Strom durch die Spule regeln

Gast #3760693
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Hallo Leute,

ich habe eine kurze Frage:

Wenn ich einen Strom durch eine Spule schicke und das System 
regelungstechnisch betrachte, dann steigt der Strom ja e-förmig an.

Dieser e-Förmige verlauf hängt von der Zeitkonstane, d.h. dem Widerstand 
und der Induktivität ab.

Wenn ich das ganze theoretisch mit einem D-Regler regeln würde, so 
müsste es doch möglich sein, den Strom abrupt ansteigen zu lassen, oder?
Gast #3760704
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Ein theoretischer idealer D-Regler würde bei einem Sollwertsprung einen 
unendlich kurzen und unendlich hohen Puls ausgeben, der eine 
Spannungs-Zeit-Fläche aufweist die proportional zum Sprung ist. Damit 
springt auch der Spulenstrom sprungartig auf den Vorgegebenen Wert.

Die Ingenieure haben angeblich schon lange mit Dirac-Impulsen gerechnet 
bevor die Mathematiker nachgewiesen haben, daß das tatsächlich geht...
Gast #3760774
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Also theoretisch ist es möglich.

Was mich interessiert:

wie siehts praktisch aus? Ist klar, dass ein D-Regler nicht realisierbar 
ist, aber ein DT1-Regler ist realisierbar, wie würde da der Stromverlauf 
aussehen?

Oder was gibt es noch regelungstechnisch für Möglichkeiten, den 
"Stromanstieg" zu beschleunigen?
#3760784
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Alex schrieb:

> Wenn ich einen Strom durch eine Spule schicke und das System
> regelungstechnisch betrachte, dann steigt der Strom ja e-förmig an.

Das ist gleich zweimal falsch. Denn was du anlegst, ist eine Spannung. 
Der Strom ist dann die Folge. Und er steigt linear an. Zumindest so 
lange, wie magnetische Sättigung und Spannungsabfall an parasitären 
Widerständen keine Rolle spielen.

> Wenn ich das ganze theoretisch mit einem D-Regler regeln würde, so
> müsste es doch möglich sein, den Strom abrupt ansteigen zu lassen, oder?

Nein. Bzw. nur für recht begrenzte Werte von "abrupt". Je steiler der 
gewünschte Stromanstieg, desto mehr Spannung. Für einen echten Sprung 
(dI/dt -> inf) brauchst du entsprechend auch unendlich viel Spannung.


XL
Gast #3760852
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Axel Schwenke schrieb:
> Das ist gleich zweimal falsch. Denn was du anlegst, ist eine Spannung.
> Der Strom ist dann die Folge. Und er steigt linear an. Zumindest so
> lange, wie magnetische Sättigung und Spannungsabfall an parasitären
> Widerständen keine Rolle spielen.


Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die ..... halten !!!!!

Und das schlimmste ist, dann noch Dieter Besserwisser spielen !!

Lege ich eine GleichSpannung an eine Spule an, die ebenfalls ein 
Eisenkern hat, dann wird der Strom nicht linear, sondern e-Förmig 
ansteigen...nichts ist da linear bei Gleichspannung!!!!
#3760879
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Unbekannt schrieb:
> Lege ich eine GleichSpannung an eine Spule an, die ebenfalls ein
> Eisenkern hat, dann wird der Strom nicht linear, sondern e-Förmig
> ansteigen...nichts ist da linear bei Gleichspannung!!!!

Dem stimme ich zu - doch vermute ich woher es kommt.
In den ganzen AppNotes zu SMPSes liesst man das immer wieder.
Manchmal ist aber tatsaechlich erwaehnt das dies (lineare Anstieg) nur 
in 1. Naeherung fuer eine Zeit kleiner der Zeitkonstanten gilt.

Jetzt hoffe ich mal, das das auch stimmt...

MfG
#3760890
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Stephan B. schrieb:
> Manchmal ist aber tatsaechlich erwaehnt das dies (lineare Anstieg) nur
> in 1. Naehrung fuer eine Zeit kleiner der Zeitkonstanten gilt.

Von welcher Zeitkonstante redest du bitte? Da ist eine Spule und eine 
Spannungsquelle. Mehr nicht. Und dann gilt:

Axel Schwenke schrieb:
> er steigt linear an. Zumindest so
> lange, wie magnetische Sättigung und Spannungsabfall an parasitären
> Widerständen keine Rolle spielen.

Natürlich haben die meisten Spulen einen solchen Widerstand (es sei 
denn, sie sind ein Supraleiter). Und dann bewirkt der Spannungsabfall an 
diesem Widerstand natürlich, daß die effektive Spannung an der 
Induktivität über die Zeit absinkt. Und deswegen steigt der Strom dann 
langsamer als linear.

Grundlagen lernen

Aber den TE betrifft das nicht. Denn der will den Strom ja möglichst 
steil hochjagen, braucht also eine große Spannung. Die Spannungsverluste 
an z.B. dem Wicklungswiderstand fallen dann nicht mehr ins Gewicht.


XL
Gast #3761606
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U. M. schrieb:
>> Martin schrieb:
>> Die Ingenieure haben angeblich schon lange mit Dirac-Impulsen gerechnet
>> bevor die Mathematiker nachgewiesen haben, daß das tatsächlich geht...
> Hallo,
> ja, schön rechnen kann man damit.
>
> Die Ing. haben den Mathematikern dann aber auch erklärt,
> dass es den echten idealen Dirac-Impulse in der Praxis nicht gibt.
> Gruß Öletronika
Das wussten die Mathematiker wahrscheinlich sogar selber, zumindest 
diejenigen, welche für die gemeinsame Bahnfahrt mit den Ingenieuren auf 
dem Hinweg zur Tagung nur eine Fahrkarte pro Gruppe kaufen und auf dem 
Rückweg gar keine!   ;)

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