hallo erstmal.
ich habe ein problem, und zwar ist mein selbstbau audioverstärker
"leicht" emv anfällig.
der aufbau ist wie folgt:
das netzteil hat ein eigenes aluminiumgehäuse vom dem aus ein kabel in
den eigentlichen verstärker geht (auch komplett aus aluminium)
die gehäuse sind jeweils geerdet (hauserde)
der verstärkerschaltkreis selbst hängt nicht am gehäuse... ich hatte mir
eigentlich gedacht das dadurch das gehäuse wie ein schild wirkt und den
verstärker abschirmt :/ es funktioniert auch aber nicht 100%ig (nichtmal
80%ig :/)
jetzt stelle ich mir natürlich die frage woran liegt das?? besonders
deutlich hört man wlan, handy und dect funkwellen
wlan knackt einfach nur
handys machen den standardton den man vielleicht noch aus der schule
kennt :P
> mir ist klar das das hochfrequenzwellen sind die man nicht einfach so stoppen
kann aber mein yamaha verstärker muckt ja auch nicht :/
ich weiß nich ob ihr noch andere angaben braucht wenn ja einfach
fragen...
ich weiß echt nicht was ich noch probieren könnte :(
danke für eure hilfe
Ein typisches Beispiel für feldgebundende Störungen sind die Geräusche,
die ein GSM Telefon nahe einer Audioeinrichtung (z.B. Festnetztelefon,
Radio, Autoradio) während eines Gespräches hervorruft. Der HF-Träger der
GMS-Übertragung wird dabei niederfrequent (im hörbaren Bereich) nach dem
Zeirmultiplexverfahren ein- und ausgeschaltet.Dadurch können
Störspannungen in der Spule des Lautsprechers der Audioeinrichtung
induziert werden und Störgeräusche hervorrufen.
Ursache ist häufig mangelnde Abschirmung des Lautsprechers.
Zum Teil kommt die HF wie es sich gehört einfach duch den Eingang. Man
sollte also am Angang, noch vor dem ersten Transistor oder IC einen
Filter haben, der wenigstens die ganz hohen Frequenzen (z.B. WLAN,
Handy... UKW) rausfiltert. Da sind auch nur kleine Kondensatoren nötig,
die aber dann an der richtigen Stelle angeschlossen sein müssen.
Beim Gehäuse muß man bedenken, dass schon ein kleiner Spalt realitv viel
HF reinläßt. Es reicht wenn die längere Dimension nicht viel kleiner als
die Wellenlänge ist. Die Erdung hilft gegen HF nichts mehr, das ist vor
allem gegen 50 Hz brummen, und zur Sicherheit.
Einer meiner ersten Verstärker konnte sogar einen russischen Sender
(vermutlich KW) empfangen - fast so gut wie das Radio. WLAN oder Handy
gabs da noch nicht.
Hallo,
die meisten Störungen werden wohl über die Leitungen in das Gehäuse
kommen. Für Handy-Strahlung ist ein 1m-Kabel weit über Lambda-Viertel.
Üblicherweise ist zumindest der Signal-Gnd des Verstärker-Eingangs an
Gehäusemasse angeschlossen. Dies kann aber leicht zu Masse-Schleifen
(Brumm) führen. Alternativ könnte man den Signal-Gnd über einen kleinen
Kondensator (ca. 1nF) an Gehäuse anschließen. Falls die Störung trotz
Schirm in die Signal-Leitung einkoppelt kann dort ggf. auch ein kleiner
Kondensator helfen. (Quellimpedanz und Frequenzgang beachten). Statt
einer Drossel kann auch ein Serienwiderstand ca 1-10 kOhm direkt am
Steckverbinder helfen.
danke schonmal für die vielen antworten.
ich versuche mal noch etwas konkreter zu werden
einen eingangskondensator habe ich drin allerdings nicht zur abschirmung
von radiosignalen sondern zum schutz vor gleichspannung ich glaube 4,7uF
warens :/
zu den erden:
signal und "leistungserde" also der "minus" pol
(oder nennt man das bei lautsprechern nullleiter?egal ihr wisst was ich
meine...)
der box bilden bei mir die erde.
ich habe also die hauserde = gehäuse und meine verstärker-erde
>Es reicht wenn die längere Dimension nicht viel kleiner als>die Wellenlänge ist.
hmm ich habe zwar spalten aber die sind wirklich sehr klein kein
vergleich zu den überall angebrachten lüftungsschlitzen meines yamaha
verstärkers :/
ich werde nochmal eine erdung der verstärker-erde am gehäuse
probieren...
hier mal ein bild:
http://img15.imageshack.us/img15/8064/ampgy.jpg>> die seiten sind nicht mehr offen sondern mit alublech verschlossen
nö das erden der verstärker erde an der hauserde (xD) hat leider, wie
erwartet, nichts bewirkt.
bin mit meinen beobachtungen aber etwas weiter.
und zwar ist die induktion unabhängig vom signaleingangskabel und ich
habe auch keinen einfluss auf die lautstärke wenn ich am
lautstärkeregler drehe
da das signal aber sehr laut ist muss es vom chip verstärkt werden
> das signal wird also direkt am eingang eingefangen
oder
> das signal ignoriert den widerstand des potentiometers aufgrund der frequenz
(was ich irgendwie stark bezweifle da man die frequenz hört und sie somit nicht
allzu hoch sein irgendwas mit 150hz habe ich irgendwo gelesen)
> das bedeutet doch letztlich, das ich das problem damit beseitigen kann wenn ich
entweder:
1. die induktion komplett unterbinde
oder
2. die induktion auf beide eingänge gleichstark wirken lasse (differenz
verstärker)
wobei mir variante 1 besser gefällt :/
Hallo (hast du auch einen Namen?),
solange du uns nicht einen Schaltplan oder zumindest ein Foto von den
Innereien zeigst, wird dir kaum jemand wirklich weiterhelfen können.
Kai Klaas
Hallo Ulrich,
>Einer meiner ersten Verstärker konnte sogar einen russischen Sender>(vermutlich KW) empfangen - fast so gut wie das Radio.
Diesen Sender habe ich auch oft gehört. Bei mir war es "Radio Moskau".
Ich habe ihn vor vielen vielen Jahren eingefangen, als ich meine
Stratocaster mit einem LF356 aktivieren wollte...
Kai Klaas
hab mir auch mal bei nem schreibtischgroßen röhrenverstärker aufbau nen
radiosender eingefangen ;) aber da war nix mit schirmung etc ;)
Aber zum Thema: Den kondensator den du meinst ist wie du schon richtig
sagtest der Kondensator um gleichspannungsanteile zu blocken. Wenn du
aber die Hochfrequenz blocken willst brauchst du einen Tiefpass (RC
reicht hier) der entsprechend auf etwas mehr als 20kHz dimensioniert ist
(um eben 20kHz nicht schon zu dämpfen, besonders wenn du in
unterschiedlichen stufen mehrere hintereinanderschaltest kommt das zum
tragen)
Handy-/ WLAN-Signale haben Trägerfrequenzen im GHz-Bereich und können
normalerweise nicht von einer NF-Schaltung verstärkt werden. Allerdings
findet eine HF-Gleichrichtung an den Eingängen von langsamen
Analogschaltungen statt, so dass Du ein Prima AM-Detektorradio aufgebaut
hast. Leider reicht ein normaler Tiefpass am Eingang nicht aus (nur aus
Bauteilen die hinreichend klein sind und im GHz-Bereich noch eine
ausreichende Dämpfung machen) um das herauszufiltern.
1. Hast Du deinen PC Kabelfernsehen Satellitenanlage auch an der
Anlage angeschlossen? -> Masseschleife mit zwei oder mehr geerdeten
Komponenten.
2. Zieh mal das Audiokabel ab und teste ob Dein Gerät (im
eingeschalteten Zustand) immer noch EMV-Anfällig ist.
2a. JA: Dann fehlt dir sehr wahrscheinlich ein 230V Netzfilter um
CommonMode Störungen zu unterdrücken.
2b. NEIN: Dann koppelst Du die Störungen über das Audiokabel ein. Wickel
mal dein Audiokabel zum Test durch einen Ringkern. Ich würde auf ein
mieses Audiokabel mit schlechter Abschirmung tippen.
Hier könnte ein Kabel mit zwei Innenleitern und einer Schirmung helfen.
Guten Morgen allerseits,
@michael O
1. nein habe ich nicht
2. habe ich schon > es ändert nichts
2a.ka der begriff sagt mir nichts. probleme habe ich wie gesagt aber nur
sobald ein handy oä. in der nähe liegt und grade sendet. ansonsten ist
alles still. radiosender kriege ich keine rein (ich vermute für die ist
die schirmung des gehäuses dann doch stark genug)
schaltung kann ich natürlcih posten, ist kein geheimnis:
http://dogbreath.de/Chipamps/GainCardCopy/GainCardCopy.html
hallo mann ohne namen,
hier ist der link auf das datenblatt des LM3886.
http://www.national.com/ds/LM/LM3886.pdf
auf der seite 6 des datenblattes siehst du eine musterschaltung.
in dieser schaltung siehst du einige bauteile, die mit einem "*"
gekennzeichnet sind. diese teile sollte man in ihrer relevanz nicht
unterschätzen.
leider fehlen die in deiner schaltung alle.
also solltest du vielleicht nochmal nacharbeiten, bevor du dich über
störungen wunderst.
gruss klaus
hmmm danke für den link das datenblatt kenne ich natürlich
aber die schaltung ist letztlich eine kopie eines kommerziell
vertriebenen verstärkers. Von daher wundert mich das ganze ja so sehr :/
und ich will bezweifeln das ein 3k€ produkt diese schwächen aufweist :P
ich habe jetzt mal angefangen die kabel sauberer zu legen...lötstellen
zu isolieren usw...
mal schauen ob es was bringt :/
> http://dogbreath.de/Chipamps/GainCardCopy/GainCardCopy.html
Im Prinzip ist der Aufbau recht sauber.
Da Zuleitungen verdrillt sind liegen sie parallal und störunempfindlich,
da Bauteile ohne Platine direkt drangelötet sind, sind die Verbindungen
so kurz wie möglich und keine Antennen.
Wir können ausschliessen, daß die Schaltung selbst eine Antenne ist.
Aber die Zuleitungen für Stromversorgung und Input/Output, und dort
kommt wohl Hf rein und wird in der Schaltung gleichgerichtet. Du
brauchst aber gar keien Hf :-) es reichen Audiosignale bis ca. 20 kHz.
Also kannst du an Ein- und Ausgang Filter installieren, die berühmten
Ferritklopse oder:
Ich würde an den Ausgang die auch im Datenblatt beschriebenen L und R
mit 0.7hH und 10Ohm bauen, die beiden Stromversorgungen durch eine
Drossel führen (bin och unentschieden ob Gleichtakt oder 2 Drosseln,
nimm halt so was wie auch bei Schaltnetzteilen drin ist, die halten die
A aus und dämpfen die Schaltreglerfrequenz), und am Eingang 220pF
zwischen + und - machen wie im Datenblatt beschrieben.
Der Eingangskondensator von 4u7 ist etwas gross, von der Bauform her
gross, und fängt sich Störungen ein. Ohne dickes Alugehäuse wäre der ein
Problem, so vermute ich aber keine Probleme.
Daß ein LM3886 in so dicken Alugehäuse letztlch Betrug ist, ist dir aber
hoffentlich klar...
wieso betrug?
sind gehäuse nicht meistens betrug? :P
das gehäuse ist aus rein optischen gründen so wie es ist :) ich mags
gern etwas massiv ;) (das netzteil allein wiegt schon 5kg xD)
naja kühlen tut das ganze auch ganz gut, denn es wird schon
handwarm...(der verstärker nicht das netzteil)
Betrug in dem Sinne, weil das Gehäuse mehr vorgaukelt, als an billigem
LM3886 tatsächlich drin ist.
Beim Stromversorgungsentstörfilter tendiere ich zu Pollin 250315,
ausreichend niederinduktiv um auch hohe Frequenzen dämpfen zu können.
Da du keinerlei Bandbreitenbegrenzung zu hohen Frequenzen hin in deinem
Verstärker hast, wundert mich garnichts.
Schalte mal zwischen Rg und dem nicht-invertierenden Eingang ein
RC-Tiefpaßfilter von 4k7 und 220pF. Die Anschlüsse vom Kondensator sind
hier kritisch, also mit kürzesten Verbindungen zum Eingang und zur
Signalmasse!
Außerdem fehlt dir eine Hochfrequenzentkopplung an den
Versorgungsspannungsanschlüssen!!! Die 2200µF helfen da garnicht, weil
sie viel zu groß sind. Schalte auf jeden Fall jedem von diesen großen
Elkos einen 220...470n Kondensator parallel. Viel kleiner darf der Wert
nicht sein, da du sonst eine fiese Parallelresonanz erhälst.
Das sollte schon mal helfen. Falls nicht, hast du auf jeden Fall etwas
ergänzt, was bisher in deiner Schaltung völlig gefehlt hat.
Kai Klaas
>Betrug in dem Sinne, weil das Gehäuse mehr vorgaukelt, als an billigem>LM3886 tatsächlich drin ist.
naja wie gesagt verkauft wird dieser billige chip im Gaincard verstärker
mit ~1500$ für den amp und noch mal etwa das gleiche fürs netzteil :p
und von der hifi branche wird das teil in höchsten tönen gelobt.
sachlich betrachtet heißt das im klartext für mich:
-es kommt musik in einer qualität raus die sich nicht von anderen
verstärkern qualitativ unterscheidet.
>> das kann ich bestätigen!
das man nicht viel mehr als 50W rausbekommt ist natürlich klar aber man
hört selten mit mehr als 20W von daher.....
>> bei normaler lautstärke zieht die kiste 6watt aus der steckdose
will man mehr kann man noch den lm 4780 nehmen (zwei 3668 in einem chip)
der kann dann evtl. 80W ab (ka ich hab ihn nicht)
@kai
ich habe z.Z parallel an jedem 2200uF kondensator einen 100nF (ist das
schon zuklein? :/)
den rc tiefpassfilter werde ich mir ansehen.
> naja wie gesagt verkauft wird dieser billige chip im Gaincard verstärker> mit ~1500$ für den amp und noch mal etwa das gleiche fürs netzteil :p
Sag ich doch, Betrug.
> und von der hifi branche wird das teil in höchsten tönen gelobt.
HighEnder wollen betrogen werden.
Wenn die Schaltung im Original GainCard auch ohne die 'vergessenen'
Bauteile laut Datenblatt aufgebaut ist, dann waren sogar Dilettanten am
Werk.
die original schaltung ist so aufgebaut! ob dilettanten am werk waren,
ich weiß es nicht...evtl. versteht der gute mann das ganze auch nur viel
besser als wir (ich kann es nicht beurteilen)
der gute mann von dogbreath.de hat sogar einen verstärker mit nur 3
widerständen auf lm3886 basis gebaut (also noch mehr teile weggelassen
funktioniert auch :/)
hier wurde die original gaincard schaltung seziert
http://dogbreath.de/GainCard/GainCard.html
ansonsten stimme ich dir 100% zu..
high end audio hat nix mit audio zutun...der eigentliche klang wird als
selbstverständlich hingenomme, verkauft wird imo nur die optik...frei
nach dem motto was gut aussieht muss auch gut klingen. Röhrenverstärker
dürften wohl das paradebeispiel sein...
der lm 3886 ist aber nicht nur subjektiv gut sondern auch auf dem
papier...das er nichts kostet kommt mir natürlich entgegen...er hat halt
den nachteil das man keine konzerthalle beschallen kann :P
zum gehäuse:
ich hatte einfach spass am basteln. im endeffekt hat mich das gehäuse
exakt 0€ gekostet...
und ich stell mir nicht was hässliches ins zimmer ;]
naya
problem stays the same :/
kabellängen mäßig habe ich kräftig aufgeräumt usw... hat aber nichts
verändert
gruß
>ich habe z.Z parallel an jedem 2200uF kondensator einen 100nF (ist das>schon zuklein? :/)
100nF ergibt schon ein Impedanzmaximum von 2 Ohm bei 3MHz. Bei >=220nF
bleibt es unter 1 Ohm.
Sehe ich das richtig (Bild im Anhang), daß die Entkoppelkondensatoren
für die Betriebsspannung ihren Bezug zur Signalmasse über dieses lange
dünne Drähtchen erhalten??? Das würde ja bedeuten, daß die
Entkoppelkondensatoren hochfrequenzmäßig tot sind, oder? Also Null
Entkoppelwirkung für HF??? Das darf ja wohl nicht wahr sein!
Kai Klaas
guten abend
vorweg das bild stammt nicht aus meinem verstärker!
zu meinem wissensstand
1 semester elektrotechnik, analog und digitaltechnik,sensortechnik
> hab kein etechnik studiert mein studiengang war nur etechnik angehaucht daher
kenne ich mich mit hf technik und anderen spezielleren gebieten leider 0 aus :/
oookkkkeee los gehts:
>daß die Entkoppelkondensatoren>für die Betriebsspannung ihren Bezug zur Signalmasse über dieses lange>dünne Drähtchen erhalten???
kurz zur erklärung:
gespeist wir der verstärker mit einem netzteil welches 2
gleichspannungsquellen liefert.
zwei drähte davon kurzgeschlossen liefern masse (die dicke stange/ die
schwarzen leitungen daran)
einer plus x volt (geht auf den linken kondensator)
einer minus x volt (geht auf den rechten kondensator)
fazit jein die beiden kleinen kondensatoren hängen wirklich auf erde.
Das lange kabel geht zur signaleingangserde die hängt also nicht direkt
auf erde sondern ~0.3Ohm drüber (widerstand des langen kabels laut
seiner page...bei gleichspannung vermute ich mal)
der sinn war seiner meinung nach der, das er die signalerde von der
"leistungserde" abheben wollte, sodass es keine rückflüsse auf die
signalerde gibt...obs was bringt ka
(im original verstärker ist das nicht so, das hat er sich selbst
ausgedacht -> deshalb hab ichs auch ignoriert)
> bei mir sind die beiden erden zwar ebenfalls über ein kabel verbunden aber
deutlich kürzer und dicker.... ging halt nicht anders
also mit der prämisse widerstand zumeiden und nicht zuschaffen
wie müsste es denn richtig sein?
ich werde morgen mal ein bild von meiner kiste reinstellen (mittlerweile
ist das innenleben einigermaßen fotogen...wobei das im auge des
betrachters liegt :P)
gruß und gute nacht
DANK an alle!
für eure mühe!
und die top und mit engelsgedult verfassten beiträge! :]
Das Konstrukt mit diesem albernen Drähtchen wird ja nur gemacht, um zu
verhindern, daß die heftigen und brummenden Elko-Ladeströme vom Netzteil
nicht nur über die dicken verdrillten Drähte fließen, sondern teilweise
auch über die NF-Kabel zum Vorverstärker und auf diesem Weg Brumm
einkoppeln. Die Signalmassen sind ja zwei mal miteinander verbunden,
über die schwarzen Netzteilleitungen und die NF-Kabel beim
Vorverstärker.
Die beste Lösung ist die, daß du zwei völlig voneinander getrennte
Netzteile verwendest, für jeden Kanal eines. Diese verbindest du, wie
das Schema zeigt, mit den Elkos des jeweiligen Kanals. Hierbei aber
nicht nur schwarz rot und schwarz gelb miteinander verdrillen, sondern
auch diese ihrerseits verdrillten Kabel mit einander verdrillen, weil
der brummende Ladestrom hauptsächlich durch das rote und gelbe Kabel
fließt, also auch dessen Schleifenfläche klein gehalten werden sollte.
Nochmals, das machst du für beide Kanäle vollkommen getrennt!
Die Signalmassen der einzelnen Bauteile verbindest du jetzt nicht mit
der Cinchbuchse, sondern mit dem Massepunkt zwischen den beiden Elkos.
Alle Massen eines Kanals werden sternförmig mit diesem Punkt verbunden.
Das Kabel von der Cinchbuchse zum Verstärker sollte abgeschirmt
ausgeführt werden, wenn es länger ist. Den Schirm mit dem Massepunkt
zwischen den Elkos verbinden.
Das Gehäuse von Netzteil und Verstärker verbindest du, wie im Schema,
mit dem Schutzleiter, aus Sicherheitsgründen. Wenn du aber
Schutzklasse-II Netztrafos verwendest, mußt du die Sekundärseiten, also
die Signalmassen nicht mit dem Gehäuse, also Schutzleiter verbinden.
Dies würde ich deshalb auch nicht tun, sondern die Signalmassen nur über
einen Kondensator mit dem Gehäuse verbinden. Dazu eignet sich der Punkt,
wo das NF-Kabel ins Gehäuse geführt wird, also beim Masseanschluß der
isolierten Cinch-Buchse. Zusätzlich kannst du den Massepunkt zwischen
den Elkos noch einmal mit einem Kondensator mit dem Gehäuse verbinden.
Als Kondensatoren eignen sich nur hochwertige 10nF Typen, am besten mit
1kV Spannungsfestigkeit, oder besser noch gleich Y-Kondensatoren, wenn
sie ESD aushalten sollen.
Das gleiche machst du mit allen Netzteilleitungen. Einmal beim Netzteil
selbst, und dann auch beim Verstärker. Direkt dort, wo die Kabel das
Gehäuse verlassen oder betreten von jeder Leitung einen 10nF Kondensator
direkt zum Gehäuse schalten. Die Verbindungen dieser Kondensatoren
müssen so kurz wie irgend möglich sein!!! Jeder Millimeter zählt!
Beim Gleichrichter ebenfalls über jede Diode einen 10nF-Kondensator
schalten. Hier am besten wieder Y-Kondensatoren verwenden.
Nochmal, die Signalmassen beider Verstärker sind vollkommen voneinander
getrennt. Sie erhalten eine gemeinsame Verbindung nur über den
treibenden Vorverstärker.
Kai Klaas
1.
Ein Schirmgehäuse bringt natürlich nur dann was, wenn Du es auch mit dem
GND Deiner Schaltung verbindest.
Sonst ist es ne schöne Antenne für Störungen.
2.
Opamps haben einen Transistor und der eine Basis-Emitterdiode, ideal zur
Demodulation von Störungen.
Ein Kondensator direkt vom Eingangspin gegen GND blockt die HF ab,
probier mal 100pF.
3.
Die Graetzbrücke im Netzteil ist ein weiterer Demodulator für Störungen
über die Netzleitung.
Zu allen 4 Dioden 33nF parallel, sollte dagegen helfen.
War früher eigentlich Pflicht in allen Verstärkerschaltungen.
4.
Ein Netzfilter ist in keinem Fall schlecht.
5.
Die Lautsprecherleitungen bifilar durch Ringkerne führen (3 Windungen).
Peter
Auch wenn das Thema alt ist, eine konkrete Frage dazu:
Kai Klaas schrieb:> Beim Gleichrichter ebenfalls über jede Diode einen 10nF-Kondensator> schalten. Hier am besten wieder Y-Kondensatoren verwenden.
Der Kondensator soll über die Dioden geschaltet werden?
Damit leite ich doch AC in der nachfolgenden Kreis, oder?
Oder wird der HF-Anteil so kurzgeschlossen?
Hallo Hans
Die Dioden des Netzgleichrichters werden zur HF-Störquelle, wenn sie
nicht mit einem kleinen Kondensator 10nF - 100nF überbrückt werden.
Außerdem können sie HF-Signale mit dem Netzbrumm modulieren. Dann hören
sich viele Sender auf Kurzwelle an, als wären sie mit einem 50/100Hz
Brumm überlagert.
Gruß, Bernd
gast schrieb:> kurz zur erklärung:> gespeist wir der verstärker mit einem netzteil welches 2> gleichspannungsquellen liefert.
was ist den für ein Netzteil da dran? Hatte ähnliche Probleme mit einem
kleinen Amp be- letztendlich war es das (Labor?)netzteil das mir alles
zugemüllt hat.
Ich denke, ich werde das mit den Dioden und den Strömen mal simulieren.
Denkt ihr, dass das prinzipiell geht? Also dass man herausbekommt, dass
da was sendet?
Ich verstehe nämlich immer noch nicht zu 100%, warum die umschaltenden
Dioden da Ärger machen? Dies haben ja selber eine gewisse Kapazität und
schalten eigentlich weich.
Ist es deshalb weil es mal kurz keinen Stromfluss gibt, im
Nulldurchgang? Nur das kann es ja eigentlich sein.
Ich habe inzwischen so einige Erfahrungen mit Handy-Störungen und
Analog-Audio-Schaltungen sammeln können. Vorweg: Mein Test-Handy läuft
auf dem D2-Netz, der Spektrumanalyzer findet es wieder bei 900MHz. Also
hat eine Lambda-Viertel Antenne hier noch ganze 8cm Länge!
Störentfernungen von 40-50cm sind hier durchaus nicht ungewöhnlich.
Angeschlossene Leitungen zu verdrosseln mit den üblichen Ferriten hat
selten was gebracht.
Die "Detektor-Schaltungen" waren immer analoge Eingänge (BE-Strecken von
BJTs) oder Ausgänge (von OPVs etc). Die Antenne immer die induktive
LeiterSchleife des Ein- oder Ausganges, also eine magnetische
aufnehmende loop-Antenne.
Hier hilft am besten verdrosseln.
Teste mal folgendes:
-Eingangsverdrosselung: 1kOhm-Widerstand einfügen umittelbar zwischen
IC-Eingang und dem Koppelkondensator
-Ausgangsverdrosselung: EMV-Ferrit-Drossel einfügen unmittelbar zwischen
IC-Ausgang und LS-Kabel.
Bei diesen Frequenzen zählt JEDER MM an Leitungslänge!