LM358 gegen TS272

OP #7587551
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Beiliegende Schaltung hat an der Stelle von N1 einen TS272C Micropower Dual OP von STM im SO8 bestückt. Ein Teil im Schaltbild oben (pin 1,2,3) puffert das Stromsignal "Current Sense" vom Ausgang eines Endstufen-ICs und gibt ihn auf PA3 welcher als Analog Eingang konfiguriert ist. Dieser Teil funktioniert problemlos.

Der zweite OP (Pin 5,6,7) nimmt Kommandos von einer übergeordneten Steuerung mit 20mA Schnittstelle an X4 an. Das kann zum Einen als 4-20mA Eingang konfiguriert werden. Der von Hand eingezeichente Jumper ist dann geschlossen, R52 unbestückt und der OP arbeitet als Spannungsfolger und gibt das Signal auf PA4 welcher als Analogeingang konfiguriert ist. Das funktioniert auch.

Zur Erhöhung der Störfestigkeit kann man X4 jetzt als digitalen Eingang umkonfigurieren. Der OP pin 5,6,7 arbeitet dann als Komparator und die übergeordnete Steuerung codiert ihre Kommandos mit einer Pulslängeninformation am ihrem 0-20mA Ausgang. Am invertierten Eingang liegen 1,8V Referenz an. Bei 20mA sollten 5 Volt am nicht invertierenden Eingang sein. Unterschreitet der Strom die 4mA, so schaltet der Komparator mit einer leichten Hysterese von R52 zurück was vom Timer2 Kanal 1 auf dem Eingangspin PA0 abgetastet und vermessen wird.

Das funktioniert nun meistens. Leider kann man darauf warten, daß der Komparator bei vorhandenem Eingangssignal plötzlich kein Ausgangsignal mehr bringt. Ein paar Sekunden später geht es wieder. Das habe ich zwischenzeitlich bei 3 Platinenexemplaren nachvollzogen. Um sicherzustellen, daß der uC wegen einem SW Fehler den OP Ausgang nicht auf GND kurzschliesst, habe ich dort einen 1k in Reihe geschaltet. Gleicher Effekt, am OP kommt manchmal plötzlich nichts raus. Versorgungsspannungen sind stabil und auch der uC läuft problemlos.

Nun kommt die Lösung: Bestückt man anstelle des TS272 einen LM358 funktioniert der Komparator zuverlässig. Gibt es dazu eine Erklärung ?

Angehängte Dateien:
OP #7587588
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Ist das Vicm Common Mode ? VCC minus 1,5V ? Eigentlich steht da auch Vi Input Voltage -0,3 bis 18 (aber natürlich nicht mehr als VCC). Das ist ja bei beiden Typen so im Datenblatt und nach meinem Verständnis bezieht sich das nur auf die spezifizierte Gleichttaktunterdrückung welche näher an VCC schlechter sein kann?

#7587621
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J. V. schrieb:

Gleichttaktunterdrückung

= Common mode rejection

Aber hier geht es um 'common-mode (input) voltage' --> Gleichtakt-Eingangsspannung. Was außerhalb passiert ist nicht spezifiziert. Früher gab es da gerne mal den phase-reversal Effekt: https://www.nisshinbo-microdevices.co.jp/en/faq/10088.html

Bei OPV als Komparator kann es halt eine Weile dauern, bis der OPV wieder aus der Ecke gefahren kommt. Dafür sind die echten Komparatoren gedacht:

https://de.wikipedia.org/wiki/Komparator_(Analogtechnik)#Innenschaltung

1
Herkömmliche Operationsverstärker, welche auf den linearen 
2
Betrieb mit Gegenkopplung ausgelegt sind, sollten nicht als 
3
Komparator verwendet werden, da deren Erholzeiten aus der 
4
Sättigung meist zu lange bzw. undefiniert sind.
#7587708
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J. V. schrieb:

Bestückt man anstelle des TS272 einen LM358 funktioniert der Komparator zuverlässig.

Ein TS272 ist kein TLC2272.

Ein STM32F103 wird mit ca. 3.3V betrieben (NATÜRLICH fehlt gerade das in deinem Schaltplanausschnitt) und gerade die Eingänge PA0, PA3 und PA4 sind NICHT 5V tolerant, ein mit 5V versorgter TS272 liefert aber fast 5V, ein LM358 nur 3.5V.

J. V. schrieb:

Ich nehme einen echten Komparator. Dazu hätte ich etwa einen LM2903 in der Schublade.

Pull up nach VCC des STM32F103 (oder internen pull up am Eingang aktivieren).

Eine Hälfte betreibe ich dabei als Spannungsfolger.

Ein Komparator ist KEIN Spannungsfolger.

OP #7587775
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PA0, PA3 und PA4 sind NICHT 5V tolerant

Danke stimmt und au weia, soviel Fehler gleichzeitig in einer so alten Schaltung. PA8 mit Timer 1 anstelle Timer 2 wäre wieder 5 Volt tolerant gewesen und als Analogeingang geht das mit der internen Uref sogar nur bis 2,5 Volt soweit ich mich erinnern kann.

Die Fehlfunktion des TS272 kommt aber vom Übersteuern des Eingangs. Die Steuerimpulse sind zwischen 1 und 15 mSek lang. Bei häufig aufeinanderfolgenden Impulsen kann man die Fehlfunktion provozieren. Dann dauert es mitunter mehrere Sekunden bis er wieder anfängt zu funktionieren und keine Impulse mehr verloren gehen. Als CMOS sind die Eingangsströme eben besonders klein und es fliesst besonders wenig Ladung ab weshalb mehrere Impulse überdeckt werden können.

Es ist tatsächlich TS272C bestückt. Der TLC2272 ist im Schaltbild wohl nur weil der gerade in der CAD Lib verfügbar war. Sollte man natürlich auch nicht machen.

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