[V] Röhren aus DDR Militärtechnik

(Firma: Starfleet) #7934505
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Erstere ist wohl ne SenderPentode ohne besondere Kühlung, Datenblatt:

Zweitere, auch Pentode, der "Vergleichstyp" zur LS-50 aus der Sowjetunion, in der Röhrenbude wird 40 Watt Leistung genannt:

Daten und Auszug zur GU-50 aus dem russischsprachigen Datenblatt:

Da die Militärröhre LS-50 von 1941, zu der die GU50 vergleichbar ist: https://frank.pocnet.net/sheets/043/l/LS50.pdf

PS: Wusste garnicht das der Russki zur Röhre ла́мпа (Lampa, wie dt. "Lampe") sagt.

(Firma: Funkenflug Industries) #7934571
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Solche Röhren können auch leuchten... ;)

Glaube aber nicht, daß das militärische Röhren sind. WF steht glaub ich für das Werk für Fernsehelektronik, militärische Röhren bestehen auch gerne aus Metall.

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Moderator Persönliche Seite #7934606
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Bradward B. schrieb:

Erstere ist wohl ne SenderPentode ohne besondere Kühlung

„strahlungsgekühlt“, dafür steht das zweite „S“. Gab auch „L“ (luftgekühlt mit Zwangslüftung), „V“ (verdampfungsgekühlt) und „W“ (wassergekühlt). Wasserkühlung bei großen Senderöhren ist nicht trivial: das Wasser fließt ja durch die Anode, die einige Kilovolt hat. In Wilsdruff gab es dafür eine eigene Destillationsanlage; sie haben es mal mit deionisiertem Wasser probiert, aber dessen Leitfähigkeit war noch zu hoch.

Wusste garnicht das der Russki zur Röhre ла́мпа (Lampa, wie dt. "Lampe") sagt.

(wobei das Betonungszeichen niemand schreiben würde außer im Wörterbuch)

Hat halt jeder seine andere Eigenschaft, auf die er abzielt: für die einen ist es wichtig, dass das Ding rund und lang ist (Röhre), anderen ist es wichtig, dass es leuchtet (лампа), wieder andere betonen die „Ventil“-Funktion (valve).

OP #7934618
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Bradward B. schrieb:

Erstere ist wohl ne SenderPentode ohne besondere Kühlung, Datenblatt:

Zweitere, auch Pentode, der "Vergleichstyp" zur LS-50 aus der Sowjetunion, in der Röhrenbude wird 40 Watt Leistung genannt:

Daten und Auszug zur GU-50 aus dem russischsprachigen Datenblatt:

Da die Militärröhre LS-50 von 1941, zu der die GU50 vergleichbar ist: https://frank.pocnet.net/sheets/043/l/LS50.pdf

PS: Wusste garnicht das der Russki zur Röhre ла́мпа (Lampa, wie dt. "Lampe") sagt.

Danke Bradward B für die Informationen. Sehr interessant.

OP #7934619
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Ben B. schrieb:

Solche Röhren können auch leuchten... ;)

Glaube aber nicht, daß das militärische Röhren sind. WF steht glaub ich für das Werk für Fernsehelektronik, militärische Röhren bestehen auch gerne aus Metall.

Glauben = Nicht Wissen. Die GU50 war in einer mobilen Funkstation russischer Bauart. Bezeichnung habe ich allerdings vergessen. Die WF SRS551 war auch in einem Sender aus DDR Produktion.

Moderator Persönliche Seite #7934625
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Fred schrieb:

Die GU50 war in einer mobilen Funkstation russischer Bauart.

Die GU50 war mehr oder weniger omnipräsent. Gut, „aus Militärtechnik“ kann man natürlich trotzdem sagen, aber das ist jetzt in keiner Weise irgendwas Besonderes. Das Teil war genauso Standard in vielen Amateurfunksendern, eine frühe Version „nur für Televisoren“ gab es in den ersten Fernsehern der DDR als Zeilenablenkendstufe, dort noch „P50/2“ genannt.

#7934652
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Jörg W. schrieb:

Fred schrieb:

Die GU50 war in einer mobilen Funkstation russischer Bauart.

Die GU50 war mehr oder weniger omnipräsent. Gut, „aus Militärtechnik“ kann man natürlich trotzdem sagen, aber das ist jetzt in keiner Weise irgendwas Besonderes. Das Teil war genauso Standard in vielen Amateurfunksendern, eine frühe Version „nur für Televisoren“ gab es in den ersten Fernsehern der DDR als Zeilenablenkendstufe, dort noch „P50/2“ genannt.

Genau. Die SRS551 ist ne "Dual use" Röhre, die millitärich und zivil genutzt wurde, die GU50 ist ne Weiterentwicklung / Kopie der deutschen Luftwaffenröhren, also ne echte Millitärröhre.

mfg

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(Firma: Starfleet) #7934656
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„strahlungsgekühlt“, dafür steht das zweite „S“. Gab auch „L“ (luftgekühlt mit Zwangslüftung), „V“ (verdampfungsgekühlt) und „W“ (wassergekühlt).

Nach meinem Verständnis heisst "strahlunsgekühlt" -> "die wird so heiss das sie leuchtet". Und da Vakuum-Röhre, zumindest Luft evakuiert, fällt Konvektion zum Wärme-abtransport aus. In Königs-Wusterhausen kann man sich auf dem Funkerberg 'ne große Sammlung verschiedenster Senderöhren anschauen, auch welche mit Konvektionskühlung.

Hier, bei ner Strahlungsgekühlten, könnte man sich die Frage stellen, ob ein externer Lüfter, der auf den Glaskolben gerichtet ist, die Lebensdauer verlängern würde. Könnte dann aber sein, das dann der Mikrofonieeffekt stört.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mikrofonie

Wusste garnicht das der Russki zur Röhre ла́мпа (Lampa, wie dt. "Lampe")

(wobei das Betonungszeichen niemand schreiben würde außer im Wörterbuch)

Habs aus der russischsprachigen Wikipedia: https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%AD%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%82%D1%80%D0%BE%D0%BD%D0%BD%D0%B0%D1%8F_%D0%BB%D0%B0%D0%BC%D0%BF%D0%B0 da steht's im ersten Satz ganz vorne. Hatte jetzt aber keine Lust das passende Unicode ohne Akut rauszusuchen oder das hintere 'а' zu kopieren.

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#7934676
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Beitrag "Re: !FUNKAMATEURE! Nachlass von DL1RON(Fred)" Alle Herren aus dieser Zeit haben damit ihre Endstufen gebastelt. Hab ich, als kleiner Knirps, selbst miterlebt. Und: das war noch Spielzeug! Mein Alter hatte da noch ganz andere Kisten in Serverschrankgröße. War immer so n kleines Battle mit'm Egon Schlegel "damals" (DM2BUD, DL1ROQ). Kein Wunder, dass wir alle verstrahlt sind, aber immer noch am Leben sind. Die jüngere Generation hat da wohl ganz andere Probleme, die härter mit der Psyche jener ins Gericht gehen und weit mehr dem Leben trachten / getrachtet haben.

#7934699
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Jörg W. schrieb:

Nein, auch darunter hast du schon Wärmestrahlung. Ich glaube, „rote Backen“ waren dazumals eher ein Zeichen von Fehlanpassung -> die zurücklaufende Leistung wird dann auch noch in der Röhre verheizt.

Was du alles so weißt, dann noch Russisch. Du bist viel zu leise hier, mein lieber Jörg. Ich habe deinen Beitrag, weiter oben, mit großem Interesse gelesen. Leider wird das wahrscheinlich nichts mehr, dass ich in deine Ecke komme; was ich ausgesprochen Schade finde.

#7934714
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Jörg W. schrieb:

Russisch hatte ich noch in der Schule. ;-)

Trotzdem bemerkenswert. Ich habe eine gute Bekannte/Freundin, die in Bautzen ein gutes Abitur gemacht hat. Sie hatte - natürlich - auch russisch in der Schule, nach ihrer Aussage aber ALLES "vergessen", obwohl sie eine hellwache und sehr kluge Frau ist. Soll mit dieser Sprache ein häufiges Phänomen bei Ex-DDR-Bürgern sein...

#7934740
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Bradward B. schrieb:

PS: Wusste garnicht das der Russki zur Röhre ла́мпа (Lampa, wie dt. "Lampe") sagt.

Es gibt einige Worte im Russischen die eine Mehrfachbedeutung haben. Ein Kandidat wäre z.B. масло der mir spontan einfällt. Zu Beginn des Russischunterrichtes lernt man das dies Butter ist. Es kann aber auch Fett oder Öl bedeuten - es kommt halt auf den Gesamtzusammenhang an. In russischen Fahrzeugen ist der Öldruckmesser z.B. mit масло beschriftet und das hat nun wirklich nichts mit Butter zu tun. Lustig ist wenn man im Russischen Butterbrot sagen will. Da könnte man ja einfach хлеб с ма́слом sagen. Ist grammatikalisch korrekt und würde vermutlich jeder Russe verstehen. Ich bin früher beruflich desöfteren im gelobten Land gewesen und da wurde mir erzählt, daß der Russe хлеб с ма́слом eher nicht benutzt und statt dessen бутербро́д sagt. Nachgeprüft habe ich das natürlich nicht, aber interessant ist es allemal. So wie wir viele Begriffe aus dem Englischen in unserer Sprache verwenden, tut es der Russe halt mit einigen deutschen Begriffen.

#7934777
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Kutte R. schrieb:

Meine Zimmerwirtin in Berlin erklärte mir 1963 stolz, dass ihr Ferseher 9 Lampen habe. Also unter Senioren wohl eine ganz übliche Bezeichnung auch in DL.

Eigenartig,auch 1958 haben wir von Röhren gesprochen, denn die Lampe hing meistens an der Decke.

Rainer Z. schrieb:

Soll mit dieser Sprache ein häufiges Phänomen bei Ex-DDR-Bürgern sein...

Sie war sehr unbeliebt,habe aber meine Vier im Abschluss nach Jahren bekommen. Habe damals nie gedacht dieses schwache wissen gebrauchen zu können. Habe aber Mitte der 1960er ein halbes Jahr in Bulgarien gearbeitet.

Dort konnte ich den nicht des Lesens mächtigen aus der Zeitung vorlesen, da ich immerhin Kyrillisch schreiben und lesen konnte.

Diese Menschen wunderten sich nur das ich lesen und schreiben konnte aber es selbst noch nicht verstand. Nach einen halben Jahr natürlich schon besser. ;--))

Deshalb habe ich immer meinen Kindern,Enkeln und AG Mitglieder gesagt: was die Lehrer früher gerne zum besten gegeben haben.

"Ihr lernt nicht für mich sondern fürs Leben"

Konnten aber kein Beispiel benennen.

Wie ich jetzt immer sage, alles was man lernt und lernen muss, kann ein mal im Leben Wichtig werden.

MfG alterknacker

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