ICL7106 od. ICL7107

OP #1031290
Lesenswert?

Schönen Nachmittag wünsche ich!

Habe da mal ein paar fragen zu den beiden ICs.

* Was ist der unterschied zwischen den beiden? Im Datenblatt finde ich 
nicht wirklich einen außer die Versorgung. Von einem Unterschied der 
funktion finde ich nichts.

* Ich habe gelesen das IN_lo nicht mit GND verbunden werden darf. Wenn 
ich jetzt aber eine Spannung gegen Masse messen möchte habe ich ein 
Problem oder hab ich das was nicht verstanden?

* Worauf muss ich achten wenn ich den verwenden will?

LG
Andreas
#1034147
Lesenswert?

Andreas Riegebauer wrote:
> Wieso müssen das genau Folie sein und keine Keramik? Wieso verfälschen
> Keramik das Messergebnis?

Ganz einfache Sache: Der verwendete Isolator bei Keramikkondensatoren 
hat piezoelektrische Eigenschaften, die sich in spannungsabhängigen 
Kapazitätsänderungen niederschlagen. Speziell bei hochkapazitiven 
Kondesatoren ist das ein Problem. Und noch übler sind 
Vielschichtkondesatoren, diese kleinen gelben oder blauen Dinger, da 
wird das sogar mit Absicht eingebaut, um einen möglichst hohen 
Verlustfaktor zu erzielen, damit Resonanzen und Schwingungen auf den 
Versorgungsleitungen verhindert werden. Und genau dafür sollte man diese 
Teile auch nur verwenden. Und warum sind diese Kapazitätsänderungen beim 
7106/7107 ein Problem? Weil dort über die Zeit, die ein Kondensator 
braucht, um geladen und wieder entladen zu werden, der Meßwert bestimmt 
wird. Da Folienkondensatoren unabhängig von der Spannung immer den 
gleichen Wert haben, ist es notwendig, diese auch hier zu verwenden. 
Übrigens, NP0-Keramikkondensatoren gibt es nur in kleinen Kapazitäten, 
die hier notwendigen Kapazitäten gibt es nur mit massiver 
Temperaturabhängigkeit. Also bleibt nur Folie übrig. Die 
Langzeitkonstanz ist da auch besser.

Gruß
Jadeclaw.
OP #1035295
Lesenswert?

So ich hab das Teil mal Aufgebaut und in Betrieb genommen und habe 
einige Probleme Festgestellt.

Hier ist erstmal der Schaltplan.

Folgendes. Wenn das ganze läuft und nichts angeschlossen wird dann zeigt 
die Anzeige immer mehr an. also von 0 weg wird das immer mehr.

Das zweite Problem ist das wenn ich eine Spannung messen will, also ich 
hänge an Mess ein Netzteil an, dann wird mir der Wert angezeigt. Wenn 
ich die Klemmen wieder wegnehme bleibt der Wert auf der Anzeige stehen.

Zwischen PIN 35 und 36 habe ich 1,04V anliegen.

V+ ist 5V
V- ist -5V

Bitte um Hilfe!
Angehängte Dateien:
#1035342
Lesenswert?

Im Schaltplan steht 7106, ich nehme mal an, daß es ein 7107 ist, 
Stichwort LED-Anzeigen. Das Verhalten, daß die Anzeige bei offenem 
Eingang Blödsinn anzeigt, respektive der Meßwert stehenbleibt, ist im 
Übrigen korrekt. Grund: Der extrem hohe Eingangswiderstand im 
100GOhm-Bereich. Dadurch baut sich eine elektrische Ladung auf, die 
natürlich brav zur Anzeige gebracht wird. Sobald aber eine Quelle mit 
niedrigerem Eingangswiderstand oder ein Eingangsvorteiler angeschlossen 
wird, ist der Effekt weg. Zwischen Pin 35 und 36 sollten exakt 1 Volt 
oder 100mV anliegen, je nachdem ob man 2Volt oder 200mV Vollausschlag 
haben möchte. R5 so einstellen, daß die am Eingang anliegende Spannung 
korrekt angezeigt wird.

Gruß
Jadeclaw.
OP #1035544
Lesenswert?

Habe nochmal ein oder zwei Fragen:

Kann ich Einen Eingangsspannungsteiler direkt an die Mess Klemme bauen 
wie eingezeichnet? Funktioniert das mit einem so hohen Widerstand?

Ist die Verbindung von REF-LO nach IN-LO in Ordnung oder soll die weg? 
Soll irgendeiner der beiden Pins an GND gelegt werden? Was hat das für 
vor oder Nachteile? Ich meine das nur weil im Internet so viele 
verschiedne Schaltungen existieren die aber anscheinen alle 
funktionieren.

Die Sache mit dem Halten der Spannung wenn die Messquelle entfernt wird 
müsste sich doch erledigt haben wenn der 2k2 Widerstand zwischen den 
Pins 30 u. 31 ist oder?
Angehängte Dateien:
OP #1044265
Lesenswert?

Also die Schaltung funktioniert inzwischen. Ich habe allerdings ein 
interessantes Problem dabei. Ich habe die Schaltung an eine 
Kondensatorbank angeschlossen. Direkt am Ausgang der Ladeschaltung habe 
ich ein Multimeter angeschlossen. Wenn ich nun die Kondensatoren lade 
zeigen anfangs beide die gleiche Spannung. Wenn die Spannung bei so ca. 
240V liegt zeigt das Multimeter diese 240V an und die eigene Schaltung 
190V.

Wenn ich nun den Ladevorgang abbreche zeigen beide Anzeigen die gleiche 
Spannung an. Woran liegt das? Kann mir da einer helfen?
Gast #1127757
Lesenswert?

Im Schaltplan steht immer noch ICL7106 statt ICL7107.

Die Schaltung erscheint mir ein wenig zu kompliziert.

Wenn Du mit dem Netzgerät nichts anderes versorgst als die 
ICL7107-Schaltung, reicht ein einfacher 9V-Spannungregler (an V+ und V- 
anschließen). Den ICL7660 brauchst Du dann nicht, der sollte ja nur die 
Spannung invertieren (also verdoppeln) für den Fall, dass nur +5V zur 
Verfügung stehen und die Eingangsspannung zwischen 0 und 5 Volt liegt.


Der Effekt mit der falsch angezeigten Spannung liegt vermutlich an 
kapazitiven Einstreuungen über den Netztrafo.
Klemme mal einen Kondensator (0,1 .. 10 µF) zwischen COM (-pol an Pin32) 
und V+ (+pol an Pin1). Die Spannung zwischen diesen Punkten sollte etwas 
über 3 Volt sein.

Nimm zum Testen auch mal nur eine Batterie / Akku, damit kannst Du 
Einstreuungen vom Netz ausschließen.


Beachte auch, dass die meisten Widerstände nur bis 50V spezifiziert 
sind. Nimm statt des 2,2Mohm lieber mehrere kleinere z.B. 3*680+150=2190 
oder 4*470+330=2210.


MAX138 MAX139 MAX140 sind verbesserte Versionen (u.a. Bandgap-Referenz). 
Einige C-Werte ändern sich eventuell.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren