Zu meiner Kosmos-Elektronik-Zeit hat mir folgendes Bild aus der
Wasseranalogie weitergeholfen:
Einen Kondensator kann man sich große hohle Metallkugel vorstellen, in
deren Mitte eine Trennwand aus Gummi das Wasser am direkten Durchfluss
hindert.
Sofern das ganze System voll Wasser ist kann man am einen Ende der Kugel
eine gewisse Menge Wasser hineinpumpen, welches das Wasser der anderen
Kugelhälfte herausdrückt, bis die Trennwand zu viel Gegendruck aufbaut.
Je mehr Druck man aufbaut, desto mehr Wasser kann man durchdrücken.
Vermindert man den Druck anschließend fließt das Wasser in umgekehrter
Richtung wieder heraus, bis sich die Trennwand entspannt hat
(Nachschwingen gibt es nicht).
Dasselbe Prinzip hast du beim Aufpumpen eines Fahrradreifens. Mit der
Kolbenpumpe kannst nur nur einen bestimmten Druck aufbauen, danach ist
der Gegendruck im Reifen zu hoch (das Ventil ist übrigens eine Diode und
die Luftpumpe eine Spannungsquelle ;) ).
Eine andere Ansichtsweise ist, dass ein Kondensator nur ein kleiner Akku
ist.
Der Verwendungszweck eines Kondensator erklärt sich häufig darin, ob er
parallel oder in Serie zur Spannungsquelle geschaltet wird:
- Parallel erfüllt meist die Funktion eines Glättungskondensators: Ist
die Versorgungsspannung zu hoch, so nimmt er die überschüssige Ladung
auf, ist sie zu niedrig, so entlädt er sich und unterstützt die
Spannungsversorgung. (Siehe auch Tiefpass 1. Ordnung). Wie eine
Stützbatterie im Taschenrechner, die einspringt, wenn die Solarzelle
nicht mehr nachkommt (allerdings ohne nachladen). Ein typischer
Anwendungsfall ist das Glätten der heruntertransformierten und
gleichgerichteten Netzspannung. Ein Stoßdämpfer quasi.
- In Serie geschaltet dient er oft als Koppelkondensator, der
Gleichstrom blockieren und hohe Frequenzen durchlassen soll (siehe
Hochpass 1. Ordnung) . Fällt mir gerade schwer, das bildlich zu machen.
Bitte nicht gleich zerreißen und nur die groben Fehler anmerken - ich
weiß, dass da noch einiges fehlt.
Wenn du konkrete Fragen zu einzelnen Schaltungen hast, denke ich findet
sich jemand, der die die Funktion erklären und begründen kann.