Hallo,
bei mir liegt gerade ein Elektromotor (Dreiphasen, 2,6 kW), der in
stromlosen Zustand komplett voll Wasser gelaufen ist. Vermutlich nachdem
das Wasser den Schaltschrank erreicht hatte, hat der FI ausgelöst.
Ich habe den Motor jetzt aufgeschraubt, die Kupferwicklungen sind
komplett durchnässt. Ist eine Rettung überhaupt noch möglich?
Ist es besser, den Motor einfach trocknen zu lassen oder lieber erst mit
klarem Wasser auszuspülen? Die Wicklungen selber kann ich aus dem
Gehäuse ausbauen.
Ich schrieb:
> Die Wicklungen selber kann ich aus dem> Gehäuse ausbauen.
Entschuldigung, ich kann sie eben nicht ausbauen.
Außerdem sind sie mit einer Art Isolierband umwickelt, das Trocknen
dauert wohl sehr lange. Bringt Wärme etwas?
Ich schrieb:> Ist es besser, den Motor einfach trocknen zu lassen oder lieber erst mit> klarem Wasser auszuspülen? Die Wicklungen selber kann ich aus dem> Gehäuse ausbauen.
War das eingedrungen Wasser sauber? Wenn nicht klar ausspuelen. Dann im
Backofen trocknen lassen (80..90 Grad).
Dann Isolationmessung vornehmen (nix mit Multimeter sondern Isotester).
Wenn die in Ordnung kannst du versuchen ihn einzuschalten.
Helmut Lenzen schrieb:
> sauber?
Naja, es war schon klar, keine braune Dreckbrühe, aber relativ
kalkhaltig. Ich habe nur Angst, mit dem Ausspülen noch mehr kaputt zu
machen. Ist hartes Leitungswasser dafür OK oder muss es destilliert
sein?
Helmut Lenzen schrieb:
> Isotester
Dann werde ich mich wohl an den befreundeten Elektriker wenden müssen.
Danke für die Hilfe!
Ich schrieb:> Ich habe nur Angst, mit dem Ausspülen noch mehr kaputt zu> machen. Ist hartes Leitungswasser dafür OK oder muss es destilliert> sein?
Naja soviel Kalk lagert sich mit sauberem Leitungswasser ja nun auch
nicht ab. Auf der anderen Seite ist Dest. Wasser ja nun auch nicht so
teuer.
Da oft genug ASM Motoren zwecks effizienterer Kühlung beim Betrieb mit
staubghaltiger Luft durchgeblasen werden sind die Wicklungen vor Staub
und Dreck geschützt. Also sollten ihnen nicht zu schmutziges Wasser
nicht so viel ausmachen.
Die Lager sind gefettet und da Fett Wasser abstößt dürfte da auch nicht
so viel passieren.
Also mit sauberem Wasser gut durchspülen und gründlich trocknen lassen,
am besten wäre Backofen mit ca. 100° und ab und zu lüften um die feuchte
Luft rauszulassen, oder eine gute Woche in der Sonne stehen lassen (es
soll warm werden)
Ab und zu mal den Läufer drehen
Dann Isolationstest wenn möglich.
Nachtrag.
Nach dem Spülenund vor dem Trocknen mit Pressluft so gut es geht
durchblasen kann schon helfen ein Teil des Wassers schnell zu entfernen,
dann geht das Trocknen schneller
Dazu am besten den Motor auf jede Seite mal vorsichtig hochkant stellen
(Am besten aber nicht auf die Welle, sondern auf das Gehäuse
(Holzklötze)
Ich hatte schon mehrmals das zweifelhafte Vergnügen mit Hochwasser in
meiner Bastelwerkstatt im Hof so dass ich hier von Erfahrungen berichten
kann:
Motor demontieren, Lager wegwerfen und Neue besorgen. Ständerwicklung
mit klarem Wasser ausspülen, kein Hochdruckreiniger. Danach für 2h in
den Trockenschrank bei 120° (oder auch Backofen wenn es hoffentlich kein
Gasherd ist). Mehrmals lüften, denn die verdampfte Feuchtigkeit muß
raus.
Ich habe danach die Wicklungen abkühlen lassen und teilweise noch WD40
drauf gesprüht, das ist ein völlig unbrauchbares Schmiermittel, aber zum
Wasser verdrängen ist das gut.
Motor mit neuen Lagern wieder montieren, sollte dann wieder ein paar
Jährchen durchhalten.
Gruß,
Holm
PS: Versuche selbst mit ausgespülten Lagern sind fehlgeschlagen, da saß
immer noch Dreck drin und die Lager sind später laut geworden, egal ob
ich die in der US Wanne gewaschen habe oder nicht.
Lukas T. schrieb:> Optimal wäre etwa 30°C im Vakuum. Damit wird man fast alles Wasser los.> Aber wer kriegt schon nen Motor ins Vakuum. (Uni-verwöhnt)
Man braucht schon ein bestimmtes Vakuum, was man für 30°C
Siedetemperatur einer Dampfdruckkurve entnehmen müßte. Aber klar, dann
wäre schnell alles Wasser entfernt.
Die Vakuum-Siedung von Wasser hatte ich im Studium in Physik auch. Es
gab da aber auch ein Gefäß mit einer massiveren Glasglocke fast wie die
Vorderseite eines Röhrenbildschirms, was den Druck aus hält. Da lasten
ja mehr oder weniger bis zu 10N pro Quadratzentimeter drauf.
Ein nicht ganz so empfindliches Teil wie den Motor habe ich hier auch
funktionsfähig und einwandfrei herum stehen. Auf dem Schrottplatz fand
ich mal einen Trafo 960VA und 24V, ideal für einen Bastler und
Experimente mit ungefährlicher Spannung und etwas Leistung. Der Trafo,
nicht vergossen oder lackiert, stand schon Tage und Wochen offen draußen
im Regen, es schadete offensichtlich nicht. Rostansatz gibt es auch
nicht. Jedenfalls fand ich ihn zu schade für den Hochofen. Man sieht
äußerlich rein gar nichts von der Wasserattacke.
Unbeobachtet würde ich den aber nicht mehr betreiben. Denn wer weiß
schon, warum genau er mal weg geworfen wurde. Windungsschluß jedenfalls
nicht, dann wäre nach ein paar Stunden Test schon mal was warm geworden.
Der Grund kann aber immer noch ein ganz anderer gewesen sein. Für meine
Bastelkiste und Tests aber ideal, und ich weiß ja auch die Herkunft. Die
beiden Einpreßdioden auf großen Alu-Blechen sind auch in Ordnung. Leider
fehlt noch ein passender Siebelko. Sowas mit z.B. 35V und 0,1F ist mir
noch nicht begegnet.
Udo Schmitt schrieb:> Da oft genug ASM Motoren zwecks effizienterer Kühlung beim Betrieb mit> staubghaltiger Luft durchgeblasen werden sind die Wicklungen vor Staub> und Dreck geschützt.
Gibt es solche Motoren noch? Das ist mir in dieser Leistungsklasse erst
ein Mal über den Weg gelaufen, das gute Stück war um die 50 Jahre alt.
Alle anderen wurden von außen gekühlt.
Ich hatte so einen Fall noch nicht, aber was haltet ihr im schlimmsten
Fall von einem Bad in (Motor-)Öl? Oder ist das wieder zu schwer aus dem
Motor rauszukriegen? Das Wasser würde es jedenfalls gründlich
verdrängen.
Georg W. schrieb:> Alle anderen wurden von außen gekühlt.
Vielleicht wird das je nach Anwendungszweck Staubbelastung gehandhabt.
Außenkühlung beansprucht ja bestimmt größere Baugröße mit Kühlrippen.
Ein Mit-Azubi hatte 1976 eine Zündschlapp 50ccm mit Wasserkühlung. Der
Motor war schon sehr klein, mit der Kühlwassereinkapselung. Das sah ich
erstmals, und später nie wieder. Vielleicht war es zu störanfällig oder
teuer, oder der Motor zu gut.
Bei meinem Motor handelt es sich um einen ganz ordinären mit Kühlrippen
außen. Dicht abgeschlossenes Gehäuse, nicht wasser- oder luftgekühlt.
(nur außen ein kleiner Propeller)
Der Rotor auf der Welle ist nur ein Metallteil, das habe ich am Stück
herausgezogen.
Die Ständerwicklungen krieg ich nicht aus dem Gehäuse raus, ich hab
alles mit Leitungswasser ausgespült, außen mit dem Fön getrocknet und
jetzt in die Sonne gestellt. Pressluft ist noch eine gute Idee, danke!
Wilhelm Ferkes schrieb:> Außenkühlung beansprucht ja bestimmt größere Baugröße mit Kühlrippen.
Der von mit beschriebene Motor hatte innen liegende Kühlkanäle im
Ständerpaket. Die Luft wurde aber auf den Wicklungskopf geblasen und hat
sich dann durch diese Kanäle und den Spalt zwischen dem Blechpaket durch
den Motor bewegt und ist durch das andere Lagerschild wieder
ausgetreten.
Das Problem bei solchen Konstruktionen ist dass sich Staub an einer der
Reinigung nicht zugänglichen Stelle ablagern und den Wärmeübergang
behindern kann und bei abrasiven Stäuben die Isolierung Schaden nehmen
kann. Bei diesem Motor ist dann auch aus einer Wicklung der Rauch
entwichen.
Vom Bauraum her betrachtet ist eine Drehstromasynchronmaschine sehr
ungünstig, ihr Vorteil sind eben der einfache und robuste Aufbau.
@Ich: Die Ständerwicklung bekommst du nicht heraus. Das Blechpaket ist
mit Aluminium umgossen, du müsstest das Gehäuse schon längs aufsägen.
Einfach gut trocknen lassen und nicht zu ungeduldig sein! Falls die
Lager Schaden genommen habe wirst du es am Laufgeräusch oder wenn sie
hakeln/Luft haben bemerken, neue einzubauen ist jedenfalls kein Akt und
kostet auch nicht die Welt.
Georg W. schrieb:> Das Problem bei solchen Konstruktionen ist dass sich Staub an einer der> Reinigung nicht zugänglichen Stelle ablagern und den Wärmeübergang> behindern kann und bei abrasiven Stäuben die Isolierung Schaden nehmen> kann.
Ich frage mich gelegentlich auch, wie denn z.B. Straßenbahnmotoren oder
Bahnmotoren sind. Offen oder geschlossen. Das ist ja immer auf gut 50
Jahre ausgelegt, und ein KFz-Luftfilter ist nach einem Jahr auch
dreckig. OK, da geht aber auch ordentlich was durch.
Staubsaugermotoren saugen aber grundsätzlich auch allen Mikrostaub mit
durch, so fein kann man gar nicht filtern. Die laufen ja auch einige
Betriebsstunden. Ich hatte ja auch ältere Sauger ohne Feinstaubfilter,
wo der Motor im Abluftstrom liegt. Der Dreck sammelt sich bestimmt an
Stellen, wo die Strömung laminar ist, in Ecken, das kann man bestimmt
nicht völlig vermeiden.
Ein früherer Kommilitone konstruiert Unterwassermotoren, die komplett im
Wasserbad laufen. Z.B. Tauchpumpen für Brunnen, nicht gerade für den
Hobby-Gartenbrunnen zu Hause, schon einige Nummern größer. Ich sah ihn
lange nicht mehr, aber das ist ziemlich kniffelig. Na ja, Kohlebürsten
werden da im Wasser nicht laufen. Die Kühlung ist nicht sein Problem,
eher dichte Lager und die Flüssigkeitsreibung durch Strömung an den
rotierenden Teilen, die man glatt gestalten muß. Spezialist für etwas
Elektromechanik, viel anderes kann er auch gar nicht, z.B. gar keine
Halbleiterelektronik und Software und Mikrocontroller. Aber ein
wichtiger Mann in der Firma. Zumindest hat er im Gegensatz zu vielen
Elektronikern detaillierte Ahnung von Magnetfeld- und
Spulenberechnungen, und Kenntnisse der neuesten Materialien.
Mir hätte so eine Spezialanwendung im Beruf bestimmt auch Spaß gemacht,
und die Elektronik und Mikroprozessorei dann eben zu Hause als Hobby,
das ist OK.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Ich frage mich gelegentlich auch, wie denn z.B. Straßenbahnmotoren oder> Bahnmotoren sind. Offen oder geschlossen. Das ist ja immer auf gut 50> Jahre ausgelegt, und ein KFz-Luftfilter ist nach einem Jahr auch> dreckig. OK, da geht aber auch ordentlich was durch.
Die saugen die Luft am Dach an ueber ein Geblaese.
Ausserdem ist fast fuer jeden Fahrmotor und den Trafo ein Luefter
vorhanden.
Die haben schon einige kW.
Holm Tiffe schrieb:> PS: Versuche selbst mit ausgespülten Lagern sind fehlgeschlagen, da saß> immer noch Dreck drin und die Lager sind später laut geworden, egal ob> ich die in der US Wanne gewaschen habe oder nicht.
Das kann ich nur bestätigen.
Es ist aber nicht nur der Dreck, sondern es fängt sofort an mit Rost.
Da kommt es darauf an, was es für ein Gerät ist. Ein kleiner Schleifbock
ist zwar etwas lauter geworden seit 2002, aber bei 2X im Monat Benutzung
wird er mich sicher noch aushalten.
Das Fett verbindet sich mit dem Wasser und verliert seine
Schmierwirkung.
Bei dem genannten Motor würde ich mit klaren Wasser durchspülen und gut
trocknen. Bis mit dem Multimeter kein Widerstand mehr messbar ist,
10MOhm reichen aber schon. Der Rest kommt durch die Eigenerwärmung.
Das kritische sind die Lager. Oder probieren, mehr als schiefgehen kann
es nicht.
Aktuell funktioniert mein Gartenhäcksler und Wasserpumpe wieder wie
vorher.
Nicht zu heiss trocknen. Fette und Öle werden dadurch flüssiger.
Schau dir den Temperaturbereich im Betrieb aus dem Datenblatt an
Und trockene ihn mit dieser maximaltemp. Oder niedriger wenn du mehr
zeit
Hast. Eine woche würde ich sicherheitshalber einplanen.
Tippfehler -> nich meine, sind vom iphone ;)
wir haben früher bei solchen Fällen die Wicklungen in Reihe geschaltet
und an eine kleine einstellbare Gleichspannung gelegt.
Dann etwa den Nennstrom fließen lassen. So wurde die Wicklung schön
gleichmässig warm und nach ca. einem Tag war wieder alles trocken.
Gruß
Jürgen
Wilhelm
> Ich frage mich gelegentlich auch, wie denn z.B. Straßenbahnmotoren oder> Bahnmotoren sind. Offen oder geschlossen. Das ist ja immer auf gut 50> Jahre ausgelegt, und ein KFz-Luftfilter ist nach einem Jahr auch> dreckig. OK, da geht aber auch ordentlich was durch.
Straßenbahn hat große Filtermatten, die regelmäßig und vorsichtig (Staub
ohne Ende) gewechselt werden müssen.
>Fall von einem Bad in (Motor-)Öl? Oder
Öl wird hinterher wie ein Staubmagnet wirken und evtl. verharzen!!!
Wir hatten in nem Sägewerk, da ging es mitunter sehr robust zu, schon
einige versaute Motoren wieder flott bekommen.
Die Opfer waren meist wegen einem defekten Wellendichtring vollgelaufen
mit Getriebeöl. Um diese wieder in Gang zu bringen wurden sie zerlegt
und gereinigt. Der Rotor in der Werkstatt mit Bremsenreiniger oder so
und den Stator mit einem beheizten Hochdruckreiniger beherzt sauber
gemacht. Dann für ne Woche im Heizraum bei gefühlten 50 bis 60 °C
trocknen lassen.
Anschließend wieder zusammenbauen mit frischen Wellendichtringen und
neuen Lagern. Danach liefen die wie ne eins.
Also die Standard ASM können schon einiges ab. ;-)
Öl und WD40 sind meines Erachtens blöde Ideen. Wie schon gesagt
verharzen die, und ausserdem sind beides Öle auf Mineralölbasis, die
evt. Kunststoffteile oder die Lackierung der Wicklung angreifen.
Das die Lager auch bei sauberem Wasser leiden hätte ich jetzt nicht
gedacht, aber da ich noch keinen abgesoffenen Motor hatte werden die
anderen Poster wohl recht haben.
Versuch macht kluch!
Wenn es offene Lager sind, wo man die Kugeln sehen kann, wird es nicht
lange gehen. Bei geschützten kannst du Glück haben.
Aber ein Ausfall kündigt sich langsam an. Da kann man dann immer noch
wechseln.
Es soll ja auch noch alte Drehstrommotoren mit Gleitlagern geben. Da ist
es kein Problem.
WD40 verharzt?
Eher ist es wohl verflogen.
Du kannst doch tun und lassen was Du willst Udo, nur hattest Du hier
gefragt was Andere darüber denken und ich schrieb Dir was erfolgreich
war. Ich hatte auch Motoren die final verendet waren, aber erfolglose
Wiederbelebungsverscuhe hatten Dich wohl nicht interessiert?
Gruß,
Holm
holm schrieb:> nur hattest Du hier> gefragt was Andere darüber denken und ich schrieb Dir was erfolgreich> war. Ich hatte auch Motoren die final verendet waren, aber erfolglose> Wiederbelebungsverscuhe hatten Dich wohl nicht interessiert?
Komm mal wieder runter, ich habe nur versucht weiterzudenken, Lack und
Mineralöle sind oft eine sehr ungesunde Mischung!
Verwechselst du mich mit dem TO? Ich habe nicht gefragt sondern versucht
hilfreiche Hinweise zu geben.
WD40 verdunstet garantiert nicht rückstandsfrei.
Viel bleibt aber nicht übrig.
Korrosionsschutz macht es bestimmt nicht. Ich hab es jetzt benutzt, wo
meine Kellerwerkstatt abgesoffen ist. Meine Feilenkiste, Blechscheren
usw. waren betroffen. Da war schon gelber Rost. Ich hab da mit WD40
draufgehalten, schlimmer kann es ja nicht werden. Aber nach 2 Tagen
waren viele Stellen, als hätte man nichts gemacht. Der Rost kam wieder
durch. Da half nur abreiben mit Nähmaschinenöl.
Das Zeug ist weder zur Konservierung noch zur Schmierung geeignet.
Der Effekt ist ähnlich Petroleum, es schmiert vorübergehend,
verflüchtigt sich aber dann, aber es kriecht und verdrängt Wasser.
Ich werde das Zeug mal auf eine Glasplatte sprühen und nachsehen was
übrig bleibt.
Nochwas: ich bin gar nicht oben.
Gruß,
Holm
Nachtrag:
Ich habe den Motor wie empfohlen mit Leitungswasser ausgespült, in der
Sonne trocknen lassen, mit Zeitung ausgestopft, alle Wicklungen in Reihe
an das Labornetzteil (30V, 3A) angeschlossen, an der Luft noch einige
Tage trocknen lassen und schließlich wieder zusammengebaut: Er läuft.
Danke für alle Tipps!
Ich drücke Dir mal die Daumen das das auch so bleibt und nicht
Restfeuchtigkeit irgendwo in der Wicklung Dir das Ding doch noch zur Sau
macht..
Gruß,
Holm
Glückwunsch zur erfolgreichen Rettung. Wenn man überlegt, welchem Staub
und Dreck ein Motor im Laufe seines Lebens ausgesetzt ist, würde ich mir
übrigens um diese ein paar Wochen dauernde Schlammepisode keine Sorgen
machen.
Übrigens, die Erfolgsmeldung ist das richtige Danke für Alle, die sich
hier Mühe gegeben haben.
Da brauchts keine Unke wie gerade über diesem Beitrag.
Ich hatte mal in einem Kellerraum, der durch Regenwasser geflutet wurde,
einige Hand geführte Maschinen. (Kreissäge, Bohrmaschine, Oberfräse
usw.) Durch Zeitmangel wegen Wasser Beseitigung, hab ich die aus dem
Wasser nur nach oben ins Trockene gestellt. Paar Tage später geöffnet,
das Wasser soweit wie möglich raus geholt und trockenen lassen. Alle
Maschinen, auch die mit elektronischer Drehzahlregelungen,
funktionierten hinterher wieder einwandfrei...
Hallo,
ich bin recht neu hier und habe ein ähnliches Problem welches im letzten
Jahr schon mal behandelt wurde.
Wir haben eine Regenwasserpumpe im Haus verbaut, welche durch Unwetter
vor 6 Wochen komplett abgesoffen waren. Der FI hat ausgelöst. Lt.
Elektrotechniker hat die Pumpe keinen elektrischen Schaden. Sie lief
nach einer Trocknungsphase von ca. 3 Wochen auch wieder tadellos. Nach
längerem Nichtgebrauch flog immer wieder der FI raus. Also hab ich die
Pumpe wieder ausgebaut und noch mal zum trocknen in einen beheizten Raum
gestellt. Mit dem Ergebnis, dass die Welle fest wird, was zur Folge hat,
dass der FI aufgrund des hohen Anlaufwiderstandes rausfliegt.
Heute hab ich die Pumpe zerlegt und auf dem Anker und auch in dem
Ankergehäuse ist auf die Länge gesehen, die hälfte ca. mit einer
Rost-ähnlichen Masse behaftet, was ein anlaufen des Motors
verhindert(Entschuldigung wenn ich nicht die richtigen Fachbegriffe
benutze, bin kein Elektriker).
Nun meine Fragen:
- kann ich diese Rückstände an beiden Bauteilen mit einem ganz feinen
(600er) Schleifpapier abschleifen oder nehme ich da lieber
Bremsenreiniger oder ähnliches?
- kann ich die beiden Bauteile in irgendeiner Weise einölen/einfetten,
ohne das die Funktion leidet, aber der Ansatz von Rost oder ähnlichem
verhindert/hinausgezögert wird?
Bitte um Rückantworten.
Danke
Marcus
Marcus schrieb:> - kann ich diese Rückstände an beiden Bauteilen mit einem ganz feinen> (600er) Schleifpapier abschleifen oder nehme ich da lieber> Bremsenreiniger oder ähnliches?
JA wenn es nur das Eisenpaket ist. Nicht an den Kupferdrähten schleifen!
> - kann ich die beiden Bauteile in irgendeiner Weise einölen/einfetten,> ohne das die Funktion leidet, aber der Ansatz von Rost oder ähnlichem> verhindert/hinausgezögert wird?
ja, aber sehr sparsam, nur ein Hauch
Marcus schrieb:> Nach> längerem Nichtgebrauch flog immer wieder der FI raus.
Da sollte man sich die Dichtungen der Pumpe genauer ansehen. Vor Allem
die Dichtung an der Einführung des Netzkabels und des
Schwimmerschalterkabels.
Marcus schrieb:> Mit dem Ergebnis, dass die Welle fest wird, was zur Folge hat,> dass der FI aufgrund des hohen Anlaufwiderstandes rausfliegt.
Dadurch fliegt der nie raus selbst wenn das Teil an zu gluehen anfaengt.
Du hast nach wie vor einen Gehaueseschluss an den Motor. Zur deiner
Sicherheit waere es angebracht die Pumpe komplett zu entsorgen. Auch
wenn der Fi nach einer Trocknung nicht direkt wieder rausfliegt ist doch
da was im unklaren. Die wirst du nie wieder so dicht kriegen wie im
Werk.
Ist es der FI oder der Motorschutzschalter?
Wenn du von schweren Lauf redest, wird es wohl der Motorschutzschalter
sein.
Auf alle Fälle mußt du da die Lager wechseln.
Da es bei mir Dreckbrühe war, hab ich sie mit sauberen Wasser gespült,
schlimmer kann es ja nicht werden.
Den Rost habe ich mit einem Lappen und WD40 abgerubbelt.
Dann schön warm halten, bis du einen Widerstand gegen unendlich hast.
Um das Wasser zu verdrängen kann man Rivolta SLX 500 nehmen.
Das Wasser wird damit verdrängt und das Mittel verdunstet infolge.
Wenn alles verdunstet ist den Isolationswiderstand messen.
Wenn OK dann die Lager schmieren.
Hallo,
ich habe an meinen zu restaurierenden Maschinenhalbleichen auch
gelegentlich mit abgesoffenen Motoren zu tun.
Meine Erfahrung: Standen die länger (ein paar Wochen reichen) nass, dann
ist die Lackisolierung der Wicklungen hin. Ist der Motor "nur mal nass
geworden", dann wieder trocknen (aufmachen, Wärme und viel Zeit) und gut
ist. Eventuell die Lager tauschen, obwohl die selten darunter leiden.
WD 40 hat im Motor garnichts verloren, Finger weg! Wenn da Rost ist,
dann grob mit Lappen oder feinem Schmirgel entfernen, aber nur wo er
stört. Danach aussaugen, niemals ausblasen! Beim Blasen katapultiert man
die gerade gelößten Partikel schön gekonnt in die Wicklung und dort
können sie dann ihr Zerstörungswerk verrichten (da die Wicklung
vibriert)
Finger weg auch von irgendwelchen anderen Chemikalien, man weiß nie, was
die mit der Lackisolierung veranstalten.
Old-Papa
Hallo,
danke für die zahl- und hilfreichen Antworten. Ich war Heute bei einem
E-Motorenbauer, er hat auch einen Kurzschluß der Wicklung gemessen,
wahrscheinlich durch die Feuchtigkeit bedingt. Er empfahl mir das wir es
mit trocknen und dann messen versuchen, evtl. könnten wir noch die Lager
tauschen und den Stator fein schleifen. Viel Hoffnung machte er mir
nicht. Schauen wir mal, kommende Woche weiß ich da sicher mehr zu
berichten.
Gruß
Marcus
Old Papa schrieb:> WD 40 hat im Motor garnichts verloren, Finger weg!
Warum? (Frage ist ernst gemeint, ich bin auch einer von denen die WD40
auf alles sprüht was nicht gerade nach Gemüse aus dem garten aussieht)
Marcus schrieb:> danke für die zahl- und hilfreichen Antworten. Ich war Heute bei einem> E-Motorenbauer, er hat auch einen Kurzschluß der Wicklung gemessen
ja und dan lass den doch neu wickeln und gut isses.
Hallo Markus,
Wir hatten auch so ein paar Dinger nach einem Hochwasserschaden. War
allerdings klares Grundwasser.
Dauerte ca. 4 Monate bei Raumtemperatur, dann war der ISO-Test wieder in
Ordnung. Wir konnten den Stator allerdings abbauen. Der Rotor blieb an
der Welle. Ging um Ständerpumpen.
Geht vermutlich mit Trocknen im Backofen etwas schneller, aber in der
Regel bekommt man die Dinger wieder zum Laufen.
Aber wie schon erwähnt. Kein Multimeter sondern ISO-Messgerät mit mind.
500V Prüfspannung.
MfG
Bernhard
Michael Reinelt schrieb:> Old Papa schrieb:>> WD 40 hat im Motor garnichts verloren, Finger weg!>> Warum? (Frage ist ernst gemeint, ich bin auch einer von denen die WD40> auf alles sprüht was nicht gerade nach Gemüse aus dem garten aussieht)
Nun, niemand kann wirklich sagen, was da außer Diesel noch drin ist und
wie das auf den Kupferlackdraht wirkt. Wenn das Zeugs erstmal in der
Wicklung ist, dauert es Monate bis das verdunstet ist.
Aber ok, Du kannst ja mal als Tester herhalten.
Old-Papa
Marcus schrieb:> Ich war Heute bei einem> E-Motorenbauer, er hat auch einen Kurzschluß der Wicklung gemessen,> wahrscheinlich durch die Feuchtigkeit bedingt.
Typische Antwort eines "Fachmannes". Durch Feuchtigkeit entsteht bei so
einen Motor kein harter Kurzschluß!
Marcus schrieb:> Er empfahl mir das wir es> mit trocknen und dann messen versuchen, evtl. könnten wir noch die Lager> tauschen und den Stator fein schleifen.
Was soll man an einen Drehstrommotor "fein schleifen"?
Bernhard Schröcker schrieb:> Dauerte ca. 4 Monate bei Raumtemperatur, dann war der ISO-Test wieder in> Ordnung.
Bei mir hat es 1 Tag in der Sommersonne gedauert. Zur Sicherheit ein
weiterer Tag. Da sind keine C-MOS IC drin!
Solche Motoren sind nicht so empfindlich, das man einen Isotest braucht.
Überleg mal, ein Lüfter an einer landwirschaftlichen Lagerhalle.
Frost, Nebel, Regenwetter, Kondenswasser und dann läuft er mal und dann
wieder nicht. Das muß so ein Motor abkönnen.