Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung

OP #7122159
Lesenswert?

Bei neuen Arbeitsplätzen muss eine Gefährdungsbeurteilung am 
Arbeitsplatz durchgeführt werden.

Habe ich mit Giftstoffen zu tun oder gibt es Gefahren durch elektrische 
Spannung.

Wurde bei Euch auch mal eine verpflichtende (Arbeitsschutzgesetz §5-3 
Punkt6.) Gefährdungsbeurteilung für eine psychische Belastung 
durchgeführt?

Arbeitsbelastung, Stress, Vorgesetzenverhalten, und wie kann das ggf. 
verbessert werden?
Gast #7122167
Lesenswert?

Das ist die Mimimi Besprechung (Mittwochs mit Mimosen), die an jedem 
30.02 eines Jahres bei uns durchgeführt wird.

Kennt den die Wehleidigkeit unserer modernen Gesellschaft wirklich 
garkeine Grenzen?
OP #7122180
Lesenswert?

Bernd G. schrieb:
>> (Arbeitsschutzgesetz §5-3 Punkt6.)
> Ist das was aushanggpflichtiges?

Nö, es muss gemacht werden, wird es meistens nicht.

Ob so ein Fragebogen was hilft, steht auf eine anderen Blatt.
Psychische Gründe, Arbeitsfehlbelastung, sind für immer mehr 
Krankheitstage verantwortlich.

Unternehmen, die mit immer weniger qualifizieren Mitarbeitern, Stellen 
werden nicht mehr besetzt, immer mehr schaffen wollen, gibt es 
reichlich.

Den miesen Arbeitgeber wechseln, ist eher eine Ausnahme.
OP #7122191
Lesenswert?

Shorty schrieb:
> Mit der Gefährdungsbeurteilung dokumentierst du den Stand und hältst dir
> so wie Anschuldigungen der Wehleidigen vom Hals.

Es geht doch um zu sehen, in wie weit sich der einzelne Mitarbeiter in 
wie weit überlastet oder unterlastet fühlt und ggf. warum?

Jemand kann derzeit überlastet sein, weil jemand in der Familie schwer 
krank ist.

Der Überlastete wird dann kaum als Projektleiter in Frage kommen, der 
Unterbelastete kann sicher mehr Aufgaben bekommen, als geplant.

So schafft ein Unternehmen / Abteilung bessere Ergebnisse.
Gast #7122196
Lesenswert?

Rick M. schrieb:
> Shorty schrieb:
>> Mit der Gefährdungsbeurteilung dokumentierst du den Stand und hältst dir
>> so wie Anschuldigungen der Wehleidigen vom Hals.
>
> Es geht doch um zu sehen, in wie weit sich der einzelne Mitarbeiter in
> wie weit überlastet oder unterlastet fühlt und ggf. warum?

Dazu braucht es aber keine Prozess, sondern eine funktionierende 
Führungskraft.
OP #7122201
Lesenswert?

Shorty schrieb:
> Dazu braucht es aber keine Prozess, sondern eine funktionierende
> Führungskraft.

Wie verbreitet sind wirklich funktionierende Führungskräfte?

Führungskräfte haben selbst eigene Prozesse, zum Beispiel regelmäßige 
1:1 Gespräche mit den Mitarbeitern.
Was hast Du in der letzten Woche erreicht, was nicht, woran lag das, was 
machst Du diese/nächste Woche, wo brauchst Du Unterstützung?,....

Da das in sehr vielen Fällen, aus meiner Sicht den meisten, nicht so 
klasse klappt braucht es solche Prozesse.
Gast #7122215
Lesenswert?

Rick M. schrieb:
> Wurde bei Euch auch mal eine verpflichtende (Arbeitsschutzgesetz §5-3
> Punkt6.) Gefährdungsbeurteilung für eine psychische Belastung
> durchgeführt?

Ja, jährlich. Zweimal. Zuerst als vorbegehung durch Abteilungsleiter 
nebst Assistentin, dann die richtige durch Chefchef oder Extern. Kein 
Ding.
Beitrag #7122221 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #7122227
Lesenswert?

Rick M. schrieb:
> Was ist das für ein Unternehmen?
Nichts eins, mehrere.
> Branche,
Elöektro im weiteren Sinne (Medizintechnik, 
Kommunikationstechnik,Automatisierung, Materialprüfung), international 
aufgestellte


>Deine Position?
Je nach dem, Entwicklungsingenieur, Test, Fertigungsunterstützung, 
Qualifikation, Service ...
Gast #7122282
Lesenswert?

Rick M. schrieb:
> Da das in sehr vielen Fällen, aus meiner Sicht den meisten, nicht so
> klasse klappt braucht es solche Prozesse.

Der Glaube das völlig ungeeignete Mitarbeiter, Führungskräfte und 
Strukturen durch immer mehr 'Prozesse' einfach wunderbar funktionieren 
würde hat doch überhauot erst zu dem ganzen Irrsinn geführt.

Weniger jammern und Führungskräfte die dieses Namen auch verdienen.
Aber wie es so schön heißt:
Erstklassige Chefs stellen erstklassige Führungskräfte ein.
Zweitklassige Chefs stellen drittklassige Führungskräfte ein.
OP #7122300
Lesenswert?

Kein Ding. schrieb:
>>Deine Position?
> Je nach dem, Entwicklungsingenieur, Test, Fertigungsunterstützung,
> Qualifikation, Service ...

Service - inhouse oder weltweit?

Max M. schrieb:
> er Glaube das völlig ungeeignete Mitarbeiter, Führungskräfte und
> Strukturen durch immer mehr 'Prozesse' einfach wunderbar funktionieren
> würde hat doch überhauot erst zu dem ganzen Irrsinn geführt.

Ja, da ist was dran!
Ich starte einen Prozess, ich bekomme daraus Ergebnisse, die ich nicht 
beachte und es funktioniert super - das klappert nicht.

Max M. schrieb:
> Weniger jammern und Führungskräfte die dieses Namen auch verdienen.
> Aber wie es so schön heißt:
> Erstklassige Chefs stellen erstklassige Führungskräfte ein.
> Zweitklassige Chefs stellen drittklassige Führungskräfte ein.

Stimmt!

Die erstklassigen Chefs kümmern sich auch um die psychische 
Zufriedenheit, bzw. merken, wenn es bei einem Mitarbeiter auf einmal 
nicht so gut läuft und fragt nach.

Dem zweitklassige Chef interessiert das überhaupt nicht, egal ob das 
laut Arbeitsschutzgesetz §5 irgendwie alibimäßig dokumentiert wird.
Gast #7122311
Lesenswert?

Max M. schrieb:
> Der Glaube das völlig ungeeignete Mitarbeiter, Führungskräfte und
> Strukturen durch immer mehr 'Prozesse' einfach wunderbar funktionieren
> würde hat doch überhauot erst zu dem ganzen Irrsinn geführt.

Und was gerne übersehen wird: Wenn der Prozess nicht eingehalten wird, 
gibts eines auf die Mütze. Die Folge ist dann, dass die Einhaltung des 
Prozesses die höchste Prio bekommt und der Rest potentiell hinten runter 
fällt.

Natürlich fallen andere Dinge hinten runter, aber das ist dann nicht so 
schlimm und wenn es doch schlimm ist, dann ist keiner schuld, weil man 
ja keinen Prozess dafür hatte und den bekommt man dann...
OP #7122403
Lesenswert?

Shorty schrieb:
> Und was gerne übersehen wird: Wenn der Prozess nicht eingehalten wird,
> gibts eines auf die Mütze.

Nein!
Es gibt nichts auf die Mütze, weil die Überwachung dieser Prozesse, 
speziell die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung, gar nicht 
funktioniert!

Ja, das steht im Arbeitsschutzgesetz §5 .. na und?
Dafür interessiert sich keine Sau!

Wir brauchen einen Gefahrstoffschrank für Lösungsmittel?
Die lagern wir erstmal neben dem Kühlschrank in der Kaffeeküche..
Gast #7122423
Lesenswert?

Max M. schrieb:
> Rick M. schrieb:
>> Da das in sehr vielen Fällen, aus meiner Sicht den meisten, nicht so
>> klasse klappt braucht es solche Prozesse.
>
> Der Glaube das völlig ungeeignete Mitarbeiter, Führungskräfte und
> Strukturen durch immer mehr 'Prozesse' einfach wunderbar funktionieren
> würde hat doch überhauot erst zu dem ganzen Irrsinn geführt.

Nö, der Herkunft des problems ist die Unfähigkeit mancher Mitarbeiter 
Sicherheitsprobleme selbst zu erkennen und zu vermeiden.

Da kommen die Pappnasen nach der Weihnachtsfeier völlig übermüdet und 
verkatert am nächsten Morgen an und schießen sich gleich bei der 
Begrüßung mit dem Bolzenschussgerät ins eigene Knie.

Als,o da ist es eher peinlich, das ein Chef auf Erwachsene Menschen 
achten muß und vorsichtshalber die Leute früher nach Hause (oder zum 
Arzt/Psychiater) schickt als das sie in diesem desolaten Zustand sich 
und andere weiter gefährden.

Einen hohen Anteil an diesem Psychischen Druck trägt IMHO auch die 
sogenannte Linke, die nicht müde wird allen Arbeitnehmern das 
unfreiwillige Ende des 'prekären Verhältnisses' als existentielle Angst 
vor dem sozialen Absturz ins Hirn zu träufeln.

> Service - inhouse oder weltweit?
inhouse
OP #7122695
Lesenswert?

kein Ding schrieb:
> Einen hohen Anteil an diesem Psychischen Druck trägt IMHO auch die
> sogenannte Linke, die nicht müde wird allen Arbeitnehmern das
> unfreiwillige Ende des 'prekären Verhältnisses' als existentielle Angst
> vor dem sozialen Absturz ins Hirn zu träufeln.

Ja, die mag es geben, nur das ist mir zu einfach!
Manche meinen:
Morgens schon um 5Uhr aufstehen verstößt gegen das Menschenrecht!

Was sind im aktuellen (Juli 2022) Arbeitsmarkt
>'prekären Verhältnisses' ?
Gast #7122742
Lesenswert?

WQM schrieb:
> Kein Ding. schrieb:
>> Im 0sten sitzen meist nur Luschen
>
> die aus dem Westen kommen!

Naja, wenn es mangels Ausbildung/Erfahrungszeit in der 
Marktwirtschaft/Tariforientierte-Industrie nicht mal zum Luschenstatus 
reicht...

Unterluschen erkennt man auch daran, das sie irgendwelche 
Phantasiezahlen ohne realen Wert in den Raum stellen. Und das obwohl es 
genug Zahlen mit Statistik gibt. Je nach gewünschten Jammerniveau: 3,5% 
oder 26% oder 22% oder 60% oder 43% : 
https://www.produktion.de/schwerpunkte/industrie-management/braucht-deutschland-in-den-chefetagen-eine-ostquote-218.html

Die 'Kunst' besteht darin, sind sich einen passenden Bereich (Gerichte, 
Landesparlamente, Redaktionen, EliteJobs) rauszupicken und dann lauthals 
loszujammern das im Osten Führungstalente unterdrückt würden.
Zur Erinnerung, so tönte der Führungsroller des Ostens jahrzehntelang:
https://youtu.be/_7O3pvmVGx4?t=126

und nicht vergessen: " das gilt sofort" .. so führte der Osten (in den 
Zusammenbruch): https://youtu.be/sNF_NwSySaU?t=128
OP #7122796
Lesenswert?

Shorty schrieb:
> Ohne Kommentar:
>
> 
https://de.euronews.com/2022/07/09/wollen-nur-3-tage-arbeiten-europa-park-chef-kritisiert-arbeitsmoral-der-jungen

Was spricht gegen die 3-Tage-Woche?
Wenn ich an 3 Tagen effektiv das auf die Kette kriege, was andere an 5 
Tagen a 8 Stunden (40h) hinkriegen, warum nicht?

Ich habe heute nichts mehr zu tun, muss aber heute meine 8 Stunden 
vollmachen, was soll so ein Schwachsinn?

Homeoffice- vor 3 Jahren hieß es - geht gar nicht!
Heute - Juli 2022 - Normal, bzw. wieder nicht mehr normal.

Ich kann derzeit idR. 2 Tage/Woche von zuhause arbeiten.
Ich spare mir pro Tag ca. 2 Stunden auf der Autobahn und rund 170km 
Fahrstrecke, steuerlich wird alles korrekt angegeben!

Um beim Thema zu bleiben, das senkt meine "psychischer Belastung".
Würde das bei mir mit 100% Homeoffice klappen - eher "Nein"
Gast #7123109
Lesenswert?

Rick M. schrieb:
> Ich habe heute nichts mehr zu tun, muss aber heute meine 8 Stunden
> vollmachen, was soll so ein Schwachsinn?

Was ist das für ein Job bei dem man heute nix mehr zu tun haben kann?
Ich bin Entwickler, ich habe immer zu tun.
Kann mir das garnicht vorstellen wie man keine Arbeit finden kann, wenn 
man mit offenen Augen durch die Fa. geht.
Zur Not interessiere ich mich für genug Dinge um drei Leben damit zu 
füllen.

Ist das so ein Job wo man so wenig zu tun hat das man sich eingehend 
damit beschäftigen kann ob man in Wahrheit nicht psychisch gefährdet ist 
und da nicht mal dringend eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt 
werden sollte?

Ich habe davon gehört.
Wäre aber nix für mich.
Gast #7123243
Lesenswert?

Max M. schrieb:
> Ist das so ein Job wo man so wenig zu tun hat das man sich eingehend
> damit beschäftigen kann ob man in Wahrheit nicht psychisch gefährdet ist
> und da nicht mal dringend eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt
> werden sollte?

Nennt sich "Boreout", da sollte der Chef für mehr und anspruchsvollere 
Aufgaben sorgen.
Gast #7123329
Lesenswert?

Rick M. schrieb:
> Wenn ich an 3 Tagen effektiv das auf die Kette kriege, was andere an 5
> Tagen a 8 Stunden (40h) hinkriegen,
Dann werfe ich die anderen raus und pack deren Arbeit bei Dir mit rauf.
Wenn ihr doch alle das gleiche tut ...
Problem gelöst.

Mehr Aufmerksamkeit bekommen MA von mir nicht, die nur das können was 
alle anderen auch können.
Wer allerdings selbsttätig nach Arbeit schaut, motiviert ist, sich 
einbringt, der ist wertvoll.
Macht er sich selbst ersetzbar ist er zudem frei für den Aufstieg.
Beitrag #7123572 wurde von einem Moderator gelöscht.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren