Hallo,
ich möchte für kleine Hobbybasteleien mit Fiberglas experimentieren
(also mit GFK, glasfaserverstärktem Kunststoff), habe aber Angst, dass
der Geruch bei der Verarbeitung die Nachbarn belästigen könnte.
Gibt es ein Epoxidharz, das bei der Verarbeitung geruchsneutral ist?
Oder gibt es eine andere Alternative zum Epoxidharz?
Es sollen kleine Boote gebaut werden bzw. die Außenhaut von kleinen
Holzbooten verstärkt werden - das ganze muss also längerfristig
wasserresistent sein.
Epoxidharz ist eigentlich recht geruchsneutral. (außer die 5min
Varianten) verwechelst du das vielleicht mit polyesterharz? Das ist
wirklich eine geruchsbelästigung.
Jörn schrieb:> kleine Hobbybasteleien mit Fiberglas
Da kommt es drauf an, was bei dir "klein" bedeutet...
Völlig geruchsneutrales Harz ist mir noch nicht untergekommen. Aber der
Unterschied Polyester zu Epoxyd ist gewaltig, wie Timo schon sagte.
Aber wenn du z.B. 1m² Glasfaser benetzen willst, wird auch Epoxyd
deutlich zu riechen sein. Bei Polyester fällst du da wegen dem Styrol
praktisch tot um, kein Witz...
Epoxyd-Laminierharz ist das was Du brauchst für Dein Vorhaben.
Es riecht minimal chemisch, aber nicht unangenehm.
Und vor allem:
Wenn es ausgehärtet ist riechst Du es nicht mehr,
im Gegensatz zu Polyesterharz das auch ausgehärtet monatelang stinken
kann.
Jörn schrieb:> Kann man das Material in gut gelüfteten Räumen wirklich ohne> Atemschutzmaske verarbeiten (dass man spezielle Schutzhandschuhe> benötigt, ist klar)?
Ja, das dürfte keinproblem sein. Ich Verwende breddermannn Kunstharze,
das geht auch kaum schlecht belüfteten Räumen.
Jörn schrieb:> Kann man neben Glasfasermatten und Carbonmatten auch Nylonmatten und> Perlonmatten verwenden
Müsste alles gehen. Perlon sagt mir nichts. Epoxid (ohne Verdünnung) ist
aber recht verträglich.
Das von dir rausgesucht Harz hat eine verarbeitungszeit von 20-40min bei
20°. Das kann bei erhöhter Raumtemperatur schnell knapp werden.
Das Posting mit dem Hartz fand ich auch albern. Hier geht es ja vor
allem um die Sache und ich bin echt dankbar für eure Antworten und dass
es dieses Forum gibt.
Danke Marc für den Link!
Ich hätte noch eine praktische Frage. Im Moment arbeite ich an einem
Kanumodell 1:5 (also ordentlich groß) in Skin-on-Frame-Bauweise.
Das Gerüst ist aus Tannenholz und es soll mit einem "Gewebe" so bespannt
werden, dass die Skin (also der überzogene und epoxierte Gewebestoff)
hinterher ordentlich stramm sitzt.
Im Idealfall soll die Skin (Haut) Spannung fast wie bei einem
Trommelfell haben.
Kennt jemand eine Methode, wie man das erreichen kann?
Im Netz findet man die unterschiedlichsten Vorschläge dazu.
Manche empfehlen Perlongewebe möglichst stramm aufzuziehen und eventuell
verbleibende Falten mit einem warmen Bügeleisen zu entfernen (das
Perlongewebe zieht sich wohl in der Wärme zusammen) und dann das Epoxi
aufzutragen.
Andere sagen, am besten dünne Glasfasermatte etwas zu klein vornähen,
das Gerüst mit Kraft hineinstecken und dann mehrere Schichten Epoxi
auftragen.
Und weiß jemand, ob das Epoxi zusätzlich Auswirkungen auf den
Spannungsgrad des Trägermediums (Glasfaster, Nylon, Perlon) hat?
Lass dir von einem alten Kajakfahrer sagen:
Epoxyharze am besten mit Glasfilamentgewebe, Glasfasergelege oder
Carbongewebe verwenden und möglichst die genaue Dosierung des Härters
einhalten. Sonst wird das Harz spröde bzw. härtet nicht durch.
Glasfasermatten sind weniger geeignet, weil die einen Binder haben der
durch das Styrol im Polyesterharz gelöst und ersetzt wird.
Hallo
LassGutSein schrieb im Beitrag #6358626:
> Ja, ich. Da das aber wieder gelöscht werden würde, lasse ich es doch.
Warum handelst du nicht so wie es dein Nickname eigentlich verlangt?
So schadest du dir nur selber und brauchst dich nicht zu wundern wenn
dir zurecht Trotz, Weinerlichkeit und Kindergartenverhalten vorgehalten
wird.
Entweder auch wenn man einmal "Eins auf die Finger bekommen hat" einfach
seinen Beitrag und vor allem die technischen Empfehlungen verbreiten,
oder halt komplett die Finger ruhig sein lassen bzw. den Trotzbeitrag
schreiben aber nicht absenden.
@Roland: Das mit der Sensibilisierung habe ich schon öfter gehört, bin
bei solchen Sachen auch immer sehr vorsichtig.
Wenn man die richtigen Schutzhandschuhe trägt, muss man dann immer noch
aufpassen, dass beim Auftragen nichts spritzt? Oder ist das Material so
hochviskos, dass z.B. beim Rollen nichts verspritzen kann?
Herman Kokoschka schrieb:> ab ca. 32:00 siehtst Du wie das bespannen gemacht wird.>> Youtube-Video "Wie man ein Kanu baut | SWR Handwerkskunst"
Danke für den Link, sehr aufschlussreich!
Hans-Georg L. schrieb:> Lass dir von einem alten Kajakfahrer sagen:> Epoxyharze am besten mit Glasfilamentgewebe, Glasfasergelege oder> Carbongewebe verwenden und möglichst die genaue Dosierung des Härters> einhalten. Sonst wird das Harz spröde bzw. härtet nicht durch.> Glasfasermatten sind weniger geeignet, weil die einen Binder haben der> durch das Styrol im Polyesterharz gelöst und ersetzt wird.
Hans-Georg, vielen Dank für die Infos, auch zu den Glasfasermatten!
Was ist der Unterschied zwischen Glasfilamentgewebe und Glasfasergelege?
Nutzt du als erfahrener Kanubauer Köper-Material wie im Video oben
gezeigt (also das diagonal gewebte)?
Und was hältst du als Kanubauer von Perlon- und Nylonmatten als
Basismaterial?
Als ich Kajaks selber gebaut habe war das noch mit Glasfasermatten und
Polyesterharz und die waren problemlos Abends am Lagerfeuer zu flicken
;-)
Später hat man Kajaks aus PE gebaut die sind zwar schwerer aber halten
dafür viel länger. Renn- und Slalomboote werden immer noch aus
Carbonfasermatten und Epoxy gebaut. (Gewicht)
In dem Video wird Nylon Gewebe und Polyurethan Harz (Gießharz verwendet)
damit habe ich keine Erfahrung. Mit dem Boot würde ich aber nicht ins
Wildwasser oder irgendwo wo es Äste oder Steine hat gehen ;-)
Die Gewebe haben verschiedene Eigenschaften und Gewicht. Kommt auf den
Zweck an was du willst. Und beim Laminieren ist die Kunst nur soviel wie
unbedingt nötig Harz mit der Rolle aufzutragen und eine glatte
Oberfläche zu bekommen. Deshalb lamiert man in Formen.
Hans-Georg L. schrieb:> In dem Video wird Nylon Gewebe und Polyurethan Harz (Gießharz verwendet)> damit habe ich keine Erfahrung. Mit dem Boot würde ich aber nicht ins> Wildwasser oder irgendwo wo es Äste oder Steine hat gehen ;-)
Bei 42:40 zeigt der Erbauer eindrucksvoll mit einem Hammer an einem
bespannten Rahmen, wie stabil das Rumpfmaterial ist.
https://www.youtube.com/watch?v=Y-IWES6cgAM
Oder ist das fake?
Über Steine und durch Wildwasser würde ich damit aber trotzdem auch
nicht fahren.
Hans-Georg L. schrieb:> Die Gewebe haben verschiedene Eigenschaften und Gewicht. Kommt auf den> Zweck an was du willst. Und beim Laminieren ist die Kunst nur soviel wie> unbedingt nötig Harz mit der Rolle aufzutragen und eine glatte> Oberfläche zu bekommen. Deshalb lamiert man in Formen.
Was mir auch noch nicht ganz klar ist, wird die Haut in dem Viedeo ein
mal oder mehrfach beschichtet?
Kann mir gut vorstellen, dass das eine Kunst ist. Das Epoxi darf ja auch
nicht zu heiß werden nach dem Anrühren, damit es nicht vorzeitig
aushärtet.
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Polyurethan Harz (Gießharz)
und z.B. diesem Material hier:
https://shop1.r-g.de/art/110149
Und warum darf das Epoxidharz L 385 + Härter 386 (Aero / 120 min) nur an
gewerbliche Kunden verkauft werden, die anderen Epoxidharze bekommt man
ja auch frei, z.B. bei der Bucht?