Hallo,
Wir haben große Probleme mit einem Auftrag, den wir einem Bestücker
gegeben haben und ich hoffe hier jemanden zu finden, der ein ähnlichen
Problem schon mal gelöst hat.
Es geht um die Bestückung von ein paar Prototypen einer Platine. Der
Bestücker hat die Platine und alle Bauteile mittlerweile seit etwa drei
(!!!) Monaten.
Ich rufe regelmäßig an wie der Status ist. Mittlerweile haben sie den
dritten angekündigten Liefertermin nicht eingehalten. Stattdessen höre
ich immer nur Ausflüchte von wegen: "Die Bestückung macht eine externe
Firma und die hält sich an keine Absprachen, Termine, ...".
Oft heißt es, dass sie nochmal zurückrufen, das klappt aber auch nur in
30% der Fälle.
Wir werden wohl als nächstes eine Frist setzten müssen und bei nicht
einhalten die Teile zurück fordern. Aber dann bin ich ja auch nur auf
dem Status von vor 4-5 Monaten (mehr als die Zeit die der Bestücker die
Bauteile hat, da ich jetzt wieder Angebote einholen muss. Und Bestücker
lassen sich ja in der Regel sogar für die Aussage "Dafür haben wir
momentan keine Kapazitäten frei" viele Wochen Zeit).
Gibt es noch etwas anderes was man sinnvoll tun kann? z.B.
Schadensersatzforderungen? Wobei ich gehört habe, dass das in
Deutschland sehr schwierig bis unmöglich ist.
Ich weiß nicht die wievielte schlaflose Nacht ich habe, weil ich mein
Projekt nicht fertigstellen kann...
Dass der Kunde der König ist, ist in Deutschland ja schon lange nicht
mehr der Fall. Aber was man mit vielen Bestückern mit macht ist einfach
die Härte!
Schöne Grüße,
Christian
Christian schrieb:> Wir werden wohl als nächstes eine Frist setzten müssen und bei nicht> einhalten die Teile zurück fordern.
Das hättet ihr eben schon bei der 2. oder 3. Terminüberschreitung tun
müssen. Nachträglich ist da nichts mehr zu machen, ihr müsst jetzt die
Lieferung anmahnen als ob sie erst seit gestern überfällig wäre.
Gruss Reinhard
Die dritte Terminüberschreitung ist erst ein paar Tage her. Von daher
würde ich sagen das könnte noch eine Option sein. Nur wirklich glücklich
bin ich damit auch nicht. Wenn wir das Zeug zurück bekommen bin ich wie
gesagt auf dem Stand von vor Monaten.
Im Prinzip gerne. Nur 2x BGA viele ICs mit Powerpad und über 500
Bauteile...
Wir haben zwar eine Infrarot Rewokstation, mit der man sowas vielleicht
machen kann, aber ich traue mir nicht zu da tatsächlich zuverlässig die
BGAs aufzulöten.
Hin fahren und die Sachen abholen könnte ja auch eine Option sein.
Evt. bei Prototpyen an eine andere Frima wenden.
Nicht alle Bestücker sind so wie beschrieben. :-)
Wenn die Bauteile und die LP da sind, darf so etwas eigentlich nicht
länger wie 2 Wochen dauern!!
Das ist aber immer das selbe Problem mit den Bestückern. Viele nehmen
Prototypen nur Zähneknirschend an und machen diese irgendwann wenn die
Linie frei ist.
Wie schon beschrieben suche dir lieber jemanden der auf die Bestückung
von Prototypen spezialisiert ist.
@Christian: Oja da kann ich auch ein Lied von singen. Schön ist auch
wenn von 10 Prototypen nur 4 auf Anhieb funktionieren und auf den
restlichen falsch bestückte Bauelemente sitzen (Dioden, falsche
Widerstandswerte etc.)
Das Problem ist das die meisten Bestücker bei Prototypen einen Großteil
von Hand löten lassen und die Maschine nur für BGAs und andere Chips.
Dabei passen aber viele Fehler...
Noch vor einer Weile kamen auch viele Bestücker mit dem bleifreien Löten
nicht zurecht und mußten erstmal Dummys löten usw. Das hat sich aber
mittlerweilse gebessert.
Mittlerweile haben wir im Haus eine einigermaßen anständige Lötwerkstatt
(Reflow, Dampfphase, HA-Bestücker etc.) und können das meiste selbst
machen (lassen).
Ins Auto steigen, Hin fahren, Alles Abholen.
Starte eine Anfrage bei F-Y-E.de, die kann ich Dir auch empfehlen, das
ist ein "Empfehlungs-Netzwerk", die Aufträge an Firmen vermitteln, die
alle persönlich bekannt sein müssen...
siehe auch: www.find-your-engineer.de/
Empfehlen kann ich auch:
http://www.mair-elektronik.de/
Die machen recht gute Preise und machen auch Prototypen und sind sehr
gut aufgestellt. ( X-Ray, AOI, Dampfphase, Selektiv Löten, Reinraum
ect.)
erstmal herzliches beileid.
hast du mal hier geguckt?
http://www.mikrocontroller.net/articles/Platinenhersteller
(viele) platinenhersteller bieten auch bestückungsservice an.
wir bestellen unsere platinen (auch prototypen) oft bei contag oder auch
bei pcb-pool oder wuerth electronic incl bestückung. dabei senden wir
ihnen allerdings nur die "sonderbausteine" meist ICs zu, den rest machen
die selber. gerade bei kleinserien kann sich das rechnen, da die
bestücker meist größere mengen bestellen und dadurch bessere preise
bekommen. man muß allerdings vergleichen.
Bestücki schrieb:> Hin fahren und die Sachen abholen könnte ja auch eine Option sein.
Nein, die haben es an eine weitere Firma weitergegeben, ka Welche.
>> Evt. bei Prototpyen an eine andere Frima wenden.
und welche??
>> Nicht alle Bestücker sind so wie beschrieben. :-)>
bisher habe ich nur befriedigende und mangelhafte Erfahrungen gemacht
keine positiven.
> Wenn die Bauteile und die LP da sind, darf so etwas eigentlich nicht> länger wie 2 Wochen dauern!!>
klar...
> Das ist aber immer das selbe Problem mit den Bestückern. Viele nehmen> Prototypen nur Zähneknirschend an und machen diese irgendwann wenn die> Linie frei ist.>> Wie schon beschrieben suche dir lieber jemanden der auf die Bestückung> von Prototypen spezialisiert ist.
Wenn die Firma angibt, dass die Prototypen macht, dann kann ich davon
jawohl mal ausgehen...
Mario Grafe schrieb:> @Christian: Oja da kann ich auch ein Lied von singen. Schön ist auch> wenn von 10 Prototypen nur 4 auf Anhieb funktionieren und auf den> restlichen falsch bestückte Bauelemente sitzen (Dioden, falsche> Widerstandswerte etc.)> Das Problem ist das die meisten Bestücker bei Prototypen einen Großteil> von Hand löten lassen und die Maschine nur für BGAs und andere Chips.> Dabei passen aber viele Fehler...> Noch vor einer Weile kamen auch viele Bestücker mit dem bleifreien Löten> nicht zurecht und mußten erstmal Dummys löten usw. Das hat sich aber> mittlerweilse gebessert.
Dass die Bauteile dann falsch drauf sind ist natürlich Schuld des
Kunden: "Die lagen verdreht in der Stange"
Allerdings hatten wir nie größere Probleme, wenn die Prototypen erst mal
da waren.
>> Mittlerweile haben wir im Haus eine einigermaßen anständige Lötwerkstatt> (Reflow, Dampfphase, HA-Bestücker etc.) und können das meiste selbst> machen (lassen).
Darüber denke ich auch nach. Was musstet ihr dafür Zahlen?
@frankman:
Danke für den Tipp. Ich überlege das mal auszuprobieren. Oder lieber den
Bestücker zu nehmen den wir vorher hatten. Da wartet man zwar Wochen auf
ein Angebot und wenn die Dokumentation nicht 100% eindeutig ist lötet er
es irgendwie auf, aber besser als nochmal so ein Fiasko.
@babsy:
Der Bestücker ist in dieser Liste aufgeführt und als sehr gut
bewertet...
Platinen lassen wir da auch machen, das Funktionierte bisher immer sehr
gut.
hm,
wieoft habt ihr da denn schon platinen bestücken lassen?
einerseits kann immer irgendwo etwas schief gehen, aber 3 monate und
wenn er auch noch alle bauteile geliefert bekommen hat ist etwas viel -
sehr viel.
ich würde meine bauteile zurück fordern und deinem ansprechpartner
unmissverständlich mitteilen wie enttäuchst du /ihr seid und
konsequenzen ankündigen, und dann dort ggf nicht mehr bestellen.
etwas anders wirst du nicht machen können, außer "drohen".
ich weiß zwar nicht wie teuer die Bautiele waren, aber die würde ich
unter umständen auch abschreiben und ihm mitteilen das er den "schieß"
behalten kann und er sich nicht erdreisten solle sich nochmal zu melden.
allerdings sind gute bestücker schwer zu finden.
zum reflowofen
guck mal da
http://www.mesago.de/messekatalog/00131/index.htm
das sind hersteller - es gibt auch gebrauchte anlagen, einfach einmal
nachfragen.
bei meinem früheren arbeitgeber stand ein reflowofen von IBL.
aber vielleicht reicht ja auch soetwas
http://www.essemtec.ch/product.aspx/Reflow-Oefen-Schubladen-Reflowoefen/Batch-Reflowofen/?ArtNr=RO%2D06%2DPLUS
Bestücki schrieb:> Bisher kein Grund zur Klage.
Auch Prototypen? Wenn man große Stückzahlen bei denen fertigen lässt,
dann mag man zufrieden sein, weil man ein guter Kunde ist, aber wenn
die Stückzahlen das nicht hergeben, dann werden nur die großen Stamm-
kunden gut bedient. Das ist aber nicht nur in dieser Branche so.
Da muss man dran bleiben und wenn das nicht funzt, zieht man seinen
Auftrag zurück. Schadensatz wird sich kaum durchsetzen lassen, weil
man keinen Schaden nachweisen kann.
an alle, die meinen, einfach hinfahren und zurückholen:
In Deutschland gilt immer noch das Bürgerliche Gesetzbuch, darin sind
Wildwestmethoden nicht vorgesehen. Wird ein Auftrag nicht wie vereinbart
erledigt, so muss erst mal der Auftragnehmer in Verzug gesetzt werden
und ein angemessener Termin für die ordnungsgemässe Lieferung gesetzt
werden. Und das natürlich schriftlich und beweisbar.
Eine Einkaufsabteilung muss das beherrschen, alles andere ist mangelnde
Professionalität des Auftraggebers, und die Konsequenzen sind
selbstverschuldet. Das soll keineswegs eine Rechtfertigung für den
Bestücker sein, aber wenn 2 Ahnungslose aufeinandertreffen kann nur
selten was Vernüftiges herauskommen.
Gruss Reinhard
babsy schrieb:> hm,> wieoft habt ihr da denn schon platinen bestücken lassen?
Das zweite Mal. Der andere Auftrag lief ok.
> einerseits kann immer irgendwo etwas schief gehen, aber 3 monate und> wenn er auch noch alle bauteile geliefert bekommen hat ist etwas viel -> sehr viel.
Standard Rs und Cs haben wir nicht geliefert, sonst fast alles. Es waren
3 Monate, nachdem er sagte, dass er alles hat.
> ich würde meine bauteile zurück fordern
das ist der nächste Schritt.
> und deinem ansprechpartner> unmissverständlich mitteilen wie enttäuchst du /ihr seid und
Habe ich schon mehrfach.
> konsequenzen ankündigen,
Welche wären? Soweit ich weiß kann man Schadensersatzforderungen in
Deutschland praktischgesehen vergessen.
> und dann dort ggf nicht mehr bestellen.
Ich habe ihm sogar gesagt, dass ich demnächst in anderem Rahmen einige
tausend Platinen bestücken lassen muss (Tatsächlich sollten es etwa um
die 3500 sein, vielleicht auch 1500 mehr). Und dass dann meine jetzigen
Erfahrungen sicher auswirkungen auf die Auswahl des Bestückers haben
werden und ich wohl nicht bei ihnen bestellen würde.
Er meinte nur, dass er es verstehen kann und auch so machen würde.
Größtes Problem ist wohl, dass die Bestückung an eine andere Firma
ausgelagert wurde und die nichts tun. Angeblich.
> etwas anders wirst du nicht machen können, außer "drohen".> ich weiß zwar nicht wie teuer die Bautiele waren, aber die würde ich> unter umständen auch abschreiben und ihm mitteilen das er den "schieß"> behalten kann und er sich nicht erdreisten solle sich nochmal zu melden.
Insgesammt sind es schon ein paar tausend Euro. Da wir nicht eine so
große Firma sind ist das schon ziemlich bitter.
> allerdings sind gute bestücker schwer zu finden.>> zum reflowofen>> guck mal da> http://www.mesago.de/messekatalog/00131/index.htm> das sind hersteller - es gibt auch gebrauchte anlagen, einfach einmal> nachfragen.
Ok, leicht unübersichtlich aber ein Anfang.
> bei meinem früheren arbeitgeber stand ein reflowofen von IBL.> aber vielleicht reicht ja auch soetwas> http://www.essemtec.ch/product.aspx/Reflow-Oefen-S...
Fehlt noch was für das Auftragen der Paste und am liebsten für das
Platzieren der Bauteile. Ist aber auf jeden Fall interessant.
Ich habe mich jetzt man in der Hirarchie der Firma bis fast ganz oben
durchtelefoniert, vielleicht wird es doch noch etwas.
@Reinhard:
Ja, wir haben heute eine Frist gesetzt.
Hauptsächlich Prototypen und Kleinserien <50Stk aber ein paar größere
Serien haben die auch schon für uns gemacht.
Qualität war in Ordnung die Muster liefen und der Zeitplan wurde
eingehalten.
Die haben die Bauteile alle selber besorgt.
Das mit dem selber fertigen ist immer so eine Sache:
Drucker
Ofen
und ein Place system
Da kommt schon ein wenig zusammen. Ob sich das immer so lohnt ist eine
andere Frage. Die muss mach sich selbst beantworten können.
Bei uns war dies ein klares nein.
liefern die Reflowofenhersteller eigendlich auch, einfach nachfragen,
ansonsten haben die bestimmt kontakte.
joa ist der messekatalog von der SMT Nürnberg, wenn du wirklich vorhast
einen Reflowofen zu kaufen würd ich dir empfehlen da hin zu gehen, da
sieht man die Öfen in "action" :)
ein paar tausend euro für die bauteile der prototypen ???
oha, naja dann bauteile zurück fordern. wo der die beuteile her nimmt
ist nicht dein problem, sondern das vom platinenhersteller /bestücker,
auch wenn er den auftrag raus gibt.
ich würde mittlerweile vielleicht mal mit einem anwalt reden, wenn die
bauteile für die prototypen wirklich so teuer sind / waren.
Mich würde interessieren in welchem Raum sich Christian aufhält!
Ich arbeite auch in der Bestückung, und kenne sein Problem. Aber gute
Bestücker optimieren fortlaufend ihren Prozess, so das sogar Prototypen
auf der Maschine (be uns jedenfalls) bestückt werden. Nur irgendwelche
Exoten welche wir per Hand verlöten möchten, setzen wir wirklich per
Hand! Auch Funkmodule wie das BTM-222 wird von Hand verlötet, da eine
Maschienlötung nicht in Frage kommt.
Nicht vergessen, das die AGB vom Lieferanten(Bestücker) gelten
und wenn vertraglich ein verbindlicher Termin vereinbart wurde, dann
hat man das auch zu beweisen.
Ansonsten wird man vor Gericht ganz schön abblitzen.
Such dir einen Bestücker welcher eine Mydata 500 oder equivalent hat.
Es gibt einige, welche auch Prototypen machen und die stripes zu einem
Reel splicen und das in einer normalen Bestückungslinie durchlaufen
lassen.
Zum externen Auslagern der Bestückung. Schau mal die AGB bezüglich
Weitergabe von Daten ohne deine Genehmigung.
Ev. könnte es ja da Problem sein, daß in China bestückt wird, und die
Ware einfach im Zoll oder beim Transport hängengeblieben ist. Oder wenn
es blöd hergeht, die Chinakopie vor eurer auf dem Markt ist, oder auch
die Chinesen ein Problem haben und es nicht melden wollen.
Was anderes. Die Bauteile sind einiges Wert. Könnt ihr davon ausgehen,
daß die Bauteile richtig verwendet werden (MSL, ESD).
Ich würde das mit einem Nein beantworten. Da wird warscheinlich vor dem
Bestückten ein Rebaking anstehen, und das machen die wenigsten.
Dasselbe kann mit der Leiterplatte passieren, wenn sie nicht
ordnungsgemäß
aufbewahrt wurde, nur äußerst schwer lötbar.
Ich würde auch versuchen nicht nur die Frist mit Bußgeld bei
nichteinhalten
sondern auch Garantien für das korrekte Einhalten von MSL/ELD
usw bzw auch Aufzeichnungen von Lötprofilen usw anfordern.
Es ist schwer und der neue Bestücker kann unter Umständen schlechte
Arbeit
abliefern weil die Bauteile und Leiterplatte nicht ordnungsgemäß
aufbewahrt worden sind.
Welche Leiterplatten sind es, welche Oberflächenbehandlung.
Wieviele Bauteile haben den MSL level höher oder gleich 2A.
Wieviele Bauteile sind ESD gefährdet.
Was kosten die Bauteile jeweils in den obigen gruppen.
Ist der Betrieb ISO9000 zertifiziert ?
Wie sind die AGB wegen Weitergabe von Daten, garantien.
Welcher Klasse wurde dem Fertiger für die Fertigung mitgeteilt.
Habt ihr die Platinen gestellt oder nicht ?
In den AGBs kann ich nichts finden zur Behandlung der Daten außer, dass
sie sich an die Gesetze halten...
@Chris:
Mydata ist ein Hersteller von Bestückungsautomaten? Warum muss es grade
dieser Hersteller sein?
Wie es mit MSL und ESD aussieht weiß ich ehrlichgesagt nicht so genau.
So weit ich weiß sind BGAs sehr empfindlich.
Die Firma, der wir den Auftrag gegeben haben ist nach ISO9000
zertifiziert. Zumindest die Platinenherstellung. Bei der Bestückung kann
ich es gerade nicht finden.
Wie es bei der Firma aussieht, die den Auftrag ausführt kann ich nicht
sagen, da ich nicht weiß welche Firma es ist.
Es sind vier Platinen, die Oberflächen sind vergoldet. Die Platinen
haben wir beigestellt. Die machen auch einen erheblichen Anteil des
Wertes aus.
Chris schrieb:> Ich würde auch versuchen nicht nur die Frist mit Bußgeld bei> nichteinhalten
Na, Bußgeld werden von Behörden verhängt, nicht von Firmen
und ihren Geschäftsinteressen. Ob man da überhaupt was machen
kann ist eine Frage des Vertrages. Wenn man Zielvorgaben nicht
vereinbart hat, dann ist man mit unter der Gelackmeierte.
An sich kann man nur Wandeln, Mindern oder vom Vertrag
zurück treten, aber man muss auch dem Vertragspartner
die Chance geben den Vertrag zu erfüllen. Dazu setzt man
Fristen und wenn der Partner in Verzug gerät kann man
kündigen, evtl. Schadenersatz geltend machen, aber der
Weg ist steinig und dürfte wenig bringen weil man Zeit
nicht einklagen kann. Einen Anwalt zu fragen scheint wohl
der beste Rat zu sein.
> @Chris:> Mydata ist ein Hersteller von Bestückungsautomaten? Warum muss es grade> dieser Hersteller sein?
Nein, der Mydata 500 ist eine art Tintenstrahl Lötpastendrucker.
Wie gesagt auch vergleichbare, es gibt auch andere Hersteller.
Damit erspart man sich, ich nehme mal an,
zwei Siebdruckschablonen welche auch mit 220€ zu Kasse schlagen sowie
das Personal diese zu reinigen und ein weiterer Vorteil ist, man spart
Zeit, da die Siebdruckschablonen nicht bestellt sowie auf deren
Lieferzeit
gewartet werden muss. Für Klein- und Mitelserien ist sowas ideal.
>> Wie es mit MSL und ESD aussieht weiß ich ehrlichgesagt nicht so genau.> So weit ich weiß sind BGAs sehr empfindlich.
Nicht nur die. Was nützt dir ein Prototyp wenn die Lötungen nicht halten
oder die IC teilweise falsch funktionieren wegen falscher MSL/ESD
Behandlung. Das kostet teilweise mehr diversen Fehlern nachzujagen um
dann
herauszufinden, es lag am Board, wenn man den Fehler endlich entdeckt.
Bei der Gelegenheit, BGA und Prototypen, da ist von Vorteil wenn der
Bestücker ein Xray Gerät hat und es da durchlaufen lässt. Da sieht man,
ob die Lötverbindungen in Ordnung sind oder der Ball noch nicht
geschmolzen
ist und somit ein Wackelkontakt besteht, ein Fehler der bei einer
Jtag Messung als OK noch durchgeht und oft durch falsches Layout oder
falsche Reflowkurve gemacht wird. Ansonsten sind bei solchen Platinen
Bestücker welche ein Vapour Phase reflow Ofen haben vorzuziehen, da
diese
Fehler dort vermindert auftreten. Im Xray ist vieles vom Benutzer
abhängig,
80% der Operator, 20% das Gerät und es hat eine Fehlerquote von ca 10%.
> Die Firma, der wir den Auftrag gegeben haben ist nach ISO9000> zertifiziert. Zumindest die Platinenherstellung. Bei der Bestückung kann> ich es gerade nicht finden.
Entweder das ist ein Leitenplattenhersteller welcher die Bestückung
einer
anderen Firma übergibt, oder er hat keine ISO9000 Zertifizierung und
kauft
die Platinen nur bei einer ISO9000 zertifizierten Firma ein. Ich tippe
auf letzteres.
>> Wie es bei der Firma aussieht, die den Auftrag ausführt kann ich nicht> sagen, da ich nicht weiß welche Firma es ist.>
Da in den AGB nichts einthalten ist hast du das Recht bzg Datenschutz
die Firma usw zu wissen und auch was sie von dir gespeichert hat, bzw
könntest du die Firma, welche die Daten unerlaubt weitergegeben hat,
auch verklagen. Da hättest du ein Druckmittel um mit der anderen Firma
direkt in Kontakt zu treten um zu wissen was Klartext ist, bzw auch
günstig aus dem Vertrag auszusteigen ohne komplikationen.
Dass er dich als Kunde verloren hat ist im sicherlich bewusst, wenn
nicht
sogar recht, daß er dich eventuell nur für größere Aufträge als Kunde
haben möchte. Der Bestücker, mit dem ich gut zusammenarbeite nimmt auch
nur größere Lose an. Ich muss z.B. 3-4 Projekte auf dieselbe
Nutzenbreite
trimmen damit er mir überhaupt den Auftrag annimmt und eine
Maschinenzeit
von mindestens 45 Minuten komme, reiner Setup-Preis 300€ was ich
rausbekommen habe und er geht damit noch sehr auf mich ein.
Für kleinere oder dringende Sachen nehme ich andere Bestücker.
Wenn es Schablonen gibt, dann sucht du dir einen Bestücker welcher die
Schablonen benutzen kann und bezahlst die Schablonen natürlich, kein
Thema, läss dich aber auch da beim Preis nicht über den Tisch ziehen.
Frag ev. bei einem Schablonenhersteller den Preis nach, die Bestücker
bekommen sowieso Rabatt aufgrund deren Einkaufsmenge. Auch deshalb ist
es wichtig daß du dich mit der Firma in verbindung setzt. Es kann sich
z.B. rausstellen daß eine ihrer Maschinen defekt ist und sie deshalb
eine verminderte bis gar keine Produktionskapazität haben. Wenn sie
nicht auf den Kosten der Schablonen sitzen bleiben wären es in diesem
Falle für sie nur vorteilhaft wenn sie deinen Auftrag nicht machen
müssten. Geht aber nur, wenn der neue Bestücker denselben
Schnellspannrahmen verwendet sowie dasselbe Format.
Ansonsten könnte es für dich vorteilhaft sein, mal ein Angebot mit und
ohne Leiterplatte machen zu lassen, z.B. bei http://www.kuttig.de/de/
nur mal den Preis zu vergleichen und dann ev. auch abzuwägen ob es ev.
Sinn
macht einfach 200€ zu zahlen um die Sachen zurückzubekommen und das
Board woanders bestücken zu lassen sollten die Schablonen nachweislich
vorhanden sein, oder ob man beim nächsten Projekt
nicht günstiger und besser woanders wegkommt.
Den link hatte ich in Google gefunden, also keine Empfehlung, war nur
der erste Link als ich nach einem Bestücker
mit dem besagten Gerät gesucht hatte welcher auch Prototypen macht.
> Es sind vier Platinen, die Oberflächen sind vergoldet. Die Platinen> haben wir beigestellt. Die machen auch einen erheblichen Anteil des> Wertes aus.
Dir ist aber bekannt, daß wenn die Platinen ohne Vacuumverpackung und
ohne Trockenmittel nach einer gewissen Zeit nicht mehr problemlos
zu verarbeiten sind ? Wenn die nähmlich zu viel Feuchtigkeit aufsaugen
kann es passieren daß Vias nicht mehr zuverlässig arbeiten und bei
leichter mechanischer Beanspruchung (Biegung) dann nicht mehr leiten
weil
die Feuchtigkeit durch die rapide Erhitzung die Vias beschädigt, wenn
sie
notgedrungen aus der Platte entweicht.
Gold hat bei Vakumverpackung eine Haltezeit von 12-14 Monaten,
mit Silika-gel bzw im Feuchtigkeitskontrolliertem Schrank max 6 Monate.
Wenn der Verdacht besteht, daß die PCB nicht fachgerecht aufbewahrt oder
transportiert wurden, bei 80 Grad für 12 Stunden backen, das kann jedes
Haushaltsbackgerät.
Temperatur sollte jedoch mit einem externem Gerät überprüft werden.
Nachher nicht vergessen Silika-gel beizulegen. Was die Bauteile
betrifft,
da muss man mehr über deren MSL level wissen sowie über die verwendete
Verpackung.
Bußgeld war der falsche Begriff, danke für die Berichtigung.
Es ist aber auch üblich Konventionalstrafen zu vereinbaren,
seien es auch nur die Einrichtungskosten des Bestückers.
Dies wird vielfach bei Projekten gemacht, wo es wichtig ist, daß der
Kunde das Produkt bei einer Messe zeigen kann und die Zeit drängt.
Das kann auch in folgender Form sein:
Termin X, Konventionalstrafe ab X+2KW nach dem Termin,
wobei Termin X auch abhänging von der Bauteilbeschaffung ist und ev.
erst nach Bauteilbeschaffung festgesetzt wird.
guest schrieb:> gewartet werden muss. Für Klein- und Mitelserien ist sowas ideal.
Ah, sieht wirklich interessant aus. Ich will gar nicht wissen was sowas
kostet...
>> Ansonsten sind bei solchen Platinen> Bestücker welche ein Vapour Phase reflow Ofen haben vorzuziehen, da> diese> Fehler dort vermindert auftreten. Im Xray ist vieles vom Benutzer> abhängig,> 80% der Operator, 20% das Gerät und es hat eine Fehlerquote von ca 10%.
Ich stimme auf jeden Fall zu. Als wir den Auftrag vergeben haben war ich
aber erst mal froh überhaupt einen Bestücker gefunden zuhaben, es machen
will.
Firma übergibt, oder er hat keine ISO9000 Zertifizierung und
> kauft> die Platinen nur bei einer ISO9000 zertifizierten Firma ein. Ich tippe> auf letzteres.
Ich habe mir das Zertifikat mal angesehen. Sie sind für Herstellung von
Platinen und Bestückung zertifiziert.
>> Es sind vier Platinen, die Oberflächen sind vergoldet. Die Platinen>> haben wir beigestellt. Die machen auch einen erheblichen Anteil des>> Wertes aus.> Dir ist aber bekannt, daß wenn die Platinen ohne Vacuumverpackung und> ohne Trockenmittel nach einer gewissen Zeit nicht mehr problemlos> zu verarbeiten sind ?
Ja ist es. Wir haben die Platinen daher auch in der Verpackung des
Herstellers gelassen (war Vakuumverpakt und mit Silikat). Ob die
Platinen da immernoch drin sind weiß ich natürlich nicht...
> Gold hat bei Vakumverpackung eine Haltezeit von 12-14 Monaten,> mit Silika-gel bzw im Feuchtigkeitskontrolliertem Schrank max 6 Monate.> Wenn der Verdacht besteht, daß die PCB nicht fachgerecht aufbewahrt oder> transportiert wurden, bei 80 Grad für 12 Stunden backen, das kann jedes> Haushaltsbackgerät.
Dass man Platinen Backen muss, wenn sie nicht korrekt gelagert wurden
habe ich auch mal gelesen. Ich hatte nur 24h bei 90°C im Kopf. Ein
anderer Bestücker sagte mir dazu aber auch mal, dass das den Platinen
auch nicht so wirklich gut tut.
> Bußgeld war der falsche Begriff, danke für die Berichtigung.> Es ist aber auch üblich Konventionalstrafen zu vereinbaren,> seien es auch nur die Einrichtungskosten des Bestückers.> Dies wird vielfach bei Projekten gemacht, wo es wichtig ist, daß der> Kunde das Produkt bei einer Messe zeigen kann und die Zeit drängt.> Das kann auch in folgender Form sein:> Termin X, Konventionalstrafe ab X+2KW nach dem Termin,> wobei Termin X auch abhänging von der Bauteilbeschaffung ist und ev.> erst nach Bauteilbeschaffung festgesetzt wird.
Sowas würde ich sicher gerne beim nächsten Mal festlegen. Aber ob sich
der Bestücker dann überhaput noch auf Herstellung von Prototypen
einlässt?
Unabhängig davon ist mir selbst auch klar, dass ich besser mehr über
Bestückung wissen sollte. Kann mir jemand ein Buch empfehlen? Oder eine
Internetseite?
guest schrieb:> z.B. bei http://www.kuttig.de/de/
die sind zwar gut, bei denen kommen aber auch fehler vor grabsteine, ICs
falschrum, falsches IC, fehlende bauteile etc
@Christian
fehler passieren immer wieder, dagegen ist keiner gefeilt.
aber so ein mist wie bei deiner bestückerbude ist mir bei/mit kuttig bis
jetzt auch noch nicht vorgekommen - eigendlich noch nie knock on wood
Happy End... oder auch nicht.
Die Platinen kommen heute zu uns, haben sich bei der Bestückung aber
angeblich so sehr verzogen, dass sich Finepitch-Stecker abgehoben haben.
Zuerst dachte ich an ein Problem mit dem Design, aber der Lagenaufbau
ist so weit symmetrisch (wie es geht).
Wir hatten auch schon ähnliche (gleiche Lagenzahl, gleiche Größe)
Platinen bei einem anderen Bestücker. Da gab es nie Probleme. Und da war
das Kupfer deutlich asymmetrischer auf die Lagen verteilt als bei der
aktuellen Platine.
Dann hoffe ich mal, dass man wenigstens noch einen Teil der Funktionen
mit den Prototypen testen kann.
Christian schrieb:> haben sich bei der Bestückung aber> angeblich so sehr verzogen, dass sich Finepitch-Stecker abgehoben haben.
Klingt danach, als wenn die das Temperaturprofil beim Löten nicht
im Griff haben.
Michael S. schrieb:> Klingt danach, als wenn die das Temperaturprofil beim Löten nicht> im Griff haben.
oder die angeschlossenen kupferflächen(Vcc, masse, etc) oder dicke
bauteile (smd-spulen) ziehen die wärme weg ...
babsy schrieb:> oder die angeschlossenen kupferflächen(Vcc, masse, etc) oder dicke> bauteile (smd-spulen) ziehen die wärme weg ...
Das dürfte nichts ausmachen weil das Profil da für eine sanfte Erwärmung
sorgen soll. Wenn es allerdings überhitzt wird dann kann ich mir den
vom TO geschilderten Fall schon gut vorstellen.
Wir haben mal bei einer IR-Reflow in der Anfangszeit Platinen in
Briketts verwandelt weil keiner das mit dem Profil im Griff hatte.
Jedenfalls waren die Baugruppen auch ziemlich verbogen.
Nach mehren Versuchen wurden die Regler auf geringere Temperaturen
eingestellt und dann ging es wie erwartet, obwohl das Profil dann
so schief war, das es eigentlich gar nicht hätte gehen dürfen.
Es sind einige große Spulen bei Schaltreglern / zum Abblocken vorhanden.
Hier sind auch entsprechende großflächige Verbindungen zu Kupferflächen
vorhanden. Hier Wärmefallen einzubauen würde allem wiedersprechen, was
ich über Platinendesign verstanden zu haben glaube, was ich in
Datenblättern und Guides von/über Schaltreglern gelesen habe und was man
hier im Forum gesagt hat, als die Platine entstanden ist.
Damals hieß es, dass man Wärmefallen bei Reflow am besten auf der ganzen
Platine weg lassen sollte, da viele parasitäre Eigenschaften und nicht
notwendig.
Jedenfalls habe ich schon Platinen mit mehr Bauteilen und mehr Spulen
gesehen, die auch nicht krumm waren.
Ich denke schon, dass es gehen muss...
Wärmefallen machen, wenn richtig eingesetzt, natürlich Sinn. Z.B. bei
THT-Verbindungen von Steckern (Wellenlöten) und wenn es viele
angeschlossene Powerlagen daran gibt. Komplett sinnlos sind diese bei
Vias.
Aber auch bei Reflow braucht man gelegentlich Wärmefallen, nämlich dann,
wenn z.B. ein kleiner 0402 Widerstand auf einer Seite das Pad komplett
im Cu liegt und das andere Pad mit z.B. einer 150µm breiten LB
angeschlossen ist:
das gibt mit Sicherheit einen Grabstein (Tombstoning) durch zu
unterschiedliche Wärmeaufnahme der Pads. D.h. hier müssen Wärmestege her
!
Aber verbogene Platinen enstehen so eher nicht. Hier könnte in der Tat
ein asymetrischer Lagenaufbau oder/ und eine ungünstige Cu-Verteilung
Schuld sein:
> Und da war das Kupfer deutlich asymmetrischer auf die Lagen verteilt als> bei der aktuellen Platine ...
Ich vermute, du wirst uns hier keine Bilder der einzelnen Lagen zeigen,
vielleicht aber den Lagenaufbau.
Gruss Uwe
Christian schrieb:> Es sind einige große Spulen bei Schaltreglern / zum Abblocken vorhanden.> Hier sind auch entsprechende großflächige Verbindungen zu Kupferflächen> vorhanden.
das bedeutet du hast eine "dicke" spule (z.b. WE-SPC) ohne thermal
relief auf eine kupferfläche gesetzt?
Michael S. schrieb:> Das dürfte nichts ausmachen weil das Profil da für eine sanfte Erwärmung> sorgen soll. Wenn es allerdings überhitzt wird dann kann ich mir den> vom TO geschilderten Fall schon gut vorstellen.>> Wir haben mal bei einer IR-Reflow in der Anfangszeit Platinen in> Briketts verwandelt weil keiner das mit dem Profil im Griff hatte.
?? das profil sorgt für eine sanfte erwärmung, allenanschein nach kommt
sie wärme aber nicht am lötpad an oder? es gibt nicht "eine" kurve wie
du schon richtig bemerkt hast und man kann über die temperaturkurve
nicht alles "rausreißen".
die spulen z.b. WE-SPC, das gehäuse nimmt schon alleine sehr viel wärme
auf, sind die pads ohne thermal relief an kupferflächen / dicke
leiterbahnen angeschlossen, geht wieder wärme "verloren" und wenn es
sich dazu noch um eine mehrlagige platine handelt mit mehreren
kupferlagen geht die wieder wärme flöten.
und was sind noch für ICs auf der platine? wie temperaturempfindlich
reagieren die? weißt du das? es kann schon viel alleine durch falsche
platzierung schief gehen.
Christian schrieb:> Jedenfalls habe ich schon Platinen mit mehr Bauteilen und mehr Spulen> gesehen, die auch nicht krumm waren.
ich hab schon schiefe/verzogene platinen gesehen auf denen gar keine
spulen drauf waren, nur krümelzeugs. die platinen haben sich allein
durch "schlechte" leiterbahnführeung verzogen.
Babsy schrieb:> die spulen z.b. WE-SPC, das gehäuse nimmt schon alleine sehr viel wärme> auf, sind die pads ohne thermal relief an kupferflächen / dicke> leiterbahnen angeschlossen, geht wieder wärme "verloren" und wenn es> sich dazu noch um eine mehrlagige platine handelt mit mehreren> kupferlagen geht die wieder wärme flöten.
Natürlich ist der Idealfall für den Bestücker eine Platine mit
aufgelockerter Bestückung in etwa gleich großer Bauteile mit geringer
Kupferdichte. Aber viel Kupfer macht eine Platine nicht wirklich zu
einem Problemfall (solange halbwegs gleichmäßig verteilt). Beim Reflow
wird die ganze Baugruppe großflächig beidseitig erhitzt. Duch die große
Oberfläche im Vergleich zu ihrer Masse wird die Platine selbst dadurch
vergleichsweise problemlos auf Löttemperatur gebracht. Große
Kupferflächen auf Platinen mit vielen Innenlagen sind schon seit
Jahren/Jahrzehnten Tagesgeschäft für jeden Bestücker.
Ein deutlich größeres Problem dagegen sind große, massige Bauteile. Da
musst du erst mal genug Wärme rein kriegen, dass auch die Pads
Endtemperatur erreichen. Setz z.B. ein paar große SMD-Elkos dicht
zusammen und schon hast du ein schönen Problemfall. Einerseits wird viel
Wärme benötigt um Löttemperatur zu erreichen und die Elkos schatten sich
gegenseitig von der Reflow-Wärme ab. Andererseits sind die Elkos
empfindlich auf Übertemperatur. Da würdest Du Dir sogar wünschen, dass
die Pins thermisch gut angebunden sind, damit darüber Wärme reinkommt
und die Pads schnell Temperatur erreichen. Wenn Du wartest, bis über das
Bauteil die Temperatur reinkommt, sind andere Teile womöglich schon
überhitzt.
Christian schrieb:>> Gold hat bei Vakumverpackung eine Haltezeit von 12-14 Monaten,>> mit Silika-gel bzw im Feuchtigkeitskontrolliertem Schrank max 6 Monate.>> Wenn der Verdacht besteht, daß die PCB nicht fachgerecht aufbewahrt oder>> transportiert wurden, bei 80 Grad für 12 Stunden backen, das kann jedes>> Haushaltsbackgerät.> Dass man Platinen Backen muss, wenn sie nicht korrekt gelagert wurden> habe ich auch mal gelesen. Ich hatte nur 24h bei 90°C im Kopf. Ein> anderer Bestücker sagte mir dazu aber auch mal, dass das den Platinen> auch nicht so wirklich gut tut.
Das ist schwer von der Oberfläche abhängig. OSP, chem. Zinn oder HAL
dürfen nicht gebacken werden, weil die Oberfläche dadurch leidet.
> Im Xray ist vieles vom Benutzer abhängig,> 80% der Operator, 20% das Gerät und es hat eine Fehlerquote von ca 10%.
Unsinn. Wenn wir über BGAs reden, dann 40% Layouter, 40% Operator, 20%
Gerät.
Das Pad-Design hat deutlichen Einfluss darauf, ob man Lötfehler unter
dem X-Ray überhaupt erkennen kann.
Man kann nicht einfach für ein Design, das auf ICT oder Flying Probe
abgestimmt ist, plötzlich die Teststrategie ändern und auf X-Ray gehen.
Für jede Teststrategie gibt es unterschiedliche Designrules. Hält sich
der Layouter nicht dran, dann ist auch der beste Operator nicht genug.
>> Das ist schwer von der Oberfläche abhängig. OSP, chem. Zinn oder HAL> dürfen nicht gebacken werden, weil die Oberfläche dadurch leidet.>
Hal hat nichts mit fine pitch (BGA,...) zu suchen, OSP darf nur einmal
im Reflow gelötet werden, nichts für rework, also auch nichts für
Prototypen,
hauptsächlich für Großserien. Ich sprach auch von 80 Grad, also nicht
das
Schnellverfahren bei 120 oder 125 Grad. Das geht auch für chemisch Zinn.
>> Im Xray ist vieles vom Benutzer abhängig,>> 80% der Operator, 20% das Gerät und es hat eine Fehlerquote von ca 10%.>> Unsinn. Wenn wir über BGAs reden, dann 40% Layouter, 40% Operator, 20%> Gerät.> Das Pad-Design hat deutlichen Einfluss darauf, ob man Lötfehler unter> dem X-Ray überhaupt erkennen kann.> Man kann nicht einfach für ein Design, das auf ICT oder Flying Probe> abgestimmt ist, plötzlich die Teststrategie ändern und auf X-Ray gehen.> Für jede Teststrategie gibt es unterschiedliche Designrules. Hält sich> der Layouter nicht dran, dann ist auch der beste Operator nicht genug.
Dem würde ich für Xray widersprechen. Und die landpattern sowie stencil
sind meistens sowieso den Herstellerangaben entsprechend gezeichnet.
Keiner will Gewährleistung machen, weil er nicht die vom Hersteller
definierten design rules genommen hat.
Ein Beispiel, hier LGA mit vom Hersteller vorgegebenen land pattern und
stencil apertures sowie thickness.
Chris schrieb:>>>> Das ist schwer von der Oberfläche abhängig. OSP, chem. Zinn oder HAL>> dürfen nicht gebacken werden, weil die Oberfläche dadurch leidet.>>> Hal hat nichts mit fine pitch (BGA,...) zu suchen, OSP darf nur einmal> im Reflow gelötet werden, nichts für rework, also auch nichts für> Prototypen,> hauptsächlich für Großserien. Ich sprach auch von 80 Grad, also nicht> das> Schnellverfahren bei 120 oder 125 Grad. Das geht auch für chemisch Zinn.
Nicht jeder BGA ist FinePitch. Bei 1mm-Raster mit 0,4mm-Pad geht HAL
wunderbar.
Deine Bedenken bzgl. OSP im Prototypensektor sind übertrieben. OSP kann
nicht zweiseitig gelötet werden, dem stimme ich zu. Aber nach dem
Reflow-Löten hast du sowieso Zinn auf den Pads, das geht im rework
problemlos.
80/90°C ist immernoch Temperaturstress, und unter Temperaturstress
leiden nunmal die Oberflächen. ob nun 120° für 4h oder 90° für 24h, das
sollte sich dann nicht mehr viel nehmen.
>>> Im Xray ist vieles vom Benutzer abhängig,>>> 80% der Operator, 20% das Gerät und es hat eine Fehlerquote von ca 10%.>>>>> Unsinn. Wenn wir über BGAs reden, dann 40% Layouter, 40% Operator, 20%>> Gerät.>> Das Pad-Design hat deutlichen Einfluss darauf, ob man Lötfehler unter>> dem X-Ray überhaupt erkennen kann.>> Man kann nicht einfach für ein Design, das auf ICT oder Flying Probe>> abgestimmt ist, plötzlich die Teststrategie ändern und auf X-Ray gehen.>> Für jede Teststrategie gibt es unterschiedliche Designrules. Hält sich>> der Layouter nicht dran, dann ist auch der beste Operator nicht genug.>> Dem würde ich für Xray widersprechen. Und die landpattern sowie stencil> sind meistens sowieso den Herstellerangaben entsprechend gezeichnet.> Keiner will Gewährleistung machen, weil er nicht die vom Hersteller> definierten design rules genommen hat.
Wenn man sich immer nur in die Herstellerangaben verbeisst, darf man
sich aber auch nicht aufregen, wenn man feststellt, dass die
Teststrategien nicht ordentlich greifen.
Kleines Beispiel: Gerade beim X-Ray empfehlen sich Teardrop-förmige
Pads. Wenn Ball und Pad verbunden werden, ergibt sich eine asymmetrische
Lötstelle. Verbinden sich Ball und Pad nicht, bleibt die Lötstelle rund.
Das vereinfacht die Erkennung von Lötfehlern unter BGAs mit X-Ray
gewaltig.
Dein Beispiel bzgl. Gewährleistung ist unzutreffend, denn insbesondere
bei Angaben zur Pastemask leben die meisten Hersteller hinterm Mond.
Da kann dir, vor allem, wenn es um Gewährleistung geht, der Bestücker
die verlässlichere Auskunft geben. Die ist nämlich auch belastbar,
wohingegen jedes Datenblatt ausdrücklich auf möglicherweise vorhandene
Fehler und Irrtümer hinweist.
Die Hersteller weisen bzgl. ihrer Empfehlungen von vornherein jede
Schuld von sich. Deswegen stur den Herstellerangaben zu folgen, um im
Zweifel aufgrund von Irrtümern (die sich die Hersteller ausdrücklich
vorbehalten) Gewährleistung einfordern zu können, erscheint mir nicht
zielführend.
Lieber sollte man an der Stelle vorher abschätzen, welche Prüfstrategie
eingesetzt wird und dann das Pad-Design dahingehend anpassen. AOI
braucht größere Pads, damit der Lötmeniskus gut ausgebildet werden kann.
Beim ICT/Flying Probe ist das unnötig. Immer nur mit Standard-Pads zu
arbeiten, nimmt einem langfristig jeder Bestücker übel.
Leider ist den meisten Layoutern das Pad-Design egal oder sie wissen
nicht genug über die Thematik und denken, das ihre Padstacks für alle
Anwendungen gleich gut geeignet sind.
Hallo nochmal,
Der Platinenhersteller sagt, dass das Problem in unserem Design liegt.
Lagenaugbau ist:
1/8 Signale
2/7 GND
3/6 Signale
4 VCC
5 Signale / andere Spannungen als Fläche.
Lage 5 hat schon weniger Kupfer als Lage 4. Ich hätte nicht gedacht,
dass das so viel ausmacht.
Gibt es eine Daumenregel wie asymmetrisch die Verteilung sein darf?
Sowas sollte sich ja nach Möglichkeit nicht wiederholen.
Ich kenne eine andere Platine, die hat die Lagen 1-3 sowie 7,8
größtenteils Kupfer. 4-6 sind Signale. Mit dem Auge geschätzt ist die
Asymmetrie zwischen 3 und 6 größer, als die zwischen 4 und 5 bei dem
aktuellen Bild.
Leider habe ich keine Möglichkeit die genaue prozentuale Kupferbelegung
zu berechnen. Gibt es da ein Tool, das das aus den Gerberdateien
berechnen kann?
@Babsy:
Die größte Fläche an die eine Spule ohne Wärmefallen angeschlossen ist
hat 145 mm^2.
Die Wärmeempfindlichsten Bauteile werden die BGAs sein. Elkos sind keine
drauf.
Dass sich die Platinen verzogen haben ist mittlerweile das kleinste
Problem. Auf der Hälfte der Prototypen ist die Lotpaste nicht ganz
aufgeschmolzen, teilweise zwischen den Pads verlaufen. Es gibt viele
Kurzschlüsse und kalte Lötstellen. Testen ist so fast nicht möglich.
Hallo Christian,
ein wenig hat das immer mit dem Aufbau zu tun. Wo sind Kerne, wo
Prepregs? Wieviele Prepregs liegen zwischen den Kernen? Die größte
Verformung wird sicherlich durch die asymetrische Kupferverteilung auf
4/5 entstehen.
Faustregeln gibt es da meines Wissens leider nicht.
Vielleicht kannst du durch Aufrastern der geschlossenen Kupferflächen
etwas erreichen.
> Dass sich die Platinen verzogen haben ist mittlerweile das kleinste> Problem. Auf der Hälfte der Prototypen ist die Lotpaste nicht ganz> aufgeschmolzen, teilweise zwischen den Pads verlaufen. Es gibt viele> Kurzschlüsse und kalte Lötstellen. Testen ist so fast nicht möglich.
Das Lotpaste zwischen den Pads verläuft, kann verschiedene Ursachen
haben:
1. dass du zwischen diesen Pads keinen Lötstopplack hast. Da wo es
möglich ist, sollten zwischen den Pads immer Lackstege sein. Bei
freigestellten Pad-Reihen wird der Druck nicht sauber, da die Schablone
ca. 50µm über den Pads liegt. Wenn dann noch zu viel Lotpaste gedruckt
wird, dann geht das schon beim Vorwärmen in die Hose und die Paste
fliesst zwischen die Pads.
2. dass deine Lötdepots zu groß sind. Die Pastenmaske sollte immer mind.
10% kleiner als das Pad sein. Bei technologisch kundigen Bestückern wird
in der Regel im CAM-Prozess die Pastenmaske des Layouters ignoriert und
eine eigene generiert, die prozessfähig ist. Schau dir genau an, ob
deine Vorgaben benutzt wurden! Wenn dem so ist, dann musst du die Depots
(insbesondere bei BGAs und großflächigen Pads) verkleinern.
3. kalte Lötstellen: kann eigentlich nur am Bestücker liegen. Es scheint
mir, dass dein Bestücker nicht in der Lage ist, technologisch aufwändige
Baugruppen herzustellen. Such dir einen anderen.
Nebenbei: Dein Lagenaufbau ist bzgl. EMV sehr suboptimal. Wenn du damit
HF im GHz-Bereich machen willst, dann verbaust du dir deine
Rückstrompfade, weil zwar 1/8 und 3/6 GND als Bezugsebene nutzen, aber 5
kann nur VCC nutzen. Damit kannst du HF-Signale von Lage 5 nur auf 3
kontaktieren, nicht aber auf 1/8. Kontaktierst du trotzdem ein Signal
von 5 auf 1 durch, verbaust du dir den Rückstrompfad. Für HF-Designs
wäre es besser, wenn du einen solchen Aufbau nimmst:
8 Signal
7 GND
6 Signal
5 GND
4 VCC
3 GND
2 Signal
1 frei/GND
Leider ist das noch nicht weit gedrungen, aber HF bedingt für gute
EMV-Eigenschaften immer einen Aufbau, der symmetrisch zu einer
Kupfer-Innenlage ist. Symmetrie zum LP-Material ist kontraproduktiv,
weil die Rückstrompfade nicht sauber geschlossen werden können.
Edit: Dein Vergleich mit der anderen Platine hinkt, da du dort eben 3/6
betrachtest. Die Verformungen, die von 4/5 ausgelöst werden, sind aber
viel stärker, da es sich bei einem 8-Lagen-ML um die Mittellagen
handelt.
Ohne Platinendaten ist eine genauere Analyse kaum möglich. Häufig macht
der Layouter kleine, anscheinend unbedeutende Fehler, die technologisch
ziemlich problematisch werden können. Aber insbesondere wenn die
Lotpaste nicht aufschmilzt, bleibt eigentlich nur Schlamperei oder
mangelndes Equipment beim Bestücker übrig. Manche Baugruppen können
nunmal nur mit Dampfphase gelötet werden, Reflow oder IR-Lötung geht
dort einfach nicht.
Hallo Frank,
Erst mal zu der Lotpaste:
Zu 1) Zwischen den Pads ist ein 1mm breiter Steg Lötstopplack. Das ist
sicher nicht das Problem
Zu 2) Wir verwenden dei Standardeinstellungen des CAD-Programms. Bisher
gab es da nie Probleme. Wie viel das kleiner ist müsste ich mal
nachschauen.
Zu 3) OK, das wir nicht mehr zu diesem Bestücker gehen steht sicher
länger schon fest.
Nachdem ich mir den Lagenaufbau selbst noch einmal angesehen habe ist
mir schnell klar geworden, dass das vermutlich gut zum verbiegen
beiträgt:
Hoz plat to 1oz
Prepreg 0.12mm
Core 0.2mm with copper 1/1oz
Prepreg 0.33mm
Core 0.1mm without copper 1/1oz
Prepreg 0.33mm
Core 0.2mm with copper 1/1oz
Prepreg 0.12mm
Hoz plat to 1oz
Wenn der innerste Kern so dünn ist Verstärkt das das Problem sicher
noch.
Zum deinem Kommentar zum EMV:
Guter Punkt. Ich hatte jetzt nur im Kopf, dass man VCC Flächen auch als
Rückleitung verwenden kann. Dass man bei den durchkontaktireungen
Probleme bekommt hatte ich nicht bedacht.
Deinen vorgeschlagenen Lagenaufbau verstehe ich ehrlichgesagt nicht
ganz. Hier hat man doch zwischen 3 und 6 wieder eine starke Asymmetrie.
Oder ist das Egal, weil die weit genug außen sind?
Oder sollte diese Lagenverteilung mit einem spezial Stackup hergestellt
werden? Die Standardlagenaufbauten der Hersteller sind ja immer (so weit
ich es gesehen habe) von den Abständen her symmetrisch zur Mittelfläche
der Platine (Fläche hier im mathematischen Sinne).
Auf der Platine gibt es nicht unbedingt Signale im GHz Bereich, wohl
aber im dreistelligen MHz Bereich. Eigentlich auch egal, was zählt sind
ja eh die Flanken.
Auf jeden Fall sollten wir uns da keine Schnitzer erlauben.
Da wir 5 Signallagen brauchen wird vermutlich der einzige Weg sein auf
10 Lagen zu gehen. Etwas sorgen macht mir dass die Abstände dann sehr
gering werden und die Leitungen noch dünner sein müssen um 50Ohm zu
erreichen.
Über den passenden Lagenaufbau muss ich mir aber länger mal Gedanken
machen...
Hallo Christian,
> Guter Punkt. Ich hatte jetzt nur im Kopf, dass man VCC Flächen auch als> Rückleitung verwenden kann. Dass man bei den durchkontaktireungen> Probleme bekommt hatte ich nicht bedacht.
Das klappt nur, solange du nicht durchkontaktierst. Beim
Durchkontaktieren ändert sich die Bezugsebene, so dass du dann parallel
zum Via bspw. zwischen VCC und GND einen Kondensator als HF-Brücke
einsetzen könntest, allerdings ist diese Variante nicht wirklich
optimal. Richtig gut wirds nur, wenn man direkt neben dem Signal-Via
noch GND- bzw. VCC-Vias für den Rückstrompfad setzen kann.
> Deinen vorgeschlagenen Lagenaufbau verstehe ich ehrlichgesagt nicht> ganz. Hier hat man doch zwischen 3 und 6 wieder eine starke Asymmetrie.> Oder ist das Egal, weil die weit genug außen sind?
Das Problem dabei ist, dass eine gerade Layeranzahl für HF immer
suboptimal ist. Und, jetzt wirds echt blöd, bei einer ungeraden
Layeranzahl stört auch noch die ungerade Anzahl der Signallagen, weil
man in der Mitte GND-VCC-GND hat.
Kurz gesagt: Für n Signallagen braucht man immer mindestens 2n+1 Layer.
Wenn man dann symmetrisch um die Innenlage aufbaut, kann man zum
Beispiel in deinem Fall auf 6 Signallagen gehen und einen 11-Lagen-ML
nehmen:
1. Signal 35µ
a 2*Prepreg 50µ
2. GND 35µ
a Core 100µ
3. Signal 35µ
a 4* Prepreg 50µ
4. Signal 35µ
a Core 100µ
5. GND 35µ
a 2*Prepreg 50µ
6. VCC 35µ
a 2*Prepreg 50µ
7. GND 35µ
a Core 100µ
8. Signal 35µ
a 4* Prepreg 50µ
9. Signal 35µ
a Core 100µ
10. GND 35µ
a 2*Prepreg 50µ
11. Signal 35µ
Der ist symmetrisch um VCC. Enddicke ca. 1,1mm.
Was bei deinem Aufbau auch problematisch sein kann, ist die Verwendung
sehr dicker Einzelprepregs. Ich würde lieber mehrere dünnere verwenden.
Damit erreichst du eine gleichmäßigere Oberfläche.
Immerhin sind Harz und Faser des Prepregs unterschiedliche Dielektrika
mit unterschiedlichem epsilon_r. Läuft bei einer differentiellen Leitung
eine Leiterbahn entlang einer Faser, die andere über Harz, dann gibts
keine gleichen Impedanzen mehr. Deswegen werden im Radarbereich übrigens
die Leiterplatten im Nutzen typischerweise auch um 7° gedreht.
Aber auch das Verwenden mehrere Prepregs senkt die Effekte. Man mittelt
das epsilon_r damit aus.
Was den Platinenhersteller angeht: Der muss das ganze eh verpressen,
welchen Aufbau du da hast, ist relativ egal. Das einzige, was bei diesen
Aufbauten wirklich ungünstig ist, ist dass die Kerne zweimal geätzt
werden müssen. Das ist letztlich eine Kostenfrage. Gute Hersteller, auch
im Prototypenbereich, kriegen das prozesssicher hin.
Ein Aufbau mit geradzahliger Lagenanzahl wird immer unsymmetrisch,
entweder in Hinblick auf die Kupferverteilung oder bei Prepregs/Kernen.
Deswegen muss man, wenn es wirklich drauf ankommt, ungeradzahlige
Aufbauten nehmen.
Was dein Problem mit der Impedanz angeht: Was hast du denn aktuell für
Leiterbahnbreiten? 50-75µm bei 17µ Kupfer sollten machbar sein. Damit
hast du auch kein Impedanzproblem.
Tolle Beiträge - so gewinnt man auch als etwas abseits stehender (BGA
war bei uns glücklicherweise noch nie nötig) tiefere Einblicke in die
Materie.
Vielen Dank und bitte weiter diskutieren!
Das musste mal gesagt werden :-)
Chris D.
Frank Bär schrieb:> Was den Platinenhersteller angeht: Der muss das ganze eh verpressen,> welchen Aufbau du da hast, ist relativ egal.
Prinzipiell schon richtig, aber man sollte auch darauf achten, nicht zu
viele Prepregs übereinanderzu stapeln (max.3), weil dieser Aufbau in der
Multilayerpresse sonst anfängt zu "schwimmen", d.h. die Lagen liegen
nicht mehr genau übereinander.
Frank Bär schrieb:> Das einzige, was bei diesen Aufbauten wirklich ungünstig ist, ist dass die> Kerne zweimal geätzt werden müssen
Warum eigentlich ? Ich sehe gerade keine Burried Vias. Oder überseh ich
was ?
Frank Bär schrieb:> 50-75µm bei 17µ Kupfer sollten machbar sein. Damit hast du auch kein> Impedanzproblem.
Ist ein wenig schmal (50µm sind auch bei uns die offizielle unter
Grenze) - muss das so schmal sein ? 100µm sind i.d.R. Standard (nat.
nicht beim Poolfertiger). Mit 100µm LBs bekommst du auch problemlos
50Ohm Impedanzen hin. Irgendwo hier im Forum müssen von mir noch ein
paar Impedanzberechnungen herumgeistern, die z.T. so geplant sind.
Gruss Uwe
Edit: Meinst du mit 2x Ätzen evtl. 2 x pressen ?
> Mit 100µm LBs bekommst du auch problemlos 50Ohm Impedanzen hin.
Siehe Anhang, normalerweise werden mind. 2 Prepregs übereinander
bevorzugt (aber bei 75µm i.M. nicht kombinierbar), ist hier aber
akzeptabel, wenn i2 eine Plane ist (d.h. möglichst viel Cu).
Edit: die LBs sind in der Realität eher trapezförmig (vergessen so
einzutragen), macht aber hier nicht viel aus (51 Ohm zu 51,7 Ohm).
Frank Bär schrieb:> Ein Aufbau mit geradzahliger Lagenanzahl wird immer unsymmetrisch,> entweder in Hinblick auf die Kupferverteilung oder bei Prepregs/Kernen.> Deswegen muss man, wenn es wirklich drauf ankommt, ungeradzahlige> Aufbauten nehmen.
Sorry, hier muss ich nochmal nachhaken:
Ich stell mir gerade einen 4Lagen Aufbau vor:
1. BS: 35µm Cu Signal 1
300µm Prepreg
2. i2: 35µm Cu GND (Plane)
100µm Kern
3. i3: 35µm Cu Vcc (Plane)
300µm Prepreg
4. LS: 35µm Cu Signal 2
Werte sind nur Beispielhaft, aber realistisch.
Wo ist hier die Unsymetrie ? (vorrausetzung, i2/ i3 sind komplett Cu)
Gruss Uwe
Frank Bär schrieb:
.
.
.
> 5. GND 35µ> a 2*Prepreg 50µ> 6. VCC 35µ> a 2*Prepreg 50µ> 7. GND 35µ
.
.
.
Ach deshalb ! Das heisst aber 2 x pressen:
1. Pressen des ersten Pakets:
> 1. Signal 35µ> a 2*Prepreg 50µ> 2. GND 35µ> a Core 100µ> 3. Signal 35µ> a 4* Prepreg 50µ> 4. Signal 35µ> a Core 100µ> 5. GND 35µ> a 2*Prepreg 50µ> 6. VCC 35µ
2. und des zweiten Pakets:
> 7. GND 35µ> a Core 100µ> 8. Signal 35µ> a 4* Prepreg 50µ> 9. Signal 35µ> a Core 100µ> 10. GND 35µ> a 2*Prepreg 50µ> 11. Signal 35µ
und dazwischen:
> a 2*Prepreg 50µ
Das heisst, hier werden im Prinzip 2 Multilayer miteinander verpresst
(also insgesamt 3 Pressvorgänge !).
Naja, schon aufwändiger, da darf der Lagenversatz nicht allzu groß
werden.
Und Aussenliegende Kerne (hier zwar nur temporär) sehen die LP Fertiger
nicht gerne (hier muss in der Tat 2 x geätzt werden).
Dieser Aufbau wäre recht teuer.
Hallo Uwe,
Uwe N. schrieb:> Frank Bär schrieb:>> Das einzige, was bei diesen Aufbauten wirklich ungünstig ist, ist dass die>> Kerne zweimal geätzt werden müssen>> Warum eigentlich ? Ich sehe gerade keine Burried Vias. Oder überseh ich> was ?
Naja, die eine Seite des Kerns liegt nach dem Verpressen innen, daher
muss der Kern vorher auf dieser Seite separat geätzt werden, wobei dann
wieder die andere Seite vor dem Ätzmedium geschützt werden muss. Das ist
aufwändig und teuer.
> Frank Bär schrieb:>> 50-75µm bei 17µ Kupfer sollten machbar sein. Damit hast du auch kein>> Impedanzproblem.>> Ist ein wenig schmal (50µm sind auch bei uns die offizielle unter> Grenze) - muss das so schmal sein ? 100µm sind i.d.R. Standard (nat.> nicht beim Poolfertiger). Mit 100µm LBs bekommst du auch problemlos> 50Ohm Impedanzen hin. Irgendwo hier im Forum müssen von mir noch ein> paar Impedanzberechnungen herumgeistern, die z.T. so geplant sind.
Sicher, ich wollte nur sichergehen, dass wir hier nicht von
200µ-"Autobahnen" reden, sondern klarstellen, dass die Leiterbahnbreite
bei solchen aufwändigen Aufbauten die kleinste Hürde darstellt.
> Gruss Uwe>> Edit: Meinst du mit 2x Ätzen evtl. 2 x pressen ?
Wenn man auf Backdrilling verzichtet, dann muss man zusätzlich B/B-Vias
einsetzen, daher ist dann auch mehrfaches Verpressen notwendig. Bei Vias
mit kompletter Kupferhülse baut man sich nur eine Antenne.
> Ich stell mir gerade einen 4Lagen Aufbau vor:> 1. BS: 35µm Cu Signal 1> 300µm Prepreg> 2. i2: 35µm Cu GND (Plane)> 100µm Kern> 3. i3: 35µm Cu Vcc (Plane)> 300µm Prepreg> 4. LS: 35µm Cu Signal 2>> Werte sind nur Beispielhaft, aber realistisch.>> Wo ist hier die Unsymetrie ? (vorrausetzung, i2/ i3 sind komplett Cu)
Wo fliessen die Rückströme? Rückstromvias würden in dem Aufbau VCC und
GND kurzschliessen. Als Alternative kann man ein GND- und ein VCC-Via
setzen und zwischen beiden einen Kondensator als HF-Brücke anschliessen.
Das ist aber eher die Bastellösung. Sauber wird der Rückstrompfad nur
über Rückstromvias geschlossen, die beide Bezugsebenen direkt
miteinander verbinden. Dein Aufbau ist zwar symmetrisch, aber aus
HF-Sicht ungünstig.
Gruß Frank
Frank Bär schrieb:> Ein Aufbau mit geradzahliger Lagenanzahl wird immer unsymmetrisch,> entweder in Hinblick auf die Kupferverteilung oder bei Prepregs/Kernen.> Deswegen muss man, wenn es wirklich drauf ankommt, ungeradzahlige> Aufbauten nehmen.
Das ist völliger Unsinn, die weit überwiegende Mehrheit aller
gefertigten ML hat eine gerade Lagenzahl, und es besteht nicht der
geringste Grund, das dabei etwas asymmetrisch ist. Im Zweifelsfall
verwende ich 2 Lagen VCC, was bei oft mehr als 5 Versorgungsspannungen
keinesfalls schadet.
Durch die abwechslende Verwendung von Core und Prepreg ergibt sich
sowieso immer eine gearde Lagenzahl, ungerade erreicht man nur durch
eine leere Lage, d.h. durch einseitiges völliges Abätzen eines Cores,
was ziemlich unsinnig ist und den Aufbau erst asymmetrisch macht.
1 Core plus äussere Cu-Folien ergibt 4 Lagen, 2 Cores ... kann man
selber rechnen, notfalls mit Excel.
Gruss Reinhard
Uwe N. schrieb:> Siehe Anhang, normalerweise werden mind. 2 Prepregs übereinander> bevorzugt
bevorzugt ist nicht ganz richtig: nach MIL ist das vorgeschrieben, und
meines Wissens macht das auch kein seriöser Fertiger mehr anders, das
Risiko einer Schwachstelle ist zu gross.
Gruss Reinhard
Reinhard Kern schrieb:> Frank Bär schrieb:>> Ein Aufbau mit geradzahliger Lagenanzahl wird immer unsymmetrisch,>> entweder in Hinblick auf die Kupferverteilung oder bei Prepregs/Kernen.>> Deswegen muss man, wenn es wirklich drauf ankommt, ungeradzahlige>> Aufbauten nehmen.>> Das ist völliger Unsinn, die weit überwiegende Mehrheit aller> gefertigten ML hat eine gerade Lagenzahl, und es besteht nicht der> geringste Grund, das dabei etwas asymmetrisch ist. Im Zweifelsfall> verwende ich 2 Lagen VCC, was bei oft mehr als 5 Versorgungsspannungen> keinesfalls schadet.
Laut Arnold Wiemers (ELEKTRONIKPRAXIS, Die Leiterplatte 2010, April
2007) liefert der von dir vorgeschlagene Aufbau auch durchweg gute
Ergebnisse, den hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Das war
wahrscheinlich mal wieder zu naheliegend.
Das Fraunhofer IZM hat in letzter Zeit interessante Untersuchungen mit
5-Lagen-ML gemacht, das ist insofern mein letzter Stand. Aber ich habe
gerade nochmal nachgeschlagen und muss mich daher sowieso korrigieren:
Zwei Signallagen nebeneinander könnte schon wieder Probleme mit der
Signalintegrität machen. Damit landen wir für 5 Signallagen schon bei
13/14 Lagen.
An der Stelle ist dann wohl die Frage angebracht, ob man wirklich alles
auf der Platte aufbauen muss, oder ob nicht der eine oder andere
unkritische Schaltungsteil auch ausgelagert werden kann.
> Durch die abwechslende Verwendung von Core und Prepreg ergibt sich> sowieso immer eine gearde Lagenzahl, ungerade erreicht man nur durch> eine leere Lage, d.h. durch einseitiges völliges Abätzen eines Cores,> was ziemlich unsinnig ist und den Aufbau erst asymmetrisch macht.
Man muss innen keinen Core verwenden. Mal ganz pragmatisch gesprochen
muss man an sich gar keinen Core verwenden sondern kann genauso gut
Prepregs und Kupferfolien verwenden. Damit wird nichts asymmetrisch und
es muss auch kein Core völlig abgeätzt werden. Wenn du dir meinen
Beispielaufbau mal ansiehst, dann merkst du auch, dass da kein Core
derart vergewaltigt wird.
Reinhard Kern schrieb:> Uwe N. schrieb:>> Siehe Anhang, normalerweise werden mind. 2 Prepregs übereinander>> bevorzugt>> bevorzugt ist nicht ganz richtig: nach MIL ist das vorgeschrieben, und> meines Wissens macht das auch kein seriöser Fertiger mehr anders, das> Risiko einer Schwachstelle ist zu gross.>> Gruss Reinhard
Es soll immernoch Firmen geben, in denen streng nach Vorgaben gearbeitet
wird. Ich habe sogar schon HAL auf 275µm-Balls gesehen. Nicht jeder
CAM-Mitarbeiter denkt mit.
Frank Bär schrieb:> Mal ganz pragmatisch gesprochen> muss man an sich gar keinen Core verwenden sondern kann genauso gut> Prepregs und Kupferfolien verwenden.
Hallo,
das ist mir schon klar, aber das wird erkauft mit zusätzlichen
Pressvorgängen - und ist damit zwar nicht technisch, aber wirtschaftlich
unsinnig. Der "normale" ML wird in einem einzigen Pressvorgang erzeugt,
und das hat auch keinerlei Nachteile, im Gegenteil.
Innenlagen werden dadurch strukturiert, dass sie als die beiden äusseren
Lagen eines Cores geätzt werden - wenn du eine Methode entwickelt hast,
freifliegende Cu-Folien in Leiterbahnen zu strukturieren und dann mit
Prepregs zu verpressen, dann schildere sie bitte.
Gruss Reinhard
Hallo,
An das Rückstromproblem hatte ich anfangs nicht gedacht, aber es ist
absolut klar.
Beim weiteren verdünnen der Leiterbahnen hatte ich ursprünglich
Bauchschmerzen, da die Leiterbahnen Teilweise 10 cm lang sind und der
Widerstand dann noch größer wird. Momentan sind auf der Platine 200um
auf Top/Bottom bzw 150 um auf den Innenlagen.
Entweder hatte ich mich damals verreichnet oder jetzt einen falschen
Wert in Erinnerung. Jetzt komme ich bei 100 um Breite, 17 um Dicke und
10 cm Länge auf ca 2 Ohm. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass das
OK ist.
Beim Lagenaufbau würde ich lieber nichts all zu exotisches nehmen. Ich
habe noch keinen Platinenhersteller gefunden, der eine ungerade
Lagenzahl standardmäßig anbietet.
Da es bei uns um Kleinserien geht vermute ich mal, dass ein exotischer
Lagenaufbau ganz gut ins Geld geht. Allerdings sind 14 Lagen sicher auch
nicht günstig...
Gruß,
Christian
Reinhard Kern schrieb:> Innenlagen werden dadurch strukturiert, dass sie als die beiden äusseren> Lagen eines Cores geätzt werden
Hallo Reinhard,
exemplarisch am 4-Lagen-ML: nach der Strukturierung des Kerns werden
Prepregs und Kupferfolie aufgepresst, vor der Belichtung wird die Maske
mithilfe von Passermarken ausgerichtet. Wenn man erst Strukturiert und
dann zwei strukturierte Pakete verpresst, dann gibt es nach dem Pressen
wieder Versatz. Ein Via ohne, oder mit <50µ Restring ist so garantiert
nicht möglich, da der Versatz beim Pressen im Bereich von ca. 100µm
liegt.
Es wird also üblicherweise der (innenliegende) Kern strukturiert, danach
mit Prepregs und Kupferfolie verpresst und erst dann außen strukturiert.
>- wenn du eine Methode entwickelt hast,> freifliegende Cu-Folien in Leiterbahnen zu strukturieren und dann mit> Prepregs zu verpressen, dann schildere sie bitte.>> Gruss Reinhard
Es gibt absolut keinen Grund, hier Polemik zu betreiben! Ich unterstelle
dir im Allgemeinen ziemlich viel Wissen, daher war ich davon
ausgegangen, dass dir klar ist, dass man vor dem Ätzen verpressen muss.
Das ist beim Verzicht auf Kerne gegenüber einem normalen Aufbau genau
ein Verpressvorgang mehr, also kein Beinbruch.
Gruß
Frank
Frank Bär schrieb:> Ich unterstelle> dir im Allgemeinen ziemlich viel Wissen
musst du garnicht, es geht auch mit reiner Statistik: von mehr als 10000
Typen Multilayern, die wir für rund 500 bis 1000 Kunden gefertigt haben,
waren weniger als 20 mit ungerader Lagenzahl. Die sind also alle
miteinander dumm und nur du allein weisst, wie man einen guten
Lagenaufbau macht? Das ist zwar, wie immer bei Statistiken, theoretisch
ebenso möglich wie auch ein Sechser im Lotto, aber ich glaube einfach
nicht dran. Das liegt möglicherweise auch daran, dass ich Mathematik
studiert habe. Aber wenn du das nötige Geld übrig hast, kannst du
natürlich deinen persönlichen Spleens nachgehen, solange du willst,
bedenklich ist es aber, das hier Leuten einzureden, die das mangels
Erfahrung nicht abschätzen können.
Nur interessehalber und abgesehen davon, dass das für die bisher übliche
Technologie völlig irrelevant ist, wie strukturierst du die Lagen 2 bis
9 eines 10Lagen-ML, mit nur einem zusätzlichen Pressvorgang? Vielleicht
fehlt mir ja die nötige Phantasie dafür und in Zukunft wird alles nach
deiner Methode gefertigt.
Gruss Reinhard
Hallo Reinhard,
leider liest du nicht, was ich schreibe. Zwischen "ein Verpressvorgang"
und "ein Verpressvorgang mehr" liegen Welten.
Heutzutage wird auch kein LP-Hersteller, der etwas auf sich hält,
verschiedene Kerne in Feinstleiter strukturieren und anschliessend
verpressen, einfach weil die Toleranz beim Verpressen nach wie vor am
größten ist.
ML-Leiterplatten ohne B/B-Vias werden als letztes gebohrt, beim
Verpressen gibt es aber zwangsläufig einen Versatz zwischen den Lagen.
Der Verzicht auf Restringe wäre mit deiner Variante beispielsweise
unmöglich. Genauso wenig könnte man allen Ernstes 100µm-Vias setzen,
denn damit wäre das Verpressen nicht mehr prozesssicher.
Mag ja sein, dass du damit in den 80ern Erfahrungen sammeln konntest,
aber ich vertraue dann lieber aktuellen Erkenntnissen von ausgewiesenen
Koriphäen auf dem Gebiet. Wie ich schon schrieb, die Idee kommt
ursprünglich nicht von mir, sondern war ein Forschungsprojekt des
Fraunhofer IZM.
Davon abgesehen: Ich würde nie jemandem unterstellen, dass er dumm ist,
nur weil ich anderer Meinung bin, oder dass ich ganz allein weiß, wie
etwas richtig ist. Ich lasse mich gern von Argumenten überzeugen. Du
hast nur leider keine stichhaltigen. Zumindest bei der Herstellung von
technologisch anspruchsvoller ML zeigst du eindeutig, dass dir die
Erfahrung damit fehlt.
Statistik ist dann auch kein Mittel, um zu zeigen, wie etwas richtig
geht. Es zeigt in dem Fall nur, dass du, wie auch auf der Firmen-HP zu
lesen, anscheinend keine Kunden mit HF-Schaltungen hast.
Und um nur mal eine Gegenstatistik rauszuholen: 70-80% aller HF-Designs
arbeiten ohne Rückstromvias und erreichen damit schlechtere
EMV-Ergebnisse, als nötig. Denkst du, dass das auch alles nur Humbug
ist? Man kann nicht alles mit Statistiken erklären, manchmal ist es auch
so, dass Unerfahrene Binsenweisheiten und Gemeinplätze von ebenso
Unerfahrenen übernehmen. Ein weiterer sehr verbreiteter Irrglaube ist,
dass eine GND-Plane die EMV-Eigenschaften des Designs grundsätzlich
verbessert. Frage 10 Layouter, 8 davon werden das vorbehaltlos
bestätigen, die anderen zwei wissen, dass sie mit einem nicht-flächigen
Massekonzept genauso gute und teilweise sogar bessere Ergebnisse
erreichen können, solange es durchdacht und auf den Anwendungsfall
zugeschnitten ist.
Dein selektives Lesen verbunden mit billiger Polemik lassen wir da mal
ganz aussen vor.
Frank Bär schrieb:> leider liest du nicht, was ich schreibe. Zwischen "ein Verpressvorgang"> und "ein Verpressvorgang mehr" liegen Welten.
Ich habe mich nur noch nicht klar genug ausgedrückt, und daran ändert
auch ausuferndes Geschwafel über Fraunhofer-Institute und Vias (von
denen überhaupt nicht die Rede war) nicht das Geringste:
Einem Anfänger, der nach dem ersten ML fragt, einen ML mit ungerader
Lagenzahl zu empfehlen, den die meisten LP-Hersteller höchstens
zähneknirschend als Sonderfertigung herstellen, ist vollkommen
verantwortungslos. Gottseidank war der Fragesteller clever genug, bei
verschiedenen Herstellern rückzufragen, so ganz Anfänger ist er also
doch nicht, aber das enthebt dich nicht der Verantwortung für völlig
blödsinnige Empfehlungen.
So gut wie alle im Internet repräsentierten Hersteller erwähnen ML mit
ungerader Lagenzahl nicht mal, und der Frage, wie man einen 10Lagen ML
ohne Cores mit nur einem zusätzlichen Pressvorgang (also insgesamt 2)
herstellt, wie von dir behauptet, bist du auch ausgewichen. Du schreibst
zwar lange Sätze mit vielen Buzzworten aus der LP-Technik, aber wie ein
ML produziert wird, hast du offensichtlich noch nicht mal im Ansatz
verstanden. Und an der Fertigung aus Cores und Prepregs hat sich auch in
jüngster Zeit überhaupt nichts geändert. Natürlich verursacht das
Verpressen Versatz (wie jeder Arbeitsgang), aber ohne Verpressen gibts
nun mal keine ML.
Gruss Reinhard
PS wenn du dir so absolut sicher bist, warum beschreibst du dann nicht
mal ganz genau, wie du ohne Verwendung von Cores und ohne Versatz durch
Verpressen einen 10Lagen-ML fertigen würdest, Schritt für Schritt? Oder
ist das alles noch geheim - du schreibst doch, niemand würde noch nach
der alten Technik arbeiten?
Hallo Frank,
Frank Bär schrieb:>> Ich stell mir gerade einen 4Lagen Aufbau vor:>> 1. BS: 35µm Cu Signal 1>> 300µm Prepreg>> 2. i2: 35µm Cu GND (Plane)>> 100µm Kern>> 3. i3: 35µm Cu Vcc (Plane)>> 300µm Prepreg>> 4. LS: 35µm Cu Signal 2>> Werte sind nur Beispielhaft, aber realistisch.>> Wo ist hier die Unsymetrie ? (vorrausetzung, i2/ i3 sind komplett Cu)> Wo fliessen die Rückströme?
Rückströme habe ich hier bewußt aussen vor gelassen
(du übrigens auch :-) )
>> ... entweder in Hinblick auf die Kupferverteilung oder bei>> Prepregs/Kernen ...> Sauber wird der Rückstrompfad nur über Rückstromvias geschlossen, die> beide Bezugsebenen direkt miteinander verbinden.
100% ACK. Ich kenne diese Dinger als "GND-Stich Via". Ich hätte dafür
gerne einen Test (als Teil des DRCs), gibt es aber AFAIK in keinem
CAD-System. Wenn ich mehr Plan vom Programmieren hätte, dann würde ich
es als VB-Makro selbst realisieren. So bleibt es ein feuchter Traum und
ich muss selbst schauen, das man keines vergisst oder das es zu weit vom
Signalvia entfernt ist.
> Dein Aufbau ist zwar symmetrisch, aber aus HF-Sicht ungünstig.
Ach was, bei meinem Konstrukt laufen HF-Kritische Signale nur auf BS ;-)
Reinhard Kern schrieb:> ... bevorzugt ist nicht ganz richtig: nach MIL ist das vorgeschrieben,> und meines Wissens macht das auch kein seriöser Fertiger mehr anders, ...
Es sei denn, der Kunde bittet immer noch darum, nachdem wir ihn mehrfach
gewarnt haben. Kam schon vor.
Gruss Uwe
Reinhard, ich habe wenig Lust, mir dir auf diesem Niveau weiter zu
diskutieren.
Zuerst solltest du lesen, was ich geschrieben habe. Wenn du der Meinung
bist, dass ein höherlagiger ML mit einem Verpressvorgang auskommt, dann
lebst du hinter dem Mond. So einfach ist die Sache. Du hast keine
Argumente und keine aktuellen Kenntnisse der Leiterplattenherstellung,
damit ist die Diskussion wirklich sinnlos.
Du kannst deiner Leiterplattenbude gern sagen, dass als letztes
verpresst werden soll, das macht der Hersteller dann aber auf deine
Verantwortung, denn es ist bei den heutigen Technologien nicht
prozesssicher. Vielleicht bist du in den 80ern gut damit gefahren,
heutzutage liegt die Messlatte etwas höher. Willkommen in der Gegenwart.
Aber bei dir ist es genau so, wie du es mir vorwirfst: Was du nicht
kennst, das gibt es nicht und was du nicht weißt, ist falsch. Das ist
das moderne "Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht."
Frank Bär schrieb:> Wenn du der Meinung> bist, dass ein höherlagiger ML mit einem Verpressvorgang auskommt, dann> lebst du hinter dem Mond.
Hallo,
in der Anklage eine Fertigungsbeschreibung der Fa. Würth, aus einem
Vortrag bei der FED. Sagt dir wohl nichts, aber FED ist die
Branchenorganisation und Würth der einzige deutsche LP-Hersteller, der
in der Liste der 500 grössten Hersteller weltweit aufgeführt wird. Die
machen das genau wie von mir dargestellt und das sogar freiwillig.
Es hat wirklich keinen Sinn weiterzudiskutieren, du lebst in einer
Parallelwelt, und ausserdem weigerst du dich konstant, deine
Wundermethoden nachvollziehbar zu erklären. Wirres Gelabere über
Prozesssicherheit erklärt überhaupt nichts. Also phantasiere halt
weiter, aber besser nur für dich, hier bringst du nur Verunsicherung
rein.
Du kannst gern auch nach den Fertigungsbeschreibungen anderer Hersteller
googeln, aber die leben ja samt und sonders hinter dem Mond, zumindest
hinter deinem Mond.
Gruss Reinhard
Uwe N. schrieb:> ich muss selbst schauen, das man keines vergisst oder das es zu weit vom> Signalvia entfernt ist.
Hallo,
eigentlich ist es bei logischem Nachdenken darüber, wie der Rückstrom
laufen sollte, garnicht schwierig. In der US-Zeitschrift PRINTED CIRCUIT
DESIGN&FAB ist in einer der letzten Ausgaben ein Artikel erschienen mit
3D-Simulationen genau zu diesem Thema, mit etwa den folgenden
Empfehlungen: mindestens 4, besser 6 Vias rund um das Signal Via, so
klein wie möglich und so nah wie möglich. Logischerweise müssen diese
Vias die GND-Lagen miteinander verbinden, die den Signallagen
beiderseits des Lagenwechsels am nächsten liegen - meistens nimmt man
alle, aber unnötig lange Vias sind auch schon wieder von Nachteil, genau
wie beim Signal.
Bei meinem CAD-System liesse sich das wahrscheinlich durch Copy/Paste im
manuellen Routing machen, wenn man eine Version des Viamusters
gezeichnet hat.
Gruss Reinhard
PS das gilt natürlich alles nur, wenn es um WIRKLICH hohe Frequenzen
geht.
Ich sage es nochmal klar und deutlich: Dein Diskussionsstil gefällt mir
nicht. Ich denke, wir reden hier ein wenig nur aneinander vorbei, die
Polemik ist einfach unangemessen.
Ich erkläre gern nochmal (zum dritten Mal) ausführlicher, was ich mit
Prozesssicherheit meine:
Beim Verpressen arbeitet das LP-Material in der Ebene. Es weitet sich
(und damit die aufgebrachten Strukturen ungleichmäßig. Deswegen werden
die Strukturen bei vielen Herstellern um 2-3% verkleinert belichtet.
Auch die Passerstifte können an dem entstehenden Versatz nichts ändern.
Es treten also sowohl in X- als auch in Y-Achse Toleranzen auf. Deswegen
braucht man bei Standardtechnologie Restringe. Die fangen die Toleranz
beim Verpressen auf und erlauben sichere Durchkontaktierungen.
Allerdings ist so ein 100µm-Restring reichlich sinnlos, wenn man
platzbedingt mit 50/75µm-Strukturen und 100µm-Vias arbeiten muss. Wenn
man B/B-Vias auf den Innenlagen hat, dann funktioniert das alles sowieso
nicht.
Kurz zusammengefasst: Für technologisch aufwändige Leiterplatten ist die
althergebrachte Variante entweder teurer oder nicht fertigungsfähig.
Da sind wir jetzt also bei technologisch aufwändigen Leiterplatten.
Heisst: mehr als 8 Lagen, µVias, B/B-Vias.
Eben das typische HF-Design.
Und da wird nunmal jedes Bohrpaket einzeln verpresst. Bei (im Beispiel
des OP) 5 Signallagen kann wohl davon ausgegangen werden, dass man an
B/B-Vias nicht vorbeikommt, sonst ist die LP nachher eine einzige
Sollbruchstelle. Heisst also mehrere Verpressvorgänge.
Da sind wir bei einem ungeradzahligen Aufbau mit genau einem
Verpressvorgang mehr dabei.
Erst die Mittellage, einseitig laminiert strukturieren (bzw. Core
einseitig runterätzen - wird asymmetrisch --> schlecht!), dann auf der
einen Seite mit Prepreg + Kupferfolie, auf der anderen nur mit
Kupferfolie verpressen. Jetzt ist das Innenleben der Platte fertig, der
Rest folgt dem Gusto des jeweiligen Herstellers. Im Zweifelsfall ginge
es also auch hier mit 2 Verpressvorgängen.
Jetzt kann man, wie es beliebt, den kompletten ML in einem Schritt oder
sequentiell aufbauen. Das ist aber abhängig von der Technologie, die
verwendet wird. Beim 5-lagen-ML komme ich mit 2 Verpressvorgängen hin.
Der Aufbau aus dem von dir gezeigten Beispiel braucht zwar nur einen
Verpressvorgang, dafür sind B/B Vias zwischen 2-3 und 4-5 nicht möglich.
Da kann man nicht einfach pauschal sagen, was für das eine Design
funktioniert, ist auch für das andere gut. Dementsprechend ist auch die
Zahl der Verpressvorgänge nicht für jede Anwendung vorbestimmt.
Aber unabhängig davon, ob ein ML sequentiell oder im Ganzen aufgebaut
wird, bleibt es immer genau ein Verpressvorgang mehr, weil der 3-lagige
Kern der LP erst aufgebaut werden muss.
Über die modernen Technologien bei Würth will ich mal nichts sagen. Nur
soviel: Wenn ich was fortschrittliches sehen will, dann schaue ich bei
Schweizer, ILFA, Contag. Für Standard-Technologie und Lasercavitiy kann
man auch mal mit Würth reden. Leute, die chemisch Silber als
gleichwertige Alternative zu chem. Ni/Au hinstellen, sind mir suspekt.
Mein letztes Wort zu dem Thema.
Frank Bär schrieb:> Über die modernen Technologien bei Würth will ich mal nichts sagen. Nur> soviel: Wenn ich was fortschrittliches sehen will...
Wie immer, alle haben keine Ahnung ausser dir. Typisches
Geisterfahrer-Syndrom. Wunderbar, wenn du dich nicht mehr meldest, dann
kann man hier mit normalen Menschen über normale Leiterplatten weiter
diskutieren.
Tschüss Reinhard
Reinhard Kern schrieb:> Uwe N. schrieb:>> ich muss selbst schauen, das man keines vergisst oder das es zu weit vom>> Signalvia entfernt ist.> eigentlich ist es bei logischem Nachdenken darüber, wie der Rückstrom> laufen sollte, garnicht schwierig.
Das hat weniger mit logischen Denken zu tun. Stell dir einen 12ML vor
mit 6 Signallagen (ja, jede davon sieht ein GND...), alle Lagen
Impedanzdefiniert.
Dazu noch ca. 1500 Netze. Alles recht kompakt. Wenn man hier nicht
aufpasst, vergisst/ übersieht man einen nötigen GND-Stich (die sind ja
nicht bei jedem Lagenwechsel nötig, nur wo der Referenzbezug sich ändert
- z.B. im obigen Beispiel ein Wechsel von BS nach LS).
Und 4-6 Vias bekommt man hier auch kaum hin - nicht bei jedem
Lagenwechsel.
Allerdings im Bereich von HF-Steckern, Antennen etc. sollte man es
versuchen hinzubekommen.
Gruss Uwe
Uwe N. schrieb:>> eigentlich ist es bei logischem Nachdenken darüber, wie der Rückstrom>> laufen sollte, garnicht schwierig.>> Das hat weniger mit logischen Denken zu tun.
Hallo,
das habe ich nur angemerkt, weil oft, auch hier, behauptet wird, HiSpeed
sei unverständliches Voodoo oder überhaupt überflüssiger Quatsch - ist
es nicht. Wenn man sich klarmacht, dass der Rückstrom immer so nahe am
Signalleiter wie möglich zurückfliessen möchte und dass man dafür sorgen
muss, dass er das auch kann, weiss man alles wesentliche - auch wenn in
Wirklichkeit Elektronen natürlich keinen freien Willen haben. Genauso
wie die Vorstellung, dass Strom nicht gern um scharfe Ecken fliesst,
durchaus von praktischem Nutzen ist.
Dass ein Softwarepaket unterscheiden kann, ob bei einem Lagenwechsel
auch die nächstliegende GND-Lage wechselt, ist fürchte ich ein bisschen
viel verlangt, ich vermute mal, eine solche Software würde bei jedem Via
in der Signalleitung ein entsprechendes Muster erzeugen.
Gruss Reinhard
Hallo,
Ich hatte leider noch keine Zeit die letzen Beiträge zu lesen. Werde es
aber bald nachholen.
Ich wollte kurz beitragen was der Bestücker noch geschrieben hat:
Er vermutet falsche Lagerung als Ursache für das verbiegen (Wo haben die
Platinen denn jetzt 3 Monate lang rumgelegen, bei uns oder bei denen??)
Dann habe ich glänzende Lötstellen gesehen, an stellen an denen
offensichtlich nachgearbeitet wurde. Daher habe ich nachgefragt ob auch
RoHS konform gelötet wurde. Antwort war nur, dass sie nur so arbeiten.
Gibt es mittlerweile Bleifreie Lote die glänzende Lötstellen bilden? Ich
kenne nur solche die matte Lötstellen bilden.
Außerdem hat es sich beklagt, dass z.B. Vias ohne Wäremefallen zu dicht
an Bauteilen verwendet wurden.
Aber genau so ist es doch z.B. von Xilinx für die
Entkopplungskondensatoren und von diversen Herstellern von Schaltreglern
(z.B. TI) für kritische (=möglichst wenig Induktivität) Stellen
empfohlen.
Dann meinten sie, dass ein IPC konformes Lötprofil verwendet wurde und
dass es daher nicht am Profil liegen kann.
Ich bin kein Experte was Bestückung betrifft. Aber ich würde mal
vermuten, dass man nicht nur Standards braucht sondern auch Erfahrung.
Also nicht ein Lötprofil für alle Platinen, sondern angepasste Profiele
für verschiedene Sorten von Platinen.
Selbst wenn das so stimmen würde, eine der kalten Lötstellen war ein
einem Pad von einem Widerstand, an dem nur 2 Leitungen der Dicke 150 um
weg gehen...
Unter alter Bestücker meinte zu den Fehlern, dass es vermutlich
fehlendes Know-How oder ungeeignete Maschinen sind.
Dort sprach man auch von besonders langsamen Profilen und dem anpassen
von Profilen, wenn man bei der ersten Platine feststellt, dass die
Lötung nicht geklappt hat.
Wie auch immer. Wenn man sieht, dass die Platinen misslingen, dann
Stellt man doch nicht vier mal Müll her sondern passt das Profil an oder
lässt die Finger von der Sache. Das regt mich wirklich auf.
Christian schrieb:> Außerdem hat es sich beklagt, dass z.B. Vias ohne Wäremefallen zu dicht> an Bauteilen verwendet wurden.> Aber genau so ist es doch z.B. von Xilinx für die> Entkopplungskondensatoren und von diversen Herstellern von Schaltreglern> (z.B. TI) für kritische (=möglichst wenig Induktivität) Stellen> empfohlen.
Hallo,
da muss man einfach klare Prioritäten setzen: es mag sein, dass es dem
Bestücker nicht gefällt, wenn solche Vias zuviel Wärme abführen (was
eigentlich beim kompletten Erwärmen der LP (Dampfphase) egal sein sollte
und nur beim Handlöten hinderlich ist), aber wenn der kurze Weg nach GND
wesentlich ist für die Entkopplung und damit die Funktion der Schaltung,
dann muss der Bestücker das eben hinbekommen - der Prozess muss sich
nach den Erfordernissen der Schaltung richten und nicht umgekehrt. Es
ist ja auch praktisch erwiesen, dass es geht, wenn auch nicht bei jedem
Bestücker. Der Rat des Bestückers ist wertvoll, um unnötige
Schwierigkeiten zu vermeiden, aber die nötigen Schwierigekeiten muss er
halt beherrschen. Zu uns Layoutern ist das Leben ja auch nicht nett.
Gruss Reinhard
Christian schrieb:
> Außerdem hat es sich beklagt, dass z.B. Vias ohne Wäremefallen zu dicht> an Bauteilen verwendet wurden.
Klingt für mich danach, das weniger die fehlenden Thermostege das
Problem sind , sondern das Vias, wenn sie zu nahe am Pad liegen und
vielleicht auch noch komplett Lötstopfrei sind, das Pastendepot
absaugen. Das sorgt für magere Lötstellen.
Allerdings sollte man Vias auch nicht komplett mit Lötstop
verschliessen, da in der Viahülse zurückbleibende Chemierückstände
später für Ärger sorgen werden. Endweder im irgendwann Feld (Korrosion)
oder beim Bestücken ("Explodierende" Vias "spucken" die Chem.Reste auf
die Platine).
Eine gängige Lösung ist, die Lötstopöffnung 50-100µm umlaufend größer
als die Viabohrung (nicht das Viapad)zu gestalten.
Noch besser: Pluggen. Da sollten die Vias (wenn sie mit gepluggt werden)
dann aber komplett im Lötstop liegen. Und so teuer ist das heute auch
nicht mehr.
Reinhard schrieb:
> Dass ein Softwarepaket unterscheiden kann, ob bei einem Lagenwechsel> auch die nächstliegende GND-Lage wechselt, ist fürchte ich ein bisschen> viel verlangt, ich vermute mal, eine solche Software würde bei jedem Via> in der Signalleitung ein entsprechendes Muster erzeugen.
Hm, wie gesagt, bin kein Programmierspezi., ich stell mir das provokant
gesagt gar nicht sooo schwierig vor:
Mein CAD System kennt ja schon mal den Lagenaufbau inkl. der einzelnen
Abstände (es weiß auch, welche Signal- und welche Lagen Planes sind
(PADS)). Wenn ich jetzt per Dialog noch sagen kann, wo die Bezugslagen
der einzelnen Signallayer liegen, so sollte sich doch automatisch
ermitteln lassen, wo und ob die GND-Stiche benötigt werden. Und dabei
läßt sich gleich noch die Entfernung des GND-Stiches zum Signalvia
prüfen ...
In Zeiten, wo CAD-System EMV-, Signalintegritäts- und Thermoanalysen
beherrschen, frag ich mich manchmal, warum so was noch niemand eingebaut
hat.
Gruss Uwe
P.S.: Ich behaupte mal ganz frech, das bekommt man auch für EAGLE hin
per ULP
(oder wie das heißt)
Christian schrieb:> Hallo,>> Ich hatte leider noch keine Zeit die letzen Beiträge zu lesen. Werde es> aber bald nachholen.> Ich wollte kurz beitragen was der Bestücker noch geschrieben hat:>> Er vermutet falsche Lagerung als Ursache für das verbiegen (Wo haben die> Platinen denn jetzt 3 Monate lang rumgelegen, bei uns oder bei denen??)
Das ist eine lächerliche Ausrede. Selbst wenn, der Bestücker ist für die
Lagerung verantwortlich.
> Dann habe ich glänzende Lötstellen gesehen, an stellen an denen> offensichtlich nachgearbeitet wurde. Daher habe ich nachgefragt ob auch> RoHS konform gelötet wurde. Antwort war nur, dass sie nur so arbeiten.> Gibt es mittlerweile Bleifreie Lote die glänzende Lötstellen bilden? Ich> kenne nur solche die matte Lötstellen bilden.
Es gibt bleifreies Lot, das glänzende Lötstellen erzeugt, allerdings
halte ich es für ziemlich unwahrscheinlich, dass das hier zum Einsatz
kam, denn das ist ziemlich teuer.
> Außerdem hat es sich beklagt, dass z.B. Vias ohne Wäremefallen zu dicht> an Bauteilen verwendet wurden.
Schwachsinn. Für gut entwärmende Platinen gibt es die Dampfphasenlötung.
> Aber genau so ist es doch z.B. von Xilinx für die> Entkopplungskondensatoren und von diversen Herstellern von Schaltreglern> (z.B. TI) für kritische (=möglichst wenig Induktivität) Stellen> empfohlen.
Da haben sie ja auch recht.
> Dann meinten sie, dass ein IPC konformes Lötprofil verwendet wurde und> dass es daher nicht am Profil liegen kann.
IPC-konform... Das Lötprofil richtet sich immernoch nach den
Bauelementen und der Paste, die IPC ist eine nachrangige
Informationsquelle. Wenn der Bestücker nicht in der Lage ist, deine
Platinen mit IPC Klasse 3 zu liefern, dann soll er es gar nicht erst
versuchen.
> Ich bin kein Experte was Bestückung betrifft. Aber ich würde mal> vermuten, dass man nicht nur Standards braucht sondern auch Erfahrung.> Also nicht ein Lötprofil für alle Platinen, sondern angepasste Profiele> für verschiedene Sorten von Platinen.
Richtig. Abhängig von den Bauelementen und der Paste muss das Lötprofil
richtig gewählt werden. Der Platinenaufbau kann dann weitere
Einschränkungen wie z.B. Dampfphase vorgeben.
> Selbst wenn das so stimmen würde, eine der kalten Lötstellen war ein> einem Pad von einem Widerstand, an dem nur 2 Leitungen der Dicke 150 um> weg gehen...
Was ziemlich deutlich zeigt, dass die keine Ahnung von dem haben, was
sie da machen.
> Unter alter Bestücker meinte zu den Fehlern, dass es vermutlich> fehlendes Know-How oder ungeeignete Maschinen sind.> Dort sprach man auch von besonders langsamen Profilen und dem anpassen> von Profilen, wenn man bei der ersten Platine feststellt, dass die> Lötung nicht geklappt hat.
Iteration ist der erste Schritt zur Wahrheit.
> Wie auch immer. Wenn man sieht, dass die Platinen misslingen, dann> Stellt man doch nicht vier mal Müll her sondern passt das Profil an oder> lässt die Finger von der Sache. Das regt mich wirklich auf.
Ja, der normal denkende Mensch stimmt dir da zu. Da es aber bei einigen
Bestückern nur um Volumen geht, wird kein Probeschuss gemacht. Die
Aufträge müssen möglichst schnell über die Linie gehen, Nacharbeit und
Anpassung des Prozesses kosten Geld.
Neben einem neuen Bestücker (oder wieder den ganz alten) brauche ich ja
noch einen neuen Lagenaufbau (auch wenn der ganz alte Bestücker meinte,
dass auch der Momentante Lagenaufbau ohne Krümmung bestückbar sein
sollte).
Da 14 Lagen etwa 2,5 mal so viel kosten wie 8 Lagen würde ich lieber auf
"nur" 10 oder 12 Lagen gehen.
Für 12 Lagen würde ich es so machen:
1 Signale
2 GND
3 Signale
4 GND
5 Signale
6 GND
7 VCC
8 langsame Signale
9 GND
10 Signale
11 GND
12 Signale
So ändert sich nichts an der Rückleitng, abgesehen für die langsamen
Signale. Bei denen ist es ja auch nicht so kritisch.
Und die Symmetrie, die für die Herstellung der Platine braucht hat man
so ja.
Für 10 Lagen habe ich noch keine Idee die mir ähnlich gut gefällt.
Am ehesten würde ich Lage 4 und 9 weglassen. Lage 3 werden dann Signale
in x-Richtung, Lage 5 Signale in y-Richtung.
Unschön wird Lage 10. Richtige Highspeed-Signale kann man da wegen der
veränderten Massebedingungen bei Lagenwechsel nicht unbedingt nehmen.
Außerdem muss der Sender auf jeden Fall die Plane-VCC als
Spannungsversorgung für die Treiber und der Empfänger irgendeine
Spannung haben, sofern ich das Richtig verstanden habe.
Aber auch so hätte ich 4 Lagen für schnelle Signale. Es kann gut sein,
dass das schon reicht.
Zustimmung? Ablehnung?
Hallo,
du hast jetzt die Lagen 1,3,5,10,12 für HiSpeed-Signale
(impedanzkontrolliert). Die Frage ist, brauchst du die wirklich, und
kannst du dort nicht auch normale Signale unterbringen? Ich route
meistens die HS-Signale zuerst, solange das ohne unnötige Umwege und
Lagenwechsel geht, aber dann bleibt meistens noch viel Platz auf den
Lagen übrig für andere Signale - und solange man mit denen etwas Abstand
zu den HS-Signalen hält, schaden weder die normalen den HS-Signalen noch
umgekehrt. Es gibt ja oft auch Bereiche wie Stromversorgung ohne jedes
HS-Signal, warum dort die Lagen verschwenden. Jede impedanzkontrollierte
Lage ist auch für normale Signale geeignet, bloss nicht umgekehrt.
Im übrigen lege ich meistens erst mit dem Routen fest, wieviele Lagen
wirklich gebraucht werden. 10Lagen sind übrigens bekannt ungünstig, bei
8 geht es wieder besser (wegen der blöden Primzahlen):
1 HS Signale
2 GND
3 HS Signale
4 GND
5 VCC
6 langsame Signale
7 GND
8 HS Signale
da sind also die Lagen 1,3,8 impedanzkontrolliert, die Lage 6 nur
begrenzt.
Gruss Reinhard
Interessante Diskussion hier.
Den 8er Aufbau da habe ich schon so ähnlich verwendet - aber nur relativ
langsame Signale auf allen 4 Lagen. Innenlagen 4 und 5 waren beide VCC.
Ging gut.
Demnächst wirds etwas schneller daher muss das auch nochmal etwas
überarbeitet werden...
Bei 10 Lagen ML würde ich vermutlich in der Mitte GND VCC VCC GND machen
dann isses schön symmetrisch. Oder ggf. auch anstelle der Layer 2 + 7
beim 8 Lagen ML - als "Kapazitätslagen".
Aber 4 Signallagen reichen Christian ja vermutlich nicht...?
Kleine Frage am Rande:
Wo weiter oben was von immer 2 bis 3 Prepregs stand - kann für
Kapazitätslagen mit <100µm Abstand eigentlich nur vorgefertigte Cores
nehmen?
Mit einem einzelnen Prepreg sollte man das vermutlich lieber nicht
machen?
Zorg schrieb:> Wo weiter oben was von immer 2 bis 3 Prepregs stand - kann für> Kapazitätslagen mit <100µm Abstand eigentlich nur vorgefertigte Cores> nehmen?
Hallo,
eine Lage Prepreg 106 ergibt 50µ, das ist nicht das Problem - das
besteht vielmehr darin, dass die Leiterbahnen ins Prepreg hineinragen,
nicht in den Core (logisch, nicht?). Bei 2 mal 35 µ blieben bei 100 µ
Prepreg nur noch 30µ von Cu zu Cu, das ist riskant. 100µ Core sind aber
100µ Core. Das muss ein Programm zur Berechnung von ML-Stacks unbedingt
berücksichtigen!
Am beigefügten Beispiel eines 10Lagen-Stacks aus meiner LP-Software
kannst du das am Prepreg zwischen I2 und I3 sehen: die 35µ der
angrenzenden Lagen (1 x Fläche, 1 x Leiterbahnen) werden anteilig von
der Dicke der Prepregs abgezogen.
Multilayer sind eben nicht so trivial.
Gruss Reinhard
Hallo Christian,
hier mal mein Vorschlag für 10ML:
BS - Signal 1
Prepregs
i2 - GND
Core
i3 - Signal 2
Prepregs
i4 - GND
Core
i5 - VCC 1
Prepregs
i6 - VCC 2
Core
i7 - GND
Prepregs
i8 - Signal 3
Core
i9 - GND
Prepregs
LS - Signal 4
Vorteile nach meiner bescheidenen Meinung: ALLE Signallagen können
Impedanzdefiniert geroutet werden und die Powerlagen i4/ i5 und i6/i7
sind Kerne, d.h. diese könnten auch mit 50µm Kernen gebaut werden.
Nachteil wäre u.U., das offensichtlich 2 VCCs direkt übereinander
liegen, hier bietet sich an, einen möglichst großen Abstand mit 3
Prepregs vorzusehen.
@Reinhard:
so ungünstig finde ich 10ML gar nicht :-)
Gruss Uwe
Christian schrieb:> Dann habe ich glänzende Lötstellen gesehen, an stellen an denen> offensichtlich nachgearbeitet wurde. Daher habe ich nachgefragt ob auch> RoHS konform gelötet wurde. Antwort war nur, dass sie nur so arbeiten.> Gibt es mittlerweile Bleifreie Lote die glänzende Lötstellen bilden? Ich> kenne nur solche die matte Lötstellen bilden.
Doch, die gibt es mittlerweile durchaus. Wir haben hier z.B. das BF32-3
von Amasan. Die Lötstellen glänzen genauso wie bleihaltige.
Das lässt sich übrigens auch genausogut verlöten (nur 50°C höher).
Bei den RoHS-Lötzinnen hat sich wirklich viel in den letzten Jahren
getan. Mittlerweile machen die zumindest bei Handbestückung kein Problem
mehr :-)
Wichtig scheint zu sein, dass die Lote einigermaßen viel Silber
enthalten (ist zumindest unsere Erfahrung). Das Amasan-Zeugs hat um die
4%.
Chris D.
Uwe N. schrieb:> so ungünstig finde ich 10ML gar nicht :-)
Hallo,
so mache ich das auch, wenn es sowieso massenhaft Versorgungsspannungen
gibt, aber es macht eben nur mit 2 VCCs Sinn. Ansonsten gilt:
1. obere und untere Hälfte des Lagenaufbaus müssen spiegelsymmetrisch
sein.
2. Am günstigsten sind abwechselnd GND und Signallagen.
Beides geht nur auf, wenn die Lagenzahl durch 4 teilbar ist.
Gruss Reinhard
Reinhard Kern schrieb:> Am beigefügten Beispiel eines 10Lagen-Stacks
Sorry, der PDF-Viewer hier kann wohl keine mehrseitigen PDFs anzeigen -
zumindest weiss ich nicht wie. Dadurch fehlt das Wesentliche, die
Berechnung der Dicke, wird hiermit nachgetragen (Seite 2).
Gruss Reinhard
Reinhard Kern schrieb:> dass die Leiterbahnen ins Prepreg hineinragen,> nicht in den Core (logisch, nicht?).
Ah ja klar ist logisch, hatte ich gar nicht bedacht.
Danke für die Erklärung, Reinhard!
Hallo,
Ein entscheidender Punkt für die Lagenanzahl sind ja die Kosten.
Gegenüber 8 Layern zahlen wir bei:
10 Lagen 35% mehr
12 Lagen 60% mehr
14 Lagen 166% mehr
Das Problem bei der Platine ist, dass ich einen BGA mit 676 Pins habe.
Durch die Pinverteilung des BGAs habe ich das escape routing nicht mit
weniger als 5 Signallagen hinbekommen.
Da der Preis für 12 Lagen noch relativ moderat ist würde ich daher auf
12 Lagen gehen.
Da ich keine gute Möglichkeit sehe mit weniger als 5 Signallagen
auszukommen favorisiere ich momentan am meisten den Lagenaufbau den ich
für 12 Lagen vorgeschlagen habe.
Oder gibt es dringende Argumente, die dagegen sprechen?
Nochmal das Wichtigste: Nach meinem Verständnis habe ich 5 Lagen auf
denen ich impedanzkontrolliert routen kann, sowie einen Lagenaufbau, der
produktionstechnisch sinnvoll ist. Korrekt?
Eine Möglichkeit für weniger Lagen wäre evtl die Kontrollierte Impedanz
unter dem BGA aufzugeben und dort mehr Signallagen zu machen. Aber sehr
ungerne. Insbesondere nicht, da 12 Lagen eigentlich schon erschwinglich
sind.
Schöne Grüße,
Christian
Christian schrieb:> Eine Möglichkeit für weniger Lagen wäre evtl die Kontrollierte Impedanz> unter dem BGA aufzugeben und dort mehr Signallagen zu machen.
Hallo,
ich will dir da garnichts einreden, aber die Vorschläge zum Routing, die
ich aus den Datenblättern und AppNotes der FPGA-Hersteller kenne, nehmen
samt und sonders innerhalb des BGAs keine Rücksicht mehr auf Impedanz,
da richten sich die Leiterbahnbreiten nur noch nach dem verfügbaren
Platz. Beim Durchführen zwischen Pads oder Vias kann man
vernünftigerweise eh keine konstante Impedanz mehr erwarten.
Ich achte daher vorwiegend darauf, dass DiffPairs bis zum Schluss nahe
beieinander laufen, vernünftige BGA-Pinouts haben ja die Anschlüsse auch
benachbart, zumindest annähernd. Weit verbreitete Ethernet-Phys haben
oft auch ein oder 2 Pads dazwischen, und gerade beim RJ45-Stecker liegen
die TD-Anschlüsse auf 3 und 6, da muss man also im Landeanflug frei
routen. Funktioniert aber trotzdem.
Gruss Reinhard
Ja, das stimmt schon.
Ursprünglich hatte ich die Technologie auf 125um ausgelegt. 100um würde
an der Stelle nochmal einiges bringen. Beim nächsten mal mache ich das
auf jeden Fall.
Jetzt würde es bedeuten sehr viel neu routen zu müssen. Mal sehen wie
sinnvoll das ist.
Die differentieleln Paare sind schon schön beieinander, ich meinte ehr
das Problem, dass teilweise Signale von oben am BGA nach unten auf die
Platine müssen. Es ist zwar nur ein kleiner Teil der Signale, aber der
macht einem einen Strich durch die Rechnung.
Christian schrieb:> ich meinte ehr> das Problem, dass teilweise Signale von oben am BGA nach unten auf die> Platine müssen.
Ja, manchmal könnte man den Designer des FPGA umarmen und küssen. Zu
vermeiden ist das ernsthaft nur durch eine Ko-Evolution von FPGA und
Leiterplatte, was auch aufwendig ist und meistens nur realisierbar, wenn
beides Inhouse entwickelt wird. Aber das arme Schwein mit dem FPGA hat
auch seine Beschränkungen und kann i.a. die Pins nicht ganz beliebig
verteilen.
Gruss Reinhard