Hallo miteinander,
wir haben hier ein paar ältere Digitalvideorecorder aus den späten 90ern
bekommen.
Diese sind von der Bedienung her für den gewünschten einsatzzweck
optimal und sollten daher möglichst lange am Leben gehalten werden.
Entwickelt wurden die Geräte 97/98 rum, es ist von "Standard-SCSI" die
Rede, in einigen alten Wechselrahmen sind Seagate Baracuda (50 pin)
verbaut.
Wie ist das nun mit der Abwärtskompatibilität? Angeblich soll ja
paralleles SCSI grundsätzlich abwärtskompatibel sein. Heisst das, ich
kann da auch Ultra 2 oder 320-Platten dran anschliessen?
Die bekommt man ja gerade noch so, man könnte sich also noch gut mit
eindecken.
Wer kann mir da ein wenig dazu sagen?
Jens Plappert schrieb:> Heisst das, ich kann da auch Ultra 2 oder 320-Platten dran anschliessen?
Ja, sollte gehen, du brauchst dann halt einen Adapter.
Gut ist es, wenn man dafür die Platten auf "Force SE" jumpern kann.
Meine eigenen 50poligen habe ich inzwischen schon alle weggeschmissen,
die hättest du sonst gegen Versandkostenerstattung haben können.
In meinem HP16700 betreibe ich auch eine U320-Platte mit 72 GB an
einem 50poligen Bus. Perlen vor die Säue, aber das war die einzige
hinreichend große Platte, die ich nach dem Tod der vorherigen gerade
rumliegen hatte. ;-)
Moin,
lang ist's her...
SCSI war eine tolle Sache, DAMALS.
Es gibt eine ganze Reihe von Standards, sowohl was die
Datenübertragungs- wie auch die Stecker-/Kabel-Schnittstelle anbelangt.
Du findest dazu genügend Informationen wenn Du nach SCSI googelst.
ABER: Überlege, ob es Sinn macht!
Du musst zum einen Zeit investieren um Dich schlau zu machen
(Kabellänge, Jumper, Terminatoren, Schnittstellendefinitionen, ...) und
Dich zum anderen mit relativ teuren (€ pro MB) SCSI-Platten eindecken.
Und die werden vom Liegen auch nicht besser!
An Deiner Stelle würde ich schauen, ob es einen SCSI-auf-USB-Adapter
gibt. Dann 24x7 USB-Platte/n dran (entspricht technischer
SCSI-Platten-Qualität) und gut ist.
Viel Erfolg,
Volker
Volker S. schrieb:> entspricht technischer SCSI-Platten-Qualität
Jein. Nicht vom Datendurchsatz bei konkurrierenden Zugriffen, aber
das wird hier egal sein.
Jens Plappert schrieb:> Heisst das, ich> kann da auch Ultra 2 oder 320-Platten dran anschliessen?
Prinzipiell schon. Aber so ganz ohne ist es trotzdem nicht. Modernere
SCSI-Platten (U160/320) kommen meist auch mit höherer Drehzahl daher
(10k oder 15k) und brauchen daher mehr Strom als die alten, insbesondere
beim Anlauf. Das kann u.U. zu Problemen führen, wenn das Gerät kein
entsprechend starkes Netzteil hat. Desweiteren werden diese Platten
wegen ihrer relativ hohen Leistungsaufnahme schweineheiß und benötigen
zwingend eine aktive Kühlung. Bevor ihr euch eindeckt, solltet ihr also
zunächst testen, ob der Recorder mit den anvisierten Platten klar kommt.
Jens Plappert schrieb:> Weiss jemand, ob es zuverlässige SCSI-USB Umsetzer gibt?
Es gab so etwas, würde Euch aber nicht helfen, weil es genau andersrum
ist. Damit kann man an einem USB-Host SCSI-Geräte anschließen, nicht
aber an einem SCSI-Host USB-Geräte.
Es gab mal Adapter, mit denen man IDE/PATA-Platten an SCSI-Hosts
anschließen konnte, vielleicht ist so etwas ja noch auftreibbar.
Kombiniert man das mit einem PATA-SATA-Adapter, hat man zwar eine schöne
Adapterei, kann aber mit aktuellen SATA-Platten und sogar SSDs arbeiten.
Google spuckt u.a. das hier aus:
http://www.vesalia.de/d_acard.htm
Und das hier, es gibt also auch direkt SCSI-SATA-Adapter:
http://www.scside.de/
Icke ®. schrieb:> Desweiteren werden diese Platten wegen ihrer relativ hohen> Leistungsaufnahme schweineheiß und benötigen zwingend eine aktive> Kühlung.
Bei 15000 U/min ja, aber 10000er werden nicht viel wärmer als der Kram,
der zu der Zeit gang und gäbe war, als das Teil neu war.
Jörg Wunsch schrieb:> 10000er werden nicht viel wärmer als der Kram,> der zu der Zeit gang und gäbe war
Nicht so heiß wie die 15k-Boliden, aber ohne Kühlung auf jeden Fall warm
genug, daß es der Lebensdauer abträglich ist. Die einzigen wirklich
"coolen" 10k-Platten, die ich kenne, sind die Velociraptor von WD. Die
kommen unter Last mit ca. 5 Watt aus.
An dem "Centronicsähnlichen" Stecker kannst Du über ein entsprechendes
Adapterkabel ein externes Gehäuse anschließen, dieses könnte dann
Platten mit den neueren Connectoren (Wide-)Ultra aufnehmen.
Das sollte man noch als Neuware bekommen können und könnte auch aktuelle
SCSI-Platten noch einbauen. Günstig wird das allerdings nicht werden.
Interne Platten mit genau der Spezifikation (50 pol. Pfostenstecker) und
18GB gebraucht zu bekommen (die Platten hatten zur Zeit der
Pfostenstecker meistens eher so 4GB oder 9GB) dürfte schwer sein, die
meisten dieser Platten wurden sicher schon entsorgt oder werden jetzt zu
Mondpreisen angeboten :-)
Ok, und im allgemeinen ist die Kompatibilität auch so, dass ich eine
U320 Platte über Extern und passende (andere und wohl auch viel
billigere) Wechselrahmen betreiben kann?
Sind Problemen bezüglich der Größe o.ä. zu erwarten?
Wird SCSI eine zu Große Platte her gar nicht erkennen oder mit kleinerer
Kapazität mounten oder ist das schlicht und einfach Geräteabhängig?
An dieser Stelle übrigens schon mal vielen vielen Dank für die sehr
hilfreichen Antworten an alle!
Jens Plappert schrieb:> Entwickelt wurden die Geräte 97/98 rum, es ist von "Standard-SCSI" die> Rede, in einigen alten Wechselrahmen sind Seagate Baracuda (50 pin)> verbaut.
Das passt aber nicht zu der Bezeichnung und dem Link, den du weiter
unten genannt hast.
Dort steht Wide-SCSI.
Mach mal ein Bild vom Anschlußstecker des Wechselrahmens.
Jens Plappert schrieb:> Wird SCSI eine zu Große Platte her gar nicht erkennen oder mit kleinerer> Kapazität mounten
SCSI "mountet" gar nichts, es ist zunächst erstmal nur eine
Schnittstelle. Anders als bspw. die ganz alten IDE-Controller reicht der
SCSI-Controller aber keine CHS-Parameter an das OS weiter, sondern
Blocknummern, wie das in Form von LBA später auch bei ATA eingeführt
wurde. Daher konnten schon anno dunnemals relativ große Platten ohne
Unterstützung des PC-BIOS verwendet werden. Bis zu welcher Plattengröße
das funktionert, hängt einerseits von Controller-BIOS ab und
andererseits vom Betriebssystem. Es ist also...
> einfach Geräteabhängig
Da wir weder über die Controllerfirmware deines Recorders, noch über
dessen Betriebssystem etwas wissen, können wir nur raten, welche
Plattengröße funktionieren wird. Typische, kritische Grenzen (beim PC
mit 512MB Sektorgröße) sind bspw. 8GB und 128GB.
Hallo Klausb, die Adapter würden mich schon rein zum probieren
interessieren. Ich denke ja, dass das SCSI Host auf IDE-Platte sind,
oder?
Da du als Gast angemeldet bist, kann ich dir leider nichts schicken.
Grüßle
Jens
Jens Plappert schrieb:> Sind Problemen bezüglich der Größe o.ä. zu erwarten?
Das alte READ(6)/WRITE(6)-Kommando konnte nur 2 GiB (bei 512 Byte
großen Blöcken) adressieren.
Wenn dein Gerät jedoch überhaupt mit mehr als dieser Größe umgehen
konnte, dann hat es (mindestens) READ(10)/WRITE(10) implementiert, die
32 Bit für die Blocknummer benutzen. Damit kann man (wenn ich mich
nicht verrechnet habe) 2 TiB adressieren, also alle irgendwie hier
in Frage kommenden Plattentypen.