Anwendungsszenarien für Oszis

OP #1462405
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Durch mein aktuelles Audioprojekt bin ich wieder mit der Frage Oszi-Kauf 
konfrontiert worden.

Hab mir auch grad den Wiki-Artikel noch mal durchgelesen.

Was ganz toll wäre, wenn einer von euch den Artikel um einige 
Beispielszenarien ergänzen könnte damit man einschätzen kann, welche 
Art/Leistung Oszi für einen notwendig/geeignet ist.

Ich hab ja den Logicport für den Digitalkram udn der funktioniert super.

Sehe ich dass richtig, dass mir dann ein Analog-Oszi eigentlich reichen 
würde? Wenn ja, was für ne Leistung ist denn sinnvoll?

Gruß
Tom
Moderator Persönliche Seite #1462419
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Du musst schon ein bisschen mehr über deine Anforderungen schreiben,
damit man so eine Frage beantworten kann.  Wenn du nur Audio-Kram
damit begutachten willst, tut es vermutlich nahezu alles, was man
so an Oszis kaufen kann und was noch funktionstüchtig ist.

Andererseits kann natürlich ein Digitalspeicheroszi (so er vom
Budget her überhaupt in Frage kommt) auch seine Vorteile haben.
Man kann dann beispielsweise Einschwingvorgänge (so einen berüchtig-
ten "Plopp", wenn man was einschaltet) aufzeichnen und sich danach
in Ruhe ansehen.  Die Dinger haben ihre Stärke vor allem dort, wo
man keine periodischen Signale darstellen will.
OP #1462433
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Moderator Persönliche Seite #1462446
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Thomas Burkhart schrieb:

> Die DSOs sind halt alle extrem teuer im Moment für mich.

Dann lass es, es sei denn, du findest ein extrem preiswertes
(EUR 100 oder so).

> Was ist denn hiervon zu halten?

Die werden es sicher alle irgendwie tun, was du hier willst.  Bei
Oszis bezahlt man sehr wesentlich die Bandbreite, sodass das Hameg
dort eindeutig das schlechteste ist.  Das TAS 465 ist schon eher
die Edel-Klasse unter den Analogoszis, mit "Oma-Taste" und solchen
Gimmicks, aber die kosten natürlich auch Geld.

Tastköpfe sind auch nicht für lau zu haben, guck also, dass du
welche dabei hast.  Umschaltbar 1:1/1:10 ist zwar mehr oder weniger
Bastler-Standard, allerdings notgedrungen ein Kompromiss.  Ein
reiner 1:10-Tastkopf hat im allgemeinen bessere Daten als die
umschaltbaren Teile, dafür kann man damit natürlich keine Signale
mehr 1:1 messen, die an der Rauschgrenze der Ablenkverstärker
liegen (sowas passiert zum Beispiel schnell mal, wenn man über einen
Shunt einen Strom messen will).  Da es bei 1:1 aber nicht so sehr
auf die kapazitive Belastung und den Frequenzgang ankommt, kann man
dort auch stattdessen direkt mit einem BNC-Kabel arbeiten.
Moderator Persönliche Seite #1462484
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Thomas Burkhart schrieb:

> Auf die gefahr hin jetzt geschlagen zu werden: Was ist von so was hier
> zu halten:

Wär nicht mein Ding bzw. höchstens als Zweitgerät, wenn ich viel
unterwegs messen müsste (dann würde ich aber Wert auf etwas legen,
was kein Windows braucht).  Für die gebotenen Features halte ich
es eigentlich für zu teuer.  Ich finde es beispielsweise sinnvoll,
wenn man mit einem 10:1-Tastkopf gerade noch Netzspannung ansehen
kann (was also ±32 V Spitzen-Eingangsspannung entspricht).

Ich mag einen Oszi lieber als Kiste rumstehen haben, auch wenn man
bei den DSOs schon eine Art Booten hat. ;-)  Allerdings habe ich
noch ein DSO mit ,,richtiger Glotze'', und der Bootvorgang ist
beendet, wenn dir Röhre ausreichend aufgeheizt ist.  Dadurch stört
das Booten also kaum.
Gast #1462514
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> Ich fand halt den enthaltenen Funktionsgenerator für ganz interessant.

Als Funktionsgenerator fuer Audioanwendungen tut es auch die Soundkarte 
im Rechner. Oder noch besser ein Diskman mit einer selbstgebrannten CD 
mit Testsignalen. Die Qualitaet von soetwas liegt deutlich ueber einem
ueblichen Funktionsgenerator solange man nur im Audiobereich arbeitet.

Olaf
Gast #1464953
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"Tastköpfe sind auch nicht für lau zu haben, guck also, dass du
welche dabei hast.  Umschaltbar 1:1/1:10 ist zwar mehr oder weniger
Bastler-Standard, allerdings notgedrungen ein Kompromiss.  Ein
reiner 1:10-Tastkopf hat im allgemeinen bessere Daten als die
umschaltbaren Teile, dafür kann man damit natürlich keine Signale
mehr 1:1 messen, die an der Rauschgrenze der Ablenkverstärker
liegen (sowas passiert zum Beispiel schnell mal, wenn man über einen
Shunt einen Strom messen will).  Da es bei 1:1 aber nicht so sehr
auf die kapazitive Belastung und den Frequenzgang ankommt, kann man
dort auch stattdessen direkt mit einem BNC-Kabel arbeiten."


Einen brauchbaren 100:1 Z0-Tastkopf kann man aber recht leicht selber 
bauen, und der reicht fuer einige Sachen und ist fuer Digital zT sogar 
besser.
Moderator Persönliche Seite #1464998
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faustian schrieb:

> Einen brauchbaren 100:1 Z0-Tastkopf kann man aber recht leicht selber
> bauen, ...

Auch 10:1 kann man selbst bauen.  Been there, done that.  Der
Pferdefuß dabei ist die mechanische Lösung.  Selbst, wenn du noch
ein einigermaßen vernünftiges Gehäuse dafür irgendwie auftreiben
kannst (beispielsweise einen alten Faserschreiber), an eine
federnde Abgreifklemme eines industriellen Tastkopfs kommt das
alles nicht ran.
Gast #1465062
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Kleps gibt es ja auch einzeln ...

Und mitunter sind die fertigen Tastkoepfe auch arg sperrig, und die 
Massestrippen idR viel zu lang. Zwei davon sollte man sicherlich haben, 
aber immer das Beste sind die eben nicht!

Und wenn man viel an Breadboards oder Platinen mit Testbuchsen arbeitet, 
kann man einfach zwei Draht-Stifte (ich meine jetzt nicht Naegel ;) mit 
jeweils ca. 2-3cm duenner Litze, im einen Fall mit einem SMD Widerstand 
dazwischen (schon klar dass der irgendwann durchknacken wird - ist aber 
nicht schwierig oder teuer dann zu reparieren!), direkt ans BNC-Ende 
machen und alles mit Schlumpfschlauch sichern...


Fuer Differentialeingaenge empfiehlt sich ein Zwilling aus abgeschirmten 
Kabeln, bei denen man die Schirme kurz vor dem offenen Ende miteinander 
verbindet (so zB in der Anleitung zum 7D22 zu finden, ausprobiert, 
funktioniert gut).
#1465618
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man sollte nicht zu sehr sparen...
wenn du im Audiobereich weiter arbeiten wirst, kommst du am besten mit 
der kombination zurecht:

- Osci bis 100MHz für digitales Audio. bei 192kHz braucht man schon mal 
ne 24.576MHz clock. damit erschlägst du auch erstmal alle uC 
Anwendungen. ausser du bist so'n hochtakter ;)
und es ist so angenehm, das was digitales zu haben - triggern, mitteln, 
speichern, drucken, etc.

- Soundkarte: irgendein USB Audio Interface mit guten ADCs so bei 110dB 
SNR mit wenig THD, UND SPDIF Eingang, die kannst Du dann als Analyser 
und Generator für Audio Signale nehmen. brauchst natürlich noch ne audio 
software, die gibt's aber meistens dazu, FFT-analyzer gibt's als 
freeware.

wie ist denn dein budget?

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