Chris K. schrieb:
Ich bin vom RP2040 recht begeistert.
Begeisterung hin oder her, man sollte einfach mal bei den Fakten bleiben. Und die sagen: Ja, der RP2040 ist für so ziemlich alles, was von STM unterhalb von Cortex-M3 zu kaufen ist, definitiv ein mehr als hinreichender Ersatz. Ohne jede genauere Analyse der konkreten Anwendung.
Und selbst gegenüber vielen M3 oder gar M4 ist es zumindest ein erwägenswerter potentieller Ersatz. Das kommt dann aber natürlich schon stark bis sehr stark auf die Anforderungen der konkreten Anwendung an. Und deren Qualität, insbesondere in Hinsicht auf die Effizienz. Wem es nicht gegeben ist, effizient zu programmieren, sollte also dringendst einen Wechsel vermeiden, mit dem er an die Leistungsgrenzen der RP2040 gelangt. Oder auch nur grob in deren Nähe...
Außerdem kostet es natürlich immer einigen Aufwand, sich aus der (von STM natürlich gewollten = klassisches vendor lockin) Umarmung zu lösen, also ohne das gewohnte CubeMX auszukommen.
Allerdings: beim RP2040 muss man ganz genauso aufpassen, dass man nicht aus dem Regen in Traufe gerät. Auch die betreiben vendor lockin. Halbwegs komfortabel kann man die Dinger auch wieder nur unter Benutzung der vom vendor vorgegebenen Entwicklungsumgebungen programmieren. Und in mancher Hinsicht ist das vendor lockin der RP2040 sogar tiefgreifender (und damit potentiell bei einem Wechsel auf was anderes auch arbeitsintensiver) als das von STM hinlänglich bekannte.
Fazit: Wer nur kleine Sachen macht, fährt mit dem RP2040 definitiv nicht schlecht. Wer auch größere Sachen macht (oder das für die Zukunft plant), sollte sich einen Umstieg sehr gut überlegen.
Wo ungefähr die Grenze zwischen "groß" und "klein" liegt, hoffe ich gut genug charakterisiert zu haben. BTW: Mir ist absolut bewußt, das diese Grenze "unscharf" ist und nicht jeden Einzelfall korrekt beschreibt. Soll nur als eine Art Leitfaden dienen.