Ersatzteil für elektronischen Lattenrost - Typ Duo 6

OP #7572409
Lesenswert?

Hallo zusammen,

ich besitze ein elektronisches Lattenrost Modell Typ Duo 6, für das ich dringend ein Ersatznetzteil benötige. Das defekte Netzteil habe ich durchgemessen und festgestellt, dass es nicht mehr funktionstüchtig ist.

Im Anhang finden ihr Bilder des betroffenen Ersatzteils. Laut Hersteller kann das Original-Ersatzteil nicht mehr bezogen werden und mir wurde eine komplett neue Elektronik angeboten. Kann mir vielleicht hier im Forum jemand weiterhelfen und sagen, ob ich wo anders ein neues Netzteil bestellen kann?

Vielen Dank Flokie

Angehängte Dateien:
#7572432
Lesenswert?

Ist der Screenshot, den Du aus irgendeinem Grund von einem Bildschirm abphotographiert hast, die Beschriftung des Trafos in den restlichen Bildern?

Das passt nicht zum Typenschild, auf dem 170 Watt draufsteht, denn auf dem Trafo steht nur 45 VA, was man mit 45 Watt gleichsetzen kann.

Und was hast Du "durchgemessen"? Kommt auf der Sekundärseite des Trafos keine Spannung raus?

OP #7572437
Lesenswert?

Harald K. schrieb:

Ist der Screenshot, den Du aus irgendeinem Grund von einem Bildschirm abphotographiert hast, die Beschriftung des Trafos in den restlichen Bildern?

Das passt nicht zum Typenschild, auf dem 170 Watt draufsteht, denn auf dem Trafo steht nur 45 VA, was man mit 45 Watt gleichsetzen kann.

Und was hast Du "durchgemessen"? Kommt auf der Sekundärseite des Trafos keine Spannung raus?

Ja genau, der Trafo hat an der Sekundärseite keine 22,5V. Die 220V an der Primärseite sind vorhanden. Das Bild 3 zeigt das Typenschild der gesamten Elektronik. Defekt ist aber nur der Trafo. Da er im Gehäuse sitzt, müsste ein neuer Trafo genauso groß oder halt kleiner sein und die selben Anschlüsse besitzen.

Beitrag #7572445 wurde von einem Moderator gelöscht.
#7572539
Lesenswert?

Sascha schrieb:

Defekt ist aber nur der Trafo. Da er im Gehäuse sitzt, müsste ein neuer Trafo genauso groß oder halt kleiner sein und die selben Anschlüsse besitzen.

Es handelt sich anscheinend um einen Standard-EI-Kern. Solche Trafos sind zumindest als 24V-Trafos überall erhältlich. Viel- leicht solltest Du vom neuen Trafo einige Windungen abwickeln, um Deine 22,5 VAC zu bekommen. Und in Zukunft solltest Du Dich an die auf dem Gehäuse aufgedruckten Kurzzeitbetrieb-Hinweise halten.

#7572629
Lesenswert?

Sascha schrieb:

Ja genau, der Trafo hat an der Sekundärseite keine 22,5V. Die 220V an der Primärseite sind vorhanden

Spannung liegt an, aber ist auch sicher, das Strom fließt? Was sagt der Durchgangsprüfer (Widerstndsmessbereich DVM)? Ich dachte da speziell an die unseeligen Thermosicherungen, die sich manchmal einfach so verabschiedet haben. Nach "Wärme gesehen" sieht der Trafo ja nicht aus. Wenn man Pech hat, sind die eingewickelt, wenn man Glück hat, sind die in einer Aussparung im Wickelkörper, oder im Wickel unter der Isolierfolie.

#7572635
Lesenswert?

Gerald B. schrieb:

Ich dachte da speziell an die unseeligen Thermosicherungen, die sich manchmal einfach so verabschiedet haben. Nach "Wärme gesehen" sieht der Trafo ja nicht aus. Wenn man Pech hat, sind die eingewickelt, wenn man Glück hat, sind die in einer Aussparung im Wickelkörper, oder im Wickel unter der Isolierfolie.

Der Aufdruck auf den ersten beiden Bildern verrät es. Th.Si.115°C

#7573137
Lesenswert?

Ganz so einfach wirds wohl nicht sein? Erst mal sollte man die URSACHE des Ausfalls kennen. Wenn zufällig ein Motor Kurzschluss hat, werden auch 1000 neue Netzteile den Fall nicht lösen. Außerdem sollte das neue NT für Möbeleinbau zugelassen sein (Brandgefahr).

#7574497
Lesenswert?

22,5Volt ist auch die nominale Ausgangsspannung bei Trafos in vielen Diaprojektoren. Die Reflekta Diaprojektoren mit entweder 150 oder 250Watt sind für kleines Geld auf dem Flohmarkt zu bekommen. Allerdings sind diese Trafos "echte" 150 oder 250Watt und möglicherweise zu groß?

#7574537
Lesenswert?

Thomas R. schrieb:

Die Reflekta Diaprojektoren mit entweder 150 oder 250Watt sind für kleines Geld auf dem Flohmarkt zu bekommen.

Mag sein, aber Dein Projektor ist für Dauerbetrieb und das Lattenrost wird in einer Minute hoch- oder hinuntergefahren. Deswegen kann der eingebaute, kleinere Trafo kurz überlastet werden, könnten sich die Entwickler gedacht haben. Kannst gerne mal Trafodaten nach Maß und Leistung vergleichen. z.B. in der Röhrenbude https://www.jogis-roehrenbude.de/Transformator.htm

#7574962
Lesenswert?

Du kannst ja mal den Trafo ausbauen und die Isolation vorsichtig entfernen. Es gibt da schon mal welche, die aussen eine Thermosicherung draufhaben. Die austauschen und schon läuft das Ding mit Glück wieder. Aber zuvor natürlich erstmal alles dahinter auf Kurzschluss, kaputte (El)kos, fester Motor, klebende Relais, usw prüfen.

#7575054
Lesenswert?

Bei meinem Kaffeevollautomat hatte letztes Jahr auch die Thermosicherung aufgegeben. Diese hatte ich als "Reparaturmaßnahme", weil absolut nicht austauschbar, durch eine kleine ersatzweise eingelötete Schmelzsicherung überbrückt. Die Sicherung war zwei Monate später auch durch... - teilweiser Schluss in der Primärwicklung.

Ähnlich würde ich das auch bei dem Trafo realisieren. Zeige daher nochmal eigene Bilder von dem Trafo auf denen keine Leitungen die freie Sicht behindern. Bitte keine einfache Überbrückung der Thermosicherung. Das kann im einfachen Fall mit nur viel Gestank enden.

#7575145
Lesenswert?

Vielleicht geht auch sowas von der Stange? https://www.conrad.de/de/p/elma-tt-iz61-universal-netztransformator-1-x-230-v-2-x-12-v-ac-40-8-va-1-70-a-514306.html Andererseits wird es einen Grund haben, weshalb der verbaute Trafo im Leerlauf "nur" 29V-DC nach dem Gleichrichter zur Verfügung stellt. Und ja: der hier gezeigte hat 40VA, statt 48. Hab ich gesehen. Würde mich interessieren, was noch alles auf der Leiterplatte drauf ist und evtl. die 35V-Elkos gegen andere tauschen. Immernoch besser, als 250€ für eine komplette neue Elektronik zu bezahlen. Die Stellmotore werden ganz sicher 24V-Typen sein. man kann also durchaus darüber nachdenken (wurde ja auch schon vorgeschlagen), sich hier mit einem 24V Schaltnetzteil in entsprechender Leistungsklasse auszuhelfen, statt dem riesigen Eisentrafo, der ja sicher immer am Netz hängt, zu ersetzen. Die 24V lassen sich ja bestimmt direkt am Lade-Elko hinterm Gleichrichter einspeisen. edit: https://www.amazon.de/TOBWOLF-Netzteil-Transformatoren-Netzkabel-Sicherheitssystem-24V-5A/dp/B0BG2VMQ5Q

TME hat noch einen 22.5V Typeen, aber nur mit 18VA.

#7575380
Lesenswert?

Axel R. schrieb:

Sich hier mit einem 24V Schaltnetzteil in entsprechender Leistungsklasse auszuhelfen, statt dem riesigen Eisentrafo, der ja sicher immer am Netz hängt, zu ersetzen.

Das müsste dann aber wohl mindestens die fünffache Leistung des z.Z verbauten Netzteils haben, um auch die Anlaufströme des Motors zu verkraften. Manchmal haben auch noch in heutiger Zeit die alten "Eisenschweine" ihre Vorteile.

#7575479
Lesenswert?

Ich wollte mal eine 50W halogenlampe mit nem 60W SNT betreiben, keine Chance. Das NT pumpte immer, die Halo fing kurz an zu glimmen und das wars. Lediglich 35W funzte. Wie gesagt, mach vorsichtig den äusseren PapierWickel vom Trafo vorsichtig runter, mit Glück steckt da eine kaputte Thermosicherung drunter. Wenn nicht, kannst du immer noch nach nem passenden Trafo suchen. Der ist allemal billiger wie die komplette Platine.

#7575535
Lesenswert?

Sascha schrieb:

Kann ich die Sicherung einfach rauslöten und eine neue reinlöten?

ja. 85 Grad sollte passen.

Es sieht so aus, als ob die Sicherung in irgendeiner Pampe eingebettet ist. Vermutlich, um eine bessere thermische Ankopplung zu den Windungen zu erhalten. Ganz "Freiluft" würde ich also die Thermosicherung nicht laufen lassen. Versuche mal mit Wärmeleitkleber, die neue Sicherung zu fixieren

https://www.ebay.de/itm/173834080550

#7575539
Lesenswert?

Temperatursicherungen gibt es auch als kleine Röhrchen zu kaufen, könnte man am Wicklungspaket mit ankleben, gern auch eine Nummer kälter auswählen.

Aber ich würde das lassen. Da die "Elektronik" keine Nullstandbytechnik hat (man sieht, wie die Zuleitung direkt an den Trafo geht), hängt der Trafo 24/7 mit einem Standby von ~4 Watt am Netz (so zumindest bei dem optisch 99% gleichen Exemplar was ich hier schon hatte). Die Stromkosten von 2 Jahren finanzieren dagegen ein Schaltnetzteil komplett. Wenn es groß genug ist, verkraftet es auch die Anlaufströme, oder es hat direkt eine Strombegrenzung für solche Fälle. Ich habe inzwischen sowohl Trafo- als auch schaltnetzteilbestückte Lattenrostantriebe repariert und kann den Tipp zum Schaltnetzteil weiter oben nur ausdrücklichst unterstützen. Dazu muss das Netzteil nicht einmal in den Antrieb verpflanzt werden, neue Lattenroste kommen oft mit einem externen Ziegel als Versorgung und so kann und sollte man das hier auch machen.

jm2c

#7575643
Lesenswert?

Wenn die original 115° hat, dann nimm wieder dieselbe. Übrigens solltest du die nur dann einlöten, wenn du den Anschlussdraht mit ner Kombizange oder ähnlichem, was die Wärme ableitet anfasst. Ich geh davon aus, dass du nicht über einen Lötkolben verfügst, der schnell eine grosse Menge Wärme liefert, so dass anders die Gefahr besteht, dass die über die Anschlussdrähte abfliessende Wärme deine Thermosicherung gleich wieder zerstört.

OP #7577057
Lesenswert?

Uli S. schrieb:

Wenn die original 115° hat, dann nimm wieder dieselbe. Übrigens solltest du die nur dann einlöten, wenn du den Anschlussdraht mit ner Kombizange oder ähnlichem, was die Wärme ableitet anfasst. Ich geh davon aus, dass du nicht über einen Lötkolben verfügst, der schnell eine grosse Menge Wärme liefert, so dass anders die Gefahr besteht, dass die über die Anschlussdrähte abfliessende Wärme deine Thermosicherung gleich wieder zerstört.

Ich verfüge zwar über eine Lötstation, bei der die Temperatur einstellbar ist, aber ehrlich gesagt habe ich darüber noch nicht nachgedacht. Es wäre ja unsinnig, den Widerstand bei 300 Grad einzulöten, da er dann sofort wieder defekt wäre. Danke für den Hinweis. Der aktuell defekte Widerstand ist mit einer Folie auf der Kupferwicklung befestigt. Ich muss diese lösen, um den Widerstand zu entfernen. Wie kann ich sicherstellen, dass ich die Folie später wieder ordnungsgemäß anbringen kann?

#7577069
Lesenswert?

Sascha schrieb:

Der aktuell defekte Widerstand ist mit einer Folie auf der Kupferwicklung befestigt. Ich muss diese lösen, um den Widerstand zu entfernen. Wie kann ich sicherstellen, dass ich die Folie später wieder ordnungsgemäß anbringen kann?

Entweder die alte Folie mit Kaptontape oder notfalls normalem Klebeband wieder fixieren. Wenn die alte Folie hin ist, dann eben PET Folie o.ä. zuschneiden und die fixieren. Nimm halt, was du hast und was funktioniert. Wichtig ist einzig und allein, das die neue Thermosicherung dauerhaft thermischen Kontakt zur Trafowicklung hat. Ob du aus Streichhölzern Keile schnitzt und die Folie verkeilst oder einen Kabelbinder nimmst ist egal. Das Ergebnis zählt :-)

OP #7577079
Lesenswert?

Gerald B. schrieb:

Sascha schrieb:

Der aktuell defekte Widerstand ist mit einer Folie auf der Kupferwicklung befestigt. Ich muss diese lösen, um den Widerstand zu entfernen. Wie kann ich sicherstellen, dass ich die Folie später wieder ordnungsgemäß anbringen kann?

Entweder die alte Folie mit Kaptontape oder notfalls normalem Klebeband wieder fixieren. Wenn die alte Folie hin ist, dann eben PET Folie o.ä. zuschneiden und die fixieren. Nimm halt, was du hast und was funktioniert. Wichtig ist einzig und allein, das die neue Thermosicherung dauerhaft thermischen Kontakt zur Trafowicklung hat. Ob du aus Streichhölzern Keile schnitzt und die Folie verkeilst oder einen Kabelbinder nimmst ist egal. Das Ergebnis zählt :-)

Danke dir, sehe ich genauso ;) Hält ein Kabelbinder noch bei 115 Grad Celsius?

#7577187
Lesenswert?

Ok, Edelstahlkabelbinder war ein Eigentor. An die Leitfähigleit hab ich in dem Moment nicht gedacht.

Sascha schrieb:

Gibt es da spezielles Klebeband ( Isolierband)

https://www.tme.eu/de/katalog/werkstattausrustung_112607/?queryPhrase=kapton Kaptontape hatte ich ja schon weiter oben erwähnt. Kann man am Bastelplatz immer mal gebrauchen. Das Zeug ist hitzebeständig, verkohlt nicht, ist chemikalienbeständig und einiges mehr. Markenprodukte, mit irgendwelchen Zertzifizierungen, das es in den Weltraum fliegen kann, o.ä. kosten dann auch mal soviel, wie Blattgold. Aber auf Ali oder von mir verlinkt, auf TME, geht das inzwischen auch zum Preis einer Fahrt beim öffentlichen Nahverkehr :-)

#7577599
Lesenswert?

Lu O. schrieb:

Manfred P. schrieb:

Die Übertemperatursicherung geht nicht grundlos kaputt, oder wurde zuvor stundenlang damit gespielt?

In einer Anleitung stand, dass man das Lattenrost nicht als Personenlift mißbrauchen soll, da sonst der Antrieb überlastet wird.

Das wäre ein möglicher Grund. Ändert nichts an meinem Ansatz, ohne Übertemperatursicherung zu schauen, ob der unauffällig funktioniert.

Wie früher bei der klassischen 29DM-Kaffeemaschine: Schutzelement brücken, Kaffee kochen und feststellen, dass der Thermostat klebt. Also ab in die Tonne, anstatt unnütz die Übertemperatursicherung zu erneuern.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren