Netzgerät Dr. K Witmer - IC Tripel

OP #7868417
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Hallo Zusammen

Ich habe das oben genannte Netzgerät mit Jahrgang 1974. Nun habe ich mich gefragt, ob es vielleicht sinnvoll wäre, die Elkos zu ersetzen. Eigentlich funktioniert das Netzgerät jedoch einwandfrei. Gibt es also trotzdem einen Grund, die Elkos aufgrund des Alters zu ersetzen?

Vielen Dank

OP #7868437
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Wolf17 schrieb:

Wenn der Ripple der Ausgansspannung passt würde ich nichts vorbeugend ersetzen.

Ja, die Ausgangsspannung ist sauber. Ich habe auch den Ripple direkt über den Elkos gemessen, der ist im zu erwarteten Bereich.

Wolf17 schrieb:

230VAC Netzfilterkondensatoren oder Kaltgerätesteckerfilter, die 50 Jahre unter Spannung standen würde ich dagegen ersetzen. Die stinken erbärmlich, wenn sie ableben.

Das ist ein guter Hinweis - das werde ich machen.

Vielen Dank!

#7868448
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Aschi schrieb:

Eigentlich funktioniert das Netzgerät jedoch einwandfrei. Gibt es also trotzdem einen Grund, die Elkos aufgrund des Alters zu ersetzen?

Wenn da Becher verbaut sind, würde ich die bei dem Baujahr deines Netzteils ersetzen. Mir sind diese Zeitbomben bei zwei Systron-Donner-Netzteilen unvermittelt hoch gegangen. Beide Male eine Riesen-Sauerei.

#7868487
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Wenn optisch und messtechnisch keinen Auffälligkeiten sind, würde ich alles so lassen. Allerdings habe ich auch schon "schön" aussehende Elkos erlebt, die nach langen Jahren mal wieder plötzlich volle Netzspannung bekommen haben. Die waren dann Konfetti. Alte Netzfilter werden heute durch steile Spannungssprünge und PWM mehr Stress haben.

#7868503
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Zur Prüfung älterer Aluminium-Elektrolyt-Kondensatoren (Alu-Elkos):

Zuerst kommt die Sichtprüfung, die hast du vermutlich schon gemacht.

Für die Kapazitätsprüfung belastet man mit maximalem Strom und misst die Welligkeit am Kondensator. Das hast du auch schon getan. (ΔU = I * t / C)

Dazu kommt die Reststromprüfung:

Bei spannungslosem Lagern wird die dünne Isolationsschicht (Alumuniumoxid) noch dünner. Beim Anlegen an Spannung fließt dann erhöhter Reststrom, der in Verbindung mit dem Elektrolyten die Schicht wieder chemisch aufbaut (formiert) und dabei aber den Kondensator erwärmt. Das kann man fühlen. Wird der Kondensator nur lauwarm oder bleibt kalt, ist der Reststrom okay. Dann einfach eine Weile eingeschaltet lassen, der Strom wird mit der Zeit immer kleiner. (P = U * Ir) Wird der Kondenstor schnell warm oder macht gar Geräusche, sofort ausschalten, sonst erlebst du was Tim (solarlicht) und Lu (oszi45) beschrieben haben. Das sollte eigentlich die erste elektrische Prüfung (mit Schutzbrille und eventuell Vorwiderstand in der Versorgung, um den Strom zu begrenzen) sein, weil ein geplatzter Kondensator "intensive" Folgen hat. Wenn der Elektrolyt kocht, kann der Kondensator platzen. Die höchste Spannung liegt im Leerlauf an.

Und als drittes die Innenwiderstandsprüfung:

Die macht man wie die Kapazitätsprüfung unter Vollast und prüft hier auch die Erwärmung. Der Lade- und Entladestrom verursacht Erwärmung durch den Serien-Innenwiderstand, insbesondere verursacht durch die elektrische Leitfähigkeit des Elektrolyten. (P = I² * Ri)

Bernhard

#7868521
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Aschi schrieb:

Wolf17 schrieb:

230VAC Netzfilterkondensatoren oder Kaltgerätesteckerfilter, die 50 Jahre unter Spannung standen würde ich dagegen ersetzen. Die stinken erbärmlich, wenn sie ableben.

Das ist ein guter Hinweis - das werde ich machen.

Wenn auf den Filtern-Kondensatoren RIFA steht oder auf den Filtern Schaffner (wenn intern mit RIFA gebaut), dann NICHT MEHR ANS NETZ ODER EINSCHALTEN.

Nicht einmal nur kurz um noch etwas nachzusehen. Die RIFA-Kondensatoren sehen klein und harmlos aus, aber alte gehen nicht nur liebend gerne hoch, sondern machen eine unglaubliche Sauerei. Mit einem Knall und einer (giftigen?) Rauchentwicklung dass du glaubst deine ganze Bude brennt ab. Was auch immer Ericsson da rein gesteckt hat, es ist diabolisch.

Wenn du die Sauerei ein mal hattest machst du den Fehler nie wieder.

OP #7868884
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Also ich habe mal nachgeschaut:

  1. Der Netzfilter ist ein KONDUR 0.1uF und gem. Schema 1000V. Was würdet ihr als Ersatztyp empfehlen (ich werde bei Mouser bestellen)?

  2. Auf der Platine vom Netzteil gibt es nebst den Glättungs-Elkos noch einige weitere Elkos mit 15uF. Die werde ich auch gleich wechseln. Nun hat es noch weitere Kondensatoren mit 470p, 1,5n und 3,3n. Würdet ihr die auch tauschen (wenn ich schon dabei bin)?

Angehängte Dateien:
#7868905
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Aschi schrieb:

Was würdet ihr als Ersatztyp empfehlen

Deckel zu und Finger weg, solange das Gerät funktioniert.

Aschi schrieb:

Auf der Platine vom Netzteil gibt es nebst den Glättungs-Elkos noch einige weitere Elkos mit 15uF. Die werde ich auch gleich wechseln.

Weil irgendwelche Internetkasper alles "recappen" müssen?

Was soll der Schwachsinn?

Ich habe tatsächlich mal in zwei Rohde&Schwarz Netzteilen Elkos ersetzt. Das aber nicht wegen deren Alter, sondern, weil die Regelung am Spinnen war.

(Firma: Schweigstill IT) Persönliche Seite #7868907
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Bernhard schrieb:

Bei spannungslosem Lagern wird die dünne Isolationsschicht (Alumuniumoxid) noch dünner. Beim Anlegen an Spannung fließt dann erhöhter Reststrom, der in Verbindung mit dem Elektrolyten die Schicht wieder chemisch aufbaut (formiert) und dabei aber den Kondensator erwärmt.

In diesem Zusammenhang sollte man vor allem auch beachten, dass der Formiervorgang auch zu einer Kapazitätsreduzierung führt und nicht etwa zu einer Erhöhung. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass ein lange spannungsfrei gelagerter Elko zunächst eine unverdächtig hohe Kapazität aufweist. Erst nach dem Formieren erkennt man dann, dass der Elko doch schon halb ausgetrocknet ist. Der ESR dürfte dann ebenfalls unter aller Sau sein.

#7868923
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Andreas S. schrieb:

In diesem Zusammenhang sollte man vor allem auch beachten, dass der Formiervorgang auch zu einer Kapazitätsreduzierung führt und nicht etwa zu einer Erhöhung...

Das ist korrekt und auch ein Grund, dass die Reststromprüfung (Prüfen auf nur geringe Erwärmung genügt) die erste elektrische Prüfung sein sollte. Die Prüfung auf ausreichend niedrigen Serien-Innenwiderstand (ESR) und ausreichende Kapazität folgt nach dem Formieren.

Zum Formieren lasse ich Geräte noch ca. 2 h im Leerlauf am Netz, nachdem sich der Kondensator nicht (mehr) erwärmt.

Generell gilt: Bei Alu-Elkos ist die Ursache für einen Ausfall fast immer die Dichtung am Pluspol. Bei kleinen Elko-Gehäusen ist das Verhältnis von Volumen zu Dichtungsfläche geringer als bei großen, deshalb fallen kleine häufiger aus als große.

Viele Dichtungen versagen nicht, unauffällige Elkos würde ich nicht austauschen. Vielleicht hat der neue dann sogar eine schlechtere Dichtung als der bewährte alte.

Kunststofffolienkondensatoren, die nicht direkt am Netz hängen und Keramikkondensatoren versagen fast nie, die tauscht man nicht aus.

Direkt am Netz muss je nach Überspannungskategorie ein X2- oder X1-Kondensator verwendet werden. Deren Prüfspannung ist mindestens 2,5 kV für X2 und mindestens 4 kV für X1. Für Geräte mit Netzstecker für 230 V genügt üblicherweise X2.

#7868929
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Tim 🔆 schrieb:

Wenn da Becher verbaut sind, würde ich die bei dem Baujahr deines Netzteils ersetzen.

Was soll der Käse. Das Netzteil des TO funktioniert und zeigt zudem keine Auffälligkeiten wie z.B. aufgeblähte Elkos oder erhöhten Rippel.

Aschi schrieb:

Der Netzfilter-Kondensator werde ich wechseln.

Warum denn das? Der verbaute Kondensator (vermutlich MKP oder Film) scheint was Hochwertiges zu sein und zeigt auch optisch keine Auffälligkeiten. Mit 1000V ist er auch mehr als ausreichend dimensioniert (Vss der Netzspannung liegt bei etwa 650V)

Ich würde an dem Teil nicht ohne Not rum löten. Ich habe in meiner bisherigen Praxis mehr moderne, sprich neuere, Kondensatoren gewechselt als solche betagten. Die Qualität war, bis auf ein paar wenige Ausnahmen, meist besser. Mach den Deckel wieder drauf und gut ist es. Wenn wirklich mal ein Elko hoch gehen sollte, dann hält sich bei diesen kleinen Dingern die Sauerei eigentlich in Grenzen. Da die Leiterplatte gesteckt ist, läßt sich im Falle eines Falles doch alles gut reinigen.

#7868991
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Hans schrieb:

Was soll der Käse. Das Netzteil des TO funktioniert und zeigt zudem keine Auffälligkeiten wie z.B. aufgeblähte Elkos oder erhöhten Rippel.

Man, das hat sich längst erledigt, da solche Elkos gar nicht im Netzteil des TE verbaut sind, wie auf seinem Foto zu erkennen.

Bei meinen Netzteilen handelte es sich um SIC SAFCO Becherelkos.

Dieser Bauart (in meinem Fall 3300µF 63V): https://www.ebay.de/itm/353483359084

Die hatten weder erhöhten Ripple noch war was aufgebläht. Den Reststrom habe ich nicht gemessen. Die Netzteile waren täglich in Betrieb, nicht monatelang ausgeschaltet. Bis es bumm machte.

#7869087
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Aschi schrieb:

Hallo Zusammen

Ich habe das oben genannte Netzgerät mit Jahrgang 1974. Nun habe ich mich gefragt, ob es vielleicht sinnvoll wäre, die Elkos zu ersetzen. Eigentlich funktioniert das Netzgerät jedoch einwandfrei. Gibt es also trotzdem einen Grund, die Elkos aufgrund des Alters zu ersetzen?

Vielen Dank

Ich habe die 30V/1A Variante und bei mir ist der WIMA Netzfilter Kondensator, der direkt am Trafo angelötet ist, letztes Jahr explodiert. Den würde ich austauschen. Ich würde dir aber empfehlen nicht die Frontplatte abzuschrauben weil die mit recht starren Drähten und Wachsschnur auf die Steuerplatine verdrahtet ist, sieht zwar schön sauber aus aber es besteht die Gefahr die Pins an den Potis abzureißen.

#7869107
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Hans-Georg L. schrieb:

Ich habe die 30V/1A Variante und bei mir ist der WIMA Netzfilter

So wie es (lt. Foto) aussieht, ist beim TO kein WIMA verbaut.

Tim 🔆 schrieb:

Dieser Bauart (in meinem Fall 3300µF 63V): https://www.ebay.de/itm/353483359084

Das es bei so einer Bauart kracht, wundert mich nicht. Es hatte schon einen Grund warum man früher bei Becherelkos auf der Oberseite eine Bohrung hatte, die mit einem kleinen Gummistopfen verschlossen war. Wenn da mal der Druck im Inneren zu hoch wurde flog einfach der Gummistopfen mit einem Plob weg und Sauerei gab's da i.d.R. meist keine. Oftmals wurde dies noch nicht mal sofort bemerkt. Bei Deiner Bauform zerlegt es vermutlich den ganzen Becher (zumindest im unteren Teil). Hinzu kommt das Duck deutlich höher sein muß bis es so ein C aufplatzt.

Dennoch halte ich es für eine Unsitte auf Verdacht einfach alle Kondensatoren zu tauschen. Immer erst prüfen und dann tauschen wenn nötig.

#7869124
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Manfred P. schrieb:

Weil irgendwelche Internetkasper alles "recappen" müssen?

Was soll der Schwachsinn?

dein Kommentar ist Schwachsinn - hier sind keine Internetkasper zugegen; und das Vorgehen ist doch völlig ok - mit Bildern nach Erfahrungen fragen - wenn da Rifas oder Tantals oder goldene Wima-Elkos zu sehen gewesen wären, sollte man die vorsorglich tauschen; btw. die dicken Rifa-Elkos würde ich tauschen - die wären mir suspekt - geegen axiale (ja, die gibts noch...)

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