Michael B. schrieb:
aber genau sind die nicht, der Emissionsfaktor ist normalerweise nicht
bekannt und verfälscht das Ergebnis im zig-Prozentbereich.
Doch, Strahlungsthermometer können sehr genau messen und werden in der Industrie vielfältig und in großer Stückzahl eingesetzt.
Die Geräte kommen allerdings nicht aus dem Baumarkt.
Wichtig ist die richtige Auswahl von Spektralbereich und Optik.
Der Spektralbereich spielt besonders bei Messung von Temperaturen an Metallen (es geht hier ja um Messing) eine Rolle, wobei hier auch der zu messende Temperaturbereich drin vorkommt.
Bei geeigneter Auslegung kann man auch z.B. die Temperatur von Gasen oder Flammen recht präzise messen. Müllverbrennungsanlagen und Stahlindustrie seien genannt.
Den Emissionsgrad kann man bei kritischen Oberflächen recht einfach ermitteln indem man die Oberflächentemperatur testweise zusätzlich z.b. mit einem Thermoelement ermittelt.
Mit "Tricks" kann man auch Temperaturen von spiegelnden Metalloberflächen messen, dazu bringt man im Hintergrund einen schwarzen Strahler mit bekannter Temperatur an (dessen Strahlung in die Optik des Pyrometers gespiegelt wird) und verrechnet die Werte. So eine Anlage haben wir für die Messung von Temperaturen an Galetten zur Synthesefaserherstellung realisiert.
Ähnlich lassen sich auch Temperaturen an Objekten messen die den Meßfleck nicht ausfüllen.
Vielleicht äußert sich Thomas noch zu der geplanten Anwendung?
Im großen Auktionshaus finden sich immer mal KT15 Pyrometer von Heitronics für überschaubares Geld. Diese "amtlichen" Geräte habe eine RS232 Schnittstelle zur Parametrierung und zur Datenausgabe sowie einen Analogausgang. Integrationszeit (0.05s bis 10s) und Emissionsgrad lassen sich einstellen.
Der Suffix gibt den Spektralbreich an:
Ein KT15.99 misst einen recht "universellen" Spektralbereich, nicht gut für Metalle. Die angebotenen KT15.43 sind eher für Glas und Keramik. (7.5 bis 8.2µ), könnten aber bei Messing funktionieren.
Uwe