Hallo!
Ich bastle gerade an der Umsetzung eines Körperultraschallgeräts. Basis
bildet ein Schichtdickenmessgerät GM100 für Lacke. Der 5MHz-Sender wird
mit einem Puls mit rund 500ns Dauer vom Gerät angesteuert. Obwohl ich
schon einen externen Sender mit Pulsdauern von 100 - 500ns gelötet habe,
sind folgende Probleme noch bei Verwendung der Gerätepulse aufgetaucht.
Erstens driftet bzw. schwingt das Empfängersignal sehr niederfrequent
(Periodendauer etliche Sekunden)und zweitens lassen sich die Echos nicht
wirklich verstärken. Bei niedrigem gain ist der Drift/Schwingung gering
und die Echos gut sichtbar (Amplitude rund 0.2V). Erhöhe ich aber die
Verstärkung werden die Echos nur ganz zu Beginn der Steigerung
geringfügig größer. Bei noch zunehmender Verstärkung verschwinden sie
sogar wieder. Nur der Drift/Schwingung spricht auf die steigende
Verstärkung an (siehe Video https://youtu.be/p1yc4WqsL9c)
An der Empfängerbuchse des GM100 habe ich eine Gleichspannung von 2.1V
gemessen. Daher dachte ich an eine Elektretansteuerung des
Empfängerkopfes. Doch auch mit variabler Vorspannung inkl. veränderbaren
Widerstand zwischen Vorspannung und US-Empfänger habe ich das gleiche
Verhalten...
Habe auch schon an verschiedenen Stellen (vor bzw. nach dem 1-ten
Verstärker) ausprobiert, leider ohne Erfolg. Das Signal schwingt/driftet
nach wie vor niederfrequent.
Dann habe ich auch noch probiert die erste Verstärkung sehr gering (1x -
3x) ausfallen zu lassen und erst mittels zweiten LF357 deutlicher zu
verstärken. Alles ohne Erfolg. Bei steigendem gain verschwinden die
Echos sogar und nur der Drift/Schwingung wird stärker.
Ich habe auch den Widerstand des Senders/Empfängers (Kopf ist
zweigeteilt und kann beliebig mit den beiden Gerätebuchsen verbunden
werden, d.h. Sender und Empfänger sind identisch) messen wollen. Dieser
ist aber gleich wie beim 40kHz-Modell größer als 60 MOhm. Dies dürfte
aber normal sein.
Vielleicht hat ja einer von euch eine Idee woran dieses merkwürdige
Verhalten bzgl. Drift bzw. verschwindende Echos liegen könnte. Danke im
voraus, stoppi
Christoph E. schrieb:> Erstens driftet bzw. schwingt das Empfängersignal sehr niederfrequent> (Periodendauer etliche Sekunden)und zweitens lassen sich die Echos nicht> wirklich verstärken
Aus welcher Quelle stammt denn der Schaltplan?
Zum Driften: dein OPV hat keinen Pfad für den input bias current. Der
ist bei diesem FET-OPV zwar sehr gering, aber trotzdem braucht er einen
Gleichstrompfad nach Masse, sonst driftet die Eingangs(Gleich)spannung
auf irgendwelche Werte. Über den 1nF Kondensator kann dieser Gleichstrom
nicht fließen.
Zum nicht funktionierenden Verstärken: der LF357 hat ein
Gain-Bandwidth-Product von 20MHz. Wenn du ein 5 MHz-Signal damit
verstärken willst, dann erreichst du maximal eine Verstärkung von 4.
Wenn du die Verstärkung höher drehst, werden niedrigere Frequenzen zwar
höher verstärkt, aber die Grenzfrequenz geht nach unten -> die 5MHz
bekommen keine größere Verstärkung.
Hallo Achim!
Der Schaltplan stammt von mir...
1000 Dank für deinen Tipp mit input bias current. Habe jetzt jeweils 10
kOhm zwischen dem nicht invertierenden Eingang und GND geschalten und
der Drift ist verschwunden!
Ich weiß, der LF357 ist ziemlich am Limit. Habe deshalb jetzt ganze 3
Verstärkerstufen mit dem LF357 seriell geschaltet. Bekomme nun immerhin
Signale mit einer Amplitude von rund 1.5V heraus. Das würde fast passen,
da der Arduino Due ja Signale bis 3.3V erfassen kann.
Deshalb meine weitere Frage, ob du/ihr einen OPA mit höherer Bandbreite
kennt, damit ich nicht stolze 3 Stufen benötige...
Und eine Frage habe ich noch: Bei meiner Senderschaltung steuere ich den
5Mhz-Kopf mit einem 74121-Monoflop, 7667-Mosfettreiber und einem IRL520
an. Habe das Signal bei unterschiedlichen Lasten am Oszi angeschaut.
Hänge ich nur das Oszi mit dem hohen Eingangswiderstand in den
Versorgungspfad des Mosfet, so verschwinden die Pulse und ich erhalte
immer die volle Versorgungsspannung. Hänge ich aber eine Last mit
geringem Widerstand (15 Ohm)in den Versorgungspfad, so erhalte ich die
verstärkten 100 bis 500ns-Pulse wie gewünscht. Hat der Mosfet bei 0V
Ansteuerung nur einen relativ niedrigen Widerstand verglichen zu den 1
MOhm des Oszis? Anders kann ich mir das Verhalten bei unterschiedlicher
Last nicht erklären...
Jetzt hat der US-Kopf aber einen Widerstand von jenseits der 60 MOhm.
Wenn ich diesen in den Versorgungspfad einbaue, dann erhalte ich ja
wieder keine Pulse. Muss ich daher parallel zum US-Kopf einen niedrigen
Widerstand einbauen?
Danke nochmals für die großartige Hilfe, stoppi
Hallo Achim!
Vielen Dank, hast mir sehr geholfen :-)
Der AD811 ist schon auf dem Weg zu mir. Ich werde einmal versuchen, den
sendekopf direkt an den 7667 zu hängen...
Christoph Ernst schrieb:> Ich werde einmal versuchen, den> sendekopf direkt an den 7667 zu hängen...
ist keine schlechte Idee: ein Baustein, der gut Gates umladen kann, ist
auch nicht so ganz schlecht um Piezos umzuladen.
Aber denke dran: du wirst den 7667 (und den Piezo) nicht mit einem
einfachen Puls ansteuern müssen sondern mit einem Signal bei der
Resonanzfrequenz des Ultraschall-Senders (5 MHz).
Es gab mal den Ultraschallsensor von Polaroid, allerdings Luftschall und
nur ca. 50 kHz:
http://www.robotstorehk.com/6500.pdf
was mir speziell in Erinnerung blieb, ist die zeitabhängige Verstärkung,
die dem mit zunehmender Entfernung immer leiser werdenden Echo
entgegenwirkt. Ähnliches könnte auch ein logarithmisch begrenzender
Verstärker bewirken.
Heute sind die beiden AD811 Operationsverstärker eingetroffen. Zwar ist
die Einstellung wie bei Verwendung der LF357 nach wie vor etwas fummelig
aber nun erhalte ich Echoamplituden von maximal 8V. Damit übersteuere
ich zwar bewusst den AD-Eingang des Arduino Due's mit seinen 3.3V, dafür
erhalte ich vermutlich für deutlich schwächere Echos noch eine
brauchbare Amplitude...
Jetzt mache ich mich noch an den envelope-Schaltungsteil und dann warte
ich nur noch auf die ICL7667 für den Sender...
Du solltest auch langsam mal mit Abblockmassnahmen auf dem
Verstärkerboard beginnen. Ich sehe da keinen einzigen Elko oder gar eine
Drossel, was bei HF Signalen gar nicht so dumm wäre.
Danke Matthias für den Ratschlag...
So, es gibt gute und schlechte Neuigkeiten. Zuerst einmal zu den Guten:
Da die 7667-Mosfettreiber eingetroffen sind, habe ich heute erstmals den
Sender testen können und ich erhalte schöne Echos wie bei der Verwendung
des Originalsenders im Gerät. Ich kann ja die Pulsdauer von 100 ns bis
ca. 500 ns einstellen. Im Bereich um die 150-200 ns erhalte ich die
höchsten und noch einigermaßen scharfen Echos mit einer Amplitude von
rund 6V. Dabei betreibe ich den 7667 mit 14-15V (mittels step-up
Wandler). Testobjekt war eine 8 mm dicke Aluminiumplatte. Bin schon
gespannt, ob ich mit der 1µs-Auflösung des AD-Konverters vom Arduino Due
die Pulse auflösen kann. Bei der Empfängerschaltung fehlt aber noch der
envelope-Teil inkl. Gleichrichter. Diesen setze ich ebenfalls mit einem
AD811 und einer 1N4148 um. Da warte ich aber noch auf weitere, bestellte
AD811.
Nun zu den schlechten Nachrichten: Halte ich den Sender/Empfänger an
meinen Körper (Bauch, Knie etc.), so erhalte ich leider keine Echos...
Das bedeutet, dass das Projekt Körperultraschall wohl ad acta gelegt
werden muss. Im schlimmsten Fall konzentriere ich mich eben auf die
Aluminiumplatten bzw. mit Wasser gefüllte Ballons (Test noch
ausständig). Wenn der Arduino Due und die AD811 eingetroffen sind, melde
ich mich wieder...
P.S.: Vielleicht hat ja jemand noch einen Verbesserungsvorschlag ;-)
Schön, dass die Verstärker nun deutlich besser laufen.
Christoph E. schrieb:> Bei der Empfängerschaltung fehlt aber noch der> envelope-Teil inkl. Gleichrichter. Diesen setze ich ebenfalls mit einem> AD811 und einer 1N4148 um.
Das ist denke ich keine gute Idee. Der AD811 ist wie oben geschrieben
ein current feedback OPV. Dessen invertierender Eingang ist - anders als
von voltage feedback OPVs gewohnt - niederohmig. Deine
Rückkoppelschaltung beim Peak Detector wird imho nicht wie von dir
erwartet funktionieren.
Christoph E. schrieb:> P.S.: Vielleicht hat ja jemand noch einen Verbesserungsvorschlag ;-)
Bist du sicher, dass es nicht ungesund ist, diesen Messkopf für
Lackdicken als "medizinische Messsonde" am Körper einzusetzen?
@hans: ich verwende natürlich ein Gel und zwar das Elektrodengel von
meinem EKG...
@achim: Danke einmal für die sehr hilfreichen Hinweise.
Ich habe die envelope-Schaltung in Ermangelung eines AD811 einmal mit
dem LF357 probiert, da kommt leider so gut wie nichts an.
Das Problem mit einer Diode als Einweggleichrichter ist ja, dass sie mir
0.7V "verschluckt". Deshalb die schaltung mit dem OPV.
Ich werde aber noch die peak-Detektor-schaltung meines multi channel
analyzers probieren, die funktioniert mit einem Transistor.
Hat vielleicht jemand eine andere Idee für eine schnelle
peak-Detektor-schaltung?
Ähem, ja, nur mal so zur Berichtigung: Es gibt keine Ultraschall-
Lackdickenmessgeräte. Solche kleinen Schichtdicken im µm kann
Ultraschall nicht.
Lackdickenmessgeräte sehen zwar ganz ähnlich aus, haben aber einen
Wirbelstorm- (Spule) oder Magnetmeßkopf.
Was den Verstärker AD811 anlangt erhalte ich die besten Resultate, bei
sehr niedrigen Widerstandswerten am invertierenden Eingang (z.B. 68 Ohm
zwischen - und GND). Daher wird der OPA auch spürbar warm...
Habe mich nun um den peak-detector inkl. Gleichrichtung gekümmert. Die
Schaltung mit dem pnp-Transistor funktioniert eigentlich recht passabel.
Auch nur eine Diode und ein Widerstand in Serie lieferte
eigenartigerweise recht gute Werte.
Der Arduino Due mit seiner maximal 1µs-Auflösung für den ADC wird aber
trotz der breiten Entladekurven an seine Grenzen stoßen... Mal schauen
wie er sich schlägt. Schöne Echos erhalte ich nach wie vor nur bei
dünnen Aluminiumplatten. Sind diese z.B. 50 mm breit, so nimmt die
Amplitude der Echos (verständlicherweise) stark ab. Am Körper bekomme
ich lediglich ein schwaches Echo wenn ich die Sonde gegen meine Wange
drücke ;-)
Wie wäre es mit einem. So genannten Präzisionsgleichrichter? - der
gleicht den Spannungsabfall an der Diode aus und damit sollte sich auch
ein vernünftiger Peak-Detektor aufbauen lassen. Dazu gibt's auch einige
App-Notes.
Frag mal Google dazu, ich habe am Handy gerade keine der PDFs zur Hand.
Christoph E. schrieb:> Was den Verstärker AD811 anlangt erhalte ich die besten Resultate, bei> sehr niedrigen Widerstandswerten am invertierenden Eingang (z.B. 68 Ohm> zwischen - und GND).
ist ein üblicher Wert, wenn du Gain und Bandbreite haben willst. Schau
dir z.B. Tabelle 3 im Datenblatt an
http://www.analog.com/media/en/technical-documentation/data-sheets/AD811.pdfChristoph E. schrieb:> Daher wird der OPA auch spürbar warm...
Ist bei dem Teil mit +/-9V Versorgung ebenfalls nicht ungewöhnlich, dass
man am Chipgehäuse schon eine leichte Erwärmung spürt. Selbst im
Leerlauf beträgt die Stromaufnahme bis 16mA, bei insgesamt 18V
Versorgungsspannung kommt man da eben schon im Leerlauf auf 1/4 W. (als
Stromsparer ist er nicht zu empfehlen, als schneller Verstärker mit
etwas Wumms schon).
Christoph E. schrieb:> Habe mich nun um den peak-detector inkl. Gleichrichtung gekümmert. Die> Schaltung mit dem pnp-Transistor funktioniert eigentlich recht passabel.> Auch nur eine Diode und ein Widerstand in Serie lieferte> eigenartigerweise recht gute Werte.
Wenn die Diode samt Widerstand außerhalb der Rückkoppelschleife liegen,
kann ich mir das auch vorstellen. Deinen früheren Ansatz oben mit Diode
innerhalb der Rückkoppelschleife (und inv. Eingang direkt am
Speicherkondensator) würde ich weiter eher kritisch sehen.
Die augenblickliche Lösung kompensiert die 0,7V Spannungsabfall zwar
nicht perfekt, aber dir kommt es ja nicht auf exakte Pulshöhen sondern
auf gut messbar Pulsstartflanken an. Dafür ist diese Lösung auf jeden
Fall gut.
Christoph E. schrieb:> Der Arduino Due mit seiner maximal 1µs-Auflösung für den ADC wird aber> trotz der breiten Entladekurven an seine Grenzen stoßen...
Kannst du die Echos nicht auf einen Komparatoreingang des µC geben und
getriggert von der steigenden Flanke einen Timerwert abfragen? Zumindest
solange die steigende Flanke der Echos deutlich aus dem Rauschen
rausragt solltest du damit den Startzeitpunkt der Echos besser als 1µs
bestimmen können.
Hi,
Als peak-detector könnte sich diese Schaltung auch für cfbs eignen:
http://www.analog.com/en/technical-articles/ltc6244-high-speed-peak-detector.html
Da letzterer (improved current-boosted). Eventuell musst du mit dem
Widerstandswert am nicht invertierenden Eingang spielen. Durch das
strombiasing des ausgangs (sourcefolger im fb) sollte der Feedback
niederohmig genug sein, oder irre ich mich?
Grüße,
Bernhard
Vielen Dank für eure Unterstützung.
Die Erfassung der Echos habe ich mir so vorgestellt: ich trigger mit dem
arduino den 74121 und lese dann in einer Schleife 300 analoge Werte ein.
Diese stelle ich dann mittels 320x480 display in Graustufen dar.
Mit der Funktion micros kann ich mit dem arduino aber auch nur minimal
microseconds auflösen, von daher keine Verbesserung zum fast analog
read...
Oder gibt es eine andere, flinkere Möglichkeit der zeitabfrage, die von
einem Interrupt, z.b. Auf steigende Flanke reagierend, ausgelöst wird?
Hallo!
Habe nun der Empfängerschaltung eine dritte AD811-Verstärkerstufe
gegönnt. Damit sind jetzt auch entlang der Länge des Aluminiumquaders (l
= 6 cm, Laufzeit hin und zurück rund 21 µs) mehrere Echos gut sichtbar.
Ein Problem mit der envelope-Schaltung ist jedoch aufgetreten. Verwende
ich keinen Basiswiderstand zur Ansteuerung des BC327, wird der letzte
AD811 extrem heiß. Verwende ich aber einen Basiswiderstand (z.B. 330
Ohm), so wird zwar der OPA nicht mehr sonderlich heiß, dafür verliere
ich halt etwas an Amplitudenhöhe des Ausgangssignals. Werde mich der
Sache am Wochenende widmen. Wenn durch den Basiswiderstand der
Spannungsverlust im Bereich von 0.7V liegt, dann kann ich gleich eine
Einweggleichrichtung ohne Transistor verwenden...
Oder hat jemand von euch vielleicht eine bei 5 MHz gut funktionierende
envelope-Schaltung parat? Danke im voraus für eure Bemühungen...
Bin jetzt im Internet auf die Einweggleichrichtung mit dem AD820
gestoßen. Da bräuchte ich eigentlich nur den OPA und sonst nichts.
Hacken an der Sache ist Unity-gain bandwidth: 1.8 MHz...
Das ist leider ein wenig zu langsam für meine Anforderungen. Gibt es
einen Vergleichstyp der 5 MHz schafft?
Christoph E. schrieb:> Verwende> ich keinen Basiswiderstand zur Ansteuerung des BC327, wird der letzte> AD811 extrem heiß. Verwende ich aber einen Basiswiderstand (z.B. 330> Ohm), so wird zwar der OPA nicht mehr sonderlich heiß, dafür verliere> ich halt etwas an Amplitudenhöhe des Ausgangssignals.
Das ist seltsam - sowohl das Aufheizen ohne Basiswiderstand als auch der
Amplitudenverlust durch 300Ohm Basiswiderstand.
Bist du sicher, dass du den Transistor nicht im Inversbetrieb hast (also
Kollektor und Emitter vertauscht)?
Der Transistor ist falschherum gezeichnet, evt. dann auch falsch
angeschlossen: Emitter muß unten an GRD, Kollektorwiderstand und der
Vor- widerstand zum Ardunio sind viele zu klein (= 100 Ohm) Ohne daß ich
den Eingangswiderstand vom Ardunio kenne, würde ich beide mind. 1k Ohm
machen.
Hallo nochmals!
@Achim: Ich werde mir das mit dem Spannungsverlust bzw. dem
Basiswiderstand morgen oder am Wochenende nochmals ansehen. Danke aber
für deine Hilfe... So wie ich den peak-Detektor mit dem pnp-Transistor
verstanden habe liegt ja die Eingangsspannung auch zwischen Basis und
Kollektor an. Zwischen Emitter und Kollektor liegt die gleiche Spannung
+ ca. 0.7V an. Die 0.7V verliert die Spannung wieder über die Diode und
somit kommt am Kondensator die volle Eingangsspannung ohne Verluste
an...
Wodurch wird ohne Basiswiderstand der Strom zw. Basis und Emitter
begrenzt? Nur durch den 100 Ohm-Widerstand im Emitterzweig oder? Und das
ist scheinbar zu wenig für den AD811. Aber wie gesagt, ich schau's mir
bald nochmals genauer an...
@Horst: Der Transistor beim peak-detektor muss ein pnp sein, von daher
passt er schon wie eingezeichnet (siehe
http://www.circuitdiagramworld.com/transistor_circuit_diagram/Single_Transistor_Half_Wave_Peak_Detector_Circuit_17584.html).
Von vorne betrachtet ist links C, mittig B und rechts der Emitter.
Habe den 100-Ohm Widerstand im Emitterzweig deshalb so niedrig gewählt,
damit sich der Speicherkondensator möglichst schnell lädt. Der 100 Ohm
Widerstand in Serie zur Zenerdiode soll nur bei Überspannung (> 3.3V)
den Strom durch die Zenerdiode begrenzen... In beiden Zweigen (10k-Poti
und Zenerdiode+Vorwiderstand) liegt die Ladespannung des Kondensators
an. Was soll daran nicht passen?+
Der Schleifer ist natürlich mit einem Poti-Ende verbunden, hab's aber
nicht eingezeichnet...
P.S.: Habe die Gleichrichter-Schaltung mit dem AD820 noch ausprobiert.
Der ist leider deutlich zu langsam. Positive Amplituden mit rund 8V
führen am Ausgang zu einer Amplitude von nur noch 2V und ins negative
(trotz single-supply mit +9V) schwingt er auch. Also 2 Dinge die nicht
erwünscht sind...
Christoph E. schrieb:> Wodurch wird ohne Basiswiderstand der Strom zw. Basis und Emitter> begrenzt? Nur durch den 100 Ohm-Widerstand im Emitterzweig oder? Und das> ist scheinbar zu wenig für den AD811.
Ok, jetzt hab ich genauer hingeschaut und glaube deine Beobachtung zu
verstehen. Solange der Transistor im linearen Bereich arbeitet (also
nicht in Sättigung geht) hat der AD811 sicher kein Problem den
Basisstrom zu treiben. Der ist ja um ca. einen Faktor 100 kleiner als
der Emitterstrom und damit im sub mA Bereich.
Aber weil der Kollektor des pnp auf GND liegt und die Basis ebenfalls
bis auf GND runtergeht oder sogar in den negativen Bereich kommt, geht
dein Transistor häufig in Sättigung. Dann hat er keine Stromverstärkung
mehr, und der AD811 muss den vollen Strom über die 100Ohm treiben und
zusätzlich sogar noch den Strom über die dann leitende
Basis-Kollektordiode.
Das eigentliche Problem ist also nicht, dass der Basiswiderstand fehlt
(obwohl der hilft den Strom zu begrenzen). Das eigentliche Problem ist,
dass der Aussteuerbereich der Basis nicht zur Versorgung am Kollektor
(GND) passt. Der Kollektor müsste auf eine Spannung, die unterhalb der
niedrigsten Basisspannung liegt, damit der Transistor immer im linearen
Bereich arbeitet.
Naheliegend wäre, den Kollektor auf -9V zu legen. Dann geht der pnp nie
in Sättigung und hat immer seine gewünschte Stromverstärkung. Allerdings
wird dann die Verlustleistung im Transistor schon etwas heikel (knapp
1W). Aber wenn du den Emitterwiderstand auf z.B. 200 Ohm erhöhst sollte
es mit dem Kollektor an -9V gehen.
Vielen Dank für deine Hilfe Achim...
Anbei noch zwei Bilder bzgl. des Versuchs der Einweggleichrichtung
mittels AD820. Durch seine Langsamkeit kann er den Amplituden nicht
folgen (diese sinken etwa auf 1/4) und er schwingt sogar in den
negativen Bereich trotz single supply...
Gibt es keinen Hüllkurvendemodulator für meinen Frequenzbereich (5 MHz)
und meine vorkommenden Amplituden (0-8V; wichtig auch im 0-1V Bereich)?
Nochmals zum Transistor in meiner peak-detector-Schaltung: Durch die
sogar negative Ansteuerung der Basis ist der Basis-Emitterstrom ja sogar
größer als jener über den Kollektor fließende oder? Und der Basisstrom
wird einzig und alleine durch den 100 Ohm Widerstand im Emitterzweig
begrenzt. Liegen z.b. 0 V an der Basis an, so fallen bei 9V Versorgung
am 100 Ohm Widerstand 9 - 0.7 = 8.3 V an. Demnach müsste ein Basisstrom
von ganzen 83 mA fließen. Erstens ist das für den AD811 scheinbar zu
viel und zweitens geht bei diesen Basisströmen der Transistor wie du es
auch geschrieben hast längst in Sättigung...
Christoph E. schrieb:> Anbei noch zwei Bilder bzgl. des Versuchs der Einweggleichrichtung> mittels AD820. Durch seine Langsamkeit kann er den Amplituden nicht> folgen (diese sinken etwa auf 1/4) und er schwingt sogar in den> negativen Bereich trotz single supply...
Die Schaltung mit dem AD820 ist imho eine sehr spezielle Speziallösung.
Sie basiert darauf, dass man bei dem Chip die Eingänge bis zu 20V
unterhalb der negativen Versorgung betreiben kann und nimmt die ständige
Übersteuerung des OPVs in Kauf. Das "Konzept" ist kaum auf andere
(schnellere) OPV übertragbar sondern nur eine nette "Spezialspielerei"
für diesen Baustein.
Christoph E. schrieb:> Erstens ist das für den AD811 scheinbar zu> viel und zweitens geht bei diesen Basisströmen der Transistor wie du es> auch geschrieben hast längst in Sättigung...
Ich betrachte Ursache und Wirkung andersrum als du. Nicht: der
Basisstrom ist sehr groß und deshalb geht der Transistor in Sättigung.
Sondern: der Transistor geht in Sättigung (weil das Kollektorpotential
nicht negativ genug ist) und deshalb ziehst du einen barbarischen
Basisstrom. Der Transistor kann nicht mehr wie gedacht als Emitterfolger
arbeiten, sondern er wirkt nur noch wie zwei Dioden, die vom AD811
beheizt werden.
Die Sättigung des Transistors also nicht eine weitere Folge des Problems
sondern sie ist das eigentliche Problem. Wenn du die Sättigung des pnp
vermeiden würdest (indem Versorgung und Ansteuerbereich passend gewählt
werden), dann wäre die Belastung des AD811 kein Thema mehr. Solange der
pnp wie geplant als Emitterfolger arbeitet, musst du dir um den
Basisstrom keinerlei Gedanken machen.
-> du brauchst eine ausreichnd negative Spannung am Kollektor des pnp.
Ein Hybrid (Vor)verstaerker in diskreter Bauweise,
ein JFET oder Mosfet(auch dual gate ) mit einem pnp Transistor (BC bis
BF Typ) am Drain Widerstand
( Basis und Emitter des pnp T.)
und entsprechender RC( L) auslegung,
sind weit einfacher zu realisieren.
Kann man auch mit Spice durch variieren.
Nur so. Dirk
Horst schrieb:> Der Transistor ist falschherum gezeichnet, evt. dann auch falsch> angeschlossen: Emitter muß unten an GRD, Kollektorwiderstand und der> Vor- widerstand zum Ardunio sind viele zu klein (= 100 Ohm) Ohne daß ich> den Eingangswiderstand vom Ardunio kenne, würde ich beide mind. 1k Ohm> machen.
Nöö ist er nicht wenn's wirklich ein pnp sein soll. Allerdings wäre
dieser in dieser Schaltung dann in Kollektorschaltung und da ist die
Verstärkung kleiner 1.
Das der OP bei Benutzung eines pnp Transistors warm wird, wenn man den
Basiswiderstand weg läßt, ist eigentlich auch logisch, weil dann der
Strom in den OP-Ausgang über die Emitter-Basisdiode hineinfließt nur
durch den 100 Ohm Widerstand begrenzt. Bei 9V müßte der OP dann ca. 80mA
ab können. Ob das der benutzte OP kann weiß ich jetzt nicht.
Habe grad Dirk's Post gelesen und muß auch sagen warum baust Du das
ganze nicht diskret auf mit Fet's und Transistoren. Die Verstärkungen
die Du haben möchtest sind locker diskret realisierbar.
Wieso muß das bei dem Peakdetektor ein pnp sein? Bei der von Dir
verlinkten Schaltung (wo Du ganz schön was weg gelassen hast) ist das
so. Man kann den Peakdetektor genauso gut mit npn Transistoren aufbauen.
Im Prinzip ist das was Du da gebaut hast nichts anderes als ein
klassisches VU-Meter halt bloß für höhere Frequenz.
Wieso muß der Transistor überhaupt galvanisch an den OP gekoppelt sein?
Achim S. schrieb:> Die Sättigung des Transistors also nicht eine weitere Folge des Problems> sondern sie ist das eigentliche Problem. Wenn du die Sättigung des pnp> vermeiden würdest (indem Versorgung und Ansteuerbereich passend gewählt> werden), dann wäre die Belastung des AD811 kein Thema mehr. Solange der> pnp wie geplant als Emitterfolger arbeitet, musst du dir um den> Basisstrom keinerlei Gedanken machen.
Schau Dir mal die von ihm verlinkte Orginalschaltung an. Ich meine er
hat da einfach zu viel weg gelassen, was den Arbeitspunkt des
Transistors einstellt. Die Schaltung ist, wie Du schon richtig angemerkt
hast ein simpler Emitterfolger. Die Schaltung zeichnet sich durch 3
Dinge aus:
1. Relativ hoher Eingangswiderstand
2. Sehr kleiner Ausgangswiderstand
3. Verstärkung kleiner 1
Deshalb wurde/wird diese Schaltung oft als Impedanzwandler benutzt.
Desweiteren sollte Ein- und Ausgang über Kondensatoren gekoppelt werden,
um den Arbeitspunkt der Schaltung nicht zu verschieben.
Zeno schrieb:> Ich meine er> hat da einfach zu viel weg gelassen, was den Arbeitspunkt des> Transistors einstellt.
Nein, hat er nicht. Sobald er die "Versorgungsspannung" des
Peak-Detektors (also die Kollektorspannung des pnp) passend zum
Aussteuerbereich der Basis wählt, funktioniert die Schaltung. Tut er das
nicht, dann verhindert auch ein Basiswiderstand nicht wirklich die
Sättigung des Transistors (sie hält nur den OPV etwas kühler).
Wie schon geschrieben wäre mit -9V am Kollektor die Verlustleistung des
pnp etwas hoch, aber mit etws höherohmigem Emitterwiderstand würde alles
passen.
Zeno schrieb:> Wieso muß das bei dem Peakdetektor ein pnp sein?
Weil er die positiven Peaks detektieren will damit sein ADC sie messen
kann. Mit einem npn könnte er die komplementäre Schaltung für die
negativen Peaks aufbauen, die wären dann aber außerhalb des Messbreichs
seines ADCs.
Zeno schrieb:> Desweiteren sollte Ein- und Ausgang über Kondensatoren gekoppelt werden,> um den Arbeitspunkt der Schaltung nicht zu verschieben.
Beim Emitterfolger ergibt sich der Arbeitspunkt einfach durch die
Basisspannung und den Emitterwiderstand. Warum sollte er das AC koppeln
müssen wenn er es DC gekoppelt haben will?
Achim S. schrieb:> Beim Emitterfolger ergibt sich der Arbeitspunkt einfach durch die> Basisspannung und den Emitterwiderstand. Warum sollte er das AC koppeln> müssen wenn er es DC gekoppelt haben will?
Ich hatte grad da noch mal was zum Emitterfolger nachgelesen, weil so
oft mache ich das auch nicht mehr.
Anders herum, warum sollte er nicht AC koppeln. Er koppelt alle 2 OPV's
AC, da kann er die Ausgangsstufe auch AC koppeln und hätte eigentlich
schon ein Problem weniger.
Der Kollektor müßte eigentlich auf -9V, weil sonst bei negativer
Ausgangsspannung des OPV die Basis deutlich negativer als der Kollektor
wäre. Ob das die Kollektor-Basis-Diode weis ich nicht, aber ich habe bei
so etwas die Transis meist ins jenseits befördert. Bei AC-Kopplung würde
er auch das vermeiden.
Was spricht dagegen die Gleichrichter Schaltung ebenfalls über ein C
anzukoppeln? Eigentlich nichts. Wenn er dann noch einen npn in
Emitterschaltung benutzt hat er auch in dieser Stufe noch etwas
Verstärkung.
Ich bin mir nicht sicher ob das von ihm gewählte Schaltungskonzept an
dieser Stelle optimal ist. Es gibt durchaus geeignete Verstärker auch
für schmales Geld mit denen man so was realisieren kann. Hier
http://www.rapp-instruments.de/RemoteSensing/Roves/sidescan/sidescan.htm
kann man sich sicherlich einige Anregungen holen, wie man so etwas ohne
große Verrenkungen hin bekommt. Oder auch hier
https://www.best-microcontroller-projects.com/pic-sonar.html . Da hat
man das diskret gelöst.
Zeno schrieb:> Anders herum, warum sollte er nicht AC koppeln. Er koppelt alle 2 OPV's> AC, da kann er die Ausgangsstufe auch AC koppeln und hätte eigentlich> schon ein Problem weniger.Zeno schrieb:> Was spricht dagegen die Gleichrichter Schaltung ebenfalls über ein C> anzukoppeln?
Die AC-gekoppelten OPVs verstärken ein reines Wechselsignal (kein
DC-Anteil). Durch die AC-Kopplung an der Stelle geht keine Information
verloren - nur die störenden verstärkten Offsetspannungen fliegen raus.
Der Peak-Detektor am Ausgang hingegen muss einen Laststrom nur in eine
Richtung treiben (also kein AC-Signal). Da hat die DC-Kopplung durchaus
Vorteile, wenn die Peakhöhe am Ausgang einigermaßen genau werden soll.
Zeno schrieb:> Ich bin mir nicht sicher ob das von ihm gewählte Schaltungskonzept an> dieser Stelle optimal ist.
Klar könnte man die Schaltung auch auf viele andere Arten bauen. Aber
auch die hier realisierte Version würde funktionieren, sobald die
Aussteuerung nicht mehr über den Bereich der Versorgung des
Peak-Detektors hinausgeht.
Achim S. schrieb:> Der Peak-Detektor am Ausgang hingegen muss einen Laststrom nur in eine> Richtung treiben (also kein AC-Signal). Da hat die DC-Kopplung durchaus> Vorteile, wenn die Peakhöhe am Ausgang einigermaßen genau werden soll.
Das ist schon richtig, aber dennoch würde ich zumindest zwischen dem
letzten OPV und dem Transistor AC-Kopplung machen und über einen
Basiswider einen optimalen Arbeitspunkt für diese Stufe einstellen.
Aber letztendlich führen viele Wege zum Ziel.
Christoph E. schrieb:>> Gibt es keinen Hüllkurvendemodulator für meinen Frequenzbereich (5 MHz)> und meine vorkommenden Amplituden (0-8V; wichtig auch im 0-1V Bereich)?>
Schau Dir mal den ADL5511 an.
Vielen Dank einmal für die zahlreichen Anregungen. Ich bin leider am
Wochenende nicht dazu gekommen, die negative Versorgung des Kollektors
zu testen. Hole dies aber bald nach...
Den emitter-widerstand werde ich ggf. Auch vergrößern, obwohl ja der
BC327 0.5A abkann. Von daher müssten auch die 100 ohm bei +/-9V
Versorgung ausreichen.
Danke auch für den Tipp mit dem ADL5511, werde ich mir auch noch genauer
ansehen.
Schön langsam geht's hier auch weiter. Heute ist endlich der Arduino Due
angekommen. Zuerst habe ich mich um das möglichst schnelle Einlesen der
Analogwerte gekümmert. Das Ergebnis: Für 300 Einlesewerte braucht der
Due nur ganze 80 µs. Das macht beachtliche 0.27 µs/Einlesewert. Das ist
ja viel besser als erwartet :headbang:
Dann habe ich mich um die graphische Ausgabe am Due mittels 320x480
Display gekümmert. Das hat ziemlich gefuchst, da ich das Display mit dem
ILI9486-Treiber zunächst nicht zum Laufen brachte (zeigte alles
spiegelverkehrt an und die Grauwerte enthielten auch Grüntöne...)
Jetzt rennt es aber wie gewünscht. Ich muss mich noch mit der am besten
geeigneten Darstellung der Ultraschallreflexe beschäftigen. Im Moment
stelle ich 40 Scans nebeneinander (Breite der Linien = 12 pixel, Höhe =
1 pixel) dar und zwar jede Sekunde ein neuer. Nach 40 Durchläufen
beginnt die Darstellung wieder ganz links.
In den nächsten Tagen werde ich mich noch um die US-Empfängerschaltung
(genau genommen um den envelope-Teil) kümmern. Da habe ich für den
Präzisionsgleichrichter einen sehr schnellen OPA (LM7171) bestellt. Aber
zuerst probiere ich die bereits vorhandene Schaltung mit dem
pnp-Transistor noch aus und adaptiere diese.
Das Projekt biegt dank eurer Hilfe (im besonderen dank Achim) schön
langsam in die Zielgerade. Habe nun den envelope-Teil etwas modifiziert
und zwar -9V an Kollektor des BC327 und einen höheren Emitterwiderstand
(nun 560 Ohm). Mit dem Endladepotentiometer kann ich schön die Steilheit
der abnehmenden Flanken der Echos beeinflussen. Im Moment verwende ich
einen 100 pF-Speicherkondensator.
Jetzt muss ich eigentlich nur mehr alles schön löten und dann die
Sender- und Empfängerschaltung mit dem Arduino Due verheiraten ;)
Christoph E. schrieb:> Aufbau ist soweit fertig. Wenn ich ein wenig Zeit habe, gibt es den> ersten Funktionstest...
sieht gut aus, danke für die Rückmeldung. Wie früher schon mal
angedeutet: ich bin fast ein bisschen überrascht, dass die >100MHz OPV
auf Lochraster und mit Potis in der Rückkopplung so sauber laufen. Aber
wenn man sich die Echos anschaut tuns sie es ganz offensichtlich.
So, es gibt gute und schlechte Neuigkeiten.
Zuerst die guten:
* Ich habe nun erste Bilder mit doch einigermaßen gut sichtbaren Echos.
* Die Zeitdehnung und der Pauseschalter funktionieren wie sie sollen.
Nun die Schlechten:
* Der negative Spannungswandler 7660 war mit den 3 OPV und dem
Transistor überfordert und fliegt raus. Ersetzt wird er durch eine
symmetrische Spannungsversorgung mit 2 Steckernetzteilen.
* Der ADC des Arduino Due liefert immer die gleichen Werte für rund 4-5
nacheinander folgende Konvertierungen. Daher wirkt die Auflösung
besonders im 0-120µs-Modus bescheiden, da ich anstelle der Linien nun
Rechtecke mit einer Höhe von 4-5 Pixel mit dem selben Grauwert erhalte.
Dem muss ich noch nachgehen, indem ich in den nächsten Tagen einmal ein
1 MHz-Signal einspeise und schaue, welche Werte der ADC dann liefert.
Ein analoger Einlesevorgang dauert im Moment rund 0,47 µs.
Vielleicht hat ja einer von euch einen Tipp, warum die vom ADC
gelieferten Werte quasi immer gebündelt sind. Die Codezeilen für das
Einlesen der analogen Werte habe ich angefügt...
Christoph E. schrieb:> indem ich in den nächsten Tagen einmal ein> 1 MHz-Signal einspeise und schaue, welche Werte der ADC dann liefert.
Der ADC macht doch maximal 1MSPS. Da ist ein 1MHz-Signal wahrscheinlich
eine schlechte Idee.
Markus K. schrieb:> Der ADC macht doch maximal 1MSPS. Da ist ein 1MHz-Signal wahrscheinlich> eine schlechte Idee.
Ich glaube, dass schon die Nutzung dieses built-in-ADCs die schlechte
Idee ist. Lieber einen externen, guten. Diese Typen eignen sich nur für
Spannungsüberwachung und andere langsame Vorgänge.
So, kurzer Zwischenbericht. Das Einlesen der analogen Werte funktioniert
jetzt mit einer zeitlichen Auflösung von 0.37µs/Wert bei 3-facher
Kopplung (d.h. immer 3 ausgegebene Werte sind ident) bzw. durch ein
geringfügig anderes Auslesen des ADC's 1µs/Wert, aber diesmal ohne
Wertwiederholungen.
Die gesamte Empfängerschaltung habe ich neu löten müssen, nachdem die
erste Ausführung nach einigen Umlötaktionen ein starkes Rauschen zeigte.
Jetzt fehlt nur noch ein etwas ansprechender Aufbau auf einer Platte und
dann werde ich zum Abschluss noch versuchen, am Körper Echos zu
erfassen...
Erste Auslesevariante:
So, habe nun die Empfängerschaltung ein wenig geändert und im Anschluss
an die 3 AD811-Verstärkerstufen mit dem LM7171 noch einen
Präzisionsgleichrichter umgesetzt. Das funktioniert jetzt einigermaßen
zufriedenstellend. Ich erhalte am Wasserballon 2-3 Echos. Die Stärke der
Echos hängt stark von der richtigen Ausrichtung des Messkopfs ab.
Einen Wermutstropfen hat die gesamte Geschichte allerdings: An den
Körper gehalten ergeben sich nur ganz schwache einzelne Echos. Von einem
richtigen Abbild der inneren Struktur bin ich weit entfernt. Da ich
vermutet habe, dass die Signale beim Körper viel schwächer sind als bei
den Metallzylindern bzw. dem Wasserballon, habe ich dem Empfänger eine
4-te (mit dem verstärkenden Präzisionsgleichrichter eigentlich 5)
Verstärkerstufe spendiert. Aber selbst da, gehen die Körperechos nahezu
im Rauschen unter. Verstärke ich also nochmals, so erhalte ich nicht
wirklich mehr Informationen. Mich würde es ja interessieren, mit welchen
Pegeln die richtigen Sonographien arbeiten. Weiß das vielleicht jemand
von euch?
An und für sich ist das Projekt somit abgeschlossen. Anbei noch der
finale Schaltplan. Ein Video werde ich zum Abschluss noch hochladen.
Obwohl nicht zur Gänze zufriedenstellend verlaufen, bin ich mit dem
Ergebnis dennoch zufrieden. ;)
P.S.: Eine Frage hätte ich noch. Die besten Resultate erziele ich, wenn
ich die Stelle mit dem ? ohne Widerstand direkt mit GND verbinde. Warum
das so ist, ist mir schleierhaft. Da schließe ich doch das Signal kurz?
:gruebel: Vielleicht hat ja einer von euch eine Erklärung dafür...
Christoph E. schrieb:> P.S.: Eine Frage hätte ich noch. Die besten Resultate erziele ich, wenn> ich die Stelle mit dem ? ohne Widerstand direkt mit GND verbinde. Warum> das so ist, ist mir schleierhaft. Da schließe ich doch das Signal kurz?
Weder habe ich den ganzen Thread komplett gelesen, noch mag ich mich
jetzt detailiert mit den Einzelheiten der Schaltung beschäftigen.
Aber:
Du hast hier insgesamt einen Verstärker mit hohem Verstärkungsfaktor
(und noch dazu mit nicht ganz geringer Bandbreite?) gebaut. Bei solchen
Sachen musst Du immer berücksichtigen, dass es ungewollte Kopplungen
zwischen den einzelnen Stufen über GND geben kann.
Dein Aufbau ist auf Lochrasterkarte, soetwas schreit förmlich nach
Effekten dieser Art.
Wenn Du an der von Dir bezeichneten Stelle eine GND-Verbindung
herstellst, schließt Du in der Tat Dein Signal nach GND kurz. Allerdings
fließt dann der Ausgangsstrom vom dritten OP von links (leider hast Du
keine Bauteilnamen vergeben, wie z.B. IC3) nach GND. Dieser GND-Strom
könnte evtl. den rechten OP entsprechend beeinflussen (eine andere
Erklärung fällt mir spontan nicht ein).
PS:
Trotzdem alles in allem: eine interessante Projektidee. Cool, dass Du es
konsquenz durchzuziehen versucht hast und uns hier teilhaben lässt.
> die Stelle mit dem ? ohne Widerstand direkt mit GND
Eventuell kannst du mal eine Induktivität mit ca. 100µH...1mH probieren.
Damit werden tiefe Frequenzen nach GND kurzgeschlossen.
Überhaupt würde eine bessere Eingrenzung der Bandbreite des Verstärkers
den Rauschabstand deutlich verbessern. Möglicherweise werden damit die
Körpersignale deutlicher.
Christoph E. schrieb:> P.S.: Eine Frage hätte ich noch. Die besten Resultate erziele ich, wenn> ich die Stelle mit dem ? ohne Widerstand direkt mit GND verbinde. Warum> das so ist, ist mir schleierhaft.
Das ist seltsam.
Vielleicht fehlt deinem LM7171 zwischendurch der Eingangs-Biasstrom,
wenn grade beide Dioden sperren, und er reagiert zickig. Ein halbwegs
hochohmiger Widerstand (ein paar kOhm) von der Stelle nach Masse sollte
das beheben ohne das Signal kurzzuschließen.
So, ich nähere mich schön langsam wohl dem Optimum, das ich wohl aus
meinem simplen Aufbau herausholen kann. Habe nun am display auf der
Seite eine Zeitachse jeweils für 0-120µs bzw. 0-240µs hinzugefügt.
Den US-Kopf befeuere ich nun nicht mehr mit 15V wie zu Beginn, auch
nicht mit 50V wie in der kurzen, mittleren Ausbaustufe, sondern aktuell
mit 100V.
Halte ich nun den US-Kopf an meinen längsten Aluminiumzylinder, so
übersteuert der Empfänger schon extrem stark. Daran erkennt man, mit
welcher Empfindlichkeit ich nun verglichen mit dem Beginn meiner
Versuche unterwegs bin. Halte ich den US-Kopf etwa an meinen
Oberschenkel, so erhalte ich 1-2 schöne Echos. Wird wohl mein
Oberschenkelknochen sein...
Damit ist dieses Projekt eigentlich abgeschlossen. Mit dem Ergebnis bin
ich einigermaßen zufrieden. Natürlich hätte ich mir schönere Bilder vom
Inneren meines Körpers erhofft, aber dies ist wohl nicht so einfach
möglich, vor allem mit einen Lackdickenmessgerät.
@hans: ich verwende natürlich ein Gel und zwar das Elektrodengel von
meinem EKG...
EKG != Ultraschall !!!!
EKG Gel muss Strom leiten, beim Ultraschall muss die Schallwelle
eingekoppelt werden.
Probier also mal mit richtigem US-Gel.
Christoph E. schrieb:> ;-)Dieter schrieb:> Der Arm ist ganz schoen hin. Das war anscheinend zu viel> Ultraschall.
Der fällt genau an dieser Stelle nach kurzer Zeit einfach ab.
Die Pulsschaltung habe ich oben eingefügt. Der 100nF Kondensator entlädt
sich über den 50 Ohm Widerstand, zu dem der US-Sender parallel liegt.
Die Leistung weiß ich jetzt nicht, die Spitzenspannung beträgt
einstellbar 45-300V, konkret 100V. Spezifiziert ist dieser mit 5 MHz, in
diesem Fall ist es aber nur ein einzelner Puls.
Und übrigens, das ist mein Oberschenkel und nicht mein Arm...
Schneemann schrieb:> Übliche Leistungen bewegen sich im medizinischen Bereich von mW!
Aber nicht als Peak-Leistung, sondern als Mittelwert. Bei Pulsbetrieb
kommen da schnell ein paar Zehnerpotenzen zusammen
Du solltest beim Einschallen tatsächlich Cavitation im Hinterkopf
behalten und nicht beliebig großen Schalldruck im Gewebe aufbauen.
Du scheinst den Transducer ja mit 9V in deiner Schaltung zu benutzen,
von daher ist das vermutlich kein reales Problem.
Trotzdem geht es ja nciht nur um eine absorbierte Leistung.
cooles Projekt aber
Bei medizinischen Ultraschallgeräten wird der Schall auch stark
fokussiert und elektronisch geschwenkt (Array). Die Schallköpfe sind
dafür entsprechend geformt. Das wäre auch hier denkbar, damit das
bisschen Schallenergie nicht zu stark im Gewebe gestreut wird. Schwenken
natürlich von Hand.
Wenn Du den Schallkopf reproduzierbar und gleichmäßig verschieben
kannst, kannst Du ein synthetic aperture Bild errechnen!
Die Leistung würde ich auch mal ausrechnen, Deine Haut sieht jedenfalls
schon mal ganz schön mitgenommen aus. Normalerweise testet man sowas an
einem Phantom, nicht an sich. Also Gelatine pluss Konservierungsmittel
plus Kugel in der Mitte.
Hallo!
Danke für die Einwände. Die pulsleistung ist wie schon gesagt mit
Sicherheit erheblich größer als ein paar mW. Ich drücke den Kopf zwecks
Kopplung ziemlich fest auf die Haut, von daher rühren die Rötungen. Habe
dies auch im ausgeschalteten Zustand wiederholt, mit denselben
Auswirkungen...
Zudem erstelle ich nur 1x pro Sekunde ein Bild. Die Möglichkeit des
schwenkens habe ich bei der Programmierung dahingehend berücksichtigt,
dass ich in x-RIchtung 18 scans parallel anordne, bevor diese
überschrieben werden.
Glaube nicht, dass ich was die körperlichen Auswirkungen meiner Versuche
angeht, auf den Spuren von Marie Curie wandle, werde meinen Oberschenkel
und Arm aber die nächsten Tage beobachten...
Tolles Projekt, habe es gerade entdeckt und mit großem Interessen
gelesen.
Bevor ich Fragen stelle kann ich zumindest etwas Wissen reinbringen:
Ultraschall Geräte für Materialprüfung im MHz Bereich haben ca. 200V
Spannung am Piezo und machen auch nur einen Puls. Olympus stellt solche
Geräte her, kosten 7000€+. Im medizinischen Bereich kenne ich die
Spannungen nicht.
Eine interessante Arbeit zum Thema 2D Ultraschall, also genau Dein Fall,
gibt es hier:
http://arantxa.ii.uam.es/~jms/pfcsteleco/lecturas/20140410RelannoIborraHelia.pdf
Ist englisch (mit spanischem Cover), erklärt ganz gut wie man zu 2D
Bildern kommt.
Ich habe schonmal ein Projekt angefangen um einen MHz Ultraschallmesser
für Materialstärken (Wand, Platten etc.) und Risse zu bauen, bin aber
auf halben Weg verhungert. Mit Deiner Vorlage würde ich das gerne
nochmal starten, jetzt kommt meine Bitte:
Könntest Du bitte Deine Schaltpläne & Bauteile teilen? Ich hab
angefangen mir aus Deinen Posts alles zusammenzusammeln, an manchen
Stellen fehlen mit jedoch informationen (z.B. Boost Converter).
Danke für die Motivation die Du mir gegeben hast und das Teilen Deiner
Arbeit
Grüße
Michael
Hi,
I'm building this project currently and having a few issues.
The ICL7667 is only outputting 0V and therefore the MOSFET drive isn't
being turned ON. The chip I'm using is the ICL7667CPA+ from maximum
integrated.
The voltage I get on pin 2 and 4 of the ICL7667 is 3.87V. I'm not
completely sure why I'm getting 0V out, as I've bought all the componets
that were listed in the component listing. However, it was making me
think that The voltage rating of my capacitors may be affecting it? Is
it possible for you to link the capacitors that were used?
Next, I'm using a two DC bench power supplies that have been set to
9V/1A. However, the circuit only takes what it needs the current
supplied is shown in the photo.
Lastly, I get 100V etc from the boost converter which is good! however
there just seems to be an issue with driving the power mosfet gate ON.
Thanks in advance.