Gast
#4393786
Ich weiß, daß das Thema "Abblockkondensatoren" in diesem Forum schon mehrfach und sehr intensiv diskutiert wurde. Trotzdem bin ich ein wenig unsicher. Ich entwerfe im Augenblick eine Schaltung, die den ATxmega128a4u verwendet und im Prototypenaufbau funktioniert auch alles, wie ich mir das wünsche. Ich bin jetzt an dem Punkt, daß ich aus dem Prototypen einen vollständigen Schaltplan und Platinenlayout entwerfen möchte. Dabei bin ich nun bei der Dimensionierung der Abblockkondensatoren für genannten uC ein wenig ins Stocken geraten: Ich betreibe den uC mit ca. 30Mhz (Baudratenquarz 14,512Mhz * 2). Laut Application-Note von Atmel soll (nach der altbekannten Fausregel) an jeden Versorungspin ein 100nF-Keramikkondensator und davor noch eine 10uH Induktivität mit 10uF Kondensator. Die Induktivität und den großen Kondensator lass ich weg, da der uC aus einem Schaltregler mit ausreichend großem Ausgangskondensator versorgt wird und ich keinen ADC verwende (rein digitale Schaltung). Jedoch sind die 100nF-Keramikkondensatoren (in meinem Fall 0402 und 50V) laut Datenblätter der Hersteller in dem Frequenzbereich eine Induktivität. Das studieren der Kondensatordatenblätter hat ergeben, daß <=22nF Kondensatoren wesentlich besser geeignet wären als Abblockkondensatoren bei dieser Taktfrequenz. Ich kann zumindest den Takt mit den 100nF-Kondensatoren (in meinem nicht repräsentativen Prototypenaufbau, bei dem 100nF SMD-MLCC direkt an die Pins gelötet sind) noch sehr deutlich am Oszilloskop erkennen. Nun meine Frage(n): Macht es Sinn kleinere Abblockkondensatoren zu verwenden? Sollte man mehrere 22nF parallel pro Versorgungspinpärchen schalten (wie in Cypress AN1032 vorgeschlagen) oder reicht einer pro Versorgungspinpärchen? Der uC soll nur digitale Ein-/Ausgänge ansteuern (andere ICs, keine großen Lasten) und ein bisschen rechnen, so daß keine großen (Dauer-)Ströme zu erwarten sind.