Hallo,
ich möchte die Raddrehzahlen eines Motorrades erfassen - der Plan ist
eine Art Traktionskontrolle zu bauen.
Als "Geber" sollen magnetische Schrauben verwendet werden, nun suche ich
einen passenden Sensor, der diese Impulse erfassen kann und an einen µC
weitergibt.
Hätte jemand einen Tipp für mich?
Danke!
Wenns bei Aldi, Lidl und co wieder mal billige Fahrrad-Tachos gibt (der
Jahreszeit entsprechend sollte das bald wieder mal der Fall sein),
kannst du dort höchst wahrscheinlich billig etwas abstauben.
Ja klar, gibt es mit verschiedenen Abständen. Zum rumexperimentieren
kannst du auch erstmal auf einen PC-Lüfter zurückgreifen. Hier ist
ebenfalls einer verbaut.
Wenn es nicht einer von vor zehn Jahren ist. Die mit Taktsignal haben
einen Hall-Sensor. Hab ich auch schonmal erfolgreich weiterverwendet.
Abstand ist natürlich nicht so groß.
sqw schrieb:> der Plan ist>> eine Art Traktionskontrolle zu bauen.
Dafür solltest du eine Auflösung von min. 10 Impulsen pro Umdrehung
haben, sonst wird die Regelung ruckelig und eher unbrauchbar bei
niedrigen Drehzahlen. Ich hatte sowas mal für Modellautos gebaut,
funktionierte bei mittleren und höheren Geschwindigkeiten prima,
darunter viel Geruckel (kurz vorm Stillstand).
Aber Hallsensoren funktionieren hierfür prima, erfordern allerdings eine
stabile, präzise Montage.
Ich habe jetzt nicht im Kopf, wieviele Schrauben bei mir an der
Bremsscheibe ist - ich glaube aber, dass es unter 10 sein könnten.
Die Idee kam mir als ich schon eine fertige Lösung gesehen habe, laut
den Berichten einiger Bekannter scheint es auch mit 6-8 Impulsen ganz
gut zu funktionieren.
Das Ganze soll an einem Rennstrecken-Motorrad verwendet werden, um die
Leistung zu reduzieren habe ich mir überlegt, für Zeit x eine
Einspritzdüse abzuschalten. Brauchbar`?
>> Hätte jemand einen Tipp für mich?
Eine Spule.
Das ABS macht es genauso, nur ist die Unterteilung viel feiner
(Zahnrad).
> für Zeit x eine Einspritzdüse abzuschalten.
Üblicherweise wird nur die Einspritzmenge reduziert, nicht gleich
komplett stillgelegt...
Ok, ich sollte mir vielleicht mal anschauen, wie die Ansteuerung auf der
Anspritzdüse aussieht. Wahrscheinlich kommen da kurze Impulse, die die
Düse öffnen und wieder schliessen lassen. Um die Menge zu reduzieren
müssten dann diese Impulse entweder verkürzt werden oder komplett
ausgelassen werden
sqw schrieb:> ich möchte die Raddrehzahlen eines Motorrades erfassen - der Plan ist> eine Art Traktionskontrolle zu bauen.
Hmm scheint mir das richtige Projekt für einen Einstieg in die Welt der
Elektronik, Microcontroller und der Regelungstechnik zu sein :-)
Wer soll denn auf dem Moped fahren? Du selbst?
Na dann viel Erfolg. Machst Du das nur aus Spass selbst oder ist Dir die
fertige Lösung, die Du gesehen ahst; zu teuer?
Willst Du damit konkurrenzfähig sein?
Wenn Du eine gelochte Bremsscheibe hast kannst Du ja die Löcher
erfassen. Dürfte einfacher sein wie 'magnetische Schrauben'.
Ne, wir fahren nur Amateuerveranstaltungen, also im Prinzip geht es um
nichts. Ich habe schon eine recht teuere fertige Lösung an meinem
Mopped, die arbeitet per Rate-Of-Change der Drehzahl. Allerdings gibt es
keine Möglichkeit Daten zu loggen bzw die Aktivität zu sehen - daher
würde ich gerne zusätzlich was eigenes dran bauen.
Es geht eher darum den worst-Case Highsider (durchdrehendes Hinterrad in
Schräglage, kurzzeitiger Gripverlust, dann wieder Grip --> Abflug) zu
vermeiden bzw das Risiko zu minimieren.
Löcher in den Bremsscheiben wäre auch eine mögliche Lösung, allerdings
sind die nicht gleichmäßig lang
Servus,
also um einen Microcontroller wirst du nicht herum kommen.
Ich habe schon gelesen: Rennmotorrad ...
Nur so der obligatorische Hinweis: Auf der Straße bekommst du das
höchstwarscheinlich nicht zugelassen.
Nene, das ist ein reines Renn-Gerät, auf der Strasse dürfte man es gar
nicht bewegen :)
µC ist klar, da wird ein Atmega8 dicke ausreichen. Ich müsste dann mit 2
Timern die Impulse zählen und wenn die Abweichung hinten/ vorne über ein
definiertes Limit steigt müsste dann eine Düse aussetzen.
Was ich nicht weiß, ist wie und mit welcher Frequenz die Einspritzdüsen
getaktet werden und wie lang diese "Pause" ausfallen müsste
sqw schrieb:> Was ich nicht weiß, ist wie und mit welcher Frequenz die Einspritzdüsen> getaktet werden und wie lang diese "Pause" ausfallen müsste
Na ja das ist doch wohl abhängig von der Drehzahl des Motors und über
die Einspritzzeit wird die Menge geregelt.
Wie das jetzt genau aussieht hängt davon ab ob es ein Direkteinspritzer
ist, oder ob vorgelagert eingespritzt wird. Ob pro Taktzyklus einmal
oder mehrfach eingespritzt wird usw. Da wirst Du wohl etwas Theorie über
Rennmopedeinspritzungen brauchen, oder mittels Speicheroszi einfach mal
versuchen zu messen.
> Üblicherweise wird nur die Einspritzmenge reduziert, nicht gleich> komplett stillgelegt...
Und was macht dann dein Benzinmotor wenn er zu mager läuft? Überhitzen?
Gar nicht mehr Zünden?
Also ich gehe davon aus, dass diese Einspritzunterbrechungen sich im
Bereich von ~100ms bewegen sollen - so ähnlich funktioniert der
Quickshifter, da wird die Zündung unterbrochen und mann kann ohne
Kupplung in den nächsten Gang schalten, ohne das Gas zumachen zu müssen.
Den fahre ich schon seit einigen Jahren so und es gibt keine Probleme.
1Gast schrieb:> nd was macht dann dein Benzinmotor wenn er zu mager läuft? Überhitzen?> Gar nicht mehr Zünden?
Der läuft ja nicht dauerhaft zu mager, also mit einen konstanten
Überschuß an Luft, sondern es wird einfach jeder n-te Zündtakt
unterbrochen weil kein Sprit oder kein Zündfunken da ist.
Das einzige was passieren kann ist daß (wenn die Zündung unterbrochen
wird) Dir dann der Auspuff wegen der folgenden Fehlzündung um die Ohren
fliegt :-)
Udo R. S. schrieb:> Das einzige was passieren kann ist daß (wenn die Zündung unterbrochen> wird) Dir dann der Auspuff wegen der folgenden Fehlzündung um die Ohren> fliegt :-)
Ne passiert nicht, es soll ja die Spritzufuhr gekappt werden ;)
Zu heftige Fehlzündungen wären nicht gut, es ist zwar kein Kat verbaut,
allerdings befindet sich eine Breitband-Lambdasonde in der Abgasführung,
die nimmt das einem auf Dauer übel.
>> nd was macht dann dein Benzinmotor wenn er zu mager läuft? Überhitzen?>> Gar nicht mehr Zünden?>> Der läuft ja nicht dauerhaft zu mager, also mit einen konstanten> Überschuß an Luft, sondern es wird einfach jeder n-te Zündtakt> unterbrochen weil kein Sprit oder kein Zündfunken da ist.
Klar läuft der zu mager wenn ich die Einspritzmenge, wie oben
vorgeschlagen, reduziere.
Wenn ich die Einspritzung ganz weglasse dann zündet natürlich nicht
viel.
Rein vom zuhören würde ich sagen, dass Rennsport-Traktionskontrollen
gerne mit Zündunterbrechung oder Zündzeitpunkt-Verstellung arbeiten.
Heizt natürlich alles den Kat und die Lambdasonde...