Hallo!
Als kleine Bastelei zwischendurch habe ich mir die Bestimmung des
Quotienten e/m (e...Elementarladung = 1.6*10^-19 As, m...Elektronenmasse
= 9.1*10^-31 kg) vorgenommen.
Dies habe ich schon mittels Elektronenröhre (RE144) bzw. mittels
magic-eye-tube durchgeführt.
Link: https://www.youtube.com/watch?v=LLBvIuJq1A0&t=1s
Diese Variante mit einem Ringmagneten ist/wäre aber noch simpler.
Dazu benötige ich nur einen CCFL-Inverter mit anschließender Kaskade für
die Hochspannung, einem Magnetometer und eventuell noch ein
Hochspannungsmessgerät zur Bestimmung der Ausgangsspannung. Diese kann
ich aber auch einfach über die Funkenlänge Spitze-Spitze abschätzen
(siehe Graph).
Zur Messung der Flussdichte B kommt eine Hallsonde CYSJ362A zum Einsatz.
Damit kann ich Flussdichten zwischen 0.01 und 2.5 Tesla messen. Die
Auswertung und Anzeige übernimmt ein Arduino Nano.
Video: https://www.youtube.com/watch?v=VMVHhlgeheA&t=1s
Jetzt werde ich mir einmal die Hochspannungsquelle basteln und einige
Teile (Ringmagnet etc.) besorgen...
Fuer die Flussdichte nimmt man eine Helmholtzspule, deren Feld kann man
genau rechnen, sicher genauer wie eine Hallfeldsonde messen kann.
Bedeutet man bestimmt die Flussdiche als Strom. Welchen man auf
vielleicht 5 Stellen mesen kann.
@Bonzo: Ich vermeide ja bewusst einen komplexeren Aufbau mit
Helmholtzspule etc. Warum sollte die Hallsonde nicht hinreichend genau
messen können? Das Feld im Inneren des Ringmagneten ist sicherlich auch
nicht extrem inhomogen...
So, Ringmagnet habe ich noch keinen besorgen können, dafür funktioniert
bereits die Kaskade + CCFL-Inverter. Bekomme bei rund 5V
Eingangsspannung Funkenlängen von mehr als 1 cm zustande.
Ziel ist es, den Biegeradius r der Funken im Inneren des Ringmagneten zu
bestimmen und daraus e/m zu berechnen. Vom Prinzip her gleich/ähnlich
wie mit der magic-eye-Röhre aber dort muss ich eine Zylinderspule über
die Röhre stülpen. Hier spielt sich alles im Ringmagneten ab. Wenn es
funktioniert, soll es dann wie auf der Abbildung aussehen. Ich hoffe,
die Entladung spricht auch auf das Magnetfeld an.
Problem wird aber sein, aus der Spannung U bzw. der Feldstärke E die
Geschwindigkeit/Driftgeschwindigkeit v der Elektronen zu bestimmen. Wie
im Vakuum mit Ekin = e*U = m*v^2/2 (nicht relativistisch) kann ich mit
Sicherheit nicht rechnen.
Es gilt ja für die Beweglichkeit µ: v = µ * E (E...elektrische
Feldstärke). Nur finde ich im Internet nirgends einen Wert für µ in
einer Funkenentladung. Mal schauen, was sich noch so ergibt...
Leider waren die heutigen Messungen mit dem Ringmagnet nicht
erfolgreich. Ich konnte keinerlei systematische Krümmung erkennen. Habe
den Ringmagneten auch mehrmals umgedreht um zu überprüfen, ob nun eine
andersseitige Krümmung erfolgt. Leider ergebnislos. Ich könnte es noch
mit einem Diodensplittrafo versuchen, aber dies wird wohl ziemlich
sicher keinen Einfluss auf die Ergebnisse haben. Bei durch Stöße
reduzierter Geschwindigkeit v müsste eigentlich ein kleinerer
Krümmungsradius r zu erwarten sein, den man auch deutlicher erkennen
würde als etwa bei sehr hohen Geschwindigkeiten im Vakuum.
Mal schauen, ob ich hier noch weiter forsche... ;)
In welcher Groessenordnung ist das Magnetfeld an der gemessenen Stelle ?
Welche Geschwindigkeit, und welche Kruemmung erwartest du denn ? Ja, das
sollte man rechnen koennen.
Hier ist das Magnetfeld eines Ringmagneten abgebildet:
https://www.researchgate.net/publication/252055999_Permanent-Magnet_Helicon_Discharge_Array/figures?lo=1
Demnach sollte man im Inneren des Ringmagneten ein stark vertikal
ausgerichtetes Magnetfeld erwarten dürfen.
Habe soeben die Flussdichte im Inneren des Ringmagneten gemessen: 50 mT
Für den Kreisbahnradius r der Elektronen gilt ja die Formel:
r = (m * v)/(e * B)
Setze ich eine Geschwindigkeit von 10^4 m/s ein, erhalte ich einen
Bahnradius von nur 1.1 µm, bei v = 10^7 m/s beträgt r = 1.1 mm.
Leider habe ich trotz intensiver Suche nichts im Internet über die
Driftgeschwindigkeit der Elektronen in einer Funkenentladung gefunden.
Wenn ich wenigstens die Raumladungsdichte in einem Funken und die
Stromstärke kennen würde, könnte ich v auch ausrechnen/abschätzen.
Ich gehe ja ganz stark davon aus, dass mir die geringe freie Weglänge
und die dadurch bedingten Stöße bzw. der Drift (nicht nur durchs E-Feld
sondern auch durch die Lorentzkraft bedingt) einen Strich durch die
Rechnung macht.
Ich frage mich nur, warum in diesem Video, welches als Ausgangspunkt für
mein Experiment fungierte, zu Beginn die Krümmung schön zu sehen ist:
https://www.youtube.com/watch?v=BtyjfdMXC5o&t=53s
Danke ich weiss schon wie das Feld ausschauen sollte fuer so ein
experiment. Die Frage ist nur, ob der Ferrit auch so magnetisiert ist...
Nun.. die Ablenkkraft ist die Lorentz Kraft. Ja, bei zu vielen Stoessen,
heisst bei Normaldruck ist die Geschwindigkeit vielleicht nicht so hoch.
Also probier's mal mit etwas Vakuum. Bei zB 0.01..1mBar, verhalten sich
Gase besser. Die Weglaenge ist auch groesser. Wir haben das Experiment
damals mit einer Vakuumroehre mit ganz wenig Gas drin gemacht. Weder das
Gas, noch der Druck stand im Vordergrung, deshalb hab ich mich damals
nicht drum gekuemmert. Die Roehre war zugeschmolzen. Der
Elektronenstrahl leuchtete einfarbig, rot oder blau, weiss ich nicht
mehr.
50mT ist nicht so der Hammer.
Zum video. Ja, man kann mit so einem Feld DC Funken loeschen. Die
bewegen sich und blasen sich so aus. Eine Frage der Feldstaerke. Man
benoetigt aber DC fuer so ein Bild.
Meine Kaskade liefert aber auch DC... Werde es mit einem
Diodensplittrafo noch probieren.
Wenn B recht klein ist, wird der Krümmungsradius r größer. Das würde
aber mMn nicht wahnsinnig stören, denn für Driftgeschwindigkeiten v =
10^7 m/s (kann mir nicht vorstellen, dass die Geschwindigkeit deutlich
höher ist) erhalte ich Radien um die 1 mm. Von daher dürfte v noch
größer sein oder B noch kleiner...
Ich weiß nicht genau wie groß der Ringmagnet im Video ist, aber wenn ich
von 15-20mm Innendurchmesser ausgehe, dann scheinen dort die
Krümmungsradien auch im 1cm-Bereich zu liegen.
Vakuum möchte ich eben vermeiden, denn für einen solchen Aufbau habe ich
ja schon die magic-eye-tubes, was gut funktioniert.
Es gibt Neuigkeiten: Habe nun die Zerhacker-Schaltung mit einem NE555
für den Diodensplittrafo gelötet und damit den Versuch nochmals
durchgeführt. Und ich konnte nun tatsächlich eine Krümmung abhängig vom
Magnetfeld ausmachen. Drehe ich die Magneten (20mm Innendurchmesser) um,
so sind die Entladungen entgegengesetzt gekrümmt.
Diese Krümmungen sind aber nur bei den Glimmentladungen zu sehen und
nicht etwa bei den dünneren/schärferen Funkenüberschlägen (siehe
Abbildung e_m-Bestimmung_Ringmagnet_100.jpg). Aber ich erhalte so bei
einer Flussdichte von rund 50mT und einer Beschleunigungsspannung von
10kV Radien im Bereich von 5mm. Berechne ich damit die spezifische
Ladung e/m des Elektrons, so ist mein Wert etwa doppelt so groß wie er
sein sollte. Aber dies würde auch passen, denn die Geschwindigkeiten der
Elektronen sind in Wahrheit mit Sicherheit niedriger als sie bei
eingesetzten 10kV sein sollten. Von daher müsste ich eine effektiv
wirksame Spannung von nur noch 5kV einsetzen...
Schön ist auf den Abbildungen die Umkehrung der Krümmung zu sehen. Was
mich etwas verwundert hat, ist der sehr große elektrische Widerstand der
Ferritmagnete. Der liegt teilweise bei 50 MOhm von einer Seite zur
anderen. Daher gibt es fast keine Überschäge von der HV-Elektrode zum
Magneten, sondern fast nur zur Gegenelektrode, welche zwischen den
Magneten eingeklemmt ist.