Hallo Leute,
kann mir jemand sagen, wie ich rechnerisch die nötige Auflösung für ein
PWM auslegen kann um damit ein MPPT-Boost vernünftig zu regeln?
Ich frage mich, ob vielleicht ein 8Bit PWM ausreicht, oder es doch 12
oder gar 16 Bit sein müssen. Letzteres wäre halt auf meinem Kontroller
nur noch mit recht niedriger Frequenz möglich.
Mein MPPT des kleinen Panels liegt laut Aufdruck bei etwa 8V, und "raus"
haben möchte ich gerne 12,6V für ein 3S LiPo Akkupack.
Vielen Dank
Vielleicht noch eine Erweiterung meiner Frage:
Kann ich die Booststufe so auslegen, wie "üblich" und hier
(https://www.ti.com/lit/an/slva372c/slva372c.pdf) beschrieben ist, oder
muss ich da etwas dran ändern?
Muss das MPPT denn zwingend über einen Controller ablaufen? Es gibt für
soetwas fertige ICS die sogar das Laden von Li-Ionen Akkus unterstützen.
Gleichzeitig hast du dann viele wesentliche Schutzfunktionen mit
abgedeckt.
Z.b. TIs BQ24650
Edit:
Bei diesem handelt es sich um einen Buck Regler
Ich denke du findest bei weiterer Suche auch noch einen Regler mit Boost
Topologie.
Soweit ich weiss ändert sich hierbei an der normalen Boost-Topologie
nichts.
Hi und danke für die Idee,
ich würde das ganze aber gerne zum lernen mit einem Kontroller
realisieren um es in der Schule vorzuführen. Finde ich interessanter als
immer nur ein paar LEDs blinken zu lassen. :)
Puuh, dann bin ich leider raus, Programmieren ist nicht meine Stärke.
Zu deiner Frage:
Ich gehe allerdings davon aus das 8-bit vollkommen ausreichend sind.
Lieber ein gutes Maß aus Frequenz, also mehr Abtastung und der Auflösung
der PWM als vollkommen auf die Auflösung der PWM zu gehen und die
Frequenz flöten zu lassen.
8 Bit sind ja immerhin 128 Schritte in die du deine Spannung "zerlegen
kannst"
Also 8V/128=0.0625V Schritte
Das sollte genügen.
Newby schrieb:> Mein MPPT des kleinen Panels liegt laut Aufdruck bei etwa 8V, und "raus"> haben möchte ich gerne 12,6V für ein 3S LiPo Akkupack.
Also raus ehr 9...12,6V.
Und wenn dir berechnen zu viel ist, dann simuliere die Schaltung doch
einfach.
Vincent H. schrieb:> Puuh, dann bin ich leider raus, Programmieren ist nicht meine> Stärke.>> Zu deiner Frage:> Ich gehe allerdings davon aus das 8-bit vollkommen ausreichend sind.> Lieber ein gutes Maß aus Frequenz, also mehr Abtastung und der Auflösung> der PWM als vollkommen auf die Auflösung der PWM zu gehen und die> Frequenz flöten zu lassen.> 8 Bit sind ja immerhin 128 Schritte in die du deine Spannung "zerlegen> kannst"> Also 8V/128=0.0625V Schritte> Das sollte genügen.
Das ist allerdings eine Milchmädchenrechnung. Das Tastverhältnis hängt
ja nicht nur von der Spannung am MPP ab.
Michael M. schrieb:> Vincent H. schrieb:>> 8 Bit sind ja immerhin 128 Schritte...>> Wirklich?
Ups, 256Schritte...
Es war ein langer Tag verzeiht mir. ;D
Dementsprechend 8V/256=0,03125V
Umso besser für den TO.
hinz schrieb:> Und wenn dir berechnen zu viel ist, dann simuliere die Schaltung doch> einfach.
Oh, damit habe ich noch weniger Erfahrung...
Michael M. schrieb:> Vincent H. schrieb:>> 8 Bit sind ja immerhin 128 Schritte...>> Wirklich?
Sind das nicht 256?
hinz schrieb:>> Das ist allerdings eine Milchmädchenrechnung. Das Tastverhältnis hängt> ja nicht nur von der Spannung am MPP ab.
Ja das mag sein, wie gesagt dafür fehlen mir die Kenntnisse des
Protokolls. Dennoch verdeutlicht es ja, dass der TO mit 8Bit gut
zurechtkommen sollte.
hinz schrieb:> Lies dir doch mal durch wie man das berechnet:
Ah okay, das löst meine zweite Frage. Aber die Erste nach der Auflösung
ist damit noch nicht geklärt - oder ich seh es nicht :-/
Newby schrieb:> ich würde das ganze aber gerne zum lernen mit einem Kontroller> realisieren um es in der Schule vorzuführen. Finde ich interessanter als> immer nur ein paar LEDs blinken zu lassen. :)
Für solche Anwendungen ist Digitaltechnik schlechter als Analogtechnik.
Insbesondere zum Laden von Li-Akkus wäre mir das zu gefährlich!
Harald W. schrieb:> Für solche Anwendungen ist Digitaltechnik schlechter als Analogtechnik.> Insbesondere zum Laden von Li-Akkus wäre mir das zu gefährlich!
Ich habe hier auch noch eine alte Bleibatterie aus einem Maulwurfschreck
(von meinem Opa). Die kann ich ja auch nehmen. 12V/5Ah
Harald W. schrieb:> Newby schrieb:>>> ich würde das ganze aber gerne zum lernen mit einem Kontroller>> realisieren um es in der Schule vorzuführen. Finde ich interessanter als>> immer nur ein paar LEDs blinken zu lassen. :)>> Für solche Anwendungen ist Digitaltechnik schlechter als Analogtechnik.> Insbesondere zum Laden von Li-Akkus wäre mir das zu gefährlich!
Oder halt MPPT, dann der Boost Converter auf 12.6V und dahinter ein BMS
mit den Li-Ionen.
Newby schrieb:> hinz schrieb:>> Lies dir doch mal durch wie man das berechnet:>> Ah okay, das löst meine zweite Frage. Aber die Erste nach der Auflösung> ist damit noch nicht geklärt - oder ich seh es nicht :-/
Berechne den Bereich des Tastverhältnisses. Wenn du darin etwa 30
Schritte unterbringen kannst, dann reicht das gut. Du musst ja nicht das
letzte Promille aus den Solarzellen quetschen.
Ich glaube wir haben aneinander vorbeigeredet.
Ich dachte du willst das PWM nutzen, um den MPP zu ermitteln.
Du willst aber mit der PWM vom Controller den BoostConverter betreiben
richtig?
Dazu bräuchtest du noch eine Feedbackspannung.
Hier würde ich definitiv zu fertigen Modulen oder aber ICs mit
Beschaltung raten (MT3608).
Das MPPT Protokoll kannst du ja im Controller umsetzen. Die Spannung die
da raus kommt dann zu wandeln würde ich aber dem IC überlassen.
Vincent H. schrieb:> Das MPPT Protokoll kannst du ja im Controller umsetzen. Die Spannung die> da raus kommt dann zu wandeln würde ich aber dem IC überlassen.
Ach wo, das kann so ein µC problemlos machen, nur sollte man seinem
A/D-Wandler eine vernünftige externe Referenz geben.
Vincent H. schrieb:> Du willst aber mit der PWM vom Controller den BoostConverter betreiben> richtig?
Richtig, das war meine Idee. Wird ja so eigentlich auch immer gemacht...
Zumindest in den Wandlern, die ich so im Netz gefunden habe die auch
wirklich MPPT machen und nicht nur "PWM" drauf stehen haben. Bei
letzteren fehlt immer die Induktivität. - Schön das es so coole
Zerlegevideos im Netz gibt ;)
hinz schrieb:> Ach wo, das kann so ein µC problemlos machen, nur sollte man seinem> A/D-Wandler eine vernünftige externe Referenz geben.
Mein µC (STM32) hat einen 12Bit ADC und eine 2,048V oder einstellbar
auch 2,5V Referenz. Hab vorher mal den ADC mit der Versorgungsspannung
von 3,3V benutzt, was aber ordentlich gerauscht hat. Da musste ich immer
mehr Werte als jetzt Mitteln um was sauberes raus zu bekommen...
Newby schrieb:> Ah okay, das löst meine zweite Frage. Aber die Erste nach der Auflösung> ist damit noch nicht geklärt - oder ich seh es nicht :-/
Gehn wir mal davon aus, dass dein Wandler bei ernsthaften Leistungen im
kontinuerlichen Betrieb arbeitet. Mit der Formel von Schmidt-Walter
kannst du dann angeben, wie das Verhältnis von Eingangs- zu
Ausgangsspannung vom Tastgrad abhängt:
U_e/U_a = 1 - delta
Damit kannst du für deinen Aufbau (8V Modul, 12,6V Akku) ja erst mal
einen Startwert für den Tastgrad festlegen. Dann kannst du berechnen, um
wie viel sich das Spannungsverhältnis ändert, wenn sich der Tastgrad um
1/256=0,4% ändert.
Mit dem niederohmigen Akku am Ausgang wird die U_a deines
Aufwärtwandlers praktisch "fixiert" (auch wenn sich der Wert mit dem
Ladezustand natürlich langsam ändert). Die Änderung in U_e/U_a schlägt
sich also hauptsächlich in einer Änderung von U_e nieder (also in
anderem Arbeitspunkt am Modul). Damit kannst du also delta_U_e berechnen
und weißt, welche Schrittweite von U_e du erreichst und kannst selbst
beurteilen, ob dir das für deinen MPP genau genug ist.
Achim S. schrieb:> U_e/U_a = 1 - delta>> Damit kannst du für deinen Aufbau (8V Modul, 12,6V Akku) ja erst mal> einen Startwert für den Tastgrad festlegen. Dann kannst du berechnen, um> wie viel sich das Spannungsverhältnis ändert, wenn sich der Tastgrad um> 1/256=0,4% ändert.
Also zum starten des Wandlers messe ich erst die Eingangsspannung und
errechne mir daraus einen Startwert um die 12,6V zu erzeugen. Okay, das
habe ich verstanden und kann ich auch nachvollziehen!
Achim S. schrieb:> 1/256=0,4% ändert.
0,4% von der Eingangsspannung (also 0,03125V) oder die Ausgangspannung
(0,04321V) oder vielleicht kombiniert? Also ändert sich die
Ausgangsspannung um 1/256 Betrag der Eingangsspannung??
Tut mir leid, wenn ich mich so doof anstelle. Ich besuche zwar eine
Technikerschule (11. Klasse) aber Regelungstechnik lernen wir da leider
nicht :(
Als erstes wuerde ich da ein Programm schreiben, das eine Kennlinie
durchfaehrt, so dass die Kennlinie auf einem x/y Oszilloskop dargestellt
werden kann.
Mit einem Schalter wird spaeter auf den Programmteil MPP umgeschaltet.
Dann waere auf dem Oszi schoen das Schwimmen um den optimalen
Arbeitspunkt zu sehen.
Newby schrieb:> Also zum starten des Wandlers messe ich erst die Eingangsspannung und> errechne mir daraus einen Startwert um die 12,6V zu erzeugen. Okay, das> habe ich verstanden und kann ich auch nachvollziehen!
Und welches Ergebnis für delta bekommst du dabei raus? Nehmen wir
einfach mal an, es wären 33,33%=0,3333, damit wir mit konkreten
Zahlenwerten arbeiten können.
Newby schrieb:> 0,4% von der Eingangsspannung (also 0,03125V) oder die Ausgangspannung> (0,04321V) oder vielleicht kombiniert? Also ändert sich die> Ausgangsspannung um 1/256 Betrag der Eingangsspannung??
Weder noch: delta ändert sich um 0,4 Prozentpunkte. Du kannst delta in
256 Schritten zwischen 0 (0%) und 1 (100%) variieren. Also: wenn du oben
delta=0,3333 ausgerechnet haben solltest, dann nimmst du als nächsten
Wert delta_neu = 0,3333 + 0,004 = 0,3373 an.
Mit diesem neuen Wert für delta gehst du jetzt wieder in die Formel von
Schmidt-Walter. Damit kannst du zunächst mal ein neues Verhältnis
U_e/U_a ausrechnen. Welche der beiden Größe (U_e oder U_a) sich dabei
ändert, sagt dir die Formel erst mal nicht. Ganz genau genommen werden
sich beide Größen kombiniert etwas ändern, aber die Änderung wird
ungleich auf U_e und U_a verteilt sein.
Welche der Größen sich wie stark ändert hängt von den Innenwiderständen
deines Moduls und deines Akkus ab. Bei einer normalen Auslegung ist der
Innenwiderstand des Akkus vergleichsweise klein: um eine kleine
Spannungsänderung hinzukriegen brauchst du eine große Stromänderung.
Der Innenwiderstand des Moduls (d.h. die Steigung seiner Kennlinie in
der Nähe des MPP) ist dagegen bei normaler Auslegung vergleichsweise
groß: die selbe Stromänderung (bzw. eigentlich ihr transformierter Wert)
verursacht dort eine viel größere Spannungsänderung. Das bedeutet: wenn
sich das Verhältnis U_e/U_a ändert, dann bleibt U_a dabei fast auf dem
identischen Wert und die Hauptänderung ist bei U_e. Das hängt aber wie
gesamt von deiner Systemauslegung ab. Du kannst immer auch Extremfälle
konstruieren, wo diese Betrachtung nicht stimmt (also z.B. extrem viele
Module parallel schalten und damit einen Mini-Popel-Akku laden. Bei der
Konstellation müsstest du dir andererseits aber auch keine Gedanken zum
MPP-Tracking machen.)
Deshalb tun wir für die Abschätzung so, als sei U_a konstant und
berechnen, um wie viel sich U_e verändert, wenn delta sich um den
kleinst möglichen Wert um den MPP herum verändert. Das gibt dir die
Auflösung der Eingangsspannung die festlegt, wie genau du den MPP
treffen kannst. Du wirst sehen, dass dabei nicht 0,4% rauskommen (auch
wenn der Wert in der selben Größenordnung liegt).
Newby schrieb:> Tut mir leid, wenn ich mich so doof anstelle. Ich besuche zwar eine> Technikerschule (11. Klasse) aber Regelungstechnik lernen wir da leider> nicht :(
Passt schon. Bisher ist auch noch gar nicht wirklich Regeltechnik
gefragt sondern nur die Kombination der Berechnungsformel von
Schmidt-Walter mit dem Hintergrundwissen über das Verhalten von
Solarmodul und Akku.