Moinsen,
ich suche eine Möglichkeit um an einem kardanisch aufgehängten
Magnetkompass die Richtungsdaten an eine Fernanzeige zu übertragen. Für
diesen Kompass gab es einmal eine sog. Repeatereinheit, da es den
Hersteller aber nicht mehr gibt, sind auch keine Informationen mehr
verfügbar. Das Einzige was ich dazu gefunden habe war eine alte
Verkaufsanzeige mit winzigem Bild. Es könnte sich hier vielleicht um
einen Fluxgatesensor handeln.
Meine Idee wäre unter dem Kompass einen Magnetfeldsensor, z.B aus der
KMZ Reihe, zu installieren, der die Richtung, in die die Kompassnadel
zeigt, misst u. dann die Messwerte, bzw. Richtungsdaten, nachdem sie
entprechend aufbereitet wurden, über eine serielle Schnittstelle
ausgibt.
Wäre so etwas machbar oder gibt es irgendwelche andere Ideen dazu ?
Grüsse
Sven
Irgendwie kommt mir das unlogisch vor.
Wenn man drei zueinander senkrechte Magnetsensoren hat, können die die
Richtung des Erdmagnetfeldes selbst vektoriell (X,Y,Z) erfassen.
Einen Kompass mit kardanischer Aufhängung braucht man dann doch nicht
mehr.
Oder, anders gesagt, wenn sich der Kompass nach dem Magnetfeld
ausgerichtet hat, ist es doch gleichgültig, ob man die Richtung des
Kompassnadelfeldes oder die des Erdmagnetfeldes misst.
Sven schrieb:> Nee leider nicht, ich brauche die Richtungsinformation, um sie dann in> NMEA $HDG Sequenzen zu konvertieren.
Es gibt vollelektronische Kompasssensoren. Die kannst Du irgendwo
passend montieren und dann nur noch die elektrischen Signale per
Kabel bis zu Deiner Elektronik führen.
Das ist richtig, aber wie verhalten sich diese elektronischen
Kompasssensoren gegenüber großen Eisenmassen ? Der Magnetkompass ist auf
einem Stahlschiff montiert. Mittels kleiner Kompensationsmagnete, die
unter dem Kompass montiert sind, ist es möglich die Ablenkung, die durch
die Eisenmasse hervorgerufen wird, zu kompensieren. Es sind Stabmagnete
verschiedener Stärke für diese Zwecke montierbar.
Dir ist hoffentlich klar, dass der Kompass auch nur dahin zeigt wo das
Magnetfeld "herkommt" (eigtl. falsch weil quellenloses feld, aber ich
denke die Idee komt rüber) und damit ein elektronischer Kompass das
eigtl. nur besser machen kann (indem er keine mech. Massen bewegen
muss).
Du kannst sogar das Schiff in Software rauskompensieren mit entsprechend
Know-how und aufwand.
Sven schrieb:> ittels kleiner Kompensationsmagnete, die> unter dem Kompass montiert sind, ist es möglich die Ablenkung, die durch> die Eisenmasse hervorgerufen wird, zu kompensieren. Es sind Stabmagnete> verschiedener Stärke für diese Zwecke montierbar.
Auch das, die Korrektur mit Kompensationsmagneten könnte man bei einem
elektronischen Sensor auch machen. Nur ist es bei dem einfacher, diese
als scheinbare Nullpunktverschiebung merkbare Fehlweisung per Software
zu korrigieren.
Max D. schrieb:> und damit ein elektronischer Kompass das> eigtl. nur besser machen kann (indem er keine mech. Massen bewegen> muss).
nee der verzicht auf bewegte massen ist kein Vorteil. Den ganzen Ärger
mit magnetfeldkompensation kann man sich mit einem kreisselkompass -
also mehr bewegte masse sparen. Deshalb setzten U-Boote auch diesen und
keine magnetfeldsensoren etc. ein.
Sven schrieb:> Das ist richtig, aber wie verhalten sich diese elektronischen> Kompasssensoren gegenüber großen Eisenmassen ?
Eigentlich genauso wie Kompassnadeln. Die messen beide das örtliche
Magnetfeld, egal wo es her kommt und wodurch es verfälscht wird.
> Der Magnetkompass ist auf> einem Stahlschiff montiert. Mittels kleiner Kompensationsmagnete, die> unter dem Kompass montiert sind, ist es möglich die Ablenkung, die durch> die Eisenmasse hervorgerufen wird, zu kompensieren. Es sind Stabmagnete> verschiedener Stärke für diese Zwecke montierbar.
Die ganzen Kompensationsmagnete kannst du bei einem elektronischen
Kompass vergessen. Der kann das einfach wegrechnen. Die Deviation wird
durch einen konstanten Megnetfeldvektor am Einbauort des Kompasssensors
erzeugt, der durch den Magnetismus des Schiffes erzeugt wird. Der
Magnetfeldvektor des Erdmagnetfeld beschreibt bei Schiffsbewegung immer
eine Kugel, die durch den Schiffsmagnetismus aus dem Nullpunkt
verschoben ist. Für die elektronische Kompensation muss also nur dieser
Offset-Vektor aus den Messdaten rausgerechnet werden.
Nur die Harten kommen in den Garten schrieb:> Den ganzen Ärger> mit magnetfeldkompensation kann man sich mit einem kreisselkompass -> also mehr bewegte masse sparen.
20 Sekunden auf Wikipedia offenbaren: Der Kreiselkompass hat nichts mit
einem "klassischen" Kompass zu tun. Er nutzt die Rotation der Erde als
Referenz und nicht das Magnetfeld.
Max D. schrieb:> 20 Sekunden auf Wikipedia offenbaren: Der Kreiselkompass hat nichts mit> einem "klassischen" Kompass zu tun. Er nutzt die Rotation der Erde als> Referenz und nicht das Magnetfeld.
Eben deshalb kann man sich den ganzen Ärger mit den Störungen des
Erdmagnetfeldes durch das Schiff auch sparen.
Wolfgang schrieb:> Eben deshalb kann man sich den ganzen Ärger mit den Störungen des> Erdmagnetfeldes durch das Schiff auch sparen.
Macht halt einen Vergleich bezüglich bewegter Massen zwischen beiden
Technologien ziemlich hinfällig.
Naja, es gibt ja noch andere Hersteller, wenn man nach "compass
repeater" sucht.
http://www.marine-data.co.uk/products/compass-repeaters/30-md69br
Frage: verwettest Du Deinen Hintern auf den Repeater? Dann würde ich
eher zum Kauf eines Gerätes raten. Wie genau muss es denn sein?
Falls Du etwas selber bauen möchtest, würde ich auf einen hochwertigen
digitalen 3D-Kompasssensor aufbauen. Dessen Ausgangssignal schiebst Du
durch eine Lookup-Tabelle, die nach der Installation zunächst erzeugt
werden muss. Nachkalibration könnte man sich bei ruhiger See in
Geradeausfahrt mittels GPS vorstellen.
Die Kompensationsmagnete kenne ich vom Whiskyglaskompass
(https://de.wikipedia.org/wiki/Kompassfehler) im Flieger, allerdings ist
bei den kleinen Mücken die Genauigkeit eher im 5°-Bereich.
Langt um per Kompass, Armbanduhr und Wanderkarte den nächsten 100km
entfernten Flugplatz zu finden. Trivial, im Vergleich zu nautischen
Anforderungen.
Max D. schrieb:> 20 Sekunden auf Wikipedia offenbaren: Der Kreiselkompass hat nichts mit> einem "klassischen" Kompass zu tun. Er nutzt die Rotation der Erde als> Referenz und nicht das Magnetfeld.
Du hast jetzt in 20 Sekunden exakt das gleiche herausgefunden, was dein
Vorredner (Nur die Harten...) schon gesagt hatte :-)
?!? schrieb:> Du hast jetzt in 20 Sekunden exakt das gleiche herausgefunden, was dein> Vorredner (Nur die Harten...) schon gesagt hatte :-)
Ähm, sollte er es wirklich gewusst haben (worüber ich mir kein Urteil
anmaße), dann hat er es verfehlt in seinem Post rüberzubringen. Er sagte
nur, dass 1. KKs mehr bewegte masse haben und 2. keine Fehlweisung
haben.
Von einer Magnetfeld-Unabhängigkeit hab ich da kein Wort gelesen...
Marcus H. schrieb:> Trivial, im Vergleich zu nautischen Anforderungen.
Sag mal ehrlich - wann hast du dich auf einem Schiff zuletzt auf die
Absolutgenauigkeit eines Kompass verlassen.
Fluss-/Kanalfahrt geht besser nach Sicht oder Radar. Auf Küstenfahrt und
Hochsee dient der Kompass mehr als relative Richtungsorientierung, um
einen stabilen Kurs zu halt. Selten sind Abdrift und Strom so genau
bekannt, dass einem ein gradgenauer Kompass etwas nützen würde. Die
eigentliche Routennavigation findet über GNSS statt.
@Wolfgang: Noch nie! Ich hatte garnicht an Binnen-/Küstenschiffer
gedacht. :)
Auf dem Baggersee mit meiner Luma benutze ich natürlich ein GPS mit
OpenStreetMaps. :)
Nicht-trivial finde ich die Leistungen von Seebären, die mit klassischem
Besteck in Ihrer Jolle die Welt umrunden. Captain Bligh und so...
Marcus H. schrieb:> Nicht-trivial finde ich die Leistungen von Seebären, die mit klassischem> Besteck in Ihrer Jolle die Welt umrunden. Captain Bligh und so...
Auch die haben sich nicht auf den Kompass verlassen, sondern eher dem
Lauf der Sonne vertraut und mit Jakobsstab und Okt-/Sextant gemessen.
Hauptproblem war für die die sicheren Zeitbestimmung. In Gegenden mit
viel Wolken, Wind und Strom ist das auch oft genug schief gegangen, wenn
man sich z.B. mal die Anzahl der Strandungen auf den Staateninseln beim
Kap Horn anguckt.
Max D. schrieb:> ?!? schrieb:>> Du hast jetzt in 20 Sekunden exakt das gleiche herausgefunden, was dein>> Vorredner (Nur die Harten...) schon gesagt hatte :-)>> Ähm, sollte er es wirklich gewusst haben (worüber ich mir kein Urteil> anmaße), dann hat er es verfehlt in seinem Post rüberzubringen. Er sagte> nur, dass 1. KKs mehr bewegte masse haben und 2. keine Fehlweisung> haben.> Von einer Magnetfeld-Unabhängigkeit hab ich da kein Wort gelesen...
Klar hab ich das gewusst, auch das Faserkreisel ungenauer als
Kreiselkompass ist und deshalb der klassische Kreisel hier die optimale
Lösung ist.
und das
Nur die Harten kommen in den Garten schrieb:> Max D. schrieb:>>> ein elektronischer Kompass das>> eigtl. nur besser machen kann (indem er keine mech. Massen bewegen>> muss).
ein elektonischer Kompass als navigationshilfe die Bestimmung der
Bewegumngsrichtung in bezug zur Erdoberflache keinesfalls "nur besser
machen kann" und erst recht nicht weil er ohne bewegte Massen auskommt.
"Elektronik ist immer besser/genauer als mechanik" taugt nicht als
Problemlösungsansatz, nur das wollte ich vermitteln.
Wolfgang schrieb:> Sag mal ehrlich - wann hast du dich auf einem Schiff zuletzt auf die> Absolutgenauigkeit eines Kompass verlassen.
Gibt es auf Schiffen eigentlich immer noch die Vorschrift, das man
sich nicht allein auf GPS verlassen darf?
Harald W. schrieb:> Wolfgang schrieb:>>> Sag mal ehrlich - wann hast du dich auf einem Schiff zuletzt auf die>> Absolutgenauigkeit eines Kompass verlassen.>> Gibt es auf Schiffen eigentlich immer noch die Vorschrift, das man> sich nicht allein auf GPS verlassen darf?
Gibt es die?
Interessant finde ich diese Nachricht:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/GPS-unsicher-US-Navy-unterrichtet-wieder-am-Sextanten-2845200.html
Demnach hat die US-Navy nach 20 Jahre Unterbrechung wieder den sextanten
in den lehrplan aufgenommen, während die dt. Flotte ihn nie aus der
Ausbildung strich.
MfG,
Harald W. schrieb:> Gibt es auf Schiffen eigentlich immer noch die Vorschrift, das man> sich nicht allein auf GPS verlassen darf?
Gute Frage? Praktisch ist mit EGNOSS das Argument der fehlenden,
rechtzeitigen Information über Satellitenfehlfunktion/-ausfall hinfällig
sein. Und natürlich muss beim Magnetkompass eine vom amtlichen
Kompasskompensierer unterzeichnete Deviationstabelle beim Kompass
befestigt sein. Ich bin auch schon mit einem elektronischen Kompass mit
BSH-Abnahme gefahren, der als Zugeständnis an die Kompensierer extra
Potis für die Kompensation hatte, obwohl das - wie oben beschrieben -
wunderbar automatisch funktioniert.
Mehrere Rückfall- und Kontrollebenen sorgen bei der Flugnavigation für
Entspannung. Im Anhang das Cockpit einer C172F, Baujahr 1965, Sortierung
nach Komfort fallend, Ausfallsicherheit steigend:
- GPS
- VOR
- Kurskreisel/künstlicher Horizont/Wendezeiger (Blindflug!)
- Magnetkompass
- Fenster (nicht im Blindflug!)
Oder Boeing 747-400, siehe links außen. :)
https://de.wikipedia.org/wiki/Boeing_747#/media/File:May2555.jpg
GPS ist unter der Kontrolle des amerikanischen Militärs, VOR unter der
Kontrolle der zivilen ICAO.
Mit einem Sextanten würde ich auch gerne mal umgehen lernen, vielleicht
finde ich mal jemanden in der Nürnberger Gegend der mir das zeigt. :)
Marcus H. schrieb:> Mit einem Sextanten würde ich auch gerne mal umgehen lernen, vielleicht> finde ich mal jemanden in der Nürnberger Gegend der mir das zeigt. :)
Dann musst Du nur noch bis April warten:
http://www.greubel.de/shs.html
Nur die Harten kommen in den Garten schrieb:> Marcus H. schrieb:>> Mit einem Sextanten würde ich auch gerne mal umgehen lernen, vielleicht>> finde ich mal jemanden in der Nürnberger Gegend der mir das zeigt. :)>> Dann musst Du nur noch bis April warten:> http://www.greubel.de/shs.html
Cool, Hochseenavigation auf dem Dutzendweiher im
Reichsparteitagsgelände.
Bist Du von hier? Schick doch mal eine PM. :)
Marcus H. schrieb:> Die Kompensationsmagnete kenne ich vom Whiskyglaskompass> (https://de.wikipedia.org/wiki/Kompassfehler) im Flieger, allerdings ist> bei den kleinen Mücken die Genauigkeit eher im 5°-Bereich.> Langt um per Kompass, Armbanduhr und Wanderkarte den nächsten 100km> entfernten Flugplatz zu finden. Trivial, im Vergleich zu nautischen> Anforderungen.
Hier ist der Kompass mit den Kompensationsmagneten, ein Sestrel Moore,
der früher auf Stahlpötten recht verbreitet war. Wird aber leider nicht
mehr hergestellt. Die Kompensationsmagnete sitzen in den quadratisch
angeordneten Röhrchen unterhalb der Kompassrose. Das Kabel ist übrigens
für die Beleuchtung, damit man auch im Dunkeln nicht vom Kurs abkommt.
Svrn
Marcus H. schrieb:> Cool, Hochseenavigation auf dem Dutzendweiher im> Reichsparteitagsgelände.> Bist Du von hier?
Hier = Franken -> Nein
Hier = Freistatt Bayern -> Ja
Navigation mit Sextant interessiert mich eher aus gründen technischer
neugier, denn als praktischer Erforderniss. Obwohl ich noch Karte,
Kompass, Missweisung und Polarstern gelernt habe.
Marcus H. schrieb:> Sven, danke für's Bild. Bin überrascht, über die 5° Teilung. Ich> hatte> da mehr Striche erwartet.>> Bei den kleinen Flugzeugkompassen gibt's Schrauben, mit deren Hilfe im> Gehäuse eingebaute Magnete bewegt werden.> http://www.winter-instruments.de/#!kompass---compass/cq2>> Was muss ich mir unter einem Stahlpott vorstellen?> Ebay-Artikel Nr. 231775710982
Stahlpott ist wohl Jargon für ein Stahl- schiff oder boot. Bei uns im
Verein sagen sie auch Blecheimer. Yogurt Becher sind übrigens die Boote
aus GFK.
Nur die Harten kommen in den Garten schrieb:> Marcus H. schrieb:>> Cool, Hochseenavigation auf dem Dutzendweiher im>> Reichsparteitagsgelände.>> Bist Du von hier?>> Hier = Franken -> Nein> Hier = Freistatt Bayern -> Ja>> Navigation mit Sextant interessiert mich eher aus gründen technischer> neugier, denn als praktischer Erforderniss. Obwohl ich noch Karte,> Kompass, Missweisung und Polarstern gelernt habe.
Na dann mal frisch ans WerK:
https://www.youtube.com/watch?v=lbEfy6pSgZ8
Marcus H. schrieb:> Sven, danke für's Bild. Bin überrascht, über die 5° Teilung. Ich hatte> da mehr Striche erwartet.
Bei 5°-Teilung kann man per Interpolation noch gut auf 1° ablesen und
auf einem nicht zu großen Schiff ist mehr bei Seegang sowieso nicht
sinnvoll möglich.
Warum nicht gleich so ein Bild?
Da handelt es sich doch um ein Sammlerstück, das man möglichst im
Originalzustand erhalten sollte.
Ein elektronischer Kompass, wie er in Quadrocoptern verwendet wird,
völlig getrennt von diesem Schaustück dürfte doch eine für elektronische
Peilung wesentlich geeignetere Lösung sein.
Wenn man wirklich die Kompasstrommel abtasten wollte, ginge das nur über
Abtastung per Induktivität (Kurzschlusswindung oder RFID Tag auf der
Trommel) oder optische Abtastung. Das würde aber bedeuten, irgendetwas
Ablesbares auf die Kompasstrommel anzubringen ohne ihre Balancierung zu
stören.
Sven schrieb:> Stahlpott ist wohl Jargon für ein Stahl- schiff oder boot. Bei uns im> Verein sagen sie auch Blecheimer. Yogurt Becher sind übrigens die Boote> aus GFK.
Mein Fehler, ich dachte die ganze Zeit an sowas wie auf dem Bild.
Wieder was gelernt, ich war der Meinung, dass im Hobbybereich heutzutage
alles GFK ist.
Peter R. schrieb:> Warum nicht gleich so ein Bild?>> Da handelt es sich doch um ein Sammlerstück, das man möglichst im> Originalzustand erhalten sollte.>> Ein elektronischer Kompass, wie er in Quadrocoptern verwendet wird,> völlig getrennt von diesem Schaustück dürfte doch eine für elektronische> Peilung wesentlich geeignetere Lösung sein.>> Wenn man wirklich die Kompasstrommel abtasten wollte, ginge das nur über> Abtastung per Induktivität (Kurzschlusswindung oder RFID Tag auf der> Trommel) oder optische Abtastung. Das würde aber bedeuten, irgendetwas> Ablesbares auf die Kompasstrommel anzubringen ohne ihre Balancierung zu> stören.Peter R. schrieb:> Warum nicht gleich so ein Bild?>> Da handelt es sich doch um ein Sammlerstück, das man möglichst im> Originalzustand erhalten sollte.>> Ein elektronischer Kompass, wie er in Quadrocoptern verwendet wird,> völlig getrennt von diesem Schaustück dürfte doch eine für elektronische> Peilung wesentlich geeignetere Lösung sein.>> Wenn man wirklich die Kompasstrommel abtasten wollte, ginge das nur über> Abtastung per Induktivität (Kurzschlusswindung oder RFID Tag auf der> Trommel) oder optische Abtastung. Das würde aber bedeuten, irgendetwas> Ablesbares auf die Kompasstrommel anzubringen ohne ihre Balancierung zu> stören.
Wie schon beim Threadstart erwähnt gab es vom Hersteller des Kompasses
eine sogenannte Compasscoil, die auf der Unterseite des Gehäuses, in dem
die Kompassrose, schwimmt montiert wurde. Ich denke auf dem Bildchen
kann man 2 über Kreuz angeordnete Spulen erkennen. Könnte vielleicht ein
Fluxgatesensor sein.
Sven
@Sven: passt schon. Wenn's um Hobby geht, dann hängen wir halt einen
2-Achs-Magnetsensor drunter. Statt 50µT Erdmagnetfeld messen wir dann
das Nadelstreufeld und schicken das auf die RS232-Reise.
Brauchst Du Sensorvorschläge?
Wenn ja - welche Feldstärke hat das Kompassnadelstreufeld in der
gewünschten Sensorposition?
https://www.mikrocontroller.net/articles/Magnetfeldsensor
Zusätzlich hat icHaus einige Rotationssensoren.
Oder Digikey nach 2D/3D Magnetfeldsensoren durchsuchen.
Ich habe hier zwei digitale Varianten rausgepickt:
Starkes Streufeld -> KMA36+Tiny10+Pegelwandler+Assembler
bis 8 Gauß -> HMC5883L+Tiny10+Pegelwandler+Assembler
Oder wie heutzutage üblich ist z.B. bei Sparkfun einen passenden Sensor
suchen und den an einen RasPi hängen.
Oooder, for maximum fun, fräsen wir uns ein paar Kerne und wickeln den
Fluxgatesensor selber. Da würde ich dann aber als fauler Mensch gerne
einen STM32F0 zzgl. Peripherie dranhängen.
Mal wieder ernst:
Digitalsensor an ESP8266 und Du kann Dir Deinen Kompass mit dem Handy
auf einer Weboberfläche anschauen.
Und immer dran denken, dass wir das Kompassfeld nicht merklich verbiegen
sollten.
Marcus H. schrieb:> @Sven: passt schon. Wenn's um Hobby geht, dann hängen wir halt> einen> 2-Achs-Magnetsensor drunter. Statt 50µT Erdmagnetfeld messen wir dann> das Nadelstreufeld und schicken das auf die RS232-Reise.>> Brauchst Du Sensorvorschläge?>> Wenn ja - welche Feldstärke hat das Kompassnadelstreufeld in der> gewünschten Sensorposition?>
Da hast du mich jetzt kalt erwischt, wie kann ich denn das
Kompassnadelstreufeld messen ?
Sven
Sven schrieb:> Marcus H. schrieb:> Da hast du mich jetzt kalt erwischt, wie kann ich denn das> Kompassnadelstreufeld messen ?
Mit einem der o.g. Sensoren.
Oder Du schraubst einen analogen Magnetfeldsensor an ein Multimeter und
misst. Zu diesem Zweck liegt bei mir u.a. ein SS94A2 rum.
Sven schrieb:>> Was muss ich mir unter einem Stahlpott vorstellen?>> Stahlpott ist wohl Jargon für ein Stahl- schiff oder boot. Bei uns im> Verein sagen sie auch Blecheimer. Yogurt Becher sind übrigens die Boote> aus GFK.
Coladosen (Schiffe aus Alu) und Treibholz (Holzboote) gibts auch noch
Marcus H. schrieb:> Sven schrieb:>> Marcus H. schrieb:>> Da hast du mich jetzt kalt erwischt, wie kann ich denn das>> Kompassnadelstreufeld messen ?>> Mit einem der o.g. Sensoren.>> Oder Du schraubst einen analogen Magnetfeldsensor an ein Multimeter und> misst. Zu diesem Zweck liegt bei mir u.a. ein SS94A2 rum.
Ok, ich denke in Ermangelung eines analogen Magnetfeldsensors werde ich
mir mal so ein HMC5883L Sensor Modul besorgen. Ich denke zur Abfrage
bzw. Ansteuerung wird es wohl entsprechende Libs im Netz geben, oder ?
Sven
Sven schrieb:> Marcus H. schrieb:>> Sven schrieb:>>> Marcus H. schrieb:>>> Da hast du mich jetzt kalt erwischt, wie kann ich denn das>>> Kompassnadelstreufeld messen ?>>>> Mit einem der o.g. Sensoren.>>>> Oder Du schraubst einen analogen Magnetfeldsensor an ein Multimeter und>> misst. Zu diesem Zweck liegt bei mir u.a. ein SS94A2 rum.>> Ok, ich denke in Ermangelung eines analogen Magnetfeldsensors werde ich> mir mal so ein HMC5883L Sensor Modul besorgen. Ich denke zur Abfrage> bzw. Ansteuerung wird es wohl entsprechende Libs im Netz geben, oder ?>> Sven
Der HMC5883L geht halt nur bis 8Gauß bzw. 800µTesla.
Erdmagnetfeld sind ca. 50µT.
Je nach Feldstärke der Nadel könnte das ein wenig eng werden.
Aber die Investition hält sich ja in Grenzen, zumal der SS94A2 nicht
beliebig billig ist.
Sven schrieb:> Könnte vielleicht ein> Fluxgatesensor sein.
Jo, das ist ein Fluxgate. Der Kompass sieht dem Simrad RC35, der hier
zur Zeit auf dem Tisch liegt, sehr ähnlich. Gut, der Simrad hat nicht
nur 2, sondern 4 Wicklungen aussenrum, das Prinzip ist aber das gleiche.
Nachdem die Platine hier aus dem Wasser gezogen und gereinigt wurde,
läuft der Kompass auch wieder - leider hat er kein NMEA-, sondern nur
PWM Ausgang.