Servus liebe Community,
Ich bin zz. dabei nen Röhrenamp für Gitarren zu entwickeln, das
Grundkonzept steht schon. Ich haber bereits einen HIFI-Röhrenamp nach
einer etwas veränderten Vorlage aus dem Netz gebaut.
Es sollen 2 EL84 Röhren im Gegentakt als Endstufen, und eine ECC83 als
Phasenumkehrstufe verwendet werden. Der Vorverstärker wird zz. noch
Entwickelt, es werden aber vermutlich 2 ECC82s.
Nun zu meiner Frage:
Eine unterheizte Röhre verzerrt ja bekanntlich das Signal. Ist es
prinzipiell ne gute Idee diesen Effekt auszunutzen und die Heizspannung
von der Vor- oder der Endstufe abschwächbar zu machen, oder gehen da die
Röhren lang oder mittelfristig davon kaputt?
Sollte man eher die Vor- oder die Endstufe unterheizen?
Vielen Dank schonmal im Vorraus,
Waxrek
Waxrek schrieb:> Sollte man eher die Vor- oder die Endstufe unterheizen?
Beides ist Quatsch!
Unterheizung mindert sowieso die Lebensdauer.
Mit der Heizleistung zu spielen ist mir absolut neu.
Waxrek schrieb:> unterheizen?
Dauerhaft unterheizte Röhren werden mit der Zeit taub. Außerdem fließt
bei zu wenig Heizung weniger Anodenstrom.
Waxrek schrieb:> es werden aber vermutlich 2 ECC82s.ECC82 sind Doppeltrioden aus der TV-Kippstufe wenn ich mich richtig
erinnere. Für NF sollte die klirrarme ECC83 günstiger sein. In Jogis
Röhrenbude sind bestimmt noch Schaltungen dazu. Man muß das Rad nicht
zum 5. Mal erfinden.
Unterheizte Röhren gehen angeblich schneller kaputt.
Ich hatte irgendwann mal eine Grafik einer ECC83 in Händen, bei der zu
sehen war, dass die Signalsättigung (Übersteuerung) bei niedriger
Heizspannung früher einsetzt.
Einen ähnlichen Effekt hat es sicher, wenn man die Anodenspannung
verringert.
Auf keinen Fall würde ich die ES_Röhren EL84 außerhalb ihrer angegebenen
Heizspannung betreiben, weil das die ausgangsleistung und die
Lebensdauer beeinflussen wird - und die dinger sind nicht nur im duett
relativ teuer.
Ich glaube, eine ECC81 kann man schon mit einer anodenspannung von 12V
betreiben, sie zerrt dann ziemlich dreckig, was einige gitarristen wohl
gerne wollen.
Ein anderer "Trick" ist, der Röhre eine Mitkopplung zu spendieren, die
grade so stark aufgedreht ist, dass das System ohne Signal noch nicht
schwingt.
Wenn dann ein signal kommt, wird es maximal nicht-linear verzerrt.
Gegebenenfalls setzt beim Spielen sogar ein leichtes Schwingen des
Systems ein, was weitere Dreckeffekte erzeugt.
hein II schrieb:> Ich glaube, eine ECC81 kann man schon mit einer anodenspannung von 12V> betreiben, sie zerrt dann ziemlich dreckig, was einige gitarristen wohl> gerne wollen.
Bin jetzt nicht ganz sicher, ob die ECC81 oder die ECC82 schon bei 12V
Anodenspannung brauchbar arbeitet - es gibt da so ein beliebtes
Bodeneffektverzerrerprojekt mit einer der beiden Röhren für 12V.
Die ECC83 ist, das weiß ich aus Erfahrung, bei 12V Anodenspannung in der
Praxis unbrauchbar. Ab 50V kann man drüber reden und ab 100V ist die
ECC83 als Gitarrenverzerrer-Bauteil gut brauchbar.
Waxrek schrieb:> Sollte man eher die Vor- oder die Endstufe unterheizen?
Man soll gar nichts unterheizen. Man soll aber die Anoden- und
g2-Spannung stufenlos runterregeln bis auf <20V, die Biasspannung
passend nachführen und die geringere Aussteuerbarkeit der Endstufe durch
ein master volume vor dem PI kompensieren. Das Googlewort heißt "power
scaling".
Ich lese hier in vielen Antworten, dass Unterheizung bei Röhren
schädlich sei. Ich halte das nicht für ausgeschlossen, aber auch nicht
für naheliegend. Es interessiert mich einfach.
Hat jemand eine plausible Erklärung dafür oder sogar einen Link auf
einen Nachweis?
Bei Halogenlampen ist mir der Effekt bekannt und auch erklärbar, aber
die Situation bei Röhren ist anders.
Waxrek schrieb:> Ich bin zz. dabei nen Röhrenamp für Gitarren zu entwickeln
Was gefällt Dir an den 1000 Bauanleitungen nicht, die es bereits gibt?
Röhrenschaltungen sind einfach zu alt und zu ausgereift, um da noch
Entwicklungszeit reinzustecken.
Willst Du neue Effekte, nimm DSPs. Willst Du bewährte Effekte, nimm
bewährte Schaltungen.
Mit Unterheizung kriegt man keinen stabilen Arbeitspunkt und damit keine
reproduzierbaren Ergebnisse hin.
Es müssen immer mehr Elektronen verfügbar sein, als maximal zur Anode
abfließen.
Uwe B. schrieb:> Hat jemand eine plausible Erklärung dafür oder sogar einen Link auf> einen Nachweis?
der heizfaden erwärmt sich meines wissens nach nicht mehr gleichmäßig
und es gibt dann abschnitte auf dem faden, die wesentlich heißer sind
als andere.
Im Allgemeinen ist die Heizspannung innerhalb einer Tolleranz von von
+-5% einzuhalten. Teilweise werden noch geringere Toleranzen verlangt.
Wird dies nicht eingehalten, verkürzt sich die Lebensdauer der Röhre.
Beispielsweise in diesem Datenblatt S.4 unten, wird auf diesen Umstand
hingewiesen:
http://www.mif.pg.gda.pl/homepages/frank/sheets/009/e/E80CC.pdf
Dieser hinweis findet sich auch bei diversen anderen
(Langlebensdauer)Röhren:
Hatte mal eine Grafik, die den Sachverhalt visualisiert, kann ich aber
jetzt leider nicht wiederfinden. Jedenfalls ist es so, dass bei starker
Unter- oder Überheizung sich die Lebensdauer signifikant reduziert.
Dennoch wurde teilweise Unterheizung praktiziert um ein spezielles
erwunschtes Klirrspektrum zu erreichen.
Zudem ist es möglich mittels leichter Unter-/Überheizung die Systeme
einer Doppeltriode zu matchen.
Also so abwegig ist das alles nicht und es wurde und es wird
praktiziert.
Peter D. schrieb:> Röhrenschaltungen sind einfach zu alt und zu ausgereift, um da noch> Entwicklungszeit reinzustecken.
Kann man so sehen, muss man aber nicht. Gerade in Verbindung mit
aktuellen Bauteilen, lassen sich Ergebnisse erziehlen, die früher so,
oder nur mit extremen Aufwand, möglich waren.
Und vielleicht liegt ja geanu darin der Reiz (zumindest im
Hobbybereich), es eben doch noch eine Nuance besser zu machen, als es
bei den ausgereiften Schaltungen gelungen ist.
Ohne Querdenken, nur mit ausschließlichem weitermachen, so wie es sich
bewährt hat, wird zu keiner noch so kleinen Innovation kommen können.
Thomas T. schrieb:> hier die Baisliteratur:
Ich denke auch, vorhandene Schaltungen erstmal verstehen zu lernen, ist
der bessere Ansatz, anstatt planlos an Parametern zu spielen.
Thomas T. schrieb:> Unterheizen ist kein brauchbarer Ansatz.
Wir stellen Elektronenquellen her, die über den Heizstrom geregelt
werden. Ohne Regelung driftet die Emission weg und ist an jedem Tag
anders.
Als Startwert der Regelung den Wert vom Vortag oder selbst von vor einer
Stunde im EEPROM zu speichern, brachte überhaupt keine Verbesserung.
Nur die Heizung mit Nennspannung erzeugt den nötigen
Elektronenüberschuß, damit die Parameterschwankungen der Katode nicht
den Arbeitspunkt ändern, sondern nur die Gitterspannung.
Hallo Tom
so einen Link hatte ich gesucht, vielen Dank für die Mühe, die du dir
offensichtlich mit der Suche nach einer Quelle für mich gemacht hast.
Das, was dort geschrieben steht, gilt für Barium Pastenkathoden. Weil
ich vermutete, dass das für "moderne" Röhren nicht zutreffen würde, habe
ich mich selber mal aufgerafft und geforscht und bin letztendlich dazu
gekommen, dass meine Vermutung falsch war und Unterheizung der Kathode
tatsächlich schaden kann.
So, wie ich das verstanden habe, liegt das daran, dass sich durch
ungleichmäßige Emissionsfähigkeit Stellen mit höherem Kathodenstrom
ausbilden, die sich dadurch weiter erhitzen etc.. Daraus schließe ich,
dass die Gefahr eines Schadens mit dem Kathodenstrom (genauer: Der
Kathodenstromdichte) steigt, also eine Vorstufenröhre vermutlich weniger
als eine Endstufenröhre gefährdet wäre.
humus schrieb:> der heizfaden erwärmt sich meines wissens nach nicht mehr gleichmäßig
Ich denke, das ist ein Effekt, der sich bei jedem Heizfaden ergibt,
unabhängig von Unter- oder Überheizung, nur dass mit größerer
Heizleistung die Abläufe auch entsprechend viel schneller stattfinden.
Anders gesagt: Ein unterheizter Glühfaden wird an keiner Stelle heißer
als ein normal beheizter Glühfaden sein und deswegen auch nicht weniger
Lebensdauer haben. Aber: Ganz so einfach muss es nicht unbedingt sein,
denn soweit ich weiß, gilt für Halogenlampen etwas anderes.
Uwe B. schrieb:> So, wie ich das verstanden habe, liegt das daran, dass sich durch> ungleichmäßige Emissionsfähigkeit Stellen mit höherem Kathodenstrom> ausbilden, die sich dadurch weiter erhitzen etc..
Nein!
Hier geht es um indirekt geheizte Kathoden.
Der Heizfaden ist in einem Metallrohr und heizt analog einer Glühbirne
bis zu seinem Lebensende.
Die Beschichtung auf der Kathode leidet bei Untertemperatur.
Die Röhre wird dann taub. Deshalb die Lebensdauerverkürzung.
Der Heizfaden ist noch voll i.O.
Eine Modulation über die Heizung wird durch die Wärmeträgheit im
Minutenbereich liegen.
Uwe B. schrieb:> ich vermutete, dass das für "moderne" Röhren nicht zutreffen würde,
Was verstehst Du unter "modernen" Röhren? Diejenigen, die nach 1960
gebaut wurden?
Hallo Michael,
wir sind uns doch einig. Auch ich habe davon geschrieben, dass es sich
um Vorgänge auf der Beschichtung der indirekt geheizten Kathode handelt,
nur genauer als mit allgemeinen Begriffen "leidet" und "wird taub"
ausgeführt. Noch genauer findet man es in dem Link von Tom.
@Harald:
Ja, soweit ich das erkennen kann, hat sich bei der Entwicklung der
Röhren seit der 80er-Reihe nicht mehr viel getan, zumindest nicht bei
Verstärkerröhren. Insofern halte ich diese alten Schätzchen für die
modernsten, die es gibt.
Uwe B. schrieb:> Das, was dort geschrieben steht, gilt für Barium Pastenkathoden. Weil> ich vermutete, dass das für "moderne" Röhren nicht zutreffen würde,
Kathoden mit Bariumoxidpaste sind immer noch Stand der Technik.
Tom schrieb:> Kathoden mit Bariumoxidpaste sind immer noch Stand der Technik.
Sicher???
Die von dir angegeben Literaturquelle: Werkstoffkunde der
Hochvakuumtechnik ist von 1936. Die ECC83 wurde 1948 auf den Markt
gebracht. Spanngitterröhren kamen ab 1952.
Hallo Tom,
Tom schrieb:> Uwe B. schrieb:>> Das, was dort geschrieben steht, gilt für Barium Pastenkathoden. Weil>> ich vermutete, dass das für "moderne" Röhren nicht zutreffen würde,>> Kathoden mit Bariumoxidpaste sind immer noch Stand der Technik.
Dem hatte ich auch gar nicht widersprochen, weil ich das mittlerweile
auch weiß, denn es scheint immer noch der beste Weg zu sein, indirekt
geheizte Kathoden herzustellen. Deswegen schrieb ich doch "ich
vermutete" und "meine Vermutung war falsch". Ich habe nur nicht noch
einmal explizit geschrieben, das Barium Pastenkathoden nach wie vor
Stand der Technik sind. Seufz... (Wir sind uns alle einig, aber trotzdem
fühle ich mich kritisiert - aber vielleicht bin ich auch nur
überempfindlich.)
Danke nochmal für die Antwort mit dem Link!
Tom schrieb:>> Das, was dort geschrieben steht, gilt für Barium Pastenkathoden. Weil>> ich vermutete, dass das für "moderne" Röhren nicht zutreffen würde,>> Kathoden mit Bariumoxidpaste sind immer noch Stand der Technik.
Nun, wenn nicht den Transistor "erfunden" hätte, wären die Röhren
(ich meine jetzt Standardröhren) sicherlich noch weiterentwickelt
worden. Das "modernste" auf diesem Gebiet sind m.E. die Nuvistoren.
Wegen der starken Überlegenheit der Transistoren bestand aber einfach
kein Bedarf mehr zur Weiterentwicklung der Röhren.
War nicht so gemeint, hatte den Tab schon vor Stunden geöffnet, diverse
Beiträge noch nicht gelesen und die anderen zu oberflächlich. Asche auf
mein Haupt...
Vielen Dank für eure schnellen und zahlreichen Antworten, das Konzept
mit dem Unterheizen werde ich wohl dann verwerfen müssen, obwohl es beim
Experimentieren auf dem Steckbrett echt interessant war. Es geht ja
nicht an, dass mir ständig die Vorstufe draufgeht.
Ich werde mich im großen und Ganzen an diese Konzepte halten, bin aber
jemand der doch gerne mal was neues ausprobiert.
http://www.jogis-roehrenbude.de/Verstaerker/EL84.htmoszi40 schrieb:> ECC82 sind Doppeltrioden aus der TV-Kippstufe wenn ich mich richtig> erinnere. Für NF sollte die klirrarme ECC83 günstiger sein. In Jogis> Röhrenbude sind bestimmt noch Schaltungen dazu. Man muß das Rad nicht> zum 5. Mal erfinden.
Ja, das stimmt, wenn man auf ein klirrarmes, sauberes Signal aus ist,
aber hier darf zumindest eine der beiden Vorstufen schon ein wenig
dreckig klingen ;)
MfG, Waxrek
Waxrek schrieb:> Vielen Dank für eure schnellen und zahlreichen Antworten, das Konzept> mit dem Unterheizen werde ich wohl dann verwerfen müssen, obwohl es beim> Experimentieren auf dem Steckbrett echt interessant war. Es geht ja> nicht an, dass mir ständig die Vorstufe draufgeht.
Das dir oft die Röhren wegen Unterheizung kaputt gehen, da brauchst du
dir keine Sorgen machen. Vielleicht bei 1000h wird das eintreten.
Kannst also weiter experimentieren.
Wie bist du denn auf die Idee gekommen?
Nimm doch eine Batterieröhre wie die DF91. Die sind direkt geheizt.
Die gibt es billig bei Pollin.
michael_ schrieb:> Nimm doch eine Batterieröhre wie die DF91. Die sind direkt geheizt.
Auch die direkt geheiztenRöhren haben normalerweise den Überzug
für verbesserte Emission. Falls nicht, müssten sie so hell wie
Glühlampen leuchten.
Hallo,
@ Harald Wilhelms:
das haben sie in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts auch,
"Hellbrenner" eben.
Einige Senderöhren mit Wolfram-Kathode konnten auch gut leuchten.
Leistungsröhren sollte man nicht unterheizen, durch die ungleichmäßige
Erwärmung fliegen dann gern Teilchen der Kathode weg -> "spratzen".
Booster-Dioden der TVs (PY88) konnten das auch bei richtiger Heizung
gut.
Man hat auch geziehlt unterheizt: die VF14 in der berühmten
Neumann-Flasche (Kondensatormikrofon) als Beispiel.
Gruß aus Berlin
Michael
Harald W. schrieb:>> Nimm doch eine Batterieröhre wie die DF91. Die sind direkt geheizt.>> Auch die direkt geheiztenRöhren haben normalerweise den Überzug> für verbesserte Emission. Falls nicht, müssten sie so hell wie> Glühlampen leuchten.
Darum geht es ja nicht. Sondern um die thermische Reaktionszeit der
direkt geheizten Kathode.
Ich schätze, da ist die Reaktionszeit etwa 10sec.
Aber für die Verzerrung einer E-Gitarre immer noch unbrauchbar.
Michael U. schrieb:> Man hat auch geziehlt unterheizt: die VF14 in der berühmten> Neumann-Flasche (Kondensatormikrofon) als Beispiel.
Ich denke, das war hautpsächlich zur Abwärmereduzierung.
Peter D. schrieb:> Michael U. schrieb:>> Man hat auch geziehlt unterheizt: die VF14 in der berühmten>> Neumann-Flasche (Kondensatormikrofon) als Beispiel.>> Ich denke, das war hautpsächlich zur Abwärmereduzierung.
Ob ein gespartes Watt Heizleistung der Grund ist, ich denke nicht.
Dir scheint es schwer zu fallen, zu akzeptieren, das mittels Variation
der Heizspannung ein gewünschter Sound erreicht werden kann und dies
auch genutzt wird. Mach doch selbst mal einen Versuch, nimm dir eine
ECC83 in Standardbeschaltung her und miss das Klirrspektrum bei gleichen
Eingangsspannung und unterschiedlicher Heizspannung. Bei
Kleinsignalröhren funktioniert das prima.
... The nominal filament current of the VF14 was given as 50mA, but in
the U47 it is operated at 40mA. Since the power (thus the heat) is
related to the current by square law, the tube in the U47 is used only
at approximately 2/3 of its nominal filament power, or 1.4Watt (35V x
.04A). Whether or not this may be the secret to its legendary sound
shall remain part of its mystique ...
http://www.neumann.com/forums/view.php?bn=neumann_archive&key=955732626&v=f
neumann schrieb:> Dir scheint es schwer zu fallen, zu akzeptieren, das mittels Variation> der Heizspannung ein gewünschter Sound erreicht werden kann und dies> auch genutzt wird.
Es wird genau umgekehrt gewesen sein.
Man hat versucht, die Leistungsaufnahme soweit zu senken, daß der Klang
gerade noch nicht beeinflußt wurde.
Ich würde auch kein heißes Mikrofon anfassen wollen.
Es gibt auch ne Ersatzschaltung mit FET:
http://ethanwiner.com/U47-FET.htmlneumann schrieb:> Mach doch selbst mal einen Versuch
Meine Röhrenzeiten sind ~40 Jahre vorbei.
Ich hab dann mal ein AD161/162 Pärchen besorgt bekommen und war
verblüfft, was da ohne großen Aufwand für ein blitzsauberer Klang
herauskam. Ein Fülle von Höhen und Bässen, die jeder Röhrentrafo
gnadenlos weggebügelt hätte. Und damals konnte ich auch noch Höhen
hören.
Seitdem waren Röhren für mich gestorben.
P.S.:
In der Lehre habe ich danach noch ELA-Anlagen gewartet. Da waren auch
noch alte Einschübe 50W mit 2*EL34 dabei. Lustig, wies dann bei
verbrauchten Röhren den Katodenelko zerfetzt hat.
Oleg A. schrieb:> Kann mir bitte jemand erklären wie?
Weil sich die Kathode selbst "vergiftet", wenn sie nicht die
erforderliche Temperatur erreicht.
Schüttelreim dazu:
Beim Skat, da muß man Hören/Reizen
und nicht wie hier die Röhren heizen.
MfG Paul
Leistungsröhren sollte man immer in den vom Hersteller vorgegebenen
Schaltungen und Arbeitspunkten verwenden.
Die Röhrenbauer sind ja keine Idioten gewesen, die wissen am besten, wie
man das Optimum aus ihren Röhren rausholt (Ausgangsleistung,
Lebensdauer, Klirrfaktor, Linearität, Verstärkung).
Vorröhren kann man meinetwegen unterheizen oder sonstigen Firlefanz
veranstalten. Die Lebensdauer wird davon wenig beeinflußt, nur die
Eigenschaften werden schlechter (Klirrfaktor, Linearität, Verstärkung).
Wenn man möglichst viel Klirrfaktor will, dann nimmt man auch keine
NF-Röhren (ECC83, EF86), sondern HF-Regelröhren. Die EF183 dürfte
besonders gut verzerren. Oder die ältere EF89.
Peter D. schrieb:> Leistungsröhren sollte man immer in den vom Hersteller vorgegebenen> Schaltungen und Arbeitspunkten verwenden.> Die Röhrenbauer sind ja keine Idioten gewesen, die wissen am besten, wie> man das Optimum aus ihren Röhren rausholt (Ausgangsleistung,> Lebensdauer, Klirrfaktor, Linearität, Verstärkung).
Idioten ganz gewiss nicht, nur lagen seinerzeit ganz andere Prämissen
zugrunde. Wer heute eine Röhrenverstärker baut, will oft andere Ziele
erreichen als maximale Leistung bei geringstem Klirr zu erreichen. Da
geht es oft darum, einen gewünschten Klangcharakter zu erzielen. Das ist
eine komplett andere Designvorgabe.
Zudem ist man auch seinerzeit deutlich von der vom Hersteller
vorgegebenen Schaltung und Arbeitspunkt abgewichen, nämlich dann, wenn
Langlebigkeit im Vordergrund stand (wie bei Radios z.B.). Oder wenn es
um HiFi und somit um speziellen und sauberen Klang ging. Die Quad II sei
als ein Beispiel genannt. Mit der KT66 lässt sich nach Herstellerangaben
sicher die doppelte Ausgangsleistung erzielen.
Peter D. schrieb:> Wenn man möglichst viel Klirrfaktor will, dann nimmt man auch keine> NF-Röhren (ECC83, EF86), sondern HF-Regelröhren. Die EF183 dürfte> besonders gut verzerren. Oder die ältere EF89.
Das ist mit Verlaub gesagt, sehr weit an der Realität vorbei. Es geht
mit Nichten darum, ein irgendwie verzerrtes Signal maximalen Ausmaßes
zu erreichen. Mag sein, dass manch einem derartige Differenzierungen
nicht geläufig sind, andere hingegen legen Wert darauf. Nur weil man es
selbst nicht wahrnimmt, bedeutet dies nicht, das es nicht existent ist.
Aus dem Bereich Gitarrenendstufen, die bekanntlich oft im Bereich der
Übersteuerung betrieben werden, weil es dann so klingt wie es
Gitarristen mögen, ist mir sogar eine speziell für diesen Zweck neu
entwickelte Röhren bekannt. http://www.jj-electronic.com/pdf/EL844.pdfPeter D. schrieb:> Röhrenschaltungen sind einfach zu alt und zu ausgereift, um da noch> Entwicklungszeit reinzustecken.Peter D. schrieb:> Leistungsröhren sollte man immer in den vom Hersteller vorgegebenen> Schaltungen und Arbeitspunkten verwenden.Peter D. schrieb:> Man hat versucht, die Leistungsaufnahme soweit zu senken, daß der Klang> gerade noch nicht beeinflußt wurde.Peter D. schrieb:> Meine Röhrenzeiten sind ~40 Jahre vorbei.
Das ist erstaunlich, solange nicht für die Röhrentechnik interessiert
(nach eigenem Bekunden sind Germaniumtransistoren die bessere Technik)
um dann doch so apodiktische Statements abzugeben ...
Versteh mich bitte nicht falsch, ich will dir nicht zu nahe treten oder
dich verärgern, fände aber etwas mehr "openminded" hier angebrachter.
Es gibt so eine Zeitschrift für Gitarrenexperten (Vakuum über alles), da
haben sie mal mit einer ECC83 einen Verzerrer gebaut. Damit's keine
Schadensersatzklagen von Hinterbliebenen gibt, nur mit max 30V. Bei
Blindverkostung Klang dann alles perfekt. Und Zwar egal ob ECC81, ECC82,
ECC83, ... Hauptsache es war eine Doppeltriode mit gleicher
Sockelbelegung. Und das obwohl dich Fakt ist, daß nur die ECC83 von ???
aus dem Jahr 195n, mit dem goldenen Getter und nur in Verbindung mit
handgewickelten Ölpapier C's und Hickory-geräucherten Metalloxid R's und
Vakuum-gleichgerichteter Betriebsspannung, ...
Am Eingang hat die Triode dann ein Signal, das bei hartem Anschlag in
den Voltbereich geht, das soll sie 50fach verstärken bei gerade mal 30V
Versorgung. Heraus kommt ein zuerst einseitig, bei hoher
Eingangsspannung stark asymmetrisch geklipptes Signal, das wunschgemäß
klingt, aber auch auf anderem Weg hergestellt werden kann. Ohne daß man
Kennlinien per Kalt-Heizung verschieben müsste.
Die EL844 scheint ein leistungsärerer Nachbau der EL84 zu sein. Großer
Vorteil: nur ein Hersteller. Deswegen auch nur ein Vorteil für
jjtronics. Die Aussage: "das ist die bessere EL84 und es gibt sie nur
von uns". So ist man die chinesischen/russischen Standardröhrenbauer
los. Denn (Gitarren-)Röhren sind Verschleißteile und wenn Star x vor
jedem Auftritt einen 4er Satz EL34 von xyz für nur 500€ reinschraubt.
Dann brauch ich das in meinem Hobby-Lärmkeller auch. Das macht Umsatz!
Carl D. schrieb:> Und das obwohl dich Fakt ist, daß nur die ECC83 von ???> aus dem Jahr 195n, mit dem goldenen Getter und nur in Verbindung mit> handgewickelten Ölpapier C's und Hickory-geräucherten Metalloxid R's und> Vakuum-gleichgerichteter Betriebsspannung, ...
Welche Schublade wurde denn da aufgemacht? Kann mich nicht entsinnen,
das wir hier vom genannten gesprochen hätten.
btw: Getter sind ganz ganz ganz selten aus Gold ... das mag vielleicht
daran liegen, dass es für die Aufgabe eines Getters nicht wirklich gut
geeignet ist ...
Das war im Gitarren Röhren Woodoo Sprech. Hätten ich wohl besser
kenntlich machen sollen. ;-)
Aber die Auswirkung der Farbe der Röhrenaufschrift auf die
Fingerfertigkeit des Zupfenden IST Fakt, ehrlich ;-)
Carl D. schrieb:> Aber die Auswirkung der Farbe der Röhrenaufschrift auf die> Fingerfertigkeit des Zupfenden IST Fakt, ehrlich ;-)
Die Farbe der Röhrenheizung hat vermutlich ähnliche Auswirkungen.
Da eine unterheizte Röhre rötlicher leuchtet, bekommt man so
natürlich einen wärmeren Klang.
Carl D. schrieb:> Die EL844 scheint ein leistungsärerer Nachbau der EL84 zu sein. Großer> Vorteil: nur ein Hersteller. Deswegen auch nur ein Vorteil für> jjtronics. Die Aussage: "das ist die bessere EL84 und es gibt sie nur> von uns". So ist man die chinesischen/russischen Standardröhrenbauer> los. Denn (Gitarren-)Röhren sind Verschleißteile und wenn Star x vor> jedem Auftritt einen 4er Satz EL34 von xyz für nur 500€ reinschraubt.> Dann brauch ich das in meinem Hobby-Lärmkeller auch. Das macht Umsatz!
Vielleicht wurde das Datenblatt zu oberflächlich gelesen und der
Anwendungszweck dadurch nicht so wirklich erfasst, egal glaube so sehr
interessiert es dich auch nicht.
Nur der Vollständigkeit halber, diese Röhre kostet neu um die 11,- EUR
Peter D. schrieb:> Michael U. schrieb:>> Man hat auch geziehlt unterheizt: die VF14 in der berühmten>> Neumann-Flasche (Kondensatormikrofon) als Beispiel.>> Ich denke, das war hautpsächlich zur Abwärmereduzierung.
Eher um den Gitterstrom und das dadurch verursachte Rauschen bei dem
extrem hochohmigen Eingang zu erniedrigen.
Ein anderes Beispiel dieser Art ist die E80F, die als Elektrometerröhre
mit nur 4,5V geheizt wurde, mit Ia=40µA bei Ua=40V und Ig1 < 100pA.
Eine x-beliebige Röhre zu unterheizen, wird aber generell nicht
empfohlen.
Dafür gibt es selbst bei den Oxidkathoden zu viele verschiedene
Konstruktionen, die alle ihre Eigenheiten haben.
Nur in Sonderfällen, wie z.B. bei der 2C39A, macht man das unter
gewissen Umständen zur Lebensdauerverlängerung.