Hmm .. wenn man das so liest:
"Angehende Grundschullehrer können kein Mathe"
http://www.tagesspiegel.de/berlin/lehramtsstudium-in-berlin-angehende-grundschullehrer-koennen-kein-mathe/14723010.html
"Berliner Lehramtsstudenten sind zum zweiten Mal reihenweise an
Mathematik gescheitert."
"Befragt nach den Gründen für das schlechte Abschneiden spricht sie
davon, dass schon der Vorwissenstest zu Studienbeginn „erschreckend“
ausgefallen sei."
"Studenten hatten gegen die Anforderungen protestiert"
Ist an solchen Vorwürfen was dran? Kann das hier jemand bestätigen vor
allem im Vergleich zu den Anforderungen der Mathe bei technischen
Ingenieur/Bachelor-Studiengängen
Was ist da los?
Vier Versuche? 36-42% Durchfallquote? So wie ich das im Studium erlebt
habe (Ingenieursstudiengang), sind wesentlich höhere Durchfallquoten
(auch in höheren Semestern) normal und vier Versuche gibt es nirgends.
Ausnahmweise gibt es vielleicht (auf Antrag) mal einen Drittversuch, und
wenn man da durchfällt, dann wars das.
Die Anforderungen des Studiums sinken halt nicht so schnell, wie die
Anzahl der Studenten steigt
Tasg schrieb:> So wie ich das im Studium erlebt> habe (Ingenieursstudiengang), sind wesentlich höhere Durchfallquoten> (auch in höheren Semestern) normal und vier Versuche gibt es nirgends.
Kann ich bestätigen. Die Durchfallquoten waren auch bei uns teilweise
deutlich höher. Dafür haben sich Tageszeitungen allerdings kaum bis gar
nicht interessiert.
Sind die Aufgaben der Lehramtsstudierenden auf ähnlichem Niveau wie die
der techn. Studiengänge oder haben die Studenten es einfach nicht so mit
der Mathe? (weil eher sozial anstatt naturwissenschaftlich orientiert?)
Ich vermute eher letzteres, weil mich der Bericht irgendwie an jenen
Artikel über angeblich zu schwere Abiturprüfungen in Mathe erinnert, bei
dem die Aufgaben nachträglich veröffentlicht wurden und dann doch nicht
sooo schwer waren. Erinnert sich noch jemand daran?
Aber ich will den armen Lehramtstudies prinzipiell auch nix
unterstellen. Anderen heutzutage was beibringen zu wollen hat meinen
höchsten Respekt, weil eine Lehrkraft hier später u.U. gegen schlechte
Manieren, Unlust und Ablenkung aller Art ihrer Schützlinge konfrontiert
werden wird und sich irgendwie durchsetzen muss. Das ist sicher kein
Zuckerschlecken. Ich möchte das nicht machen müssen.
Also ich hab hier in Bayern Mathe Physik nicht vertieft Examen letztes
Frühjahr gemacht und bestanden. Mathe muss man üben, Physik kann man mit
LK Wissen und Formelsammlung bestehen.
Mathe Examen gibt es hier:
http://staatsexamen.didmath.ewf.uni-erlangen.de
Lösungen in den Kursen hier:
http://www.mathematik.uni-muenchen.de/~schoerne/lehre.php
Ich werde nächstes Frühjahr nochmal mitschreiben zur Notenverbesserung,
dieses mal auch mit mehr Vorbereitung.
Jap, Lehramt für Gymnasium ist wirklich hart (daher mache ich das nicht)
vor allem weil man zwei Fächer hat die hart sind. Bei nicht-vertieft
(Unterrichtsfach an Grundschule/Hauptschule/Realschule) ist das ne ganze
Ecke einfacher. Was mir aber nicht gefallen hat war die Verteilung, also
dass so viel mehr Fachwissen gelernt wurde als Didaktik und
Erziehungswissenschaften. Ich meine, an einer Realschule da brauche ich
nicht wirklich viel von dem Fachwissen das ich jetzt habe, dafür wüsste
ich gerne deutlich mehr in den anderen Bereichen.
Es geht in dem Artikel um Lehramt Grundschule. Das wird zu 95% von
Frauen studiert von denen sich vermutlich ein großer Teil in der Schule
schon von Mathe losgesagt hatten.
Claus M. schrieb:> Das wird zu 95% von> Frauen studiert von denen sich vermutlich ein großer Teil in der Schule> schon von Mathe losgesagt hatten.
Damit hätte ich nicht gerechnet...
MfG Paul
Gustl B. schrieb:> Jap, Lehramt für Gymnasium ist wirklich hart (daher mache ich das nicht)> vor allem weil man zwei Fächer hat die hart sind. Bei nicht-vertieft> (Unterrichtsfach an Grundschule/Hauptschule/Realschule) ist das ne ganze> Ecke einfacher. Was mir aber nicht gefallen hat war die Verteilung, also> dass so viel mehr Fachwissen gelernt wurde als Didaktik und> Erziehungswissenschaften.
Hm, die Verringerung des Didaktikteils für Gymnasiallehrer könnte im
Sinne einer Studiumsvorbereitung Absicht sein:
An der Uni müßen sich die Studenten das Wissen grösstenteils selbst
erarbeiten - sind also in diesem Sinne Autodidakten. Um die Schüler
langsam zu dieser Selbstständigkeit zu führen gehört m.E. das man in den
höheren Klassen (bspw die letzten beiden Jahren vor Abi) die Vermittlung
durch den Lehrer verringert und er dafür überwiegend die Prüferrolle
einnimmt. Da macht die Umverteilung von Erziehungswissenschaften auf
Fachwissen Sinn.
Gustl B. schrieb:> Jap, Lehramt für Gymnasium ist wirklich hart (daher mache ich das nicht)> vor allem weil man zwei Fächer hat die hart sind.
Das klingt so als ob man 2 volle Studiengänge studiert...
Zieht man die Praktika, Didaktik, Bachelor, Masterarbeit, Allg. Module
und Sozialsowieso usw ab, dann bleiben doch pro Fach gerade so 2
Semester an wirklich fachlichen Grundlagen übrig. Jetzt sag mir einer,
das soll so hart sein?
CCWClaymore schrieb:> Gustl B. schrieb:>> Jap, Lehramt für Gymnasium ist wirklich hart (daher mache ich das nicht)>> vor allem weil man zwei Fächer hat die hart sind.> Zieht man die Praktika, Didaktik, Bachelor, Masterarbeit, Allg. Module> und Sozialsowieso usw ab, dann bleiben doch pro Fach gerade so 2> Semester an wirklich fachlichen Grundlagen übrig. Jetzt sag mir einer,> das soll so hart sein?
Schau dir mal die verlinkten Prüfungsfragen fürs Gymnasiallehrer an, da
sind 2 Fachsemester sportlich (wenn man vom normalen Abi-Niveau startet:
http://staatsexamen.didmath.ewf.uni-erlangen.de/Examina/Mathe_vertieft/Algebra/H10I.pdf
-?Körpererweiterung? ?Euklidischer Ring? -> Geht's hier um Piercings?!
;-)
CCWClaymore schrieb:> Ich sag ja nicht dass LA Sek2 Mathematik einfacher Pipifax ist, aber> andere Studiengänge sind es auch nicht und noch härter (reine Mathe> z.b.).
Was für den einen hart, das für den anderen Pippifax. Ich könnt mir gut
vorstellen das ein sehr guter Mathematikstudent mit "Nerd-krankheiten"
wie Soziophobie, Hikikomori, Lampenfieber an Praktika und Referendariat
scheitert. Es kann also schon gut sein das "Mono-Talent" Studienfächer
wie Mathematik weniger hart sind als Fächer die Talent in mehrenen
Disziplinen also praktische und geistige Fähigkeiten voraussetzen wie
bspw. Humanmedizin.
Berufsrevolutionär schrieb:> Es kann also schon gut sein das "Mono-Talent" Studienfächer> wie Mathematik weniger hart
Nö, kann es eben NICHT sein.
Bullshit labern und andere einzugarnen gehört zu keinem Studiengang,
daher hat das auch nix mit der Härte zu tun, selbst wenn sich viele
"Nerds" damit schwer tun und BWL Fatzken mit 5,0 in Mathe das trotzdem
drauf haben.
Und Humanmedizin LOL
Mehr auswendig lernen gibt es doch gar nicht (vielleicht Jura, auch so
ein "Studium" aka Berufsausbildung). Das schwerste ist reinzukommen,
danach ist der Abschluss sicher.
CCWClaymore schrieb:> Berufsrevolutionär schrieb:>> Es kann also schon gut sein das "Mono-Talent" Studienfächer>> wie Mathematik weniger hart>> Nö, kann es eben NICHT sein.> Und Humanmedizin LOL> Mehr auswendig lernen gibt es doch gar nicht (vielleicht Jura, auch so> ein "Studium" aka Berufsausbildung). Das schwerste ist reinzukommen,> danach ist der Abschluss sicher.
Lernfach hin oder her, für einen ist es eben hart sich nächteläng
hinzusetzen bis man alle 656 Muskeln, Nerven, Adern, Lymphknoten,
Gewebsschichten,Hirn- und Darmwindungen mit Namen und natürlicher
Beschaffenheit parat hat.
Die gesamte Elektrotechnik aus der Handvoll Maxwell-Gleichungen zu
verstehen ist da einfacher, für manche ;-)
Und auch die Mediziner haben ihre "Durchfallfächer" wie Chemie. Wenn bei
Medizin sich 95% bis zum Abschluß durchquälen so liegt es bekanntermaßen
nicht dran das es leicht wäre. Medizin hat die geringsten Abbruchquoten,
weil eben nur die Besten zugelassen werden und der "Lohn der Qual" mit
am höchsten ist. Vielleicht auch das man andere abgebrochene
Studienrichtungen wie bspw. Mathe man immer noch "auf Lehramt" studieren
kann und sich so wenigstens einen Hochschulabschluß rettet. Abgebrochene
Mediziner bleibt am Schluß nur das Abitur.
Berufsrevolutionär schrieb:> Hm, die Verringerung des Didaktikteils für Gymnasiallehrer könnte im> Sinne einer Studiumsvorbereitung Absicht sein:
Ja, das fände ich auch ok wenn es nur die höheren Gymnasiumsklassen
beträfe. Aber ich sprach von nicht-vertieft, also auch Lehramt
Grundschule und genau da sollte nicht an der Mathedidaktik gespart
werden.
CCWClaymore schrieb:> Das klingt so als ob man 2 volle Studiengänge studiert...>> Zieht man die Praktika, Didaktik, Bachelor, Masterarbeit, Allg. Module> und Sozialsowieso usw ab, dann bleiben doch pro Fach gerade so 2> Semester an wirklich fachlichen Grundlagen übrig. Jetzt sag mir einer,> das soll so hart sein?
Ernsthaft?
Praktika ist nicht viel und bis auf eine Ausnahme (das
Studienbegleitende Praktikum) immer in den Semesterferien.
Didaktik ist wie ich schon schrieb recht wenig. Und auch da sind gute
Noten nicht geschenkt.
Bachelor, Masterarbeit gibt es nicht. Zulassungsarbeit gibt es, aber das
sind 3 Monate.
Allg. Module und Sozialsowieso gibt es, aber ist wenig und läuft
nebenher.
Wie hart das ist liegt am Betrachter. Grob sind das zwei Bachelor
Studiengänge. (Man kann mit fast Null Zusatz den Bachelor in Mathe und
auch in Physik bekommen wenn man das für Lehramt Gymnasium studiert hat,
Zulassungsarbeit ist dann die Bachelorarbeit.) Vom Stoff her ist das
alles machbar aber viele versuchen das in oder unter Regelstudienzeit zu
schaffen und dann bleibt kaum noch Freizeit.
Claus M. schrieb:> Es geht in dem Artikel um Lehramt Grundschule. Das wird zu 95% von> Frauen studiert von denen sich vermutlich ein großer Teil in der Schule> schon von Mathe losgesagt hatten.
Exakt, ich hatte auch Examen für Lehramt Unterrichtsfach Mathe (das ist
das gleiche Examen für Grundschule, Hauptschule und Realschule)
verlinkt. Ich finde das zuviel Fachwissenschaft im Vergleich zur
Didaktik/Erziehungswissenschaften für Grundschule.
CCWClaymore schrieb:> Ich sag ja nicht dass LA Sek2 Mathematik einfacher Pipifax ist, aber> andere Studiengänge sind es auch nicht und noch härter (reine Mathe> z.b.).
Mag sein. Und? Dann bin ich froh dass ich einen leichten Studiengang
bestanden habe.
Gustl B. schrieb:> Bachelor, Masterarbeit gibt es nicht.
Das kommt auf die Uni an. TUM z.b. schon
Gustl B. schrieb:> Grob sind das zwei Bachelor> Studiengänge.
Klar, das wollen sich die LA gerne einreden.
Dass man sich
Gustl B. schrieb:> (Man kann mit fast Null Zusatz den Bachelor in Mathe und> auch in Physik bekommen wenn man das für Lehramt Gymnasium studiert hat,
Das liegt wohl daran, das sich Physik und Mathe recht gut ergänzen.
Für Mathe/Informatik kann man sich das ganze an der TUM angucken. Ca. 90
ECTS pro Studienfach an Fachmodulen (also 180 ECTS zusammen für beide
Richtungen), der Rest sind Bachelor, Master und eben Fachdidaktik(~30
ECTS) sowie Erziehungswissenschaften (42 ECTS).
CCWClaymore schrieb:> Das kommt auf die Uni an. TUM z.b. schon
Als Pflicht für Lehramt Gymnasium? Sicher? Eigentlich ist das
einheitlich Staatsexamen und dafür braucht man die Zulassungsarbeit. Bei
mir in Regensburg kann man wenn man will den Bachelor mitnehmen glaube
ich und mit etwas mehr Aufwand den Master. Bei nicht-vertieft was ich
gemacht habe gibt es keines von Beiden.
CCWClaymore schrieb:> Klar, das wollen sich die LA gerne einreden.
Also bei uns sitzen die in den gleichen Vorlesungen wie die Bachelor
Studenten und müssen die gleichen Prüfungen schreiben.
Hm scheint ein großer Unterschied von Uni zu Uni zu sein ...
Gustl B. schrieb:> Eigentlich ist das> einheitlich Staatsexamen
Lehramt einheitlich? :D
Es wird schon seit längerem auf B.Edu + M.Edu umgestellt. Einige Unis
machen das schneller als andere.
Gustl B. schrieb:> Also bei uns sitzen die in den gleichen Vorlesungen wie die Bachelor> Studenten und müssen die gleichen Prüfungen schreiben.
Also schreiben die alle 180 ECTS in Mathe und 180 ECTS in Physik, aha ;)
Stimmt, das hat man bei uns auch vor, aber ist noch nicht so weit.
Nein alles schreiben die nicht mit, aber wohl schon einen großen Teil
vom normalen Bachelor.
Wie gesagt an der TUM sind das grob 3 Semester. Großteil würde ich jetzt
nicht sagen.
Hier in dem Forum wo der Bachelor ja als Vordiplom gilt, was sind dann 3
Semester ;)
Berufsrevolutionär schrieb:> Medizin hat die geringsten Abbruchquoten, weil eben nur die Besten> zugelassen werden
Unsinn. Mit Wartesemestern kommt man genauso rein. Ich hatte in meinem
Abijahrgang einen, der sein Abi mit 4,0 gemacht hat. Der arbeitet heute
als Chirurg. Musste halt ein paar Jahre warten.
Dann gibt es noch die Studienplatzklagen, mit denen Arztkinder sich den
Studienplatz erkaufen. Da kann ich mich auch an eine faule Socke aus
meinem Jahrgang erinnern. Vater war Gynäkologie und Chefarzt am
kommunalen Krankenhaus. Der Typ hatte mit Sicherheit einen Schnitt
schlechter als 3,0, hat sich dann aber in Bayer irgendwo reingeklagt.
Wühlhase schrieb:> Einer der besten Kommentare zum Bildungssystem allgemein, den ich bisher> hörte, von Harald Lesch:
Der Lesch sollte lieber bei seiner Astrophysik bleiben. Da habe ich ihm
immer gern zugehört.
Aber noch mehr Stunden für Laberfächer verschwenden und dafür
logischerweise weniger Mathematik und Naturwissenschaften ist in
heutiger Zeit nicht vertretbar.
Ach sonst versucht Herr Professor schön politisch korrekt zu bleiben und
erzählt manchmal großen Unsinn:
https://www.youtube.com/watch?v=2A6ncxO7r4g
Alex schrieb:> Aber noch mehr Stunden für Laberfächer verschwenden und dafür> logischerweise weniger Mathematik und Naturwissenschaften ist in> heutiger Zeit nicht vertretbar.
Das kann ich dem Video nicht entnehmen.
Gerade Deutsch prangert er doch auch an.
Und Mathe/Physik/usw also alle NaWi will er verbessern, mehr praxis, was
sehr gut ist.
Mehr Sport, Kunst und Musik kann ich bei der verfetteten
Jugendgeneration alda hiphop geilo shake ur ass big moma auch nur
empfehlen.
Dazu eben von G8 am besten auf G12.
Ob die Jugend heute verfetteter ist und weniger Sport macht als vor 20
Jahren. Da bin ich mir nicht sicher. Jedenfalls gibts heute in jedem
1000 Seelen-Dorf mindestens 1 Fitnessstudio, das auch überleben kann.
Und wie will er Mathe u. Naturwissenschaften verbessern wenn er noch
mehr Laberfächer haben will?
Alex schrieb:> Ob die Jugend heute verfetteter ist und weniger Sport macht als vor 20> Jahren. Da bin ich mir nicht sicher. Jedenfalls gibts heute in jedem> 1000 Seelen-Dorf mindestens 1 Fitnessstudio, das auch überleben kann.
Interessante Argumentation. Kann man nämlich auch umgekehrt sehen.
Vielleicht brauchte man früher die Fitnessstudio nicht, weil knapper
ernährt und weil sich das Holz nicht von allein spaltet.
Alex schrieb:> Ob die Jugend heute verfetteter ist und weniger Sport macht als vor 20> Jahren. Da bin ich mir nicht sicher.
Ernsthaft?
Mal eine Zeitung lesen oder nach draußen gehen?
Bin selber nicht der schlanke Supersportler, halt normal. Früher waren
"Dicke" eher selten. Heute sind schon 5 jährige so fett wie nix anderes.
Alex schrieb:> Und wie will er Mathe u. Naturwissenschaften verbessern wenn er noch> mehr Laberfächer haben will?
Weniger andere Laberfächer? Eben wieder vom G8 weg?
Wie man Kunst/Sport/Musik mit "Labern" bestehen soll weiß ich auch noch
nicht, erzähle mal...
Alex schrieb:> Jedenfalls gibts heute in jedem> 1000 Seelen-Dorf mindestens 1 Fitnessstudio
In den USA ist jeder 6. Mitlied eines Fitnessstudios.
In Deutschland ist es jeder 9.
Aber wenn du dir als Übergewichtiger schlank vorkommen willst, dann
musst du bloss einen Trip über'n Teich machen.
Mehr Zahlen habe ich grad nicht parat, aber ich wage die These, dass es
eine positive Korrelation zwischen der Anzahl Fitnessstudios und der
Anzahl Dicker in der Bevölkerung gibt. Was die Frage aufwirft, ob
Fitnessstudios dick machen? ;-)
Alex schrieb:>> Einer der besten Kommentare zum Bildungssystem allgemein, den ich bisher>> hörte, von Harald Lesch:
Einschub, der Link war: https://www.youtube.com/watch?v=Wj-KTcxjLqs>> Der Lesch sollte lieber bei seiner Astrophysik bleiben. Da habe ich ihm> immer gern zugehört.
Ich finde, dass er eigentlich ganz recht hat.
Das ganze ist übrigens nicht neu. Feynman hat auch mal so argumentiert.
In den USA auf USA Zustände bezogen in den 50er oder 60er Jahren.
Hätte man besser mal auf ihn gehört.
>> Aber noch mehr Stunden für Laberfächer verschwenden und dafür> logischerweise weniger Mathematik und Naturwissenschaften ist in> heutiger Zeit nicht vertretbar.
Du hast nicht richtig hingehört. ;O)
Nochmal von vorne. Und weniger Testesteron und Andrenalin bitte, das
schärft den Verstand. ;O)
> Ach sonst versucht Herr Professor schön politisch korrekt zu bleiben und> erzählt manchmal großen Unsinn:> https://www.youtube.com/watch?v=2A6ncxO7r4g
Der Klimawandel ist Realität, auch wenn Du es gerne anders hättest, weil
er nicht in Dein wohlgefügtes Weltbild passt. ;O)
Info (Aber nicht nur querlesen!):
https://www.psiram.com/ge/index.php/Klimal%C3%BCgehttps://www.psiram.com/ge/index.php/Erderw%C3%A4rmung_und_Klimata_in_unserem_Sonnensystem
Übrigens, mir passt der Klimawandel auch nicht. Aber ich versuche nicht,
ihn wegzudiskutieren. Das bringt nix. ;O)
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Bernd W. schrieb:> Übrigens, mir passt der Klimawandel auch nicht. Aber ich versuche nicht,> ihn wegzudiskutieren. Das bringt nix. ;O)
Fürs Klima bringt das nichts. Aber es erleichtert das Gewissen. ;-)
Kommunist schrieb:> Unsinn. Mit Wartesemestern kommt man genauso rein.
Und wer sich für den Dienst bei Mutti`s Vaterlandsverteidigungsjünger
erwärmen kann, der darf auch früher auf "Mediziner" machen!
A. K. schrieb:> Bernd W. schrieb:>> Übrigens, mir passt der Klimawandel auch nicht. Aber ich versuche nicht,>> ihn wegzudiskutieren. Das bringt nix. ;O)>> Fürs Klima bringt das nichts. Aber es erleichtert das Gewissen. ;-)
Auch das ist richtig. Trozdem sollte man einsehen, dass es so ist. Auch
wenn man letztlich nichts dagegen tun kann.
Möglicherweise ist es aber schon Anstrengung wert, ihn etwas nach hinten
zu verschieben.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Kommunist schrieb:> Berufsrevolutionär schrieb:>>> Medizin hat die geringsten Abbruchquoten, weil eben nur die Besten>> zugelassen werden>> Unsinn. Mit Wartesemestern kommt man genauso rein. Ich hatte in meinem> Abijahrgang einen, der sein Abi mit 4,0 gemacht hat. Der arbeitet heute> als Chirurg. Musste halt ein paar Jahre warten.> Dann gibt es noch die Studienplatzklagen, mit denen Arztkinder sich den> Studienplatz erkaufen. Da kann ich mich auch an eine faule Socke aus> meinem Jahrgang erinnern. Vater war Gynäkologie und Chefarzt am> kommunalen Krankenhaus. Der Typ hatte mit Sicherheit einen Schnitt> schlechter als 3,0, hat sich dann aber in Bayer irgendwo reingeklagt.
Ausnahmen bestätigen die Regel. Und auch einige der Besten hatten
schlechte Abi-noten.
Berufsrevolutionär schrieb:> Ausnahmen bestätigen die Regel.
Das ist natürlich Quatsch. Ausnahmen widersprechen der Regel und zeigen
eher an, dass diese falsch sind.
> Wenn bei> Medizin sich 95% bis zum Abschluß durchquälen so liegt es bekanntermaßen> nicht dran das es leicht wäre. Medizin hat die geringsten Abbruchquoten,> weil eben nur die Besten zugelassen werden und der "Lohn der Qual" mit> am höchsten ist.
Manch ein "abgebrochener" Mediziner kommt anschliessend ganz gut unter,
irgendwo im riesigen medizinisch-industriellen Komplex.
Dort findet man bisweilen auch hoch motivierte Leute, die quasi aus
Berufung das Fach studieren wollten. So etwa eine Bekannte – Chefarzt-
Tochter - die Jahre wegen schlechtem Abischnitt auf einen Studienplatz
hätte warten müssen.
Sie überbrückte die Zeit zunächst mit einer abgeschlossenen zweijährigen
medizinischen Fachausbildung. Danach stieg sie aber dann doch bei einem
Pharmakonzern ein, machte dort eine steile Karriere und verdient heute
ein Schweinegeld.
Xaver schrieb:> Berufsrevolutionär schrieb:>>> Ausnahmen bestätigen die Regel.>> Das ist natürlich Quatsch. Ausnahmen widersprechen der Regel und zeigen> eher an, dass diese falsch sind.
Nein, in der Statistik heben Ausreisser eine nachgewiesene Häufung nicht
auf.
Wenn einzelne trotz Talentmangel aber dank Papas Portemonnaie sich durch
Studium schlängeln, heisst das nicht das alle Studenten dieses Fachs
Minderleister sind.
Ordner schrieb:> Wenn einzelne trotz Talentmangel aber dank Papas Portemonnaie sich durch> Studium schlängeln, heisst das nicht das alle Studenten dieses Fachs> Minderleister sind.
Genau das ist eigentlich der Punkt. Ein Studium sollte an der Leistung
des Betreffenden fest gemacht werden und nicht an der finanziellen
Leistungsfähigkeit der Eltern.
Das geht aber schon mit dem Schritt in das Gymnasium los (nach meiner
Meinung viel zu früh). Auch hier sollten nur die Leistungsstärksten hin
und es sollten eben nicht vorangig Mama und Papa bestimmen ob Filius
Gymnasium macht.
Es ist keine Schande wenn man einen Real- oder auch nur
Hauptschulabschluß macht. Hier müssen wir in der Gesellschaft wieder
umdenken und auch diese Schulabschlüsse wertschätzen. Für die Lehrberufe
braucht es kein Abitur. Leider drücken zu viele Abiturienten mangels
Studienplatz Leute mit den genannten Abschlüssen aus den Lehrberufen.
Von den Wartesemestern halte ich persönlich gar nichts. Ja man kann in
der Zeit auch was lernen und eine Ausbildung machen (der
Ausbildungsplatz geht dann halt anderen verloren), aber man vergißt in
dieser Zeit auch viel (Grundlagenwissen). Wer eine geforderte Leistung
nicht bringt kann halt dieses Fach nicht studieren. Man kann ja
nachprüfen warum einer sein Abi vergeigt hat. Wenn das z.B. wegen Kunst,
Musik, Sport war, dann können solche Leute durchaus Medizin studieren,
wenn sie in den naturwissenschaftlichen Fächern die entsprechenden Noten
haben. Sicher gibt es auch Leute die trotz schlechter Schulnoten ein
excellentes Studium hinlegen und hervorragende Fachleute werden, aber
das sind dann wirklich Ausnahmen.
Noch ein schlechter Nebeneffekt der Wartesemester : Die Leute werden
viel zu spät mit ihrem Studium fertig.
Achja noch ein Punkt der zu den schlechten Leistungen beiträgt : Das
Abwählen bestimmter Fächer während des Abis. Ich weis zwar nicht so
genau wie das heutzutage ist, aber als mein Sohn am Abitur geschrieben
hat (vor gut 15 Jahren) konnte man noch Fächer abwählen. Das ist einer
soliden Grundausbildung einfach abträglich.
Zeno
Ordner schrieb:> Xaver schrieb:>> Berufsrevolutionär schrieb:>>>>> Ausnahmen bestätigen die Regel.>>>> Das ist natürlich Quatsch. Ausnahmen widersprechen der Regel und zeigen>> eher an, dass diese falsch sind.>> Nein, in der Statistik heben Ausreisser eine nachgewiesene Häufung nicht> auf.
Doch. Wir reden hier von Regeln und nicht von Statistik.
Ausreisser -> Ausreißer
Xaver schrieb:> Ordner schrieb:>> Xaver schrieb:>>> Berufsrevolutionär schrieb:>>>>>>> Ausnahmen bestätigen die Regel.>>>>>> Das ist natürlich Quatsch. Ausnahmen widersprechen der Regel und zeigen>>> eher an, dass diese falsch sind.>>>> Nein, in der Statistik heben Ausreisser eine nachgewiesene Häufung nicht>> auf.>> Doch. Wir reden hier von Regeln und nicht von Statistik.
Aber wir sprechen sehr wohl von Statistik, nämlich die empirisch
ermittelten Abbruchquoten, Leistungsvermögen etc.. Und selbst in den
exakten Wissenschaften hebt eine begrenzte Ausnahme (bspw.
Wasseranomalie) die Regel nicht auf (Flüssigkeiten ziehen sich bei
Abkühlung zusammen).
Interessanterweise bezieht sich die Ausnahmeregel im Original ("exceptio
probat regulam in casibus non exceptis") auf Rechtsauslegung, ist also
sehr wohl philosophisch, also fachübergreifend zu verstehen.
> Ausreisser -> Ausreißer
Nicht in der Schweiz
Alex schrieb:> Wühlhase schrieb:>> Einer der besten Kommentare zum Bildungssystem allgemein, den ich bisher>> hörte, von Harald Lesch:>> Der Lesch sollte lieber bei seiner Astrophysik bleiben. Da habe ich ihm> immer gern zugehört.>> Aber noch mehr Stunden für Laberfächer verschwenden und dafür> logischerweise weniger Mathematik und Naturwissenschaften ist in> heutiger Zeit nicht vertretbar.
Ich glaube du hast weder Sinn und Bedeutung von Fächern wie Sport, Musik
und Kunst noch die Argumentation dahinter verstanden.
Diese Fächer schulen die Kreativität der Schüler und legen damit die
letztendlich die Grundlagen zum selbständigen Denken, des Verstehen (im
Sinne von Erkennen) sowie der Fähigkeit, Vorhandenes weiterzudenken. Die
wichtigsten Eigenschaften in den Natur- und Ingenieurswissenschaften.
Auch wichtiger als mathematische Fähigkeiten, denn die (bzw. deren
Anwendung) bauen erst darauf auf.
> Re: Auf Lehramt studieren heutzutage doch zu schwierig?
Mathematik und Physik schon.
Mach besser evangelische Theologie und Sport, ist nicht so
anspruchsvoll.
Wühlhase schrieb:> Diese Fächer schulen die Kreativität der Schüler und legen damit die> letztendlich die Grundlagen zum selbständigen Denken, [...]
Genau! Wir zerwarzen uns das Gehirn durch auswendig gelernte Dinge aber
Denken lernen wir kaum. Kreativ mit Dingen umgehen, Lösungsansätze
finden. Das ist richtig schlimm, auch einfach so praktisch-handwerkliche
Grundfähigkeiten wie "einen Draht abisolieren" können schon viele
Studenten nicht.
Ich hole mal etwas aus, das ist jetzt eine Behauptung meinerseits:
Die Generation unserer Großeltern konnte im Haushalt noch fast alles
verstehen und noch viel mehr selber machen/reparieren. Nicht alles, aber
fast alles. Und das haben die auch getan. Ich beobachte wie das immer
weiter zurückgeht. Viele können heute nichtmal gerade Löcher in die Wand
bohren oder eine Lampe anschließen. Oder einen Siphon abschrauben,
saubermachen, ranschrauben.
Ich vermute der Grund ist, dass sich die Menschen immer weniger zutrauen
und das liegt darin dass wir uns mit immer mehr Hightech umgeben.
Ganz früher, vor paar 1000 Jahren wusste man fast nix von den Dingen um
sich, da brauchte man Religionen als Erklärung.
Dann, sagen wir zwischen 1700 und 1930, da konnte man fast alles im
Alltag verstehen und reparieren.
Seitdem überholt uns die Technik, das war am Anfang auch verständlich,
aber ist es heute nichtmehr. Wir sind umgeben mit Dingen die wir weder
verstehen noch reparieren können. Wir hier im Forum verstehen vielleicht
noch etwas mehr, aber der Durchschnittsmensch betrachtet den Computer
als Blackbox in dem ein Geist wohnt. Und das nehme ich dem gar nicht
übel! Man kann nicht alles verstehen oder wenn man das will hat man
keine Zeit mehr für was Anderes.
Jedenfalls reparieren die Leute ihr Zeug nichtmehr, ist günstig geworden
und selbst einfache Dinge wie ein Radio kann man oft nichtmehr
reparieren. Oder die Waschmaschine. Früher war das sehr viel einfacher.
Ich behaupte wir haben den jüngeren Generationen dieses Interesse am
Verständnis um unsere Alltagsgegenstände aberzogen, es gibt zu viele zu
hochintegrierte Dinge und die ändern sich auchnoch alle paar Jahre. Das
führt dazu, dass die Menschen nichtmehr Wissen wie etwas funktioniert,
sondern nurnoch glauben können, dass es das macht was die
Werbung/Hersteller sagt. Und aus diesem Grund kommen gerade wieder die
Pseudowissenschaften und Religionen hoch, wir leben in einer
sinnentleerten Welt in der die Allermeisten keine Chance haben ihre
Umwelt zu verstehen.
Ich fände es sehr gut wenn man da gezielt auch in der Schule gegen
angeht, mal Geräte zerlegt und zeigt, dass das alles gar kein Voodoo
ist. Aber eben auch das ist schwer weil heute eben vieles doch sehr an
Voodoo grenzt und man sich wundert, dass Geräte überhaupt so lange
fehlerfrei funktionieren.
Wühlhase schrieb:> Ich glaube du hast weder Sinn und Bedeutung von Fächern wie Sport, Musik> und Kunst noch die Argumentation dahinter verstanden.>> Diese Fächer schulen die Kreativität der Schüler
Das sportliche Betätigung für's Wohlbefinden eine Rolle spielt,
bestreitet sicher niemand, aber das Sport, zumindest so wie in der
Schule praktiziert, die Kreativität fördert möchte ich mal stark
bezweifeln. In der Schule gings es bei uns im Sport letztendlich um
Leistung - entweder Du schaffst die 100m in einer vorgegebenen Zeit oder
nicht, Du bringst den Felgaufschwung oder nicht. Dementsprechend wird
Deine Sportnote ausfallen, mit Kreativität hat das nichts zu tun.
Musik und Kunst sind ohne Zweifel dem Allgemeinwissen zuträglich und
Kunst und Musik gehört im Leben genauso dazu wie die Luft zum Atmen.
Aber im Musikunterricht muß(te) ich nun mal auch vorsingen, und glaube
mir das willst Du nicht hören, was natürlich benotet wurde. Das hat auch
nichts mit Kreativität zu tun. Kreativ bin ich wenn ich ein Musikstück
komponiere, einen Text zu einer Melodie schreibe oder eine Oper für die
Bühne arrangiere. Im Zeichnen (Kunst) genau das selbe. Das Problem ich
kann nicht zeichnen, mal abgesehen von technischen Zeichnungen. Und was
meinst Du wohl wie sich dieses nicht vorhandene Talent auf die Benotung
ausgewirkt hat?
Das man auch bei den Studenten auf körperliche Fitness achtet ist in
Ordnung, aber wenn Sport zu wichtigsten Fach wird, dann läuft da was
schief, wenn ich eigentlich Mathematik, Physik etc. studiere.
Zeno
Zeno schrieb:> Es ist keine Schande wenn man einen Real- oder auch nur> Hauptschulabschluß macht.
In einigen Bundesländern kannst du die schon gar nicht mehr machen.
Abgeschafft umbenannt zusammengelegt, wegen des sozialen Stigmas und
weil die Hauptschule in der Statistik so schlecht aussah.
Es ist die Fortsetzung des schleichenden Prozesses der schon mit der
Abschaffung der Sonderschulen begann. Was permanent geleugnet wird ist,
dass man irgendwo ein Sammelbecken braucht für die, die es nun mal nicht
schaffen. Da kann man Schultypen noch so oft abschaffen, schlechte
Schüler bleiben, auch wenn man sie in einer Gemeinschaftsklasse
versteckt. Bevor man sie versteckte generierten die niedrigeren
Schultypen noch eine gewisse Motivation für die Grenzfälle und
diejenigen die eigentlich gut genug aber nur zu faul waren. "Da will ich
nicht runter, also strenge ich mich mal ein bisschen an.".
> Hier müssen wir in der Gesellschaft wieder> umdenken und auch diese Schulabschlüsse wertschätzen.
Der Trend läuft in die völlig andere Richtung.
> Für die Lehrberufe> braucht es kein Abitur. Leider drücken zu viele Abiturienten mangels> Studienplatz Leute mit den genannten Abschlüssen aus den Lehrberufen.
Wenn der Trend so weitergeht, dann haben wir in ein paar Jahren das von
vielen Erziehungsspezialisten so hochgelobte Einheitsschulsystem. Wie
"gut" das läuft kann man in den USA beobachten.
Vielleicht haben wir Glück und kommen mit einem Blauen Auge davon. Die
Probleme mit den geschenkten Abis werden so groß, dass irgendwann ein
Abi II eingeführt wird. Das Abi II berechtigt dann zum Studium, das Abi
entspricht einem heutigen Realschulabschluss und die Gemeinschaftsschule
der Hauptschule.
Dann beginnt der Zyklus von neuem.
Wieso? Läuft doch super!
Wir brauchen keine denkenden Individuen, sondern Konsumenten.
Die "Bildung" soll mal gerade so gut sein, um sich vom Mindestlohn den
neusten 4k-UHD-Smart-TV vom Mediamark in 84 Monatsraten zu 0% zu
finanzieren.
Man müsste die Schulabschlüsse wieder von der Schwierigkeit her weiter
auseinander ziehen. Sprich das Abi so schwer machen, dass halt nur
10-15% der Leute das schaffen. Realschule dann so das das weitere 20%
schaffen, Hauptschule mit Quali dann 30% und ohne Quali der Rest.
Dann ist ein Realschulabschluss und auch ein Quali wieder was Wert. Hie
in Bayern nehmen Sparkassen für die Ausbildung nur sehr gute Realschüler
oder gute Gymnasiasten. Weil von denen gibt es viele. Und auch das Abi
hier ist nicht so irre schwer. Gut ich hab noch g9 gemacht, aber
Probleme hatte ich da nur in Lernfächern wie Latein und so wo man sich
stumpf Dinge in den Kopf prügeln musste, sonst war das klar teilweise
anspruchsvoll aber nicht so dass man es nicht schaffen kann. Das könnte
man durchaus härter machen aber hat man eben nicht mit dem g8.
-gb- schrieb:> Das könnte> man durchaus härter machen aber hat man eben nicht mit dem g8.
Na ja bei uns gab's eigentlich nur g8 und ich sehe darin kein Problem.
Das Problem ist momentan das in unserem Bildungssystem/Bildungsabläufen
die Struktur fehlt und deshalb braucht es halt länger.
Dieses Wahlsystem bringt mit sich, das eine effektive Stundenplanung an
den Schulen kaum möglich ist (viele Freistunden, dafür Unterricht bis in
den späten Nachmittag etc.).
Wenn der Lehrer keine Lust mehr hat wird halt mal ein Projekt gemacht.
Im übrigen mach eh jeder was er für richtig hält.
Hier wären einheitliche Lehrpläne schon ein gutes Instrument, aber das
bekommen wir ja noch nicht mal in einer Stadt hin geschweige denn
Bundesweit.
Mit einheitlichen Lehrplänen und kontinuierlichem zielgerichteten
Arbeiten könnte man so manches effektiver gestalten und g8 wäre dann
definitiv kein Problem.
Ich denke mal die g9 Geschichte ist auch der Tatsache geschuldet, daß zu
viele Leute Abi machen, auch solche die leistungsmäßig nicht dafür
geeignet sind.
Ja und zu guter letzt müssen wir auch wieder lernen nicht so gute
Leistungen als solche zu bewerten und zu benennen. Ein Durchschnitt von
2,6 ist eben keine gute Leistung sondern nur eine befriedigende
Leistung. Für manchen mag das jetz zwar Erbsenzählerrei sein, aber damit
geht es los.
Zeno
Zeno schrieb:> Wühlhase schrieb:>> Ich glaube du hast weder Sinn und Bedeutung von Fächern wie Sport, Musik>> und Kunst noch die Argumentation dahinter verstanden.>>>> Diese Fächer schulen die Kreativität der Schüler>> Das sportliche Betätigung für's Wohlbefinden eine Rolle spielt,> bestreitet sicher niemand, aber das Sport, zumindest so wie in der> Schule praktiziert, die Kreativität fördert möchte ich mal stark> bezweifeln. In der Schule gings es bei uns im Sport letztendlich um> Leistung - entweder Du schaffst die 100m in einer vorgegebenen Zeit oder> nicht, Du bringst den Felgaufschwung oder nicht. Dementsprechend wird> Deine Sportnote ausfallen, mit Kreativität hat das nichts zu tun.>> Musik und Kunst sind ohne Zweifel dem Allgemeinwissen zuträglich und> Kunst und Musik gehört im Leben genauso dazu wie die Luft zum Atmen.> Aber im Musikunterricht muß(te) ich nun mal auch vorsingen, und glaube> mir das willst Du nicht hören, was natürlich benotet wurde. Das hat auch> nichts mit Kreativität zu tun. Kreativ bin ich wenn ich ein Musikstück> komponiere, einen Text zu einer Melodie schreibe oder eine Oper für die> Bühne arrangiere. Im Zeichnen (Kunst) genau das selbe. Das Problem ich> kann nicht zeichnen, mal abgesehen von technischen Zeichnungen. Und was> meinst Du wohl wie sich dieses nicht vorhandene Talent auf die Benotung> ausgewirkt hat?
Ganz ehrlich...ich war sowohl in Kunst als auch in Sport bis, sagen wir
mal zur zehnten Klasse, eine Niete. Zeichnen ging noch, aber meist
mußten wir irgendwelche Scheiße mit dem Tuschkasten hinklecksen...was
ich rein gar nicht konnte. Zur elften Klasse konnte ich Kunst
abwählen-zum Glück. Mußte mir dafür nochmal Musik antun, war furchtbar,
obwohl mir Musik meistens Spaß gemacht hat. Hab früher als Kind mal ne
Weile Geigenunterricht gehabt (war da aber auch nicht so richtig gut)
und hab mir als Jugendlicher später dafür Gitarre autodidaktisch
beigebracht.
Und Sport war bis zur zehnte Klasse eine Qual...mit miesen Noten,
furchtbar. Hat mir danach aber Spaß gemacht und ich wurde dann auch
besser. Dennoch würde ich diese Fächer unbedingt im Stundenplan belassen
und sie sogar ausweiten, es macht nicht jedes Fach für jeden Schüler
Sinn, genau kann man das aber est 30 Jahre später feststellen. Außerdem
liegt das nunmal in der Natur der Schule mit vielen Schülern. Das
dreigliedrige Schulsystem hat diesem Umstand, daß es unterschiedliche
Lerntypen gibt, früher mal sehr gut Rechnung getragen. Da konnte auch
aus einem Hauptschüler ein guter Handwerker werden und selbst da bestand
die Möglichkeit, wenn der Groschen erst nach der Schule fiel, das Abitur
nachzuholen. Dumm mußte da niemand sterben..außer denen, die entweder
wirklich doof wie Stroh waren oder es nicht wollten.
-gb- schrieb:> Ganz früher, vor paar 1000 Jahren wusste man fast nix von den Dingen um> sich, da brauchte man Religionen als Erklärung.
Ich bin mir nicht sicher, ob das tatsächlich so war. Auch einfache
Bauern musste in der Antike schon mit "moderner" Technik umgehen können,
vorausschauend planen und sich organisieren.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die damals auch schon richtig gut
drauf waren, was (einfache) mechanische Aufbauten, Biologie,
Wetterkunde... betraf und das ganze ohne irgendwelchen Götter.
Die Technik hatten sie bestimmt verstanden und die Geräte auch, aber
sobald es in die Chemie oder Biologie ging war es vermutlich schnell
aus. Also ich meine ich kann auch ein Brot backen wenn ich weiß wie es
funktioniert (handwerklich) und trotzdem muss ich nicht verstanden haben
was da auf chemischer Ebene passiert, also was Hefe ist und so. Und wenn
das mal gut klappt dann hatte ich eben Glück und wenn es nichts wird
dann war der da oben eben böse auf mich und ich muss öfter beten. So auf
der Ebene vermute ich dass das war.
Und da sind wir heute doch auch! Wir können das Handy bedienen, aber
wenn es mal nicht geht oder einen obskuren Fehler macht dann bleibt uns
nur Aus- und wieder Einschalten und zum Service schicken. Und manche
fangen eben heute auch wieder an mehr zu beten oder sich die Welt in
Pseudowissenschaften zu erklären. Kupferspiralen gegen Handystrahlen
hängen sich da die Leute für viel Geld in die Bude. Das alles schmückt
sich mit höchst wissenschaftlichen Worten, so eine Packungsbeilage
klingt für den Durchschnittsmenschen total glaubhalt und vor allem
genauso glaubhaft wie echte Wissenschaft. Nur, dass es einfacher zu
verstehen ist und daher wird es angenommen. Physik zu studieren oder
sonst wie zu erlernen ist halt schwer und mit Mühe verbunden.
Ich sehe das größte Problem darin, dass eine große Anzahl der
Mathe- u. Physiklehrer u. Proffessoren zwar das fachliche Wissen haben,
didaktisch aber "unter aller Sa_" sind.
Ich selbst hatte in Mathe zwar fachlich nie Probleme, hatte aber mit
jeden zweiten Lehrer in Schule/Studium meine Dispute,
weil er ein Thema umständlich erklärt hat.
Aktuell erlebe ich es bei meiner Tochter (z.Z. 12. Klasse Gym.),
dass sie im Unterricht fast nichts kapiert, aber
nach 2-3 Nachhilfestunden von mir alle paar Wochen
dennoch in Mathe Einsen schreibt.
my 2 cent.
Ich bin kein Pädagoge
Hatte ich auch schon kritisiert. In meinem Studium war die Didaktik im
Vergleich zu den Fachwissenschaften vielleicht 1:7 oder so. Also ganz
grob. Und vom Lernaufwand war es noch unausgewogener weil man in
Didaktik eigentlich immer ohne Lernen mittelmäßig bestanden hat.
Ich muss da aber die Didaktiker in Schutz nehmen, die sind sehr bemüht
und machen gute Arbeit. Die Einteilung wieviele Punkte es für was gibt
und was verpflichtend belegt werden muss geschieht an anderer Stelle.
Michael S. schrieb:> weil er ein Thema umständlich erklärt hat.
Mit Sorge musst eich vernehmen, dass unsere Jüngste etwas von
Schwierigkeiten mit "unvernünftigen" Zahlen erzählte. Durch etwas
Recherche kam ich darauf, dass sie "irrationale" Zahlen meinte. Als ich
ihr sagte, dass diese "Übersetzung" doch etwas allzu wörtlich und hier
sowieso falsch sei, meinte sie, das käme von ihrem Lehrer. Den dann bei
nächster Gelegenheit darauf angesprochen erwiderte er, dass das doch nur
als Witz gemeint gewesen sei... :-O
Ich musste ihm dann mit Nachdruck deutlich machen, dass der Witz bei den
Adressaten offenbar nicht so richtig ankam.
Oh in Mathe richtig gruselig fand ich ja gemischte Brücke, also sowas
wie
man lernt als Schüler immer dass man einen Malpunkt weglassen kann aber
hier wird ein Summenzeichen weggelassen. Wieso unterrichtet man sowas?
Kann diese Schreibweise nicht man sterben gehen?
-gb- schrieb:> Wieso unterrichtet man sowas? Kann diese Schreibweise nicht man sterben> gehen?
Vermutlich weil es umgangssprachlich nach wie vor oft benutzt wird.
Oder sagst Du "Ich war zwei Komma fünf Tage in München"? Doch wohl eher
zweieinhalb.
Stimmt, das hatte ich nicht bedacht. Aber muss man auch damit rechnen?
Man könnte doch verlangen, dass man es wenn man damit rechnen möchte das
vorher umrechnet oder eben anders hinschreibt. Z. B. als 2+1/3. Also die
Schreibweise stört mich, da muss ein + rein.
Lothar M. schrieb:> Michael S. schrieb:>> weil er ein Thema umständlich erklärt hat.> Mit Sorge musst eich vernehmen, dass unsere Jüngste etwas von> Schwierigkeiten mit "unvernünftigen" Zahlen erzählte. Durch etwas> Recherche kam ich darauf, dass sie "irrationale" Zahlen meinte. Als ich> ihr sagte, dass diese "Übersetzung" doch etwas allzu wörtlich und hier> sowieso falsch sei, meinte sie, das käme von ihrem Lehrer. Den dann bei> nächster Gelegenheit darauf angesprochen erwiderte er, dass das doch nur> als Witz gemeint gewesen sei... :-O>> Ich musste ihm dann mit Nachdruck deutlich machen, dass der Witz bei den> Adressaten offenbar nicht so richtig ankam.
Dafür kann der Lehrer aber nix. Bei den anderen Schülern ist der
sicherlich richtig angekommen. Stand bestimmt schon x-Mal "irrational"
and der Tafel und im Buch. Den Witz hat unserer Mathelehrer damals auch
gebracht, das hat keiner missverstanden.
Und genau deshalb gehört das verboten. Also nicht falsch verstehen, die
Sprechweise kann man ja dulden, aber sobald das hingeschrieben wird muss
das ein + stehen oder eben alles als ein Bruch.
> Das sportliche Betätigung für's Wohlbefinden eine Rolle spielt,> bestreitet sicher niemand,
Stimmt, ich fühlte mich dadurch beschissen weil Sport in der Schule für
mich der reinste Horror war - und ich war damit nicht alleine.
Da frage ich mich welchen Sinn Sport in der Schule hat.
Zu diesem Thema wurde hier
Beitrag "Schulreform - Sportunterricht"
schon alles gesagt.
Etwa 10 Jahre nach meinem Abi habe ich dann mit Sport angefangen, vorher
hat mir der Schulsport alle Motivation genommen.
Noch schlimmer ist Kunst und Musik. Wozu sowas in der Schule? Zum Glück
konnte ich diesen Unsinn nach der 10. oder 11. abwählen. Kostete nur
Zeit, die dann fehlte um für Mathematik, Physik und Chemie zu lernen.
Ist ja leider so, wenn man Mathe und Physik als Leistungskurs hat, muss
man für Deutsch die meiste Zeit aufwenden. Wieso soll man sich dann noch
durch Kunst und Musik nötigen lassen? Die meisten Schüler in meinem
Gymnasium liesen ihre Bilder ja auch gegen Bezahlung von anderen
Schülern teilweise aus anderen Schulen malen. Oder von ihren Eltern oder
irgendjemanden aus der Verwandtschaft. Was bringt das also? Viele sind
zum Malen eben nicht begabt. So kommt es vor dass manche wegen Kunst,
Musik und Deutsch vom Gymnasium fliegen. Womit wir beim nächsten Punkt
wären, dem Deutschunterricht. Ich halte das Fach für notwendig. Aber
bitte nicht so. Geschätzt 90% der Abiturienten haben durch diesen
Deutschunterricht von deutscher Rechtschreibung und deutscher Grammatik
keine Ahnung. Für eine gute Note zählt ja nur die Seitenzahl die man
abgibt. Inhalt zählt wenig, Rechtschreibung zählt weniger. Wenn man dann
den Lehrer fragt, welche inhaltlichen Punkte fehlen um die schlechte
Note zu begründen, kommen solche Sprüche wie "4 Seiten reichen nur für
eine 4".
Michael S. schrieb:> Ich sehe das größte Problem darin, dass eine große Anzahl der> Mathe- u. Physiklehrer u. Proffessoren zwar das fachliche Wissen haben,> didaktisch aber "unter aller Sa_" sind.>> Ich selbst hatte in Mathe zwar fachlich nie Probleme, hatte aber mit> jeden zweiten Lehrer in Schule/Studium meine Dispute,> weil er ein Thema umständlich erklärt hat.
Ich hatte mit Mathe- und Physiklehrern die wenigsten Probleme. Die
Lösungen der Aufgaben waren eindeutig und die Bewertungen somit fair.
Anders in den Laberfächern.
-gb- schrieb:> (...) oder sich die Welt in> Pseudowissenschaften zu erklären. Kupferspiralen gegen Handystrahlen> hängen sich da die Leute für viel Geld in die Bude.
Von Kupferspiralen zur GSM-Neutralisation habe ich bislang noch nichts
gehört, obwohl mir vieles aus der bizarren Esoterik-Welt durchaus
bekannt ist.
Falls vorhanden, kann die Tochter bzw. Enkelin sicherlich den üblichen
Verwendungszweck (und Anwendungsort) einer Kupferspirale benennen.
:-D
Dipl.-Ing. schrieb:> Ich hatte mit Mathe- und Physiklehrern die wenigsten Probleme. Die> Lösungen der Aufgaben waren eindeutig und die Bewertungen somit fair.> Anders in den Laberfächern.
Dafür hapert es bei dir ganz offensichtlich an der Lesekompetenz. Den
Beitrag, den du zitierst hast du offenbar nicht verstanden.
Lothar M. schrieb:> Ich musste ihm dann mit Nachdruck deutlich machen, dass der Witz bei den> Adressaten offenbar nicht so richtig ankam.
Dann hat ihn Deine Tochter nicht verstanden. An so einem "Witz" ist
sicherlich nichts auszusetzen, weil der Lehrer garantiert den
richtigen Begriff eingeführt hat. An machen Stellen ist Unterricht,
meist bedingt durch den gerade zu unterrichtenden Inhalt, halt etwas
trocken (oh, wie spannend sind irrationale Zahlen aus Schülersicht) und
soll durch solche Gags etwas aufgelockert werden.
Wenn Deine Tochter den Witz nicht versteht, dann hat sie wohl schon
längere Zeit nicht aufgepasst.
Gustl B. schrieb:> Stimmt, das hatte ich nicht bedacht. Aber muss man auch damit rechnen?> Man könnte doch verlangen, dass man es wenn man damit rechnen möchte das> vorher umrechnet oder eben anders hinschreibt. Z. B. als 2+1/3. Also die> Schreibweise stört mich, da muss ein + rein.
Nö bei der Schreibweise eben nicht. Das ist vielleicht mal eine Sache
die man lernen muß, obwohl ich mit dieser Schreibweise nie Probleme
hatte.
Zeno
Dipl.-Ing. schrieb:> Noch schlimmer ist Kunst und Musik. Wozu sowas in der Schule? Zum Glück> konnte ich diesen Unsinn nach der 10. oder 11. abwählen.
Unsinn ist es nicht. Für die Allgemeinbildung ist es schon gut und Musik
und Kunst gehören schon zum Leben mit dazu. Kunst z.B. ist ja nicht nur
Malerei sondern kann viele Facetten haben.
Ich bin aber der Meinung, daß man beispielweise Malen nicht mit Noten
bewerten sollte, denn das ist definitiv eine Frage des Talentes. Ebenso
verhält es sich mit Singen oder auch dem Spielen eines Instrumentes.
Allerdings gibt es in beiden Fächern auch Faktenwissen und das kann man
schon benoten. Klar finden das die meisten nicht toll, aber so etwas
kann oder besser muß man pauken wie z.B. Geschichtsdaten.
Mir hat auch nicht alles Spaß gemacht, aber danach wurde ich nicht
gefragt. Abwählen konnten wir auch nichts - es gab einen Lehrplan und
der war Gesetz. Eine Wahlmöglichkeit hatten wir in der 11./12. Klasse :
Musik oder Kunst.
Damals fand ich das auch ätzend, aber im Nachhinein muß ich sagen etwas
kulturelle Bildung hat nicht geschadet.
Wir hatten auch mal solche Fächer wie Nadelarbeit. Fand ich auch nicht
toll, aber dafür bekomme ich heut auch mal einen Knopf angenäht.
Zeno
Dipl.-Ing. schrieb:> Für eine gute Note zählt ja nur die Seitenzahl die man> abgibt.
Nö bei uns standen unter einem Aufsatz 4 Noten:
Inhalt
Form
Rechtschreibung/Grammatik
Gesamtnote (max. 1 Note besser als die schlechteste der 3 Teilnoten
mit einer Ausnahme Inhalt=5 (=Thema komplett verfehlt) >> Gesamtnote
5)
Zeno
Zeno schrieb:> Nö bei uns standen unter einem Aufsatz 4 Noten:> Inhalt> Form> Rechtschreibung/Grammatik> Gesamtnote (max. 1 Note besser als die schlechteste der 3 Teilnoten> mit einer Ausnahme Inhalt=5 (=Thema komplett verfehlt) >> Gesamtnote
Interessant. In welcher Schule war das und in welchem Jahr ungefähr.
Also ich kenne keine Schule wo das so gehandhabt wird.
Zeno schrieb:> Ebenso> verhält es sich mit Singen oder auch dem Spielen eines Instrumentes.> Allerdings gibt es in beiden Fächern auch Faktenwissen und das kann man> schon benoten. Klar finden das die meisten nicht toll, aber so etwas> kann oder besser muß man pauken wie z.B. Geschichtsdaten.
Ein Instrument kann jeder lernen. Was natürlich nicht heißt, dass jeder
zum Meister werden kann. Aber so etwas wurde bei uns schonmal gar nicht
angeboten. Malen und Singen hingegen kann nicht jeder lernen.
Geschichtsdaten kann man lernen, sind für die Schule aber leider kaum
relevant weil nur die Interpretation von Quellen und die Wiedergabe der
Meinung des Lehrers zählt. Heutzutage weiß doch kein Schüler mehr wann
der 30jährige Krieg war, nur als Beispiel. Zu meiner Schulzeit wusste es
auch keiner.
Dipl.-Ing. schrieb:> Interessant. In welcher Schule war das und in welchem Jahr ungefähr.> Also ich kenne keine Schule wo das so gehandhabt wird.
Vor gut 40 Jahren im Osten der Republik.
Valor schrieb:> Heutzutage weiß doch kein Schüler mehr wann der 30jährige Krieg war>> oder wie lange er gedauert hat.
<Ironie> 10 Jahre? </Ironie>
Zeno
Dipl.-Ing. schrieb:> Geschichtsdaten kann man lernen, sind für die Schule aber leider kaum> relevant weil nur die Interpretation von Quellen und die Wiedergabe der> Meinung des Lehrers zählt.
Wir mußten schon Jahreszahlen lernen und das wurde auch abgefragt -
grauselig, auswendig lernen.
Ja und bestimmte Geschichtsereignisse mußten wir auch interpretieren und
ja da war es schon gut, wenn man da die Meinung des Lehrers kannte.
War in Kunst auch nicht anders, wenn es hieß ein Bild interpretieren.
Trotz dieser Widrigkeiten halte ich Kunst und auch unsere Geschichte für
wichtig.
Zeno
Zeno schrieb:> Nö bei der Schreibweise eben nicht. Das ist vielleicht mal eine Sache> die man lernen muß, obwohl ich mit dieser Schreibweise nie Probleme> hatte.
Ich hatte damit selbst auch keine Probleme, aber finde das nicht ok,
dass man sowas unterrichtet. Und wenn man es unterrichtet, sollte man
dazusagen, dass es das zwar gibt, aber dass man es möglichst nicht
verwenden sollte.
Und ja, natürlich gerade bei der Schreibweise sollte man das +
schreiben. Bei der Sprechweise ist meist eindeutig klar dass da ein +
weggelassen wurde, aber berechne doch mal
was ist da das Ergebnis? Ohne Kontext ist da nichts klar. Ich versuche
in Praktika mit Studenten immer alles zu vermeiden was unnötig verwirren
könnte, und genau sowas gehört da dazu.
Gustl B. schrieb:> Und ja, natürlich gerade bei der Schreibweise sollte man das +> schreiben. Bei der Sprechweise ist meist eindeutig klar dass da ein +> weggelassen wurde, aber berechne doch mal .....
7,33333333333......
Zeno
Zeno schrieb:> 7,33333333333......
Das stimmt für den Fall, dass da ein + weggelassen wurde. In der Mathe
kann man aber auch den Malpunkt weglassen wie in y=2x. Ja Du hast recht,
zwischen zwei Zahlen macht man das üblicherweise nicht. Aber bedeutet
das auch, dass man das nicht darf?
Gut normale Zahlen wie 12 heißt ja uch nicht 1+2 und auch nicht 1*2
sondern 1*10+2. Dann wäre
was aber auch keinen Sinn macht, wobei ... in einem Stellenwertsystem,
müssen da immer ganze Zahlen an jeder Stelle stehen? Könnte man 50
(dezimal) nicht auch als
schreiben? Klar hab ich noch nie gesehen aber gibt es irgendwo harte
Gesetze innerhalb der Mathe was erlaubt ist und was nicht?
Zur Zeit ist Lehramt für Grund- und Mittelschulen der große Renner.
Erforderlicher Notenschnitt besser als 3,6
Dieses "Studium" könnte man auch locker neben einer
Vollzeitberufstätigkeit machen; VHS-Niveau.
Z. B. Start in Bayern A12 Stufe 5, am Anfang 6 Wochen Ferien, danach
jährlich 14 Wochen.
Jo S schrieb:> Dieses "Studium" könnte man auch locker neben einer> Vollzeitberufstätigkeit machen;
Inhaltlich kann sein und kommt wohl auf die Fächer an und das was man
schon kann, aber da gibt es einige Veranstaltungen wie Praktika mit
Anwesenheitspflicht.
genervt schrieb:> Das werden jetzt wieder ein paar für "Disneyland" halten, aber haben> will den Job dann doch keiner.
Warum auch?
Mittelschule ist in Bayern der neue Name für Hauptschule. Wer die
Möglichkeit hat qualifiziert sich mit geringem Mehraufwand als Lehrer an
Realschulen oder Gymnasien statt es anzustreben an einer Hauptschule mit
A12 ohne Beförderungsmöglichkeit zu versauern.
Unabhängig von der Beförderungsmöglichkeit unterrichtet man ein
leichteres Publikum. Mit den Flüchtlingen wird der Job in der
Hauptschule in den nächsten Jahren nicht einfacher. Die Flüchtlinge sind
laut der aktuellen Prognose das Bayerischen Kultusministeriums zum
Lehrerbedarf der Hauptgrund für einen prognostizierten Mangel an Lehrern
in dem Bereich.
Just my 2 cents:
Zeno schrieb:> Ich bin aber der Meinung, daß man beispielweise Malen nicht mit Noten> bewerten sollte, denn das ist definitiv eine Frage des Talentes. Ebenso> verhält es sich mit Singen oder auch dem Spielen eines Instrumentes.
Vielleicht ist der Unterschied aber auch, dass man in diesem Kulturkreis
wesentlich früher mit einer musischen/ künstlerischen Ausbildung
beginnt. Während sich das Interesse für E-tech, Physik,... eher später
entwickelt, werden diese künstlerischen Fächer oft schon in der Kindheit
gezielt gefördert.
Die meisten Musiker die an einer deutschen Hochschule zum Studium
zugelassen(!) werden, haben im Vergleich zu anderen Studiengängen
bereits eine Berufsausbildung hinter sich. Entsprechende Aufnahmetests
sind in naturwissenschaftlichen-/MINT-Fächern undenkbar.
Persönlich (mein Erfahrunngshorizont umfasst Musikhochschule,
Fachhochschule und nun Fernuni) finde ich es interessant, dass mein
(Ing)Studium den Eindruck macht sich mit hochkomplexen und überlegenen
Sachverhalten auseinanderzusetzen, während man an vielen Stellen im
Grunde Jahrhunderte nur alte Überlegungen einübt (Fourier, Gauß,
Induktion, ...). Der "kreative" Teil der mich zum Studium motiviert,
kommt - wenn überhaupt - eher in den späteren Semestern vor.
Wochenlang Stücke einzuüben hat für mich in dem selben Maße mit Kunst zu
tun, wie ich einen Mathematiker als talentiert bezeichnen würde, der die
Lösungsschritte zum Gaußverfahren versucht auswendig anzuwenden.
Henry G. schrieb:> Dafür kann der Lehrer aber nix. Bei den anderen Schülern ist der> sicherlich richtig angekommen.
Augenscheinlich nicht.
Schalltot schrieb:> Lothar M. schrieb:>> Ich musste ihm dann mit Nachdruck deutlich machen, dass der Witz bei den>> Adressaten offenbar nicht so richtig ankam.> Dann hat ihn Deine Tochter nicht verstanden. An so einem "Witz" ist> sicherlich nichts auszusetzen, weil der Lehrer garantiert den richtigen> Begriff eingeführt hat.
Sicher. Er hat es ja auch nicht so "gemeint".
Aber auch wenn er vielleicht von jedem Mathelehrer seit Erfindung der
irrationalen Zahlen gemacht wird: es ist ein blöder Witz. Es ist aus
edukativer Sicht nicht besonders schlau, jemandem, der evtl. von vorn
herein keine extreme Affinität zur Mathematik hat, zu erzählen, Zahlen
seien irgendwie "unvernünftig". Wenn einem Lehrer kein besserer "Witz"
einfällt, dann sollte er seinen Unterricht besser "trocken" machen...
> Wenn Deine Tochter den Witz nicht versteht, dann hat sie wohl schon> längere Zeit nicht aufgepasst.
Ja, seis drum. Die maximal erreichbaren 15 Punkte hat sie trotzdem.
Hallo Schaltttot.
Schalltot schrieb:> Wenn Deine Tochter den Witz nicht versteht, dann hat sie wohl schon> längere Zeit nicht aufgepasst.
Kommt darauf an. Kinder sind im allgemeinen erst ab ca. 10 Jahren in der
Lage, sowas wie Ironie zu verstehen.
Wenn Du früher mit solchen Witzen kommst, überforderst Du die meisten.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Henry G. schrieb:> Lothar M. schrieb:>> Michael S. schrieb:>>> weil er ein Thema umständlich erklärt hat.>> Mit Sorge musst eich vernehmen, dass unsere Jüngste etwas von>> Schwierigkeiten mit "unvernünftigen" Zahlen erzählte. Durch etwas>> Recherche kam ich darauf, dass sie "irrationale" Zahlen meinte. Als ich>> ihr sagte, dass diese "Übersetzung" doch etwas allzu wörtlich und hier>> sowieso falsch sei, meinte sie, das käme von ihrem Lehrer. Den dann bei>> nächster Gelegenheit darauf angesprochen erwiderte er, dass das doch nur>> als Witz gemeint gewesen sei... :-O> Dafür kann der Lehrer aber nix. Bei den anderen Schülern ist der> sicherlich richtig angekommen. Stand bestimmt schon x-Mal "irrational"> and der Tafel und im Buch. Den Witz hat unserer Mathelehrer damals auch> gebracht, das hat keiner missverstanden.
Kinder verstehen bis etwa 12 Jahre keine Ironie oder dergleichen. Das
kann das Gehirn einfach noch nicht. Wenn der Lehrer dauernd von
unvernünftigen Zahlen quatscht ist Unverständnis seitens der Kinder
angebracht-und der Lehrer gehört erst gemaßregelt und dann auf
(Fort)-Bildung geschickt.
Dipl.-Ing. schrieb:> Geschichtsdaten kann man lernen, sind für die Schule aber leider kaum> relevant weil nur die Interpretation von Quellen und die Wiedergabe der> Meinung des Lehrers zählt. Heutzutage weiß doch kein Schüler mehr wann> der 30jährige Krieg war, nur als Beispiel. Zu meiner Schulzeit wusste es> auch keiner.
Bei uns im Studium (Wahlfach zum Thema aktuelle Probleme der
Finanzwirtschaft) hat der Dozent kurz gefragt, wie lange es unser
Grundgesetz schon gibt. Auch wenn ich die exakte Jahreszahl nicht wußte
war ich schockiert, daß sich jemand meldete und mit dem Unterton der
Vermutung irgendwas von Kaiserzeit erzählte.
Dipl.-Ing. schrieb:> Zeno schrieb:>> Nö bei uns standen unter einem Aufsatz 4 Noten:>> Inhalt>> Form>> Rechtschreibung/Grammatik>> Gesamtnote (max. 1 Note besser als die schlechteste der 3 Teilnoten>> mit einer Ausnahme Inhalt=5 (=Thema komplett verfehlt) >> Gesamtnote>> Interessant. In welcher Schule war das und in welchem Jahr ungefähr.> Also ich kenne keine Schule wo das so gehandhabt wird.
Kenne ich auch...war vor 10-20 Jahren, im Osten der Republik. :)
Jo S schrieb:> Zur Zeit ist Lehramt für Grund- und Mittelschulen der große Renner.>> Erforderlicher Notenschnitt besser als 3,6> Dieses "Studium" könnte man auch locker neben einer> Vollzeitberufstätigkeit machen; VHS-Niveau.> Z. B. Start in Bayern A12 Stufe 5, am Anfang 6 Wochen Ferien, danach> jährlich 14 Wochen.
Wenn du ein scheiß Lehrer sein willst-ja, dann hast du 14 Wochen im Jahr
frei und arbeitest nur halbtags.
Wenn du ein fähiger Lehrer sein willst hast du mehr als 8h täglich zu
schaffen (vor allem am Anfang, für spätere Klassen kannst du bereits
vorbereitetes Material wiederverwenden) und bist auch in den Ferien
öfter mal beschäftigt.
Wenn du dann noch an einer Assischule in einer Assigegend (manche sagen
auch sozialer Brennpunkt) angestellt bist, Traumjob.
Ach ja, und gewisse Bundesländer entlassen die Lehrer vor den
Sommerferien und stellen sie hinterher wieder ein...dann bist du jedes
Jahr sechs Wochen arbeitslos.
Und nochwas zum Thema Gammelberuf Lehrer:
Ich will sehen wie du in Fächern wie Psychologie, Linguistik, usw. dich
nebenberuflich bilden willst. Wenn du ein guter Lehrer sein willst (und
da brauchst du dann weitaus mehr, als du es in den Vorlesungen serviert
bekommst), kommt da ganz schön was auf dich zu.
Ich verstehe nicht, wie man ein Lehramtsstudium auf den zu vermittelnden
Stoff reduzieren kann...naja, das Niveau der Masse wohl.
Wühlhase schrieb:> Ich verstehe nicht, wie man ein Lehramtsstudium auf den zu vermittelnden> Stoff reduzieren kann...naja, das Niveau der Masse wohl.
Zuerst mal, weil der Beruf meist aus Verlegenheit, nicht aus Berufung
gewählt wird. Dann weil die "Stoff"-Studienfächern für Lehramtsstudenten
abgeschwächt werden. Es muss ja nicht sein dass ein zukünftiger
Mathelehrer "richtige" Mathematik lernt.
Nicht zu vergessen, weil der andere Teil des Studiums, die
Erziehungswissenschaften, die Didaktik usw., also das Lehren lernen,
nicht funktioniert.
Alle paar Jahre wird in diesen "Wissenschaften" eine neue Sau durchs
Dorf getrieben. Angeblich durch wissenschaftliche Studien gestützt, die
meist jedoch nur die Privatmeinung eines Professors ist und auf seiner
Ideologie beruht. Einem Professor der selber seit seiner Schulzeit keine
Schule mehr von Innen gesehen hat.
Aufgrund solcher unwissenschaftlicher Erkenntnisse werden Dogmen
formuliert, wird reformiert und geändert. Dann wird mit ungeheurer
Inbrunst verkündet, dass man DAS jetzt so macht.
Dem mit der Berufung und der Berufswahl würde ich widersprechen.
Allerdings hast du Recht, was die akademischen Säue angeht...da wird in
der Tat viel Mist produiert bzw. Daseinsberechtigungen produziert die es
eigentlich nicht geben sollte. Fähige Lehrer/Lehramtsstudenten
durchschauen sowas recht fix. Und spätestens im Praktikum wird der Mist
wieder aus den Köpfen ausgetrieben. Vermutlich ist es genau dafür da...
Altstudent schrieb:> "Angehende Grundschullehrer können kein Mathe"> Was ist da los?
Anekdote: Meine Grundschullehrerin in der DDR/Nachwendezeit lehrte wie
damals üblich Mathe, Deutsch (mündlicher und schriftlicher Ausdruck,
Rechtschreibung und Grammatik, Lesen, Schreiben, Heimatkunde) und ein
drittes Fach (in ihrem Fall Schulgarten). Vor einigen Jahren habe ich
sie zum Kaffeekränzchen getroffen und sie wollte meine Diplomarbeit
sehen - haufenweise Mathe. Das fand sie toll. Über ihren eigenen Sohn
sagte sie "Der studiert irgendwas Sozialwissenschaftliches, keine
Ahnung, verstehe ich nicht, ist nur Gerede und Geschreibe.". :P
Solche Frauen wirst Du heutzutage bzw. im Westen allgemein kaum noch
treffen, weil
1. Mädchen nicht systematisch auf Mathematik orientiert werden, sondern
denen zehn Jahre lang in der Schule erzählt wird, daß sie zu dumm dafür
sind
2. Mädchen inzwischen kein Interesse mehr an der unmittelbaren Materie
haben, sondern einfach "irgendwas mit Kindern" machen wollen
3. Mathematik generell unserer Gesellschaft als totaler Kack gilt und
seit dem Kriegsende auch entsprechend behandelt wurde. Das Abitur West
war traditionell immer mathefern und vor allem das Kurssystem
eliminierte jedwede Mindestzwänge und -standards. Erst seit neuestem
gibt es in den alten Bundesländern ein Umdenken und ein "revival" von
"Mathe ist Pflichtfach".
4. Die mathematischen Inhalte des Grundschullehrerstudiums heutzutage
sind total theoretisch, berufsfremd, anschauungsfern und überzogen;
meine Klassenlehrerin hat mir mal ihr Studienmaterial von damals gezeigt
und das war auch nicht ohne, aber gewiß kein verkopftes 10semestriges
Studium in Hardcore-Mathematik und Erziehungswissenschaften, sondern
vielleicht 3-4 entschärfte Semester Mathediplom. Sie meinte, im Fokus
der Ausbildung zur "Lehrerin für die unteren Klassen" stand "Wie muß man
lehren, damit die Kinder lernen?", also Methodik, nicht Didaktik.
Handwerk, nicht Kunst. (Finnland hat diesen Ansatz zum Schreck unserer
Erziehungswissenschaftler übernommen.)
Die fachlichen Inhalte waren genügend, um 1. nie während des 40jährigen
Arbeitslebens in die Bredouille zu geraten, 2. den Kindern nichts
Falsches zu vermitteln und 3. immer mehrere Schritte voraus zu sein bei
den typischen Anforderungen des DDR-Matheunterrichts (Gleichungen ab
Klasse 1, Geometrie ab Klasse 1, Gleichungssysteme ab Klasse 2,
Zehnerpotenzen in Klasse 3, Vektoren in Klasse 4, die natürlichen Zahlen
als Folge in Klasse 4).
5. Die heutigen Lehrerinnen sind zu fokussiert; in der Grundschule
sollte man ohne Probleme 3 Fächer abdecken können, stattdessen machen
viele nur 1 Fach. Kein Wunder, daß das Studium auf Universitätsniveau
hochgeschraubt wird, denn irgendwie muß die Zeit ja gefüllt werden. Das
ist etwas polemisch dargestellt, trifft aber auf 9 von 10
Grundschullehrerinnen zu, zumindest in Sachsen.
6. Die Studienplätze werden nicht ausreichend zulassungsbeschränkt und
die Fächerkombinationen werden nicht genügend gesteuert. Der Staat
bildet aus unerfindlichen Gründen mehr Lehrer aus, als gebraucht werden.
Zulassungen für Kombinationen wie Deutsch-Geschichte müßten langfristig
eigentlich massiv herabgesetzt werden, so daß die Studenten von alleine
draufkommen, etwas anderes zu wählen. Für Grundschullehrerinnen sollten
Mathe und Deutsch ohnehin Pflichtfach sein, denn das sind die
wesentlichen Fächer in den ersten vier Klassen.
Am Ende sind die Lehramtsstudenten die Doofen, weil auch gute Noten
teilweise nicht gut genug sind, sondern die Kultusministerien abstruse
Einstellungsvoraussetzungen haben. Schlußendlichmuß man konstatieren,
daß der zweiphasige Studienaufbau (Studium+Referendariat) und das
Ausbildungsziel Polyvalenz gescheitert sind, und dieser Ansatz keine
genügend guten Lehrer für den Berufsalltag produziert.
aGast schrieb:> Warum ist Berlin chronisch Pleite? Wieviel ist in Berlin 1+1?> Frage über Fragen.
In Berlin vermutlich rund 2, jedenfalls näher dran als Baden-Württemberg
bei Stuttgart 21.
Jack schrieb:> Wenn der Trend so weitergeht, dann haben wir in ein paar Jahren das von> vielen Erziehungsspezialisten so hochgelobte Einheitsschulsystem. Wie> "gut" das läuft kann man in den USA beobachten.
Was für ein grober Unfug. Die USA haben kein Einheitsschulsystem,
sondern das blanke Gegenteil: ein bis zum Exzeß ausdifferenziertes
Kurssystem, also das, wovon in Westdeutschland selbst von Konvervativen
seit den 60ern geträumt wird. Es gibt dort vielerorts seit Jahrzehnten
nicht einmal mehr Klassen wie bei uns, sondern nur noch Kursgruppen.
Joe G. schrieb:> Gustl B. schrieb:>> Aber muss man auch damit rechnen?>> Die Verwirrung wird noch größer, wenn man Variablen benutzt. Die> Schreibweise
> zeigt einen gemischten Bruch mit einer Addition zwischen der ganzen Zahl> und dem Bruch und die Schreibweise
> zeigt eine Multiplikation zischen der Variable a und dem Bruch :-(
Deswegen schreibt man die ganze Zahl in einem gemischten Bruch auch
WESENTLICH größer als die gebrochene Zahl. Deine LateX-Formatierung ist
daher falsch/irreführend.
Dipl.-Ing. schrieb:> Interessant. In welcher Schule war das und in welchem Jahr ungefähr.> Also ich kenne keine Schule wo das so gehandhabt wird.
Was Zeno schreibt, kann ich bestätigten. Das war in Sachsen noch bis in
die Mitt-2000er normal.
Der Prüfungsaufsatz der 10. Klasse der Mittelschule und des Gymnasiums
wurde bewertet mit
Inhalt
Ausdruck
Orthographie
Form (!)
Gesamtzensur.
Die Gesamtzensur könnte höchstens Inhalt + 1 sein. Keine kursive
Schreibschrift zu verwenden (Schulausgangsschrift,
https://de.wikipedia.org/wiki/Schulausgangsschrift), führte automatisch
zu einer Abwertung der Formzensur auf bestenfalls 3.
Der Prüfungsaufsatz der 12. Klasse bzw. 13. Klasse an technischen
Gymnasien wurde ähnlich bewertet, wobei für schlechte Form/unleserliche
Schrift höchstens 3 Notenpunkte abgezogen werden konnten. Die
Gesamtzensur des Aufsatzes ermittelte sich als 4 mal Inhalt + Ausdruck +
Orthographie geteilt durch 6.
Wie die Bewertungspraxis seit der Lehrplanreform Ende der 2000er und
seit dem Umbau der Abiturstufe aussieht, kann ich nicht beurteilen.
Ernsthaft? Sind wir jetzt schon soweit, dass die Schriftgröße
entscheidet was da steht? Weiter geht es dann mit der Font oder wie?
Stell dir vor als Lehrer musst du sowas korrigieren, was bedeutet dann
"wesentlich Größer"? Wo zieht man die Grenze? In der Mathe muss sowas
hart definiert sein, da muss man einen Parser für Fließtext schreiben
können der das eindeutig richtig interpretiert. Was dann
Umgangssprachlich draus gemacht wird ist was Anderes, aber sobald es
hingeschrieben wird muss das eindeutig sein.
Aber ... eigentlich könnte ich das ja mal versuchen beim nächsten
Examenstermin, möglichst viele gemischte Brüche verwenden und dann
gucken was der Korrektor draus macht.
Dipl.- G. schrieb:> 4. Die mathematischen Inhalte des Grundschullehrerstudiums heutzutage> sind total theoretisch, berufsfremd, anschauungsfern und überzogen;> meine Klassenlehrerin hat mir mal ihr Studienmaterial von damals gezeigt> und das war auch nicht ohne, aber gewiß kein verkopftes 10semestriges> Studium in Hardcore-Mathematik und Erziehungswissenschaften, sondern> vielleicht 3-4 entschärfte Semester Mathediplom. Sie meinte, im Fokus> der Ausbildung zur "Lehrerin für die unteren Klassen" stand "Wie muß man> lehren, damit die Kinder lernen?", also Methodik, nicht Didaktik.> Handwerk, nicht Kunst. (Finnland hat diesen Ansatz zum Schreck unserer> Erziehungswissenschaftler übernommen.)> Die fachlichen Inhalte waren genügend, um 1. nie während des 40jährigen> Arbeitslebens in die Bredouille zu geraten, 2. den Kindern nichts> Falsches zu vermitteln und 3. immer mehrere Schritte voraus zu sein bei> den typischen Anforderungen des DDR-Matheunterrichts (Gleichungen ab> Klasse 1, Geometrie ab Klasse 1, Gleichungssysteme ab Klasse 2,> Zehnerpotenzen in Klasse 3, Vektoren in Klasse 4, die natürlichen Zahlen> als Folge in Klasse 4).
In einigen Unis braucht man für Grundschullehramt(!!!) einen Schein in
höherer Mathematik. Inhaltlich durchaus mit dem ersten Matheschein für
Ingenieure oder Informatiker u vergleichen.
Hauptschullehrer mit dem Fach Physik müssen (gleiche Uni) übrigens
"Festkörperphysik 3" hören. In der Praxis dürfte Experimantalphysik 1+2
mehr als ausreichend sein...
Im Bereich Bildungswissenschaften/Didaktik wird dagegen zu 99% Heißluft
produziert.
Gustl B. schrieb:> Ernsthaft? Sind wir jetzt schon soweit, dass die Schriftgröße> entscheidet was da steht? Weiter geht es dann mit der Font oder wie?>> Stell dir vor als Lehrer musst du sowas korrigieren, was bedeutet dann> "wesentlich Größer"? Wo zieht man die Grenze?
Nö. Das lernt doch jeder in der Schule. Übliche Regel: Die ganze Zahl
ist ungefähr so groß wie die gebrochene Zahl.
Hier wird wieder über eine Nichtigkeit ein Faß aufgemacht...das ist die
wahre Sahne.
Angesichts der Lehrer, die ich bis zur Oberstufe erleben durfte, bin ich
der Meinung das Lehramtsstudium ist - zumindest was Fachwissen in
technischen Fächern angeht - noch viel zu einfach.
Wäre der Lehrerberuf besser bezahlt, würden vll. eher fähige Leute diese
Stellen besetzen.
lg, cr
Dipl.- G. schrieb:> Hier wird wieder über eine Nichtigkeit ein Faß aufgemacht...das ist die> wahre Sahne.
Das wollte ich eigentlich nicht. Es geht mir eben drum verwirrende Dinge
möglichst zu vermeiden und das war ein Beispiel dafür. Weil wenn man das
macht muss man als Lehrer erklären wieso man genau in diesem Fall ein +
weglassen darf, da fühle ich mich wie bei Latein das für mich als
Schüler nur aus Ausnhamen bestand.
Aber es gibt noch mehr solche Dinge, in der Physik z. B. Fachsprache.
Wenn man Kindern Physik erklärt, dann hat man eigentlich dauernd mit
Alltagsvorstellungen "Wolle ist wärmer als Eisen" zu tun. Daher finde
ich sollte man wenn immer möglich korrekte Sprache verwenden, z. B.
"Sehstärke" statt "Sehkraft" oder "Leistungsaufnahme" statt
"Stromverbrauch", ...
Dass Erwachene im Alltag darüber nicht nachdenken und einfach das sagen
was sie gewohnt sind ist mir klar, aber leider findet man solche
falschen Aussagen "Energieverbrauch" auch in Zeitungen/Fernsehsendungen
und selbst in Podcasts über Wissenschaft. Das macht einem als Lehrer das
Leben echt nicht einfacher.
Ich denke wenn die Gesellschaft besser gebildete Leute haben will, dann
kann sie da auch aktiv dran teilnehmen und das fördern. Aber gut, hier
zählt man halt als gebildet wenn man die alten Dichter und Denker
auswendig kennt. Gibt man in einer Gruppe ein Goethe Zitat falsch wieder
oder mittlerweile auch das eines moderneren Promis, so wird man sofort
darauf hingewiesen, redet man von Energieverbrauch so bleibt das
komplett unwidersprochen.
Gustl B. schrieb:> Dipl.- G. schrieb:>> Hier wird wieder über eine Nichtigkeit ein Faß aufgemacht...das ist die>> wahre Sahne.>> Das wollte ich eigentlich nicht. Es geht mir eben drum verwirrende Dinge> möglichst zu vermeiden und das war ein Beispiel dafür.
Verwirrend sind gemischte Brüche nur, wenn man an geistigem Leerlauf
leidet und anfängt, verkopft über die Welt nachzudenken.
Das Gehirn arbeitet deutlich pragmatischer, nämlich mit Mustererkennung.
Sehe ich eine gemischt-gebrochene Zahl, erkennt das Gehirn sofort den
Sachverhalt, weil visualisiert erlernt in der 5. Klasse.
Ich weiß nicht, wo hier das Problem ist und warum man bei so etwas ganze
Regelwerke oder gar die Algebra höchstselbt bemüht.
Für mich ist die Ausformung dieses Geisteszustandes total unangebrachte
Korinthenkackerei.
Es gibt Sachen, da muß man genau sein bis aufs Blut, und dann gibt es
Sachen wie gemischte Brüche, die vor allem hohe Alltagsbedeutung
genießen.
Im Laufe des Erwachsenwerdens lernt das Gehirn eigentlich, Wichtiges von
Unwichtigem zu unterscheiden, so daß das kindliche, ungefilterte
eidetische Gedächtnis fließend verschwindet.
Man fragt sich auch, ob Leute nichts Besseres zu tun haben, als sich
über SOLCHE Dinge Gedanken zu machen.
> Alltagsvorstellungen "Wolle ist wärmer als Eisen" zu tun
Wenn man Kinder vorsätzlich infantilisiert, mag das zutreffen.
So bescheuert hat jedenfalls nie jemand mit uns geredet. Anschaulichkeit
heißt eben nicht, daß man sein Gegenüber für dumm verkauft und in eine
Art Babysprech verfällt.
> wenn immer möglich korrekte Sprache verwenden, z. B.> "Sehstärke" statt "Sehkraft" oder "Leistungsaufnahme" statt> "Stromverbrauch", ...
Und daß in der Elektrotechnik die Stromrichtung falsch herum definiert
ist, ist also von untergeordneter Bedeutung? Hauptsache die Wörter!
Wenn Du wenigstens ein griffiges Beispiel genannt hättest, z.B. die
verhaßten Stundenkilometer oder Stromspannung...
> redet man von Energieverbrauch
Ich bin Energietechnikingenieur und sage so etwas auch. Man weiß, was
gemeint ist und das ist in der Alltagskommunikation akzeptabel.
Ich sage auch "Stromnetz" statt "verzweigtes Elektroenergiesystem", oder
"Stromzähler" statt "Wirkungleistungsmeter", oder "Hochspannungstechnik"
statt "Hochfeldtechnik".
Dipl.- G. schrieb:> Form (!)
Stimmt! Das war mir entfallen. Ich meine aber im Nachhinein die Formnote
hatte eine etwas geringere Wichtung. Genau weiß ich es aber nicht mehr -
der letzte Schultag ist bei mir knapp 40 Jahe her.
Zeno
Gustl B. schrieb:> Dass Erwachene im Alltag darüber nicht nachdenken und einfach das sagen> was sie gewohnt sind ist mir klar, aber leider findet man solche> falschen Aussagen "Energieverbrauch" auch in Zeitungen/Fernsehsendungen> und selbst in Podcasts über Wissenschaft. Das macht einem als Lehrer das> Leben echt nicht einfacher.>
Dem stimme ich nicht zu. Der Energiebegriff ist sehr abstrakt und nicht
trivial. Man muss oft einen sprachlichen Kompromiss finden, da sonst
keine Kommunikation miteinander möglich wäre.
Dass das Wort "Energieverbrauch" eine Falschaussage sein soll erreicht
eine neue Dimension. Sollen etwa Wörter wie "Energieverschwendung" oder
"Energiesteuer" verbannt werden, da sie falsch, unphysikalisch und
zweckentfremdet sind?
kopfschüttel
Denis N. schrieb:> Gustl B. schrieb:>> Dass Erwachene im Alltag darüber nicht nachdenken und einfach das sagen>> was sie gewohnt sind ist mir klar, aber leider findet man solche>> falschen Aussagen "Energieverbrauch" auch in Zeitungen/Fernsehsendungen>> und selbst in Podcasts über Wissenschaft. Das macht einem als Lehrer das>> Leben echt nicht einfacher.>>>> Dem stimme ich nicht zu. Der Energiebegriff ist sehr abstrakt und nicht> trivial. Man muss oft einen sprachlichen Kompromiss finden, da sonst> keine Kommunikation miteinander möglich wäre.>> Dass das Wort "Energieverbrauch" eine Falschaussage sein soll erreicht> eine neue Dimension. Sollen etwa Wörter wie "Energieverschwendung" oder> "Energiesteuer" verbannt werden, da sie falsch, unphysikalisch und> zweckentfremdet sind?>> *kopfschüttel*
Nicht verboten -Worte verbieten ist Bullshit-, es genügt dem der dies
benutzt klar zu machen das er Unsinn faselt und das so mancher auf diese
Weise auf falschen Ideen kommt. Beispielsweise das man einen Akku
wegwirft weil es heisst die "Batterie ist verbraucht" Oder die Batterie
ins Ladegerät legt, weil er die mit einem baugleichen Akku verwechselt.
Oder Hybrid-auto, in beidem Faällenn wird Brennstoff verbraucht,
trotzdem "verschwendet der Hybridantrieb weniger Energie"? Als Ingenieur
ist es wichtig die Begriffe richtig zu verwenden, denn nur so
versteht/"verinnerlicht" der Ing. die Naturprozesse und kann die Technik
effizient verbessert.
Zeno schrieb:> Dipl.- G. schrieb:>> "Stromnetz" statt "verzweigtes Elektroenergiesystem">> Waren das nicht Maschen und Knoten? Kirchhoff läßt grüßen.
"verknotetes Elektroenergiesystem"? :P
Daß ein elektrisches Netzwerk "vermascht" ist, ist ein Resultat von
Verzweigungen. :P
Deswegen lernt man in der Netzwerkanalyse auch zuerst die garstige
"Zweigstromanalyse" und hört von planaren Graphen, vollständigen Bäumen
etc.
Dipl.- G. schrieb:> Deswegen lernt man in der Netzwerkanalyse auch zuerst die garstige> "Zweigstromanalyse" und hört von planaren Graphen, vollständigen Bäumen> etc.
Du sägst gerade an dem dicksten Ast von dem vollständigen Baum, auf dem
Du sitzt.
:)
mfG Paul
> Dass das Wort "Energieverbrauch" eine Falschaussage sein soll erreicht> eine neue Dimension.
Na klar ist das eine, man muss deswegen das Wort nicht verbieten, das
fordere ich auch nicht, aber man sollte darüber nachdenken was man sagt.
Unter Erwachsenen die alle wissen wie etwas gemeint ist ist das
unproblematisch, aber bei Kindern halt oft nicht.
Lass doch mal Kinder hinmalen wie sie sich das vorstellen zwischen
Batterie und Lampe. Da wird oft erstmal nur ein Draht gemalt weil der
Strom fließt zur Batterie. Selbst viele Erwachsene glauben dass der
Strom durch beide Drähte zur Lampe fließt oder durch einen hin aber
nicht zurück.
Lass mal Erwachsene hinmalen wie eine Kugel weiterfliegt die vorher an
einer Schur im Kreis geschleudert wurde, dann aber losgelassen wird. Da
kommen großteils irgendwelche gebogenen Linien bei raus.
Ich sage nicht, dass man das alles komplett verhindern kann indem man
manche Aussagen in der Alltagssprache vermeidet, aber ich behaupte, dass
man eben etwas dadurch ändern könnte.
Hallo Gustl.
Gustl B. schrieb:> Ich sage nicht, dass man das alles komplett verhindern kann indem man> manche Aussagen in der Alltagssprache vermeidet, aber ich behaupte, dass> man eben etwas dadurch ändern könnte.
Ich denke, dass Du nichts verbesserst, indem Du die Sprache verbesserst.
Bei Computersprachen mag das noch hinkommen, aber bei von Menschen zur
Kommunikation benutzter Sprache setzt Du bestenfalls eine
Euphemismus-Tretmühle in Gang. ;O)
https://de.wikipedia.org/wiki/Euphemismus-Tretm%C3%BChle
Die Leute machen letztlich immer so weiter wie vorher. Das wirst Du nur
in Einzelfällen ändern können. Auch Manipulatoren können damit nur
Aktzente setzten, sie schwimmen damit aber letztlich auf einem Strom der
Masse, der schon vorher so dachte, nur nicht so aktzentuiert.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Gustl B. schrieb:> Selbst viele Erwachsene glauben dass der> Strom durch beide Drähte zur Lampe fließt oder durch einen hin aber> nicht zurück.
Das Leben, sagen wir die Lebensqualität, von Erwachsenen ist nicht
schlechter wenn sie nicht wissen wie der Strom fließt. Die Lampe
leuchtet trotzdem.
Sogar wir Fachleute können damit leben, dass wir mit einer technischen
Stromrichtung arbeiten, die der physikalischen entgegengesetzt ist.
> Lass mal Erwachsene hinmalen wie eine Kugel weiterfliegt die vorher an> einer Schur im Kreis geschleudert wurde, dann aber losgelassen wird. Da> kommen großteils irgendwelche gebogenen Linien bei raus.
Auch hier: Was solls? Auch bei dir lassen sich sicher Dinge finden die
du nicht korrekt erklären kannst.
Jack schrieb:>> Lass mal Erwachsene hinmalen wie eine Kugel weiterfliegt die vorher an>> einer Schur im Kreis geschleudert wurde, dann aber losgelassen wird. Da>> kommen großteils irgendwelche gebogenen Linien bei raus.>> Auch hier: Was solls? Auch bei dir lassen sich sicher Dinge finden die> du nicht korrekt erklären kannst.
Also nach unten gebogen ist die Linie auf jeden Fall mal....
Dipl.- G. schrieb:>> wenn immer möglich korrekte Sprache verwenden, z. B.>> "Sehstärke" statt "Sehkraft" oder "Leistungsaufnahme" statt>> "Stromverbrauch", ...>> Und daß in der Elektrotechnik die Stromrichtung falsch herum definiert> ist, ist also von untergeordneter Bedeutung? Hauptsache die Wörter!
In einer Definition gibt es kein falsch oder richtig, das gibt es nur
für Aussage/Sätze. Ein Definition kann mehr oder weniger zweckmäßig
sein.
Somit kann die Stromrichtung (von + nach - oder umgekehrt) auch nicht
falsch definiert sein, nur unzweckmäßig (technische versus physikalische
Stromrichtung).
http://www.frustfrei-lernen.de/elektrotechnik/stromrichtung-technisch-physikalisch.html
Cyblord -. schrieb:> Also nach unten gebogen ist die Linie auf jeden Fall mal....
Sicher? Eher einer zum oberen Scheitelpunkt nach oben verlaufender
Bogen.
(zzschzzong ... so klingt es wenn die Wortspaltaxt geschärft wird ;-))
Ordner schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> Also nach unten gebogen ist die Linie auf jeden Fall mal....>> Sicher? Eher einer zum oberen Scheitelpunkt nach oben verlaufender> Bogen.
Ich ging jetzt davon aus, die Kugel wird horizontal an einer Schnur im
Kreis gedreht und dann losgelassen.
Cyblord -. schrieb:> Ich ging jetzt davon aus, die Kugel wird horizontal an einer Schnur im> Kreis gedreht und dann losgelassen.
Hm, da könnte -vorausgesetzt der Wurf geschieht in der Luft- ein
Auftrieb entstehen bspw. durch den Bodeneffekt. Mögliche Kreiseleffekte
könnte man auch bedenken. Muss man mal die Herren Diskus- und
Hammerwerfer vergleichen.
Aber im Allgemeinen hast du schon reicht, irgendwann geht der Bogen
abwärts - zwangsläufig - egal ob man den Bogen raus hat oder nicht. ;-)
Ordner schrieb:> Aber im Allgemeinen hast du schon reicht, irgendwann geht der Bogen> abwärts - zwangsläufig - egal ob man den Bogen raus hat oder nicht. ;-)
Ich dachte eigentlich der Witz daran ist, der Bogen geht immer und
sofort abwärts.
Cyblord -. schrieb:> Ordner schrieb:>> Aber im Allgemeinen hast du schon reicht, irgendwann geht der Bogen>> abwärts - zwangsläufig - egal ob man den Bogen raus hat oder nicht. ;-)>> Ich dachte eigentlich der Witz daran ist, der Bogen geht immer und> sofort abwärts.
Hm und ich dachte der Witz liegt im Haarespalten ;-)
Zumindest hat ich so das posting formulieren wollen. Und wenn der Witz
dazu dient mal genauer hinzuschauen und mehr zu sehen als die luftleere
Modellgleichung:
Jack schrieb:> Das Leben, sagen wir die Lebensqualität, von Erwachsenen ist nicht> schlechter wenn sie nicht wissen wie der Strom fließt. Die Lampe> leuchtet trotzdem.
Richtig. Es geht ja auch darum, dass Kinder Zusammenhänge leichter
erlernen/begreifen, wenn sie zuvor nicht schon zuvor eine falsche
Vorstellung davon haben. Und diese Fehlvorstellungen kommen zum Teil
auch von Alltagssprache.
Wüsste ein Schüler einfach nichts zum Strom, dann wäre das oft besser
wie wenn der weiß dass Strom verbraucht wird. Weil diese Fehlvorstellung
muss erstmal überwunden werden. Das ist gar nicht so einfach weil wem
glaubt der Schüler mehr? Seinen Eltern, Leuten die im Fernsehn von
Stromverbrauch gesprochen haben, oder dem Lehrer der plötzlich dem allen
widerspricht und behauptet Strom würde gar nicht verbraucht?
Jack schrieb:> Auch bei dir lassen sich sicher Dinge finden die> du nicht korrekt erklären kannst.
Klar, aber ich versuche wenn ich das nicht kann zumindest nichts zu
sagen was nicht stimmt.
Gustl B. schrieb:> Lass doch mal Kinder hinmalen wie sie sich das vorstellen zwischen> Batterie und Lampe. Da wird oft erstmal nur ein Draht gemalt weil der> Strom fließt zur Batterie. Selbst viele Erwachsene glauben dass der> Strom durch beide Drähte zur Lampe fließt oder durch einen hin aber> nicht zurück.
Nicht alle. Manche hatten daheim auch einen kleinen Experimentierkasten.
Dann werden selbstverständlich 2 Drähte gemalt.
In der Schule wären kleinere Schülerexperimente im Unterricht meist
sinnvoll, interessant und lehrreich. Es gibt nur ein Problem: es mangelt
an Zeit, Material und an Personal (quantitativ, nicht qualitativ).
Mit einer unvollständigen Sammlung und einem Lehrer für 30 Schüler kommt
man eben nicht sehr weit. Selbst ein einfaches Schülerexperiment zum
Thema Serien- und Paralellschaltung (Material: 1 Batterie, 2 Glühlampen,
2 Schalter, Kabel) ist teilweise schon problematisch. Das ist Traurig,
aber ist halt so.
> Lass mal Erwachsene hinmalen wie eine Kugel weiterfliegt die vorher an> einer Schur im Kreis geschleudert wurde, dann aber losgelassen wird. Da> kommen großteils irgendwelche gebogenen Linien bei raus.
Das ist auch tückisch, weil wir uns im Schwerefeld der Erde bewegen. Da
gibt es in der Praxis wirklich eine Bogenförmige Flugbahn.
Das ganze in der Wagerechten funktioniert auch nur bedingt, weil es
zwischen Kugel und Boden ebenfalls Reibung gibt. Wirklich vorführen kann
man das eigentlich nur auf dem "Luftkissentisch" und den gibt es nur
sehr selten.
Jack schrieb:> Das Leben, sagen wir die Lebensqualität, von Erwachsenen ist nicht> schlechter wenn sie nicht wissen wie der Strom fließt. Die Lampe> leuchtet trotzdem.
Korrekt.
Es ist egal, ob ich Aufbau und Funktion eines menschlichen Auges kenne.
Es ist egal, ob ich eine Buche von einer Eiche unterscheiden kann.
Es ist egal, ob ich die Stromflussrichtung kenne.
Es ist egal, ob ich die Funktionsweise eines Benzinmotors kenne.
Es ist egal, ob ich eine Funktion itegrieren oder ableiten kann.
Es ist egal, ob ich Kopfrechnen kann, Taschenrechner sind billig!
Es ist egal, ob ich das "Heilige Römische Reich Deutscher Nationen"
kenne.
Es ist egal, ob ich schon mal was vom 30-jährigen Krieg gehört habe.
Es ist egal, ob ich schon mal den Götz von Berlichingen gelesen habe.
Es ist egal, ob ich einfache Grundlagen der Betriebswirtschaft kenne.
Es ist egal, ob ich die Zinsen eines Ratenkredits berechnen kann.
Es ist egal, ob ich Caesars De Bello Gallico im original lesen kann.
Es ist egal, ob ich den unterschied zwischen some und any (Englisch)
kenne.
es ist egal, ob ich die Funktionsweise des deutschen Gerichstssystems
kenne
Allerdings kennen kultivierte Menschen so etwas wie Allgemeinbildung.
Menschen ohne Allgemeinbildung Verkaffern.
Hallo Jack.
Jack schrieb:> Das Leben, sagen wir die Lebensqualität, von Erwachsenen ist nicht> schlechter wenn sie nicht wissen wie der Strom fließt. Die Lampe> leuchtet trotzdem.
Irgendwo müssen wir alle Mut zur Lücke im Wissen haben, die Welt ist zu
kompliziert.
Auf der anderen Seite: Es erleichtert das Lernen: Wissen verhält sich
beim Lernen wie eine Matrix, in die Du neues besser einordnen kannst,
bzw. Dich erinnern kannst, wenn die Nachbarplätze schon besetzt sind.
D. h. je mehr Du weisst, desto leichter verstehst Du neues (In der
Praxis gibt es viele viele Einschränkungen)
> Sogar wir Fachleute können damit leben, dass wir mit einer technischen> Stromrichtung arbeiten, die der physikalischen entgegengesetzt ist.
Naja, sobald ich mit Röhren zu tun habe, denke ich über diese Differenz
wieder nacht. ;O)
Nein, ich baue keine Nostalgieverstärker, sondern hatte bis vor wenigen
Jahren mit Röntgentöhren zu tun. ;O)
>> Lass mal Erwachsene hinmalen wie eine Kugel weiterfliegt die vorher an>> einer Schur im Kreis geschleudert wurde, dann aber losgelassen wird. Da>> kommen großteils irgendwelche gebogenen Linien bei raus.>> Auch hier: Was solls? Auch bei dir lassen sich sicher Dinge finden die> du nicht korrekt erklären kannst.
Richtig. Zuviele nach meinem Verständnis sogar.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Hallo Schreiber.
Schreiber schrieb:> Es ist egal, ob ich Aufbau und Funktion eines menschlichen Auges kenne.> Es ist egal, ob ich eine Buche von einer Eiche unterscheiden kann.> Es ist egal, ob ich die Stromflussrichtung kenne.> Es ist egal, ob ich die Funktionsweise eines Benzinmotors kenne.> Es ist egal, ob ich eine Funktion itegrieren oder ableiten kann.> Es ist egal, ob ich Kopfrechnen kann, Taschenrechner sind billig!> Es ist egal, ob ich das "Heilige Römische Reich Deutscher Nationen"> kenne.> Es ist egal, ob ich schon mal was vom 30-jährigen Krieg gehört habe.> Es ist egal, ob ich schon mal den Götz von Berlichingen gelesen habe.> Es ist egal, ob ich einfache Grundlagen der Betriebswirtschaft kenne.> Es ist egal, ob ich die Zinsen eines Ratenkredits berechnen kann.> Es ist egal, ob ich Caesars De Bello Gallico im original lesen kann.> Es ist egal, ob ich den unterschied zwischen some und any (Englisch)> kenne.> es ist egal, ob ich die Funktionsweise des deutschen Gerichstssystems> kenne
Für die einzelene Zeile oben stimmt es, aber für die Gesamtzahl der
Zeilen nicht.
Tatsächlich gibt es auch soetwas wie Transferdenken, wobei man dann
Ähnlichkeiten zwischen sehr unterschiedlichen Sachen erkennen kann, und
daraus abgeleitet, Problemlösungen finden kann.
Aber damit Transferdenken funktioniert, muss ein Grundwissen vorhanden
sein. Du kannst nicht alles Wissen, und für den einzelnen Fall ist es
vermutlich auch egal, ob Du ihn kennst oder nicht.
Wenn es aber zu viele Lücken werden, gehen Dir schnell die Ideen beim
Lösung suchen aus.
Wenn Du noch mehr Lücken hast, hast Du oft Probleme, ohne sie zu
bemerken. Du stellst sie erst fest, wenn alles zusammenbricht und alles
zu spät ist.
> Allerdings kennen kultivierte Menschen so etwas wie Allgemeinbildung.> Menschen ohne Allgemeinbildung Verkaffern.
Und schon ein doofes Beispiel. "Kaffer" ist ursprünglich eine
Bezeichnung von Muslims für Nichtmuslime. ;O)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kaffer
Auch Naturvölker haben Ihr Wissen. Den meisten geht es erst wirklich
schlecht, nachdem wir als Europäer mit dem Kolonialisieren angefangen
haben, und die dortigen Sozial- und damit die Bildungs-Strukturen
zerstört haben.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de