Daß man mit USB-Interface-Chips wie dem FT245/232 kein USB Mass Storage
Device implementieren kann, liegt nicht am Treiber (auf der PC-Seite),
denn den würde man bei einem MSD ja gar nicht benutzen.
Vielmehr liegt das daran, daß diese Chips "abgeschlossene"
USB-Devices sind, bei denen man als Anwender die eingebaute
USB-Firmware überhaupt nicht beeinflussen kann.
Um selbst irgendwelche USB-Funktionalitäten zu implementieren, muss man
ein USB-Interface-IC verwenden, bei dem man den USB Device Stack selbst
in der Hand hat - wo dieser also auf einem selbstprogrammierten
Microcontroller läuft.
Die FTxxx-ICs sind gewissermaßen "black boxes", in denen ein nicht
umprogrammierbarer Microcontroller vor sich hin werkelt.
Realistische Chancen hat man entweder mit Microcontrollern mit
eingebautem USB-Interface (Cypress EzUSB) oder aber mit externen
USB-Interfaces wie dem Philips PDIUSBD11/12.
Darauf aufbauend ein Mass Storage Device aufzubauen, ist allerdings
eine heftige Aufgabe - wie in einem anderen ausführlichem Thread
bereits ausführlich diskutiert, implementiert ein MSD nur einen
einfachen Blockzugriff auf ein (großes) Speichermedium. Die Verwaltung
des Dateisystems darauf wird vom angeschlossenen PC übernommen.
Daher darf dieses nur dann mit Inhalten gefüllt werden, wenn es nicht
mit einem PC verbunden ist oder aber nur vom PC über USB.
Ein einfacher dauerhafter Dateizugriff der Art "Microcontroller
schreibt Datei in Speicher, PC kann diese über USB sehen" ist mit
einem MSD nicht realisierbar.
Das entspräche dem gleichzeitigen Anschluss einer Festplatte an zwei
PCs - hier bekommt der eine PC auch nicht mit, daß ihm hinterrücks die
Daten geändert werden, wenn der andere PC auf die Platte schreibt.
Solche Lösungen sind nur mit Systemen umsetzbar, bei denen das
Dateisystem vom Microcontroller und eben nicht vom PC gehandhabt wird.
Das ist beispielsweise bei embedded Web-Servern der Fall, diese aber
werden nicht via USB, sondern über Netzwerkinterfaces angeschlossen.
Der von mir früher in diesem Thread erwähnte Cypress-Controller ist nur
dann zu nutzen, wenn das betreffende Gerät nur gelegentlich mit einem PC
verbunden wird - wie es bei festplattenbasierten mp3-Playern ja nun der
Fall ist.
Ein transparenter Dateisystemzugriff ist auch hier aus gerade erwähnten
Gründen nicht möglich.