Hallo,
eine Frage an die Schaltungsexperten:
Für einen autonomen Funk-Außensensor benötige ich eine
Solar-Stromversorgung. Die Schaltung nimmt zur Übermittlung von
Messergebnissen alle 15 Minuten für ca. 1 Sekunde 5V / 100mA ab und soll
natürlich auch in der Nacht bzw. schlechten Lichtverhältnissen
zuverlässig und durchgehend arbeiten. Das vorhandene Solarpanel müsste
mit 16V/125mA eigentlich ausreichend dimensioniert sein. Mein
kostengünstiger Gedankengang mit DC-Wandler und ein paar Supercaps
(siehe Bild) sollte doch prinzipiell so funktionieren, oder?
Gruß Mark
Hallo Mark,
die Schaltung sollte funktionieren, da Dein Solarmodul völlig
überdimensioniert ist.
Normalerweise versucht man ein Solarmodul nahe des MPPs zu betreiben,
damit die Leistungsausbeute maximal ist.
Dein DC/DC-Wandler regelt nur die Ausgangspannung, nicht aber die
Eingangsspannung.
Gruß Julinho
OK danke, grundsätzliche Einwände gegen diesen einfachen Aufbau
scheint's dann nicht zu geben. Bei den verwendeten Supercaps (Typ Samwha
Green-Cap DS5U106Z10030BB 2.7 V/DC 10 F, Conrad Best.Nr.451427, 2x in
Reihe- und davon evt. bis 4 Pärchen parallel) habe ich jedoch inzwischen
Bedenken: Über 24h verlieren sie fast 1/5 der Spannung allein durch
Selbstentladung. Hat da jemand einen besseren Tipp? Akkus scheiden für
mich wegen begrenzter Lebensdauer, Temperaturempfindlichkeit
(Außensensor!) und Kontaktkorrosion aus.
> grundsätzliche Einwände gegen diesen einfachen Aufbau> scheint's dann nicht zu geben.
Doch.
Es ist extrem ungünstig, den Kondensator auf der Ausgangsseite der
konstanten Spannung zu haben, denn Kondensatoren verlieren bei Entladung
deutlich an Spannung, das sind ja keine chemischen Akkus
Eine 16V Solarzelle ist (über die Diode) zum direkten Anschluss an einen
12V Bleiakku vorgesehen. Der Spannungswandler käme dann nach dem Akku.
> Akkus scheiden für> mich wegen begrenzter Lebensdauer, Temperaturempfindlichkeit> (Außensensor!) und Kontaktkorrosion aus.
Und da sollen SuperCaps besser sein ? Vergiss es.
Nimm eine Lithiumprimärbatterie wie ER34615 und vergiss dein Aufladen.
Bei 100uA durchschnittlichem Stromverbrauch hält das Ding über 10 Jahre.
Und vielleicht kannst du am Stromverbrauch noch was sparen, wenn deine
Schaltung direkt mit 3.6V läuft und nicht mit 5V.
> OK danke, grundsätzliche Einwände gegen diesen einfachen Aufbau> scheint's dann nicht zu geben.
Doch: Wie stellst Du sicher, dass der SUpercap sich nicht nachts
rueckwaerts ueber den Wandler entlaedt?
gruss
Michael
MaWin schrieb:>> Akkus scheiden für>> mich wegen begrenzter Lebensdauer, Temperaturempfindlichkeit>> (Außensensor!) und Kontaktkorrosion aus.>> Und da sollen SuperCaps besser sein ? Vergiss es.
Nein, warum? Lt. Datenblatt sind die Caps problemlos bis -25°C
verwendbar, haben deutlich mehr "Ladezyklen" und sind wechselkontaktlos
einzubauen. Die Möglichkeit einer Primärbatterie hab ich auch bedacht-
die zu versorgende Schaltung braucht jedoch ihren Saft und ist nicht
weiter optimierbar; eher wollte ich bei Reserven noch weitere
Verbraucher anschließen. Zusammen mit mehr Empfindlichkeit gegenüber
kalten Temperaturen geb ich da einem oder gar mehreren Jahren
Batterielebensdauer keine Chance !?
Blei-Akkus? Mag ja optimal für den Solarzellentyp sein- sind mir aber
einfach zu groß und auch nicht gerade die Lösung für "Fest einbauen und
für immer vergessen". Smart und robust scheint mir nur die
Kondensator-Lösung zu sein. Oder?
Michael Roek-ramirez schrieb:> Wie stellst Du sicher, dass der SUpercap sich nicht nachts> rueckwaerts ueber den Wandler entlaedt?
Ob er das wirklich tut oder nicht wollte ich noch testen. Falls ja muß
eben noch eine Diode rein.
> Nein, warum?
Siehe:
http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.14
"Reparaturbetriebe berichten aber, das sie nicht zuverlässiger als Akkus
sind."
Lithium geht durchaus bis -50 GradC:
http://www.saftbatteries.com/doc/Documents/liion/Cube572/MP174565-integration_0608.4eb5c2ae-b9e4-4533-af50-cbee459d6edc.pdf
und gibt's natürlich auch zum Einlöten.
Ich bin überzeugt davon, daß du kein Gerät hast, welches dir wirklich
schon mal bewiesen hat, daß ein GoldCap als Akkuersatz die richtige Wahl
ist. Entweder hast du ein Radio, welches noch nie nach vielen Jahren
einen längeren Stromausfall puffern musst, oder keine Uhr oder el.
Zahnbürste, die dir zeigt, daß GoldCap unbrauchbar sind, sondern nur aus
deiner Phantasie heraus glaubst, die würden was taugen obwohl du noch
nicht mal deren grundlegende Physik kennst.
Hallo Mark,
2 Sachen die mir an der Schaltung noch einfallen. Zum einen die bereits
angesprochene Selbstentladung zurück über den Regler. Das andere ist,
das ein Laden erst dann stattfindet, wenn der Regler versorgt ist
(Eigenverbrauch Regler).
Warum nicht nur eine Z-Diode als Spannungsbegrenzung anstatt des Reglers
(4,7 oder 5,1V)?
Deiner Solarzelle macht das nichts aus. Die Z-Diode kann die 100mA auch
ab (Die 135mA sind ja Kurzschlußstrom). Keine Verluste durch
Eigenverbrauch unterhalb der Durchbruchspannung - D.h auch im Winter bei
difusem Licht wird maximal geerntet. Einfach - billig - kalkulierbar.
Gruß
Slartibartfaß
MaWin schrieb:> Ich bin überzeugt davon, daß du kein Gerät hast, welches dir wirklich> schon mal bewiesen hat, daß ein GoldCap als Akkuersatz die richtige Wahl> ist. Entweder hast du ein Radio, welches noch nie nach vielen Jahren> einen längeren Stromausfall puffern musst, oder keine Uhr oder el.> Zahnbürste, die dir zeigt, daß GoldCap unbrauchbar sind, sondern nur aus> deiner Phantasie heraus glaubst, die würden was taugen obwohl du noch> nicht mal deren grundlegende Physik kennst.
Mag sein MaWin- deshalb frage ich ja hier.
Die MP174565 ist sicher ein interessantes Teil. Aber was kostet eine
solche Batterie und wo ist sie problemlos erhältlich?
Sei es wie es sei- ich suche in diesem Beitrag nach einer einfachen
robusten Lösung zwischen einem vorhandenen Solarpanel und meiner
Schaltung.
P.S. habe gerade festgestellt daß die Entladecharakteristik obiger
Supercaps nach ein paar Ladezyklen besser geworden ist. Ich geb die
Hoffnung nicht auf daß es damit gehen könnte.
> problemlos erhältlich
Lithiumdinger sind als Primärbatterie und Akku
überall problemlos erhältlich, sogar bei Conrad,
die Datenblätter standen hier als Beispiel, Beleg
und Anhaltspunkt nach was du suchen kannst.
Kaufen must du aber selber.
Slartibartfaß schrieb:> Warum nicht nur eine Z-Diode als Spannungsbegrenzung anstatt des Reglers
Hallo Slartbartfaß, ja warum eigentlich nicht? Dein Vorschlag hat was-
insbesondere wenn in den trüben Wintermonaten die Versorgung
sichergestellt werden will und man dann Verluste ganz und gar nicht
brauchen kann! Die unvermeidliche Energievernichtung im Sommer muß man
dann eben in Kauf nehmen. Danke für den Tipp!
MaWin schrieb:> Doch.>> Es ist extrem ungünstig, den Kondensator auf der Ausgangsseite der> konstanten Spannung zu haben, denn Kondensatoren verlieren bei Entladung> deutlich an Spannung, das sind ja keine chemischen Akkus
Super/Ultra/Gold Caps vertragen normal ein Spannung von 2.7V. Es gibt
aber auch welche für 5.5V und das ist das Maximum.Davor würde ihn
schädigen.
Ich würde die Solarzelle gescheit dimensionieren und ein Stepup
dahinter.
So, ich habe die einfache Variante mit Z-Diode 5,1V und besagtem
Solar-Panel in Betrieb. Dessen Größe langt bei bedecktem Himmel und mehr
schlecht als rechter Südwestausrichtung (es hängt abnehmbar an
Balkonbrüstung) gerade eben aus um ca. 50F SuperCap -Kapazität (4x
50F/2,7V) tagsüber inklusive besagter 24-Stunden Last wieder auf 5V
aufzuladen!
Sobald die Sonne scheint sieht die Bilanz natürlich deutlich positiver
aus, für die Energieverwertung muss ich mir da noch was sinnvolles
einfallen lassen :-) Tatsächlich braucht es aber diese Panelgröße um für
schlechte Beleuchtungsverhältnisse gerüstet zu sein.
Soweit mal eine Zwischenstandsmeldung zu meiner Stromversorgung- ich
hoffe sie übersteht erfolgreich auch den nächsten Winter. Ich poste das
Ergebnis!
Gruß Mark D.
Mark D. schrieb:> Balkonbrüstung) gerade eben aus um ca. 50F SuperCap -Kapazität (4x> 50F/2,7V) tagsüber inklusive besagter 24-Stunden Last wieder auf 5V> aufzuladen!
Hallo Mark,
wie stellst du bei deinen 5 V, verteilt auf zwei in Serie geschaltete
SuperCaps, sicher, dass kein Kondensator mehr als 2.7 V abbekommt
(Symmetrierung der Spannung)?
Rainer
Hallo Rainer,
im Moment nur durch die ca. 0,3V Reserve zur Maximalspannung und das
Vertrauen darauf daß ggf. vorhandene Exemplarstreuungen damit irrelevant
werden. Danke aber für den Hinweis. Bislang gibt es auch noch keinen
Hinweis auf einen Einbruch der verfügbaren Kapazität.
Mark D.
Das von Rainer angesprochene (eventuelle) Problem werde ich mal bei
schönem Sonnenschein unter die Lupe nehmen. Sollten über irgendeinem Cap
tatsächlich 2,7V erreicht werden (für die ständige Überwachung hätte ich
noch Analogleitungen frei) müsste eben die zulässige Maximalspannung via
zugeschalteter Last / reduzierter Z-Spannung runter. Ich hoffe aber die
verwendeten Samwha-Caps erweisen sich sowohl als gleiche wie auch
robuste Teamplayer :-)
Mark D.