jetzt habe ich mir endlich Zeit genommen und meinen alten Receiver aufgemacht, einen Siemens Klangmeister RS 406 (https://www.hifi-wiki.de/index.php/Siemens_Klangmeister_RS_406). Der hat das Problem, dass er beim Einschalten ziemlich laut knattert, knistert und knackt oder wie man das beschreiben soll. Das dauert verschiedentlich lange, ich würde sagen zwischen 10-30 Sekunden. Danach läuft das Radio ohne diese Störgeräusche.
An den Reglern scheint es nicht zu liegen. Die laufen ruhig und ändern das Knacken nicht. Wenn das Radio dann schön läuft, ruft die Betätigung der Regler auch keine unerwünschten Geräusche hervor.
Wenn ich die Platine mit dem Netzteil und dem Verstärker drauf (Schaltplan Nr. 3 im obigen Link) von der Radio-Platine trenne, habe ich das Knacken nicht. Dann brummt der Verstärker nur. Also scheint das Problem von der Radio-Platine zu kommen.
Ich habe schon großzügig mit Kältespray versucht, im laufenden Betrieb den Fehler zu provozieren. Ohne Erfolg.
Die Elkos sind sicher alt, sehen optisch alle gut aus. Ich will jetzt nicht, wie manche Leute das scheinbar machen, alle auf Verdacht austauschen. Nach Rissen oder kalten Lötstellen habe ich schon mit der Lupe gesucht, nichts gefunden.
Deshalb meine Frage an erfahrene Radio-Bastler: Was können die Ursachen für diesen Fehler sein bzw. wie kann ich eingrenzen, woher der kommt.
Deshalb meine Frage an erfahrene Radio-Bastler: Was können die Ursachen
für diesen Fehler sein bzw. wie kann ich eingrenzen, woher der kommt.
Das kann schon ein gealteter Elko sein. Das Teil ist ja mindestens 45 Jahre alt.
Klar, ich würde auch nicht wahllos tauschen. Aber dann eben messen - Oszi wir notwendig sein: Ist die Versorgung des Radioteils ruhig, ab wo im Signalpfad ist die Störung zu sehen, um weiter einzugrenzen, usw.
Dazu gibt es kaum pauschale Antworten.
Edit: Die Schaltpläne wirst du brauchen. Man kann offenbar drei pro Tag kostenlos bekommen. Auf der verlinkten Seite sieht man viel zu wenig.
Kann auch eine kalte Lötstelle auf Netzseite sein, oder irgendeine Kriechstrecke hinten auf der Leiterplatte, oder in/an einem Bauteil. also mal alles genauer anschauen ...
Wenn ich die Platine mit dem Netzteil und dem Verstärker drauf
von der Radio-Platine trenne, habe ich
das Knacken nicht. Dann brummt der Verstärker nur.
Hallo,
das Gerät besitzt kein Lautsprecherrelay. Da gab es schon sehr früh Probleme mit Kraspelgeräusche beim Einschalten. Eine eindeutige Ursache wurde, meines Wissens nach, nicht gefunden. Aber es ist schon sehr lange her, dass ich so ein Gerät gesehen habe.
vielen Dank für diese Antworten. Ich habe schon befürchtet, dass es nicht so einfach sein wird. Dann werde ich nächste Woche mit einem Oszi auf die Suche gehen, Spannungen und Signale anschauen. Auch nochmal auf kalte Lötstellen prüfen.
Leider ist das Gerät mechanisch nicht gerade einfach aufgebaut, ich habe Sorge, dass ich das weiter zerlegt bekomme. Und noch viel mehr Sorge, dass ich es am Ende wieder zusammenbauen kann...
Danke nochmal. Ich melde mich dann wieder.
Viele Grüße
Joni
Es gibt Repaircafes mit zum Teil sehr erfahrenen Radio/TV-Elektronikern. Manchmal in Verbindung mit einem Unterhaltungselektronik-Museum. Ich kann das z.B. für Diepholz sagen, liegt in der niedersächsischen Prärie. Nur mal so als Tip, vlt. gibt es so etwas auch in Deiner Nähe.
Reparatur-Tipp: Signalverfolger!
In meinem ersten Lehrjahr, Radio- u. Fernsehrechnik, 1964, baute ich mir ein kleines Batterie-Taschenradio zum Signalverfolger um.
Meßspitze, hochohmig > 100 k, am Eingang d. Nf-Verstärkers.
Viele Jahre benutzt.
Damit kann man ganz simpel die Quelle von Knackern oder anderen Störgeräusche lokalisieren.
Man hat im Schnitt ca. 15 Sekunden, um zu messen, dann ist das Störgeräusch weg. Aber so ein Signalverfolger für Audio wäre vielleicht tatsächlich eine Idee...
Was auch interessant ist: Wenn ich beim Einschalten die Lautstärke auf Null drehe, sind die Störgeräusche genauso da. Deutet das dann vielleicht doch eher auf ein Problem mit der Spannungsversorgung?
Was auch interessant ist: Wenn ich beim Einschalten die Lautstärke auf
Null drehe, sind die Störgeräusche genauso da. Deutet das dann
vielleicht doch eher auf ein Problem mit der Spannungsversorgung?
Richtig, dann ist der Fehler eher auf der Endstufenplatine. Da sind an dem Endstufen-IC ein paar Elkos und auch die Spannungsversorgung ist auch mit drauf.
Du hörst die Probleme auf beiden Kanälen? Dann sind die ersten Kandidaten die Cs an Pin 8 und 9 vom IC201 und der im Netzteil, C201. Und evtl. der an den Pins 5 und 12, C237. Alle anderen müssten den Einfluss nur auf einen Kanal habe.
In Frage kommt auch noch der C100, unten rechts auf dem Empfängerplatinenschaltbild, der vermutlich beim Einschalten das Signal kurz muten soll.
EDIT: der vielleicht sogar als erstes ...
Es gibt derartige Fehler auch durch gealterte Halbleiter.
Ähnliches hatte ich als Fehlerbild in einem Radio.
Schuld war eine (halb)defekte Germaniumdiode.
Allerdings sollte besonders bei Halbleitern die Fehlersuche mit Kältespray fast immer erfolgreich sein.
Mein Tipp:
Nach dem das Gerät längere Zeit ausgeschaltet war, erwärme die verdächtige Platine vor dem Einschalten mit einem Föhn.
Ist das Fehlerbild dann weg, oder deutlich anders?
Es gibt derartige Fehler auch durch gealterte Halbleiter.
Ähnliches hatte ich als Fehlerbild in einem Radio.
Schuld war eine (halb)defekte Germaniumdiode.
Allerdings sollte besonders bei Halbleitern die Fehlersuche mit
Kältespray fast immer erfolgreich sein.
OK, zurück zum Thema Kracher.
Ge-Transistor mit Wackler in altem Grundig mit dem Kolben freigebrannt - Glück gehabt.
Foliendrehko in Skalenmitte kracht beim Einschalten, Sender am Skalenanfang aber nicht - da hilft nur Tausch oder Sezierkunst.
Spulenwackler im Lautsprecher selbst - liegt hier nicht vor
ich hatte mal einen Poti mit einem losen Messingkontakt an der Kohlenbahn - Kohle war OK, keine Risse, aber die Ringniete wackelte - bei der Bestromung brutzelte die sich jedesmal wieder frei.
Erstens kommen von Hinz gute Hinweise und er liegt selten falsch.
Zweitens kennt ihr weder ihn persönlich noch seine Lebensumstände.
Und wenn es ihm gegen den Strich geht antwortet er für die Verhältnisse des Internets noch recht harmlos.
Ich kann gut damit leben und würde gern mehr Toleranz hier sehen, danke.
Tragt doch eure Fehde woanders aus. Früher verlangte man Satisfaktion!
Dem TO ist so jedenfalls nicht geholfen.
Zurück zum Thema.
Fritze schrieb im Beitrag #7605506:
Dann liegt der Fehler vor dem kanaltrennung bzw. vor dem
Stereodiskriminator, also auf der Radioplatine.
Der TO schrieb oben, dass es bei zugedrehtem Lautstärkepoti auch da ist.
Daher sind die ersten im Pfad danach Q19 und Q20. Und dann die Endstufe. Hatte ich aber oben schon genannt.
Ob es im FM-Teil ist oder woanders, könnte man leicht feststellen: das Ding hat auch Phono- und Kassetteneingang. Einfach mal umschalten.
die kleinkarierten Kleinkriege habe ich mir jetzt nicht durchgelesen. Aber wie versprochen, melde ich mich nochmal. Denn das Problem konnte jetzt behoben werden.
Mit Oszilloskop war das Knacken auf Signalleitungen und auch in der Versorgung zu sehen. Der Audio-Signalverfolger half nicht wirklich weiter.
Plötzlich sah ich aus dem Augenwinkel einen kleinen Lichtblitz. Gerochen hat es aber nicht, auch war kein defektes Bauteil zu sehen. Allerdings war dann der linke Kanal tot, nur der rechte funktionierte noch - und das ohne Störgeräusche. Jetzt hat der Audio-Signalverfolger geholfen. Ich konnte damit das Signal bis zum Endverstärker und auch bis zu dessen Ausgang verfolgen.
Die Lautsprecher haben für jeden Kanal eine 2A-Sicherung. Da war die des linken Kanals durchgebrannt. Also habe ich eine neue eingesetzt. Und siehe da, das Gerät läuft jetzt ohne Störgeräusche.
Offenbar hatte diese Sicherung ein Problem. Aber warum das dann bis auf die Versorgung durchschlägt, ist mir nicht klar. Naja, jedenfalls läuft die Kiste jetzt wieder.
Danke für alle hilfreichen Tipps, besonders für den mit dem Audio-Signalverfolger!
hatte ich mal in einer Aktivbos, ein NPN Kleinsignaltransistor im Signalweg, ich verdächtigte die Din Buchsen, Kabel und sämtliche Kontakte, der Fehler trat natürlich erst nie auf als ich die Kiste offen hatte zum Messen..
Erst mit dem Oszilloskop und viel Zeit war der Fehler zu finden.
Radio an schalten, leise lassen und nach 20 Sek laut machen.
Und wie soll das helfen bei einem Problem, das selbst bei runter gedrehter Lautstärke noch munter prasselt?
Auserdem ist das Problem ohnehin schon gelöst.
Radio an schalten, leise lassen und nach 20 Sek laut machen.
Und wie soll das helfen bei einem Problem, das selbst bei runter
gedrehter Lautstärke noch munter prasselt?
Auserdem ist das Problem ohnehin schon gelöst.
tcha,
sowas überliesst man gerne,
wenn die Infos in Scheiben einer italienischen Dauerwurst daher kommen