Hallo Liebes Forum
Ich versuche gerade für einen Freund eine DOT Matrix Platine für einen
Flippe zu reparieren. Wie man auf Bild sehen kann, hat es auf der
Platine wohl mal etwas geschmort und ich wollte bevor wir ne neue
Platine kaufen, erst mal die Bauteile auswechseln. Den IC und den
Widerstand bei Reichelt zu finden war nicht schwer.
Das kleine gelbe Bauteil macht mir aber Probleme. Ich kann nicht
einschätzen was das für ein Bauteil ist. Leider hilft mir auch das
Handbuch hier nicht weiter. Dort ist nämlich leider keine Beschreibung
dieser Bauteile aufgelistet.
Hat jemand von euch eine Idee was das sein könnte?
Vielen Dank
Michael
Michael schrieb:> Hat jemand von euch eine Idee was das sein könnte?
Ein Kondensator über der Versorgungsspannung eines jeden ICs, typischer
Wert 100nF.
Wolfgang schrieb:> hinz schrieb:>> 103 = 10nF>> Tatsächlich, mit etwas Fantasie lässt sich das auf dem Photo erahnen ;-)Wolfgang schrieb:> hinz schrieb:>> 103 = 10nF>> Tatsächlich, mit etwas Fantasie lässt sich das auf dem Photo erahnen ;-)
Mann kann auch in der Teileliste nachsehen: BYPASS .01µF/50V
Michael schrieb:> hat es auf der> Platine wohl mal etwas geschmort und ich wollte bevor wir ne neue> Platine kaufen, erst mal die Bauteile auswechseln
Lass das, da hat garnichts geschmorrt.
Verbrannte PCB siehst Du. Schwarze Kohle und die Glasfasern schauen
raus.
Das hier ist einfach ein wenig Nebel vom jahrelangen Betrieb.
Mit Deinem Rumgestocher erreichst Du garnichts.
Besorg Dir einen Schaltplan und messe.
Michael schrieb:> Wie man auf Bild sehen kann, hat es auf der> Platine wohl mal etwas geschmort
Würde ich nicht so sehen. Sieht eher aus wie ordinärer Dreck, im
konkreten Fall vermutlich Teer-Kondensat (aus Tabakqualm stammend).
Stimmts: Im normalen Betriebsfall steht die Platine senkrecht und zwar
mit derselben Orientierung wie auf deinem Foto, der Dreckfleck also
bezüglich der Schwerkraft oberhalb der vier Widerstände?
Das würde meine Theorie deutlich erhärten. Das Kondensat fällt an dieser
Stelle an, weil die Widerstände im Betrieb relativ warm werden, die
Platine darüber aber verglichsweise kalt ist. Die Widerstände erzeugen
mit ihrer Abwärme sowas wie einen lokalen Zyklon, der den Teer in der
Umgebungsluft förmlich anzieht und er fällt dann auf die kalte Platine
aus.
> Das kleine gelbe Bauteil macht mir aber Probleme.
Vermutlich nicht. Das ist nur ein 10nF-Stützkondensator (Keramik). Die
gehen fast nie nie kaputt, da fliegt viel eher der Deckel irgendeines IC
weg. Ich möchte natürlich nicht ausschliessen, dass auch mal so ein
Stützkondensator abrauchen kann, erlebt habe ich es aber in 40 Jahren
Praxis noch nie.
Kurzfassung: das gelbe Teil wird mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit NICHT das Problem sein.
in 9 von 10 Fällen fällt alte Elektronik aus weil irgendeine
Betriebsspannung nicht mehr da ist oder durch eingetrocknete Elkos
lustig vor sich hinrippelt.
c-hater schrieb:> Ich möchte natürlich nicht ausschliessen, dass auch mal so ein> Stützkondensator abrauchen kann, erlebt habe ich es aber in 40 Jahren> Praxis noch nie.
Die enden durchaus mal mit Kurzschluss.
Das ging ja super schnell. Erstmal VIELEN DANK für die Aufklärung über
die Thematik eines Blockkondensators und auch noch über die Bezeichnung
eines solchen.
> Das kleine gelbe Bauteil macht mir aber Probleme.
Das war darauf bezogen, dass ich Probleme habe es zu identifizieren ;)
Nen Schaltplan hab ich zwar, weiß aber nicht genau wo ich anfangen soll
mit dem messen. Komme aus der IT da stöpselt man heutzutage eher
Messgeräte iwo rein und guckt aufs Display bis da OK/PASS steht :D
Betriebsspannung der Platine kann ich prüfen. Ein Multimeter hab ich
hier Zuhause. Aber wie soll ich z.B. so einen 74HC74 IC messen? Der hat
ja ne Schaltlogik intern. Da fehlt mir einfach die Erfahrung fürchte
ich.
hinz schrieb:> Die enden durchaus mal mit Kurzschluss.
Ja, die SMD Typen durch falsche Orientierung auf einer instabilen PCB.
Bei THD noch niemals erlebt.
Michael schrieb:> Aber wie soll ich z.B. so einen 74HC74 IC messen?
Du sollst keine einzel ICs messen, sondern das was hinten rauskommen
soll.
Es gehen auch immer mehr Hersteller dazu über die hochkomplexe
Schaltlogig eines D-FlipFlops wie dem 74HC74 im Datenblatt zu
beschreiben. :-/
Multimeter ...
Ein besserer Phasenprüfer, mehr nicht.
Ziemlich ungeeignet um Logigabläufe zu checken.
Prüf die Spannungen!
Michael K. schrieb:> in 9 von 10 Fällen fällt alte Elektronik aus weil irgendeine> Betriebsspannung nicht mehr da ist oder durch eingetrocknete Elkos> lustig vor sich hinrippelt.
So isses. Ich würde sogar auf 98..99 von 100 erhöhen.
Michael K. schrieb:> hinz schrieb:>> Die enden durchaus mal mit Kurzschluss.>> Ja, die SMD Typen durch falsche Orientierung auf einer instabilen PCB.> Bei THD noch niemals erlebt.
Hab ich auch bei THD schon mehrfach erlebt.
Michael schrieb:> Betriebsspannung der Platine kann ich prüfen. Ein Multimeter hab ich> hier Zuhause.
Das ist ziemlich unzureichend. Damit kannst du bestenfalls überprüfen,
ob im zeitlichen Mittel die richtige Spannung anliegt.
Michael schrieb:> Hat jemand von euch eine Idee was das sein könnte?
Ich habe es noch nicht erlebt dass ein Logik-Chip defekt war, jedenfalls
nicht wenn die Versorgungsspannung im erlaubten Bereich blieb.
Du solltest erst mal ganz grundlegende Dinge prüfen.
Den Kondensator kannst du ruhig gegen einen 100nF Keramik-Kondensator
austauschen, kostet 0,1 Cent und etwas Arbeit.
Wenn du die Versorgungsspannung nicht mit einem Oszi messen kannst, dann
miss doch einfach die Kapazität der großen Elektrolyt-Kondensatoren,
welche die niedrige Eingangsspannung (50Hz und vielleicht 12V ?)
glätten.
Im laufe der Zeit trocknen sie aus und verlieren sie ihre Kapazität.
Sie können aber auch einen Parallelwiderstand bilden. So dass dir ein
einfaches Kapazitätsmessgerät eine riesige Kapazität anzeigt wenn der
Strom teilweise intern im Kondensator zu Wärme umgewandelt wird.
Also am besten:
- Elko (C4 und C7) auslöten
- Elko über einen Widerstand (1k oder 10k Ohm) laden (2V oder 5V reichen
aus, wir wollen nur wissen ob er die Spannung hält) und den
Spannungsabfall am Widerstand messen. Der Strom müsste irgend wann auf
0V sinken da der Kondensator ja irgend wann voll sein sollte.
An 10kOhm müsste ein 150µF Elko nach 7,5 Sekunden zu 99% voll geladen
sein.
Ansonsten:
Hast du die beiden Sicherungen geprüft?
Schau dir alle Bauteile an die warm werden können, die fallen am
häufigsten aus. Auch die Widerstände, welche warm werden, ein mal
durchmessen. Bei diesen Widerständen lösen sich durch das ausdehnen und
zusammenziehen gerne mal eine der Endkappen (da wo die Drähte dran
sind). Den Riss im Lack sieht man oft nicht.
Sind Relais vorhanden? Die Kontakte verbrutzeln mit der Zeit.
Stephan schrieb:> ich denke wer das gelbe Teil nicht als C erkennt sollte da gar nicht> herum messen
Jeder hat ein mal so angefangen. Man lernt ja aus Neugier und nichts
fördert den Willen sich Wissen anzueignen mehr als die Praxis und eine
Herausforderung.
Wenn er es nicht hinbekommt landet die Platine im Elektroschrott. Wenn
es nur eine Kleinigkeit ist und er es hinbekommt, dann gibt es aber
einen Grund sich zu freuen.
hinz schrieb:> Hab ich auch bei THD schon mehrfach erlebt.
Okay, so sammelt jeder andere Erfahrungen.
Wenn es sowas ist, fehlt aber trotzdem eine der Spannungen und solange
das NT noch versucht zu treiben wird der Kerko heiß, was gut mit
Kältespray zu finden ist.
Da wo sich der Raureif zuerst auflöst, ist die Wärmequelle.
Ansonsten führt herumgestocher und Bauteiltausch auf Verdacht in der
allerseltensten Fällen zum Erfolg.
Wenn der TO wenigstens irgendetwas über die Art des Defektes erzählen
würde, könnte man ja qualifiziert raten.
WAS geht an dem Dotmatrix Display nicht mehr?
Auf welche Art zeigt sich der Fehler?
Fotos aller PCBs und des Gesammtaufbaues etc. pp.
Nichts davon haben wir.
Nur jemanden ohne Messequipment, ohne große Elektronik Kenntnisse, ohne
Schaltplan, mit der festen Überzeugung das es diese PCB sein muss, weil
ein völlig unwesentlicher Nebelschleier auf der PCB ist.
Jetzt einfach auf den völlig unwahrscheinlichen Fall eines defekten
Kerkos zu tippen, nur weil der TO was über den Kerko fragt, halte ich
für nicht Zielführend.
Jupp, ich würde auch mal in 'nem Flipperforum das Fehlerbild
beschreiben.
Dort kriegst Du bestimmt bessere Hilfe, einfach weil man da die
typischen Macken der (alten) Elektronik schon gut kennt. Da sind die
Chancen größer, dass Du auch ohne weitere Messgeräte die fehlerhaften
Teile findest bzw. Tipps kriegst was typischerweise kaputt geht.
Lohnt sich auf jeden Fall sowas instandzusetzen, wenn man sich mal die
Preise für (Gebraucht-)Flipper anschaut...