Hallo,
jemand hat in meiner Umgebung eine Wifi-Kamera ungefragt angebracht, so
dass diese auch mein Leben aufzeichnet. Leider ist unklar wem die
gehört.
Gibt es irgendeine Möglichkeit herauszufinden auf welches W-LAN diese
Kamera verbunden ist? Alle vvon mir bisher gestarteten Versuche listen
leider nur Clients im gleichen Netzwerk auf - ich möchte nun umgekehr
das Netzwerk zum Client finden. Geht das irgendwie?
Danke!
Tom
Tom schrieb:> Gibt es irgendeine Möglichkeit herauszufinden auf welches W-LAN diese> Kamera verbunden ist? Alle vvon mir bisher gestarteten Versuche listen> leider nur Clients im gleichen Netzwerk auf - ich möchte nun umgekehr> das Netzwerk zum Client finden. Geht das irgendwie?
Was bringt dir das?
Normalerweise stehen nur in Studentenwohnheimen die
Telefonnummern/Stockwerke in den SSIDs, damit man leichter einen
Kameraden zum Teilen finden kann ;-)
Mein Tipp, wenn im öffentlichen Raum: Karton mit eigener Rufnummer und
leicht entfernbarem Tape anbringen. Sichtfeld der Kamera versperren.
Warten.
abc schrieb:> Mein Tipp, wenn im öffentlichen Raum:
Wenn nicht im öffentlichen Raum, dann sollte sich der Inhaber von
Wohnung oder Grundstück rausfinden lassen. Dem wird vielleicht nicht die
Kamera gehören, aber dann hat der das Problem mit der Kamera.
Das Problem ist, dass zu zunächst die Mac Adresse der Kamera
herausfinden musst. Wenn die aber so im öffentlichen Raum abhängt,
sollte das ja keine Hürde sein.
Tom schrieb:> jemand hat in meiner Umgebung eine Wifi-Kamera ungefragt angebracht, so> dass diese auch mein Leben aufzeichnet. Leider ist unklar wem die> gehört.
Anzeige erstatten. Um den Inhaber der Kamera soll sich die Polizei
kuemmern. Desweiteren stellt dies einen Verstoss gegen das
Bundesdatenschutzgesetz dar und kann mit einer Strafe von bis zu 10.000
Euro geahndet werden.
Tom schrieb:> so> dass diese auch mein Leben aufzeichnet.
Besorge dir ein kleines IR (oder rot) Lasermodul mit 1mW und richte es
permanent auf die Linse. Kaputt geht nix, aber erkennen kann man auch
nix mehr.
Kaj G. schrieb:> Anzeige erstatten.
Wenns der Nachbar ist und es keine Vorgeschichte gibt, dann wärs
vielleicht besser, es zunächst ohne Trachtengruppe abzuwickeln.
Andernfalls könnte es der Beginn einer wunderschönen Freundschaft sein.
Tom schrieb:> jemand hat in meiner Umgebung eine Wifi-Kamera ungefragt angebracht, so> dass diese auch mein Leben aufzeichnet
Woher weisst du das, wenn du nicht mal weisst, zu welchem WLAN die
Kamera gehört? Dazu musst du doch die Bilder sehen, oder die Kamera
selbst, wo ist dann das Problem?
Georg
Tom schrieb:>> Gibt es irgendeine Möglichkeit herauszufinden auf welches W-LAN diese> Kamera verbunden ist? Alle vvon mir bisher gestarteten Versuche listen> leider nur Clients im gleichen Netzwerk auf - ich möchte nun umgekehr> das Netzwerk zum Client finden. Geht das irgendwie?>> Danke!> Tom
Du willst also den Accesspoint finden wo sich die Kamera einloggt, bzw
erst mal die MAC von der Kamera und dann ggf. dan Accesspoint.
Da helfen dir die "üblichen" Tools auf Linux
tcpdump, whireshark, horst usw.
Ach ja diese Infos werden/müssen unverschlüsselt übertragen. Sonst
funktioniert die ganze Sache nicht.
Die reinen Daten werden verschlüsselt.
Raute schrieb:>> Die reinen Daten werden verschlüsselt.>> Denk mal an KRACK
Um rauszukriegen, ob er auch die richtige Kamera gehackt hat?
Winkewinke, ich bins? Er sucht den AP, keine Selfie-Cam.
A. K. schrieb:> Um rauszukriegen, ob er auch die richtige Kamera gehackt hat?> Winkewinke, ich bins? Er sucht den AP, keine Selfie-Cam.
Richtig. Hast du denn auch eine Idee, wie er den AP findet, ohne die Mac
Adresse der Kamera zu kennen?
Raute schrieb:> Richtig. Hast du denn auch eine Idee, wie er den AP findet, ohne die Mac> Adresse der Kamera zu kennen?
Wie Hans Ulli schon schrieb, ist die MAC Adresse nicht verschlüsselt.
KRACK hingegen dient der Entschlüsselung der Daten.
Eine Möglichkeit wäre übrigens den Traffic aller WLAN Geräte Tag und
Nacht im Auge zu behalten. Eine Kamera sollte zu jeder Zeit Daten
übermitteln. Damit sollte eine Eingenzung recht schnell möglich sein.
A. K. schrieb:> KRACK hingegen dient der Entschlüsselung der Daten.
Ist doch ganz nützlich, um das Gerät eindeutig als die gesuchte Kamera
zu identifizieren.
Raute schrieb:> Eine Kamera sollte zu jeder Zeit Daten übermitteln.
Wenn sie als Streaming- oder Einzelbild-Server auftritt, dann laufen nur
Daten drüber, wenn es auch eine Verbindung gibt. Was nicht dauerhaft der
Fall sein muss.
A. K. schrieb:> Wenn sie als Streaming- oder Einzelbild-Server auftritt, dann laufen nur> Daten drüber, wenn es auch eine Verbindung gibt. Was nicht dauerhaft der> Fall sein muss.
Dann wohl doch KRACK
IR war auch mein erster Gedanke, aber das kam hier schon ;)
Ansonsten will ich dir mal das Stichwort "Deauthentication" an die Hand
geben. Musst dann nur noch warten, bis der CAM-Besitzer verzweifelt
rumschraubt ;)
Ich arbeite zur Zeit an einem solchen Tool, bestehend aus Hard- und
Software. Ich verwende einen ESP8266, der im Monitor-Mode betrieben
wird, in Verbindung mit einem PC/Mac-Programm, was die serielle Ausgabe
liest und interpretiert.
a) Der ESP liefert einerseits kontinuliertlich die Beacons der
Accesspoints in der Umgebung. Diese enthalten (u.a.) die SSID, die
MAC-Adresse (und damit den Hersteller) und die vom ESP empfangene
Feldstärke.
b) Der ESP liefert aber auch die Probe-Requests der WLAN-Geräte
(Clients) in der Umgebung, auch die, die nur eingeschaltet und nicht mit
einem AP verbunden sind. Da sind dann enthalten die eigene MAC (und
damit der Hersteller) und wenn mit einem AP verbunden, auch dessen MAC
(damit kommt man auf die Infos unter a)
Allerdings verweist die MAC nicht unbendingt auf den Hersteller des
Gerätes als Ganzes, sondern auf den Hersteller des Netzwerkchips, was
nicht unbedingt das Gleiche ist.
Alle derzeit existierenden Hersteller mit eigener MAC (gekennzeichnet
durch die ersten 3 Byte), findet man hier:
http://standards-oui.ieee.org/oui.txt
Onkel Hotte schrieb:> Ansonsten will ich dir mal das Stichwort "Deauthentication" an die Hand> geben. Musst dann nur noch warten, bis der CAM-Besitzer verzweifelt> rumschraubt ;)
Wenn du Pech hast, dann meldet sich niemand. Sei es, weil die Cam zwar
rumsteht aber von niemandem genutzt wird. Sei es, weil der Cam-Besitzer
bei reiflicher Überlegung zum Schluss kommt, dass eine Anzeige des
WLAN-Hackers auch ihn selbst Busse kostet.
Frank E. schrieb:> Ich arbeite zur Zeit an einem solchen Tool, bestehend aus Hard- und> Software. Ich verwende einen ESP8266, der im Monitor-Mode betrieben> wird, in Verbindung mit einem PC/Mac-Programm, was die serielle Ausgabe> liest und interpretiert.
Was ist genau der Sinn davon? Entsprechende Software gibt es seit
Jahren, für USB oder PCI Wlan Adapter. Ganz ohne zusätzliche (schwache)
Hardware wie einen ESP. Stattdessen kann man beliebig gute oder
schlechte Wlan Karten mit beliebigen Antennen verwenden.
Raute schrieb:> Frank E. schrieb:>> Ich arbeite zur Zeit an einem solchen Tool, bestehend aus Hard- und>> Software. Ich verwende einen ESP8266, der im Monitor-Mode betrieben>> wird, in Verbindung mit einem PC/Mac-Programm, was die serielle Ausgabe>> liest und interpretiert.>> Was ist genau der Sinn davon? Entsprechende Software gibt es seit> Jahren, für USB oder PCI Wlan Adapter. Ganz ohne zusätzliche (schwache)> Hardware wie einen ESP. Stattdessen kann man beliebig gute oder> schlechte Wlan Karten mit beliebigen Antennen verwenden.
Der Sinn ist, dass die ESP-Module an mehreren Stellen z.B. in einem
Supermarkt, Bahnhof oder Museum usw. platziert werden, ihre gesammelten
Infos per LAN an eine Datenbank weitergeben und so durch Auswertung und
Korrelation Kundenbewegungen ermittelt werden können.
Da spielt z.B. Reichweite bzw. Empfindlichkeit keine Rolle bzw. stört
sogar ...
A. K. schrieb:> Wenn du Pech hast, dann meldet sich niemand. Sei es, weil die Cam zwar> rumsteht aber von niemandem genutzt wird. Sei es, weil der Cam-Besitzer> bei reiflicher Überlegung zum Schluss kommt, dass eine Anzeige des> WLAN-Hackers auch ihn selbst Busse kostet.
Bei Dir ist das Glas also immer halb leer? Da hängt einer 'ne Cam so
auf, das er nicht sauber aus der Sache rauskommen würde, also ist der
auch blöde genug dran rumzufummeln, wenns nicht mehr geht.
Ne ne, auf die Blödheit vieler kann man schon was wetten ;)
TestX schrieb:> Das du so ein system in deutschland und ab nächsten jahr europa> nicht> einsetzen darfst ist dir sicherlich klar ;)
Nö, weil es rein passiv arbeitet und lediglich anonyme Daten erfasst.
Was kann ich dafür, wenn jemand eine Funkboje in meinen Laden trägt.
Frank E. schrieb:> Ich habe dann noch das LAN-Interface drangestrickt und arbeite nun an> der Auswertungs-Software mit grafischer Darstellung ...
Klingt spannend. Ich habe sowas mal mit einem Pi an einer Straße /
Bushaltestelle gemacht. Hast du dir schon das Verhalten von Apple
Geräten angesehen?
Raute schrieb:> Frank E. schrieb:>> Ich habe dann noch das LAN-Interface drangestrickt und arbeite nun an>> der Auswertungs-Software mit grafischer Darstellung ...>> Klingt spannend. Ich habe sowas mal mit einem Pi an einer Straße /> Bushaltestelle gemacht. Hast du dir schon das Verhalten von Apple> Geräten angesehen?
Nö, nicht speziell. Ich entdecke zwar auch immer wieder welche anhand
der MAC, aber was machen die Besonderes? M.W nach senden die ihre Probe
Requests, wie alle anderen auch - schein nicht plattform-spezifisch zu
sein. Worauf willst du hinaus?
Raute schrieb:> Hast du dir schon das Verhalten von Apple> Geräten angesehen?Frank E. schrieb:> Worauf willst du hinaus?
Wahrscheinlich das seit IOS8/9 Such anfragen nach WLAN
Mit unterschiedlichen (Random) Mac Adressen durchgeführt werden.
Grade um das Tracking zu einem einzelnen gerät zu verhindern.
siehe:
https://support.apple.com/de-de/HT201395
Zitat:
Beschreibung: Es kam zu einer Offenlegung von Informationen, da eine
statische MAC-Adresse zur Suche nach WLAN-Netzwerken verwendet wurde.
Dieses Problem wurde durch Randomisierung der MAC-Adresse für passive
WLAN-Suchvorgänge behoben.
Oh Mann, hier wird wieder getextet ohne dem OP zu helfen...
Tom schrieb:> Gibt es irgendeine Möglichkeit herauszufinden auf welches W-LAN diese> Kamera verbunden ist? Alle vvon mir bisher gestarteten Versuche listen> leider nur Clients im gleichen Netzwerk auf - ich möchte nun umgekehr> das Netzwerk zum Client finden. Geht das irgendwie?
Natürlich geht das. Beispielsweise sollte das kismet unter Linux können.
Auch Wireshark kann es wohl, dazu muss die Karte aber im Monitor Mode
sein.
Dann schaust du auf die BSSID. Da steht die MAC des Access Points drin.
Dann schaust du nach, welcher AP diese MAC verwendet (Beacon Frames!).
Grundsätzlich würde ich so vorgehen:
- Traffic aufzeichnen: Welche Geräte (Clients und APs) hab ich hier und
welche kann ich zuordnen. Bleibt ein Rest übrig.
- Diesen Rest genauer analysieren: Näher an die Kamera hingehen und
schauen, ob die Signalstärke GROB steigt.
- Über den Tag beobachten: Welche Geräte sind IMMER da? Handys fahren
auch mal mit dem Besitzer weg, PCs werden abgeschaltet.
- MAC Adressen mit üblichen Kameraherstellern vergleichen. Die ersten 2
bis 3 Byte der MAC sollten eine enge Eingrenzung zulassen.
Aber Achtung: Es muss nicht sein, dass es wirklich eine WLAN Kamera ist,
die Dinger gibts auch ohne WLAN auf 2.4 GHz.