Hallo zusammen,
ich habe jetzt echt eine Weile danach gegoogelt, aber so recht doch
nichts gefunden: Welche Lautsprecherleitung ist denn eigentlich für
Verlegung unter Putz geeignet/gedacht? Anforderungen sind dabei nicht
soooo hoch, es geht lediglich um den Anschluss von Lautsprechern auf der
Terasse / dem Gäste-WC für seichte Berieselung hin und wieder mal ->
kein High-End-HiFi :) Wir reden jeweils von groben 10m Leitungslänge,
ich hatte an 2x2,5mm² gedacht, finde aber irgendwie nur
"Standard"-Leitung zur "freien" Verlegung. NYM oder andere
Installationsleitung (zumindest nicht starr) sollte es ja nun auch nicht
unbedingt sein... Hat jemand Tipps und Tricks für mich?
Grüße,
Peter
Ich habe seit gut 20 Jahren einfache Lautsprecherkabel unter Putz für
meine Surround Lautsprecher. Funktioniert einwandfrei.
Wüsste auch keinen Grund, warum das Probleme machen sollte. Mechanische
Belastung ist nicht auf dem Kabel, die enden in Unterputzdosen mit
Lautsprecherklemmterminals.
Das der Putz die Ummantelung angreift halte ich auch für ausgeschlossen.
Wenn die Wand einmal Trocken ist kann ja eigentlich nichts mehr
miteinander reagieren.
Same here.
Bei der letzten Renovierung einiger Räume haben wir einige Nicht-UP
Kabel einfach in die Wand verputzt. Auch LS-Kabel oder Standard-Billig
Cat6 Kabel.
Gibt bis heute keinerlei Probleme damit.
Audiophil schrieb:> einfache Lautsprecherkabel unter Putz
Wie schön, dass einfach und Putz so genau definiert ist.
Gipsputz, Kalkputz, Lehmputz, Maschinenputz, Zementputz ?
PVC Litze oder Starrdraht, CCA oder PE Isolation oder halogenfrei ?
Klar ist dass der alkalische Putz normales PVC auf Dauer angreift,
porös und spröde macht, daher haben Stegleitungen so ein merkwürdiges
Zeug um die Leitungen.
Aber bei Leerrohren geht es eher um die Erfahrung, dass
Informationsleitungen öfters mal wegen neuer technischer Anforderungen
getauscht werden als Stromleitungen. Was bei Stromleitungen auch nicht
stimmt, erst musste man Schutzleiter nachziehen, dann bei gewerblicher
Verwendung gegen halogenfrei austauschen, die Österreicher waren
schlauer und nahmen Leerrohre.
MaWin schrieb:> Was bei Stromleitungen auch nicht> stimmt, erst musste man Schutzleiter nachziehen, dann bei gewerblicher> Verwendung gegen halogenfrei austauschen
Das stimmt meines Erachtens nicht. Sicher sollte man dies tun, macht ja
auch Sinn. Aber eine Pflicht gibt es da nicht?
Weißt du wie viele alte Betriebe noch die Installation aus den 60er'n
haben? Also Bakelit und NYRUZY. Selbst die alte 1MVA NSHV ist oft noch
in Betrieb, damals alles noch in dutzenden Henselkästen verbaut.
Das einzigste was nachträglich durch die VDE verboten wurde, ist die
Bauernsteckdose. Alles andere drüfte (ohne wesentliche Änderungen der
Anlage) unter den Bestandsschutz fallen!
MaWin schrieb:> Stegleitungen
Die dürfen z.B. nur im Putz liegen, außerhalb zerbröseln die zu Staub.
MaWin schrieb:> Leerrohre
Im Falle eines Falles, bekommst du durch etliche Leerrohre eh nichts
nachgezogen. Kaum jemand legt die wirklich sauber und nach Norm. Und
wenn man ehrlich ist: Wenn es Zeit für neue Leitungen ist, renoviert man
sowie die Zimmer.
Leerohre (für NYM) würde ich nur da legen, wo man nie mehr drankommt.
Also in Betondecken, Estrich usw.
Monday Sunschein schrieb:> Alles andere drüfte (ohne wesentliche Änderungen der> Anlage) unter den Bestandsschutz fallen!
Ah, da ist er wieder, der berühmte Bestandsschutz.
Den gibt es nicht, lass mal was passieren und unterhalte Dich dann mit
Deiner Versicherung. Da wirst Du als Betreiber eines Elektrikmuseums
große Augen machen.
Monday Sunschein schrieb:> Das stimmt meines Erachtens nicht. Sicher sollte man dies tun, macht ja> auch Sinn. Aber eine Pflicht gibt es da nicht?
Richtig, wer nichts macht, muss nichts tun
Wer aber wesentliche Änderungen an seiner Elektroinstallation macht,
muss die gesamte Anlage auf aktuellen Stand bringen, also 2-adrige raus
und Schutzleiterkabel ziehen. Wobei diskussionsfähig ist, was eine
wesentliche Änderung ist: Statt Freileitung mit Hauptverteiler im
Obergeschoss nun Erdleitung mit Hauptverteiler im Keller ?
Wenn ein bisher privat genutztes Gebäude heute auf gewerblich umgewidmet
wird, muss es den aktuellen Anforderungen genügen, also alle Leitungen
raus und gegen halogenfrei ersetzen.
Walter Gött schrieb:> ich habe jetzt echt eine Weile danach gegoogelt, aber so recht doch> nichts gefunden: Welche Lautsprecherleitung ist denn eigentlich für> Verlegung unter Putz geeignet/gedacht?
Nun, normales (Netz-)Impu-Kabel sollte sich da durchau eignen.
Ich würde es aber beim Eintritt und Austritt aus dem Putz
zusätzlich kennzeichnen.
Walter Gött schrieb:> Welche Lautsprecherleitung
Welches Signal?
- PA also "100 Vrms " oder
- RCA 1,25 Vrms für Aktive Lautsprecher oder
- < 50 V ELV vom Heimverstärker?
> Verlegung unter Putz geeignet/gedacht?
tu dir den Gefallen: Nimm ein Rohr. Die Mehrkosten für Rohr kannst du
beim Kupfer einsparen.
Bei ELV <50 V fädele da 2*0,75 mm2 durch. Feddisch.
und ja, du kannst auch ein NYM Einputzen und es auf beiden Seiten mit in
einer Dose abschliessen. Einsätze für Lautsprecheranschlüsse gibt es in
allen üblichen Schalterserien. Gira hat auch 4-fach.
RCA Signal solltest du gut schirmen, besser auf balanciert umsteigen.
PA 100 Vrms - jetzt wird es einfacher, aber halt jenseits des
Kleinspannung.
Wenn das im Rohr ist kannst du später immer noch audiophiles Schlangenöl
reintröpfeln.
In einem Gäste-WC mit seinen harten Oberflächen in kurzen Abständen
(womöglich noch doppelparallel) wird das nie "audiophil".
Auf der Terasse mit seiner unendlich fernen Wand dito.
Musik og F. schrieb:> tu dir den Gefallen: Nimm ein Rohr. Die Mehrkosten für Rohr kannst du> beim Kupfer einsparen.
Ja, tu das. Habe bei mir auch ein paar Leitungen fürs Surround in der
Wand verlegt. Und wenn du eh einen Schlitz klopfen musst, dann mach den
hald ein wenig größer damit gleich ein Rohr reinpasst. Für deine
Anforderungen würde dann vmtl sogar 2 x 0.75 mm2 genügen, das bekommt
man selbst in die ganz dünnen Rohre leicht rein
Falls die Anlage schon fix ist und weiterverwendet werden soll, ok.
Ansonsten würde ich mir überlegen ob Lautsprecher überhaupt noch
leitungsgebundene Signalzuführung benötigen.
interWebz schrieb:> Ansonsten würde ich mir überlegen ob Lautsprecher überhaupt noch> leitungsgebundene Signalzuführung benötigen.
wer Funk kennt, nimmt was?
●DesIntegrator ●. schrieb:> interWebz schrieb:>> Ansonsten würde ich mir überlegen ob Lautsprecher überhaupt noch>> leitungsgebundene Signalzuführung benötigen.
Wobei man dann aber mit 16 A abgesicherte Netzleitungen stattdessen
verlegen muß, möglichst mit eigenem sauberen Stromkreis und goldener
Sicherung :)
loeti2 schrieb:> Wobei man dann aber mit 16 A abgesicherte Netzleitungen stattdessen> verlegen muß, möglichst mit eigenem sauberen Stromkreis und goldener> Sicherung
Schmelzsicherung. Ganz wichtig. Wegen der klangbeeinflussenden
Induktivitäten von Automaten diesen gegenüber unbedingt zu bevorzugen.
MaWin schrieb:> Klar ist dass der alkalische Putz normales PVC auf Dauer angreift,
klar ist aber auch, dass er nicht IM Putz, sondern UNTER Putz verlegen
möchte. Die klassische Vorgehensweise bei 230V-Kabeln, nämlich Schlitz
klopfen und verspachteln, klappt auch für Lautsprecherkabel.
Kritiker schrieb:> Schlitz> klopfen und verspachteln, klappt auch für Lautsprecherkabel
Ebenso seit Jahrzehnten.
Koax
Telefon/Steuerleitungen
Klingeldraht
Netzwerk
alles ohne Probleme.
Harald W. schrieb:> ●DesIntegrator ●. schrieb:>>>> Ansonsten würde ich mir überlegen ob Lautsprecher überhaupt noch>>> leitungsgebundene Signalzuführung benötigen.>>>> wer Funk kennt, nimmt was?>> Lichtfasern. :-)
:-o
oh ja, natürlich auch das :-D