Hallo Arnold.
> Ich bin gerade selbst entsetzt über die Menge der Anglizismen, die ich
> verwendet habe ohne nachzudenken. Aber auch hier auf dieser Seite:
> Gut 3/4 davon können ohne Probleme auf Deutsch verständlich sein.
Na und? Ich verstehe sie auch als Anglizismus, wenn ich sie überhaupt
verstehe. ;O)
Sprache ist etwas lebendiges, was sich Veränderungen der Umgebung
anpassen kann und muss.
Wenn neue Begriffe zuerst in einer Fremdsprache auftreten, oder von dort
eingeführt werden, was ist daran schlimm, den Begriff zu übernehmen? Das
war doch schon immer so, und auch in anderen Sprachen.
Siehe "Lehnwort": http://de.wikipedia.org/wiki/Lehnwort
Mein Vater (deutsch (Solingen), Jahrgang 1908) verwendete die Begriffe
"Cowper" für Winderhitzer und "Blower" für ein Roots-Gebläse. An
Drehbänken gibt es einen "Support". Der "Reitstock" an der Drehbank
dagegen ist ein deutscher Begriff, weil er von den noch älteren
Drechselbänken kommt. Die hatten aber noch keinen "Support", sondern das
Werkzeug wurde frei in der Hand geführt.
Dumme Werbesprüche klingen nach der Übersetzung ins Deutsche meist
genauso dumm, aber holpriger, weil Werbefritzen meist noch eine
Restbegabubg für Wortklang haben und gerne auf reimähnliche Strukturen
achten.
Im übrigen sind Anglizismen gegenüber den Latinismen im Deutschen sogar
selten. Es bemerkt sie nur keiner mehr, weil sie schon solange Teil
unserer Kultur sind. :O)
Ich gebe aber zu, das ich als Stilmittel oft auch gelegentlich einen
eingedeutschten oder sehr alten Begriff verwende. So als Stolperfalle
beim schnellen Querlesen, wenn ich Leute dazu bringen will, sich etwas
genau durchzulesen. Wenn die aber dann ganz mit Lesen aufhören und den
Schrieb in die Ablage werfen, hilft das auch nicht weiter.
Mein Nationalgefühl ist zu unterentwickelt, um mich an
Anglizismen-Bashing hochziehen zu können. Achja, Rechtschreibnazi bin
ich auch nicht. Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie darum gerne
behalten.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de