Hallo zusammen,
ich bin Lötneueinsteiger und habe Probleme bei folgendem Setup:
Lötstation: https://www.amazon.de/dp/B005CMT5U2
Lötzinn: https://www.amazon.de/dp/B07PJFKNH6
Ersatzlötspitzen: https://www.amazon.de/gp/product/B000V8IESQ
Damit habe ich jetzt ein Paar LEDs (https://www.amazon.de/dp/B07BTTY4FL)
mittels Kabel (https://www.amazon.de/dp/B07G72FZCR) aneinander gelötet.
Die Lötspitze, die bei der Lötstation dabei war (auf dem ersten Bild
ganz links) sah recht schnell so aus, wie auf dem Bild zu sehen ist. Da
das Löten damit immer schwieriger wurde, habe ich mir eingestanden, sie
vermutlich schändlich behandelt zu haben (nicht ordentlich verzinnt, zu
lange heiß rumstehen lassen) und sie damit kaputt gemacht zu haben. Also
habe ich mir Ersatz besorgt. Dann habe ich mich diesmal bemüht, die neue
Spitze besser zu behandeln. Habe sie vor der ersten Benutzung ordentlich
verzinnt. Da hat die Spitze das Zinn auch noch sehr gut aufgenommen. ~10
(!) Lötstellen später, sah die Spitze so aus, wie auf dem Bild in der
Mitte zu sehen. Sie nimmt jetzt schon wieder kein Lot mehr auf, sondern
es sammeln sich nur solche Tropfen (siehe zweites Bild) an. Ist diese
Lötspitze jetzt schon wieder hinnüber?!
Ich habe mir dann noch eine weitere Ersatzspitze genommen und mit der
nichts weiter gemacht als sie zu verzinnen (ganz rechts auf dem ersten
Bild).
Ich habe mit der zweiten bei 350°C gelötet bzw. das habe ich zumindest
am Gerät eingestellt. Zwischen den Lötstellen habe ich die Spitze
mittels feuchtem Schwamm gereinigt.
Habe mich dann natürlich im Internet umgehört, woran das liegen könnte
und da wurde dann z.B. der Schwamm und zu hartes Wasser erwähnt, was gut
sein kann, da wir in Berlin sehr hartes Wasser haben. Aber nach kaum
mehr als 10 Lötstellen, kann das doch nicht schon der Tod für so eine
Spitze sein oder etwa doch? Habt ihr eine Idee, was ich womöglich falsch
mache?
Besten Dank im Vorraus
LötelDötel schrieb:> ich bin Lötneueinsteiger
und wahrscheinlich Billigheimer. Was erwartest du von dem Ramsch?
Meine Weller WECP ist incl. Lötspitzen über 30 Jahre alt und alles ist
bis zum heutigen Tag bestens. Nebenbei ist die Herstellung bzw. die
Beschichtung von Dauerlötspitzen nicht ganz so trivial, den Prozess muss
man beherrschen.
Hans Dampf schrieb:> und wahrscheinlich Billigheimer. Was erwartest du von dem Ramsch?
Die Lötstation samt Lötspitzen (die sind besser als die (heutigen) von
Weller!) sind Top. Nix für Profis, weil die Gehäuse einfach nicht robust
genug sind.
350°C hier für Bleifrei ist zwar etwas hoch, 330-40°C reichen bei mir,
man muß aber mit gut +-5° Unterschied zwischen den Stationen rechnen.
Wenn hier was Billigheimer-Ramsch ist, dann das Lot! Dem würde ich nicht
für einen Pfifferling trauen!³ Die oberen Beiden Lötspitzen, sehen fast
so aus als sei da die Eisenbeschichtung bereits weggegammelt!?
Meine Lötspitzen sind allerdings alle >8J alt. KA ob sich da
mittlerweile was geändert hat?-/
Besorge dir Tippy, ein Lötspitzenreiniger. Gibts für Bleihaltung u. frei
von.
Ein Messingschwamm würde das auch noch weiter entschärfen (und der
trocknet nie ein:).
Bzgl. Temperatur: Ist das denn wirklich zu heiß? Ich habe nochmal
geschaut und tatsächlich habe ich mich auch vertan und habe mit 330°C
und nicht 350°C gelötet.
Bzgl. Ramsch: Selbstverständlich bin ich erstmal mit einer günstigen
Station eingestiegen. Und selbstverständlich erwarte ich nicht, dass die
30 Jahre ihren Dienst tut. Aber kann das wirklich der Grund sein, dass
es für keine 10 Lötstellen reicht?
Teo D. schrieb:> Wenn hier was Billigheimer-Ramsch ist, dann das Lot! Dem würde ich nicht> für einen Pfifferling trauen!³
Woran erkenne ich schlechtes Lot? Hast du vllt eine Empfehlung für ein
anderes Lot? Ich habe zwei kleine Kinder im Haushalt und nicht genug
platz für ein dediziertes, kinderfreies Hobbyzimmer und würde deshalb
gerne bei bleifreiem Lot bleiben.
LötelDötel schrieb:> Ich habe zwei kleine Kinder im Haushalt und nicht genug> platz für ein dediziertes, kinderfreies Hobbyzimmer und würde deshalb> gerne bei bleifreiem Lot bleiben.
Deine Kinder sollen doch das Lötzinn nicht essen. Schließe das Lötzinn
weg wenn Du nicht Deinem Hobby fröhnst. Bei dem Flußmittel, welches im
bleifreien Lot ist, bin ich nicht wirklich davon überzeugt, das dieses
der Gesundheit förderlich ist und Selbiges verdampft bei jeder Lötung.
Teo D. schrieb:> Hans Dampf schrieb:>> und wahrscheinlich Billigheimer. Was erwartest du von dem Ramsch?>> Die Lötstation samt Lötspitzen (die sind besser als die (heutigen) von> Weller!) sind Top.
Ich habe die Erfahrung gemacht: Die chinesischen Lötspitzen sind auch
nicht schneller kaputt als die von Weller heutiger Produktion.
Allerdings habe ich diese China-Spitzen von Conrad gekauft. Und da
kosten sie auch immerhin 3 Euro das Stück. Bezüglich Standfestigkeit
nehmen sie nichts verglichen mit den Weller Spitzen.
Für´s Hobby würde ich ausschließlich mit verbleitem Lot löten.
Bleifrei löte ich nur beruflich.
Inzwischen geht das ganz gut, aber die Pflege der Lötspitze (reinigen,
neu verzinnen) muss mit Hingabe immer wieder gemacht werden.
Besonders schädlich ist es, wenn der Lötkolben auf löttemperatur
rumsteht.
Bereits nach 20 Minuten kann die Spitze schon kein Lot mehr annehmen.
Das passiert aber nicht immer, wobei ich den Grund dafür noch nicht
rausgefunden habe.
Rechtzeitig im Metallschwamm reinigen hilft meistens.
Bleifreies Lot sollte ruhig ein teures Markenlot sein.
Bleifrei löte ich eher deutlich heißer als verbleit. So 400°C oder
höher.
Und nur für den momentanen Lötvorgang den Kolben auf Löttemperatur
drehen.
Danach gleich wieder auf z.B. 200°C runterdrehen.
Gute Lötstationen machen das automatisch.
Meine Erfahrungen basieren alle auf Weller Stationen.
Wie gesagt, privat nur verbleit... das erspart unnötigen Frust.
Übrigens ist verbleites löten nicht giftiger als bleifreies löten.
Im Gegenteil, die Flußmitteldämpfe sind bei bleifreiem Lot aggressiver.
Bei verbleitem löten verdampft kein Blei... dafür braucht es "etwas"
höhere Temperaturen.
Der Grund für die Verwendung von bleifreiem Lot ist nicht der
Lötvorgang, sondern die Umweltbelstung nachher im Müll.
Wird manchmal verwechselt.
Der Kolben muss mit Lot an der Spitze weggestellt werden, das darf ruhig
vor sich hin oxidieren...
Dann an einem Metallschwamm abputzen und loslöten.
Wasser enthält Kalk, und wenn der normale Schwamm auch nur einen Tropfen
abgibt wenn man ihn würgt ist er zu naß -> Kälteschock und Mikrorisse.
Zum Reinigen stark verschmutzter Lötspitzen hat sich privat eine
Messing-Zündkerzenbürste bewährt, Ersa verwendet für die Düsen einer
Selektivlötmaschine sogar eine (relativ dünndrahtige)
Edelstahlrohrbürste.
Ich löte an der Weller privat mit Blei mit 350-370°, 400 ist deutlich
zuviel. Da altert die Spitze überdurchschnittlich, und wenn die Lötung
das braucht ist der Kolben bzw. die Spitze zu klein. Das eine
professionelle Station für SMD-Reparaturen 50-80W hat ist schon
sinnvoll.
Jens M. schrieb:> -> Kälteschock und Mikrorisse.
Komisch ich habe hier 20-30 Jahre alte Weller Temptronic Lötspitzen. Die
löten immer noch obwohl die bis zu 25 Jahre an einem feuchten Schwamm
abgeputzt wurden.
Ein zu nasser Schwamm, ist einfach nur ineffektiv!
Die Automatischen Reiniger zB. sind funktionsbedingt patsch naß:
https://www.distrelec.de/de/loetspitzenreiniger-elvo-el-cop-2981/p/11076246
(Hatte mal nen Kollegen, der sich sowas einbildete. Außer Ihm fands aber
keiner gut. zB. muss man da wirklich hinschauen, um zu treffen....)
Ordentliches Zinn und Spitze sauber halten.
Am besten funktioniert ein Schwamm, allerdings nur feucht, nicht
klitschnass.
Der Schwamm wird "sogar" im "Nasa soldering handbook"
verwendet/empfohlen also wird es wohl so schlecht nicht sein...
Es geht halt alles weg, mit Wolle bleiben oft kleine "Zinnkristalle" auf
der Spitze die dann bei feinem SMD und Rework stören.
Temperatur ist sogar recht egal, ich verwendet immer 350-400 je nach dem
halt, hatte noch nie Probleme damit und kenne auch einige (Hightech)
Firmen wo die Lötstationen aus Prinzip schon immer auf Anschlag laufen.
Fairerweise, meine JBCs schalten sich bei Nichtbenutzung automatisch
kalt, meine Weller nicht und selbst mit der halten meine Spitzen 2-3
Jahre für die meist verwendete Größe.
Aber mancher hat halt Freude dabei für jedes Teil eine neue Temperatur
einzustellen, wenns Spaß macht.
Stannol Tippy ist gut, allerdings Anleitung lesen.
Zinn verwende ich Kester verbleit oder Stannol Bleifrei
SN76.5/Ag3.0/CU0.5 das geht mehr oder weniger gleich gut wie das alte
HS10 mit Blei.
LötelDötel schrieb:> ich bin Lötneueinsteiger und habe Probleme bei folgendem Setup:
Eben. Kolben, Spitzen, Lot und offenbar sonst nix weiter.
Wo ist bei dir der Klumpen Kolophonium? Und wo ist die Pipettenflasche
mit einem flüssigen no-clean Flußmittel? Und wo ist der leicht
angefeuchtete Schwamm oder die besagte Messingwolle?
wenn ich mir deine Spitzen im ersten Bild so anschaue, dann will mir
scheinen, daß die alle drei mal bloß mit aufgeschmolzenem Kolophonium
gereinigt werden müßten und dann wieder gehen.
Aber nicht bei 300°C oder gar noch mehr! Da verbrennt dir das Kolo
schneller als du dessen Namen aussprechen kannst.
Verbleites Lot schmilzt bei etwa 183..187 Grad, bleifreies braucht
zwischen 220 und 230 Grad und folglich sollte man auch bei bleifreiem
Lot mit Temperaturen knapp unter 300 Grad bis allerhöchstens 320 Grad
auskommen. Celsius (und nicht Fahrenheit). Wenn hier Leute damit
prahlen, daß sie ihre Brenneisen auf 360 bis 400 Grad aufdrehen und
selbst in Firmen nur auf Anschlag gedreht wird, dann zeugt das nur von
bellender Unvernunft.
Was weitaus wichtiger ist, ist eine Lötspitze, die die Wärme möglichst
gut leitet (und deshalb eher dick ist), ein Kolben, der ordentlich
nachheizen kann und ein Klecks Kolo an der Lötstelle, damit die Wärme
auch von der Spitze zur Lötstelle gelangen kann.
So, zum Kuckuck nochmal!
Uff.
Was ansonsten wirklich hilft, ist eine Lötstation, die die Temperatur
möglichst sofort herunterregelt, wenn der Kolben grad nicht benutzt
wird. Das hilft sehr gegen das Oxidieren der Spitze. Und gerade wenn
jemand partout bleifrei löten will und deshalb seine Station rund 40
Grad heißer einstellen muß als für verbleit, ist das Herunterregeln
essenziell.
Bau dir mal ein kleines Lötbad: irgend ein kleines Reagenzglas oder ein
möglichst winziges (leeres) Schminktöpfchen deiner Frau, Hauptsache aus
Glas, dort eine Portion Kolo hinein und eine dicken Tropfen Lot. Dann
mit deiner vergammelten Spitze hinein und das alles aufschmelzen und
noch ne Weile drin herumrühren - aber höchstens bei 270 Grad, sonst
raucht's. Anschließend ist die Chance groß, daß ab da deine Spitze
wieder in Ordnung ist.
W.S.
Vielen Dank erstmal für die ganzen Tipps und Hinweise, werde davon mal
einiges ausprobieren.
Allerdings scheinen mir die Tipps alle recht allgemeingültig zu sein und
ich frage mich, ob in meinem konkreten Fall etwas ganz grob schief
läuft. Schließlich ist mein Problem nicht, dass meine Spitzen nur Monate
statt Jahre halten sondern, dass sie mir nach gerade mal 10 Minuten
soweit verdreckt, dass sie quasi "unbrauchbar" (im Sinne von man muss
sie zumindest intensiv reinigen) wird.
Kann denn jemand durch die Bilder erkennen, was das konkrete Problem
ist?
Ist das Dreck? Oder ist irgendeine Schicht abgebrannt? Oder was auch
immer.
Oder ist das Ganze einfach so "unrobust", dass es bei nicht
gründlichster Einhaltung aller möglichen Faktoren, dann auch mal so
schnell geht?
Ich habe vor knapp 10 Jahren im Rahmen einer Werkstudententätigkeit
schon mal ein bisschen (ich würde schätzen irgendwas in Richtung 20
Stunden) gelötet und kann mich nicht erinnern, da damals solche Probleme
gehabt zu haben. Und ich bin mir ziemlich sicher nie extra Flußmittel
über das im Lot enthaltene hinaus benutzt zu haben oder andere hier im
Thread erwähnte Tipps angewendet zu haben.
LötelDötel schrieb:> Kann denn jemand durch die Bilder erkennen, was das konkrete Problem> ist?
Nö
> Ist das Dreck? Oder ist irgendeine Schicht abgebrannt? Oder was auch> immer.
Auf alle Fälle. Sieht fast so aus.
> Oder ist das Ganze einfach so "unrobust",
Normal nicht.
> dass es bei nicht> gründlichster Einhaltung aller möglichen Faktoren, dann auch mal so> schnell geht?
Sieht so aus. Warum wieso kA, Du bist ein Mysterium! -> Lötzinn vom
Schrotthändler ist daher, nach wie vor, Kandidat Nr.1 für mich.
Teo D. schrieb:> Dies Mär, wird wohl nie aussterben.
Nuja, diese Mär hört man bei Lötkursen, und Leute mit nassen Schwämmen
haben oft passive oder zerfressene Spitzen.
MAg aber auch an anderen Dingen liegen. Seit ich Metallwolle nutze, ist
das bei mir jedenfalls kein Problem mehr.
Udo S. schrieb:> Komisch ich habe hier 20-30 Jahre alte Weller Temptronic Lötspitzen. Die> löten immer noch obwohl die bis zu 25 Jahre an einem feuchten Schwamm> abgeputzt wurden.
Meine TCP sind auch schon ewig alt, die Ersas haben es nie lange getan.
Bei der Ersa hatte ich Schwamm, bei Weller nutze ich Metallwolle.
Liegts an Ersa?
Teo D. schrieb:> Die Automatischen Reiniger zB. sind funktionsbedingt patsch naß
Ein fürchterliches und sinnloses Gerät.
Die Schwämme sind nicht nass, sondern auch nur feucht, sonst lüllt es
raus, und da die Rollen nicht beweglich sind bildet sich in der Mitte
ein Loch.
Putzwirkung = Null. Da ist ein einfacher Schwamm weit effektiver.
W.S. schrieb:> bleifreiem> Lot mit Temperaturen knapp unter 300 Grad bis allerhöchstens 320 Grad> auskommen. Celsius
Dieses Märchen habe ich auch schon öfter gehört.
Das führt zu endloser Braterei und erzeugt doofe Lötstellen.
Warum wohl wurde jahrzehntelang von Weller die 370°-Spitze am meisten
verkauft, lange bevor es Bleifrei gab?
>inb4 weil man damit am besten millionen neue Spitzen verkaufen konnte
Dein Tipp mit dem Kologlas mit Lot ist ok, das ist eigentlich genau das
was ein Tippy auch macht.
Kann man mit einem Klecks Adipinsäure auch machen, die ist in modernen
Flussmitteln drin.
LötelDötel schrieb:> Ist das Dreck? Oder ist irgendeine Schicht abgebrannt? Oder was auch> immer.
Evtl. ein schlechtes Flussmittel oder eine schlechte Legierung, das die
Beschichtung auffrisst.
Versuch die Spitze zu reaktivieren (Bürsten, Flussmittel, reichlich
Lot), wenn das nicht klappt ist sie im Eimer.
Jens M. schrieb:> Nuja, diese Mär hört man bei Lötkursen,
Bei wem und wo? :D
Ich habe ~10J Erfahrung mit ~8-12 Löterinnen im Zweischichtbetrieb und
vielen feuchten Schwämmchen, aber null mit ausgefransten Spitzen! :DDD
Eigentlich mit kaum mehr, als ein Dutzend defekter Spitzen (real warens
sicher ein paar mehr:) Alles WECP-20 u. Magnastat.... Man waren die
versifft. :D
Hallo,
Jens M. schrieb:> Dieses Märchen habe ich auch schon öfter gehört.> Das führt zu endloser Braterei und erzeugt doofe Lötstellen.> Warum wohl wurde jahrzehntelang von Weller die 370°-Spitze am meisten> verkauft, lange bevor es Bleifrei gab?
Nach meiner Erfahrung ist nicht so sehr die anfängliche Temperatur der
Spitze das Problem, sondern eher die Tatsache das die Regelung der
Station nicht in der Lage ist die Spitzentemperatur ausreichend konstant
zu halten. Man ist dann bei Stationen mit eher langsameren Regelungen
und zu knapper Leistung gezwungen sich die notwendige Energie über einen
erhöhte "Grundtemperatur" einzustellen.
Ich löte jedenfalls mit meiner JBC-Station 50-70 Grad "kühler" als mit
meiner alten LS50. Und eine niedrige Spitzentemperatur verlängert die
ihre Lebensdauer enorm. Das Leistung und das Regelungsprinzip der JBC
(und das gilt sicherlich für alle Stationen mit "Spitzenheizung")ist so
gut, das man auch mit eher niedrigeren Temperaturen selbst auf größeren
Masseflächen löten kann. Mit der alten Station ging das (wenn überhaupt)
nur mit der höchsten Temperatureinstellung.
rhf
Jens M. schrieb:> W.S. schrieb:>> bleifreiem>> Lot mit Temperaturen knapp unter 300 Grad bis allerhöchstens 320 Grad>> auskommen. Celsius>> Dieses Märchen habe ich auch schon öfter gehört.> Das führt zu endloser Braterei und erzeugt doofe Lötstellen.> Warum wohl wurde jahrzehntelang von Weller die 370°-Spitze am meisten> verkauft, lange bevor es Bleifrei gab?
Ich habe meine JBC für verbleit auf 270°C eingestellt und das
funktioniert bestens. Mit meiner alten Lötstation habe ich immer
zwischen 350°C und knapp 400°C löten müssen, weil der Kolben nicht
genügend Wärme nach liefern konnte und beim Kontakt mit der Lötstelle
schlicht und einfach zu stark abkühlte. Beim JBC funktioniert der
Wärmenachschub bestens, da ist die Spitze und die Heizung praktisch
eins.
Sind Hakko, Weller und Ersa doof, das die das nicht hinbekommen und
deutlich 350° brauchen um Bleilot zu schmelzen?
Ich mein, die tollen Hakkospitzen mit der Heizung drin, noch näher dran
geht kaum, und 80W in der Weller ist jetzt auch nicht so wenig, wo die
Spitze ja nur mehr einen Zentimeter lang ist.
Haben wir alle die letzten Jahrzehnte nur Schrott gekauft?
Roland F. schrieb:> Und eine niedrige Spitzentemperatur verlängert die> ihre Lebensdauer enorm.
Kann es sein, das die JBC-Spitzen die 350° nicht vertragen, was für
Weller und Konsorten normal ist? Weil die werden da auch "uralt" mit.
Welche JBC habt ihr? Welche Spitze?
Ich bin ja gern bereit das mal zu testen, sollte die Rede da wieder
drauf kommen...
1) Temperaturen über 350°C sind schlecht für die Spitzen.
2) Wenn nicht benutzt wird -> ausschalten.
3) Lötspitze VOR der Benutzung reinigen, NICHT danach.
Zeno schrieb:> Ich habe meine JBC für verbleit auf 270°C eingestellt und das> funktioniert bestens.
Dito. Bei mir ist die JBC auch fast immer auf 270 °C eingestellt. Ich
vermute das wird dadurch möglich, dass die JBC eine sehr schnelle
Regelung und 140 W Peak-Leistung hat.
Keine Ahnung wie das bei den anderen Herstellern aussieht. Meine alte
Weller hatte ich für ähnliche Lötergebnisse jedoch immer auf 350 °C
eingestellt.
Hallo,
Jens M. schrieb:> Welche JBC habt ihr? Welche Spitze?
Station CD-2BQE, Kolben T245A, Spitzen C245-906 und C245-907, gekauft
damals bei Weidinger als "Weidinger-EDITION". Die beiden Spitzen
verwende ich nahezu ausschließlich. Für Bastler wie mich ist die JBC
ideal geeignet, da die eigentliche Lötzeit immer recht klein ist und die
Station die Spitzentemperatur beim Ablegen des Kolbens sofort absenkt.
Erstaunlicher weise vertragen die Spitze die doch recht häufigen
Temperaturwechsel (bei mir von 280 Grad auf 180 Grad und zurück)
problemlos.
Wie gut das Regelungskonzept der JBC ist sieht man daran, das die
Aufheizzeit von 180 auf 280 Grad gerade mal 2 Sekunden und ein
Spitzenwechsel von der "kleinen" 906 auf die "große" (kalte) 907
einschließlich Aufheizzeit 10 Sekunden dauert.
> Sind Hakko, Weller und Ersa doof, das die das nicht hinbekommen und> deutlich 350° brauchen um Bleilot zu schmelzen?
Doof sicherlich nicht, ich habe eher den Eindruck das JBC das Thema
konsequent zu Ende gedacht hat.
rhf
Roland F. schrieb:> Erstaunlicher weise vertragen die Spitze die doch recht häufigen> Temperaturwechsel (bei mir von 280 Grad auf 180 Grad und zurück)> problemlos.
Mikrorisse durch Temperaturwechsel sind ja auch Märchen.
Danke für deine Ausführungen, kommt auf die "unbedingt mal
testen"-Liste.
Jens M. schrieb:> Warum wohl wurde jahrzehntelang von Weller die 370°-Spitze am meisten> verkauft, lange bevor es Bleifrei gab?
Ach was, ich hatte jahrelang mit Spitzen #6 gelötet, aber erst seit
bleifrei mußte man auf #7 umsteigen - selbst dann, wenn man bleihaltig
lötet. Grund: die bleifreie HAL, was an der Lötstelle ein undefiniertes
Gemisch ergibt.
Und warum? Weil die Magnastats mit 50 Watt einfach ein bissel schwach
sind. Obendrein ist die Konstruktion mit Heizwendel in der Kolbenröhre
und Luftschicht zur Lötspitze schlichtweg nicht geeignet für höhere
Heizleistungen. Da machen es die Leute eben so, daß sie die Spitze viel
zu heiß werde lassen, um genügend Wärme zum Erwärmen der Lötstelle zu
haben. Das ist wie mit zuwenig PS eine zu steile Straße rauffahren zu
wollen, was eben nur mit Anlauf gelingt.
W.S.
Jens M. schrieb:> Sind Hakko, Weller und Ersa doof, das die das nicht hinbekommen und> deutlich 350° brauchen um Bleilot zu schmelzen?
Nicht doof, sondern eben nur mit etwa 60 Watt Heizleistung. Mein
JBC-Nachbau schiebt bei Bedarf rund 100 Watt MEHR in die Spitze.
> Ich mein, die tollen Hakkospitzen mit der Heizung drin,
Aber eben nur 60 Watt.
> Roland F. schrieb:>> Und eine niedrige Spitzentemperatur verlängert die>> ihre Lebensdauer enorm.
Das kann ich vollstens bestätigen.
> Kann es sein, das die JBC-Spitzen die 350° nicht vertragen, was für> Weller und Konsorten normal ist? Weil die werden da auch "uralt" mit.
Das ist Unsinn.
Die Spitzen aller Systeme würden an sich noch viel mehr vertragen. Das
Problem ist das verbrennende Lot außen drauf und die dadurch vergeigte
Benetzung der Eisenschicht, die dadurch ihrerseits dn Luftsauerstoff an
die heiße Eisenbeschichtung gelangen läßt, welche eben dadurch auch
oxidiert und sich dann nicht mehr benetzen läßt.
Es ist und bleibt alles ein Problem der Chemie an zu heißen Lötspitzen,
was durch bleifrei forciert wurde und dem man nur durch
leistungsstärkere Stationen und Abschaltung in Lötpausen begegnen kann.
W.S.