Hallo zusammen,
auf Digikey und auch sonst ist der Mikrocontroller in großer Menge
vorhanden. Spricht was gegen den Einsatz in Industrieelektronik?
Kern Cortex-M0+, viel Speicher, I2C/SPI/UART (kein CAN) hört sich gut
an.
Datenblatt überflogen und keinen Ausschluss für kommerzielle Anwendungen
gefunden.
Was meint ihr?
Entwickler schrieb:> Spricht was gegen den Einsatz in Industrieelektronik?
Es kann "stören", daß das Programm gegen Auslesen/Kopieren nicht
geschützt ist. Und es gibt nur diesen einen Typ ohne
Ausweichmöglichkeit.
Am besten gleich 10 Rollen auf Lager legen ;-)
Wie schon gesagt das Flash ist extern, man muss also dem Layout auch
etwas mehr Liebe widmen wenn man damit durch die EMV will als
bei einem anderen Controller wo alles intern ist.
Olaf
Vielleicht noch paar ergänzende Fragen. Gibt es von der Raspi Foundation
eine Ankündigung oder Commitment für die Fertigungslaufzeiten?
Auf welchem Halbleiterprozess laufen sie? Davon wird es vermutlich
abhängen,
ob das Design auf kleine Strukturen portiert wird oder nicht.
Dem Preis nach zu beurteilen, sind die vermutlich auf 450mm Wafer und
damit
eher schon <40nm.
> Gibt es von der Raspi Foundation> eine Ankündigung oder Commitment für die Fertigungslaufzeiten?
Obsolescence Statement
RP2040 will remain in production until at least January 2030
Die Frage ist natuerlich, glaubst du denen mehr oder weniger wie
einer anerkannten Firma?
> damit eher schon <40nm.
Bestimmt, weil das wohl auch der Grund fuer den externen Flash ist.
Das kommt in der letzten Zeit bei den schnellen Bausteinen immer
mehr in Mode.
Du musst dir allerdings auch Sorgen machen ob die passenden Flash
bekommst, die sind gerade auch Mangelware.
Olaf
Olaf schrieb:> Du musst dir allerdings auch Sorgen machen ob die passenden Flash> bekommst, die sind gerade auch Mangelware.
Falls die 150 k von Mouser nicht reichen vielleicht noch die 438 k von
DK abgreifen.
J. S. schrieb:> vor der großen Chipkrise hätte man vielleicht gewarnt "Vorsicht,> Verfügbarkeit ungewiss"
Ja, es ist schon schmerzvolle Realsatire, dass ausgerechnet RP2040,
ESP8266 und ESP32 problemlos zu haben sind, während die bewährten
Klassiker namhafter Hersteller seit vielen Monaten nicht kaufbar sind.
Bei der Raspberry Foundation und Espressif gibt es deswegen bestimmt
jeden Tag Sekt statt Mineralwasser. Etwas besseres konnte denen wohl
kaum passieren.
Ich hab das meiste auf gigadevice Chips umgestellt.
Umstieg von Stm32 ist oft mit keinen/minimalen Änderungen machbar.
Bei mouser habe ich jetzt schon seit 1nem Jahr überhaupt kein
Lieferdatum...davor würde es schon fast ein Jahr quartalsweise
verschoben.
nRF Chips habe ich gegen esp32 Module getauscht.
Schon wirklich krass... Besser verfügbar und dazu noch billiger.
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> Ja, es ist schon schmerzvolle Realsatire, dass ausgerechnet RP2040,> ESP8266 und ESP32 problemlos zu haben sind, während die bewährten
Ach, das ist einfach Marktwirtschaft. Die Teile kauft halt kaum
einer und deshalb sind sie preiswert auf dem Markt.
Was glaubst du wohl was gerade bei ST im Verkauf abgeht. Die baden alle
im Schaumwein.
Wer jetzt gerade Schnappatmung bekommt, niemand interessiert sich fuer
ein paar Bastler die sich einen ESP32 kaufen. Die ST-Controller werden
von Firmen rollenweise (Mehrzahl) gekauft.
Und beim RP2040 kommt noch dazu das er gerade ein gutes Timing hatte,
der kam ja kurz vor den Problemen erst raus, der steckt also noch in
keinen Projekten drin. Ausserdem hat er doch ein paar markante
Unterschiede zu etablierten Controllern, daher wird man den auch nicht
so einfach in ein laufendes Projekt reindesignen.
Olaf
Hans W. schrieb:> Ich hab das meiste auf gigadevice Chips umgestellt.
Wo beschaffen, wenn nicht selber machen?
Bei LCSC sind alle Typen "discontinued". Bleibt auch die Frage, ob die
nicht bald auf einer Sanktionsliste stehen, wenn es neben einem Zar auch
wieder einen CN-Kaiser gibt.
Soweit ich weiß, ist bei denen der FLASH-Speicher auch abgesetzt und
nicht gerade auslesesicher.
Olaf schrieb:> Wer jetzt gerade Schnappatmung bekommt, niemand interessiert sich fuer> ein paar Bastler die sich einen ESP32 kaufen
Mag sein, aber ich denke schon dass sich wegen dem Chipmangel jetzt seht
viele Profis für den ESP32 interessieren, die ihn vorher nicht einmal
ausprobieren wollten. Das wird bestimmt zu erheblichen
Umsatzsteigerungen führen.
m.n. schrieb:> Hans W. schrieb:>> Ich hab das meiste auf gigadevice Chips umgestellt.>> Wo beschaffen, wenn nicht selber machen?> Bei LCSC sind alle Typen "discontinued". Bleibt auch die Frage, ob die> nicht bald auf einer Sanktionsliste stehen, wenn es neben einem Zar auch> wieder einen CN-Kaiser gibt.> Soweit ich weiß, ist bei denen der FLASH-Speicher auch abgesetzt und> nicht gerade auslesesicher.
Das dürfte wieder Mal ein Bug bei lcsc sein... Von ein paar Wochen stand
da schon Mal was im eevblog Forum und das wurde von lcsc auch
bestätigt.
Bei uns gibt's die bei tme gegen sonderbestellung.
Auslesesicher ist ein Stm32 auch bei weitem nicht. Der gd32f103 hat
einen langsamen Flash integriert, der beim reset in einen Raum kopiert
wird und von dort läuft. Bei den größeren machen sie das anscheinend aus
Kostengründen nicht und laufen direkt aus einem schnellen Flash.
Für auslesesicherer halte ich das "secure boot" beim esp32. Dafür ist
die Peripherie dort mies...
Ich glaube nicht, dass ICs von uns in absehbarer Zeit sanktioniert
werden. Dafür müsste man zuerst von TSMC unabhängig werden...
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Olaf schrieb:> Wie schon gesagt das Flash ist extern, man muss also dem Layout auch> etwas mehr Liebe widmen wenn man damit durch die EMV will als> bei einem anderen Controller wo alles intern ist.
Nunja: das Layout des Pico ist "offen". Viel besser, als der Flash dort
angebunden ist, kann man es wohl kaum machen. Ich sehe jedenfalls nichts
nennenswert verbesserungswürdiges.
Sprich: gekonnt klauen und alles ist gut. Zumindest bestmöglich.
Bei der Versorgung hingegen ist noch einiges an Potential. Insbesondere
natürlich dann, wenn man das Konzept eines eigenen RP2040-Designs
grundlegend gegenüber einem Pico ändert. Da geht einiges deutlich
besser, als es durch das Konzept des Pico-Moduls erzwungen wurde.
Tatsächlich: Wirklich kein Problem. Der RP2040 ist wirklich auch
EMV-technisch sehr pflegeleicht. Da hatten wir schon SEHR viel
problematischeres.
c-hater schrieb:> Bei der Versorgung hingegen ist noch einiges an Potential. Insbesondere> natürlich dann, wenn man das Konzept eines eigenen RP2040-Designs> grundlegend gegenüber einem Pico ändert. Da geht einiges deutlich> besser, als es durch das Konzept des Pico-Moduls erzwungen wurde.
Meinst Du die 1.1V für den Core (DVDD) mit einem externen Schaltregler
zu erzeugen statt mit dem integrierten Linearregler aus IOVDD?
>>> damit eher schon <40nm.>>Bestimmt, weil das wohl auch der Grund fuer den externen Flash ist.>>Das kommt in der letzten Zeit bei den schnellen Bausteinen immer>>mehr in Mode.>>Du musst dir allerdings auch Sorgen machen ob die passenden Flash>>bekommst, die sind gerade auch Mangelware
Warum integriert man den Flash bzw EEPROM nicht? Benötigt das zuviel
Platz trotz der schmalen structuren von 40nm?
Stefan ⛄ F. schrieb:> viele Profis für den ESP32 interessieren
Ich sehe den ESP32 immer öfter in Musik-Elektronik. Zuletzt erst im
Artiphon Orba und dem WIDI Master.
Flash schrieb:> Warum integriert man den Flash bzw EEPROM nicht?
Da das Teil wohl von Softwerkern entwickelt wurde, werden die das
ausführbare Programm ins RAM kopieren und den QSPI-FLASH als
Massenspeicher verwenden.
Ein kleines EEPROM dazuzupacken kostet aber auch nicht viel ausser einer
IIC-Schnittstelle mit zwei GPIOs.
Benedikt M. schrieb:> Ich sehe den ESP32 immer öfter in Musik-Elektronik. Zuletzt erst im> Artiphon Orba und dem WIDI Master.
Das sind eben Künsteler mit einer Vorliebe für Arduino-LIBs.
Flash schrieb:> Warum integriert man den Flash bzw EEPROM nicht? Benötigt das zuviel> Platz trotz der schmalen structuren von 40nm?
Es benötigt vor allem auch zusätzliche Herstellungsschritte, die für
reine Logik nicht nötig sind. Jeder zusätzliche Schritt macht den Chip
teurer und steigert das Risiko, dass irgendwo auf dem Wafer ein Fehler
auftritt, d.h. die Ausbeute sinkt.
Dadurch kann es insgesamt billiger sein, Flash und Logik getrennt zu
produzieren und zu testen und dann in ein gemeinsames Gehäuse zu
verpacken, wie es Gigadevice macht. Oder eben dem Kunden zu überlassen,
wieviel Flash er will und wo er den hernimmt.
RP2040 wird in 40 nm Technologie hergestellt
https://de.wikipedia.org/wiki/RP2040 . Bei 40 nm braucht Flash einiges
an Klimmzügen und etxtra Ferigungsschritte.
m.n. (Gast)
29.07.2022 12:06
>Benedikt M. schrieb:>> Ich sehe den ESP32 immer öfter in Musik-Elektronik. Zuletzt erst im>> Artiphon Orba und dem WIDI Master.>Das sind eben Künsteler mit einer Vorliebe für Arduino-LIBs.https://www.thomann.de/de/artiphon_orba.htm
Da steht:
"Artiphon hat seinen Sitz in Nashville, Tennessee. Zu den beteiligten
Ingenieuren gehören Mitarbeiter von Space X, Blue Origin, Line 6 und
Yamaha."
Wo finde ich denn, dass da ein ESP32 mit Arduino-LIBs drinn ist?
Christoph M. schrieb:> "Artiphon hat seinen Sitz in Nashville, Tennessee. Zu den beteiligten> Ingenieuren gehören Mitarbeiter von Space X, Blue Origin, Line 6 und> Yamaha."
"Long distance information, give me Memphis, Tennessee. Help me find the
party trying to get in touch with me."
Na und?
Christoph M. schrieb im Beitrag
> Wo finde ich denn, dass da ein ESP32 mit Arduino-LIBs drinn ist?
Von Arduino Libraries weiß ich nichts, aber wenn man sich die Firmware
Updates im Detail anschaut, kommt man darauf, dass es einen Prozessor
für die kapazitiven Touchbuttons gibt und einen ESP32 Application
Processor.
Flash schrieb:> Warum integriert man den Flash bzw EEPROM nicht? Benötigt das zuviel> Platz trotz der schmalen structuren von 40nm?
Schon bei wesentlich langsameren CPUs muss das Flash intern schon z.B.
mit 128bit Breite angebunden werden, damit bei direkter Ausführung
dieser nicht zum Flaschenhals wird. Bei bedingten Sprüngen gibt es dann
einen Waitstate. Bei 133MHz macht das alles keinen Sinn mehr, da wird
dann aus dem RAM ausgeführt. Klar könnte man trotzdem den Flash
integrieren, notfalls über einen zweiten Die, aber so ist es halt
flexibler. Als WSON in 4x4 tut das vom Platz her auch nicht mehr weh.
m.n. schrieb:> Da das Teil wohl von Softwerkern entwickelt wurde, werden die das> ausführbare Programm ins RAM kopieren und den QSPI-FLASH als> Massenspeicher verwenden.
Unsinn. Spätestens mit dieser Äußerung hast du vollkommen zweifelsfrei
kund getan, dass du nicht nur vom RP2040 speziell keinerlei Ahnung hast,
sondern darüber hinaus auch nicht von vielen anderen Designs, die halt
auf externem seriellen Flash aufsetzen.
Natürlich kann man Teile des Codes explizit in den RAM laden, macht
das aber typisch nur für sehr zeitkritische Sachen, also z.B. ISRs.
Alles andere läuft in einem transparenten Cache. Ja klar, der ist
natürlich ebenfalls im RAM, aber man muss sich eben nicht weiter darum
kümmern. Man sollte sich aber natürlich dringend hüten, in den Cache-RAM
was anderes reinzuschreiben als dort reingehört ;o)
Letztlich ist das ein heutzutage vollkommen übliches Design. Langsamerer
Speicher wird halt in schnellerem gecached. Auf PC-Technik z.B. gibt es
mittlerweile u.U. sogar bis zu vier Stufen Caching. Und die erzielte
Performance zeigt: das IST nützlich.
Um dir das klar zu machen: hier passiert was vollkommen anderes als die
Sache mit den Waitstates, die du aus historischen Designs mit
parallelem, langsamen Speicher kennst...
c-hater schrieb:> Um dir das klar zu machen: hier passiert was vollkommen anderes
Es ist mir schon klar, was hier passiert. Du bist wieder in die
Kanalisation abgestiegen und möchtest mich nun auf Dein Niewo bringen.
m.n. schrieb:> Es ist mir schon klar, was hier passiert.
Deine Äußerung ließ darauf keinesfalls schließen. Vielleicht nächstes
Mal sinnvoll und verständlich formulieren, was du tatsächlich sagen
möchtest?
> Du bist wieder in die> Kanalisation abgestiegen und möchtest mich nun auf Dein Niewo bringen.
Kanalisation? Nö, da hast du wohl was falsch verstanden. Caches haben
nichts mit Kanalisation zu tun.