> wenn ich eine H-Brücke aus Bipolartransistoren wie zB L298 habe,
> hab ich dann auch eine Bremswirkung wenn ich einen Motor ange-
> schlossen haben und beide LowSide Transistoren eingeschaltet sind ?
Ja, der Motor arbeitet dann als kurzgeschlossener Generator.
Da der L298 keine Mosfets in der Ausgangsstufe hat, reicht sogar ein
Transistor und die ebenfalls an Gnd sitzende Diode der anderen
Brückenhälfte.
> Eigentlich würde das doch einen negativen Kollektorstrom voraussetzten.
Ja, der Strom fließt dann anders herum als der Strom, den Du zum
Antreiben in dieser Drehrichtung fließen lassen musst.
vereinfachte Merkregeln (bei gewöhnlichem DC-Motor):
Drehzahl ist proportional zur Spannung
Drehmoment ist proportional zum Strom.
Bremsen = negatives Drehmoment (in Bezug auf ursprüngliches
Antriebsmoment)
> Die Bremsenergie muss ja irgenwo hin:
> Sie wird (abzüglich der Verluste) in die Quelle zurückgespeist.
Das ist für den Fall richtig, dass weiterhin gechoppt wird.
Die Frage meinte jedoch den Fall, dass beide Gnd-Transistoren leitend
sind.
> Letztendlich erfolgt das el. Bremsen dadurch das die el./mech.
> Restenergie nach Masse abgeleitet wird.
Mit Verlaub, das ist Unsinn (und eine grammatikalische Zumutung:
Interpunktion und das / dass-Unterscheidung).
Die Rotatonsenergie wird nicht nach Masse, sondern in den Zwischenkreis
zurückgespeist und / oder (in den Halbleitern und im Motor) in Wärme
umgewandelt.
Die Bremswirkung kann sogar verstärkt werden, indem der Motor (bis zum
Stillstand) "rückwärts" mit (geringem) PWM angetrieben wird. Es fließt
dann ein erhöhter negativer Strom.
> Die Drehzahl sollte dann auch so schnell abfallen das die Motorspannung unter Ub
sinkt und kein Rueckstom ueber die Schutzdiode fliesst.
Wie Falk bereits beschrieben hat, arbeitet der Motor im
PWM-Generatorbetrieb als Step-Up, d.h. die Generatorspannung kann
kleiner als Ub sein.