kein Nullmodemkabel im RS232-Bus, dann käme TX, also Transmit
Data(Daten senden)an den TX der Schnittstelle, also Sender an Sender
(und nicht an den Empfängerpin).
Heizer schrieb:> Und um alles noch interessanter zu machen gibt es auch noch viele Geräte> mit falsch belegten Steckverbindern ober Stecker/Buchse vertauscht.
Und wem dass nicht reicht der kann sich mit den verschiedensten
Kombinationen und Anforderungen von RTS/CTS und DTR/DSR rumschlagen.
Ach ja, RI und DSR gibt es auch noch - hat mich aber noch nie geärgert.
Ulrich F. schrieb:> Richtig!> RS232C === Abenteuer pur
komisch, früher war das so mit allen möglichen und unmöglichen
Kombinationen, heute scheint es einfacher zu sein, meist reicht Rx an Tx
und Tx an Rx und GND an GND, die Zicken mit RTC CTS DTR DCD RI und wie
sie alle heissen werden doch heute kaum noch genutzt, allenfalls beim
Arduino mit CTS auf GND und DTR an Reset.
Das letzte Nullmodem brauchte ich vom PC zum Antennenmessgerät, schien
mir aber unlogisch, da habe 2 3 am Gerät umgelötet und ne female
eingebaut
Heizer schrieb:> Und um alles noch interessanter zu machen gibt es auch noch viele Geräte> mit falsch belegten Steckverbindern ober Stecker/Buchse vertauscht.
Ich habe mal 6 verschiedene Nullmodemkabel durchgemessen
und 6 verschiedene Pinbelegungen erhalten.
Joachim B. schrieb:> komisch, früher...
Früher waren die Geräte wesentllich langsamer, die Buffer kleiner und
Schnittstellen noch Schnittstellen und keine eigenen Computer.
Wer schliesst heute auch noch 16 Kassenautomaten an einen 496er an
oder muss nach jedem Oktett warten bis der Kugelkopf auf das Papier
gehämmert hat?
Joachim B. schrieb:> komisch, früher war das so mit allen möglichen und unmöglichen> Kombinationen, heute scheint es einfacher zu sein
Das wird wohl daran liegen, das heutzutage überall kleine Controllerchen
mit ausreichend Speicher drin werkeln, die schon mal ein paar Bytes
zwischenspeichern können und den Datenfluss oft über Softwarehandshake
regeln oder sogar schnell genug sind, so dass die Schnittstelle der
Flaschenhals ist und es nicht zu Engpässen beim Loswerden der Daten auf
der Empfängerseite kommen kann.
Joachim B. schrieb:> komisch, früher war das so mit allen möglichen und unmöglichen> Kombinationen, heute scheint es einfacher zu sein, meist reicht Rx an Tx> und Tx an Rx und GND an GND, die Zicken mit RTC CTS DTR DCD RI und wie> sie alle heissen werden doch heute kaum noch genutzt, allenfalls beim> Arduino mit CTS auf GND und DTR an Reset.
Naja, ich kenne auch noch einige, sogar aktuelle, Geräte, die den
Hardwarehandshake benutzen. Das kann dann sinnvoll sein, wenn hier
wirklich zeitkritische Dinge noch nebenbei laufen, die nicht
unterbrochen werden dürfen.
Das größte Problem bei RS232, so scheint es mir, ist, dass man sich
nicht überlegt ob man ein DTE-Gerät oder ein DCE-Gerät baut. Ich habe
schon einige AVRs mit RS232-Schnittstelle ausgestattet, sie waren stets
DCE-Geräte (aber natürlich sind auch DTE-Geräte mit Mikrocontrollern
denkbar). Hier im Artikel jedoch ist der Mikrocontroller als DTE-Gerät
angeschlossen. Und das "Problem" hat man auch bei vielen fertigen
Geräten: Sie sind als DTE-Geräte gebaut obwohl man von ihrer Funktion
eigentlich ein DCE-Gerät erwarten würde. In den Anleitungen steht quasi
nie ob das Gerät ein DTE oder DCE ist und nur sehr selten ist eine
Pinbelegung des Sub-D-Steckers mit dabei an der man auch sehen könnte ob
es ein DTE (TX an Pin 2, RX an Pin 3) oder DCE (TX an Pin 3, RX an Pin
2) ist.
Hallo,
da AVR und ähnliches erwähnt wurde: die Hersteller solcher Leiterplatten
beschriften diese oft, wenn die serielle auf Stiftleisten geht.
Ob bei einem USB-TTL-Adapter dann TX bedeutet, das dort TX des
Wandlerchips dran ist oder ob es bedeutet, daß dort TX der Peripherie
ran soll, es also eigentlich RX ist, das hängt stark vom Füllstand der
Kaffeetasse des Entwicklers ab...
Gruß aus Berlin
Michael
Michael U. schrieb:> da AVR und ähnliches erwähnt wurde: die Hersteller solcher Leiterplatten> beschriften diese oft, wenn die serielle auf Stiftleisten geht.> Ob bei einem USB-TTL-Adapter dann TX bedeutet, das dort TX des> Wandlerchips dran ist oder ob es bedeutet, daß dort TX der Peripherie> ran soll, es also eigentlich RX ist, das hängt stark vom Füllstand der> Kaffeetasse des Entwicklers ab...
im Zweifel hänge ich einen 2-Kanal Oszi an RX und TX und sende, oder ich
schaue auf die Pins und das Datenblatt und klingel die durch wohin sie
führen.
Joachim B. schrieb:> im Zweifel hänge ich einen 2-Kanal Oszi an RX und TX und sende, oder ich> schaue auf die Pins und das Datenblatt und klingel die durch wohin sie> führen.
mir reicht dafür eine LED die ich anstecke.
Seit über 30 Jahren kenne ich RS323C, und fummle damit rum....
Mal mehr, in letzter Zeit eher weniger.
Bisher habe ich noch KEIN Geräte gesehen, welches die Schnittstelle zu
100% Standard konform implementiert hat.
Die uralt Modems, die sind wohl am dichtesten dran gewesen...
Habt ihr schon mal ein 100% Gerät gesehen?
Michael U. schrieb:> Ob bei einem USB-TTL-Adapter dann TX bedeutet, das dort TX des> Wandlerchips dran ist oder ob es bedeutet, daß dort TX der Peripherie> ran soll, es also eigentlich RX ist,
ergibt sich aus dem Datenblatt.
Peter II schrieb:> Joachim B. schrieb:>> im Zweifel hänge ich einen 2-Kanal Oszi an RX und TX und sende, oder ich>> schaue auf die Pins und das Datenblatt und klingel die durch wohin sie>> führen.>> mir reicht dafür eine LED die ich anstecke.
billig, aber nur bei 50 Baud gut zu sehen, DVM reicht auch, nur
dauerleuchten oder Spannung sagt ja nix aus.
Ulrich F. schrieb:> Habt ihr schon mal ein 100% Gerät gesehen?
niemals, sowas gibt es nicht,
SW wird nie fertig,
eine elektrische Eisenbahn wird nie fertig,
eine Carerrabahn wird nie fertig,
wenn ein Gerät fertig ist ist es veraltet.
Wie sagte mal ein Chef; "manchmal muss man dem Entwickler die Teile aus
der Hand reissen"
Joachim B. schrieb:> billig, aber nur bei 50 Baud gut zu sehen, DVM reicht auch, nur> dauerleuchten oder Spannung sagt ja nix aus.
doch, wenn sie leuchtet ist es sie Sende Leitung.
Peter II schrieb:> doch, wenn sie leuchtet ist es sie Sende Leitung.
oder eine statische Leitung oder kaputt, sorry auf so dünne Bretter
trete ich nicht bei meiner Masse, nur wenn beim Senden die LED flattert
habe ich eine funktionierende Sendeleitung erwischt oder eine Handshake
Leitung um sicher zu gehen schicke ich verschiedene Muster und wenn ich
die in Bitbreite und wert identifizieren kann gewinne ich Sicherheit.
Joachim B. schrieb:>> doch, wenn sie leuchtet ist es sie Sende Leitung.>> oder eine statische Leitung oder kaputt, sorry auf so dünne Bretter> trete ich nicht bei meiner Masse, nur wenn beim Senden die LED flattert> habe ich eine funktionierende Sendeleitung erwischt oder eine Handshake> Leitung um sicher zu gehen schicke ich verschiedene Muster und wenn ich> die in Bitbreite und wert identifizieren kann gewinne ich Sicherheit.
es geht doch nur darum festzustellen, ob es das richtige Kabel ist. Und
keine Diagnose ob der Frameaufbau richtig ist.
wenn jeweils auf Pin2 die LED leuchtet dann brauch man ein Crossover
Kabel, dafür schließe ich doch nicht erst ein Oszi an.
Peter II schrieb:> es geht doch nur darum festzustellen, ob es das richtige Kabel ist. Und> keine Diagnose ob der Frameaufbau richtig ist.
nun ja, wenn ich am max3232 oder 232 nur den Ausgang sehe weiss ich noch
lange nicht ob da DTR oder CTS oder TX drauf liegt, wackeln kann alles
oder auch statisch sein und LED Strom treiben, ich war schon beim
Identifizieren weil:
Chr. M. schrieb:> Und wem dass nicht reicht der kann sich mit den verschiedensten> Kombinationen und Anforderungen von RTS/CTS und DTR/DSR rumschlagen.> Ach ja, RI und DSR gibt es auch noch - hat mich aber noch nie geärgert.eric schrieb:> Ich habe mal 6 verschiedene Nullmodemkabel durchgemessen> und 6 verschiedene Pinbelegungen erhalten.
Joachim B. schrieb:> nun ja, wenn ich am max3232 oder 232 nur den Ausgang sehe weiss ich noch> lange nicht ob da DTR oder CTS oder TX drauf liegt, wackeln kann alles> oder auch statisch sein und LED Strom treiben, ich war schon beim> Identifizieren weil:
es geht um Geräte mit Buche/Stecker und das liegt CTS nicht auf Pin2.