Hallo allerseits,
ich dimensioniere gerade die Rückkopplung eines nichtinvertierenden
OpAmps. Die Frage, die sich mir dabei stellt, ist:
Was begrenzt eigentlich die maximale Größe der Widerstände? Kann ich als
Rückkopplung bspw. 1 MOhm + 500 kOhm nehmen bzw. welche Nachteile hätte
das?
Ich kann mich dunkel daran errinnern, dass es etwas mit Rauschen zu tun
hat. Genaues weiß ich aber leider nicht.
Grüße
Steffen
Hochohmigere Widerstaende rauschen mehr.
Aber auch die Eingangsstroeme des OP's setzen eine obere Grenze bei den
Widerstaenden. Auch Leckstroeme durch Feuchtigkeit und Schmutz auf der
Platine werden durch hochohmigere Widerstaende staerker in Erscheinung
treten. Auch das uebersprechen von anderen Schaltungsteilen ist bei
hochohmigen Widerstaenden groesser.
Gruss Helmi
Hallo Helmi,
aha, dann gibt es also tatsächlich einige Gründe gegen eine hochohmige
Rückkopplung.
Ich fasse mal für meine Schaltung zusammen.
Widerstandsrauschen:
Die Ausgangsschaltung meines OpAmps geht auf einen A/D-Wandler (in einem
anderen Gerät), der den Wert mit maximal 1 kHz samplen wird. Sind diese
1 kHz jetzt als Bandbreite in der Formel für's Widerstandsrauschen
einzusetzen? Wenn ich das auf dieser Seite hier tue
http://www.sengpielaudio.com/Rechner-rauschen.htm , dann bleibe ich
selbst bei einem Widerstand von 5 MOhm mit meiner Rauschspannung unter
10 µV! (Die werden aber natürlich noch durch meinen OpAmp verstärkt.)
Eingangsströme:
Der L272 zum Beispiel hat lt. Datenblatt einen Eingangswiderstand von >
500 kOhm. Mal angenommen, ich möchte den Eingang bis 5V ansteuern, der
Ausgang liefert bis 10V (v=2). Dann muss meine Rückkopplung also einen
Strom von I_in = 10 µA liefern können. Macht einen maximalen Widerstand
R2 (Indizes klassisch nach v = 1 + R2/R1) von ebenfalls 500 kOhm,
richtig? Und der Widerstand R1 kann für diese Betrachtung beliebig hoch
gewählt werden?
Leckströme, X-Talk etc.:
Tja, hier kann man wohl schwer Rechnen. Deshalb mal die Frage an die
Theoretiker, die Ahnung von der Praxis haben - wie hoch kann ich denn
meinen Widerstand bei der Rückkopplung nun auslegen? Oder wie gehe ich
vor, wenn ich diesen Widerstand jetzt abschätzen möchte?
Grüße
Steffen
>Leckströme, X-Talk etc.:>Tja, hier kann man wohl schwer Rechnen. Deshalb mal die Frage an die>Theoretiker, die Ahnung von der Praxis haben - wie hoch kann ich denn>meinen Widerstand bei der Rückkopplung nun auslegen? Oder wie gehe ich>vor, wenn ich diesen Widerstand jetzt abschätzen möchte?
Das hängt von deinem Leiterkartenmaterial ab. In den Datenblättern zum
Material sollte normalerweise eine Angabe zum Isolationswiderstand sein.
Auch hängt es davon ab ob die Platine Lötstopplack hat.
>Widerstandsrauschen:>Die Ausgangsschaltung meines OpAmps geht auf einen A/D-Wandler (in einem>anderen Gerät), der den Wert mit maximal 1 kHz samplen wird. Sind diese>1 kHz jetzt als Bandbreite in der Formel für's Widerstandsrauschen>einzusetzen? Wenn ich das auf dieser Seite hier tue>http://www.sengpielaudio.com/Rechner-rauschen.htm , dann bleibe ich>selbst bei einem Widerstand von 5 MOhm mit meiner Rauschspannung unter>10 µV! (Die werden aber natürlich noch durch meinen OpAmp verstärkt.)
Da du mit 1Khz Samplen möchtest ist die höchste Signalfrequenz 500Hz.
Also sollte dein Signal vorher schon Bandbegrenzt sein auf 500Hz.
Das wäre dann deine Bandbreite für die obige berechnung.
>Eingangsströme:>Der L272 zum Beispiel hat lt. Datenblatt einen Eingangswiderstand von >>500 kOhm. Mal angenommen, ich möchte den Eingang bis 5V ansteuern, der>Ausgang liefert bis 10V (v=2). Dann muss meine Rückkopplung also einen>Strom von I_in = 10 µA liefern können. Macht einen maximalen Widerstand>R2 (Indizes klassisch nach v = 1 + R2/R1) von ebenfalls 500 kOhm,>richtig? Und der Widerstand R1 kann für diese Betrachtung beliebig hoch>gewählt werden?
Der Input Biasstrom ist hier massgebend.
Der beträgt beim L272 max. 2.5uA. Dieser Strom bewirkt am
Gegenkopplungswiderstand einen Spannungsabfall was sich als zusätzliche
Ausgangsspannung auswirkt.
Wenn du nun einen Verstärker mit aufbauen willst und du am Eingang 0 V
anlegst und der Rückkopplungswiderstand 1Mohm ist dann liegt dein
Ausgang bei 2.5uA * 1MOhm = 2.5V.
Gruss Helmi
Hallo Helmi,
ich möchte nicht soweit gehen, sogar das Leiterkartenmaterial in meine
Rechnung mit einfließen zu lassen. Denn falls ich so genau werden
wollte, wäre das weitaus größere Problem sowieso das erwähnte externe
Gerät, dass meine Ausgangsspannung sampelt. Wie es dort mit dem Material
aussieht oder gar wie die Zuleitungen sind, kann ich nicht abschätzen.
Ich kann doch aber davon ausgehen, dass diese Effekte eh nur eine
Auswirkung im µV-Bereich haben, oder?
Der Biasstrom ist also der Strom, der in den Eingang hineinfließt. Und
der verursacht mir an solch hohen Widerständen natürlich einen
Spannungsabfall. Kann ich diesen Spannungsabfall, also im Beispiel die
2,5V, über eine Offsetkorrektur abgleichen?
Grüße
Steffen
>Der Biasstrom ist also der Strom, der in den Eingang hineinfließt. Und>der verursacht mir an solch hohen Widerständen natürlich einen>Spannungsabfall. Kann ich diesen Spannungsabfall, also im Beispiel die>2,5V, über eine Offsetkorrektur abgleichen?
Schlecht , die sind auch noch Temperaturabhängig.
Besser wäre es einen besseren OP zu verwenden der kleinere Biasströme
hat.
Warum verwendest du denn den L272 ? Das ist eher ein OP der Leistung
erzeugen kann weniger ein OP für Messtechnische Anwendungen.
z.B. hat ein TL082 einen Biasstrom von nur 400pA !
Wenn es nun der L272 sein muss dann must du die Widerstände ziemlich
niederohmig dimensionieren.
Gruss Helmi
Ja, kannst Du. Wenn Du aber ein Elektrometer baust, wählst Du Deinen
OpAmp aber sowieso nach sehr(!) hoher Eingangsimpedanz aus, also OpAmps
mit FET-Eingang. Damit relativiert sich das Problem mit den Biasströmen
wieder, da quasi nicht mehr vorhanden, Beispiel CA3140: 1.5TOhm, bzw.
10pA Eingangsstrom. Hier kommt es dann wirklich auf einen vernünftigen
Aufbau der gesamten Schaltung an. Andererseits spielt der
Innenwiderstand der Gegenkopplung keine Rolle mehr bez. Offsetspannung
und Du nimmst "handlebare" Werte um 10-100kOhm. Man muss ja nicht
Problemsucher spielen, es reicht zu wissen, wo die Fallstricke sind.
Oh, dann würde ich mal sagen: Wer bietet weniger Eingangsstrom? :-)))
Für eine hohe Eingangsimpedanz der Anordnung solltest Du noch nach
"Guardring" googeln.
@Helmut Lenzen:
"Hochohmigere Widerstaende rauschen mehr"
stimmt zwar, ist aber nur die halbe Wahrheit. Das Rauschen steigt mit
der Quadratwurzel, die Ausgangsspannung aber linear. Daher gilt: Beim IU
Wandler wird der hochohmige Widerstand wird nur noch von einem noch
hochomigeren Widerstand uebertroffen.
Das Umfeld (Platinenaufbau, Biasstrome und Offsetspannungen etc) muss in
jeden Fall stimmen. Und mitDreckeffekte, wie der hohen
Spannungsabhaengigkeit des Widerstandes bei sehr hochohmigen
Widerstaenden muss man bei solchen Messungen natuerlich immer rechnen.
Ich zitiere: "The LMP7721 is the industry’s lowest guaranteed input bias
current precision amplifier." Ein klares Statement... da kommt auch der
INA116P nicht hin.
Ok, das war ein kleiner Ausflug in die Welt der Bias-Ströme. 20 fA
brauche ich nicht.
Was ich brauche ist ein OpAmp, der mir eine Last mit 100 mA treiben
kann. Und weil ich das Bauteil bei Reichelt o.ä. kaufen möchte, muss es
halt ein gängiger Typ sein. Bisher sprach ja auch noch nichts gegen den
L272.
Wenn ich den Thread bis jetzt richtig verstanden habe, dann ist der
eigentliche Faktor, der den Rückkopplungswiderstand begrenzt, der
Bias-Strom?
Warum ist es besser, die Rückkopplung niederohmig auszuführen? Ich meine
in Bezug auf den Temperaturdrift, was hat das damit zu tun? Der Drift
ist doch bei niederohmigen Widerständen nicht geringer als bei
hochohmigen. Nur der Absolutwert, aber der gleicht sich doch eh aus (v =
1 + R2/R1).
Steffen
>Ok, das war ein kleiner Ausflug in die Welt der Bias-Ströme. 20 fA>brauche ich nicht.
Das war der Donnerstagabend Wettkampf wer findet den OP mit dem
kleinsten Biasstrom.
>Wenn ich den Thread bis jetzt richtig verstanden habe, dann ist der>eigentliche Faktor, der den Rückkopplungswiderstand begrenzt, der>Bias-Strom?
Ja einer der Hauptgruende
>Warum ist es besser, die Rückkopplung niederohmig auszuführen? Ich meine>in Bezug auf den Temperaturdrift, was hat das damit zu tun? Der Drift>ist doch bei niederohmigen Widerständen nicht geringer als bei>hochohmigen. Nur der Absolutwert, aber der gleicht sich doch eh aus (v =>1 + R2/R1).
Ich meinte auch nicht die Drift der Widerstaende sondern des
Biasstromes.
Eingangsstroeme von Transistoren sind nun mal von der
Temperaturabhaengig.
>Was ich brauche ist ein OpAmp, der mir eine Last mit 100 mA treiben>kann. Und weil ich das Bauteil bei Reichelt o.ä. kaufen möchte, muss es>halt ein gängiger Typ sein. Bisher sprach ja auch noch nichts gegen den>L272.
Du kannst ja auch den L272 nehmen nur darfst du die Widerstaende nicht
so hochohmig ausfuehren. Du kannst ja den L272 als Spannungfolger mit
der Verstaerkung x1 schalten . Also den negativen Eingang direkt auf den
Ausgang legen. Deine Verstaerkung macht dann ein OP mit besseren
Eigenschaften davor. Also aufteilen der Schaltung in einen Teil der die
Spannungsverstaerkung macht und einen anderen Teil der den Strom liefern
kann.
Gruss Helmi
Verständnisfrage:
Warum lässt du nicht den L272 die 2fache Verstärkung machen und nimmst
den TL als reinen Spannungsfolger?
Dann könnte der 2. OPV mit wesentlich niedrigeren Widerstandswerten
arbeiten.
Arno
>Verständnisfrage:>Warum lässt du nicht den L272 die 2fache Verstärkung machen und nimmst>den TL als reinen Spannungsfolger?>Dann könnte der 2. OPV mit wesentlich niedrigeren Widerstandswerten>arbeiten.
Der L272 kann bis zu 0.7A Strom liefern. Allerdings hat er einen hohen
Biasstrom von ca. 2.5uA. Um an den Widerstaenden nicht allzu viel
abfallen zu lassen muessten die schon im unteren KOhm bereich
dimensioniert werden .
Wenn der L272 einen Biasstrom von 2.5uA zieht und wir einen dadurch
bedingten zusaetzlichen Offsetspannungsfehler von unter 2mV erreichen
wollen ist der Rueckkoppelungswiderstand = 2mV / 2.5uA = 800 Ohm. Wenn
wir aber die Spannungsverstaerkung dem TL aufbuerden kann mit die
Widerstaende in den normalen Bereich von einigen 10 .. 100KOhm legen. TL
hat einen max. Offsetstrom von 400pA.
Gruss Helmi
Hallo Helmi,
die Idee gefällt mir sehr gut. Aber kann die Sache denn wirklich so
einfach sein? Ich meine, es kommt jetzt ein weiteres Bauteil hinzu, so
dass sich alle negativen Eigenschaften vergrößern werden
(Temperaturdrift, Offsetabweichung, etc.). Ist der TL082 so gut, dass
man diese Dinge vernachlässigen kann?
Folgende Frage stellt sich mir nun noch: Mein Signal das in den OpAmp
hineingeht hat selbst einen Offset. Wenn ich Deine zweiteilige Schaltung
so aufbaue, wo mache ich dann zweckmäßigerweise die Offsetkompensation?
Ich würde sagen im zweiten OpAmp (L272), weil ich sie dort genauer
einstellen kann. Denn auch die Regelung der Offsetkompensation würde
sonst ja durch den ersten OpAmp (TL082) verstärkt - und dadurch grober.
Verstärkungsfaktor soll übrigens v~3 sein.
Steffen
>die Idee gefällt mir sehr gut. Aber kann die Sache denn wirklich so>einfach sein? Ich meine, es kommt jetzt ein weiteres Bauteil hinzu, so>dass sich alle negativen Eigenschaften vergrößern werden>(Temperaturdrift, Offsetabweichung, etc.). Ist der TL082 so gut, dass>man diese Dinge vernachlässigen kann?
Der ist besser als deine Loesung mit Widerstaenden in 500K bereich und
ein L272. Der L272 hat eine Offsetspannung von 60mV der Tl82 dagegen von
15mV.
Wie ich schon beschrieben hatte must du um die zusaetzliche durch die
Widerstaende verursachte Offsetspannung klein zu halten beim L272
Gegenkoppelungswiderstaende im bereich von einigen 1 KOhm haben.
Ich wuerde deinen zusaetzlichen Offset schon im 1. Op korrigieren.
Mal die Frage um welchen Offset geht es hier genau ? mV oder V ?
b.z.w. was moechtest du genau Verstaerken vielleicht faellt mir da noch
eine bessere Loesung ein.
Gruss Helmi
Hallo
es geht darum, eine Spannung zwischen 0,00 bis 6,50 (Auflösung 10 mV)
auszugeben. Der maximale Ausgangsstrom soll 100 mA betragen. Die
Schaltung sieht schematisch so aus:
µC -> D/A-Wandler -> OpAmp
Und hier (Beitrag "DA-Wandler aussuchen/berechnen? Fragen!") habt ihr mir schon
in Sachen D/A-Wandler ein großes Stück weitergeholfen.
Bei dieser Schaltungskonstellation ist natürlich unbedingt ein
Offsetabgleich notwendig, da auch der D/A-Wandler einen solchen erzeugt.
Ich wollte hierfür ein Widerstandsnetzwerk (siehe Anhang, entnommen aus
http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/opa2.htm) aufbauen.
Die Widerstände der Abgleichschaltung sollten aber im Vergleich zu den
Rückkopplungswiderständen niederohmig sein. Deshalb kam auch die Frage
auf, wie hochohmig ich die Rückkopplung denn auslegen kann. Die Frage
war aber auch zu einem großen Teil akademischer Natur.
Prinzipiell würde auch nichts gegen eine niederohmige Rückkopplung des
L272 sprechen. Der OpAmp liefert genügend Strom und es handelt sich auch
nicht um ein batteriebetriebenes Gerät.
Steffen
Eine wichtige Eigenschaft habe ich noch vergessen: Der D/A-Wandler
arbeitet mit einer Referenzspannung von 2,048 V. Macht also eine
Verstärkung von etwas über v=3.
Steffen
Was haelts du von dieser Schaltung.
Bei deiner Schaltung geht die Offset Kompensation in die Verstaerkung
mit ein. => wechselseitiges gekurbel an den Potis.
Bei meiner Schaltung ist das nicht so da ist die Offsetstellung un
abhaengig von der Verstaerkung. Du must natuerlich noch den
Einstellbereich durch die beiden Widerstaende begrenzen. Werte erstmal
nur rein akademischer Natur.
Gruss Helmi
Hallo,
schau mal ob du bei dir in der Uni-Bibilothek das Buch:
Analoge Schaltungstechnik mit diskreten und integrierten Bauelementen
Autor: Herbert Bernstein
ISBN: 3778522965
bekommst. Dort sind solche sachen zumindestens teilweise beschrieben.
MFG
Peter
Hallo,
@Peter:
Danke für den Tipp! Ich hab mich auch schon ein bißchen in "OpAmps for
everyone" eingelesen (focus.ti.com/lit/an/slod006b/slod006b.pdf).
@Helmi:
Aha, verstehe, der TL082 -B- hat einen von den Abgleichwiderständen
unabhängigen, festen Ausgangswiderstand. So ließe sich ja im Prinzip
auch die von mir gepostete Schaltung erweitern, wenn man einen
Spannungsfolger anschließt.
Ich benötige eine Offsetkompensation von +/- 25 mV. Ergibt bei mir die
Widerstandskombination R4 = 100k und R5 = 210 Ohm. Mit 1% Toleranz habe
ich eine (statische) Abweichung von +/- 1 mV. Passt!
Allerdings kann ich meine Versorgungsspannung nicht mit 1% Toleranz
garantieren. Es sind wohl eher +/- 5%. Macht ~1,5 mV (dynamisch). Und
die werden ja dann erst noch vom OpAmp verstärkt => ~4,5 mV! Da werde
ich wohl eine Referenzspannungsquelle benötigen.
Wie reagiert eigentlich der OpAmp selbst auf Schwankungen in der
Versorgungsspannung? Muss ich die Versorgung stabilisieren?
Kann ich den OpAmp eigentlich auch mit einer unsymmetrischen Spannung
betreiben, beispielsweise V- = -5 V, V+ = +12 V?!
Steffen
>Aha, verstehe, der TL082 -B- hat einen von den Abgleichwiderständen>unabhängigen, festen Ausgangswiderstand. So ließe sich ja im Prinzip>auch die von mir gepostete Schaltung erweitern, wenn man einen>Spannungsfolger anschließt.
Ja der hat einen aufgrund der gegenkopplung sehr kleinen
Ausgangswiderstand
Im Prinzip ja aber bedenke das durch den relativ hohen Biasstrom des
L272 du sehr kleine Gegenkopplungswiderstaende einsetzen muss. Besser
ist es den 2 TL das machen zu lassen (den hast du ja im gleichen
Gehaeuse). Deine Schaltung ist ja so wie meine nur ohne Spannungsfolger.
>Wie reagiert eigentlich der OpAmp selbst auf Schwankungen in der>Versorgungsspannung? Muss ich die Versorgung stabilisieren?
Die Abhaengigkeit der Ausgangsspannung von der Betriebsspannung nennt
man Gleichtaktunterdrueckung und steht im Datenblatt ist allgemeinen
aber sehr hoch. Versorgungsspannungen mit +- 5% sind Ok.
>Kann ich den OpAmp eigentlich auch mit einer unsymmetrischen Spannung>betreiben, beispielsweise V- = -5 V, V+ = +12 V?!
Sicher kannst du den OP mit unsymmetrischen Spannung Versorgen. Dem OP
ist das egal er hat keinen Masseanschluss. Aber auch der
Aussteuerungsbereich wird dabei unsymmetrisch.
>Allerdings kann ich meine Versorgungsspannung nicht mit 1% Toleranz>garantieren. Es sind wohl eher +/- 5%. Macht ~1,5 mV (dynamisch). Und>die werden ja dann erst noch vom OpAmp verstärkt => ~4,5 mV! Da werde>ich wohl eine Referenzspannungsquelle benötigen.
Eine Referenzspannungsquelle hast du ja sowieso noetig fuer den DAC.
Die Referenzspannungsquelle braucht allerdings nur das Poti zu versorgen
nicht den OP selber. Deshalb braucht die Quelle auch keine grossen
Stroeme zu liefern.
Spannungsrefernzen: LM385 , MAX6250
Gruss Helmi
Mich täte mal interessieren, was an den L272 überhaupt angeschlossen
werden soll. Ist es eine Last, die gegen Masse geschaltet wird? Insofern
könnte man den L272 durch einen Emitterfolger ersetzen. Die
Gegenkopplung der ersten Stufe setzt dann natürlich am Ausgang an.
Hallo
@Entwickler:
Ja, die Last wird gegen Masse geschaltet. Wie die Last intern aufgebaut
ist, weiß ich leider nicht (Blackbox). Aber schafft der Emitterfolger
auch eine Last von 100 mA bei 6,5 V? Der Ausgangswiderstand ist doch
eine 10 Ohm groß. Außerdem bin ich mir nicht ganz sicher, wie groß der
Temperaturdrift des Transistors ist (trotz Gegenkopplung).
@Helmi:
Mein DAC hat eine interne Referenzspannungsquelle. Die ist zwar an einem
Pin herausgeführt, aber ich bräuchte ja ohnehin neben der positiven auch
eine negative Referenz. Die liefert mir der DAC natürlich nicht. Der von
Dir vorgeschlagene LM385 (oder LM185) passt für diese Aufgabe aber sehr
gut!
Wegen der Unsymmetrie: Ich brauche die negative Versorgung der OpAmps
nur, weil sie nicht bis auf Masse herunterregeln können. Ich würde sonst
nie echte 0,00 V am Ausgang erhalten. Die Verzerrung bei unsymmetrischer
Versorgungsspannung kann ich deshalb ja außer acht lassen.
Soweit ist also alles im Klaren :-)
Eine Frage habe ich aber immernoch: Die Gleichtaktunterdrückung
beschreibt doch das Verhalten des OpAmps bezüglich seiner Eingänge.
Meine Frage ist aber, wie sich der OpAmp bezüglich der
Versorgungsspannung verhält. Kannst Du mir das sagen?
Steffen
Eine Temperaturdrift des Transistors wird vollständig von der
Gegenkopplung ausgeglichen. Bedenke: Ein OpAmp besteht auch aus
Transistoren. Nur die Gegenkopplung macht aus einem OpAmp ein so
"ideales" Bauteil. Und die 100mA sind ja quasi nix für einen Transistor.
Deine Anwendung enthält keinerlei extreme Anforderungen. Das
Elektrometer, wie Du es nennst, ist ein simpler DC-Verstärker. Wenn sich
jetzt noch herausstellt, dass dein DAC einen einigermassen niedrigen
Ausgangswiderstand besitzt (man die Ausgangsspannung quasi
weiterverarbeiten darf), nimmst Du einen LM358 + BD135 mit V+ = 12V. V-
läßt Du einfach ganz weg. Fertig.
Der Parameter nennt sich Supply Voltage Rejection Ratio
Eine negative Referenz kannst du dir aus der positiven erzeugen.
Du schliesst einen invertierenden Verstaerker an deine Positive Referenz
an.
(+) Eingang an Masse. Widerstaende beide gleich. Am Ausgang hast du
dann eine negative Referenz. So kannt du die Referenz vom DAC nehmen.
Das hat den Vorteil wenn sich die positive Referenz aendert, aendert
sich im gleichen masse auch die negative.
Wegen der Unsymmetrie:
So mach ich das auch immer wenn ich negative nicht soviel aussteuern
will.
Gruss Helmi
P.S. welchen DAC benutzt du ?
@Entwickler:
Der Ausgangswiderstand ist meines DAC ist kleiner gleich 500 Ohm.
Wieso kann ich beim OpAmp V- weglassen (=auf Masse legen?)? Ist das
wegen der BE-Spannung des Emitterfolgers? Dann müsste ich also den
Offset meines vorgeschalteten OpAmps für die BE-Spannung (0,7 V)
berechnen. Aber ist diese Spannung denn, falls ich sie einmal
abgeglichen habe, auch wirklich konstant? Es geht immerhin um eine
Genauigkeit von 10 mV. Und davon "verbraucht" der DAC ja auch ein paar
mV. Wenn jetzt die BE-Spannung um ein paar weitere mV driftet...
Übrigens stelle ich meine Ausgangsspannung quasi statisch (f ~ 1 Hz).
Insofern spielt die Kapazität meiner Last keine Rolle, sehe ich das
richtig?
Kann ich anstelle des BD135 auch einen etwas leistungsschwächeren
Transistor einsetzen? Der BD135 schafft zwar 12,5 W, ist dafür aber auch
im SOT-32 Gehäuse. Den gewonnen Platz des wegfallenden L272 würde ich
aber gerne besser ausnutzen... geht da jeder beliebige Transistor?
@Helmi:
Jetzt zeichnest Du statt des L272 ebenfalls einen Emitterfolger ein. Ist
diese Schaltung denn wirklich so gut? Sorry für diese Frage, aber beim
OpAmp kann ich einfach ins Datenblatt schauen und kenne seine
Eigenschaftem. Einen Emitterfolger habe ich dagegen noch nie berechnet.
Was mich in Deiner Zeichnung allerdings noch verwundert, ist, dass kein
Emitterwiderstand vorkommt. Ist das richtig so?
Supply Voltage Rejection Ratio ist also die Abhängigkeit zur
Versorgungsspannung. Die liegt beim Tl082C bei 70dB, also mehr als
genug.
Ich verwende übrigens als DAC einen LTC1257 (siehe Datenblatt im
Anhang). Es ist ein 12 Bit Wandler mit einer internen
Referenzspannungsquelle von 2,048 V.
Steffen
P.s.: Deine Schaltung zum Erzeugen der negativen Referenz ist ja super!
>Jetzt zeichnest Du statt des L272 ebenfalls einen Emitterfolger ein. Ist>diese Schaltung denn wirklich so gut? Sorry für diese Frage, aber beim>OpAmp kann ich einfach ins Datenblatt schauen und kenne seine>Eigenschaftem. Einen Emitterfolger habe ich dagegen noch nie berechnet.>Was mich in Deiner Zeichnung allerdings noch verwundert, ist, dass kein>Emitterwiderstand vorkommt. Ist das richtig so?
Ich wollte die nur zeigen was Entwickler meint.
Der Emitterwiderstand ist deine Last.
Der Transistor verstaerkt mit seiner Stromverstaerkung den Ausgangsstrom
deines OPs. Da gibst sonst nicht viel zu rechnen. Ist halt nur ein
Spannungsfolger.
>Übrigens stelle ich meine Ausgangsspannung quasi statisch (f ~ 1 Hz).>Insofern spielt die Kapazität meiner Last keine Rolle, sehe ich das>richtig?
Nein nicht so ganz. Wenn du an einem OP ein zu grosse Kapazitive Last
anhaengst kann der OP schwingen. Stichwort Phasenreserve.
Das hat nichts damit zu tun welche Frequenzen du übertragen möchtest.
Gruss Helmi
Steffen,
der BD135 ist ein etwas "grösserer" Transistor, der Dir hilft, möglich
Verlustleistungen einfacher in den Griff zu bekommen: Man kann einen
kleinen Kühlkörper dranschrauben. Immerhin rechnen wir mit 100mA, evtl.
auch bei sehr kleinen Ausgangsspannungen. In diesem Fall muss der
Transistor (genauso wie ein L272) die überschüssige Spannung (12V) mit
100mA in eine Verlustleistung von 1.2W umsetzen. Das kann ein kleinerer
Baustein nicht ohne Kühlung.
Vorschlag: Baue einfach mal eine Schaltung auf und spiele ein wenig
damit. Dann bekommst Du ein Gefühl für die Grössenordnungen, von denen
wir sprechen.
Eine kapazitive Last führt zu einer Schwingneigung der Regelung. Ein
Oszilloskop in der Nähe ist von Vorteil. Ob Deine Schaltung Probleme
hat, kannst Du (wenn die Ausgangsspannung nicht eh schon schwingt) am
Einschwingverhalten auf einen neuen Spannungswert erkennen. Wenn Dein
Prozessor zyklisch zwei verschiedene Spannungen anfährt (z.B. 0V und 6V)
läßt sich das Ganze schön überprüfen.
Was wird denn nun an den Ausgang drangehängt? Sollen Baugruppen bei
unterschiedlichen Spannungen getestet werden?
Hallo
Wie hoch die Kapazität der Last genau werden kann, habe ich leider noch
nicht gemessen. Man kann aber davon ausgehen, dass sie nicht besonders
hoch ist (etwa im mittleren nF-Bereich).
>Vorschlag: Baue einfach mal eine Schaltung auf und spiele ein wenig>damit. Dann bekommst Du ein Gefühl für die Grössenordnungen, von denen>wir sprechen.
Ja, genau das werde ich jetzt tun! Passenderweise ist heute ja Sonntag.
Vielen Dank für Eure Antworten, Helmi und Entwickler! Eure Tipps haben
mir ordentlich weitergeholfen! Zwischen meiner ersten Schaltungsidee und
dem, wie sie jetzt aussieht, ist schon ein deutlicher Unterschied ;-)
Grüße
Steffen
Hallo nocheinmal,
leider hakt's nun doch wieder. Wie berechne ich denn die Werte Deines
Offset-Abgleichs, Helmi? Ich hatte am Wochenende noch ganz naiv
angenommen, der Poti ist die Spannungsquelle und ich könnte über die
Ströme durch R4 und R5 den Spannungsabfall (= meine Offsetspannung) an
R5 ausrechnen. Aber bei genauerer Betrachtung ergibt sich ja das Bild im
Anhang (mit P_oben und P_unten als Poti)!
Hier (http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/opa2.htm ,
Bild 11, ganz nach unten scrollen) werden zwar Formeln angegeben, aber
die kann ich nicht nachvollziehen. Bei der Berechnung des
Innenwiderstands wird die Spannungsquelle (+Ub und -Ub) kurzgeschlossen.
Aber wie berechnet sich denn R4?!
Steffen
Die Schaltung die da im Kompendium steht hat den nachteil das die
Verstaerkung von der Offseteinstellung abhaengig ist. Wenn du nun den
Offset einstellst dann aenderst du auch die Verstaerkung. Das gibt dann
ein hin und hergekurbel der beiden Potis wenn du es genau haben willst.
Warum nimmst du nicht meine Schaltung wo der 2. TL genau dies
verhindert.
Ob nun mit einzel Ausgangstransistor oder mit L272 kannst du dir ja
aussuchen .
>Bei der Berechnung des>Innenwiderstands wird die Spannungsquelle (+Ub und -Ub) kurzgeschlossen.
Das ist auch so korrekt , Spannungsquellen haben ja im idealfall 0 Ohm
Innenwiderstand.
>Aber wie berechnet sich denn R4?!
Den must du so auslegen das deine Maximale Offsetspannung korrigiert
wird.
Der bildet ja mit dem anderen Widerstand einen Teiler.
Und versuch nicht jeden einzelnen Widerstand zu sparen, so teuer sind
die auch nicht es sei denn du produzierst 1 Million Stueck.
Gruss Helmi
Hallo Helmi,
das ist die von Dir vorgeschlagene Schaltung! Nur ohne eingezeichneten
OpAmp, denn der ist so hochohmig, dass ich ihn hier vernachlässigen
kann.
Aber zurück zur Berechnung. Wie muss ich denn da vorgehen? Du schreibst
R2 nach der Offsetspannung berechnen. Das sollen bei mir +/- 20 mV
werden. Aber wenn ich daraus jetzt R2 berechnen will, dann benötige ich
den Strom I2. Und der setzt sich (in Reihe geschaltet mit R1) aus dem
parallel liegenden "unteren" Teil des Potis zusammen. Das Poti ist aber
auf +Ub und -Ub angeschlossen, I2 fließt dagegen nach Masse!
Wie berechne ich sowas?
Steffen
Wie kann es meine Schaltung sein wenn du den OP weglaesst ?
Das hat schon seinen Grund warum da IC2B drin ist
Je nach dem wie dein Poti steht wird doch die gegenkopplung einen
anderen Widerstand haben und damit hast du auch eine andere
Verstaerkung.
Wenn du meine Schaltung mit den 3 OP's nimmst dann kannst du den Offset
einstellen ohne das sich die Verstaerkung aendert.
Dann bestimmen R1 und R2 alleine deine Verstaerkung und R3,R4,R5 deinen
Offset abgleich weil da der IC2B als Trennung drin ist.
So R3,R4,R5 must du jetzt so dimensionieren das jetzt der Offset der
Verstaerker abgeglichen werden kann. Sagen wir Pi mal Daumen das alle
Offsetspannungen mit einem Einstellbereich am positiven Eingang von IC2B
mit 100mV abgeglichen werden koennen. Dann dimensionierst du den Teiler
R4,R5 so das deine Spannung am positiven Eingang von IC2B 100mV ergibt.
Die sollen sich einstellen wenn das Poti am Anschlag ist. Jetzt kannst
du den Teiler berechnen nur must du ein Widerstand vorgeben. Sagen wir
mal am Poti liegen +-12V (oder deine Referenzspannung dann ergeben sich
andere Werte). Wir geben R4 vor mit rund 100K. Das ergibt dann ein
Teilerverhaeltnis von 121. Nun dividierst du 100K / 121 = 826 Ohm.
Teilerverhaeltnis ist ja (R4/R5) + 1
Naechster Normwert = 820 Ohm oder 1Kohm.
Das Poti kannst du dann in der gleichen Groessenordnung nehmen wie R4
also auch 100K oder weniger.
Gruss Helmi
Hallo Helmi,
>Das hat schon seinen Grund warum da IC2B drin ist
Ja sicher, das habe ich auch verstanden. Nur ist IC2B irrelevant zur
Berechnung der Widerstände R3,R4,R5. Und das war ja meine Frage.
Wieder zurück zur Frage. Da ist genau bei diesem Satz von Dir der
Groschen gefallen:
>Die sollen sich [Anm: die max. Offsetspannung] einstellen wenn das Poti>am Anschlag ist.
Und das ist genau der springende Punkt. Ich hatte ja versucht, das Poti
als Spannungsteiler in die Rechnung mit einzubeziehen. Aber das brauche
ich ja gar nicht, da die Widerstände für die Maximalspannung berechnet
werden müssen. Und genau da fällt der Spannungsteiler schließlich weg
(Endanschlag des Potis).
Ja Helmi, nochmals vielen Dank für die Aufklärung!
Steffen