Balun Berechnung und Aufbau

Gast #699436
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So, jetzt will ich auch mal eine Frage stellen. :-)

Also ich will einen Breitbanduebertrager 1:1  50 Ohm
symetrisch nach asymetrisch bauen.

Sinn ist die Anpassung einer H-Feld Sonde/Antenne an einen Verstaerker 
(MMIC).  Idealerweise moeglichst kleiner Aufbau,
Frequenzbereich 1Mhz bis 1Ghz.


Ihr duerft mir selbstverstaendlich gerne den Aufbau genau erklaeren und 
vorrechnen, ich haette aber auch nichts dagegen einen Hinweis auf einen 
Grundlagenartikel zu bekommen.

Soweit ich das verstehe liegt das Geheimniss irgendwie in der 
Wickeltechnik weil das ganze nicht wirklich ein Trafo ist oder?

Olaf

p.s: Am liebsten auf einem Ferrit  FT23-43 Al=188 oder FT23-77 Al=396 
weil ich die schon hier rumliegen habe. Aber Vorschlaege sind aber auch 
willkommen. .-)
Gast #699501
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> 1Mhz bis 1Ghz mit einen FT23-43 ??????
> Der macht doch nur 1-50Mhz laut Datenblatt

Noe. FT23-43 40-400Mhz, der andere FT23-77 ist 0.5-50Mhz. Du darfst ja 
auch gerne was anderes vorschlagen. Ich hab aber gerade folgendes 
gelesen:

"Die Mantel- oder Gleichtaktdrossel, also der 1:1 Guanella, ist der 
klassische Strombalun. Er ist nichts anderes als ein kurzes, zu einer 
Drossel möglichst hoher Impedanz Z aufgewickeltes Stück 
Übertragungsleitung. Als Kern eignet sich daher ein Toroid aus 
Ferritmaterial möglichst hoher Permeabilität, das auch mäßig 
verlustbehaftet sein darf."

Und zwar hier: http://www.wolfgang-wippermann.de/

Ich hab uebrigens aus Spass einfach mal 2x10Wdg (einmal mit Anzapfung 
auf Masse) auf den FT23-43 gewickelt. Und ich kann immerhin die lokalen 
Radiosender, DVB-T, meinen 433Mhz Fernsteuersender und D1/D2 Netz auf 
dem Analyzer sehen. Es ist als nicht so das da garnichts durchkommt.

Es waere aber natuerlich schon schoen die theoretisch optimale Loesung 
zu haben. Leider findet man bei der Suche nach Balun nur Seiten von 
Funkamateure die Ringkerne verwenden mit denen man auch seine 
Schwiegermutter in einem See versenken koennte, um damit Leistung auf 
die Antenne zu bringen. (1)

Olaf

1: Sagen sie wenigstens, aber wer hat schon untersucht wie hoch der 
prozentuale Anteil der Schwiegermuetter bei den Funkamateuren ist. :-]
Gast #699634
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> Man Olaf, ich wundere mich, dass Du mit dem Fachwissen hier Fragen
> stellst.

Was soll man machen? An Fachbuecher fuer HF mangelt es mir noch etwas 
und wie schon erwaehnt im Internet findet man nur dicken Dinger zur 
Leistungsuebertragung fuer Funkamateure.

Na gut, wir koennen ja mal kucken was Joerg in d.s.e sagt. :-)

Olaf
Gast #699785
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Hallo Leute,

also genau die Frage von Olaf hab ich mir auch immer wieder gestellt. 
Ich kenne nämlich auch nur Infoquellen zu den Totschläger-Baluns.
Dabei müsste doch so ein Breitbandbalun für niedrige Leistungen ein 
Standardbauteil sein...
Ob man das einfach so als simpler Transformator wickeln kann?

Naja, vielleicht gibt es ja doch noch einen, der da drüber was weiß..

Gruß
#699942
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Ich habs hier schon öfters geschrieben, der Trick an Breitbandtrafos 
ist, dass die Wirkung des Ferrits vor allem am unteren Frequenzende 
benötigt wird, ganz oben reicht auch die Kopplung zwischen Luftspulen. 
Die Kunst besteht darin, Ferrit und Windungszahlen so zu finden, dass 
die Kopplung im gesamten Bereich gleich bleibt. Oben darf der Ferrit nur 
keinen Dämpfung verursachen. Also bei der Auswahl des Materials gehts um 
das µ_r am unteren Bandende, hier 1 MHz.
Gast #703897
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Schau Dir bitte mal das Verhalten von Induktivitäten, bzw. das Verhalten 
eines Ringkerns in Kombination mit dieser bei den o.a. Frequenzen an, 
dann wird sich die Idee ganz schnell relativieren.

Gruß
Joachim
Gast #1050916
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Hallo, Olaf,

der Link geht nicht.

Wollte mal sehen, wie das Schwiegermutter freundliche Teil aussieht. Wie 
ist denn der Verlauf der Gleichtaktstromdämpfung, gemessen von 1 MHz bis 
1 GHz, zwischen 50 Ohm Quelle und 50 Ohm Last?

Ich weiß jetzt gar nicht, ob es sich um einen Balun handelt oder um 
einen Breitbandübertrager.

Ein Balun sperrt Gleichtaktströme und läßt Gegentaktstrome durch. Das 
kann ein Breitbandübertrager auch, wenn die Windungskapazität nicht zu 
groß ist. Ein Breitbandübertrager ist also mindestens bei tieferen 
Frequenzen ein guter Balun.

Die Formulierung "Anpassung Sonde an MMIC" trifft den Sachverhalt nicht 
wirklich, denn mit einem Breitbandübertrager 1:1 passt man nichts an. 
Wenn die symmetrische Sonde an den unsymmetrischen MMIC angeschlossen 
werden soll (oder unsymm. Sonde an symm. MMIC) so sorgt der Balun für 
den rückwirkungsfreien Übergang. Wenn dazu ein Breitbandübertrager 
genutzt wird, so wird dieser bei höheren Frequenzen kaum diesen Zweck 
(rückwirkungsfreier Übergang!) erfüllen können. Besser eignen sich dafür 
die "Schwiegermüttersenkbleie" der Funkamateure, die jedoch einen 
speziellen Aufbau haben müssen.

Eine Variante besteht aus 30 sog. "Schweinenasen" (winzigen 
Doppellochkernen).
Bei Interesse maile ich ein Bild. wwippermann@t-online.de

Es werden ausgezeichnete Werte im Bereich 1 MHz bis 1 GHz erreicht. Der 
Einsatz bei uns erfolgt in Messbrücken, zur rückwirkungsfreien 
Auskopplung aus der symmetrischen Brückenmitte zum unsymmetrischen 
Detektor Analog Devices AD8307.

Gruß, Wolfgang

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