> da gibtz so ne faustformel
Ne.
> Im Grunde hast du nen Tiefpass
Ne.
Die Sache ist eine andere.
Ein Spannungsregler ohne Kondensator hat ein Problem, wenn sich die
Belastung ganz kurz ändert. Denke, dass er normalerweise 100mA liefert
und für 1us 1A liefern muß.
Da ist der Regler einerfach zu langsam für, bevor die Regelschaltung
erkannt hat, dass sie für mehr Strom auch den Längstransistor mehr
aufmachen muß, ist die Impulsbelastung schon vorbei, und wenn der Regler
für 100mA so tun musste, als ob er einen Längswiderstand von 50 Ohm
darstellt (und bei 1A den auf 5 Ohm hätte verringern müssen), dann waren
die 50 Ohm bei 1A so viel, daß die Spannung (z.B. von 5V auf 0V)
vollkommen zusammenbrach.
Mit Elko ändert sich bei Belastung die Ausgangsspannung nicht so
schnell, einen 1A Impuls über 1us kann ein 10uF Kondensator auf unter
0.1V abfedern ohne dass der Spannungsregler überheupt reagieren musste.
Der Spannungsregler wird erst HINTERHER reagieren, und den etwas
entladenen Kondensator wieder aufladen. Statt dass der Spannungsregler
also sofort auf die Änderung des Stromes reagieren muß, reagiert er auf
die Änderung der Ladespannung des Ausgangselkos.
Die Kapazität des Kondensators ist also an die GESCHWINDIGKEIT des
Spannungsreglers anzupassen, daher steht im Datenblatt dabei, wie gross
er sein muß.
Was passiert bei einem viel zu grossen Kondensator? Nun, ist die
Spannung zu niedrig, muss er ja den Elko aufladen, also lässt er mehr
Strom durch, die Spannung steigt, bis sie den Sollwert erreicht hat.
Dann müsste der Spannungsregler den Strom zurücknehmen, er weiss aber
nciht genau auf welchen Wert, denn 0 ist ja falsch, er muss ja den Strom
liefern, den die Schaltung gerade verbraucht. Wenn nun der Regler den
Strom aber langsam zurücknimmt, dann steigt die Spannung am Elko weiter.
Ein Spannungsregler ist so kompensiert, daß er eine bestimmte
Änderungsgeschwindigkeit beim Strom hat und wenn der Ausgangselko gross
ist, führt das zu 'Overshoot' und Nachreglen, zu welliger
Ausgangsspannung nach Belastungsänderungen.
Es ist, also ob man eine Kugel an einer Feder auf einen bestimmten Platz
bugsieren will, je schwerer die Kugel, je schlechter gelingt das, weil
man ständig über's Ziel hinausschiesst.
Daher sollte man Spannungsregler nicht mit mehr Kapazität belasten, als
im Datenblatt angegeben. Man macht es nicht besser, sondern schlechter
dadurch. Der 78xx ist als Feld-Wald-Wiesen-Idiotenregler noch recht
gutmütig, andere Regler (Präzision, LowDrop) sind nicht so gnädig
kompensiert (ein 7805 beginnt schon deutlich unter 5V mit dem Bremsen,
er ist froh wenn er die Ausgangsspannung auf 0.1V haelt) und reagieren
weit giftiger auf hohe kapazitive Last.
Falls du wirklich 470uF am Ausgang eines Spannungsreglers gesehen hast,
war das sicher keine professionelle Schaltung, sondern gnadenloses
Unverständnis eine Hobbyisten. Ignorier so einen Kram, bau sie richtig,
bau sie nach Datenblatt.
Die normal 100nF nach einem 7805 bekommt ja noch mal 100nF an jedem IC,
in der Summe also locker 2uF in der gesamten Schaltung. Das ist deutlich
mehr als minimal nötig, aber immerhin nicht zu viel. Man könnte jedoch
die Kapazitätswerte reduzieren, z.B. auf 10nF.