wenn es um Schraubensicherung geht, liest man oft "so geht's nicht", " diese Scheiben taugen nichts" usw., aber selbstsichernde Muttern werden selten erwähnt. Mir geht's um M4 und kleiner, DIN985 oder evt. DIN982, mit Kunststoffeinsatz, bei -30 bis 85°C und an Stellen, wo auch beim 2. Fehler nicht mit Personenschaden zu rechnen ist.
OK, das passende Drehmoment fühlt sich anders an und die kosten ein paar Cent mehr, aber dafür spart man die Fummelei mit der Scheibe. Aber sonst? Wo ist der Fehler?
Ja, ein guter Einwand. Das sollte aber für fast alle Sicherungen gelten. Und wenn's für Reparaturen kein geschultes Personal mehr gibt, ist die 2. Verwendung immer noch haltbarer als eine vergessene Sicherungsscheibe ;)
Verwendung immer noch haltbarer als eine vergessene Sicherungsscheibe
Scheiben sind eh keine Sicherung. Ansonsten tut’s in der Regel auch ein Klecks Schraubensicherung (etwa Loctite) – ist günstiger als selbstsichernde Muttern und hat den Vorteil, dass es nicht sofort fest ist, sowie leicht erneuert werden kann, wenn man’s doch mal zwischendurch losschrauben will. Auch, dass es ein gewisses Losbrechmoment erzeugt, während selbstsichernde Muttern lediglich die Reibung erhöhen, könnte man als Vorteil sehen. Nachteil wäre, dass man das Gewinde jeweils reinigen muss – aber irgendwas ist ja immer …
Man kann ihn gefühlt ewig lange lagern, er passt auf alle Schrauben und viele Steckverbinder. Ich hatte in 40 Jahren keine einzige Schraube, die sich trotz Sicherungslack gelöst hat. Für mich gehört er daher zur permanenten Standardausstattung meiner Werkstatt.
Loctide oder Schraubenkleber haben den enormen Nachteil das sie bei erhöhter Vibration und Hitze locker werden. Da geht da halten Stoppmuttern wesentlich besser. Aber: es geht nichts über Sicherungsdraht!
Ich würde ergänzend noch Umbiegebleche, Stoppmuttern aus ganzmetall, Kronmuttern mit Splint und die gute alte Kontermutter erwähnen.
P. S. Loctide und Co. Sind nicht Prozess stabil, also nix für die Ewigkeit.
Loctide oder Schraubenkleber haben den enormen Nachteil das sie bei
erhöhter Vibration und Hitze locker werden. Da geht da halten
Stoppmuttern wesentlich besser.
Loctite (mit t – es soll lautmalerisch an „tight“ (fest) angelehnt sein) gibt es in verschiedenen Variationen. Ich nutze für die meisten Sachen mittelfest (243, blau), und das auch an Krafträdern sowie Modellhubschraubern – also Anwendungsgebiete mit deutlich erhöhten bis extrem hohen Vibrationen. Bislang hat sich bei mir noch keine so gesicherte Verschraubung gelöst. Hitze löst allerdings tatsächlich selbst das hochfeste Loctite (262, rot) – jedoch wird unter den Bedingungen der Kunststoff der selbstsichernden Muttern ebenfalls weich.
Also keine Stoppmuttern, auch wenn ich Lack
eklig finde.
Obacht, da gibt’s Unterschiede: Lack wäre eher das, was man außen auf die Verschraubung tut; das könnte sich tatsächlich bei Vibrationen o.Ä. lösen. Aber das ist noch wieder etwas Anderes, als Schraubensicherung wie z.B. Loctite: dieses Zeugs wird vorher auf das Gewinde gebracht, und härtet dann unter Luftabschluss aus (an der Luft passiert damit gar nichts – was ziemlich praktisch ist). Dadurch braucht man sehr wenig davon, und wenn man das einmal raus hat, saut man damit auch nicht mehr rum, und es gibt auch nach dem Losbrechen noch einen erhöhten Drehwiderstand.
Wassn fuer ne Scheibe?
Einfach festrosten lassen! Haelt dann ewig!
Saskatchewan Loctite, vom Youtuber AvE aufgegriffen: Die Mutter schief aufs Gewinde setzen und dann mit Gewalt festknören. Hält fast ewig und ist sowas ähnliches wie wartungsarm ;)
Man kann alternativ auch zu Materialkombinationen greifen, die kaltverschweißen. Ist etwas besser "wartbar" weil man es vielleicht noch auf bekommt. Das Gewinde ist dennoch beschädigt.
Was für eine Atmosphäre empfiehlst du denn für A2?
Da reicht schon die A2 Mutter auf der A2 Schraube für sofortige Kaltverschweissung, es muss nur etwas Sand im Gewinde sein der die Oxidschicht wegschleift.
Da reicht schon die A2 Mutter auf der A2 Schraube für sofortige
Kaltverschweissung, es muss nur etwas Sand im Gewinde sein der die
Oxidschicht wegschleift.
Unfreiwillig passiert das gerne, aber wenn man's braucht... Ob man den Sand aus durchgebrannten Sicherungen recyclen kann?
Ein Schraubensicherungslack dient nicht zum Sichern von Schraubverbindungen, er stellt mehr ein optisch wahrnehmbares Siegel dar. Findet zb bei der Bahn seine Anwendung wenn Drehgestelle aufgearbeitet werden; heißt dann: Diese Schraube wurde ersetzt und mit dem erforderlichen Drehmoment festgezogen.
Verwende ich ganz gerne bei komplexen Stahlkonstruktionen, dort sind HV-Garnituren der Güte 10.9 Standard. Der Prüfstatiker freut sich dann regelmäßig, für ihn ein Indiz das gewissenhaft gearbeitet wurde - und er läßt mir meine Ruhe.
Schrauben in A2 und A4 mögen übrigens selbstsichernde Muttern eher nicht leiden, die haben einen deutlichen Hang zum festfressen. Ließe sich mit Keramik- oder Alupaste vermeiden, ist dann aber nicht mehr wirklich selbstsichernd.
Das erkläre mal der Firma Suzuki. Es sind zigtausende Motorräder auf der Straße, wo niemand jemals die Mutter an der Hinterachse ersetzt hat. Andere hatten da eine Kronenmutter mit Splint.
Klecks Schraubensicherung (etwa Loctite)
[.. ]Auch, dass es ein gewisses Losbrechmoment erzeugt,
Was bei Billigschrauben zum Abreißen genügt. Zwei M3-Abstandsbolzen, wie man sie für die Leiterplattenmontage verwendet, mit Loctite hochfest handfest zusammendrehen und dann zwei Tage liegen lassen. Geht nicht mehr auf, das Weicheisen reißt stumpf ab. Da habe ich noch das rosarote 222 Niedrigfest zur Hand.
Loctide oder Schraubenkleber haben den enormen Nachteil das sie bei
erhöhter Vibration und Hitze locker werden.
Nein, gerade bei Vibrationen sind sie notwendig und sinnvoll. LoctiTe Schraubensicherung ist kein Kleber. Das Zeug expandiert im Gewinde und erzeugt damit eine mechanische Spanung. Nach Demontage lässt es sich einfach abbürsten, da klebt nichts.
und das auch an Krafträdern sowie
Modellhubschraubern – also Anwendungsgebiete mit deutlich erhöhten bis
extrem hohen Vibrationen.
Suzuki GS750 (ab 1977) hatte am Kettenritzel eine innenverzahnte Unterlegscheibe, die um die Mutter gebogen wurde. Die Dinger sind serienmäßig locker geworden, bis die Kette abflog, samt Folgeschäden. Es kam dann die Werkstattanweisung, dort Loctite einzusetzen, da passierte nie wieder was, ebenso am Kupplungskorb.
Anaerobe Schraubensicherung braucht das Metall als,Katalysator, kommt
daher in Plastiktuben und helfen nicht bei Nylonschrauben.
Noch schlimmer: das Zeugs löst einige Kunststoffe an. Da muss man gerade im Modellbau arg mit aufpassen, wenn die Schraube durch ein Kunststoffbauteil geführt wird – sonst hält zwar die Verschraubung, aber das zu fixierende Kunststoffbauteil verabschiedet sich nach einiger Zeit, weil’s weich geworden ist. BTDT
Eine schlüssige Erklärung hab ich ad hoc nicht zur Hand, ist ein Erfahrungswert ab M8 aufwärts. Hab ich oft im Fassaden-Bau, die Muttern mit dem eingebördelten Kunststoffring fressen sich tatsächlich häufig derart fest dass nur mehr die Flex oder gewaltsamen Abreißen hilft. M10 geht da noch bequem, M12 wird mit der Halbzoll-Ratsche schon sportlich. Ein wenig Alu-Pampe vom Würth schafft Abhilfe, ist aber wie gesagt kontraproduktiv.
Edelstahl mag schwergängige Gewinde generell nicht leiden, oft reicht schon ein Span oder Baustellen-Siff um das Fressen auszulösen. Da ist wirklich Reinlichkeit angesagt.
Loctite: dieses Zeugs wird vorher auf das Gewinde gebracht, und
härtet dann unter Luftabschluss aus (an der Luft passiert damit gar
nichts – was ziemlich praktisch ist).
Da habe ich andere Erfahrungen:
Wenn man den Loctite-"Lippenstift" mit dem blauen Gewindekleber nicht immer wieder rasch verschließt, bildet sich auf der Oberfläche ein Deckel aus verfestigten Gewindekleber.
Wenn man den Loctite-"Lippenstift" mit dem blauen Gewindekleber nicht
immer wieder rasch verschließt, bildet sich auf der Oberfläche ein
Deckel aus verfestigten Gewindekleber.
Mag sein, ich kenne „Lippenstift“ zugegebenermaßen gar nicht, sondern nutze die flüssige/thixotrope Form. Davon packe ich mir etwa beim Zusammenbau eines Hubschraubers einen Tropfen in ein offenes Gefäß, und übertrage es dann von da mit einem Holzzahnstocher in die zu sichernden Gewinde. Das zieht sich dann schon mal einige Stunden hin, teilweise auch Tage – eingetrocknet ist mir dabei noch nichts.
Das mit den Schraubverbindungen ist ne ganz eigene Wissenschaft.
Man muss sich auch die "Schraubensicherung" je nach Anwendungsfall anschauen. Warum die ""? -Weils ne wirkliche Sicherung auf die man sich verlassen kann nicht gibt, zumindest wird dir kein Mutternhersteller dafür ne Garantie geben.
Deswegen ist es umso wichtiger, dass wichtige Schraubverbindungen erprobt sind (Dein Stichwort "Personenschaden"). Und pauschal kann man da nicht sagen, dass der Einsatz einer Sicherungsmutter mit Kunststoffeinsatz etwas verhindert hätte. Eine richtig ausgelegte Schraubverbindung ohne Sicherungsmutter ist besser als eine schlechte Schraubverbindung mit Sicherungsmutter.
Es gibt im großen und Ganzen Sicherungen gegen Lösen und Verliersicherungen.
Die Muttern mit dem Kunststoffring würde ich mal unter beiden einordnen. Zwar wird der Kunststoffring gegen Lösen nur bedingt wirkungsvoll sein, aber als Verliersicherung eignet sich das wunderbar.
Sowas kann vorteilhaft sein, wenn keine Teile irgendwo rein geraten dürfen, kann aber auch nachteilig sein, da ich auf Anhieb nicht sehe, ob die noch fest ist. Das sehe ich zwar bei einer normalen Mutter auch nicht unbedingt, aber in einer vibrierenden Umgebung wird die normale Mutter ziemlich schnell weg sein.
Dann gibts ja noch die verquetschten Muttern in verschiedenen Variationen. Die erhöhen lediglich die Reibung im Mutterngewinde, jedoch nicht zw. Mutternkopf und Auflage (da wo es wichtiger wäre). Das muss man erstens mal beim Anzug beachten (höheres Anzugsdrehmoment, damit man die gleiche Vorspannung erhält) und zweitens ist das auch keine wirkliche Sicherung...je nach Anwendungsfall wieder.
Dann gibts da noch verschiedene Unterlegscheiben. Die einen erhöhen nur die Reibung unter Kopf mittels Verzahnung (evtl. Nachteilig bei Alu). Weiterhin sind da noch diese doppelten verzahnten Scheiben, die in Aufdreh-Richtung sich gegen die Mutter verspannen. -> Vorraussetzung ist, dass die Reibung zw. Mutter & Scheibe und zw. Scheibe & Auflage höher ist, als zwischen den Scheiben. Kann das immer sichergestellt werden, oder hab ich eine Umgebung in der ich mir nicht immer sicher über die Reibverhältnisse sein kann?
Was auch noch dazu kommt ist das Setzen des Grundmaterials. Wenn sich das soweit setzt, dass damit die Vorspannkraft flöten geht, bringt auch eine Schraubensicherung nix oder zumindest nicht viel, bzw. fungiert nur noch als Verliersicherung.
Was man in der Industrie oft hat, sind mikroverkapselte Muttern und Schrauben. Das ist so ein trockener, meist blauer Klecks aufm Gewinde. Das Zeug besteht aus winzigen Kügelchen, gefüllt mit Schraubenkleber, die beim Anziehen Platzen und somit das Gewinde verkleben. Wie Loctite, nur eben ohne Sauerei und Taktzeiteinfluss.
Eine weitere gute Möglichkeit das Lösen einer Schraubverbindung zu vermindern ist der Einsatz von Feingewinden, da aufgrund der geringeren Steigung bei gleichem Durchmesser mehr Selbsthämmung.
Aber...all das ist immer Abhängig vom Anwendungsfall, Umgebungseinflüssen, etc.
Die beste Schraubensicherung meiner Erfahrung nach ist ein überelastischer Anzug, das geht auch mit normalen Schrauben. Jedoch auch nicht überall anwendbar.
Was man in der Industrie oft hat, sind mikroverkapselte Muttern und
Schrauben. Das ist so ein trockener, meist blauer Klecks aufm Gewinde.
Das Zeug besteht aus winzigen Kügelchen, gefüllt mit Schraubenkleber,
die beim Anziehen Platzen und somit das Gewinde verkleben. Wie Loctite,
nur eben ohne Sauerei und Taktzeiteinfluss.
Ist das hier im Bild so ein blauer Klecks? Das Bild zeigt eine Ersatzschraube für Lenovo Thinkpads, etwa 2,3 mm Durchmesser.
Was man in der Industrie oft hat, sind mikroverkapselte Muttern und
Schrauben. Das ist so ein trockener, meist blauer Klecks aufm Gewinde.
Das Zeug besteht aus winzigen Kügelchen, gefüllt mit Schraubenkleber,
die beim Anziehen Platzen und somit das Gewinde verkleben. Wie Loctite,
nur eben ohne Sauerei und Taktzeiteinfluss.
Ist das hier im Bild so ein blauer Klecks? Das Bild zeigt eine
Ersatzschraube für Lenovo Thinkpads, etwa 2,3 mm Durchmesser.
Zwei M3-Abstandsbolzen, wie
man sie für die Leiterplattenmontage verwendet, mit Loctite hochfest
handfest zusammendrehen und dann zwei Tage liegen lassen. Geht nicht
mehr auf, das Weicheisen reißt stumpf ab.
Das "hochfest" ist ja auch für Verbindungen die nicht mehr (normal) geöffnet werden sollen.
In der Beschreibung zu Loctite 270 steht explizit dass die Verbindung zum Lösen auf 300°C erwärmt werden muss.
Eine schlüssige Erklärung hab ich ad hoc nicht zur Hand, ist ein
Erfahrungswert ab M8 aufwärts. Hab ich oft im Fassaden-Bau, die Muttern
mit dem eingebördelten Kunststoffring fressen sich tatsächlich häufig
derart fest dass nur mehr die Flex oder gewaltsamen Abreißen hilft.
Ich gehe mal davon aus dass auch die selbstsichernde Muttern aus
Edelstahl sind.
Edelstahl neigt zum Kaltverschweißen, am ehesten Verhindern lässt sich
das meiner Erfahrung nach mit Keramikpaste
Siehe dazu auch
Jepp, ging mir um "Edelstahl" im trivialen Sinne, der Volksmund assoziiert das mit rostfrei. Es gibt eine ganze Latte an edlen Stählen, nur wenige davon sind tatsächlich "nicht rostend".
Schrauben in A2 und A4 mögen übrigens selbstsichernde Muttern eher
nicht leiden, die haben einen deutlichen Hang zum festfressen. Ließe
sich mit Keramik- oder Alupaste vermeiden, ist dann aber nicht mehr
wirklich selbstsichernd.
Interessant, kannte ich nicht. Gilt das jetzt speziell bzw. nur für Kontakt von Edelstahl mit Edelstahl oder auch von Edelstahl mit anderen Metallen, z.B. eine Edelstahlschraube in "normalem" Stahl, Aluminium etc.?
nteressant, kannte ich nicht. Gilt das jetzt speziell bzw. nur für
Kontakt von Edelstahl mit Edelstahl oder auch von Edelstahl mit anderen
Metallen, z.B. eine Edelstahlschraube in "normalem" Stahl, Aluminium
etc.?
Da muss ich passen. Aber das ergibt nur sehr eingeschränkt Sinn, Man verwendet Edelstähle wegen ihren besonderen Eigenschaften, und dann sollten beide Teile der Verschraubung die gleichen Eigenschaften haben.
nteressant, kannte ich nicht. Gilt das jetzt speziell bzw. nur für
Kontakt von Edelstahl mit Edelstahl oder auch von Edelstahl mit anderen
Metallen, z.B. eine Edelstahlschraube in "normalem" Stahl, Aluminium
etc.?
Da muss ich passen. Aber das ergibt nur sehr eingeschränkt Sinn, Man
verwendet Edelstähle wegen ihren besonderen Eigenschaften, und dann
sollten beide Teile der Verschraubung die gleichen Eigenschaften haben.
Kontaktkorrosion ist was anderes als kaltverschweissen.
Theoretisch kann man alle Metalle kaltverschweissen. Grundlage dafür ist eine seeehr gute Oberfläche, so dass die Atome der verschiedenen Metalle so nahe beieinander sind, dass sie sich schon gegenseitig anziehen. Da entsteht also eine atomare Bindung der beiden Partner.
Als Beispiel sei hier das Ansprengen von Endmassen zu nennen (gut...die sind aus gleichem Material).
Als Beispiel sei hier das Ansprengen von Endmassen zu nennen (gut...die
sind aus gleichem Material).
Das ist aber gerade kein Kontaktverschweißen, sondern Adhäsion.
Allerdings kann ich mich erinnern, dass man "angesprengte" Endmaße nicht zu lange zusammenlassen soll da sie sonst kaltverschweißen können.
Laut dem Link oben ist der Grund für Kaltverschweißung bei Schrauben eher Verunreinigungen und größere Rauheit die dazu führt dass punktuelle Kaltverschweißungen entstehen, die beim lösen/weiterdrehen durch aufbrechen die Rauheit weiter erhöhen was den Effekt immer weiter verstärkt.
Eben das was man als "fressen" bezeichnet. Je weiter man dreht, desto schwerer geht es bis irgendwann gar nichts mehr geht.
Als Beispiel sei hier das Ansprengen von Endmassen zu nennen (gut...die
sind aus gleichem Material).
Das ist aber gerade kein Kontaktverschweißen, sondern Adhäsion.
Allerdings kann ich mich erinnern, dass man "angesprengte" Endmaße nicht
zu lange zusammenlassen soll da sie sonst kaltverschweißen können.#
Stimmt, die Kaltverschweissung entsteht erst nach einiger Zeit.
Laut dem Link oben ist der Grund für Kaltverschweißung bei Schrauben
eher Verunreinigungen und größere Rauheit die dazu führt dass punktuelle
Kaltverschweißungen entstehen, die beim lösen/weiterdrehen durch
aufbrechen die Rauheit weiter erhöhen was den Effekt immer weiter
verstärkt.
Eben das was man als "fressen" bezeichnet. Je weiter man dreht, desto
schwerer geht es bis irgendwann gar nichts mehr geht.
Ja das hab ich mich auch gefragt, ob das bei den Schrauben durch die hohe Rauhheit dann der gleiche Mechanismus des Kaltverschweissens ist wie bei den Endmassen. Aber wohl eher nicht...eher wie beim Kolbenfresser.
Werden zwei Elemente aus nichtrostendem Stahl, wie Mutter und Schraube, miteinander verbunden, kann es unter gewissen Umständen zur Kaltverschweißung bzw. zum Fressen führen, da die Oberfläche dieser Stahlsorte eine sehr raue Oberfläche aufweist. Unter Kaltverschweißung versteht man die Verbindung zweier metallischer Werkstoffe bei Raumtemperatur, welche dem normalen Verschweißen sehr ähnlich ist. Werden die Verbindungselemente ineinander eingedreht, entstehen in den Gewinden und an den Auflageflächen hohe Reibwerte, welche zu einem Temperaturanstieg führen und die Werkstoffe mikroskopisch und punktuell verschweißen."
Damit ist meine Frage beantwortet. Praktisches Beispiel: Edelstahlschraube in dem Fahrradrahmen.
Laut der Quelle besteht das Problem der Kaltverschweißung bei "zwei Elementen aus nichtrostendem Stahl", also offenbar nicht, wenn ich eine Edelstahlschraube in normalen Stahl oder in anderes Material wie Aluminium, Messing etc. eindrehe.
Das Problem der etwaigen Kontaktkorrosion ist mir bekannt.
Also wie Udo auch schon geschrieben hat...das "Kaltverschweissen" bei den VA-Schrauben und Muttern ist eigentlich gar kein Kaltverschweissen, sondern eher ein Fressen, das aufgrund der hohen Reibung durch die hohe Rauhheit der Oberflächen und damit einhergehenden Wärmeentstehung die beiden Partner verschweisst. Also eine Reibverschweissung wenn man so will.
Hm...vll. ist der Begriff "Kaltverschweissung" dafür etwas ungünstig gewählt, aber wahrscheinlich deswegen, weil man nicht bewusst Wärme einbringt, m. M. nach aber falsch.
Geht nicht mehr auf, das Weicheisen reißt stumpf ab.
Das "hochfest" ist ja auch für Verbindungen die nicht mehr (normal)
geöffnet werden sollen.
In der Beschreibung zu Loctite 270 steht explizit dass die Verbindung
zum Lösen auf 300°C erwärmt werden muss.
Ich weiß das - verstehe es einfach als Hinweis, nicht einfach irgedeine Sicherungsmasse zu verwenden.
Jepp, ging mir um "Edelstahl" im trivialen Sinne, der Volksmund
assoziiert das mit rostfrei. Es gibt eine ganze Latte an edlen Stählen,
nur wenige davon sind tatsächlich "nicht rostend".
Da denke ich tatsächlich zuerst an rostfrei. Die Masse meiner Sechskantschrauben sind "A2-70" gekennzeichnet, habe ich nie rosten gesehen. Andere (Inbus) sind mit "A4" markiert, stammen aus dem Vorrichtungsbau einer Firma, die aggressive Stoffe verarbeitet. Leider habe ich zu beiden kein Datenblatt gesehen.
Interessanter ist, diese Dinger nicht an mechanisch hoch belasteten Teilen einzusetzen, wo 8.8 oder besser dran gehört.
Interessant, kannte ich nicht. Gilt das jetzt speziell bzw. nur für
Kontakt von Edelstahl mit Edelstahl oder auch von Edelstahl mit anderen
Metallen, z.B. eine Edelstahlschraube in "normalem" Stahl, Aluminium
etc.?
Bei Edelstahlschraube in Aluteil bereitet die Spannungsreihe keine Freude, da war dann mal das Alugewinde als weißes Pulver in der Schraube.
Edelstahl Schraube-Mutter, die sich nicht lösen lassen wollen, sind mir nicht geläufig. Liegt vielleicht auch daran, dass ich nur hobbymäßig schraube.
Also wie Udo auch schon geschrieben hat...das "Kaltverschweissen" bei
den VA-Schrauben und Muttern ist eigentlich gar kein Kaltverschweissen,
sondern eher ein Fressen, das aufgrund der hohen Reibung durch die hohe
Rauhheit der Oberflächen und damit einhergehenden Wärmeentstehung die
beiden Partner verschweisst. Also eine Reibverschweissung wenn man so
will.
Ist doch toll, die lockern sich dann nicht und Stoppmuttern / Schraubensicherung können entfallen.
Die Masse meiner Sechskantschrauben sind "A2-70" gekennzeichnet, habe
ich nie rosten gesehen. Andere (Inbus) sind mit "A4" markiert, stammen
aus dem Vorrichtungsbau einer Firma, die aggressive Stoffe verarbeitet.
Leider habe ich zu beiden kein Datenblatt gesehen.
Benno Strauss, der hat's erfunden:
V2A= Versuchslegierung # 2 austenitisch
V4A = Versuchslegierung # 4 austenitisch
Hat bei Krupp damit experimentiert, blöd nur daß er Jude war, hat beschissen in die Zeit gepasst. Das Kürzel hat sich bis heute gehalten, hat aber an sich keine Aussagekraft mehr. Beim A4 ist noch Mangan mit im Spiel, aber das würde hier zu weit führen. Ist ne eigene Wissenschaft, Metallurgie eben. Das einzig korrekte ist die Angabe von Werkstoffnummern, findet man bei 08/15 Schrauben eher selten. Eher im Kraftwerksbau nötig, oder Schwimmhallen mit chloriger Atmosphäre. A4 ist idR korrosionsbeständiger, so als Faustformel.
Die Eigenschaft "rostfrei" ist teuer erkauft, der hohe Chromgehalt macht das Material spröde und weniger elastisch. Für Bauteile, die dynamische Lasten aufnehmen müssen also eher weniger geeignet, Spannungsrisse & Co drohen. Ist im Hobbybereich und einfachen Anforderungen am Bau zwar nicht relevant, am Fahrwerk im Kfz ist Edelstahl aber absolut tabu.
Anbei ein Bild eines Kugelschiebers, heut eingebaut. DN 150, "A4", Verschraubung M16 mit Alupaste geschmiert. Ohne kann es gut sein dass auf dem Weg zum aufzubringenden Drehmoment das Gewinde fühlbar anfängt zu /kratzen/, und dann muß die Flex her...
Anbei ein Bild eines Kugelschiebers, heut eingebaut. DN 150, "A4",
Verschraubung M16 mit Alupaste geschmiert. Ohne kann es gut sein dass
auf dem Weg zum aufzubringenden Drehmoment das Gewinde fühlbar anfängt
zu /kratzen/, und dann muß die Flex her...
DerSchmied
Hübsches Teil! ;-)
Mich würde mal interessieren, wie Du die Muttern angezogen hast...Drehmoment nach Norm? Oder korrigierst Du das mit Einsatz der Alupaste?
Oder machst Du einen Anzug über Winkel, damit die Reibung erst gar keinen Einfluss im Bezug auf das Anzugsdrehmoment hat?
Mich würde mal interessieren, wie Du die Muttern angezogen
hast...Drehmoment nach Norm? Oder korrigierst Du das mit Einsatz der
Alupaste?
Der Schieber ist nahezu drucklos, knapp ein Meter Wassersäule aus nem Abwassertank mit 8 Kubik, also eher untergeordnet. Für herkömmliche Edelstahlschrauben gibt es keine verlässlichen Anzugsmomente, das muß nach Gefühl gehen. Den Drehmomentschlüssel hab ich hergenommen damit alle acht Schrauben gleichmäßig fest sind, sonst pinkelt es am Ende doch irgendwo heraus... Es gibt schon nichtrostende Schraubengarnituren die nach Herstellervorgaben geschmiert und angezogen werden müssen, das sind dann meist aber sündhaft teure HCR-Werkstoffe, hab ich seltener an der Hand. In diesem Fall galt einfach: Dicht muss er sein, und die Schrauben auch irgendwann wieder lösbar. Daher die Alu-Paste. 10.9er hochfeste Stahlschrauben die ich sonst im Stahlbau habe kommen idR MoS² geschmiert ab Werk, für die hab ich dann Tabellen nach Nm. Für M30, je nach Hersteller, um die 1650...
Für herkömmliche Edelstahlschrauben > gibt es keine verlässlichen Anzugsmomente, das muß
nach Gefühl gehen.
Ja das hab ich mir fast gedacht dass man sich da nicht wirklich drauf verlassen kann. Man muss halt auch bedenken, die Normen mit den Anzugswerten...das sind halt Laborwerte, die aber auch zum Ziel haben einen möglichst grossen Bereich abzudecken...d. h. nicht auf einen speziellen Schraubfall abzielen. Und wenn Ofl-Rauhheit und Verschmutzung so einen grossen Einfluss haben kanns schon mal schwierig werden mit den Normwerten. Verschmutzung könnte man ja noch beeinflussen, aber die Rauhigkeit schlecht.
Beruflich hab ich mit Edelstahlschrauben keine Erfahrung...und privat verwende ich die äusserst ungern...v. a. auch weil man da so schlecht merkt wann sich der Kopf beginnt abzuscheren wenns nach Gefühl geht.
Da ist die Alupaste n guter Hinweis, werd ich mal ausprobieren.
Hast Du da ne spezielle?
Es gibt schon nichtrostende Schraubengarnituren die
nach Herstellervorgaben geschmiert und angezogen werden müssen, das sind
dann meist aber sündhaft teure HCR-Werkstoffe, hab ich seltener an der
Hand.
Ja gut, wenn so ein Werkstoff zum Einsatz kommt, denk ich mal ist die Umgebung oder die Medien die da durchfliessen nicht nur Wasser mit nem zehntel bar, da kommts dann u. U. schon drauf an. Musst Du dann z. B. bei kritischen Schraubverbindungen auch Drehmomente oder Vorspannkräfte nachweisen?
Sorry wenn ich Dich jetz bissl löcher...aber des interessiert mich schon😁
Ich hatte mal eine Tabelle in der Hand, aus der klar hervorging, dass A2 Standard Schrauben nicht mal die Festigkeit 8.8 haben. Die lagen nur knapp über Alu. Wimre 6.4 oder so.
Hab die aber gerade nicht zur Hand...
Es gibt wohl Edelstahlschrauben die 8.8 schaffen. Die sind aber extra markiert.
Ich hatte mal eine Tabelle in der Hand, aus der klar hervorging, dass A2
Standard Schrauben nicht mal die Festigkeit 8.8 haben. Die lagen nur
knapp über Alu. Wimre 6.4 oder so.
Hab die aber gerade nicht zur Hand...
Es gibt wohl Edelstahlschrauben die 8.8 schaffen. Die sind aber extra
markiert.
Ja du hast Recht, die höchste Festigkeitsklasse von Edelstahlschrauben schafft gerade mal (zumindest die Zugfestigkeit) von 8.8
Von der Dehngrenze hab ich jetz nix gesehn, was eigentlich fast wichtiger wäre...
Wenn ich aber mal nen Wald-und-Wiesen Edelstahl anschau (aus dem ja potentiell auch Schrauben gefertigt sein können...Bild im Anhang)...dann hat der eine ziemlich niedrige Dehngrenze im vgl. zur Zugfestigkeit...
Schlussfolgerung... 8.8 schafft 640 MPa Streckgrenze, Edelstahl (vll je nach Umformungsgrag, etc.) >~ 200 MPa...das ist natürlich direkt gleichzusetzen mit übergragbarer Vorspannkraft bei elastischem Anzug...alles drüber bis zur Zugfestigkeit bedeutet überelastischer Anzug.
Beruflich hab ich mit Edelstahlschrauben keine Erfahrung...und privat
verwende ich die äusserst ungern...v. a. auch weil man da so schlecht
merkt wann sich der Kopf beginnt abzuscheren wenns nach Gefühl geht.
Beruflich hab ich mit Edelstahlschrauben keine Erfahrung...und privat
verwende ich die äusserst ungern...v. a. auch weil man da so schlecht
merkt wann sich der Kopf beginnt abzuscheren wenns nach Gefühl geht.
Grobmotoriker? Ich setze die gerne ein.
Haha guter Witz...ja dann zieh halt mal mit 0,72 oder 1,28 Nm nach Gefühl an...und sag mir dann wanns "schwammig" geworden ist beim Anziehen...
Genau das: Edelstahl hat ein anderes Dehnverhalten und es gibt keine
Schraube, mit der man eine 8.8 blind ersetzen könnte.
Gibt schon noch höhere Festigkeitsklassen als 8.8 und wenn nicht explizit ne 8.8 vorgeschrieben ist hätte ich keine Bedenken ne 8.8 mit ner 10.9 zu ersetzen. Die kann man sogar mit einem höheren Moment anziehen, was der Löseneigung entgegenwirkt.
Gibt schon noch höhere Festigkeitsklassen als 8.8 und wenn nicht
explizit ne 8.8 vorgeschrieben ist hätte ich keine Bedenken ne 8.8 mit
ner 10.9 zu ersetzen.
Es gibt auch Schrauben mit Festigkeitsklasse 5.8, vorzugsweise im Baumarkt. Und ein Baumarktkunde, welcher noch nie von Festigkeitsklassen gehört hat, wird eine 8.8-Schraube mit einer 5.8-Schraube ersetzen...
Für mich gehört er daher zur
permanenten Standardausstattung meiner Werkstatt.
Mein lieber Stefan, da hast du aber etwas völlig falsch verstanden.
Schraubensicherungslack ist keine Schraubensicherung. Der soll dir lediglich anzeigen, ob eine Mutter oder Schraube beginnt sich zu lösen.
Loctite ist zum sichern von Schrauben gedacht. Sicher gibt es noch andere Hersteller, aber ich denke Loctite ist sehr weit verbreitet.
Haha ja das stimmt leider...deswegen kauf ich sowas sowieso nie im Baumarkt, weil dann eh überteuert.
Ganz davon abgesehen gibts die, was ich brauch da sowieso nicht.
Also ich red da z. B. von M2,5 Zylinderkopf Inbus...oder M4 Linsekopf Torx, natürlich in der Festigkeitsklasse min. 8.8
Muss man aber erstmal die richtigen Schrauben haben und das auch können.
An den Blattverstellstangen vom MK-88 haben sich erstmal alle (auch ich) die Karten gelegt. Später konnte ich das wirklich sehr gut, wobei einige das nie richtig hin bekommen haben. Aber einfach ist das nicht, vor allem, wenn man es wirklich fachgerecht macht.