Hallo,
ich habe einen 12V DC Motor mit 500 W aus einem Elektrorasenmäher o.ä.
geschenkt bekommen.
Diesen Motor möchte ich als Tellerschleifmaschine betreiben. Betrieben
mit einer Autobatterie funktioniert das super. Im Betrieb nimmt der
Motor ca. 4,5 A auf.
Die Autobatterie möchte ich durch ein ATX Computernetzteil ersetzen. Das
Netzteil hat 12V - 19,5 A. Ich habe alle 12V Leitungen gebündelt. Leider
startet der Motor mit dem Netzteil nicht.
Wenn ich den Motor mit der Batterie auf Drehzahl bringe und dann auf das
ATX Netzteil umschalte, läuft er ohne Probleme.
Ich würde nun gerne den Anlaufstrom auf irgendeine Art begrenzen und bei
drehendem Motor die Begrenzung rausnehmen. Leider kann ich nicht messen,
wie viel Anlaufstrom der Motor aufnimmt. Mein Multimeter geht nur bis
20A.
Bin ich mit der Strombegrenzung auf dem richtigen Weg?
Ist ein in Reihe geschalteter Widerstand ein richtiger Ansatz?
Wenn ja, wie müsste ich den Dimensionieren?
Im Automobil wird glaube ich für die Lüftermotoren der Innenraumlüftung
ein Stufiger Widerstand eingesetzt der in höchster Stufe direkt
durchschaltet. Könnte das passen?
Grüße
Dominik
Dominik G schrieb:> Wenn ich den Motor mit der Batterie auf Drehzahl bringe und dann auf das> ATX Netzteil umschalte, läuft er ohne Probleme.
Dann probier doch mal, den Motor mit den 5V aus dem Netzteil
'aufzuwecken' und dann auf die 12V umzuschalten.
Dein Netzteil muss allerdings ein dickes sein, mindestens >600W leisten
können und moderner Bauart. Ältere ATX Netzteile haben nur einen relativ
schwachen 12V Zweig. Erst die mit dem P4 Stecker sind überhaupt
brauchbar.
Dominik G schrieb:> Ist ein in Reihe geschalteter Widerstand ein richtiger Ansatz?
Versuche ein halbes Ohm in Reihe, ob er dann sauber anläuft. Wenn ja,
nach einigen Zehntelsekunden überbrücken und gut ist.
Matthias S. schrieb:> Dann probier doch mal, den Motor mit den 5V aus dem Netzteil> 'aufzuwecken' und dann auf die 12V umzuschalten.
Danke für den Tipp. Mit 5V läuft der Motor ohne Probleme zuverlässig an.
Leider scheint die Drehzahl noch nicht zu reichen um die Umschaltung auf
12V zu schaffen. Vielleicht ist auch meine Zeit zum Umstecken der Kabel
zu lang (1 Sekunde, schneller schaffe ich das aktuell nicht). Das
Netzteil hat 400 W, eventuell ist es dann einfach zu schwach.
Ich werde noch den Vorschlag mit dem 0,3 Ohm widerstand versuchen.
Dominik G schrieb:> Das> Netzteil hat 400 W, eventuell ist es dann einfach zu schwach.
Vergiss es. Du brauchst ein stärkeres Netzteil - zumal du die ganze
Leistung nur aus dem 12V Zweig ziehen möchtest. Wie ich oben schon
schrieb, muss es mindestens 600W leisten können.
Dieses hier benutze ich, um meine 480W Bassanlage anzutreiben:
https://www.csv.de/computer-konsole_artinfo.php?artnr=A2801298&KATEGORIE=28
Hallo
"richtige" ;-) Schaltnetzteile die nur eine Spannung bei gleichzeitig
hohen Stromstärken zur Verfügung stellen sind auch nicht mehr so teuer -
da weis man (vorausgesetzt der Hersteller lügt nicht) das die XXX Watt
Ausgangsleistung auch wirklich bei 12V (bzw. andere Nennspannung)
genutzt werden können und nicht XXX Watt für so eine Anwendung sinnlos
mit eingekauft werden.
Da du nur einen Motor versorgen willst ist das Einschaltverhalten...(z.B
Einschaltüberspannung, Restschnelligkeit usw.) auch nicht ganz so
wichtig und es kann auch die einfachere (preiswertere) Ausführung
gewählt werden.
Ganz einfach (ohne Anlassschaltung) würde es allerdings mit einen
konventionellen Trafo (möglichst Ringkern) und einfachen Gleichrichter
und Siebkondensatoren gehen, so einen Trafo kann man, insbesondere bei
den Ausführungen mit mehreren 100W Leistungsvermögen, kurzzeitig stark
überlasten.
Aber: Teuer, groß und schwer - daher wird die Schaltnetzteillösung mit
Anlasswiderstand wohl doch die geeignetste Lösung sein.
Heinzelmann
Heinzelmann schrieb:> Ganz einfach (ohne Anlassschaltung) würde es allerdings mit einen> konventionellen Trafo (möglichst Ringkern) und einfachen Gleichrichter> und Siebkondensatoren gehen, so einen Trafo kann man, insbesondere bei> den Ausführungen mit mehreren 100W Leistungsvermögen, kurzzeitig stark> überlasten.
Ein 500VA Ringkerntrafo muss man auch wieder mit einem Heissleiter oder
nach einigen Halbwellen zu brückenden Vorwiderstand betreiben, sonst
haut es dir ab und an den Sicherungsautomat raus.
Klaus schrieb:> Dominik G schrieb:>> 12V DC Motor mit 500 W>> Dominik G schrieb:>> Das Netzteil hat 400 W>> MfG Klaus
Witzbold, der Motor verheizt im Leerlauf keine 500W.
Rasputin schrieb:> Dominik G schrieb:>> Im Betrieb nimmt der>> Motor ca. 4,5 A auf.
Völlig richtig, wen der Motor belastet wird, wird der Strom eher bei 40A
und mehr liegen, die 4,5A dürften der Leerlaufstrom des unbelasteten
Motors sein.
Das passt auch zu "Rasenmähermotor". Da sind 500W noch wenig.
THOR schrieb:> Witzbold, der Motor verheizt im Leerlauf keine 500W.
Achso, er soll immer nur im Leerlauf betrieben werden? Warum ihn dann
überhaupt anschalten? Dann reicht doch ein Video von einem drehenden
Motor.
MfG Klaus
Klaus schrieb:> THOR schrieb:>> Witzbold, der Motor verheizt im Leerlauf keine 500W.>> Achso, er soll immer nur im Leerlauf betrieben werden? Warum ihn dann> überhaupt anschalten? Dann reicht doch ein Video von einem drehenden> Motor.>> MfG Klaus
Fühl dich gewatscht.
THOR schrieb:> Fühl dich gewatscht.
Auch Bayern haben sich hier zu benehmen.
Und Klaus hat recht.
Wenn er mit dem Ding einen Tellerschleifer baut, dann zieht der Motor
deutlich mehr als 4A.
Also watsch dich besser selber ab :-)
Zunächst mal vielen Dank für die Hilfe. Ich durfte durch eure Antworten
viel lernen. Die Mechanik des Tellerschleifers (30 cm Durchmesser,
direkt angeflanscht) ist gebaut und ich bin mit den Schleifeigenschaften
voll zufrieden.
Hier ein paar Werte meiner Messungen unter Last an der Autobatterie:
Typenschild Motor: 12V 500W
Leerlauf: 4,5 A
Schleifen mit normalem Andruck: 8 - 12 A
Schleifen mit starkem Andruck: > 20A (Messbereich Multimeter wird
überschritten)
Das Netzteil (Typenschild 400W, bei 12V max. 19,5A) kann ich also (wie
von Matthias S. bemerkt) vergessen. Selbst wenn ich den Anlaufstrom
begrenze, wird es bei starker Belastung abschalten. Ich müsste eine
Spannungsquelle mit min. 40 A / 12V haben. Das wird nicht zu meinem
Low-Cost Ansatz passen.
Bleibt wohl nur die Lösung den Schleifer weiter aus der Batterie zu
betreiben. Ich glaube, dass ich selten mehr als 5 Minuten am Stück
schleifen werde. Bei einer mittleren Belastung von 10 A würde ich ca. 1
Ah verbrauchen. Das macht die Batterie eine ganze Weile mit.
Dominik G schrieb:> Bleibt wohl nur die Lösung den Schleifer weiter aus der Batterie zu> betreiben. Ich glaube, dass ich selten mehr als 5 Minuten am Stück> schleifen werde. Bei einer mittleren Belastung von 10 A würde ich ca. 1> Ah verbrauchen. Das macht die Batterie eine ganze Weile mit.
Ich hab soetwas ähnliches im Einsatz. Bei mir sind es 24V und ich
verwende Scootermotore in ähnlicher Leistungsklasse. Ich hab an einen
eine Aufnahme von einer Flex rangebastelt und kann so das gängige
Zubehör benutzen. Ich hab auch eine alte billige Ständerbohrmaschine auf
24V umgerüstet.
Das "24V Kraftwerk" besteht aus mehreren Bleigelzellen, die ich "sehr"
kostengünstig aus USV-Anlagen bekommen habe. Die werden von einem
simplen Lader ständig geladen. In deinem Fall würde es ein altes
Notebooknetzteil mit min. 18V und ein PB137 als Ladebaustein tun. Für
diesen Vorschlag zur Dauerladung werde ich hier sicher mächtig
abgewatscht, aber mit meiner vergleichbaren Schaltung mit einem LM317
für einen 24V Akku lebe ich gut.
MfG Klaus
P.S. warum hab ich das überhaupt gemacht? Die Idee ist, da auch mal
einen Solarlader ranzuhängen. Und mit DC-Motoren tu ich mich leichter
als mit 230V AC, besonders wenn es um Drehzahl und Drehmoment geht.