Servus,
ich hab eine kurze Frage bzgl. der Zwischenschaltung eines Kondensators
zwischen VCC und GND mit 100 nF beim ATMega 16. Ist dieser nur dafür dar
um parasitäre Störungen zu schlucken ?
Gruß Tom und Danke für eure Antworten :)
Schönes Wochenende noch
1sttomus schrieb:> Ist dieser nur dafür dar um parasitäre Störungen zu schlucken ?
Was sind "parasitäre Störungen"?
Es soll vorkommen, dass im µC Schaltvorgänge stattfinden, bei denen
parasitäre Kapazitäten umgeladen werden mussen. Der Abblockkondensator
direkt zwischen VCC und Gnd liefert die hierfür erforderliche Ladung und
verhindert dadurch Einbrüche in der Versorgungsspannung.
1sttomus schrieb:> Zuerst vielen Dank für deine Antwort. Gut verstehe ich aber warum wird> zwischen AVCC und AGND kein solcher Kondensator gesetzt?
Wer behauptet sowas?
;-) Das Buch sollte entsorgt werden ;-)
Mein Prof hat ein Datenblatt wo eben zwischen AVCC und AGND nix drin
ist.
Ich hab den Ausschnitt mal angehängt. Versteh es nicht, eigentlich
sollte da doch auch ein Kondensator hin oder?
1sttomus schrieb:> Mein Prof hat ein Datenblatt wo eben zwischen AVCC und AGND nix drin> ist.
Man arbeitet besser mit den original Datenblättern:
http://www.atmel.com/Images/doc2466.pdf
Seite 213 Fig. 106 ADC Power Connections
1sttomus schrieb:> Mein Prof hat ein Datenblatt wo eben zwischen AVCC und AGND nix drin> ist.
Wirklich ein Datenblatt oder ein selbst erstelltes Skript?
Der ATMega16 ist wirklich alt, aber auch in dessen Datenblättern gab es
schon Spule und Kondensator als Empfehlung für AVCC.
Möglicherweise verwendet die Schaltung den ADC nicht, so dass man auf
Spule und Kondensator verzichten kann.
Der Mikrocontroller benötigt bei allen internen und externen
Schaltvorgängen immer sehr kurzzeitig einen hohen Strom (si ist das bei
CMOS immer). Da das Netzteil zusammen mit den nicht idealen Leitungen
diesen Strom nicht liefern kann, schaltet man Abblock-Kondensatoren
parallel zum IC. Sonst würde die Spannung bei jedem Schaltvorgang
einbrechen.
Außerdem reduziert man damit den Effekt, dass die mehrere IC's
gegenseitig stören.
1sttomus schrieb:> Mein Prof hat ein Datenblatt wo eben zwischen AVCC und AGND nix drin> ist.
Das sollte er lieber für sich behalten und nicht öffentlich verbreiten
:-(
Wenn man den ADC verwendet, gehört sogar noch ein Tiefpassfilter (z.B.
Induktivität mit besagtem Kondensator) zwischen AVCC und +5V.
Und zwischen ARef und Gnd sollte auch noch ein Kondensator plaziert
werden, wenn man auf vernünftige Performance Wert legt. Wie schreibt
doch Atmel im o.g. Datenblatt auf S. 204: "The voltage reference may be
externally decoupled at the AREF pin by a capacitor for better noise
performance."
Stefan U. schrieb:
> Möglicherweise verwendet die Schaltung den ADC nicht,> so dass man auf Spule und Kondensator verzichten kann.
Selbst dann würde ich nicht darauf verzichten. Bei manchen Chips werden
empfindliche Teile wie Oszillator, PLL oder BOR aus AVCC versorgt.
Stefan U. schrieb:> Der Mikrocontroller benötigt bei allen internen und externen> Schaltvorgängen immer sehr kurzzeitig einen hohen Strom (si ist das bei> CMOS immer). Da das Netzteil zusammen mit den nicht idealen Leitungen> diesen Strom nicht liefern kann, schaltet man Abblock-Kondensatoren> parallel zum IC. Sonst würde die Spannung bei jedem Schaltvorgang> einbrechen.
Dann müsste der Kondensator schon ein paar µF haben. In 100nF wird
nicht viel Energie gespeichert. Der Kondensator wirkt als Tiefpass
und einige nH und milliohm wird ja auch die Versorgungsleitung haben.
Zur Rauschunterdrückung, die allerdings digital ziemlich exotisch
anmutet, ist so ein Abblocker ausreichend.
Nemesis schrieb:> Dann müsste der Kondensator schon ein paar µF haben.
Du tust so, als ob über die Versorgungsspannungsleitung nicht
nachgeliefert wird.
> Der Kondensator wirkt als Tiefpass ...
Ein Kondensator alleine wirkt nie als Tiefpass.
Und genau wenn ein Kondensator zusammen mit einem (ggf. induktiven)
Widerstand einen Tiefpass bildet, liefert er Ladungen bzw. nimmt welche
auf - das nennt sich dann Ripple-Strom - und stabilisiert dadurch die
Spannung bei kurzen Stromspitzen.
auch empfehlenswert
http://www.atmel.com/images/atmel-2521-avr-hardware-design-considerations_applicationnote_avr042.pdf
man muss sich nochmal vorstellen wieviel Querschnitt eine Leiterbahn hat
und da ist es kein Wunder das Schaltvorgänge sich so auf die
Spannungsversprgung durchschlagen. Viele gehen sogar soweit das dem
100nF Kerko noch ein kleiner Elko mit 1-10µF an die Seite gestellt wird.
0,000035mm x 0,5mm = 0,0000175mm² und dann mal mit einem Draht
vergleichen.
Thomas O. schrieb:> 0,000035mm x 0,5mm = 0,0000175mm²
Uiuiuiui, kupferbedampfte Platine oder wie kriegen die das so dünn hin?
Ich hab nur mit Platinen mit 35µm zu tun, nicht µmm.
Daß
Thomas O. schrieb:> 0,0000175mm²
nicht angehen kann sollte man eigentlich merken, bevor man auf Absenden
drückt.
Klar sind Leiterbahnen verdammt dünn aber doch nicht so...
Gruß,
Norbert
Nemesis schrieb:> Dann müsste der Kondensator schon ein paar µF haben. In 100nF wird> nicht viel Energie gespeichert. Der Kondensator wirkt als Tiefpass> und einige nH und milliohm wird ja auch die Versorgungsleitung haben.> Zur Rauschunterdrückung, die allerdings digital ziemlich exotisch> anmutet, ist so ein Abblocker ausreichend.
stimmt so nicht
Diese sogenannten Stützkondensatoren werden bei fast allen digitalen ICs
gebraucht.
Die 100nF reichen völlig aus. Sie müssen in den sehr kurzzeitigen
Stromspitzen , die in den digital-ICs beim Umschalten auftreten, Strom
liefern. Die weiter entfernten Kondensatoren der Stromversorgung haben
da wenig Wirkung, da schon die Induktivität weniger cm Zuleitung
Spannungseinbrüche verursacht.
Bei sehr schnellen Logikfamilien (ECL-Logik) reichten sogar weniger als
10nF für diese Funktion.
Bei analogen ICs haben diese Stützkondensatoren weitgehend die Wirkung,
die Schwingneigung zu verringern. Auch da dürfen wenige cm Entfernung
vom IC nicht überschritten werden, sonst haben sie wenig Wirkung.
Schaltbilder richtig lesen!
Ist zwar so, dass man räumlich gerne mehrere Stützkondensatoren
verteilt, aber: Laut Schaltbild sind ja AGND und GND miteinander
verbunden und AVCC mit VCC! Zwischen AVCC=VCC und AGND=GND befindet sich
ein GEMEINSAMES Stütz-C.
Es ist demnach eine falsche Aussage, dass AVCC nicht gegen AGND
abgeblockt wäre.
Bei geringen Strömen und Frequenzen sollte das kein wirkliches Problem
darstellen, ob der Analogteil nun benutzt wird oder auch nicht.
Besser wäre in diesem Fall eine andere Darstellung, z. B. die Block-Cs
nicht an das Bauteil (zeichnerisch) anzukoppeln, sondern die Cs an eine
(zeichnerisch) abgesetzte VCC/GND-Schiene anzuschließen. Verbunden sind
die Netze über Ihre Namen, sonst wird's unübersichtlich.
Irgendwo in den Tiefen des Datenblattes steht, dass AVCC für die
Analogteile des Controllers zuständig ist. Also für den A/D-Wandler und
- falls vorhanden – für den Komparator.
Folglich ist die Behauptung: Keine Analoganwendung = Keine Kondensatoren
zulässig.
Fast immer wird hier aber ein Angstkondensator gesetzt und als
Tüpfelchen aufs i eine Spule. Schadet aber, unter Garantie, nicht.
Im Übrigen ist durch den Anschluss an VCC, die der Spannungsversorgung
zugeordnete Kapazität, ja nicht außer Betrieb.
dfIas schrieb:> Laut Schaltbild sind ja AGND und GND miteinander> verbunden und AVCC mit VCC! Zwischen AVCC=VCC und AGND=GND befindet sich> ein GEMEINSAMES Stütz-C.
Je nach µC sind auch mehrere VCC-Pins vorhanden sowie mehrere GND-Pins.
Die sind auch alle jeweils miteinander verbunden, müssen aber trotzdem
jeder seinen eigenen 100n gegen GND bekommen. Die internen Verbindungen
haben auch eine Leitungslänge, die durchaus Spannungeinbrüche bei
Schaltvorgängen bewirken können. Und diese verhindert man, indem jeder
VCC-Pin seinen eigenen C gegen den zugehörigen GND-Pin bekommt.
Thomas O. schrieb:> 0,000035mm ... und dann mal mit einem Draht vergleichen.
Erstmal kann man das mit Chip-Strukturen vergleichen. Wenn man mal zu
einer vernünftigen Schreibweise (ohne Nullenzählorgie) übergeht, wären
das 35nm. Solche Strukturen gelten in modernen
Halbleiterfertigungsprozessen bereits als vorletzt Generation. Sooo
klein ist das also gar nicht, verglichen mit irgendwelchen Innereien von
PC-Prozessoren, auch wenn die Wellenlänge des sichtbaren Lichtes schon
einen Faktor 12..20 größer ist.
Aber dass das nichts mit einer 1 oz/ft² Beschichtung auf einer
Leiterplatte zu tun hat, sollte einem schon der gesunde Menschenverstand
sagen.
oh peinlich, mm war ja die Ausgangsgröße hätte einfach bei µm bleiben
sollen.
also 35µm x 500µm ist nicht wirklich viel im Vergleich zu nem Draht auf
dem Steckbrett.
Sebastian S. schrieb:> Irgendwo in den Tiefen des Datenblattes steht, dass AVCC für die> Analogteile des Controllers zuständig ist. Also für den A/D-Wandler und> - falls vorhanden – für den Komparator.>> Folglich ist die Behauptung: Keine Analoganwendung = Keine Kondensatoren> zulässig.
Im gleich Datenblatt steht auch, daß der gesammte Port A davon versorgt
wird. Also solltest Du Deine Behauptung auf 'Wenn ich über ein Viertel
des
ICs nicht nutze, kann ich mir ein Bauteil für zwei Cent sparen'
erweitern.
Sebastian S. schrieb:> Fast immer wird hier aber ein Angstkondensator gesetzt...
Ja, sich an Herstellervorgaben zu halten ist immer lächerlich, woher
will der das denn wissen.
Sebastian S. schrieb:> Im Übrigen ist durch den Anschluss an VCC, die der Spannungsversorgung> zugeordnete Kapazität, ja nicht außer Betrieb.
Aber ewig weit weg, da liegt das ganze IC zwischen.