welche (reelle) Dateinrate bei 1 GBit/s

Gast #5793206
Lesenswert?

Hallo,
kurze Frage an die Profis:
Ich habe gestern einige große Dateien (2...6 GB) vom PC auf die NAS 
kopiert. Dabei fiel mir auf, dass die Übertragungsrate bei gerade mal 
500...6000mbit/s lag.


PC, router und NAS haben haben alle ein 1Gbit/s-Port.
Vom PC zum Router sind es 4m Kabel, vom Router zum NAS ist ein 50cm 
Kabel - alles handelsübliches CAT5e, beide Kabel fertig 
vorkonfektioniert, kein "Eigenbau".

Die Daten kommen PC-seitig von der SSD - Auslastung während des 
Kopiervorgangs < 10%.
Das NAS ist eine WD MyCloud mirror mit WD red SATA3, das NAS selbst 
arbeitet intern mit SATA2, also immer noch ausreichende 3GBit/s.
Jumboframe war deaktiviert.

Meine Frage: sind die 500 mbit/s eigentlich schon ganz gut oder kann man 
da "noch mehr" heraus holen?
Die 500mbit/s kommen mir zu gering vor.

Wo könnte der Flaschenhals sitzen?
Gast #5793249
Lesenswert?

114MB/s erreiche ich bei meinem NAS.

Such mal nach "iperf", das ist ein kleines Programm zum messen der 
Verbindungsgeschwindigkeit. Danach weißt du, ob es am Netzwerk liegt 
oder an den übrigen Komponenten.
Gast #5793836
Lesenswert?

Holger F. schrieb:
> dass die Übertragungsrate bei gerade mal 500...6000mbit/s lag.

Vielleicht gibst Du Dir mal Mühe, sinnvolle Werte zu nennen, 500 bis 
6000 millibit ist bullshit.

Ohne auf Zahlen einzugehen: Wenn ich einen PC boote, bevor der 
Netzwerkswitch eingeschaltet ist, habe ich extrem langsame Datenraten. 
Das ist aber nicht generell so, es betrifft nur einen von mehreren PCs 
und diesen auch nur an einem von mehreren Switches.

An einem anderen Ort hatte ich ein ähnliches Problem, da kam ein Laptop 
an einem bestimmten Switch nicht vorwärts, während dieser Laptop in 
diversen anderen Umgebungen keine Probleme hat und an dem Problemswitch 
andere PC ebenfalls klaglos laufen.

Probiere aus, Hardware umzuklemmen.
Gast #5794003
Lesenswert?

Rufus Τ. F. schrieb:
> Daß er 500 bis 600 MBit meint, erschließt sich den meisten nach kurzem 
Nachdenken.

Die mir bekannten Betriebssysteme zeigen Datendurchsatz in Kilobytes/s 
oder Megabytes/s an, nicht in Bits.

Wenn da tatsächlich 600 Megabit/s laufen, ist das nicht wirklich 
schlecht. Es gibt genug Festplatten, die zum Ende hin nicht schnell 
genug schreiben können oder schlecht designte RAID-Controller als 
Bremse.
Gast #5794012
Lesenswert?

Schön, abendliches raten von Fehler Ursachen.

Da ich auch regelmässig mit grösseren Datenmengen zu tun habe und daher 
schon öfters zweifelhafte Erfahrungen mit Consumer Netzwerktechnik hatte 
werde ich mal meine Erfahrungen schildern.

Wie bereit erwähnt kommt es schon mal zu Problemen zwischen spezifischen 
Hardware Kombinationen. Bisher hatte ich hauptsächlich mit den 
günstigeren Vertretern der 1Gbit/s Switches Probleme. Preisklasse 
kleiner 100€ für 8-Ports. Teilweise bringen da alte Enterprise 100MBit/s 
Switche einen konstanteren und höheren Durchsatz - leider.

1GBit/s entsprechen ~117 MByte/s Theoretisches Maximum.

Ja es ist mehr herauszuholen aber ohne konkretes kann man da nix sagen.

... schrieb:
> 10 Gig Interface einbauen

Das muss man dann aber auch mit Daten versorgen.

Es ist auch möglich mehrere Interfaces zu bündeln.
Gast #5794188
Lesenswert?

Manfred schrieb:
> Die mir bekannten Betriebssysteme zeigen Datendurchsatz in Kilobytes/s
> oder Megabytes/s an, nicht in Bits.

hmm, das meines Erachtens nach derzeit verbreitete Betriebssystem, 
Microsoft Windows 10, zeigt die Datenrate im Taskmanager als Mbit/s an.

Wenn der TO dort dann 500 bis 600 Mbit/s abliest, ist das "eher mau". 
Ich vermute das Problem hier am NAS. Die WesternDigital-Kisten kommen 
eben nicht an die Leistung einer Synology heran - die dann i.d.R. aber 
auch teilweise das doppelte kostet - irgendwo müssen eben Abstriche 
gemacht werden.

@TO
Du siehst im Verwaltungsmenü / Dashboard des WD-NAS die Auslastung der 
CPU - schau mal wie stark die CPU beim kopieren beansprucht ist. Ich 
meine zu wissen dass WD hier einen "100%-CPU-bug" hat --> google!....



Rufus Τ. F. schrieb:
> Daß er 500 bis 600 MBit meint, erschließt sich den meisten nach kurzem
> Nachdenken. Das kleine "m" ist lästig, die zussätzliche Null auch, aber
> ...
Full ACK! - man kann da jetzt drüber aufregen, muss man aber nicht...
Gast #5794422
Lesenswert?

qwerzuiopü+ schrieb:
> bit putzer schrieb:
>> Naja halbe Datenrate könnte auch bedeuten, das die Daten zweimal
>> transferiert werden, Vom Nas zum PC und vom PC zum NAS, bspw. f. Verify.
>
> Gigabit Ethernet ist aber Vollduplex.

Es kann Vollduplex. 1 GbE kann aber auch Halbduplex sein.

Bei Netzwerken sind SI-Präfix+bit/s üblich.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass das Netzwerk das bottleneck ist, 
könnte man (geeignete switches und Infrastruktur vorausgesetzt) auch 
Jumboframes mit 9KB nehmen.

Zum Messen der Festplattengeschwindigkeit kann man auch dd nehmen. Auf 
einer SSD:
1
$ dd if=/dev/zero of=~/foo status=progress
2
1002222080 bytes (1,0 GB, 956 MiB) copied, 3 s, 334 MB/s^C
3
2369512+0 records in
4
2369512+0 records out
5
1213190144 bytes (1,2 GB, 1,1 GiB) copied, 3,62933 s, 334 MB/s
Persönliche Seite #5794511
Lesenswert?

Gero schrieb:
> Wenn der TO dort dann 500 bis 600 Mbit/s abliest, ist das "eher mau".

Das sind zwischen 63 und 75 MByte/sec. Das ist nicht "mau", sondern 
liegt für eine Festplatte im normalen Bereich.

Je nachdem, wo auf die Platte geschrieben wird, ist die Datenrate 
unterschiedlich hoch; die äußeren Spuren mit mehr Sektoren sind 
schneller als die inneren Spuren mit weniger Sektoren.

Spitzenwerte jenseits der 100 MByte/sec erzielen Festplatten nur im 
äußeren Bereich --- und dann kommt noch die Drehzahl der Festplatte 
selbst ins Spiel.
Gast #5794565
Lesenswert?

Hallo!
erst einmal möchte ich mich für das schnelle "Geschreibsel" von oben 
entschuldigen!
Ja, ich habe bei der 600 eine Null zuviel und ja, ich hätte ein großes 
"M" für Megabit verwenden müssen! - Lektion gelernt!


Des Weiteren möchte ich mich für die vielen Antworten bedanken, ich habe 
nun versucht das Problem etwas einzugrenzen.

Vorweg: Die Transferrate entnehme ich dem windows 10 Taskmanager und dem 
Windows-AddOn "NetSpeedMonitor" welches ich in der Taskleiste platziert 
habe.

Zum Zeitpunkt meiner "Messung" war das NAS leer und formatiert, es 
handelte sich bei den kopierten Daten um die erstens Bytes die auf dem 
Gerät gespeichert wurden, es gab also keine Fragmentierung.


Die HDDs selbst sind, wie eingangs erwähnt, WD red 2TB (WD20EFRX), diese 
haben ein SATA-3 Interface welches mit 6 Gbit/s bzw. 600MB/s netto 
angegeben wird (lt Wikipedia).

Die WD red EFRX erzielt in div. Benchmarks im Internet fast überall 
zwischen 110 und 140MB/s Datentransferrate (sequentielles schreiben).
z.B. hier
https://www.tomshardware.com/reviews/red-wd20efrx-wd30efrx-nas,3248-4.html
oder hier
https://www.storagereview.com/western_digital_red_nas_hard_drive_review_wd30efrx

Daher gehe ich davon aus, dass die Platten nicht das Problem sind.

Was ich herausgefunden habe: (und da lag Gero gar nicht mal so falsch!) 
- Die WD MyCloud mirror in der ersten Generation ist nicht das 
Super-HighEnd-Teil!
WD gibt auf der eigenen Support-webseite eine durchschnittliche 
Transferrate zwischen 30 - 60MB/s an, da bin ich ja dann mit meinen 
500Mbit/s voll drin :(
https://support.wdc.com/knowledgebase/answer.aspx?ID=18626

Interessant: Synology gibt bei der DS218-Familie in etwa die selbe 
Transferrate an. Bei der DS718+ sollen es lt. FAQ dann schon 90MB/s 
sein, dieses kostet aber leer und unbestückt schon mehr als meine WD 
MyCloud mirror mit 2x2TB...
#5795151
Lesenswert?

Holger F. schrieb:
> Meine Frage: sind die 500 mbit/s eigentlich schon ganz gut oder
> kann man da "noch mehr" heraus holen?

Für GbE ist das eher auf der schlechten Seite.

> Wo könnte der Flaschenhals sitzen?

Meistens im NAS. Zum einen brauchst du natürlich einen geeigneten RAID- 
Level und genügend Platten, um überhaupt (dauerhaft) die ca. 110MB/s 
von/zu den Platten liefern zu können, die das Netzwerk schafft. Eine 
einzelne WD Red schafft ~120MB/s nur am "guten" Ende (die äußeren 
Spuren), am "schlechten" Ende sind es nur noch 60MB/s.

Das muß dann aber auch die CPU im NAS schaffen. Nicht nur das RAID 
braucht CPU-Leistung, evtl. liegt da ja auch noch eine Verschlüsselung 
drauf.

Mal als Hausnummer: in meinem Heimserver stecken 6 Stück WD Red als 
RAID-6 (Linux md). Das gibt also ca. die 4-fache Datenübertragungsrate 
einer Einzelplatte. Da drüber liegt ein LUKS Kryptocontainer, in dem ein 
ext4 Filesystem. Exportiert wird das auch über GbE, wahlweise NFS oder 
Samba (letzteres, falls ich mal das Windows auf dem Laptop oder eine 
Windows-VM auf der Workstation boote). Über NFS erreiche ich problemlos 
110MB/s für größere Files.

Wenn ich lokal auf dem Server Files zwischen der SSD und dem RAID 
kopiere, sind über 300MB/s drin. Und das geht dann durch zwei 
Krypto-Ebenen (die SSD ist natürlich auch verschlüsselt).

Andererseits tickert in der Kiste ein Core i5 @ 3.2GHz. Die NAS-Boxen 
verwenden i.d.R. deutlich schwachbrüstigere CPU, um Strom zu sparen.
Gast #5795190
Lesenswert?

A. K. schrieb:
> Circa 110 MB/sec sind mit SMB ab V2 und NFS erreichbar, nicht aber
> mit
> SMB v1. Mit normalen SATA HDDs ist diese Rate oft nicht dauerhaft
> erreichbar.

SMB V1 sollte man aus Sicherheitsgründen ohnehin ausschalten.
Für Win 7 muss man das explizit machen.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren