Hallo zusammen,
findet ihr das Gehalt unter folgenden Umständen zu niedrig?
Region: ländlich
Alter: 32
Erfahrung: 8Jahre
Beruf: Dipl.Ing. (FH), in der Softwareentwicklung tätig
Firma: <200 Mitarbeiter
Arbeitszeit: 37,5h/Woche (keine Überstundenbezahlung)
Urlaub: 28d
Gehalt: 59400€
Nein.
Oder andersrum: reicht das Gehalt zum gemütlichen Leben in der Region?
Wenn du z.B. in der Stadt 80k€ bekommst und dafür 15k€ mehr Miete und
sonstwas hast, dann bleibt dir auch nicht mehr.
Gefällt es dir dort?
Diese ganzen Gehaltsfragen sind schon merkwürdig. Ist heute niemand mehr
in der Lage selbst abzuschätzen was man in seiner Region braucht um gut
leben zu können? Von einem Ing. kann man sowas scheinbar nicht mehr
erwarten.
Relais schrieb:> Von einem Ing. kann man sowas scheinbar nicht mehr> erwarten.
Das darfst du so nicht ausdrücken, der Herr ist schließlich, nach seiner
Aussage, sogar Diplom und kein ach so schlechter Bachelor....
@ TE - Nein
Relais schrieb:
> sogar Diplom und kein ach so schlechter Bachelor....
ich habe E-technik (Automatisierungstechnik) studiert (Bachelor of
Science), es gab paar Studenten die Diplom waren, die aber mit uns paar
Fächer geschrieben haben, dann haben wir die gesamt Fächer von Diplom
und Bachelor verglichen, bei Diplom-Ing waren es genau 1 oder 2
Klausuren mehr, aber dafür für Bachelor nur 6 Semester-Zeit !!! aso wir
mussten kein Praktikum machen aber spätestens bei Master, musste man
machen um auf die 210 ECT zu kommen
Y. M. schrieb:> aso wir> mussten kein Praktikum machen aber spätestens bei Master, musste man> machen um auf die 210 ECT zu kommen
Wo soll das gewesen sein, welche Hochschule?
Cha-woma M. schrieb:> Y. M. schrieb:>> aso wir>> mussten kein Praktikum machen aber spätestens bei Master, musste man>> machen um auf die 210 ECT zu kommen>> Wo soll das gewesen sein, welche Hochschule?
Unsere Hochschule hat fast das selbe gemacht: Hochschule
Karlsruhe(Informatik)
Der Diplom war 8 Semester lang mit 2 Praxissemester. Der Bachelor ist
jetzt 7 Semester lang mit einem Praxissemester weniger.
Deshalb lache ich immer wenn ich höre, dass ein Bachelor gar nichts sein
sollte im Vergleich zum Diplom, oder dass ein Bachelor ein Vordiplom
entspricht ;).
Relais schrieb:> Diese ganzen Gehaltsfragen sind schon merkwürdig. Ist heute niemand mehr> in der Lage selbst abzuschätzen was man in seiner Region braucht um gut> leben zu können? Von einem Ing. kann man sowas scheinbar nicht mehr> erwarten.
Wahrscheinlich geht es gar nicht darum genug zu verdienen um am
Arbeitsort gut zu leben sondern um maximales Abkohlen um dann 5 Jahre
später mit einem guten Sack voll an Ersparnissen weiterzuziehen...
60k sind für bayrische Landklitsche nicht ungewöhnlich und für einen
Single mehr als ausreichend.
Um das Haushaltseinkommen in den Bereich "fast sorgenlos" zu heben
sollte man mit einen Partner mit eigenen Einkommen eine Ehe schließen.
Das ist der bayrische Weg zu Glück und Wohlstand ;-)
Cha-woma M. schrieb:>> Wo soll das gewesen sein, welche Hochschule?
TH Köln, jetzt wurde die Studiunzeit auf 7 Semester erhöht.
Im 1.Sem waren wir ca. 100 Studenten -> 4.Sem 30 Studenten -> 6. Sem 20
glaube ich oder weniger
Bachelor -> Lohn runterdrücken -> noch abhängiger werden
Berater schrieb:> Deshalb lache ich immer wenn ich höre, dass ein Bachelor gar nichts sein> sollte im Vergleich zum Diplom, oder dass ein Bachelor ein Vordiplom> entspricht ;).
Ja, der Diplom hat halt eine Hochschulausbildung vor zu weisen.
Der Bac. nur einen akademischen Grad!
Und deshalb lacht der Diplomer mit 240 ECTS ürber alles was weniger als
239 ECTS hat!
Cha-woma M. schrieb:> Und deshalb lacht der Diplomer mit 240 ECTS ürber alles was weniger als> 239 ECTS hat!
mich juckt es nicht wie viel ECTS sondern wie viel Kohle am Ende des
Monats in meiner Tasche landet, u.a. Arbeitsatmosphäre und co....
Bachelor oder Diplom ist nur eine Eintrittskarte zum richtigen Praxis
als Ingenieur, denn was wir im Studium gelernt haben, kann man zu 85%
kaum brauchen
Cha-woma M. schrieb:> Ordner schrieb:>> 60k sind für bayrische Landklitsche nicht ungewöhnlich und für einen>> Single mehr als ausreichend.>> Eher sind`s 40k!
40k wären unter den Bedingungen etwas wenig.
55k€+ sind ganz OK für das ländliche Bayern.
Lothar M. schrieb:> Gefällt es dir dort?
Das ist doch fast die wichtigste Frage, was helfen Dir 10k€/a mehr, wenn
Du da nur noch weg möchtest?
Es geht nicht darum ob man seinen eigen Wert richtig einschätzen kann.
Mit 60k kann man in dieser Region sehr gut leben.
Es geht darum, dass in den Gehaltsübersichten teilweise Gehälter
(2016)aufgerufen werden, die positiv sowie negativ weit weg von einem
normalen Gehalt sind.
Ein weiterer Punkt ist, dass sich die einzelnen Region/Bundesländer
stark unterscheiden. --> Darum südliches Bayern ländlich!
Mich würde einfach interessieren ob Leidensgenossen in oben genannten
Gebieten deutlich abweichende Gehälter beziehen.
mfg
DerEine schrieb:> Mich würde einfach interessieren ob Leidensgenossen in oben genannten> Gebieten deutlich abweichende Gehälter beziehen.
Genossen wirst du im ländlichen Bayern wenig treffen und ob die leiden
darf auch angezweifelt werden.
Lustig wie Diplomer oder Master versuchen, sich über Bachelor oder FHler
lustig zu machen, anstatt sich vor denen mit einem wirklich tollen
akademischen Grad (Dr.-Ing.) in den Staub zu werfen.
Ein dort Ansässiger verdiente an einer Uni recht wenig; im letzten Jahr
wurden nur 10 Arbeitstage vergütet- Grund: "jeder möchte auf die Uni,
bei dem Fachkräfteüberschuss". Ist aber sechs Jahre her.
(Diplomingenieur; als Wissenschaftlicher Mitarbeiter).
Also ich finde die 59,4 kEuro vom Fred-Eröffner etwas wenig. Mit 8
Jahren BE muss mehr drin sein. Ich würde an seiner Stelle noch mind. 5
kEuro mehr verlangen.
Als Wirtschaftsingenieur B.Eng. bekomme ich mit 5 Jahren BE schon > 60
kEuro und musste dafür noch nicht einmal mein geliebtes Berlin
verlassen. Ländliches Südbayern muss man schon sehr mögen, um wegen des
Jobs dort hinzuziehen. Was gibt es denn da, womit man sich die Zeit
totschlagen kann?
DrIng schrieb:> Lustig wie Diplomer oder Master versuchen, sich über Bachelor oder FHler> lustig zu machen, anstatt sich vor denen mit einem wirklich tollen> akademischen Grad (Dr.-Ing.) in den Staub zu werfen.
Wer in D-land einen Daktarie hat, der muß sich auch fragen lassen wie
oder warum er den hat!
Zu oft sind die Wis. MA nur Jung-Parteibücher mit Ohrwascheln, die durch
die "akademische" Weihe mit den "Dr." erhöht werden sollen!
Ordner schrieb:> 60k sind für bayrische Landklitsche nicht ungewöhnlich und für einen> Single mehr als ausreichend.
60k in Wunsiedel?
Oder im Backyard von PA?
Never!
Warum sollte man ein Produktionsmittel über den Marktwert bezahlen?
Und von Ing.&Co. gibt`s im EU-Arbeitsmarkt-Raum doch ausreichend.
Also warum sollte die Entlohnung bei der Nähe zu den MOL-Raum so stark
abweichen?
Und wer mal im FIZ von BMW war, der weis wer da entwickelt!
Und die bay. Landklitsche kennt den Arbeitsmarkt vor Ort 10³ mal besser
als ein Jung Bac. of eng. aus West-Pommern!
Also:
> 60k sind für bayrische Landklitsche nicht ungewöhnlich
Ja, aber definitiv nicht die Regel!
DerEine schrieb:> Ein weiterer Punkt ist, dass sich die einzelnen Region/Bundesländer> stark unterscheiden. --> Darum südliches Bayern ländlich!
Ohje, ihr Nordlichter :-(
Dann kuckt euch doch mal die Industriedichte im südlichen Bayern an.
Nicht nur, dass es hier sehr viele Mittelständler gibt, auch richtige
Großindustrie gibts hier. Z.B. das Bayerische Chemiedreieck:
https://de.wikipedia.org/wiki/Bayerisches_Chemiedreieck
Nicht in München, irgendwo in der Provinz...
Es hat schon einen Grund, das Bayern das wirtschaftlich stärkste
Bundesland ist. Und Südbayern ist selbst für bayrische Verhältnisse
relativ stark.
Die Arbeitslosigkeit liegt hier (Oberbayern) bei nur 3,5%:
https://www.regierung.oberbayern.bayern.de/oberbayern/zahlen/02767/index.php
Jaja, die Zahlen der Regierung, weiß schon, alles gefälscht ;-)
Ländlich kann man höchstens die Landschaft nennen. Was die berufliche
Seite angeht, sicher nicht. Selbst im tiefsten Hinterland gibts überall
Firmen. Und München ist nie weit, das dürfte eine der stärksten Städte
in DE sein. Ja, das ist nicht überall in Bayern so, aber in Südbayern
größtenteils schon.
Das ist dieselbe Fehleinschätzung, die der typische Norddeutsche auch
immer für Österreich macht. Da ist das sehr ähnlich. Nicht umsosnt hat
uns AT inzwischen überholt (BIP/Kopf).
Leider kann ich zu den Gehältern nichts sagen, ich arbeite im
benachbartem Ausland (da wo man angeblich nur Skifahren kann ;-)). In
der Industrie, die es da angeblich nicht gibt.
DerSüdbayer schrieb:> Jaja, die Zahlen der Regierung, weiß schon, alles gefälscht ;-)
das ist dann natürlich nicht so schlimm, aber korrekte Zahlen wären dann
informativer. Ich möchte mich in dies Frage betr. Bayern aber nicht
einmischen.
Wer es mag, soll doch herziehen, soweit er oder sie es kann. Dann kann
es aber sein, dass man es sich anders vorgestellt hat, wie überall.
Ob 60 k p.a. viel sind- mir erscheint es viel.
Dipl.- G. schrieb:> DerSüdbayer schrieb:>>> Es hat schon einen Grund, das Bayern das wirtschaftlich stärkste>> Bundesland ist.>> Youtube-Video "Die DDR - Plünderung im Namen der Einigung // Doku">> Youtube-Video "Goldrausch - Die Geschichte der Treuhand Doku (2011)"
Sehr gute Dokus!
Im südlichen Bayern gibt es Regionen mit viel Industrie, ja. Aber es
gibt auch Gebiete, wo es schlecht ausschaut, z. B. Berchtesgadener Land,
Allgäu, Garmisch-Partenkirchen, etc. Die Arbeitslosigkeit dort ist zwar
gering, aber die Qualität der Arbeitsplätze einfach nur schlecht
(Tourismus, Kur-Orte, etc.).
Ich würde mich lieber im nördlichen Bayern umschauen. Es gibt dort zwar
auch üble Gegenden wie Wundsiedel, aber auch starke Regionen wie
Schweinfurt und die Metropolregion Nürnberg-Erlangen-Fürth.
Klar, in Franken hast du kein Alpen-Panorama, aber dafür ist das
Preisleistungsverhältnis deutlich besser. Dort kannst du mit 60k
wunderbar leben. Und 60k sind dort auch realistisch.
Henry G. schrieb:> Sehr gute Dokus!
Nur was hilft mir eine Doku die sich mit den alten Geschichten von 1989
(Fast 30 Jahre her!) beschäftigt, wenn heute wieder im Namen der
"Alternativlosigkeit" den Normalbürgern die Kohle gemopst wird!
Franke schrieb:> Klar, in Franken hast du kein Alpen-Panorama, aber dafür ist das> Preisleistungsverhältnis deutlich besser. Dort kannst du mit 60k> wunderbar leben. Und 60k sind dort auch realistisch.
60k sind hier in Franken, je nach Branche, zwischen grenzwertig und
eindeutig zu wenig. Vor allem mit Berufserfahrung.
S.
Berater schrieb:> Unsere Hochschule hat fast das selbe gemacht: Hochschule> Karlsruhe(Informatik)
Aber Karlsruhe hat auch eine sehr sehr gute Informatik-Ausbildung!
DerEine schrieb:> findet ihr das Gehalt unter folgenden Umständen zu niedrig?
Das kommt auf Deinen Wert für die Firma an finde ich. Wenn die Firma
sehr gut dank Dir verdient, könnte es höher sein. Wenn nicht auch
niedriger ...
Ist das Herrlich. 60 K Brutto im Jahr, was ist das schon? Da kommen
Netto ungefähr 2.5 K im Monat raus, weil der Staat Euch fast die hälfte
davon nimmt. Diesen Zirkus habe ich fast 4 Jahre lang mitgemacht. Von
dem Geld habe ich mir damals ein kleines Haus gekauft. Jetzt lebe ich
von Alg 2 + ersparten (Schonvermögen). Das Haus von 90 m2 + Auto darf
ich auch behalten. Komme mit dem Geld vom Staat + dem ersparten super
aus und verdiene mir noch etwas nebenbei. Ich finde das Lebenszeit ein
viel höheres Gut ist, als nen Tausender mehr im Monat zu haben und dafür
jeden Morgen auf der Arbeit zu erscheinen. Wir schlafen 8 Stunden, sind
10 Stunden am Tag wegen dem Job außer Haus, dann noch 2 Stunden
Hausarbeit. Bleiben genau 4 Stunden zum Leben. Das ist mir der Job
einfach nicht wert. Ich hasse es arbeiten zu gehen, weil ich einfach
nur mein Leben leben will.
Aber gut das es Euch gibt. Geht weiter für mich arbeiten !