BMS schaltet Batterien ab, wenn Wechselrichter mit induktiver Last betrieben wird

OP #7514199
Lesenswert?

Hallo zusammen,

ich habe ein 12V System mit zwei 200 Ah LiFePO Batterien (Datenblatt im Anhang) von VEGA Engineering & Commerce und einem Votronic SMI 1700 ST-NVS 1700 W Wechselrichter (Datenblatt im Anhang).

Wenn ich ein Induktionskochfeld betreibe, schaltet sich das BMS der Batterien ein und schalten die Batterien für ca. 10 Sekunden aus. In verschiedenen Versuchen bei unterschiedlichen Temperaturen und unterschiedlich hoher Stromentnahme ist es früher oder später immer zum gleichen Ergebnis gekommen: Die Batterien schalten sich ab. Am Wechselrichter kann es nicht liegen, da habe ich schon verschiedene probiert.

Das Induktionskochfeld hat folgende Leistungsstufen: 300, 500, 800, 1000, 1200, 1400, 2000 Watt. Von 300 - 800 Watt schaltet das Kochfeld pulsierend. Das heißt es schaltet bei 500 Watt für 4 Sek. mit 1000 Watt ein und für weitere 4 Sek. aus. Ab 1000 Watt schaltet das Kochfeld nicht mehr pulsierend, sondern bleibt dauerhaft eingeschaltet. Aus der App der Batterie kann ich sehen, dass bei 1000 Watt ca. 60 A pro Batterie gezogen werden. Also 130 A, also ca. 1500 Watt. Laut Batterie-Datenblatt ist eine Dauerhafte Stromentnahme von 150 A möglich, also belaste ich die Batterie gerade einmal mit 40 Prozent der möglichen Stromentnahme.

Fraglich ist, warum sich die Batterie abschaltet und was ich dagegen tun kann.

Ich ziehe die Möglichkeit eines Kondensators in Betracht, den ich an den Wechselrichter schalte, um das 12 V Netz zu stabilisieren. Was meint ihr?

Danke und Gruß

Bernd

Angehängte Dateien:
#7514546
Lesenswert?

Bernd schrieb:

Laut Batterie-Datenblatt ist eine Dauerhafte Stromentnahme von 150 A möglich

  • Dauerentladestrom: Max 150A.
  • Kurzfristig Max Strom: 120A (8 Sek).

Da stimmt ja nun irgendwas nicht.

Fraglich ist, warum sich die Batterie abschaltet und was ich dagegen tun kann.

Neben dem Strom werden auch die Spannungen überwacht. Wenn es keine Überlastung ist, bleiben die Möglichkeiten:

  • Batterie leer (Ladezustandsanzeige in der App ggf. falsch)
  • Batterie defekt

Wenn es in der App möglich ist, lass dir die einzelnen Zellspannungen anzeigen (im Betrieb bei der maximalen Last, wo noch nicht abeschaltet wird) und überprüfe diese.

OP #7514565
Lesenswert?

Thomas B. schrieb:

Da stimmt ja nun irgendwas nicht.

Das stimmt, aber 150 A Dauerentnahmestrom sind bei LiFePO Batterien ja üblich.

  • Batterie leer (Ladezustandsanzeige in der App ggf. falsch)

Batterie leer kann nicht sein. Ich habe es mit mehreren SoC Ständen getestet. Ich kann mir die Zellspannungen anzeigen lassen. Auch diese waren iO. Nächste Woche werde ich es noch einmal ausführlich testen, indem ich die App tracke, mit einer Stromzange den Strom messe und sonstige Daten aufnehme. Die stelle ich dann hier ins Forum.

#7514573
Lesenswert?

"..reduziert sich bei gleicher Batteriekapazität (100 Ah) auf etwa 15-30 Minuten. Das heißt, dass große Verbraucher an einer zu kleinen Batterie zeitlich nur sehr begrenzt eingesetzt werden können."

Ist auch meine Erfahrung, ab 0,5C und größer kann man nicht mehr die rechnerischen Kapazität erreichen. Auch leiden die Akkus stark, d.h. nach jedem Zyklus sinkt die Kapazität deutlich ab. Ab 0,2C und kleiner kann man erst mit der Nennkapazität rechnen.

Wie auch gesagt wurde, der Querschnitt der Kabel von der Batterie zum Wechselrichter bestimmt ganz entscheidend die Verluste. Schweißkabel (70mm²) dürfte geeignet sein.

Wenn Kondensatoren was bringen sollen, dann aber die großen Dinger aus der Car-Audio Szene, ab 3F aufwärts. https://secure.sayal.com/STORE2/View_SHOP.php?SKU=243682

OP #7514577
Lesenswert?

Peter D. schrieb:

Ist auch meine Erfahrung, ab 0,5C und größer kann man nicht mehr die rechnerischen Kapazität erreichen. Auch leiden die Akkus stark, d.h. nach jedem Zyklus sinkt die Kapazität deutlich ab. Ab 0,2C und kleiner kann man erst mit der Nennkapazität rechnen.

Die Kapazität liegt bei 400 Ah. Bei einem Entnahmestrom von 120 A liegen wir bei 0,4C. Die Lebensdauer der Batterien, bzw. der SoH ist mir aktuell ziemlich egal, die sollen einfach nicht ausfallen :D

Wie auch gesagt wurde, der Querschnitt der Kabel von der Batterie zum Wechselrichter bestimmt ganz entscheidend die Verluste. Schweißkabel (70mm²) dürfte geeignet sein.

Auch die Verluste sind mir egal. Ich sehe ja, wie viel Strom entnommen wird.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren