Eine Frage:
Ich will ein Signal abtasten und will die Abtastfrequenz bestimmen,
laut dem Abtasttheorem von Shannon muss ich ja mindestens mit der
doppelten Frequenz des abzutasteten Signals abtasten, also ist die
Abtastfrequenz nach unten durch dieses Theorem beschränkt, aber wo
liegt das maximum dieser Abtastfrequenz?
Danke Euch!!
Abtaster schrieb:> Wo liegt das maximum dieser Abtastfrequenz?
Naja, für Frequenzen über 1GHz wirst Du nur schwer passende
Hardware finden. Ausserdem, was willst Du mit den Milliarden
von Meßwerten anfangen?
Gruss
Harald
Harald Wilhelms schrieb:> Ausserdem, was willst Du mit den Milliarden von Meßwerten anfangen?
Wieso Milliarden? Er kann mit 1 GHz sagen wir z. B. 8 Werte messen.
Schnell heißt nicht viel.
Abtaster schrieb:> muss ich ja mindestens mit der> doppelten Frequenz des abzutasteten Signals abtasten
Das ist nicht so ganz korrekt: Du musst mit der doppelten, im
Signal vorhandenen (auch unerwünschten) Frequenz abtasten.
Gruss
Harald
Harald Wilhelms schrieb:> Das ist nicht so ganz korrekt: Du musst mit der doppelten, im> Signal vorhandenen (auch unerwünschten) Frequenz abtasten.
Dann machen wir es noch genauer: Du musst mit mehr als der doppelten
Frequenz abtasten.
:-)
Harald Wilhelms schrieb:> Das ist nicht so ganz korrekt: Du musst mit der doppelten, im> Signal vorhandenen (auch unerwünschten) Frequenz abtasten.> Gruss> Harald
Dann müsste man ein perfektes Rechtecksignal ja theoretisch mit
unendlicher Frequenz abtasten, richtig?
Joe B. schrieb:> Dann müsste man ein perfektes Rechtecksignal ja theoretisch mit> unendlicher Frequenz abtasten, richtig?
Nein, mit mehr als der doppelten unendlichen Frequenz ;-)
Ich schrieb:> Nein, mit mehr als der doppelten unendlichen Frequenz ;-)
Womit wir wieder bei der Frage nach der Quantelung der Zeit und damit
einer maximalen Frequenz wären.
Und der Frage ob es dann auch halbe Quanten gibt :-))
Joe B. schrieb:> Harald Wilhelms schrieb:>> Das ist nicht so ganz korrekt: Du musst mit der doppelten, im>> Signal vorhandenen (auch unerwünschten) Frequenz abtasten.>> Gruss>> Harald>> Dann müsste man ein perfektes Rechtecksignal ja theoretisch mit> unendlicher Frequenz abtasten, richtig?
Typischerweise werden die nicht mehr benötigten hohen Frequenzen
mit einem Tiefpassfilter weggefiltert. Falls man das weglässt,
schlägt der Aliasing-Effekt zu.
Gruss
Harald
Das hängt von deinem Signal ab. Es ist unsinnig gnadenlos zu
oversamplen.
Eine Abtastung mit 2,56f ist ausreichend. Beim Rechteck muss man
abschätzen ob es sinnvoll ist sehr hohe Frequenzen noch zu "erwischen"
oder ob die Grundfrequenz vielleicht schon ausreichend ist.
Abtaster schrieb:> jetzt weiß ich immer noch nicht ob es nach oben irgendwie eine> theoretische Grenze gibt?!troll schrieb:> Anders gesagt: Die Abtastfrequenz darf theoretisch so hoch sein wie du> willst...
Abtaster schrieb:> jetzt weiß ich immer noch nicht ob es nach oben irgendwie eine> theoretische Grenze gibt?!
Dann hast du meinen Link nicht gelesen!
Ist das eine Hausaufgabe? Dann poste bitte den genauen Wortlaut der
Aufgabe.
der genaue Wortlaut:
"Welche Kriterien spielen bei der Wahl der Abtastfrequenz fs eines
Systems zur digitalen Signalverarbeitung eine Rolle. Wodurch wird fs in
der Praxis nach oben und wodurch nach unten begrenzt?"
Abtaster schrieb:> soll ja nur eine theoretische Frage sein,
^^^^^^^^^^^^
Abtaster schrieb:> der genaue Wortlaut:>> "Welche Kriterien spielen bei der Wahl der Abtastfrequenz fs eines> Systems zur digitalen Signalverarbeitung eine Rolle. Wodurch wird fs in> der Praxis nach oben und wodurch nach unten begrenzt?"
^^^^^^
Dann hast du die Aufgabe nicht richtig gelesen.
Aber auch die praktischen Beschränkungen wurden ja schon genannt.
Wodurch wird fs in der Praxis nach oben begrenzt?
Durch Deinen ADC, in der Regel Sample and Hold. Der ADC benötigt eine
minimale Zeit pro abtastung um das anliegende Signal zu wandeln, dies
entspricht Deiner gesuchten Maximalfrequenz.
P.S.
eine Überabtatung bringt bezüglich der Fourie-Analyse keine weiteren
Informationen (hat aber den Vorteil, dass du einen "billigen"
anti-aliasing filter benutzen kannst)
Oliver Sievers schrieb:> Der ADC benötigt eine minimale Zeit pro abtastung um das anliegende Signal> zu wandeln, dies entspricht Deiner gesuchten Maximalfrequenz.
So einfach ist das nicht. Wenn das Signal erstmal im S&H gespeichert
ist, spielt die eigentliche Wandlungszeit des ADC keine Rolle mehr.
Schließlich können beliebig viele Wandler parallel im Interleave
arbeiten, wie das z.B. bei 1 GHz DSOs oft gemacht wird, um preisgünstige
250 MHz-Wandler einsetzen zu können.
Michael A. schrieb:> Schließlich können beliebig viele Wandler parallel im Interleave> arbeiten, wie das z.B. bei 1 GHz DSOs oft gemacht wird, um preisgünstige> 250 MHz-Wandler einsetzen zu können.
Das war vielleicht noch vor einigen Jahren der Fall, als es noch keine
GS-ADCs gab. Heutzutage ist das etwas anders, da macht man den
kompletten Interleaved-Betrieb direkt auf Chip-Level. In dieser
Präsentation wird immerhin ein 8bit, 65GSps ADC in CMOS gezeigt, der aus
320 interleaved betriebenen 200MSps SAR ADCs auf 4x4mm besteht:
http://indico.cern.ch/getFile.py/access?resId=0&materialId=slides&confId=121657
Die Roadmap sagt auch, dass die Entwicklung von 110-130GSps ADCs gerade
läuft.
Nun so literal ist es nicht gemeint, ich dachte es wäre klar das im
Allgemmeinen einfach die Latenz der Erfassung gemeint ist. Egal was hier
und wie oft parallel geschaltet wird existiert nunmal eine Latenz, die
die maximale Abtastfrequenz bestimmt, und mag sie noch so klein sein.
Das die Latenz nun nicht alleine vom ADC bestimmt wird ist diese Aussage
entsprechend zu Rezipieren.
Hoffe das war nun deutlich genug :)
Die maximale Abtastrate ist begrenzt durch Mess- und
Quantisierungsrauschen.
Digitale Regelsysteme können deswegen bei zu hoher Abtastrate sogar
instabil werden.
Mal dir mal ein Pol-/Nullstellendiagramm in Abhängigkeit der Abtastrate
auf und du wirst sehen, dass die Polstellen mit der Abtastrate Richtung
Stabilitätsgrenze (Einheitskreis) konvergieren.
Kann man sich auch leicht bildlich vorstellen.
Ein digitales Model beschreibt das System anhand der Differenzen
zwischen den Abtastpunkten.
Wenn diese Differenzen aber nicht das System wiederspiegeln (weil sich
in der kurzen Zeit nichts am Signal geändert hat), sondern nur noch
Rauschen, dann stimmt auch die Differenzengleichung nicht mehr.
Dazu kommt, dass man die Differenzengleichungen mit der Abtastrate auch
immer höher Auflösend berechnen muss, weil die Informationen in die
letzten Bits wandern und irgendwann hinten raus fallen.
Thomas schrieb:> Dazu kommt, dass man die Differenzengleichungen mit der Abtastrate auch> immer höher Auflösend berechnen muss, weil die Informationen in die> letzten Bits wandern und irgendwann hinten raus fallen.
Jepp, meine Rede wenn hier immer wieder einer für eine
Temperaturregelung mit einem PI oder PID Regler und Zeitkonstanten im
Sekunden oder gar Minutenbereich eine Abtastrate von 1kHz haben will.
Immerhin gibt einem eine höhere Abtastfrequenz für das Analogsignal die
Möglichkeit, die Vorfilterung der Messwerte in die digitale
Signalverarbeitung zu legen und damit den mit langsamer Abtastrate
laufenden Regler mit besserem Input zu versorgen.
Ein Vorteil der digitalen Signalvorverarbeitung sind z.B. von
Bauteiltoleranzen unabhängige Filtercharakteristiken.