John Doe schrieb:> Was haltet ihr davon das diese Lücke schon so lange bekannt ist.
Mal abgesehen vom interessanten Datum: WannaCry nutzt nicht die erste
Lücke in SMB und garantiert auch nicht die letzte.
Bla schrieb:> Gibt es überhaupt einen vernünftigen Grund den nach außen offen zu> haben?
Zum Internet hin nicht, aber im LAN schon. WannaCry läuft daher
zweistufig: Einer fängt ihn sich ganz klassisch per Mail ein und der
verteilt sich dann als Wurm im LAN.
A. K. schrieb:> Zum Internet hin nicht, aber im LAN schon. WannaCry läuft daher> zweistufig: Einer fängt ihn sich ganz klassisch per Mail ein und der> verteilt sich dann als Wurm im LAN.
Was ich nicht verstehe ist , warum in Sicherheitsrelevanten Bereichen
wie Firmen, Krankenhäuser etc. Rechner Zugang zum Internet haben. Ein
Intranet wäre doch viel sicherer und vom Internet her nicht angreifbar.
Es scheint mir so , dass hier die Bequemlichkeit Oberhand hat. WannaCry
wird sicher nicht der letzte Versuch sein. Ist doch ein Witz , dass in
Krankenhäuser Operationen Ausfallen müssen weil die EDV von außen her
lahm gelegt wurde.
herbert schrieb:> Was ich nicht verstehe ist , warum in Sicherheitsrelevanten Bereichen> wie Firmen, Krankenhäuser etc. Rechner Zugang zum Internet haben.
Auch in Krankenhäusern wird E-Mail genutzt.
Ärzte benutzen auch mal das Internet für Recherche.
Klar, man müsste konsequente Segmentierung fahren, konsequent schmutzige
und saubere Systeme trennen. Nur stünden dann vielfach 2 Rechner pro
Arbeitsplatz und dafür ist kein Geld und kein Platz. Un et hätt noch
emmer joot jejange.
Sicherheit kostet eine stattliche Menge Geld, Investition und Personal
bzw. in Form teurer Support-Verträge. Dafür ist oft erst dann Geld da,
wenn der Nutzen direkt ersichtlich ist. Sprich, wenn es mal laut genug
gedonnert hat - oder vielleicht erst wenn der Blitz direkt einschlug.
Davor ist es unproduktiv versenktes Geld, mit der bloss die lukrative
Paranoia von Dienstleistern finanziert wird. Mal etwas pointiert
formuliert.
Einige Krankenhäuser werden nun wieder mal etwas teurer. Das hart
getroffene britische Gesundheitssystem hat sowieso schon zu wenig Geld.
Nun gibts halt die Wahl, entweder das Geld dafür auszugeben, Menschen zu
helfen. Oder für mehr Sicherheit, mit der man niemandes Gesundheit
fördert. Und alle am Tropf hängenden Krankenhäuser wollen das auch noch
gleichzeitig aus staatlichem Topf - ein Alptraum für öffentliche
Finanzkalkulation.
Zum Thema SMB:
Unser Admin sagt: "Ins Internet gibt man SMB nicht frei! Das machen nur
Baueradmins. Selbst IM eigenen Netzwerk sollte man das nicht machen,
wenn mehere User unterwegs sind."
Abgesehen davon ist SMB nicht verschlüsselt. Die Anmeldeinfos sind klar
lesbar wenn ein Datenstrom im Netzwerk abgefangen wird. Daür gibt es
WebDAV über SSL. Moderner geht aber auch anders.
Alex W. schrieb:> Unser Admin sagt: "Ins Internet gibt man SMB nicht frei! Das machen nur> Baueradmins.
Korrekt. Macht aber auch kaum jemand und ist nicht der Ausbreitungsweg
von WannaCry in dein Netz.
> Selbst IM eigenen Netzwerk sollte man das nicht machen,> wenn mehere User unterwegs sind."
Öhm... Wenn du in einem Windows-Netz SMB generell abschaltest, dann
kannst du ebenso gut auch gleich den Netzwerkstecker ziehen und Daten
per USB-Stick transportieren.
> Die Anmeldeinfos sind klar> lesbar wenn ein Datenstrom im Netzwerk abgefangen wird.
Die Anmeldeinformation in SMB wurde schon vor zig Jahren verschlüsselt
übertragen (NTLM). Auch bei SMBv1. Allerdings sind alte Versionen der
Authentifizierung unsicher.
Verwechselt hier jemand SMB mit FTP?
herbert schrieb:> Was ich nicht verstehe ist , warum in Sicherheitsrelevanten Bereichen> wie Firmen, Krankenhäuser etc. Rechner Zugang zum Internet haben. Ein> Intranet wäre doch viel sicherer und vom Internet her nicht angreifbar.> Es scheint mir so , dass hier die Bequemlichkeit Oberhand hat. WannaCry> wird sicher nicht der letzte Versuch sein. Ist doch ein Witz , dass in> Krankenhäuser Operationen Ausfallen müssen weil die EDV von außen her> lahm gelegt wurde.
Weil...
...viele Medizingeräte eine Fernwartungsschnittstelle für den
Servicetechniker benötigen und diesen, bei Störungen, selbstständig
bestellen können sollen
...heute nunmal über Internet mit den Zulieferern (externe Apotheken,
Labore) kommuniziert wird.
...die Lagerhaltung nicht mehr mit Karteikarten organisiert wird.
Nachschub wird teilweise automatisch bestellt. Per Internet...
...unterschiedliche Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte miteinander
kommunizieren können müssen ("das CT, das sie vor 2 Jahren aufgenommen
haben, bitte")
...es im Notfall schnell gehen muss. Sicherheit kostet nunmal nicht nur
Geld, sondern auch Zeit.
...mittlerweile in fast allem ein Computer steckt. Sogar im Heizkessel
und im Telefon
...ein Verzicht auf Computer und deren Vernetzung den Personalaufwand in
die Höhe treiben würde
und weil viele Hersteller von Geräten mit einem Embedded-PC nichts von
bezahlbarer Produktpflege halten. Ich wundere mich nicht mehr, wenn ich
(heute noch) von Windows NT 3.1 oder DOS begrüßt werde. Bei Linux sieht
es nicht viel besser aus. Updates? Fehlanzeige!
Schreiber schrieb:> ..viele Medizingeräte eine Fernwartungsschnittstelle für den> Servicetechniker benötigen und diesen, bei Störungen, selbstständig> bestellen können sollen
Die Sachen welche ich auf den diversen Intensivstationen gesehen habe
liefen alle autark.
Schreiber schrieb:> ...heute nunmal über Internet mit den Zulieferern (externe Apotheken,> Labore) kommuniziert wird.>> ...die Lagerhaltung nicht mehr mit Karteikarten organisiert wird.> Nachschub wird teilweise automatisch bestellt. Per Internet...>> ...unterschiedliche Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte miteinander> kommunizieren können müssen ("das CT, das sie vor 2 Jahren aufgenommen> haben, bitte")
Da muß man halt zweigleisig fahren und für einfachere Dinge Rechner mit
Internet bereitstellen.
Schreiber schrieb:> ...ein Verzicht auf Computer und deren Vernetzung den Personalaufwand in> die Höhe treiben würde
Davon ist ja nicht die Rede. Aber für das Lebenserhaltungssytem einer
Klinik sollte es nur ein Intranet geben. Klopapier kann man ja dann
wieder im Internet bestellen wenn das Problem mit einer Erpressung
behoben ist.
Schreiber schrieb:> (heute noch) von Windows NT 3.1 oder DOS begrüßt werde.
Also grad DOS würde ich mittlerweile als ziemlich sicher betrachten.
Kein Schwein schreibt noch Trojaner für DOS, sofern da überhaupt
Netzwerk dranhängt.
"Windows XP und Windows 2000 und Server 2003 unterstützen SMB2 nicht und
sind daher auch nicht verwundbar."
Da bin ich ja richtig froh,dass mein Standrechner noch mit xp läuft.
Mein Notebook hat allerdings W10. Nervig sind da die ständigen Updates
welche über den Router ewig und drei Tage brauchen. Unentschlossen bin
ich noch wegen dem neuen Updatepaket für W10. Damit wird ja schon fast
ein W11 draus...
herbert schrieb:> "Windows XP und Windows 2000 und Server 2003 unterstützen SMB2 nicht und> sind daher auch nicht verwundbar.">> Da bin ich ja richtig froh,dass mein Standrechner noch mit xp läuft.
Dir ist aber schon klar, dass sich dieser Satz auf den Bug von 2009
bezieht, nicht auf den aktuellen Bug vom WannaCry?
Für XP gibts trotz Supportende einen Patch und dein Windows 10 ist nicht
betroffen.
A. K. schrieb:> Dir ist aber schon klar, dass sich dieser Satz auf den Bug von 2009> bezieht, nicht auf den aktuellen Bug vom WannaCry?
Nein, war mir jetzt nicht klar, aber Danke für den Hinweis. Den Patch
habe ich gerade installiert.:-)
herbert schrieb:> Schreiber schrieb:>> ..viele Medizingeräte eine Fernwartungsschnittstelle für den>> Servicetechniker benötigen und diesen, bei Störungen, selbstständig>> bestellen können sollen>> Die Sachen welche ich auf den diversen Intensivstationen gesehen habe> liefen alle autark.
Bei größeren Geräten wie MRTs gilt das nicht.
Kleinere Geräte sind meist "nur" mit dem überwachungs-PC und der
Schwesternrufanlage (auch die läuft heute häufig über Netzwerk)
vernetzt. Teilweise zusätzlich noch mit Patientenakten-Server und
NTP-Server. Zumindest dann, wenn sie nicht nur auf der Intensivstation
betrieben werden.
Früher hat man eine Krankenschwester danebengesetzt.
herbert schrieb:> Schreiber schrieb:>> ...ein Verzicht auf Computer und deren Vernetzung den Personalaufwand in>> die Höhe treiben würde>> Davon ist ja nicht die Rede. Aber für das Lebenserhaltungssytem einer> Klinik sollte es nur ein Intranet geben. Klopapier kann man ja dann> wieder im Internet bestellen wenn das Problem mit einer Erpressung> behoben ist.
Nicht nur Klopapier. Wenn der große Tank mit Flüssigsauerstoff leer
wird, bestellt dieser zeitig und selbstständig den Tankwagen mit
Nachschub. Das hilft unnötige Anfahrten zu vermeiden und spart somit
Geld.
In einer Klinik kann man auch die Medikamentenlogistik und die
Stromversorgung vom OP als Lebenserhaltung betrachten. Hängt beides am
Netzwerk, ersteres über die Apothekensoftware, letzteres über die
Notstromversorgung.
Wenn das Baby bei einer Infektion kein Antibiotika sondern 500mg
Paracetamol aus der Apotheke bekommt, ist es tot. Dummerweise braucht
die Apothekensoftware Internet, damit sie Medikamente beim Großhändler
bestellen kann.
Bei einem OP kann man mit der Fernwartung von USV und Notstromgenerator
auch viele Probleme generieren. Wenn es jemand wirklich darauf anlegen
würde, könnte er vermutlich die Stromversorgung unterbrechen.
Notstromgenerator und USV können, bei Problemen oder Wartungsbedarf, den
Hausmeister herbeirufen, das geht nicht ohne Netzwerkanschluss!
Früher gab es meist nur Störmeldekontakt und Blinklicht an der Pforte,
maximal ein Telefonwählgerät.
Ach so, und der Notstromgenerator wird, zwecks Energiekostensenkung
gleichzeitig noch als BHKW genutzt und in die Heizungsanlage
eingebunden.
herbert schrieb:> Da muß man halt zweigleisig fahren und für einfachere Dinge Rechner mit> Internet bereitstellen.
Und wie kommen die Röntgen-Bilder jetzt vom Röntgengerät zur
Patientenakte? Und von dort weiter zu einem anderen Krankenhaus und dort
nochmals zur Patientenakte?
Per CD? USB-Stick? Ausdrucken und einscannen? Email?
Wenn es nicht ewig dauern soll, definitiv mit letzterem!
John Doe schrieb:> Was haltet ihr davon das diese Lücke schon so lange bekannt ist.> Man sollte den Port 445 abschalten.>> https://www.heise.de/security/meldung/Microsoft-warnt-vor-SMB-Luecke-in-Windows-Server-2008-und-Vista-755241.html
SMB an sich ist die Lücke. Daß Windows sonst nichts kann, ist traurig
und disqualifiziert für sich allein Windows schon für sicherheits-
kritische Anwendungen.
Daß so viele Leute ihre Systeme nicht automatisch haben updaten lassen,
ist am Ende auch die Schuld von Microsoft. Zum einen kriegen sie es seit
Jahrzehnten(!) nicht hin, Updates ohne permanente Reboots (und damit
einhergehende Downtime, oft nicht mal manuell planbar) hin zu bekommen.
Zum anderen nutzen sie immer wieder den Update-Kanal dazu, ihre eigene
Werbung - oder wie sonst soll man Programme, die das Upgrade auf eine
neue Windows-Version zu erzwingen suchen, sonst nennen - auf die
Kunden-Systeme zu kippen. Als Admin hat man dann die Wahl zwischen Pest
und Cholera. Entweder automatisch updaten und sich tonnenweise ScheiXXe
von Microsoft einhandeln. Oder Updates erst nach manueller Sichtung
punktuell ausrollen, mit der Gefahr, einen wichtigen Fix zu versäumen.
Für mich persönlich ist deswegen die Grundregel: auf mission-critical
Systemen gibt es etweder kein Windows (bevorzugt) oder zumindest kein
Internet. Punkt.
A. K. schrieb:> Für XP gibts trotz Supportende einen Patch und dein Windows 10 ist nicht> betroffen.
Bei WE PosReady XP muss man sich mittlerweile auf die automatische
Updatefunktion verlassen oder die Patches mit einem anderen Rechner aus
der Knowledge Base holen. Die Update-Server bei M$ verweigern den
Kontakt zum IE8, und neuere laufen unter XP nicht. Manuell "nach Updates
suchen" funktioniert damit nicht mehr.
soul e. schrieb:> Die Update-Server bei M$ verweigern den> Kontakt zum IE8, und neuere laufen unter XP nicht. Manuell "nach Updates> suchen" funktioniert damit nicht mehr.
Auf der Start seite vom "Funkamateur" gibt es zwei Links zu MS für noch
XP User. Da habe ich auch meinen Patch her. Da gibt es auch Updates für
andere BS.
ich hatte gestern auch gesucht:
- bei Heise.de keine direkten links, nur immer zum MS-Security Bulletin
MS17-010 und da wird XP nicht erwähnt
- über Google/Chip.de: nur Werbung, dann zur MS Download Seite. Nur
Werbung für Surface Pro, Musik und Spiele. Irgendwo dann Links die
falsch sind, für deutsches XP bekommt man eine XP embedded Version die
natürlich nicht läuft.
- Suche bei MS nach 'wannacry' führt zu nix, ausser zu Werbung für
Musik.
Erst im Heise.de Artikel unter User Kommentaren habe ich einen passenden
Link gefunden. Kann also gar nicht so wichtig sein den Patch zu
installieren :(
Das verstehe ich nicht so recht, das ist doch eine tickende Bombe. Auch
wenn WannaCry jetzt halbwegs gestoppt ist, es ist doch nur eine Frage
der Zeit bis der nächste diese Lücke ausnutzt.
Hier ist noch der MS-Update Katalog Link:
http://www.catalog.update.microsoft.com/Search.aspx?q=KB4012598
Axel S. schrieb:> SMB an sich ist die Lücke. Daß Windows sonst nichts kann, ist traurig
Meist du zufällig NFS? Das geht in Windows auch. Verglichen damit war
SMB aber zumindest früher sicher wie ein Banktresor.
> Daß so viele Leute ihre Systeme nicht automatisch haben updaten lassen,> ist am Ende auch die Schuld von Microsoft. Zum einen kriegen sie es seit> Jahrzehnten(!) nicht hin, Updates ohne permanente Reboots (und damit> einhergehende Downtime, oft nicht mal manuell planbar) hin zu bekommen.
Ohne automatische Updates ist aber auch nicht unbedingt besser: Da sind
dann 100 Updates eingespielt, wartend auf den Reboot. Der ist
normalerweise eine Sache von 5-10 Minuten. Im Reboot merkt er dann nach
diesen 10 Minuten, dass er sich verfranzt hat und nimmt alle 99 schon
erledigten Updates wieder zurück, mit diversen Reboots und einer Dauer
insgesamt 1 Stunde offline. Sagt hinterher aber nicht, mit welchem
Update er ein Problem hatte. Was ein Spass!
Axel S. schrieb:> Für mich persönlich ist deswegen die Grundregel: auf mission-critical> Systemen gibt es etweder kein Windows (bevorzugt) oder zumindest kein> Internet. Punkt.
...wenn es immer so einfach währe!
Axel S. schrieb:> Daß so viele Leute ihre Systeme nicht automatisch haben updaten lassen,> ist am Ende auch die Schuld von Microsoft
Und es gibt reichlich XP embedded und POS Anwendungen die gar keinen
Draht zum Internet haben. Und genau die werden jetzt im Netzwerk 'von
innen' aufgefressen, da gibt es gar keinen Anwender der etwas
aktualisieren könnte.
Johannes S. schrieb:> Und es gibt reichlich XP embedded und POS Anwendungen die gar keinen> Draht zum Internet haben. Und genau die werden jetzt im Netzwerk 'von> innen' aufgefressen, da gibt es gar keinen Anwender der etwas> aktualisieren könnte.
Nur sollten jene, die diese Systeme eingerichtet haben, sich ernsthaft
fragen, ob die Systeme unbedingt SMB benötigen.
herbert schrieb:> soul e. schrieb:>> Die Update-Server bei M$ verweigern den>> Kontakt zum IE8, und neuere laufen unter XP nicht. Manuell "nach Updates>> suchen" funktioniert damit nicht mehr.>> Auf der Start seite vom "Funkamateur" gibt es zwei Links zu MS für noch> XP User.
Richtig, Links. Das sind die Dinger, die man mit Firefox anklickt, und
das funktioniert natürlich auch weiterhin problemlos.
Was nicht mehr funktioniert ist "Start" - "Programme" - "Windows
Update". Das läuft über den IE8, und der wird nicht mehr unterstützt.