Hallo liebes Forum,
ich bin eigentlich Chemiker, versuche mich aber gerade daran, einen
kleinen Signalverstärker zu basteln. Dafür habe ich Schaltplan,
Teileliste und die PCB-Daten von einem Physiker aus England bekommen,
also müsste die Schaltung eigentlich gehen.
Die Spannungsversorgung macht mir dabei Sorgen.
Wie im Schaltplan zu sehen, sind zwei Spannungsregler verbaut. Der LM317
tut was er soll, nur der LM337 möchte sich partout nicht auf eine
Spannung unter -2.14 V einstellen lassen. Ich drehe am Schiebewiderstand
wie ein betrunkener Matrose am Steuerrad, aber es sieht so aus als ginge
da etwas in die Sättigung.
Ich verwende die Regler im Formfaktor TO-92 mit 100mA Maximalstrom. Die
gesamte Schaltung zieht aus der externen Stromversorgung weniger als
60mA.
Woran kann das liegen?
Soll ich die 1.5A Regler im TO-220-Gehäuse verwenden oder ist das ein
Overkill?
Viele Grüße,
Stefan
Du kannst nicht einfach glauben, am verbundenen Masseanschluss beider
Regler würde sich Masse einstellen, R1 und R2 reichen dafür eben ab dem
Strom der bei -2.14V fliesst nicht mehr.
Du musst schon mit einer positiven und einer negativen, also 2
Spannungen reinkommen, GND=0V müssen auch reingehen
1
o--+ +--+-----|>|--+---+--317
2
S:S | | |
3
S:S | +--|>|--+ C1
4
S:S | | |
5
S:+--)--)-----------+-- Masse
6
S:S | | |
7
S:S +--)--|<|--+ C2
8
S:S | | |
9
o--+ +---.-+--|<|--+---+--337
Hat man partout keine Masse aber zumindest 2*(Ausgangsspannung+3.5V) am
Eingang, geht:
Vielen Dank MaWin,
würde es auch gehen, wenn ich die Masse mit der Masse von einem
Labornetzteil verbinde und in die Eingänge +12V und -12V bezogen auf
Masse reinschiebe?
Die Platine ist recht klein und fummelig und für die beiden Vorschläge
müsste ich wohl recht viel herumwursteln.
Stefan S. schrieb:> würde es auch gehen, wenn ich die Masse mit der Masse von einem> Labornetzteil verbinde und in die Eingänge +12V und -12V bezogen auf> Masse reinschiebe?
Wenn Du bereits ein Labornetzgerät hast, brauchst Du Dein Netzteil
doch gar nicht, sondern kannst dieses gleich passend einstellen.
Zu Deinem Ursprungsfehler: Dir ist bekannt, das die LM317 und 377
eine unterschiedliche Pinbelegung haben?
Ich habe gerade noch einmal nachgeschaut: Die Pinbelegung ist die
gleiche(ADJ,OUT,IN von unten auf die Bienchen schauend, mit dem
bauchigen Gehäuseteil zu mir zeigend), ich habe LM317L-N und LM337L
verbaut. Mir war nicht klar, dass das L hinten dran so einen Unterschied
macht.
Das Labornetzgerät würde ich nur ungern dauerhaft in Beschlag nehmen,
weil mir sonst meine Kollegen grantig wären, da haben wir nur eins.
Ginge es auch, zwei 9V-Batterien in Serie als Spannungsquelle zu
verwenden und die Masse an die verbundenen Pole der beiden Batterien
anzuklemmen?
Oder werden die Batterien dann unterschiedlich schnell leer gelutscht
und es ist wieder alles für die Katz?
Stefan S. schrieb:> Ginge es auch, zwei 9V-Batterien in Serie als Spannungsquelle zu> verwenden und die Masse an die verbundenen Pole der beiden Batterien> anzuklemmen?
Ja.
> Oder werden die Batterien dann unterschiedlich schnell leer gelutscht> und es ist wieder alles für die Katz?
Ja.
Ist eine komische Eigenschaft von Batterien. Irgendwann sind die leer.
Meistens eine zuerst.
Stefan S. schrieb:> Ginge es auch, zwei 9V-Batterien in Serie als Spannungsquelle zu> verwenden und die Masse an die verbundenen Pole der beiden Batterien> anzuklemmen?
Im Prinzip ja, aber gerade 9V-Blöcke haben nur eine geringe
Belastbarkeit.
4...5 Mignon(-akkus) in Reihe sind da wesentlich besser geeignet.
Was hast Du eigentlich für eine seltsame Schaltung, die mit
1,75-0-2,4V versorgt werden muss?
Die Schaltung habe ich aus:
http://iopscience.iop.org/0957-0233/23/10/107001
Der Verstärker soll kurze (~dutzend ns) Pulse verstärken.
Ich weiß nicht, ob ich die hier posten darf, von wegen Copyright oder
so, da möchte ich keinen Ärger machen.
Es ist ein THS3202 verbaut:
http://www.ti.com/product/THS3202/technicaldocuments
Das sind im Prinzip zwei Operationsverstärker in einem Gehäuse, wenn ich
das richtig verstanden habe. Warum der genau diese krummen Spannungen
bekommen soll, habe ich nicht hinterfragt, immerhin sollte man ja
meinen, dass der Herr aus England das schon optimiert hat, wenn er sogar
eine Publikation schreibt darüber.
Stefan S. schrieb:> Die Schaltung habe ich aus:> http://iopscience.iop.org/0957-0233/23/10/107001> Der Verstärker soll kurze (~dutzend ns) Pulse verstärken.
Hmm, für einen derartigen Aufbau sollte man schon etwas Erfahrung
mit dem Aufbau von HF-Schaltungen haben.
> Ich weiß nicht, ob ich die hier posten darf, von wegen Copyright oder> so, da möchte ich keinen Ärger machen.
Solche Links kann man eigentlich problemlos veröffentlichen.
> Es ist ein THS3202 verbaut:> http://www.ti.com/product/THS3202/technicaldocuments
Ein GHz-OPV ist natürlich schon etwas ziemlich spezielles.
> Warum der genau diese krummen Spannungen> bekommen soll, habe ich nicht hinterfragt,
Ich habe die recht umfangreiche Dokumentation jetzt nicht
durchgearbeitet; normalerweise spielt die Versorgungsspannung
von OPVs aber eine recht untergeordnete Rolle für die Funktion
von OPVs. Wenn ich das Datenblatt richtig gelesen habe, will
der eine Mindestversorgung von 6,6V, also mehr, als Du ihm
geben willst.
> immerhin sollte man ja meinen,> dass der Herr aus England das schon optimiert hat,> wenn er sogar eine Publikation schreibt darüber.
Das muss nicht unbedingt etwas heissen.
Stefan S. schrieb:> Ginge es auch, zwei 9V-Batterien in Serie als Spannungsquelle zu> verwenden und die Masse an die verbundenen Pole der beiden Batterien> anzuklemmen?
Ja.
Aber eine 9V Batterie hat zum Ladeeende nur noch 5.4V und ein LM317
macht daraus bei maximal 100mA daraus höchstens 3.5V.
Wenn das nicht reicht: Low Drop Regler wie LP2951. Geht sogar so: