Hameg HM203-7 Fehler

OP #7777328
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Hallo, ich habe für wenig Geld ein defektes Hameg HM 203-7 erstanden, welches ich gern reparieren möchte. Ich vermute einen Fehler in der Y Endstufe, da die max. Amplitude auf dem Bildschirm nicht über 1cm geht. Bei aktiviertem Kompetentester sieht das Bild bei offenen Schaltkreis relativ normal aus, bei Kurzschluss jedoch auch nur ein sehr kurzes, dafür breites Y. Ich habe auch ein Bild des Komponententesters bei einem 100µ Elko mit angefügt. Ich habe mir schon die Serviceunterlagen für das Gerät heruntergeladen, ich habe jedoch noch nicht herausgefunden, Welche Betriebsbedingungen vorliegen müssen, damit die im Schaltplan angegebenen Spannungen zu messen sind (Eingangssignal, Pegel, Frequenz etc.) da diese ja zum Teil mit dem gemessenen Signalen schwanken. Vielen Dank schon mal für hilfreiche Tipps

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#7777389
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Hinnerk P. schrieb:

Ich vermute einen Fehler in der Y Endstufe, da die max. Amplitude auf dem Bildschirm nicht über 1cm geht. Ich habe mir schon die Serviceunterlagen für das Gerät heruntergeladen, ich habe jedoch noch nicht herausgefunden, Welche Betriebsbedingungen vorliegen müssen, damit die im Schaltplan angegebenen Spannungen zu messen sind .

ZUerst mal alle Betreibs-Spannungne des stabilisierten Netzteil messen (sind auf der Platine hinten gut zugänglich.

Die Eisntellungen , Eingangs-Pegel etc. sind für diese Erst Messung beliebig.

Wenn die Betriebs-Spannung an der Y-Endstufe nicht passt, wäre das ein erster Hinweis wo Du weiter suchen musst.

OP #7777585
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Die Betriebsspannungen -12V +12V 5V und 152V auf der Messleiste liegen innerhalb der 2% Toleranz, wie vorgegeben, nur die 135V Versorgung der Y Endstufe für die Plattenversorgung liegt auf nur 116V. Die beiden Ausgänge für die Y Platten zur Röhre haben auch nur zwischen 8V und 12V, sollten aber laut Schaltplan 80V haben.

OP #7777931
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Jochen F. schrieb:

Wie viel Rippel hat es auf der Y-Versorgung?

Die +-12V haben um 20-22mV mit ca. 100-130KHz Die 135V sind durch die Belastung mit dem Rechtecksignal überlagert. Was auffällig ist, ist der Strom über die beiden Lastwiderstände im Versorgungseingang ist doppelt so hoch, wie im Schaltplan angegeben.

#7777976
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Miss mal an den mit '?' gekennzeichneten Stellen.

T210/T211 scheinen fast voll durch gesteuert zu sein.

Wenn die Rs 2059/2060 immer noch 2.4k haben wäre der maximal mögliche Strom 56mA, wenn die 135V stabil sind. Sind sie das?

Wenn man Deine 8-12V nach dem R2066/R2067 abzeiht, also nur ca. 125V zur Verfügung stehen, hast Du nur noch 52mA als max. Strom. Davon hast Du ja schon 43mA gemessen.

Also warum sind die Transistoren voll an? (Ansteuerung) Oder bekommt der Kollektor von T208/T209 mehr Spannung (R2051 od. R2050+R2049 prüfen).

Wie sehen die Eingangsströme an T206/T207 aus? (Spannungsabfall am R2032/R2034)

Viel Erfolg beim Reparieren und Achtung vor der HV. Falls Du Anfänger bist, siehe Dir Gummihandschuhe aus dem Sanitär- breich an. Trenntrafo, falls vorhanden wäre auch nützlich.

Markus

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OP #7778109
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Peter K. schrieb:

Hinnerk P. schrieb:

Die 135V sind durch die Belastung mit dem Rechtecksignal überlagert.

zeig mal ein Bild

So sieht die 135V Versorgung aus. Ich sehe da zum einen einen Jitter mit 33Khz, einen verschliffenen Rechteck mit ca. 1Khz, was dem Einganssignal des Oszis entspricht und eine Welligkeit in der Gesamtamplitude (Netzwelligkeit?)

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OP #7778118
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Markus W. schrieb:

Miss mal an den mit '?' gekennzeichneten Stellen.

Wie sehen die Eingangsströme an T206/T207 aus? (Spannungsabfall am R2032/R2034)

Viel Erfolg beim Reparieren und Achtung vor der HV. Falls Du Anfänger bist, siehe Dir Gummihandschuhe aus dem Sanitär- breich an. Trenntrafo, falls vorhanden wäre auch nützlich.

Die Eingangsströme an T206/T207 sind augenscheinlich zu hoch, über R2032 messe ich 69mV und über R2034 messe ich 54,2mV, das wären dann 2,08mA über R2032 und 1,63mA über R2034. Das ganze bei einem Bild mit ca. 1cm Amplitude.

Anfänger bin ich zwar nicht so ganz (hab vor über 30 Jahren mal Energieelektroniker gelernt) bin aber schon etliche Jahre nicht mehr in dem Bereich tätig.

#7778208
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Die 69mV und 54,2mV an R2032/R2034 liefert einen 5-7 mal so hohen Strom, wie im Schaltplan angegeben (0.35mA, für ein Dev.) Also steht der Strahl am oberen oder unteren Anschlag. Hast Du eventuell ein Problem mit den Offset-Potis der beiden Kanäle? (schlechte Kontaktierung?) Drehe einige Male die Dinger. Wie verändert sich dann der Bildinhalt und die Spannungen im Schaltplan?

Markus

OP #7778378
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Markus W. schrieb:

Die 69mV und 54,2mV an R2032/R2034 liefert einen 5-7 mal so hohen Strom, wie im Schaltplan angegeben (0.35mA, für ein Dev.) Also steht der Strahl am oberen oder unteren Anschlag. Hast Du eventuell ein Problem mit den Offset-Potis der beiden Kanäle? (schlechte Kontaktierung?) Drehe einige Male die Dinger. Wie verändert sich dann der Bildinhalt und die Spannungen im Schaltplan?

Markus

Hallo Markus, der Witz ist ja, der Strahl liegt bei diesem Strom nur ca. 1cm von der Mittellinie des Oszis entfernt? Wenn ich die Y Potis drehe, kann ich den Strahl ca. 1cm in Y-Richtung hin und her bewegen.

OP #7778425
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Jochen F. schrieb:

Nochmal meine Frage: Wohin gehen die knapp 50 mA pro Zweig? In den Schaltbildausschnitten stehen doch auch Spannungen vor den Endtransistoren. Mit URI kann man dann sehen, wo es abweicht vom Soll.

Hab jetzt noch mal einiges gemessen und in den Plan eingetragen. Ich vermute, die Endstufentransistoren sind aufgrund eines Fehlers in der davor liegenden Stufe zu weit aufgesteuert und leiten daher zu viel Spannung in die -12V Schiene ab. Der Fehler ist anscheinend in der Zwischenstufe, da der Fehler ja bei Messbetrieb und Komponententesterbetrieb gleichermaßen besteht.

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#7778450
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Erst mal einen Fehler gefunden im Originalplan: Der Punkt R2037/R2040 muß PLUS 5,88 V haben. Nun zur Vermutung: Ich tippe auf einen der MPS 3640, daß da einer durch ist. Mir ist dann allerdings nicht klar, warum die Endstufe symmetrisch angesteuert wird. Auf jeden Fall ist die Spannung an den Kollektoren der MPS 3640 zu hoch, darauf deuten die erhöhten Querströme der 4 rechten Transistoren hin. Die Wahrheit dürfte im Bereich der MPS 3640 zu finden sein, denke ich.

Beitrag #7778496 wurde von einem Moderator gelöscht.
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#7778968
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Stellt sich nur noch abschließend die Frage, wie die beiden Transistoren zeitgleich kaputt gehen konnten. Eventuell schlummert noch woanders ein Problem. Sind die Basis-Emitter- oder die Basis-Kollektor-Dioden beschädigt worden? Teste mal gleich die ausgelöteten Transistoren mit dem Hameg-Kennlinienschreiber, sofern ich das richtig verstanden habe, und sowas im Gerät integriert ist.

Glückwunsch zum Reparatur-Erfolg/-Teilerfolg.

Markus

Beitrag #7779003 wurde von einem Moderator gelöscht.
OP #7779073
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Markus W. schrieb:

Stellt sich nur noch abschließend die Frage, wie die beiden Transistoren zeitgleich kaputt gehen konnten. Eventuell schlummert noch woanders ein Problem. Sind die Basis-Emitter- oder die Basis-Kollektor-Dioden beschädigt worden? Teste mal gleich die ausgelöteten Transistoren mit dem Hameg-Kennlinienschreiber, sofern ich das richtig verstanden habe, und sowas im Gerät integriert ist.

Glückwunsch zum Reparatur-Erfolg/-Teilerfolg.

Markus

Hallo Markus, warum die beide zeitgleich kaputt gegangen sind, ist mir auch ein Rätsel. Habe die beiden defekten Transistoren ja direkt in meinem externen Komponententester durchgetestet, es zeigen sich da aber nur jeweils zwei Diodenstrecken richtung Basis. Hab das Oszi gestern auch mal mehrere Stunden laufen lassen und dabei bis 10Mhz drauf gegeben. Die Bilder sehen mit den von mir eingesetzten BC556 sehr gut aus, hab das ganze dann mit meinen beiden Digitaloszis verglichen und keine großartige Abweichung festgestellt. Vielleicht lasse ich die einfach erstmal drin.

LG Hinnerk

#7779148
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Hallo Hinnerk,

nachdem Du das Oszi ja schon eine Weile hast laufen lassen, könnte es das schon gewesen sein. Allerdings hast Du wahrscheinlich noch nicht alle Schalt-Variationen an den Bedienelementen durchprobiert und damit könnte noch ein Poti oder Schalter eventuell Probleme haben.

Eventuell gibt es ja Stereo-Potis oder Schalter, die gleichzeitig zwei Zweige bedienen und wenn diese z.B. aus irgendeinem Grund (z.B. durch Verschmutzung oder Abrieb) hochohmig werden, koennte das eine Erklärung sein, warum gleich beide Transistoren gestorben sind.

Das ist aber nur eine wage Vermutung. Da könnten hier im Forum die Hameg und R&S Profis mehr wissen. Die kennen die Kinderkrankheiten solcher Messgeräte besser.

Ich drück die Daumen, dass es das war und hoffe, dass Du nun viel Spaß mit dem günstig erstandenem Gerät hast. Behalte aber das oben Geschriebene im Hinterkopf, falls es doch wider erwarten Probleme geben sollte.

Markus

OP #7783851
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Markus W. schrieb:

Hallo Hinnerk,

nachdem Du das Oszi ja schon eine Weile hast laufen lassen, könnte es das schon gewesen sein. Allerdings hast Du wahrscheinlich noch nicht alle Schalt-Variationen an den Bedienelementen durchprobiert und damit könnte noch ein Poti oder Schalter eventuell Probleme haben.

Eventuell gibt es ja Stereo-Potis oder Schalter, die gleichzeitig zwei Zweige bedienen und wenn diese z.B. aus irgendeinem Grund (z.B. durch Verschmutzung oder Abrieb) hochohmig werden, koennte das eine Erklärung sein, warum gleich beide Transistoren gestorben sind.

Das ist aber nur eine wage Vermutung. Da könnten hier im Forum die Hameg und R&S Profis mehr wissen. Die kennen die Kinderkrankheiten solcher Messgeräte besser.

Ich drück die Daumen, dass es das war und hoffe, dass Du nun viel Spaß mit dem günstig erstandenem Gerät hast. Behalte aber das oben Geschriebene im Hinterkopf, falls es doch wider erwarten Probleme geben sollte.

Markus

Hab jetzt einige Tage mit dem Oszi gearbeitet und alles läuft bestens! Die von mir eingesetzten BC556 funktionieren zwar, aber nachdem ich jetzt die bestellten MPS3640 Transistoren eingebaut habe, sieht man doch noch einiges mehr im Bild. Mit den 556 war das Rechtecksignal meines günstigen Funktionsgenerators bei 1 MHz an den Enden der Flanken leicht rund, obwohl da laut meinem Digitaloszi eigentlich ein leichtes Überschwingen zu sehen ist. Mit den MPS3640 ist dieses Überschwingen jetzt deutlicher zu erkennen, als auf meinem Digitaloszi. Die BC556 haben laut Datenblatt eine Übergangsfrequenz von 150 MHz, und die original MPS3540 immerhin 500 MHz, sind also deutlich schneller.

LG Hinnerk

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